gedurchtriben
Part.-Adj.
→
durchtrîben
stV. 2, hier als Übers. von
bibl.-lat. attritus:
ja ist gewislichen alle das huys Israhelis eynir
gedurchtrebenir [
attrita ‘frech,
schamlos’] stirne und eynis herten herzen Cranc
Ez 3,7
MWB 2 228,13; Bearbeiter: Tao
gedurft
stF.
‘Bedarf’
Crassus begunde urlougen / kegen den Parthen sich ougen; / lute er wol gedurft
hete Macc
12609
MWB 2 228,18; Bearbeiter: Tao
gedürne
stN.
1
‘Dornengestrüpp, Dornenhecke’
2
‘Dorngeflecht’
1
‘Dornengestrüpp, Dornenhecke’
diu reine und diu gehiure / kôs in dem gedürne / steinböcke und einhürne
KvWPart
10695;
ich chom in ein gehag, / do manik pluͤd auf doͤrn lag, /
[...] mir ward zerizzen fleisch und wat, / ee ich durch
daz geduͤrn cham Suchenw
24,92.
– bildl.:
du [Maria] vienge an eim gejegede / des himels
einhürne, / der wart in daz gedürne / dirre wilden werlt gejaget KvWGS
258;
DorotheaIII
624;
wir sin gar verwildet, / sam diu wilden tier in waldes vluete; / wir sin
komen gar in diu gedürne MarGr10
32
2
‘Dorngeflecht’
daz blümen rich gedörnne / (ich maine daz edell krentzellin, /
daz da von blümen gab den schin,) / des ward der stier berobett GTroj
1816
MWB 2 228,21; Bearbeiter: Tao
geduʒʒe
stN.
‘Getöse, Lärm’
so kompt ein grosser
schlagregen [Platzregen] , / das ich darvon erwacht
zuͦ hand. / in dem gtusch kam dort her gerant / ein fryer geselle
MinneR66
44;
do ich also lak, do hort ich ein gedözze [La.
gedvzze
] als in dem sumer wenn ein grozzez weter komen
wil AdelhLangm
57,23
MWB 2 228,36; Bearbeiter: Tao
gedwâse
Adv.
→
geswâse
MWB 2 228,43;
ge|ehte
stN.
zu ahte stF. ‘Trachten, Bestreben’ (wohl nicht
ge|æhte stF. ‘Verfolgung, Strafe’):
nû erfunden si daz, / ez wære allerbeste, / daz er ein hantveste
/ die meister hieze machen / aller der sachen, / die er dâ setzen wolde; / ein ieglich
bischolf daran solde / sîn insigel henken, / daz nieman gekrenken / disen saz möhte, /
daz ouch si selben dhein geæhte / dâgegen möhten gewinnen Ottok
28407
MWB 2 228,44; Bearbeiter: Tao
geehten
swV.
→
geahten
MWB 2 228,53;
ge|ehtlîcheit
stF.
‘Einbildung, Vorstellung’
also ist auch in dem brode gut / siecherlich beslossen daz
oberste gut, / nit alleine nach geechtlicheit [
n. g. für
afrz. imaginaument
] , / noch auch nit nach
betzeichlicheit / und auch nit alleyn nach wesen duͤgenclich, / sonder is ist
da inne liplich / und auch da bij redelich, / gheenwertig und gewerlich, / aen alle
ander glichenisse / und aen bedruͤgnisse Pilgerf
3130
MWB 2 228,54; Bearbeiter: Tao
geeide
stN.
‘Eid’
iusiurandum: daz geeide WindbCant
138
MWB 2 228,63; Bearbeiter: Tao
geeischen
V.
→
eischen
.
1
eischen
1.1
‘etw. (er)bitten, verlangen, fordern’ , mit Akk.d.S. oder Obj.-Satz 2
‘jmdn. herbeibitten, zu sich rufen’ (
eischen
2
), in Übers. von lat. (con)vocare 3
‘etw. erfahren, vernehmen; von jmdm. hören, erfahren, Kenntnis
erhalten’ (
eischen
1.6
; ahd. häufig, vgl. AWB 3,232f.)
1
→
eischen
1.1
‘etw. (er)bitten, verlangen, fordern’, mit Akk.d.S. oder
Obj.-Satz:
daz wir geheischen hie von dir, / gewere vns des EvStPaul
4198;
wie maht geheischen du von mir / hie, das ich drinken reiche dir? ebd.
11397
u.ö.
2
‘jmdn. herbeibitten, zu sich rufen’ ( →
eischen
2
), in Übers. von lat. (con)vocare:
hervm bin ich auch niht kumen, / daz ich geheische die gerehten, / sunder zu
den sundigen knehten [
non enim veni vocare iustos, sed
peccatores
Mc 2,17
]
EvStPaul
2638;
Ihesus sie [seine Jünger] da gehiesch fur sich
ebd.
524;
besunder er gehiesch an sich, / die schuldig sime herren waren ebd.
8959
u.ö.
3
‘etw. erfahren, vernehmen; von jmdm. hören, erfahren, Kenntnis
erhalten’ ( →
eischen
1.6
; ahd. häufig, vgl. AWB 3,232f.):
allîu gebâre mînes sponsi [...]
lóccheta ze ímo mít sûozemo mâre, dîe iz geêiskêton Will
90,10;
swa her dicheinen gotis holden / geeischete indeme lande, / in
gebirge oder in walde / odir iergen in gotelichem siete, / der gewunnen sie so uiele
/ in daz munstir ane zale / daz gotis dienist da wole / uolliclichen rat gewan
Ägidius
829
MWB 2 229,1; Bearbeiter: Bohnert
geellent
Part.
→
ellenden
2
(refl.) ‘sich in die Fremde begeben’
geellent ritter, nit verzage! Rennew
28719
MWB 2 229,24; Bearbeiterin: Herbers
ge|entwirdigen
swV.
‘entwürdigen, entehren’
sîn rôsenfar bluot, das er fuͦr mich gôß an dem heiligen crûce, daz
enwil ich niemer entêre noch geuntwirdigen mit den sunden SprMyst(B)
196,26
MWB 2 229,27; Bearbeiterin: Herbers
gêer
stM.
‘Botenläufer’
item ob ein geer oder ein pot wider das vorgeschriben geseczt in potschaft lauft
oder wirket, [...] sol er gepuest uerden StatTrient
132
(a. 1307)
MWB 2 229,31; Bearbeiterin: Herbers
geerbe
swM.
‘Erbe, Miterbe’
daz daz [...] aigen [...]
getailt wart [...] von allen sinen gerben, des ouch min
housvrowe [...] gerb was UrkCorp (WMU)
2067,7;
durich ir vnd aller ir geerben vnd ir vorvordern sel willen ebd.
2916,5;
ob Leo [...] an recht geerben ververt, so gehoert ez vnz
an vnt vnser geerben ebd.
1703,21;
welher under in verdurbe / unde von got niht erwurbe / êlicher
gerben, / mit des selben sterben / solt dem andern sîn benant / des andern liute unde
lant Ottok
10190
MWB 2 229,35; Bearbeiterin: Herbers
ge|êrtrîche
Adj.
‘hochgeehrt’
div geertriche Maria PrGeorg(Sch)
33,3
MWB 2 229,45; Bearbeiterin: Herbers
geerzen, geerzenen
swV.
→
arzen
swV.
MWB 2 229,47;
ge|estiget
Part.-Adj.
zu
esten1
.
‘verästelt, knorrig’
es ist ein stab vor den kuwe hierten, / den man nit kan biegen
als gerten; / dann er ist hart und geestiget, / gewonden und gefestiget
Pilgerf
7966
MWB 2 229,48; Bearbeiterin: Herbers
geëʒʒe
stN.
‘Essen’
da nam sie [Ginerva] das heiß brot und
legt es in milch klein gebrocket. da ging sie in den baumgarten und warff das geeße in
den kerker Lanc
567,29
MWB 2 229,52; Bearbeiterin: Herbers
gefirmen
swV.
‘haften an jmdn.’
daz untat niender hares breit an dich [den Schüler] mac
gefirmen Frl
15:9,11
MWB 2 229,56; Bearbeiterin: Herbers
gefloier
stN.
vgl.
floier
stMN.,
floieren
swV.
‘Kopfschmuck mit flatternden Bändern’
si warf abe ir gefloiir, / si want ein snodiz sloiir
[Kopftuch] / wider umme ir houbet Elis
2443
MWB 2 229,59; Bearbeiterin: Herbers
geflôrsen
stN.
→
flôrsen
stN.
MWB 2 229,63;
gefrunzet, gefranzet
Part.-Adj.
zu afrz. froncier, vgl. Suolahti 1,299f.
‘mit Falten geschmückt, gefältelt’
ein roc gevrunzet gel âr [oder] rôit Yolande
2771.
– im Wortspiel mit Franze (
‘Frankreich’):
si truoc von brûnem samît an / roc unde mantel, in dem snite
/ von Franze, und was der roc dâ mite / dâ engegene, dâ die sîten / sinkent ûf ir
lîten, / gefranzet unde genget, / nâhe an ir lîp getwenget / mit einem borten
Tr
10905
MWB 2 230,1; Bearbeiterin: Herbers
gegademe
stN.
‘(Schlaf)Gemach, Kammer’
der kúning. lêitota míh in sîne gegádeme Will
6,1.
48,11
MWB 2 230,10; Bearbeiterin: Herbers
gegar
Adj.
‘gemacht, bereitet’
sîn hiuvel und sîn wangen, / diu hâte bevangen / ein varwe vil minneclîch, /
milche und rôsen gelîch, / als dirre zweier dinge var / waere in eine gegar WvRh
6269.
1392
MWB 2 230,12; Bearbeiterin: Herbers
gegate
swM.
1
‘Genosse’
2
‘Partner, Teil eines Paares’
1
‘Genosse’
der koning was belebin / ûf dem boime vnd sîn gegate Eilh(L)
3495.
5562;
wolle wir sîne gegaten sîn Kröllwitz
4408;
synes schildes en vant man geyn gegaden, / want eme enmochte geyn swert
geschaden Karlmeinet
415,28;
NvJer
27705
2
‘Partner, Teil eines Paares’
daz selbe vogelin / wil ane gegaten eine sin PriestJohB
950,51.
950,54;
wande unser trût daz ist Crist, / der uns durch reht vil lieber ist, / dan der
tûben ir gegate Kröllwitz
4387.
–
[Maria ist wie eine] turtelduf al an gegaden
MarlbRh
85,15.
85,34;
sich do kos si [Maria] den
durren ast / also di turteltube tut zu vorn, / wen si irn gegaten hat vorlorn
Brun
5298;
MarienklUVr
544.
–
‘Ehegatte’
ab eyn man [...] von sinem wibe gescheiden wurde
und in sollichir wise daz eyn izlichis wol eynen andern gegaten nemen mochte
RbMagdeb
284,15;
got, der alle ding vormac, / brach im uz der siten sin / einen gegaten
luter, fin HistAE
66.
67;
nu ir nicht welt gestatin / deme manne zcwene gegatin PfzdHech
197,5.8
MWB 2 230,16; Bearbeiterin: Herbers |