gartenhûs
stN.
‘Gartenhaus’
tugurium: gartenhus VocOpt
5.008;
mappale: gartenhus ebd.
5.009;
[Übertragung der Gülte] , die ich hatte uff dem huse
[...], dz do lit [...] eynunt
nebent Ruͦdolfes garten hus, anderunt nebent Cuͦnrates Froheskun huse
UrkBeuggen
29,216
(a. 1314, kopial)
MWB 2 108,52; Bearbeiter: Bohnert
gartenkrësse
F.
→
gartkrësse
MWB 2 108,58;
gartenlêhen
stN.
‘Gartenlehen, verlehnter Garten’
die hovestete, die in den kelnhof hoͤrint ald in den vorsthof, ald
vnsers herrin spizlen ald vnsers herrin gartinlen, die svln von dem gvͦte
enkein stivre gebin UrkCorp (WMU)
33AB,31,30;
item iiii hube excoluntur [...] cum gartenlehen quod
soluebat hactenus vi solidos UrkFreisÖst
3,563
(a. 1296).
3,566
(a. 1296)
MWB 2 108,59; Bearbeiter: Bohnert
gartenlouch
stM.
‘Lauch, der im Garten gepflanzt wird’
nu gedenchen wir wie wol / úns was, do wir dort sazen / in Egipte
[...], / wie kúrbiz, bebin, garten louh, / knoblouh,
zibel, krútir vil / úns irvrischsten [l.
irvrischten
] ellú zil RvEWchr
13343
MWB 2 109,3; Bearbeiter: Bohnert
gartenman
stM.
‘Gärtner’
sie [Maria Magdalena] wande, er
[Jesus] were ein gartenman [
Io 20,15
]
EvStPaul
14532
MWB 2 109,8; Bearbeiter: Bohnert
gartenrëht
stN.
ein acker ist jmds. ~ : wohl ‘jmd. besitzt das Recht, den
Acker als Gartenland zu nutzen und dementsprechende Abgaben zu
leisten’ (vgl. 2HRG 1,1386f.; Kroeschell, Garten S.
101f.):
daz wir uf den akker, der lit under der kilchen ze Frowenvelt
[...], der u̍nser gartenreht ist, hain gesezzet
ierglich vier schilling phenning UrkThurgau
4,250
(a. 1312).
4,695
(a. 1336)
MWB 2 109,11; Bearbeiter: Bohnert
gartenstückelîn
stN.
‘kleines Gartenstück’
das gartenstúckeli bi der bach bi meier Burkarte dem zimberman
UrkCorp (WMU)
3018,30
MWB 2 109,19; Bearbeiter: Bohnert
gartenzëhende
swM.
‘aus den Gartenerträgen zu entrichtender Zins’
ein ander stözze [Streitigkeit] waz vmb den garten
zehenden. da sprachen wir vmb, swaz in den garten gewehset daz man daz zehenden sol
UrkTüb
131
(a. 1335)
MWB 2 109,22; Bearbeiter: Bohnert
gartenzins
stM.
‘Abgabe von einem Garten’
daz vorwerk Thomicz [...] mit czehn hufen,
[...] mit der mol, mit deme cretschem, mit
gartenczinse, mit aller fruchberkeyt UrkSchles(B)
154,6
(a. 1350)
MWB 2 109,27; Bearbeiter: Bohnert
gartgabele
stF.
‘Gabel, Heugabel’
furcula: gartgabele Gl
3:649,45;
furca: garcabile ebd.
3:678,42
(dazu s. AWB 4,120 s.v. gartgabala)
MWB 2 109,32; Bearbeiter: Bohnert
garthagen, -hagel
stM. , -hage
swM.
zu etymol. Anknüpfungsmöglichkeiten an
gart
und
garte
swM.
vgl. Etymol.Wb.d.Ahd. 4,94 und DWB
4,1,1,1417. –
Bezeichnung verschiedener Sträucher (vgl. Marzell 1,414 s.v. Eberreis und 3,526
s.v. Christusdorn):
ob du wellest, daz ein phil oder ein dorn, der in den menschen
si, uz ge, so nim garthagen und hasensmalz [...] und mach
ein phlaster BenRez
9;
mhd. Glossenbelege s. AWB 4,121 s.v. garthagal,
garthagan und garthago
MWB 2 109,35; Bearbeiter: Bohnert
gartîsen
stN.
auch gert-. – zu
gart
.
1
‘Sichelmesser, Rebmesser, Hippe, Haue’
2
‘eiserne Spitze des Stachelstocks’ zum Antreiben von Zugtieren
1
‘Sichelmesser, Rebmesser, Hippe, Haue’
falcastrum: gertysen VocOpt
13.073;
aenia: gartysen ebd.
13.062;
piduuium: kartisin Gl
3:678,5;
wohl hierher (s. AWB 4,122):
sarculum: kertheisin SummHeinr
2:469,219(La.)
2
‘eiserne Spitze des Stachelstocks’ zum Antreiben von
Zugtieren:
der [Ochsen hütender Knecht] soll haben einen molen
[= menel
] , der jedweder site ein spitz
gartisen habe WeistGr
4,155.
1,360;
do nam er schiere sinen gart / und stipfete vrou Liugart; / zelten wolt ers
wisen / mit einem gartisen Widersp
116;
stimulus: gartysen VocOpt
13.042
MWB 2 109,45; Bearbeiter: Bohnert
gartkolle
F.
vgl.
gartquënel
.
‘Bohnenkraut’ (vgl. Marzell 4,128f.):
satureia heiset zu duͦte gartcolle Macer
18,1.
18,4;
satureia: garttole [l. gartcole
]
Gl
3:597,21
mit Anm. z.St.
MWB 2 109,58; Bearbeiter: Bohnert
gart-, gartenkrësse
F.
‘Gartenkresse’ (vgl. Marzell 2,1251):
nasturtium heizet gartcresse. di ist heiz unde trocken in dem
driten grade Macer
44,1;
nasturcium ortense: gartenkresse VocOpt
50.215;
weitere mhd. Glossenbelege s. AWB 4,122 s.v.
gartkresso
MWB 2 109,62; Bearbeiter: Bohnert
gart-, gartenkrût
stN.
‘Gartengemüse, -kraut, Kohl’
sie âzen niht wan gartenkrût, / daz Barlââm
[...] / in sînem gärtelîne zôch RvEBarl
15389;
dô liefen sî mir beide durch mîn gartenkrût Neidh
WL 34:9d,4;
olus: gartcrut Gl
3:351,41;
weitere mhd. Glossenbelege s. AWB 4,122
MWB 2 110,4; Bearbeiter: Bohnert
gartkrûtelehe
stN.
‘im Garten gewachsenes (frisches) Gemüse’
durch daz gnuge allin den bruderin svei [=
zwei
] gesotene mus. ist dar ubir obiz oder gart
crutelee [
poma aut nascentia leguminum
] , daz
werde daz drite BrHoh
39
MWB 2 110,10; Bearbeiter: Bohnert
gartkümen
stM.
zu lat. cuminum.
‘Gartenkümmel’ (vgl. Marzell 1,1267):
carvi: gartkoͤmen DWB
4,1,1,1409
(Mones anz.)
MWB 2 110,15; Bearbeiter: Bohnert
gartlant
stN.
‘Gartenland, Garten’
eyn phunt Wienner phenning gelts, des eyn halb phunt leit auf vron Wendeln der
vragnerin [...] haus vnd auch auf gartlant, daz dar
zuͤ gehort UrkHeil
2,170
(a. 1337).
2,69
(a. 1321)
MWB 2 110,18; Bearbeiter: Bohnert
gartquënel
F.
zu lat. cunila, conila (vgl.
quënel
,
gartkolle
).
‘Bohnenkraut’ (vgl. Marzell 4,128f.),
Glossenbelege gartkunile, gartconel, gartquuendel in Hss. des 12.
bis 14. Jh.s s. AWB 4,124
MWB 2 110,23; Bearbeiter: Bohnert
gartwurz
stF. , -wurze
swF.
zu
gart
und
gerte
(s. Etymol.Wb.d.Ahd. 4,97).
‘Eberreis’ (vgl. Marzell 1,416):
abrotanum: gartwrz SummHeinr
2:173,282.2;
Gl
3:580,42;
abrotanum: gartwrze ebd.
3:584,10;
weitere mhd. Glossenbelege s. AWB 4,125 s.v. gartuuurz und
-uuurza
MWB 2 110,27; Bearbeiter: Bohnert
garvrî
Adj.
‘vollkommen frei, hochfrei’ (entspr. sëntbære vrî /
sëmpervrî, lat. ingenuus):
ez enist nieman gar vrî wan des vater und des muoter und der
vater und der muoter sentbære vrîen wâren SpdtL
135,4.
130,6.
– subst.:
wir zelen drîer hande vrîunge. der heizent ein gar vrîen alse
fürsten und die vrîen ze man hânt; sô heizent die andern mitter vrîen, daz sint die
der vrîen man sint; die dritten vrîen daz sint die lantsæzen und die gebûren
SpdtL
82,6
MWB 2 110,33; Bearbeiter: Bohnert
garwe
Adv.
→
gar
Adj., Adv.
MWB 2 110,43;
1garwe
stF.
( Teichn )
‘Schafgarbe’ (vgl. Marzell 1,82):
batenie, garwe, isirnhart geliche vil ir icklich unde daz
gesoten in wassere unde steteclichen getrunken, vertribet den stein
Macer
64,16;
millefolivm crassium: garwe Gl
3:580,2;
SummHeinr
1:193,283;
weitere mhd. Glossenbelege s. AWB 4,103.
– übertr. für Maria:
er [Gott] must nemen ein rain
garb [: varb
] / ze streichen auf der sunden
slag Teichn
215,166
MWB 2 110,44; Bearbeiter: Bohnert
2garwe
stF.
‘das Fertig-, Garsein’
[beim Einkochen von Kirschen:] das czeichin der gare ist,
wen du sist di hut abe geschelit Pelzb
133,17
MWB 2 110,53; Bearbeiter: Bohnert
3garwe
stF.
= garwer schîn
‘reiner Anblick, ganze Deutlichkeit’
(vgl. →
gar
stF.):
[das eucharistische Blut Christi wird wie Wein aus einem Kelch
getrunken, denn] schine daz blût in garbem schîn / rôw und rôt, iz
wêre ein pîn / zû nutzen und ouch vreislîch, / widerzême und schûzlich: / dar um daz
blût sunder garbe / getrunken wirt in wînes varbe JvFrst
2129
MWB 2 110,56; Bearbeiter: Bohnert |