garn
Part. Prät.
→
ern
stV.
MWB 2 104,15;
garn
stN.
Pl.-Formen nur in Bed. 2 ( UrkCorp (WMU) ,
WvRh , Orend ).
1
‘Garn, Faden’ , meist kollektiver Sg. 2
‘(aus Garn gewirktes) Netz, Garn’ zum Fangen von Tieren, teilw. bildl.
1
‘Garn, Faden’, meist kollektiver Sg.:
filamen: garn Gl
3:627,17;
GlHvB
399,11;
ein kunkel [...], / ab der span er
dâ cleinez garn KvWTroj
15873.
28286;
herzoginne [...] muosten garn winden Kudr
1005,4;
KLD:GvN
27:1,7;
und man sol auch zu iedem tuch niht minner nemen dann 8 gepunt garns
NüP
95;
diu vor ein tuoch von garne truoc, / diu wil nu haben einen wifelinc
Renner
12776.
–
der gúrtel [der albe
] der sol sydin
sin oder von wissem garn lýnim PrGeorg
8,33;
PrWack
41,49;
wullein garn StRMünch
460,28;
UrkCorp (WMU)
46,15;
der rok was brun val, von hertem gezwirnetem garne
Mechth
5: 23,150;
geswertz garn NüP
93.
–
allez daz ze dem varndem guote [der
vrouwe
] hœret: daz sint
[...] garn und diu bette diu si dar brâhte,
bolster, küsse [...] und elliu wîplîchiu kleider
SpdtL
102,5;
SSp(W)
1:24,3;
UrkCorp (WMU)
51,31;
treit ein geladen karre linwat, wolle, garn, flahs, hvnr, chæ̂se oder aier
ebd.
548ABC,31,46;
StRAugsb
30,11;
NüP
93;
SalMor
709,1.
– in Vergleichen:
hie wart alrêrst gevohten / und rotte in schar geflohten
/ als in daz warf des garnes wevel KvWTroj
31539.
33862;
dar în [Schar feindlicher
Kämpfer] wart er verstricket / als in daz wippe ein garnes
vaden ebd.
33483.
– phras., jmdm. bleibt niht ein ~
am Leib:
solden im die fursten allesamt / alsô verdienen ire amt,
/ als man iuch dienen siht, / zwâre, sô belib in niht / an dem lîbe ein garn
Ottok
14839;
bildl., ‘(so gut wie) nichts’ von etw.
(Gen.):
aller fröide mir niht lât / Minne ein garn an mînem lîbe
SM:UvB
2: 2,2
2
‘(aus Garn gewirktes) Netz, Garn’ zum Fangen von Tieren, teilw.
bildl.:
ich sach da fliegen manchen starn: / er must han ein
verdecket garn / der im wolt die vedern struben Minneb
5160;
daz nieman in der Jllen vischen sol [...] mit segenen
noch mit geknvpfiten garnen UrkCorp
N109A,3;
in was enpfarn / der visch mit kreften durch daz garn; / her
Tristan was entrunnen in HvFreibTr
3238;
er wart in leit verworren / als in ein garn die vische
KvWTroj
20731.
7837;
diu vertâne heidenschaft / wart umbevangen dâ mit kraft, / als in dem garne
ein wildez tier KvWPart
20995.
7998;
[der Sünder] sinen vuez von willen stiz / in diz netze und
in diz garn / der sunden, di er nicht bewarn / wolde Hiob
7269.
– in Verbindung mit machen, legen, stellen, werfen:
so der vissher en nuwe garn gemahchet UrkCorp (WMU)
240,38;
waz mac diu minne, ob ir daz garn / des ungelückes wirt
geleit? KvWTroj
2362;
volgen ir mir sollent. / stellent nach luden vwer garn. / vnd lazent daz
vischen varn [vgl. Mt 4,19
]
PassSpM
184;
werfent aber us dis garn, und ir súllent
vohen [vgl. Lc 5,4
]
Tauler
171,11;
Orend
572.
576(La.);
werf ich der witze garn in der naturen bach, / ich fische
ding Mügeln
53,4
MWB 2 104,16; Bearbeiter: Bohnert
garnasch
stF.
aus afrz. garnache, ital. guarnaccia.
‘langes Oberkleid’, wohl ärmellos und mit Pelz gefüttert (vgl.
Brüggen, Kleidung 216):
[Gawan erhält] eine garnasch [La.
garnache
] märderîn, / des selben ein kürsenlîn
Parz
588,17
(s.a. Nellmann, Parz. z.St.);
wil sich ein vrowe mit zuht bewarn, / si sol niht âne hülle varn. / si sol ir
hül ze samen hân, / ist si der garnatsch [Laa. garnats,
garnæsch, underkleit
] ân WälGa
454;
miner tohter Elspeten schaff ich [...] den
guͦten chuͦrse und min gutiu gærnætsch und garnatsch mit den perln
UrkRegensb
123
(a. 1308);
Ottok
34970
MWB 2 105,9; Bearbeiter: Bohnert
garnboum
stM.
‘Kettbaum’, Teil des Webstuhls, auf den das Kettgarn (Aufzug,
Zettel) gewunden wird:
liciatorivm: garnboͮm Gl
3:358,57
MWB 2 105,21; Bearbeiter: Bohnert
garnbrët
stN.
‘Garnwinde, Garnbrett zum Aufwickeln des Garns’, Glossenbeleg des 14.
Jh.s s. AWB 4,115
MWB 2 105,24; Bearbeiter: Bohnert
garnde, gärnde,
garne
stF.
→
gearnede
MWB 2 105,27;
garnrocke
swM.
‘Garnrocken, Kunkel’
girgillus: garenroche Gl
4:215,18
MWB 2 105,28; Bearbeiter: Bohnert
garnvisch
stM.
‘Fisch, der mit dem Netz gefangen wird’
vnbe die garnvisshe sprechen wir, so der vissher en nuwe garn gemahchet
[...], so sol er niht wan einen vish nemen
UrkCorp
240,38.
240,28
MWB 2 105,30; Bearbeiter: Bohnert
garnvrete
swM.
zu
vreten
.
‘Garnquäler’, Spottname für Weber:
weber: garen frett, / loder: wollen czett
Teichn
600,43
MWB 2 105,34; Bearbeiter: Bohnert
garnwinde
swF.
‘Winde, Haspel, auf die Garn aufgespult wird’
girgillus: gernwind, garnwinde VocOpt
17.028
MWB 2 105,37; Bearbeiter: Bohnert
garnzuger
stM.
‘Garnspinner’
das di garnczuger [...] kein garn vorbas me bindin
sullin mit keinim baste, sundir mit deme selbin garne.
[...] vorkoufte ouch ein garnczuger einim webir garn,
das fuchte were, das sal im an der wage ane vor [=
vâre
] sten bi eime pfunde UrkBresl
104
(a. 1324)
MWB 2 105,40; Bearbeiter: Bohnert
garren
swV.
vgl.
karren
,
kërren
.
von Tierlauten:
er [
wer gerne redet über daz maz
] garret
als ein orehan [Auerhahn] , / der den munt kan offen lan
Jüngl
601;
Mügeln
155,6
(gouch);
die valle sy [Ratte] begraiff
[...]. / sie begund vaste garren Ratte
32
MWB 2 105,46; Bearbeiter: Bohnert
garst
Adj.
‘schlecht, verdorben; ranzig riechend, schmeckend’
einen spongen [Schwamm] bant man an einen schaft, /
da inne was eczech unde gallen, / garzt was iz bitalle WildM
1,350.
– subst.:
nim mandelkern, mache in schoͤne in siedem wazzer vnd
wirf sie in kalt wazzer, loͤse die garsten vz vnd stoz die besten in einem
moͤrser BvgSp
39
MWB 2 105,52; Bearbeiter: Bohnert
garst
stM.
‘ranziger, stinkender Geruch’
nim einen stoc visch, do niht garst insi, tuͦ im die
hut abe BvgSp
20;
etewenne wart ich [Sünder in der Hölle] entzündet /
ouf einem glüegenden harste [Rost] . / darnach chom ich ze
sölhem garste, / daz diu hitze da wider was ein tau Serv
3482
MWB 2 105,59; Bearbeiter: Bohnert
gart
stM.
auch stF. (
PassI/II
12,77;
Neidh(S)
2,158 c76:9,8
); vereinzelt sw. flekt.
JvFrst
4187.
1
‘Stachel, Treibstecken’
1.1 eigentl.; 1.2 bildl. 1.3
wider dem garte spürnen, wider den gart streben u.ä. vom Ochsen und
bildl. i.S.v. ‘aufbegehren, starrköpfig sein’ (TPMA 11,95;
vgl. contra stimulum calcitrare Act 9,5. 26,14) 2
‘Stachel’ des Skorpions 3
‘Gerte, Rute’
1
‘Stachel, Treibstecken’
1.1
eigentl.;
zum Antreiben von Zugtieren, bes. Ochsen:
aculeus. stimulus: gart Gl
4:212,49;
si begunden sæn, dar nâch egen, / ir gart ob starken
ohsen wegen Parz
124,30;
die fürsten hânt der esele art, / si tuont durch niemen âne gart
Freid
73,1;
als ein vihe mit garten / wurd dû [der
das Kreuz tragende Christus] von in gement
Ottok
49886;
Wh
352,9;
Helmbr
818;
Frl
5:27,14.
– als Zeichen der Standeszugehörigkeit des Bauern:
an dem sunnentage sol er ze kirchen gân, / den gart
in der hant tragen Kchr
14806;
aber wil er hofsit / an sich nemen fuͤr den
gart, / so belibt er nit an siner art Teichn
491,25;
Greg
2805.
– anders:
man bedorft nvͥt dez gartes, / der si ze
ritterschefte tribe TürlArabel
F 833
1.2
bildl.:
diu minne manic herze mennet / mit ir vil sharpfen garte
Rennew
28007.
19194;
RuprvWü
56;
in [Paulus] stach doch seines
leibes gart [
stimulus carnis II Cor 12,7]
HvBurg
2736;
der girden gart HeslApk
5941
u.ö.;
jâmer ist ein schärpher gart Parz
90,11;
nu sage, tôt, wâ ist dîn sige? / war ist nu komen dîn gart?
[I Cor 15,55]
LBarl
3361;
HeslApk
18165;
der bittern helle gart Tund
2140.
–
unmâze ist der untugende schar / gart WälGa
9918.
–
Christ bôt sîner rede garten / gegen den gevursten
êwarten JvFrst
4187
1.3
wider dem garte spürnen, wider den gart streben u.ä. vom Ochsen und
bildl. i.S.v. ‘aufbegehren, starrköpfig sein’ (TPMA 11,95;
vgl. contra stimulum calcitrare Act 9,5. 26,14):
der ohse kumberlîche lebt, / dâ er wider dem garte strebt Freid
139,16;
TrudHL
59,14.
–
ein man vil wisliche tuͦt / der gein dem garte
nit spuͤrnet Rennew
18715;
siv wen [= wellen
] steteclichen
streben / wider dem gotlichem garte Martina
262,109;
wizze daz dir ist zu hart / vf zv leckene in den gart PassI/II
181,85;
Wernh
D 1919;
PrStPaul
6,10.19
2
‘Stachel’ des Skorpions:
der lewe fürht den spitzigen gart des schorpen
BdN
143,14
3
‘Gerte, Rute’
er [Joseph] hub uf die rute; / do wisete got der
gute / ein zeichen an der selben gart, / wande si von bladen grune wart
PassI/II
12,77;
so wettet [verbüßt] er des chuniges malter, daz
sint zwene vnd dreizzich [Schläge] mit einem
gruͤnen æicheinen garte der dreier oder zwaier daumellen lanch sei
SpdtL(E)
Ldr 115;
SchwSp
85a
MWB 2 106,1; Bearbeiter: Bohnert
gart
stM.
→
garte
swM.
MWB 2 106,49;
gartacker
stM.
‘Gartenland’
in agro dicto der Gartacher UrkBern
4,300
(a. 1307);
vendiderunt [...] 1<1/2> gartackere apud
Rotenkirchen UrkStraßb
3:383,16
(a. 1330)
u.ö.
MWB 2 106,50; Bearbeiter: Bohnert
gart-, garte-,
gartenbrunne
swM.
‘Gartenquelle’, Übers. von fons hortorum ( Ct
4,15):
du bíst gártbrunno Will
71,1;
garteprunne TrudHL
61,25;
du [Maria] bist der süeze gartenbrunne Philipp
9737
MWB 2 106,54; Bearbeiter: Bohnert
garte
swF.
→
garde
MWB 2 106,58;
garte
swM. , gart
stM.
swM. Nom. Sg.
garten FrlSuppl
8:209,29;
Gen. Sg.
gartens UrkCorp
2151,18.28;
im Pl. vereinzelt umgelautet (
SalArz
19,29;
BdN
53,28
u.ö.; s.a. WMU 1,553).
– stM.
PassIII
415,7;
Mügeln
253,12.
358,17.
‘Garten’
1 im Ggs. zur Wildnis 2 als eingehegtes (umzäuntes, ummauertes) Stück Kulturland 3 als Nutzgarten 4 als Blumen-, Ziergarten 5 auf das Paradies bezogen 6 bildl., überw. mit abh. Gen. 7 phras., jmdm. einen stein in sînen garten werfen
‘Schaden zufügen, Schwierigkeiten bereiten’ (TPMA 11,139; Röhrich 5,1540)
1
im Ggs. zur Wildnis:
dy andirn [Kirschen]
[...] wachsin in den weldin, vnd di boume sint ho vnd
werdin gepfropt in di gartin Pelzb
127,20;
holtz und graz, wo daz auf gat, / daz ist wild an ainer stat.
/ daz man dann ze nutz wil haben, / daz wiͤrt aus der wuest gegraben, / in
einen garten gesetzt durich huͤt Teichn
37,5;
der garte aller wuoste gelach Kchr
6866
2
als eingehegtes (umzäuntes, ummauertes) Stück Kulturland:
sin [Bauer] hove vnd sin garte / was
niht bezevnet ze frvmen ReinFu
K,24.
K,64;
daz die augenprâw sein reht als die zeun umb ainen garten
BdN
10,24;
der gart was hôhe umbemowert PrStPaul
79,21;
TrudHL
56,30;
EnikWchr
18726;
UrkCorp (WMU)
414BA,8
3
als Nutzgarten:
swâ guoter hande wurzen sint / in einem grüenen garten / bekliben Walth
103,14;
swer chraut oder obs auz dem garten stilt
StRMünch
418,21;
sie hete kersboume ein teil / in ir garten gezogen
Eracl
3461;
Neidh
WL 5:2,10.
WL 6:1,9;
SalArz
111,5;
BdN
443,20.
– wohl für Gartenertrag, -ernte:
do chomen hovscrekken dare / si namen in garten unde chorn
VMos
39,7.
– in Verbindung mit best. Verben:
er [Kain] phlanzôte sînen garten
mit mislichen chrûten Gen
585;
ain man [...] zôch im ain guoten
garten [...] : / dar inne zôch er wurze unt crût
Kchr
6856;
arbeitet ein herre einen garten oder einen baumgarten oder
ander guot SSpAug
215,17;
SSp(W)
2:58,3;
der garte, sô her gesêwet und geharket wirt ebd.
2:58,2;
sicut hortus semen suum germinat: als der garte samen sinen chînet
PsM
Per 23,11;
dû muost [...] dînen garten jeten Neidh
SL 16:6,6;
StrKD
68,30;
Eckh
2:255,3;
Tauler
398,18
4
als Blumen-, Ziergarten:
rosen wachsen manchir var, / rot, wiz, bla
[...]. / man zut sie in den garten
Daniel
1967.
7641;
in einen garten ûf ein gras / vuort in der truhsæz bî der
hant; / [...] her Gwîgâlois der küene / kuolte sich und
ruowet dâ Wig
4072;
Tr
18192;
PleierGar
3181;
Ottok
67985
5
auf das Paradies bezogen:
Eden: garde Gl
3:379,54;
‘got hât gepflanzet ain paradýs’, daz spricht ain garte der
wollust [vgl. Gn 2,8
]
PrGeorg
158,12;
got dâ nâch began einen boumgarten phlanzen
[...], den hiez er paradîsum.
[...] / der selbe garto stât ôstene an der werlte orte
Gen
255;
JvFrst
11307
6
bildl., überw. mit abh. Gen.:
so wirt des riches garte / verwustet also sere / daz er
muͦz [...] / ungebuwen ligen Rennew
4100;
in disem garten der heiligen kilchen do stot manig wunneklich
boͮm mit vollen frúchten: das ist manig guͦt demuͤtig mensche
Tauler
188,11;
in lebens garten der tot iat, / da die helde hvrten hin
TürlArabel
*A 47,28;
Frl
2:9,12;
Daniel
6204.
–
tiure welt! [...] / du zarte gotes garte
FvSonnenburg
3,9;
du [Augustinus] were uns in dirre zit / in
gotes garte ein rose PassIII
415,7;
in gotez garten vindet man / chainer lauͤt so vil
gepawen / als chauscher priester und junchvrawen Teichn
218,32.
–
o wip, du fioliner garte Frl
3:8,1;
sit du der hosten wünne ein garte bist ebd.
5:101,1.
14:12,2;
von Hystroyss dü wirtin / was
[...] voller tugend ain blüme;
[...] / gantzer miltte ain gartte / was die schön
und zartte GTroj
7741.
– für Maria, im Anschluss an Ct 4,12 (hortus
conclusus):
Maria, du bis de beslozzen garde, / den godes huͦde
self bewarde MarlbRh
6,1
u.ö.;
MarldM
65;
SM:EvS
1:2,9;
KvHelmsd
4427;
Marien garte wirt nimmer ane woͮcher
Spec
93,21.
– für literar. Werke:
ich muoz ûz ir [früherer Dichter] garten und
[nämlich] ir sprüchen bluomen lesen Marner
14,288
7
phras., jmdm. einen stein in sînen garten werfen
‘Schaden zufügen, Schwierigkeiten bereiten’ (TPMA 11,139; Röhrich
5,1540):
bezzert her mir nicht, ich werfe im einen stein in sinen garten / unde eine
kletten in den bart Meissner
16:6,7
MWB 2 106,59; Bearbeiter: Bohnert
gartebrunne
swM.
→
gartbrunne
MWB 2 108,10;
gartenære
stM.
auch gert-;
sw. flekt.
UrkCorp
1672,45.
‘Gärtner’
er was ein gertener gereht / der dem garten rehte dut. / er
pflantzet manig kruͦdelin guͤt / und sewet vil guͤten samen
HvNstGZ
4112;
als ein gartenære, der einen garten pflanzen sölte und danne die böume
ûzriutete und wölte danne lôn haben Eckh
2:255,3;
si wand das er [Christus]
waͤr / ain armer gartenáre [vgl. Io
20,15
]
SHort
9786;
Kchr
6868;
Albert
1023;
StrKD
68,1
u.ö.;
EnikWchr
A II,744;
Pelzb
123,17.
123,26.
124,16;
Teichn
339,1;
ich bin gewesen wol ein jâr / alhie gartenære [Wächter des
Ziergartens]
[...], / daz nieman des geruohte, / daz er die bluomen
suohte / durch höbescheit noch durch prîs PleierGar
3253.
– in Rechtstexten:
vnd der garte hat sogetan reht, daz nieman dekeinen crutdisch
[Gemüsestand] setzen sol an den market an des
gerteners willen UrkCorp (WMU)
29,16;
das wir [...] irloͮben dien gartnern, dien
obzern vnd dien menkellern [Händlern] ein zvnft ebd.
80,21;
meister Egelolf der garteneren zvnftmeister UrkCorp
1672,45;
UrkFriedb
74
(a. 1306);
UrkSpeyer
297,1
(a. 1327).
– als Bestandteil von Pers.-Namen:
Marquart der Gartnær UrkCorp (WMU)
1209,43
u.ö.
– Gott als Gärtner:
der gartinâre [des verschlossenen Gartens,
Ct 4,12
] daz was der heilige gaist, der dâ
zuͦch in ire [Maria] alle die gruͦne unde
allen den wuͦcher, dâ got mitte gewenet wart TrudHL
57,2;
er [Christus] was sun des alden gerteneres, / der
gebelzet het in sinem garten [Paradies] / den boum, dar
an er selber sit des todes wolde warten [d.h. das Kreuz]
Frl
1:19,2;
der gartener got selber ist, / der peltzet wochen, tag, und vrist; / er gibt
auch leben und genist Suchenw
27,43.10.46.;
HvNstGZ
4126
MWB 2 108,11; Bearbeiter: Bohnert
gartenbrunne
swM.
→
gartbrunne
MWB 2 108,45;
gartenhalp
Adv.
‘auf der Gartenseite’
so sol man vber den kelre gartenhalp nit fv́ror v̂sschiesen denne drie
vuͤsse UrkCorp (WMU)
550,29
MWB 2 108,46; Bearbeiter: Bohnert
gartenhuon
stN.
als Abgabe:
item xxxvi pullos, qui vulgariter vocantur gartenhuͤner
UrkThurgau
3,836
(a. 1293)
MWB 2 108,49; Bearbeiter: Bohnert |