gademvrouwe
swF.
‘Inhaberin einer Verkaufsbude’ (vgl. →
gademman);
als Zusatz eines Pers.-Namen:
Mya gadinvrouwe BerufeFrankf
48b
(a. 1326)
MWB 2 46,54; Bearbeiter: Bohnert
gader
Adv.
→
gater
MWB 2 46,58;
gaf
stN.
→
kaf
MWB 2 46,59;
gaffelstirne
swF.
zu Etymol. und Bed. vgl. G. Ehrismann, PBB 20 (1895), S. 49.
Scheltwort, ‘dreistes, freches Weib’
din antlútz sol nit als der gaffelstirn unschemlich
hochtragent sin und [erg. du solt nit
] das
hoͮbt hin und her werffen von toͮber laszheit Seuse
481,8;
du bösi goffel stirne / der tüfel far dir in din hirne Sibotel
649;
SHort
2229
MWB 2 46,60; Bearbeiter: Bohnert
gaffen
swV.
→
kapfen
MWB 2 47,3;
gaffer
stswM. stF. , kampfer
stM.
auch gafer, graffer, caf(f)er; camfer
(
OvBaierl
157,6
), kanfer (
SalArz
41,9.
61,48
u.ö.).
– sw. Akk. Sg.
capharn BWB(Sch)
1,874
(clm 14221; 11. Jh.).
– stF. KvWGS .
– s.a. Suolahti 1,89; Marzell 1,87. –
‘Kampfer, Harz des Kampferbaumes’, bes. als Heilmittel, Inhaltsstoff
von Schminke:
von dem campfer. camphora haizt campfer und sprechent die gar
alten maister, ez sei ain kraut, daz wachs gegen der sunnen aufganch in dem land India
und sei gar wolsmeckent BdN
395,26.
396,6;
unde von andirn dingin di edilin smac habin, als pisen
[Bisam] unde amber unde graffer unde neilekin unde holz
aloes SalArz
21,48.
66,31;
nim denne dru lot kampfers. vnde rip in ouch zu puluere ebd.
37,3;
Volmar
973;
liutsælic was sie selpvar; / doch bezzert sie hals unde kel: / kecsilber, gaffer,
weizmel / mit altem smerwe streich sie an Helbl
1,1147
(vgl. Schultz, Höf. Leben 1,244).
–
wann das der gaffer wirt entzunt, / so lescht in wag zu
keiner stund Mügeln
395,1.
375,1.
55,6.
–
spinat, gaffer und alêne / ist gegen dîner [Maria]
süeze ein krêne [scharf wie Meerrettich]
MarGr18
195;
die tugent hat diu gaffer: / swer si zuo der nasen habet, / daz er mit kiusche
wirt gelabet, / und er gewinnet reinen muot KvWGS
812
MWB 2 47,4; Bearbeiter: Bohnert
gâgâg, gâgâgâ
Subst.
vgl. →
gâ.
lautmalend für das Geschnatter der Gänse:
ein gans di suezzen sanch / lern scholt
[...], / wann sew chaͤm von schul her wider, / si
chund doch nicht anders sider / denn den alten gagaga [:
da
]
Teichn
403,67;
du tummer narre, wænst mit sange vehten? / du schrîest vil und machest grôz
gebrehte / reht als diu gans schrît gagag nâch ir rehte Kolm(B)
113,18
MWB 2 47,30; Bearbeiter: Bohnert
gagâtes
Subst.
1
‘Bernstein’ (vgl. 2 ein Edelstein, gleichbedeutend mit
echîtes
(vgl.
1
‘Bernstein’ (vgl.
Riddle, Marbode 55f.
):
Parz
791,15
(in der Edelsteinliste);
gagates haizet ain aitstain oder prennstain. den vint man in
dem land Lycia pei Preuzen und in Britannia, und ist zwairlai: swarz und liehtvar.
iedoch ist der liehtvar zwairlai: ainer weiz, der ander gel. wenn man den stain
reibt unz er erhitzt, sô zeucht er hälmel an sich BdN
447,10
2
ein Edelstein, gleichbedeutend mit →
echîtes
(vgl.
Riddle, Marbode 63f.
):
Jacobus spricht, daz der adlar ainen stain hab in dem nest,
der haizt echides oder gagates. der hât inwendig ain andern stain in im
BdN
166,33
MWB 2 47,39; Bearbeiter: Bohnert
gagatrômes
Subst.
vgl. →
gegatrom
.
ein Edelstein (vgl. Riddle, Marbode 65):
Parz
791,2
(in der Edelsteinliste)
MWB 2 47,52; Bearbeiter: Bohnert
gagen
Präp.
→
gegen
MWB 2 47,55;
gagen
swV.
‘bewegen, schaukeln, wiegen’
wigen wagen, gigen gagen, / wenne wil ez tagen? / minne minne,
trûte minne, swîc, ich wil dich wagen KLD:GvN
50: 1,7.
50:2,7
(Refrain eines Wiegenliedes; s.a. Anm. z.St.).
– eine Gebärde bezeichnend:
si kapfen frolich oder kagen, / si munt doch nit halb fród han
SHort
412
MWB 2 47,56; Bearbeiter: Bohnert
gâgen
swV.
‘schreien, schnattern wie eine Gans’ (vgl.
Lötscher, Schallwörter 135
und →
gâgâg
):
Artûs valke al mite streich; / dâ wol tûsent gense lâgen. /
dâ wart ein michel gâgen Parz
282,14;
der schalck, / der gottes kenpfen laget, / gein dem rehten gelouben gaget /
als ein vil toube gans Martina
152,68
MWB 2 47,63; Bearbeiter: Bohnert
gageren
swV.
zu
gagen
.
‘sich hin und her wiegen, schwanken’
der wol geborne knappe / hielt gagernde als ein trappe
Parz
149,26
(Nellmann, Parz. z.St. erwägt gâgernde)
MWB 2 48,6; Bearbeiter: Bohnert
gâgeren
swV.
zu
gâgen
.
‘schnattern’
ez dringet durch gagern [um zu schwatzen, lärmen
(Lexer)] uf den kor [Chorraum der
Kirche] / vil manick ungefuger tor Jüngl
943
MWB 2 48,10; Bearbeiter: Bohnert
gagerwîp
stN.
zu
gageren
.
Schimpfwort für eine weibliche Person:
laet si [Witwe] iͤr
gezemen, / chaͤm iͤr ein man, sew wolt in nemen, / so ist sew ein
gager weib [La. witib
] genant
Teichn
261,51
MWB 2 48,14; Bearbeiter: Bohnert
gagerwitewe
F.
Teichn
261,51(La.)
→
gagerwîp
MWB 2 48,18;
gagzen
swV.
Iterativum zu gack (ahd. gackizzen, vgl. Etymol.Wb.d.Ahd.
4,19).
‘gackern’
waz sol der küeje lüejen, waz sol der vrösche schrîen, der hennen gagzen?
Boppe
3:2,7;
so diu henne ain âi geleit, so hebt si an ze gaczinne unde gagzit als lange,
biz daz man irz nimet. also tuͦnt suͤmelich luͤte, so in unsir
herre ethwaz gnadin tuͦt [...], so kunnin si ez nich
verswiegen unde claffint unde gagzint also lange, biz in unsir herre sin trost
enzuchet
AnzfKdVz 4 (1835), Sp. 370 (aus unediertem Text; Hs. um 1300);
Marner
15,19c,10
(Konjektur, s. →
gëckzen
);
LügenrM
12
MWB 2 48,19; Bearbeiter: Bohnert
gæh-
s.a. gâh─
MWB 2 48,31; Bearbeiter: Bohnert
gâhe
Adv.
→
gæhe
Adj.
MWB 2 48,32;
gâhe
swF.
nur in adv. Verbindungen, meist in allen gâhen,
daneben je einmal
allen gâhen PrStPaul
27,18
und
in aller gahen VMos
62,11.
1
‘in allergrößter Eile, sehr schnell’
2
‘mit einem Mal, plötzlich’
1
‘in allergrößter Eile, sehr schnell’
ê daz si [...] in allen gâhen / zuo rîten sâhen /
einen ritter Er
8;
im wart von mir in allen gâhen / ein küssen und ein umbevâhen Walth
119,30;
di da furhtent unseren herren / unde
[...] in allen gahen / uone scamen
roten [zu erröten] geuahent VMos
58,18.
–
‘so schnell, auf die Schnelle’
wie mahtest dû in allen gâhen ieht wildes gevâhen?
Gen
1147;
dune fündst in allen gâhen / dehein wirt der dir gunde
baz / guoter wirtschaft Parz
486,24;
HvNstAp
17421.
–
‘sofort, sogleich’
sus fuor siu zehant, / dâ siu iren vater vant, / siu begunde in allen
gâhen / in güetlîch umbevâhen UvZLanz(K)
7225;
Volmar
609
2
‘mit einem Mal, plötzlich’
Gen
1806;
Wernh
D 2303.
D 4117;
dô sie eine wîle gehielt, [...] do
ersach sie [...] / in allen gâhen einen jüngelinc
Eracl
2907;
ê daz er [Habakuk] daz wort
vollesprach, / bî dem wirvellocke zuhte er [Engel] in /
und sazte in in allen gâhen hin / ze Babilône KvHeimHinv
346;
Symon Pêtrus [...] zuhte in allen
gâhen / ein swert KvHeimUrst
194.
2024.
–
Weitere Belege s. Leitzmann, Lexik. Probl. 22 u. 29
MWB 2 48,33; Bearbeiter: Bohnert
gæhe
Adj.
Adv. gâhe,
nach dem Adj. umgelautet
gehe JTit
3111,1;
gaͤche KvHelmsd
3133.
– in den Laa. mit →
gâch
wechselnd.
1
‘schnell, rasch’
1.1 ohne weitere Bestimmung 1.2 mit Gen.d.S. oder ze (vgl.
gâch
1.1.2 ), Bed. übergehend in ‘begierig, verlangend nach
etw.’
2
‘heftig, ungestüm’
3 selten ‘jäh, steil’ (vgl.
gæhe
stF. 5 )
1
‘schnell, rasch’
1.1
ohne weitere Bestimmung:
alsam ein lewe wilder lief
er [Wolfhart] vor in dan; / im wart ein gæhez
volgen von sînen vriunden getân NibB
2273,4;
ich weiz wol, gæhes mannes lîp / erwirbet gâhes gæhez wîp. / sîn gæher
site, ir gæher muot, / ist in ze gæher liebe guot. / si gâhet zuo im und er zuo
ir: / ir gæhiu liebe hât ende schir UvLFrd
552,5
u.ö.;
si [Beichte] sol sin gaͤhe, daz du
zehant die súnde sagest so du si getuͦst PrGeorg
136,2;
er [Richter] sol weder ze gæhe
noch ze træge an dem gerihte sîn SpdtL
149,14;
dô was er niht ze gæhe, / er bereite sich müezlich / ze
varen her ze Ôsterrîch Ottok
15172.
–
entrewn das wer ein gechew gerst [Gerste] ,
/ dew man geset hiet aller erst / und solt zu hant auf gan Seifrit
7189;
gæhez überigez guot [rasch erworbener
Überfluss]
RvEAlex
1479.
–
von gæher geschiht
‘durch Zufall’
vnde nvt von gehir geschiht [
fortuito
casu; erg.: soll es sich ereignen] , daz dheine
chripfe ein bvͦch vnde da getvrre gelesin BrEng
38.
– adv.:
sliezet zu / des boumgarten tor gahe
Daniel
7521;
die juden [...] sanden do gae
[La. gahe, gahes
] siben
man HeslNic
2526;
MF:Hartm
8:3,7;
KvHelmsd
3133;
er kunde leben zucken gæher, dann ein smit mit einer zangen / ein
nagel oder drat kund widerziehen JTit
3603,2.
3111,1;
sô er gâhest kunde Bit
6970
1.2
mit Gen.d.S. oder ze (vgl.
gâch
1.1.2), Bed. übergehend in ‘begierig, verlangend nach
etw.’
– pers.:
Artus, der milte gehe, was gen im der gabe niht so træge JTit
2431,2;
zer hochgezit vil gehe was der kunic ebd.
4505,2.
– unpers., jmdm. ist gæhe
‘er hat es eilig’
des [Jason
kennenzulernen] was ir [Medea] harte
gehe Herb
592;
im [Gott] ist tûsentstunt
gæher ze gebenne wan uns ze nemenne Eckh
5: 280,12;
mir ist der kunde gæhe [...] dir sagende, /
ane wer bin ich der smehe JTit
5829,1.
1252,2.
– adv.:
wie ist des so gahe dir / ze muͦte worden
RvEWh
5264
2
‘heftig, ungestüm’
si waren beide gehe JTit
1299,2;
ze boten wil ich din nicht: / du bist ze gaehe mit der rede
[...] mit zornlichen worten Rol
1326;
sîn unfuor, ir gæher muot, / ist in ze scheiden beiden guot UvLFrd
552,3;
dir ist der wîsen lop verzigen, / wiltû ze gæhes muotes sîn / âne allen rât
und unverswigen Winsb
33,6;
ez verderbent auch diu prüetair [auszubrütende
Eier] dicke von ainem gæhen donr BdN
194,26.
– sprichw.
(vgl. TPMA 3,67f.):
nim dir der weil: gæher man schol esel reiten
BdN
286,22;
des muotes alze gæher man / vil trægen esel rîten sol Winsb
33,9.
–
gæher zorn
‘Jähzorn’
den gæhen zorn der dinem pruder gahes chumt, den
merchestu; aver des tramen [der für den alten zoren
steht] , den du in dinen augen træist, nimest du deheinen war
PrOberalt
129,29
(Auslegung von Mt 7,3);
du solt dich huͤten vor gehem zorn, daz du nút
entwegen werdest mit zornlicher geberde gen dien swestern Seuse
414,8;
ir zorn waz an dich [Jesus]
gehe. / daz duͦlte du gar guͦtlich HvNstGZ
2276.
–
gæher tôt, gæhez ende
‘plötzlicher Tod’ (vgl.
gâch
2
):
ir gemach ist michel arbeit, / ir meiste liep ein herzeleit, / ir süezer
lôn ein bitter nôt, / ir lanclîp ein gæher tôt AHeinr
712;
ZwBüchl
116;
RvZw
223,8;
–
er stirbet gaehes todes StRAugsb
167,23;
daz unkusche wip starp dez gein dodez HlReg
38,1;
nu ist si des gæhen endes [La.
todes
] beliben StrKD
145,243;
EnikWchr
22740.
–
dâ sol man criuzen vür den hagel / und segenen vür den
gæhen tôt Tr
15097;
Lucid
120,15;
PrBerthKl
6,70;
BdN
456,28;
apopleria [l.
apoplexia
] hat den ghee tod OvBaierl
88,1
3
selten ‘jäh, steil’ (vgl.
gæhe
stF. 5):
die burg was hoh gelegen [...] und
was hart gäch und múlich offzugene Lanc
3,30.
MWB 2 48,58; Bearbeiter: Bohnert
gæhe
stF.
gâ
NvJer
13583.
1
‘Eile, Schnelligkeit’
2
‘Übereilung, Hast’
3
‘Plötzlichkeit’
4
‘Ungestüm, Heftigkeit, Jähzorn’
5
‘Stelle, wo es jäh hinabgeht, Abhang’ (vgl.
gæhe
Adj. 3)
1
‘Eile, Schnelligkeit’
jenez mac wol ein bot sîn, / daz ist an sîner gæhe schîn UvZLanz(K)
5752;
ein wint der tet uns [
marnære
] gæhe
JTit
2800,2.
– gewöhnlich in adverbialen präp. Wendungen:
an grozer gehe Vät
2049;
in aller gæhe Er
6676;
in einer gæhe LvRegSyon
2595;
in grozer gehe PassI/II
190,29;
in rechter gehe PassIII
252,21;
recht in ainer geche Stagel
23,31.
82,7;
mit gaehe Loheng
3750.
4202;
Vät
17853;
PassI/II
20,40;
mit grozer gehe ebd.
52,28;
PassIII
228,95;
mit harte grozer gehe ebd.
97,92
2
‘Übereilung, Hast’
niuwan schilt unde sper / hâten si ze wer genomen: / daz was von ir gæhe komen
Er
4109;
JTit
651,2.
5000,4
u.ö.;
HvBurg
3871;
so geschiecht auch offt in einer gaech / daz leicht nymmer
mer geschach, / wars dw ainn wol behuͤt Teichn
187,37.
– Sprichw.
(vgl. TPMA 2,408):
unrehtiu gæhe schaden tuot, / reht gebite diu ist guot Freid
116,21;
KLD:Namenlos
h,17,9
3
‘Plötzlichkeit’
der welte frode vnde trost, / ach wie schiere div erlost / wirt mit todis gehe
Martina
145,65;
sus quâmen vriunt und vînt gevarn / über den künic von Iethelburc, der sich
nicht scharn / vor gaehe mohte, wan er lac ungewarnde Loheng
2813;
ein mensch erschricket, / swenn ez ein schoene dinc erblicket / ungewarnt in
einer gæhe LvRegSyon
3556
4
‘Ungestüm, Heftigkeit, Jähzorn’
si vorhten des kunigs gæhe / und sînen grimmigen muot
Ottok
13790;
sô möht er ein gæhe trîben / an unser einem ebd.
36711.
23352.
26321;
so vaste het er sich gewert / und sein leben genert, / das im
in kainen gähen / niemand torste genahen HvNstAp
7941;
ob daz niht geschæhe, / ez würd mit solher gæhe / gevordert BuchdRügen
516;
Suchenw
42,189.
38,80
5
‘Stelle, wo es jäh hinabgeht, Abhang’ (vgl.
gæhe
Adj. 3):
nu was ein alzu hoher berg, / ein rotsche, ein swinde gehe Elis
3625
MWB 2 50,6; Bearbeiter: Bohnert
gæhede, gæhte
stF.
1
‘Eile’
2
‘Plötzlichkeit’
1
‘Eile’
als im vor gæhede ûf der vart / sô vil ze redenne state wart Er
4120;
diu naht zetage gâhte: / diu gæhte in beiden brâhte / âne liebe herzeleit
UvTürhTr
1742.
3439;
vergizzet man des namen [bei einer Nottaufe] , des
wirt guot rât von der gæhede PrBerth
1:298,38;
PassI/II(HSW)
41068.
–
‘Übereilung, Unbedachtsamkeit’
als in sin gehede betwanc PassIII
401,63
2
‘Plötzlichkeit’
des todes gachte HvBurg
269
MWB 2 50,44; Bearbeiter: Bohnert
gæhelich
Adj., Adv.
Adv. auch -lîchen, gechlich(e), gelich. –
vgl. auch gâchlîchen, gâhenlîche.
1
‘eilig, rasch’
2
‘jählings, plötzlich’
1
‘eilig, rasch’
Lancelot reyt syn gesellschafft gehelich suchen
Lanc
39,19;
daz ir mit gehelichen siten / [...] / nicht in den
ersten stunden / mich zuhant sluget tot, / sunder mit lancsamer not PassIII
357,84;
si furen geliche [La. gachlichen
] da
nach Dietr
6820
2
‘jählings, plötzlich’
daz sie niht gæhelîchen / die vînde möhten erslîchen UvEtzAlex
12363;
daz si [Elisabeth] mit disen klegelichen nuwen
meren gechlich unde unplozlich icht erschreckit worde Köditz
61,25;
das sv́ [...] geferret sint von der
himelschen selikeit, der si ieze ein vil lúzel in dem geistlichen zuke gechliche
gesmacket habent DvAStaff
568;
EvStPaul
12976
MWB 2 50,53; Bearbeiter: Bohnert
gæhelingen
Adv.
auch gelingen (s. 1); gæchling (
RbRupr ; StRBrünn ).
1
‘schnell, rasch’
2
‘jählings, plötzlich’
1
‘schnell, rasch’
er [
werkmeister
] kumet
och selten dar [Werkstatt] , denne gehelingen so git er in
[seinen Untergebenen] ein regele und ein forme
Tauler
158,11.
158,18;
snell und gæhlingen BdN
77,7;
jst is aber also, das der, dem man vnder vns vnreht vnde gewalt tût, das der
niht mac also gelingen, als in sin vngemah rurit, dî vorgenanten ehte rittere also
balde gehoufen, als is ime not tût UrkCorp
369,19.
–
‘sofort’
das chint gæchtauffent di frawen und stirbet dar nâch gæchling
RbRupr
202
2
‘jählings, plötzlich’
ir wart gähelinge we: / si nam gar schyr das ende
HvNstAp
16060;
in einem blicke gehelingen Tauler
217,36.
183,14.
214,8;
daz ain man gæhlingen gestorben ist in der unkäusch
BdN
139,27;
StRBrünn
390
MWB 2 51,4; Bearbeiter: Bohnert |