Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
      geburt stF.
      gebürten swV.
      geburtic Adj.
      geburticlich Adj.
      geburtlich Adj.
      geburtlîcheit stF.
      geburtmuoter stF.
      geburttac stM.
      gebûrvolc stN.
      gebûschirre stN.
      gebütel stM.
      gebüteltuom stN.
      1gebütze stN.
      2gebütze stN.
      gebuwede stN.
      gebûwen Part.-Adj.
      gebûwer stM.
      gëc, gëcke Adj.
      gëcke, gëc swstM.
      gëckelîche Adv.
      gëcken swV.
      gëcksen swV.
      gëckzen swV.
      gedagen V.
      gedâht Part.-Adj.
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   geburt - gedâht    


geburt stF. 1 ‘Geburt’
1.1 allg.
1.2 ‘das Gebären, Entbindung’
1.3 ‘Gebärfähigkeit’
1.4 ‘Zeugung’ (von der göttlichen Geburt Christi)
1.5 in Zeitangaben
1.5.1 von geburt ‘von Geburt an, angeboren’
1.5.2 geburte tac ‘Geburtstag’
1.5.3 gotes ~ , Christi ~ als Beginn der christlichen Zeitrechnung (bes. in Urkk.)
2 ‘das Geborene’
3 ‘Nachkommen(schaft)’
4 ‘Verwandtschaft’
5 ‘Herkunft, (angeborener) Stand’
5.1 allg.
5.2 ‘vornehme Herkunft’ ; häufig bezzere, edele, hôhe, rîche, vrîe
5.3 swache, nidere ‘niedere Herkunft’
   1 ‘Geburt’    1.1 allg.: si [Herzeloyde] vreute sich ir suns geburt Parz 114,3; iedoch lebten iriu kint niht lang nâch der gepurt BdN 33,27; von der geburt vnser frowen [Maria] Konr 18,1. – bezogen auf die Geburt Christi: diu geburt [Jesu] was wunterlich VEzzo 167; VMos 69,12; des bit ich dich, herre, / [...] durch willen der geburte, / daz du geborn wurde / durch allez mankunne SüklV 319; daz daz [die verlorene Welt] widertan wurte mit der magitlichen geburte AvaLJ 1,7. 204,2; MarldA 57; Lucid 94,8; Spec 11,22. 14,1; Litan 1000. 209; PrOberalt 18,33. 29,6 u.ö.    1.2 ‘das Gebären, Entbindung’ Josep der guote die magit er dannin vuorte / in die burch ze Bethlehem, da diu geburt solt ergen AvaLJ 12,3; die êbrêisken froͮwen / die chunden selbe den list, / der zuͦ chintpette guͦt ist / [...] ir geburt hânt si uure brâht [vollbracht] Exod 186; diu [Maria] waz maget vor der geburt, in der geburt, nach der geburt PrOberalt 111,9. 89,20; si [eine Salbe] hilfet den wiben zu der geburt SalArz 96,45; Macer 17,10; BdN 42,12 u.ö.    1.3 ‘Gebärfähigkeit’ [Jakob] antwurte ire [der unfruchtbaren Rachel] in zorn, [...] frâgete si ub er got wâre daz er ire geburt nâme Gen 1330    1.4 ‘Zeugung’ (von der göttlichen Geburt Christi): wir lesen von zwein gebvrten vnsers herren, die niemen errechen mak: div aine, da got, e div werlt ie wurde, geborn wart von sinem vater Spec 22,25. 22,32; got hât allen sînen lust in der geburt, und dar umbe gebirt er sînen sun in uns Eckh 2:627,8. 2:118,5. 2:627,10. in deme houbete der sêle, dâ ich nû von sprach, in vernüfticheit: dâ geschihet diu geburt inne. der niht dan einen ganzen wân und eine hoffenunge hie zuo hæte, der möhte gerne wizzen, wie disiu geburt geschihet und waz hie zuo hilfet Eckh 2:230,1.    1.5 in Zeitangaben    1.5.1 von geburt ‘von Geburt an, angeboren’ ob der betelare vone geburte blint ware AvaLJ 96,2; die [Wundermenschen] den geprechen habent von gepurt BdN 488,22; sô künd ain stumme von gepurt hebraischen sprechen ebd. 15,7    1.5.2 geburte tac ‘Geburtstag’ in den ziten gelach Herodis geburde tach. / [...] in siner geburt zite AvaJo 26,1; in septembre: unser vrowen geburte tac StatDtOrd 76,38    1.5.3 gotes ~ , Christi ~ als Beginn der christlichen Zeitrechnung (bes. in Urkk.): jn dem iare, do man zalt von gotes geburte tvͦsent iar huͦndert iar vnd nunzehen iar ze babest Paschalis ziten UrkCorp (WMU) 3581,19. 2797,41 u.ö.; vor Cristis geburte PrMd(J) 354,7; nach Cristi geburte drucehin huͦndert jar dar noch in dem sibin und drizigesten WüP 9,20; Mechth Vorbericht 33; BdN 75,27 u.ö.    2 ‘das Geborene’ swer dich [Josef] ane sihet mit rehte er gihit / daz in allere geburte [unter allen je geborenen Menschen] nie scônere man newurte Gen 2931. – bes. das noch ungeborene oder neugeborene Kind: obe diu geboͮrt stirbet in demo wibe. trinche iz [Heilkraut Ysop] mit warmem wazzer PrüllK 3; [Elisabeth] wart von gode selekeit, / solicher eren richeit, / daz ir lib reine unde zart / geburte nu berheftec wart / kinde selec unde guͦt Elis 2180; Pârîs wære diu geburt, / die man verderben hiez KvWTroj 4966; ein ander ist vordamnet / er dan sine geburt gesamnet / worde binnen der muter HeslApk 11534; sô gêt si [die Elefantenmutter] in ain tief wazzer, dar umb, daz diu gepurt iht vall auf die erd BdN 135,12. 153,31. 383,33 u.ö. daz weiz in dem ai ist ain anvanch der gepurt [im Eiweiß entsteht der Fötus] BdN 195,7    3 ‘Nachkommen(schaft)’ Esau was ein rîche man in vihe jouch in hîwen, / [...] von sîner geburte einlif herzogen wurten Gen 1717; von in zwein [Adam und Eva] kom gebürte fruht Parz 463,23; Reinfr 13193; weris, daz he e abeginge von todis wegen, dan sie, ane geburt, daz si damide mag dun und lazen [...], daz ir wille ist UrkFrankf 2,158 (a. 1322); UrkWürtt 10,121 (a. 1293). – in Bezug auf Tiere: ir slangen nateren geburt [ genimina ] EvBeh Mt 23,33. Mt 26,29    4 ‘Verwandtschaft’ die wol gezimierten [Ritter] / [...] etslîcher ûz Terramêrs geburt Wh 397,30; Terramêrs kint, / [...] die ich mir vür wâr ze bruodern weiz, / [...] ob sölh geburt mit triuwen was, / daz uns alle ein muoter truoc ebd. 288,12 (hierher oder zu 3?) – ‘Verwandtschaftsgrad’, bezogen auf vollbürtige oder Halbgeschwister volle/halbe ~ : stirbet eyner, der keinen bruder noch swester hat, von vullen gebort noch von halber, alle die in glicher sippe sien, [...] die sollen das erbe glich nemen, alz vaterbruder unde swester RbMagdeb 384,46    5 ‘Herkunft, (angeborener) Stand’    5.1 allg.: daz er sô alt wurte sô er scolte von geburte [wie seine Ahnen] Gen 2585; ich [Isolde] wiste [...] daz er [Tristan] gebürte ein hêrre was Tr 10132; nach wertlicher geburte waz si [die hl. Anna] ein edel frow PrOberalt 23,37; Gen 647; Herb 18397; Helbl 6,164; UvZLanz 4573; RvEBarl 12980    5.2 ‘vornehme Herkunft’; häufig bezzere, edele, hôhe, rîche, vrîe ~ : der aber baz geborn ist, den en kan der wirs geborne nicht verlegen mit der bezzeren gebort SSp(W) 1:63,3; UrkCorp (WMU) 51,29; der herre was getruwe, / [...] riche vnde milde / vnde von edelre gebort Herb 13273; hôhe geburt unde jugent Iw 6465; Wig 8014; von richer gebort Herb 11555. 7482; von phrîer gebvrt UrkCorp (WMU) 1419,30; ohne Attr.: nû habent ir [Laudine] schœne unde jugent, / geburt rîcheit unde tugent / und muget einen alsô biderben man / wol gewinnen Iw 1926. 3518 u.ö.; er [Heinrich] hete ze sînen handen / geburt unde rîcheit AHeinr 39; ez ist der gantze wille min, / daz ich ritter werden welle. / [...] wir haben geburt und gut / und sin ouch wol dar zu gestalt StrKD 4,8. 4,428; dâ [an Gaweins zukünftiger Frau Florie] was schœne unde jugent, / gewizzen unde ganziu tugent, / geburt unde sinne Wig 733    5.3 swache, nidere ~ ‘niedere Herkunft’ so ist bezzer, daz ich [Priamus] griffe / an eine nider geburt [statt seine Tochter Polixena Achilles zu geben] Herb 11401; diu milte hœhet [...] nider geburt SM:JvR 1: 14,2. – bezogen auf eine Person: er [Gregorius] leit sô grôzen spot / von alsô swacher geburt [einem Fischer] Greg 2949

MWB 2 195,22; Bearbeiterin: Herbers

gebürten swV. 1 ‘(durch Geburt) hervorbringen’
2 Part.-Adj. ‘gebürtig, geboren’
   1 ‘(durch Geburt) hervorbringen’ sit diner [Heinrich] sippe art in [Willehalm] guͤrtet / vnd naturliches bern in gebuͤrtet / von ir [Irmenschart] , der minne dir nahen lit TürlArabel *R 204,14    2 Part.-Adj. ‘gebürtig, geboren’ herzog Heinrîch, ze Beierlant gebürtet Loheng 7533

MWB 2 197,17; Bearbeiterin: Herbers

geburtic Adj. ‘wohlgeboren’ daz daz also sej, han ich geben disen briue virsigilten mit meim insigel mit geburtig gezewgen UrkCorp (WMU) 2547,2

MWB 2 197,23; Bearbeiterin: Herbers

geburticlich Adj. ‘geburtlich, die Geburt betreffend’ daz Tristan daz kint wære / von der gebürteclîchen nôt / in sîner tôten muoter tôt Tr 2027; dis geschahe, da von gotes gebuͦrth was duͦsent iar [...] an dem trîten dage nach vnser frowen guburht’eclihem dage UrkCorp (WMU) 1624,9

MWB 2 197,26; Bearbeiterin: Herbers

geburtlich Adj. 1 ‘die Geburt, das Geborensein oder -werden von jmdm. betreffend’
1.1 bezogen auf den Zeitpunkt der Geburt
1.2 bezogen auf den Ort der Geburt
2 ‘angeboren, natürlich’
   1 ‘die Geburt, das Geborensein oder -werden von jmdm. betreffend’    1.1 bezogen auf den Zeitpunkt der Geburt: – ~ tac ‘Geburtstag’ dô begundes [die Seele in der Hölle] fluochen / ir geburtlîcheme tage Tund 863; diz wort daz hât der wîssage / von sîme geburtlichen tage / al der werlde vür geleit KvWSilv 3104; disú wort mugent wir verstan von dem geburtlichen tag únser vrowen PrGeorg 328,7; an vnser frown gottes muͦter gebvrtelichem tag UrkFürstenb 5,234 (a. 1295); nach deme geburtlichum tage unsurs herrun UrkCorp (WMU) 950,3 u.ö.; Flore(G) 2250; EvAug 33,1. – ~ jâr ‘Geburtsjahr’, in Urkk. als Datumsangabe: do (von) v́nsers herren gebúrtlich jar waren tvsent zwei hvndert vnd da nach jn dem nv́nzegostem jare UrkCorp (WMU) 1275,20; do von gotus guburtlich tag warn zuwelfhundurt iar ebd. 1250,8. 1320,8. – ~ naht ‘Geburtsnacht’ daz schuof daz kint ûz erkorn / an der geburtlîchen naht Mönchl 111. – ~ vrist ‘Zeit der Geburt’ sô dich dîn muoter dan gebirt / und welhen wîs und wie daz wirt / und wie rehte wê ir ist / in der geburtlîchen frist, / dâ solt dû gedenken bî / wie swach dîn anegenge sî LvRegFr 168    1.2 bezogen auf den Ort der Geburt: zwene brvͦder waren, der was einer ellende [...] vnd der ander was in sinem gebúrtlichen lande [Heimatland] VitasPatr 234,2    2 ‘angeboren, natürlich’ die juden behielten nicht der heiligen e diu in von got gegeben waz, si behielten auch der gebuͤrtlichen e [lex naturalis] nicht: daz du dir nicht wellest tuͦn, daz entuͦ auch niement PrOberalt 165,28; wan von geburtlichem adel vbertriffet er [Gott] menschlichen sinnen Eckh(B) 105,46

MWB 2 197,32; Bearbeiterin: Herbers

geburtlîcheit stF. ‘Abstammung’ generatio: gebuͥrtlicheit EvAlem 46(Mt 1,1)

MWB 2 198,1; Bearbeiterin: Herbers

geburtmuoter stF. ‘Gebärmutter’ matrix: geburt mvͦter Gl 3:439,53

MWB 2 198,3; Bearbeiterin: Herbers

geburttac stM. ‘Geburtstag’ uber drî tage gelach des chuniges geburttag Gen 1980; von vnsers herren gebvrtag UrkEidgen 142 (a. 1291); do uon gottes geburttage waren tusent [...] iar UrkCorp (WMU) 230,21 u.ö.

MWB 2 198,5; Bearbeiterin: Herbers

gebûrvolc stN. ‘Bauernvolk’ daz gebûrvolc wart dô alliz gelôbic unt getouft unt der tûvel wart virtribin PrMd(J) 340,7; noch sint einer leie liute, / die man gebûrvolc heizet hiute, / der maniger vil trazmüetic wêre Renner 1310; phaffen, ritthere vnde legen, gebure volch UrkCorp (WMU) N306,18

MWB 2 198,10; Bearbeiterin: Herbers

gebûschirre stN. vgl. → geschirre ‘Gerätschaften, Werkzeug’. ‘Gerätschaften zum Ackerbau’ item quicumque gebuschirre in eandem civitatem duxerit, [...] nullum dabit StRFreiberg 271,5

MWB 2 198,16; Bearbeiterin: Herbers

gebütel stM. ‘Büttel’, Gerichtsbeauftragter mit verschiedenen Aufgaben (Bote, Gerichtsdiener, Vertreter des Richters): er [der König] hiez sîne rihter unde sîne gebütel ûf sitzen unde hiez si künden in daz lant, daz allez daz gehôrsam wære BuchdKg 17,1; ze geriht fuͦrn mit dem gebúttel oder mit des rihters kneht StRÜberl 4; so sol nieman gepfendet werden hinder dem closter oder an keinem irē hinderseszen danne mit dem gebûttel oder botten des closters UrkCorp (WMU) 1047,32; SpdtL 179,13; StRLadenb 739; StRDinkelsb 101. – als Beiname: Friderich der smit vn̄ Rvͦdolf der gebútel UrkCorp (WMU) 2154,30; Herman der gebutel ebd. 1545,2

MWB 2 198,20; Bearbeiterin: Herbers

gebüteltuom stN. ‘Amt eines Büttels’ so sprichet man auch ze rechte, swel hant erstirbet, die da lihet oder enphahet die ambacht, das schulteissentum, das meiertum oder das gebutteltum, so sint sie ledig WeistGr 1,680 (a. 1301)

MWB 2 198,34; Bearbeiterin: Herbers

1gebütze, gebütte stN. zur Etymologie und Bezeugung im Nhd. und rezenten Dialekten s. Etymol.Wb.d.Ahd. 4, 226f. ‘Eingeweide’ exta: gebuzze Gl 3:439,68; dû [David] solt mich [Goliath] niht bestân. / ich trit dich mit dem fuoz mîn [...] / daz daz gebütze ûz dir vert EnikWchr 9999; er traf in und zertranden / von dem nabel hin ze tal / daz allez sîn gebütte val / nam nider ze der erden Reinfr 19112; Ottok 7353

MWB 2 198,39; Bearbeiterin: Herbers

2gebütze stN. ‘Brunnen’ [ puteus :] gebuce PsM 68,16

MWB 2 198,48; Bearbeiterin: Herbers

gebuwede stN. nur omd., meist gebude ( gebuude Hiob 2980), NvJer öfters gebuide. ‘Gebäude, Bauwerk’, besonders ‘Burg, Festung’ von gebuwede iczliches mannes uff deme synen [Überschrift] StRFreiberg 6,18; daz gebude von diser muren / von jaspide was dem turen HeslApk 21383. 22179; roubit ein man sine burgen, [...] dem sol man sin gebude vorteilen unde of howin und das gebude ist gemeine allir lute UrkBresl 90 (a. 1314); sô grôz was daz ertbibben dô, / welch gebûde dâ was hô, / daz wart alsô [...] bewegit, / daz alle, dî darûffe wârn, / sich mochten vallis kuim bewârn NvJer 26873; und brâchin abe des hûsis werc, / daz man hîz den Puttirberc, / und vûrtin daz gebuide dan ebd. 17712

MWB 2 198,50; Bearbeiter: Plate

gebûwen Part.-Adj. ‘bebaut, bestellt’ vf den rain, da der gebuwen akker erwindet UrkCorp (WMU) 1127,8; einen hof ze Gavtingen vnd vier hofstet daselben vnd daz wismat ze stadlæren [...], gepawens vnd vngepawens, besvochtz vnd vnbesvochtz, zevelde, zeholz vnd zedoͤrf UrkCorp 2514,19 (vgl. → bûwen 5.3)

MWB 2 199,1; Bearbeiter: Plate

gebûwer stM. ‘Bauer’ als Standesbezeichnung, herabsetzend: owê, swester Gotelint, / diu sorge muoz mich smerzen, / sol an dînem herzen / als unedel gebûwer [...] / immer naht entslâfen Helmbr 1367. 1356. 820; jâ müese er mîn / weizgot gar versûmet sîn, / er gebûwer Neidh SL 25:4,5; swer alle zit mit eren lebet / [...] den lob ich vor in allen. / in mag einer uber schallen / vil lichte zu einer kurzen vrist, / der halp ritter und halp gebawer ist / und ist ein wucherere gewesen StrKD 7,126

MWB 2 199,8; Bearbeiter: Plate

gëc, gëcke Adj. ‘töricht’ (vgl. RheinWB 2,1082ff.) Karlmeinet 468,19 (wohl eher → gecken swV.)

MWB 2 199,19; Bearbeiter: Plate

gëcke, gëc swstM. ‘Narr, Tor’ (als Schimpfwort): der tûvil sprach: daz ist dîn sit, / swen dû dich legis slâfin, / daz dû [...] î pfligis [...] dich nicht gar bedeckin. / des vant ich dich geckin / ôt dî zehe bleckin NvJer 24174. 14472; [in der Anrede:] dump geck KarlGalie 150; vgl. zur Wortfamilie KarlGalie S. 45

MWB 2 199,21; Bearbeiter: Plate

gëckelîche Adv. we sprechstu so geckeliche KarlGalie 6499. 6290; MorantGalie 4154(La.)

MWB 2 199,28; Bearbeiter: Plate

gëcken swV. ‘zum Narren machen / halten, zum besten haben, täuschen, betrügen’ (vgl. RheinWB 2,1092): sy hait sich selve geghecket MinneR409 164; Karlle begunde den bart zo drecken. / hey sprach: we wenet hey mich zo gecken? / meynet hey, dat ich sy eyn dore? Karlmeinet 468,19; in der Wendung sunder gecken als Wahrheitsbeteuerung: czwar nymand lebt uf erde / er muze sunder gecken / des tages ser irschrecken TvKulm 5827

MWB 2 199,30; Bearbeiter: Plate

gëcksen swV. gëckzen

MWB 2 199,40;

gëckzen, gëgzen swV. Ansatz unsicher, s.a. gagzen . ‘schreien; gackern’; von Füchsen: die vohin [...] gekzetin PrLpz(L) 72,26. – von Huhn, Elster, subst.: swann daz [Huhn] ein kleinez ei geleit, / sô bringt ez mit sînem gagzen [Hss. getzen, kegzen ] dicke ein wîtez hûs in nôt Marner 15,19c,10 (= Marner(W) 20:1,10. 22:3,10; vgl. TPMA 6,209); [die atzel ] machet daz sij die fogel hassen: / das kan sij mit yrem gecksen geschaffen. / also get jederman von yme [der das Horn der Hoffart bläst] und fluget / wann er horet von dem gecksen daz geruchte; / keinre wilt sich by yn nisten odir setzen / umb sin klaffen und sin gecktzen Pilgerf 7870

MWB 2 199,41; Bearbeiter: Plate

gedagen V. Ansatz fraglich, Bedeutung unklar (vgl. Anm. z. St.): wer mer verschlinden gedag / denn er verdëwen mag, / er gelept die zit / das im das laid und not git FrSchw 4081

MWB 2 199,55; Bearbeiter: Plate

gedâht Part.-Adj. denken swV. unter 4.

MWB 2 199,59;