gehenge
stF.
‘Erlaubnis, Zustimmung’
daz si an in [ihnen] / der gehenge niht envunde /
daz mans ir iht gunde AHeinr
537;
hierher wohl auch
Neidh (S)
1,155 d15:3,11.
1,155 c85:3,11
MWB 2 263,43; Bearbeiter: Tao
gehenge
swM.
‘Erlaubnis, Zustimmung’
er gibt hie zu solde / [...] funff
marck den fueßgengen / und dennoch den gehengen: / was er gewinn, das sey sein
HvNstAp
2951.
– wohl auch hierher, falls nicht subst. Inf. von gehengen:
die selben wolden gerne mich verdringen / alle drî, / vunden sî gehengen inder
dâ Neidh
WL 6:3,3;
ine geloube niht, daz sî gehengen an ir vinden ebd.
WL 31:3,11
MWB 2 263,47; Bearbeiter: Tao
gehenge
stN. (?)
‘Türangel’
dâ sach der hêrre der tür bogen [...]; / cipressus ir
türbret, / gehenge von silber die het UvEtzAlex
Anh. 2086
MWB 2 263,55; Bearbeiter: Tao
gehengede
stF.
‘Eintracht’
cum consensu: mit gehengede PsWindb
54,15
MWB 2 263,58; Bearbeiter: Tao
gehengen
stN.
‘Zustimmung’
daz ich mit gvtem willen vnd mit gehengen meiner hovsvrowen
[...] mich versliht vnd verebent han mit meinem brueder
UrkCorp (WMU)
N263,11;
s.a. unter
gehenge
swM.
MWB 2 263,60; Bearbeiter: Tao
gehenkede
stN.
‘Wehrgehenk’
er huob imme [dem, der besiegt am Boden lag] uf daz
gehenkede die riht, / sin swert, [...] / daz huob er uf
unde sprach, / er sluege imme abe daz houbet vürwar / oder er ergebe sich an in gar
ParzRapp
759,5
MWB 2 264,1; Bearbeiter: Tao
gehêre
Adj.
nur mfrk.
1 von Personen 1.1 in Hinsicht auf Rang und Ansehen ‘hoch, groß,
vornehm’
1.2
‘heilig’
1.3
‘stolz, übermütig’
2 von Sachen 2.1
‘herrlich, prächtig’
2.2
‘heilig’
3
‘wichtig, bedeutend’
4
‘freudig’
1
von Personen
1.1
in Hinsicht auf Rang und Ansehen ‘hoch, groß,
vornehm’
we Bremunt der konynck gehere / myt syme groissen here mere / sich up
hoeff zo Hyspanien wart KarlGalie
2864;
eyn vursten mere, / edel ind gehere Karlmeinet
440,18;
nw vernemet vurbas mere / van der konyngynne gehere / Vasterait ebd.
323,55;
dat hey neirgen in syme riche / en wuste geyne vrauwe so gehere, / de eme
geboren were, / de hey nemen woulde zo wyue ebd.
409,2;
so geuen ich uch myne dochter gehere ebd.
409,58;
dat he wael keyser were / ouer alle de werlt gehere Karlmeinet
427,5
1.2
‘heilig’
tho sprach sancta Maria zo themo engele so geheren MfrkReimb
455;
Karlmeinet
404,39.
465,6;
Maria, maget gehere KarlGalie
10055;
MorantGalie
4225;
[Karl] is harde getruwe / der helyger kirchen gehere
Karlmeinet
328,50
1.3
‘stolz, übermütig’
off eynich ritter so gehere / in dem here were /
[...] dat hey durch prys ind durch moet / weder
eynen woulde stechen KarlGalie
6659;
Ortun was kone ind gehere. / up Johanne sloech hey sere ebd.
11647;
der verre [Fährmann] was
kondig [schlau] ind gehere ebd.
8614
2
von Sachen:
2.1
‘herrlich, prächtig’
[Karl] dede [...] machen /
mit vil guden sachen / vunff moenster vil gehere / in sent Jacobs ere
Karlmeinet
342,40.
Karlle synt buwen dede / eyn schone moenster vele gehere / in sente
Prumtis ind Facunden ere / der vil leuen mertelere ebd.
346,23
2.2
‘heilig’
der konynk dede [...] / bereiden
[...] / de helyge doeffe gehere Karlmeinet
305,10.
435,56;
so mach dir wal gezemen, / dattu nemes des heyltums gehere / van der
passien vnses here, / dar hey den doit mede leyt ebd.
332,51
3
‘wichtig, bedeutend’
doeffet mich in gotz namen [...]! / ind so wat ist
dat geherste, / dys begynnet zo aller eyrste! / dar na sagen ich dir
[...] / mere, de dyr leyff is Karlmeinet
401,7;
darna vele schere / wart bestediget [...] eyn
buschdum wael gehere. / ich geloue, dat id Padelborne were ebd.
312,45
4
‘freudig’
do Gerart dese mere vernam, / hey des in groesse vroude quam / ind waende, dat
der keyser here / de brulocht gehere / soulde laissen volgan / tuschen Rolant ind
Alden Karlmeinet
498,48
MWB 2 264,6; Bearbeiter: Tao
gehërze
Adj.
‘beherzt, mutig, tapfer’
dâ enzwîvel ich nicht an / umbe einen sô geherzen man, / swâ dem ze weinenne
geschiht, / daz ist âne herzeriuwe niht Greg
2400;
ouch ist er selbe [...] / von alsô
grôzer vrecheit, / sô geherze und sô gemuot, / daz er iu lîhte schaden tuot
Tr
13339;
do sprach got ze Josue [...] : /
[...] nu nim dich mines lútes an / mit craft, wis ein
gehertzer man / in vester stetekeit gein mir RvEWchr
15807;
der diener: herr, dinú trostlichen wort hein mich als geherz
gemachet, daz mich dunket, ich vermuge in dir ellú ding tuͦn und liden
Seuse
207,18
MWB 2 264,51; Bearbeiter: Tao
gehërzic
Adj.
wie
gehërze
:
ey truter geselle zarter, / an eren die
gehertzig [sc. vrawe
] , / bis gein mir
barmhertzig! Minneb
2619
MWB 2 264,63; Bearbeiter: Tao
gehetze
stN.
‘das Hetzen, Hetzjagd’
ouch lîz er in der stunde / in alle sîne hunde, / dî er hatte zu gehetze / und
alle dî wiltnetze, / dî er brachte in daz lant NvJer
5501
MWB 2 265,1; Bearbeiter: Tao
gehezzic
Adj.
→
gehaʒʒic
MWB 2 265,5;
gehîen
swV.
→
hîwen
MWB 2 265,6;
gehilder
stN.
zu hëllen stV. (vgl. Lexer 1,790 und Schmeller, BWB 1,1089).
wohl ‘Gelächter, Spott’
waz man im guter lere saget, / des hat er niwan sin gehilder Jüngl
969
(vgl. Haupt, ZfdA 8 (1851), S. 578 Anm.z.St.)
MWB 2 265,7; Bearbeiter: Tao
gehîleich
stM.
‘Vermählung’
unser herre geschuͦf elych [=
êlich
] gehileich PrLpz
106,24
MWB 2 265,12; Bearbeiter: Tao
gehilfe
swM.
→
gehëlfe
MWB 2 265,14;
gehilfic
Adj.
→ gehëlfic
MWB 2 265,15;
gehilwe
stN.
‘Gewölk’
von gehilwe unde heitere wirt
[entsteht] der regenboge / vone des sunnen wirmen
jouch dere wolchene fiuhte, / also des fiures glanst durh daz wazzer liuhte
Himmelr
5,12;
die blikzen und die donreslege / sint mit gewalte in siner pflege, / der
regenboge, der winde sus, dú heiter, das gehilwe Marner(W)
1:3,6;
wann ungewiter chomen sol, / so hebt sich ein gehilbe, / daz
[...]
Suchenw
33,52;
über den gelauben gie ein tuft, / sam so den hæiteren luft / der trüebe nebel
irret, / unde als den sternen wirret / diu wolchen, diu vor swebent, / daz si uns
des liehtes niht engebent, / unde also diu verinnent, / die sterne aber brinnent, /
die daz gehilwe e undersnæit Serv
653;
der nît sîn vahs vil tunkel verwet als ein bleich gehilwe
KvWLd
32,76
MWB 2 265,16; Bearbeiter: Tao
gehilze, gehëlze
stN.
‘Griff am Schwert, Heft’
der knoph und daz gehelze / was golt unde gesmelze En
5745;
sîn [des Schwertes] gehilze daz
was guldîn NibB
1784,2;
Wh
140,17.
295,15;
LaurinA
201;
ein swert: / [...] sîn gehilze was
ein rubîn Parz
239,21;
Iason [...] stach im
[dem Drachen] daz swert in den mvnt, / daz im daz
gehilze vor der hant / an den zenen wider want Herb
1117.
5449;
möhte er tôre sîn gehelze slîfen zuo [glätten] , / ê
deiz solhen schaden tuo! Neidh
WL 31:5,12;
der dôn durch die hiute / machet lîhte klaffendiu
[klirrende] gehelze Neidh(HW)
20,10;
mit grimmeclîchem zorne er ez [das Schwert] bî dem
gehilze nam RosengD
112,4;
WolfdB
581,1;
WolfdD
1635,3;
HvFreibTr
2170.
2198
MWB 2 265,32; Bearbeiter: Tao
gehimelizet
Part.-Adj.
‘mit himelize versehen, getäfelt’
ist is uch zit, das ir wonet in
gehymelitzsten [
laqueatis
] huseren
[...] ? Cranc
Agg 1,4
MWB 2 265,47; Bearbeiter: Tao
gehimelze
stN.
1
‘(Zimmer-)Decke’
2
‘Baldachin’
1
‘(Zimmer-)Decke’
daz himelze [La. gehymeltze
] und diu
mûre / sint von golde und von lasûre / unde von cristallen / in den kemenâten allen
/ gezieret Flore(S)
4187
2
‘Baldachin’
ein gehimelze obene swebete vor der künegin RosengD
217,1
(vgl.
daz himeltuoch ebd.
586,2
)
MWB 2 265,50; Bearbeiter: Tao
gehirne
stN.
auch gehurn(e).
1
‘Gehirn’
2
‘Verstand, Gedanke, Meinung’
1
‘Gehirn’
van deme herne. is daz geherne gewunt oder daz herte oder de
lebere [...], daz ist alliz totlich OvBaierl
162,1.
141,5;
eyn groz gehyrne [...] der walvisch
in dem schedel hat Hiob
15181;
OsterSpI
745;
Cranc
Jes 66,3.
–
wenn alle ußer sinne bint des slafes bant, / so malt in
das gehirne und des herzen want / der witze pinsel mancher hand figure
Mügeln
52,2.
70,6.
376,12
2
‘Verstand, Gedanke, Meinung’
pech stoppit di brust, beswert vnde betrubit das gehirne vnd
brengit trunkinheit Pelzb
136,23;
das ist das sibengestirne / nach der sternseher gehirne
Hiob
14352.
–
daz er unverzagtes muotes / wær, daz moht man daran
spurn, / swaz im kom in daz gehurn, / des vermeit er selten iht
Ottok
5288;
swaz dir inz gehurn / kumt, daz redestû für dich ebd.
18188;
dem herzogen tet ande, / daz in sînem lande / sô grôzer
schade geschach; / dâvon im diu râch / lac in dem gehurne ebd.
30324
MWB 2 265,57; Bearbeiter: Tao
gehirʒelen
swV.
‘tanzen, springen’ (?):
swenne dû verst an einen tanz alle tage als ein hirzler unde swenne dû alsô
zwêne tâge gehirzelst, unde soltest dû daz eine wochen trîben, dû woltest ê an einem
galgen hangen PrBerth
1:176,24
MWB 2 266,12; Bearbeiter: Tao
gehît
Part. Prät
→
hîwen
swV.
MWB 2 266,17;
gehiufe
stN.
‘Haufen, Menge’
der valschen berschrecken [=
haberschrëcken ‘Heuschrecken’ ] slich /
hat einen kunic ober sich, / den engel des abisses [Apc
9,11] ; / [...] her ist der vorlornen
swengel / in die grundelosen tuefe, / der lit da manich gehuefe, / da gots zorn in
immer gramet HeslApk
14250
MWB 2 266,18; Bearbeiter: Tao
gehiure
Adj., Adv.
auch gehiuwer, -hiwer.
1 bezogen auf Lebewesen und Dinge, die nichts Unheimliches an sich haben:
‘freundlich, zahm; gewöhnlich’
2
‘gehorsam, fügsam’
3
‘vortrefflich, lieb(lich), gut, schön’
3.1 allg.; 3.2 in sittlichem Sinne 3.3 von Gott, Jesus, Maria, Heiligen, Propheten 3.4 bezogen auf die äußere Erscheinung: ‘schön, anmutig’
3.5 von Gerüchen, Salben, Feuer: ‘gut, angenehm’
4
‘kostbar, wertvoll’
5 Adv. 5.1
‘sanftmütig’
5.2
‘auf angenehme Weise’
1
bezogen auf Lebewesen und Dinge, die nichts Unheimliches an sich haben:
‘freundlich, zahm; gewöhnlich’
ein tierlî, was gehiure Boner
43,68;
ist er [König Nabuchodonosor, nachdem dieser
mehrere Jahre in der Wildnis verbracht hat] gehiuwer?
EnikWchr
17960;
do kam daz ruhe wip / [...] sie gieng uf allen
vieren, alsô sie wer ein ber. / ‘weder bistu gehure oder welher tufel trug
dich her?’ / do sprach diu ruhe Else: ‘ich bin gehure gar’
WolfdD(H)
512,4.
– meist in formelhafter Verbindung mit ungehiure:
waz tieres vüeret ir an der hant? / ist diu selbe crêatiure / gehiure oder
ungehiure? / daz eislîche kunder, / ist ez ein merwunder? Schrätel
70;
und was ez doch sô spâte gar, / daz alliu crêatiure / gehiure und
ungehiure / an ir gemach sleich unde zôch KvWTroj
10506;
waz wesens ist gehiure ald ungehiure, / daz hâst du, herre,
in dîner hant SM:JvR
1: 3,6;
daz ein ubel wip wirs ist / denne dehein creatiure, /
gehiure ode ungehiure StrKD
119,722;
JvKonstanz
268;
Suchenw
25,155.
– subst.:
die welt darf nieman zîhen keiner missetât. /
[...] si lât sich niezen wilt und zam, gehiure und
ungehiure Hardegger
3:1,7.
–
dû [Gott] hetest an in geleit /
die kraft und die manheit / daz im von gehiuren dingen [wenn es mit
rechten Dingen (d.h. ohne Zauberei) zuging] / nie mohte
misselingen. / [...] der im den lîp hât genomen, / daz
ist ein unsihtic geist Iw
1387
2
‘gehorsam, fügsam’
do si [die Israeliten] waren gehure, / do sante
er [Gott] in zu sture / lute die si lerten / vnde an
das recht bekerten / mit propheten manicherhant PassI/II
266,66;
sô müeste si sich lâzen sehen, / daz si wurde sô gehiwer, /
daz von ir helfe stiwer / daz lant erben bekæme Ottok
1849
3
‘vortrefflich, lieb(lich), gut, schön’
3.1
allg.;
präd.:
under frowen sint unwîp, / under wîben sint si
tiure [selten] . / wîbes name und wîbes lîp, /
die sint beide vil gehiure Walth
49,6;
mîn lieb ist vil gehiure KLD:SvL
5:3,4;
si ist also gehiure Tannh
3,94;
die wilden âventiure / mich dûhten sô
gehiure [verlockend] / daz ich selten
turnierte Parz
495,20;
wol dir hôhgeloptiu crêatiure, / dîn geselleschaft ist
gar gehiure KLD:Kzl
6: 3,8.
– attr.:
die helde gehiure / derwurben quaschiure
Parz
75,9;
der milte helde gehürre GTroj
202;
die gehiure / Isôt HvFreibTr
794;
in der Anrede:
iuch hât bî namen ûz gesant / ein seltsæn âventiure. / friunt, herre,
vil gehiure, / der lânt mich innen werden! KvWTroj
20964;
rât, lieber vriunt gehiure, / und gip mir râtes
stiure, / wie sie mir werde zu wîbe HvFreibTr
353.
– häufig subst. mit Auslassung des Bezugswortes:
jâ sît irz, frou âventiure? / wie vert der gehiure ?
/ ich meine den werden Parzivâl Parz
433,8;
si funden die gehiuren [Sigune] / alsus mit
clage worgen JTit
5139,1;
do dancht ir vil gutlich der
gehiwer [Dietrich]
Rab
192,6;
der gehiwer, / der herzog ûz Stîrlant
Ottok
29759;
Wh
14,6;
KLD:BvH
12:2,3;
RvEGer
5643;
KvWTurn
34;
EnikWchr
22769;
GTroj
3767
u.ö.
3.2
in sittlichem Sinne:
swer sich [...] / an guoten dingen vinden lât /
unt argen dingen widerstât, / der dunket mich vür manegen man gehiure
RvZw
66,12
3.3
von Gott, Jesus, Maria, Heiligen, Propheten:
sîn [Gottes] geist, der vil gehiure, / der kan
wol herten herzen geben / wâre riuwe und reinez leben Walth
6,20;
gott vil gehürre, / nun gib dem fürsten stüre / und da by
göttlichen rautt! GTroj
5423;
ich suͦche den gehiuren schaffer aller dinge JTit
6302;
ze dem selben fúre / wart Ihesus der gehúre / betwungen
ze den stunden / siczent also gebunden WernhMl
8882;
nû enlac doch diu
gehiure [Maria] / niht einem tôten gelîch / als nû
bî unsern zîten ein lîch / gerêwet und gerecket, / diu lîhte unsuoze smecket
KvHeimHinv
560.
– subst. mit Auslassung des Bezugswortes:
der guot unde der gehiur / sant einen engel mit in
dar [mit den drei Jünglingen in den Feuerofen]
EnikWchr
17306;
dirre gehivͦre [hl.
Ulrich] / phlach des volckes mit truͦwen
Albert
937;
dar nach sich der gehúre [Prophet
Eliseus] / leit uf das kint RvEWchr
36250
(IV Rg 4,34).
3.4
bezogen auf die äußere Erscheinung: ‘schön, anmutig’
süeze minneclîch gehiwer / was al der meide antlütze gar
Parz
809,6;
ein schœne magt, [...] ir lîp
der was gehiure, / ir herze âne siure Eracl
2187;
ward ie ûf erd ein bilde sô gehiure? / des wæn ich nicht:
si treit in engels wîse / gebærde, lîb, muot, sinne SM:Tu
2: 7,4.
– von der Pracht einer Pferdedecke:
sin liechte cöbertüre / gab so lichten gelantz gehure
/ als es were der morgen rott GTroj
9888
3.5
von Gerüchen, Salben, Feuer: ‘gut, angenehm’
durch süezen luft lag ouch dâ / drîakl und amber tiure:
/ der smac was gehiure Parz
789,30;
mit salben sô gehiure, / diu für die quaschiure / unt für
die wunden ein genist ebd.
577,21.
– bildl.:
mich hât enzunt / ir rôter munt / mit der minne fiure.
/ daz betwinget, swen si wil, / und ist doh gehiure SM:St
9: 1,11
4
‘kostbar, wertvoll’
daz guot ist sô gehiure, / daz sîn al diu werlt gert. / hie vor dô was vrou
Êre wert: / nû ist daz guot werder gar / denne vrou Êre
[...] / den bôsen missewenden Freudenl
16;
dâ von der künic tœten / Pârîsen hiez die knehte sît, / dem si dô liezen bî
der zît / sîn leben vil gehiure KvWTroj
23653;
fröide ist also tiure [...], / daz si
kûm ieman vergelten kan. / fröide ist sô gehiure, / wan [=
man
] hât fröide [Gen.: durch die
Freude] from und êre: [...]. / fröide ist
wert, / swâ lieb liebes gert: / lieb kan leit vertrîben SM:KvL
17: 4,4
5
Adv.
5.1
‘sanftmütig’
der meister sprach gehure Minneb
2118.
– nicht eindeutig, ob Adv. vorliegt:
sprach diu zart gehuͤre WhvÖst
8103
5.2
‘auf angenehme Weise’
mich anet zwor in hoffens giͤr / wie mich noch
trosten sulle gehuͤre, / Minne, ein zertlich abentuͤre / von dinen
sußen reten Minneb
3207
MWB 2 266,25; Bearbeiter: Tao |