grempære
stM.
‘Kleinhändler, Trödler’ ( →
grempelære
):
man maht ouch vil lutes zuͦ nüwen antwerken die vormols kunstofeln
worent [viele, die keiner Zunft angehörten, wurden als neue Handwerke
zu Zünften zusammengeschlossen, z.B. die gremper und
seiler zu einer, vgl. Anm.z.St.] , alse schüfelute,
kornkeuser, seiler, [...], grempere
[...]
ClosChr
124,19;
mango: gremper oder mertzeler [...]
VocClos
Ma105
MWB 2 914,9; Bearbeiterin: Baumgarte
grempærinne
stF.
hier gremperîn.
Kleinhändlerin (vgl.
grempære
):
penestica [La. penstica; zu pensare
‘abwiegen’?] : gremperin, scillicet ancionaria VocClos
Pe84
MWB 2 914,18; Bearbeiterin: Baumgarte
grempel (?)
stM. oder N.
‘Trödel, Tand’
Troye waz sulhes werkes [ der beschriebenen
kunstvollen Säule] lere; / und auch die burk zu Montsalvas, / do
der groel [der Gral] inne waz, / daz waz gein dem ein
crempel [Konjektur aus trempel
]
Minneb
205
MWB 2 914,22; Bearbeiterin: Baumgarte
grempelære
stM.
Handel und Tauschhandel treibende, auch fahrende Kleinhändler (z.T. am Rande der
Legalität, vgl. SchweizId 2,736-739, FWB 7,373-75, DWB 4,1,6,110f.):
welcher zue ainem rüeger am obs marckt genommen würdet, der soll schwören, ain
vleissigs aufsehen zuo haben, was obs am morgen an marckt gepracht, das kain
grempler dasselbig vor vesperzeit aufkauf StRVill
145;
ez verbieten ouch unsere herren, daz nieman mit mezzern sten schol ze
verkaufen, dan niederhalb des brothaus geyn der brucke, ez sei grempeler oder ander,
dan er enhab ayn cram hie oben, da er inne ste, oder in seinem haus dahayme
NüP
76;
und swas gewandes diͤ grempler auf dem markt oder in andern enden
kaufent, dez suln si niht verwandeln und suln ez verkaufen unverwandelt ebd.
142;
verkeufer vnd auch grempeler [zusammen lat. vendentes,
Io 2,14]
EvStPaul
11156
MWB 2 914,27; Bearbeiterin: Baumgarte
grempelærinne
stF.
hier gremplerîn.
Kleinhändlerin (vgl.
grempelære
):
ez ist auch gesetzzet, daz ein itleich grempler und gremplerin, keufel und
keuflin niht fremdez gutes veil sol haben NüP
199
MWB 2 914,45; Bearbeiterin: Baumgarte
gremzen
swV.
‘(hier: ein Tier) wütend machen, reizen, aufstacheln’ (vgl.
gremen
):
elfanden gremzten sie den mut / und zeigten en roten win gut / und daz saf von
den mulberen, / daz sie deste kuner weren Macc
3281
MWB 2 914,49; Bearbeiterin: Baumgarte
gremzic
Adj.
‘aufgebracht, angriffslustig, grausam’ (vgl.
gremic
und
grimmic
; Glr.z.St.: ‘leidenschaftlich
verlangend’):
daz her was ane mazzen / uf strites wer so gremsik, / Wigrich
was emsik / wie daz er si dar bræht / ieglicher væht / biz daz er strites
wuͤrde sat WhvÖst
7837;
daz fuͤnft
[Sternzeichen] haizzet der
leb [Löwe] , wanne der sunnen kraft ist danne gremsig
als ain leb KvMSph
23,17
MWB 2 914,54; Bearbeiterin: Baumgarte
grëndel
stM.
→
grindel
MWB 2 914,62;
greniz
stF. (sw. Hiob )
aus dem Slav. (russ. und poln. granica, vgl. Kluge, S. 372).
‘Grenze’
Allexander [...]quam zcu den grenizcin /
[...] / des volkis Bragmanorum lant PfzdHech
220,34;
der stat Cholmen habe wir gegebin zv wisen vnde zv weide vnde zv anderen
gemeinen nvtzen von der grenicze eines dorfes, Vst genant, die Wizele niderwart vncz
zv der greniczen eines sehes, der heizet Rense HandfKulm
128.
130;
ich [...] habe genomen di grenitze
der lute [
abstuli terminos populorum
]
Cranc
Jes 10,13.
Jes 15,8;
dorumme spricht Job: ‘ander lan / uber recht ir
grenytzen gan’ Hiob
9566.
14163;
UrkCorp (WMU)
58,37.
777,2.
– irgendeine Art von Grenzbefestigung:
das der [
grunt der
waʒʒerseige
] sein ist, also als weder
grenicz noch stein noch phloke czwischen sein vbern
[Ufern] sten SchöffIglau
200
MWB 2 914,63; Bearbeiterin: Baumgarte
grenizboum
stM.
hier in der nd. Form.
‘Grenzbaum, Schranke’
truwe, hilff truwelich mich, / den grents boem bevele ich dich
MinneR 64
108
MWB 2 915,16; Bearbeiterin: Baumgarte
grennen
swV.
→
grannen
MWB 2 915,19;
grensinc
stM.
auch grensich ( VocClos
).
übers. unterschiedliche lat. Pflanzenbez. (vgl. bes. Marzell 3,999 s.v. Potentilla
anserina; s.a. ebd. 3,355 s.v. Nymphaea alba):
potentilla: grensinc Gl
3:482,54
(BStK945);
VocClos
Po139;
nimphea: grênsinc Gl
3:482,27
(BStK461);
nimphea vel mater herclania vel digitus vel clavus veneris: grensinc
SummHeinr
1:191,263;
vgl.
limphea VocClos
Li84;
mathere clama ebd.
Ma219;
ercularis ebd.
Er6;
clavus veneris ebd.
Cl20;
SummHeinr
2:51:320;
rosmarinum herba nimphea id est grensinc ebd.
2:445,153;
VocClos
Ro27
MWB 2 915,20; Bearbeiterin: Baumgarte
grentsboem
stM.
→
grenizboum
MWB 2 915,32;
gres|chen
stN.
hier md./nd. gresken.
Dimin. zu
gras
‘kleine Grasfläche’
sus ginc ich hin durch geweide [durchs
Weideland] . / da was is alczu suberlich, / ich sach her und daer
om mich, / bis das ich ein ordelich gresgen vant; / da viel ich neder alczu hant
MinneR 497
855
MWB 2 915,33; Bearbeiterin: Baumgarte
greselîn, greslî,
gresel
stN.
Dimin. zu
gras
:
holtz vnnd stein vnnd beyn vnd alle graͤßly, die habenn alle samen da
ein gewesen in der erstekeit Eckh
2:475,1.
– vom Futter des Pferdes:
pey weyle er von rosse saß, / untz das es ain gräsel geaß
HvNstAp
9939.
8550.
– bezogen auf das Spiel des Halmziehens (vgl. DWB
4,1,5,1984):
so spilent zway dort in aim brett / umb ain guldin vingerlin. / ritter und
junckfröwelin / sicht man dez gräßlins spilen MinneR 439
201
MWB 2 915,39; Bearbeiterin: Baumgarte
gretetuoch
stN.
‘Wundpflaster’
emplastrum: gretetvͦch SummHeinr
2:290,01.16
MWB 2 915,49; Bearbeiterin: Baumgarte
grêve
swM.
→
grâve
MWB 2 915,51;
greʒel
stM.
‘Leinfink, Flachsfink’ (zu
graʒ
stN.; vgl. Anm.z.St. und Suolahti, Vogelnamen,
S. 123):
ez muz den lerer betragen [verdrießen] , / wenne der
junge so putschisen tut [sich unverschämt benimmt] / und
hat so gewischen [l. göuwischen
‘rüpelhaften’
] mut. / er kranch, er storch, er elbiz, / er
eul, er gouch, er gibiz, / er wergel, er grezel, er widehopf! Jüngl
259
MWB 2 915,52; Bearbeiterin: Baumgarte
greʒen
swV.
→
grâʒen
MWB 2 915,60;
greʒenach
stN.
Koll. zu
graʒ
stN. ‘eine Menge Tannen- oder
Kiefernsprossen, Schößlinge’ (vgl.
graʒʒach
):
sarmentum: grezenach Gl
3:327,45
(BStK556)
MWB 2 915,61; Bearbeiterin: Baumgarte
gribellure
Subst.
ein kleines Zelt (vgl. Rosenqvist 2,255):
hutten, die dâ heizent gribellure [
parvas
tentas, que vocantur gribellure
]
StatDtOrd
103,20
MWB 2 916,1; Bearbeiterin: Baumgarte
gricke
Subst.
‘Überreste des getrockneten Augensekrets (Augenbutter), Schlafsand’ (s.a. DWB
4,1,6,2 s.v. greck):
der melancolie werbunge [Wirkung]
is da tzu den ougen vnde sint di griken, di man des morgens vindet an den ougen
SalArz
5,27
MWB 2 916,4; Bearbeiterin: Baumgarte
grickic
Adj.
‘voll von Sekret, schleimig’ (von Augen):
sô sint diu ougen rôt unde heiz unde griekech unde gênt die
schüze vaste dar în Barth
145,34
MWB 2 916,10; Bearbeiterin: Baumgarte
griebe
swM.
Reste von ausgelassenen Speckwürfeln, ‘Griebe’
mangen buog [Fleischstücke aus der
Schulter] / gib in, darzuo guote grieben, / des in lieben herbest
muoz SM:Had
20: 3,9;
do sus bereit was die glut / und daz pech darobe sot, / in die grimmige not /
warf man die zwei gelieben / und wolde alsam die grieben / ir leben da versmelzen
Pass III
498,72.
– im Bild für jmdn., der dürr und ausgelaugt ist:
er smilzit als ein griebe Martina
133,70;
ich bin durre worden alse ein grive HvFritzlHl
53,29;
zuͦ eren dime zarten erdorreten libe, der an dem
crútze dorrete alsam eine griebe Seuse
491,20;
MarlbRh
27,29;
Pass I/II (HSW)
7018;
Minneb
2516.
– übers. mlat. cremium:
bein miniv als die grivpen [interl. zu
cremium
] sint erdorret PsM
101,4;
cremium: griebo SummHeinr
2:244,02.2
MWB 2 916,14; Bearbeiterin: Baumgarte
griekech
Adj.
→
grickic
MWB 2 916,31; |