geburt
stF.
1
‘Geburt’
1.1 allg. 1.2
‘das Gebären, Entbindung’
1.3
‘Gebärfähigkeit’
1.4
‘Zeugung’ (von der göttlichen Geburt Christi) 1.5 in Zeitangaben 1.5.1
von geburt
‘von Geburt an, angeboren’
1.5.2
geburte tac
‘Geburtstag’
1.5.3
gotes ~
, Christi ~
als Beginn der christlichen Zeitrechnung (bes. in Urkk.) 2
‘das Geborene’
3
‘Nachkommen(schaft)’
4
‘Verwandtschaft’
5
‘Herkunft, (angeborener) Stand’
5.1 allg. 5.2
‘vornehme Herkunft’ ; häufig bezzere, edele, hôhe,
rîche, vrîe
5.3
swache, nidere
‘niedere Herkunft’
1
‘Geburt’
1.1
allg.:
si [Herzeloyde] vreute sich ir
suns geburt Parz
114,3;
iedoch lebten iriu kint niht lang nâch der gepurt
BdN
33,27;
von der geburt vnser
frowen [Maria]
Konr
18,1.
– bezogen auf die Geburt Christi:
diu geburt [Jesu] was
wunterlich VEzzo
167;
VMos
69,12;
des bit ich dich, herre, /
[...] durch willen der geburte, / daz du geborn
wurde / durch allez mankunne SüklV
319;
daz daz [die verlorene Welt]
widertan wurte mit der magitlichen geburte AvaLJ
1,7.
204,2;
MarldA
57;
Lucid
94,8;
Spec
11,22.
14,1;
Litan
1000.
209;
PrOberalt
18,33.
29,6
u.ö.
1.2
‘das Gebären, Entbindung’
Josep der guote die magit er dannin vuorte / in die burch
ze Bethlehem, da diu geburt solt ergen AvaLJ
12,3;
die êbrêisken froͮwen / die chunden selbe den list, / der
zuͦ chintpette guͦt ist / [...] ir geburt
hânt si uure brâht [vollbracht]
Exod
186;
diu [Maria] waz maget vor der
geburt, in der geburt, nach der geburt PrOberalt
111,9.
89,20;
si [eine Salbe] hilfet den
wiben zu der geburt SalArz
96,45;
Macer
17,10;
BdN
42,12
u.ö.
1.3
‘Gebärfähigkeit’
[Jakob] antwurte ire [der unfruchtbaren
Rachel] in zorn, [...] frâgete si ub
er got wâre daz er ire geburt nâme Gen
1330
1.4
‘Zeugung’ (von der göttlichen Geburt Christi):
wir lesen von zwein gebvrten vnsers herren, die niemen
errechen mak: div aine, da got, e div werlt ie wurde, geborn wart von sinem
vater Spec
22,25.
22,32;
got hât allen sînen lust in der geburt, und dar umbe gebirt er sînen sun
in uns Eckh
2:627,8.
2:118,5.
2:627,10.
–
in deme houbete der sêle, dâ ich nû von sprach, in vernüfticheit: dâ
geschihet diu geburt inne. der niht dan einen ganzen wân und eine hoffenunge
hie zuo hæte, der möhte gerne wizzen, wie disiu geburt geschihet und waz hie
zuo hilfet Eckh
2:230,1.
1.5
in Zeitangaben
1.5.1
von geburt
‘von Geburt an, angeboren’
ob der betelare vone geburte blint ware
AvaLJ
96,2;
die [Wundermenschen] den
geprechen habent von gepurt BdN
488,22;
sô künd ain stumme von gepurt hebraischen sprechen
ebd.
15,7
1.5.2
geburte tac
‘Geburtstag’
in den ziten gelach Herodis geburde tach. /
[...] in siner geburt zite AvaJo
26,1;
in septembre: unser vrowen geburte tac
StatDtOrd
76,38
1.5.3
gotes ~
, Christi ~
als Beginn der
christlichen Zeitrechnung (bes. in Urkk.):
jn dem iare, do man zalt von gotes geburte tvͦsent iar
huͦndert iar vnd nunzehen iar ze babest Paschalis ziten
UrkCorp (WMU)
3581,19.
2797,41
u.ö.;
vor Cristis geburte PrMd(J)
354,7;
nach Cristi geburte drucehin huͦndert jar dar
noch in dem sibin und drizigesten WüP
9,20;
Mechth
Vorbericht 33;
BdN
75,27
u.ö.
2
‘das Geborene’
swer dich [Josef] ane sihet mit
rehte er gihit / daz in allere geburte [unter allen je geborenen
Menschen] nie scônere man newurte Gen
2931.
– bes. das noch ungeborene oder neugeborene Kind:
obe diu geboͮrt stirbet in demo wibe. trinche iz
[Heilkraut Ysop] mit warmem wazzer
PrüllK
3;
[Elisabeth] wart von gode selekeit, / solicher eren
richeit, / daz ir lib reine unde zart / geburte nu berheftec wart / kinde selec
unde guͦt Elis
2180;
Pârîs wære diu geburt, / die man verderben hiez
KvWTroj
4966;
ein ander ist vordamnet / er dan sine geburt gesamnet /
worde binnen der muter HeslApk
11534;
sô gêt si [die Elefantenmutter]
in ain tief wazzer, dar umb, daz diu gepurt iht vall auf die erd
BdN
135,12.
153,31.
383,33
u.ö.
–
daz weiz in dem ai ist ain anvanch der gepurt
[im Eiweiß entsteht der Fötus]
BdN
195,7
3
‘Nachkommen(schaft)’
Esau was ein rîche man in vihe jouch in hîwen, /
[...] von sîner geburte einlif herzogen wurten
Gen
1717;
von in zwein [Adam und Eva] kom
gebürte fruht Parz
463,23;
Reinfr
13193;
weris, daz he e abeginge von todis wegen, dan sie, ane geburt, daz si damide
mag dun und lazen [...], daz ir wille ist UrkFrankf
2,158
(a. 1322);
UrkWürtt
10,121
(a. 1293).
– in Bezug auf Tiere:
ir slangen nateren geburt [
genimina
]
EvBeh
Mt 23,33.
Mt 26,29
4
‘Verwandtschaft’
die wol gezimierten [Ritter] /
[...] etslîcher ûz Terramêrs geburt Wh
397,30;
Terramêrs kint, / [...] die ich mir
vür wâr ze bruodern weiz, / [...] ob sölh geburt mit
triuwen was, / daz uns alle ein muoter truoc ebd.
288,12
(hierher oder zu 3?)
–
‘Verwandtschaftsgrad’, bezogen auf vollbürtige oder
Halbgeschwister volle/halbe
~ :
stirbet eyner, der keinen bruder noch swester hat, von vullen gebort noch
von halber, alle die in glicher sippe sien, [...] die
sollen das erbe glich nemen, alz vaterbruder unde swester RbMagdeb
384,46
5
‘Herkunft, (angeborener) Stand’
5.1
allg.:
daz er sô alt wurte sô er scolte von geburte
[wie seine Ahnen]
Gen
2585;
ich [Isolde] wiste
[...] daz er [Tristan]
gebürte ein hêrre was Tr
10132;
nach wertlicher geburte waz si [die hl.
Anna] ein edel frow PrOberalt
23,37;
Gen
647;
Herb
18397;
Helbl
6,164;
UvZLanz
4573;
RvEBarl
12980
5.2
‘vornehme Herkunft’; häufig bezzere, edele, hôhe,
rîche, vrîe
~ :
der aber baz geborn ist, den en kan der wirs geborne nicht verlegen mit
der bezzeren gebort SSp(W)
1:63,3;
UrkCorp (WMU)
51,29;
der herre was getruwe, / [...]
riche vnde milde / vnde von edelre gebort Herb
13273;
hôhe geburt unde jugent Iw
6465;
Wig
8014;
von richer gebort Herb
11555.
7482;
von phrîer gebvrt UrkCorp (WMU)
1419,30;
ohne Attr.:
nû habent ir [Laudine] schœne
unde jugent, / geburt rîcheit unde tugent / und muget einen alsô biderben man /
wol gewinnen Iw
1926.
3518
u.ö.;
er [Heinrich] hete ze sînen handen / geburt
unde rîcheit AHeinr
39;
ez ist der gantze wille min, / daz ich ritter werden
welle. / [...] wir haben geburt und gut / und sin ouch
wol dar zu gestalt StrKD
4,8.
4,428;
dâ [an Gaweins zukünftiger Frau
Florie] was schœne unde jugent, / gewizzen unde ganziu tugent,
/ geburt unde sinne Wig
733
5.3
swache, nidere
~
‘niedere Herkunft’
so ist bezzer, daz ich
[Priamus] griffe / an eine nider geburt
[statt seine Tochter Polixena Achilles zu geben]
Herb
11401;
diu milte hœhet [...] nider
geburt SM:JvR
1: 14,2.
– bezogen auf eine Person:
er [Gregorius] leit sô grôzen spot / von
alsô swacher geburt [einem Fischer]
Greg
2949
MWB 2 195,22; Bearbeiterin: Herbers
gebürten
swV.
1
‘(durch Geburt) hervorbringen’
2 Part.-Adj. ‘gebürtig, geboren’
1
‘(durch Geburt) hervorbringen’
sit diner [Heinrich] sippe art in
[Willehalm] guͤrtet / vnd naturliches bern in
gebuͤrtet / von ir [Irmenschart] , der minne dir
nahen lit TürlArabel
*R 204,14
2
Part.-Adj. ‘gebürtig, geboren’
herzog Heinrîch, ze Beierlant gebürtet Loheng
7533
MWB 2 197,17; Bearbeiterin: Herbers
geburtic
Adj.
‘wohlgeboren’
daz daz also sej, han ich geben disen briue virsigilten mit meim insigel mit
geburtig gezewgen UrkCorp (WMU)
2547,2
MWB 2 197,23; Bearbeiterin: Herbers
geburticlich
Adj.
‘geburtlich, die Geburt betreffend’
daz Tristan daz kint wære / von der gebürteclîchen nôt / in sîner
tôten muoter tôt Tr
2027;
dis geschahe, da von gotes gebuͦrth was duͦsent iar
[...] an dem trîten dage nach vnser frowen
guburht’eclihem dage UrkCorp (WMU)
1624,9
MWB 2 197,26; Bearbeiterin: Herbers
geburtlich
Adj.
1
‘die Geburt, das Geborensein oder -werden von jmdm. betreffend’
1.1 bezogen auf den Zeitpunkt der Geburt 1.2 bezogen auf den Ort der Geburt 2
‘angeboren, natürlich’
1
‘die Geburt, das Geborensein oder -werden von jmdm. betreffend’
1.1
bezogen auf den Zeitpunkt der Geburt:
–
~
tac
‘Geburtstag’
dô begundes [die Seele in der Hölle]
fluochen / ir geburtlîcheme tage Tund
863;
diz wort daz hât der wîssage / von sîme geburtlichen tage / al der
werlde vür geleit KvWSilv
3104;
disú wort mugent wir verstan von dem geburtlichen tag únser vrowen
PrGeorg
328,7;
an vnser frown gottes muͦter gebvrtelichem tag
UrkFürstenb
5,234
(a. 1295);
nach deme geburtlichum tage unsurs herrun UrkCorp (WMU)
950,3
u.ö.;
Flore(G)
2250;
EvAug
33,1.
–
~
jâr
‘Geburtsjahr’, in Urkk. als Datumsangabe:
do (von) v́nsers herren gebúrtlich jar waren tvsent zwei hvndert vnd
da nach jn dem nv́nzegostem jare UrkCorp (WMU)
1275,20;
do von gotus guburtlich tag warn zuwelfhundurt iar ebd.
1250,8.
1320,8.
–
~
naht
‘Geburtsnacht’
daz schuof daz kint ûz erkorn / an der geburtlîchen naht Mönchl
111.
–
~
vrist
‘Zeit der Geburt’
sô dich dîn muoter dan gebirt / und welhen wîs und wie daz wirt / und
wie rehte wê ir ist / in der geburtlîchen frist, / dâ solt dû gedenken bî /
wie swach dîn anegenge sî LvRegFr
168
1.2
bezogen auf den Ort der Geburt:
zwene brvͦder waren, der was einer ellende
[...] vnd der ander was in sinem gebúrtlichen lande
[Heimatland]
VitasPatr
234,2
2
‘angeboren, natürlich’
die juden behielten nicht der heiligen e diu in von got
gegeben waz, si behielten auch der gebuͤrtlichen e [lex
naturalis] nicht: daz du dir nicht wellest tuͦn, daz
entuͦ auch niement PrOberalt
165,28;
wan von geburtlichem adel vbertriffet er [Gott]
menschlichen sinnen Eckh(B)
105,46
MWB 2 197,32; Bearbeiterin: Herbers
geburtlîcheit
stF.
‘Abstammung’
generatio: gebuͥrtlicheit EvAlem
46(Mt 1,1)
MWB 2 198,1; Bearbeiterin: Herbers
geburtmuoter
stF.
‘Gebärmutter’
matrix: geburt mvͦter Gl
3:439,53
MWB 2 198,3; Bearbeiterin: Herbers
geburttac
stM.
‘Geburtstag’
uber drî tage gelach des chuniges geburttag Gen
1980;
von vnsers herren gebvrtag UrkEidgen
142
(a. 1291);
do uon gottes geburttage waren tusent [...] iar
UrkCorp (WMU)
230,21
u.ö.
MWB 2 198,5; Bearbeiterin: Herbers
gebûrvolc
stN.
‘Bauernvolk’
daz gebûrvolc wart dô alliz gelôbic unt getouft unt der tûvel wart
virtribin PrMd(J)
340,7;
noch sint einer leie liute, / die man gebûrvolc heizet hiute, / der maniger vil
trazmüetic wêre Renner
1310;
phaffen, ritthere vnde legen, gebure volch UrkCorp (WMU)
N306,18
MWB 2 198,10; Bearbeiterin: Herbers
gebûschirre
stN.
vgl. →
geschirre
‘Gerätschaften, Werkzeug’.
‘Gerätschaften zum Ackerbau’
item quicumque gebuschirre in eandem civitatem duxerit,
[...] nullum dabit StRFreiberg
271,5
MWB 2 198,16; Bearbeiterin: Herbers
gebütel
stM.
‘Büttel’, Gerichtsbeauftragter mit verschiedenen Aufgaben (Bote,
Gerichtsdiener, Vertreter des Richters):
er [der König] hiez sîne rihter unde
sîne gebütel ûf sitzen unde hiez si künden in daz lant, daz allez daz gehôrsam wære
BuchdKg
17,1;
ze geriht fuͦrn mit dem gebúttel oder mit des rihters kneht StRÜberl
4;
so sol nieman gepfendet werden hinder dem closter oder an keinem irē hinderseszen
danne mit dem gebûttel oder botten des closters UrkCorp (WMU)
1047,32;
SpdtL
179,13;
StRLadenb
739;
StRDinkelsb
101.
– als Beiname:
Friderich der smit vn̄ Rvͦdolf der gebútel UrkCorp (WMU)
2154,30;
Herman der gebutel ebd.
1545,2
MWB 2 198,20; Bearbeiterin: Herbers
gebüteltuom
stN.
‘Amt eines Büttels’
so sprichet man auch ze rechte, swel hant erstirbet, die da lihet oder enphahet
die ambacht, das schulteissentum, das meiertum oder das gebutteltum, so sint sie ledig
WeistGr
1,680
(a. 1301)
MWB 2 198,34; Bearbeiterin: Herbers
1gebütze, gebütte
stN.
zur Etymologie und Bezeugung im Nhd. und rezenten Dialekten s. Etymol.Wb.d.Ahd. 4,
226f.
‘Eingeweide’
exta: gebuzze Gl
3:439,68;
dû [David] solt
mich [Goliath] niht bestân. / ich trit dich mit dem fuoz
mîn [...] / daz daz gebütze ûz dir vert EnikWchr
9999;
er traf in und zertranden / von dem nabel hin ze tal / daz allez sîn gebütte val /
nam nider ze der erden Reinfr
19112;
Ottok
7353
MWB 2 198,39; Bearbeiterin: Herbers
2gebütze
stN.
‘Brunnen’
[
puteus :] gebuce PsM
68,16
MWB 2 198,48; Bearbeiterin: Herbers
gebuwede
stN.
nur omd., meist gebude (
gebuude Hiob
2980),
NvJer öfters gebuide.
‘Gebäude, Bauwerk’, besonders ‘Burg,
Festung’
von gebuwede iczliches mannes uff deme synen
[Überschrift]
StRFreiberg
6,18;
daz gebude von diser muren / von jaspide was dem turen
HeslApk
21383.
22179;
roubit ein man sine burgen, [...] dem sol man sin gebude
vorteilen unde of howin und das gebude ist gemeine allir lute UrkBresl
90
(a. 1314);
sô grôz was daz ertbibben dô, / welch gebûde dâ was hô, / daz wart alsô
[...] bewegit, / daz alle, dî darûffe wârn, / sich mochten
vallis kuim bewârn NvJer
26873;
und brâchin abe des hûsis werc, / daz man hîz den Puttirberc, / und vûrtin daz
gebuide dan ebd.
17712
MWB 2 198,50; Bearbeiter: Plate
gebûwen
Part.-Adj.
‘bebaut, bestellt’
vf den rain, da der gebuwen akker erwindet UrkCorp (WMU)
1127,8;
einen hof ze Gavtingen vnd vier hofstet daselben vnd daz wismat ze stadlæren
[...], gepawens vnd vngepawens, besvochtz vnd vnbesvochtz,
zevelde, zeholz vnd zedoͤrf UrkCorp
2514,19
(vgl. → bûwen 5.3)
MWB 2 199,1; Bearbeiter: Plate
gebûwer
stM.
‘Bauer’ als Standesbezeichnung, herabsetzend:
owê, swester Gotelint, / diu sorge muoz mich smerzen, / sol an dînem herzen / als
unedel gebûwer [...] / immer naht entslâfen Helmbr
1367.
1356.
820;
jâ müese er mîn / weizgot gar versûmet sîn, / er gebûwer Neidh
SL 25:4,5;
swer alle zit mit eren lebet / [...] den
lob ich vor in allen. / in mag einer uber schallen / vil lichte zu einer kurzen vrist, /
der halp ritter und halp gebawer ist / und ist ein wucherere gewesen
StrKD
7,126
MWB 2 199,8; Bearbeiter: Plate
gëc, gëcke
Adj.
‘töricht’ (vgl. RheinWB 2,1082ff.)
Karlmeinet
468,19
(wohl eher → gecken swV.)
MWB 2 199,19; Bearbeiter: Plate
gëcke, gëc
swstM.
‘Narr, Tor’ (als Schimpfwort):
der tûvil sprach: daz ist dîn sit, / swen dû dich legis slâfin, / daz dû
[...] î pfligis [...] dich nicht
gar bedeckin. / des vant ich dich geckin / ôt dî zehe bleckin NvJer
24174.
14472;
[in der Anrede:] dump geck KarlGalie
150;
vgl. zur Wortfamilie KarlGalie S. 45
MWB 2 199,21; Bearbeiter: Plate
gëckelîche
Adv.
we sprechstu so geckeliche KarlGalie
6499.
6290;
MorantGalie
4154(La.)
MWB 2 199,28; Bearbeiter: Plate
gëcken
swV.
‘zum Narren machen / halten, zum besten haben, täuschen, betrügen’
(vgl. RheinWB 2,1092):
sy hait sich selve geghecket MinneR409
164;
Karlle begunde den bart zo drecken. / hey sprach: we wenet hey mich zo gecken? /
meynet hey, dat ich sy eyn dore? Karlmeinet
468,19;
in der Wendung sunder gecken als Wahrheitsbeteuerung:
czwar nymand lebt uf erde / er muze sunder gecken / des tages ser irschrecken
TvKulm
5827
MWB 2 199,30; Bearbeiter: Plate
gëcksen
swV.
→
gëckzen
MWB 2 199,40;
gëckzen, gëgzen
swV.
Ansatz unsicher, s.a.
gagzen
.
‘schreien; gackern’;
von Füchsen:
die vohin [...] gekzetin PrLpz(L)
72,26.
– von Huhn, Elster, subst.:
swann daz [Huhn] ein kleinez ei geleit, / sô bringt
ez mit sînem gagzen [Hss. getzen,
kegzen
] dicke ein wîtez hûs in nôt Marner
15,19c,10
(=
Marner(W)
20:1,10.
22:3,10;
vgl. TPMA 6,209);
[die atzel
] machet daz sij die fogel hassen: /
das kan sij mit yrem gecksen geschaffen. / also get jederman von
yme [der das Horn der Hoffart bläst] und fluget / wann
er horet von dem gecksen daz geruchte; / keinre wilt sich by yn nisten odir setzen /
umb sin klaffen und sin gecktzen Pilgerf
7870
MWB 2 199,41; Bearbeiter: Plate
gedagen
V.
Ansatz fraglich, Bedeutung unklar (vgl. Anm. z. St.):
wer mer verschlinden gedag / denn er verdëwen mag, / er gelept die zit / das im
das laid und not git FrSchw
4081
MWB 2 199,55; Bearbeiter: Plate
gedâht
Part.-Adj.
→
denken
swV. unter 4.
MWB 2 199,59; |