gejeitvogele
swM.
‘jagdbarer Vogel’
sunst mag er [...] clains wild vnd gegait fogeln oder
andrn̄ damwild jagen vnd treiben UrkCorp (WMU)
2299,20
MWB 2 308,37; Bearbeiter: Tao
gejungeren
swV.
refl. ‘sich zum Jünger (Gottes) machen’
swaz sich zu gote gejungert HeslApk
12679;
swelch der sich im gejungert, / so daz her dise werlt
vorsmat / und sinen got vor ougen hat / und im immer dienen wil ebd.
22012
MWB 2 308,40; Bearbeiter: Tao
gejustieren
swV.
→
tjostieren
MWB 2 308,45;
gekelle
stN.
‘lautes Reden, Geschwätz’
sîn vater hiez in sîn stille, vermîden solich gechelle. / dô
geswîgete er, neredite iz nieht mêr Gen
1733;
sin wip vnd sin geselle / da mahten ein gekelle ZweiMaler
258,7
MWB 2 308,46; Bearbeiter: Tao
gekerzet
Adj.
‘mit Kerzen versehen, erleuchtet’
die rîter in dem palas / belibn, der wol gekerzet was, / die
harte liehte brunnen Parz
807,12
MWB 2 308,51; Bearbeiter: Tao
geklaft
stN.
‘Gekläffe, Geschwätz’
ez muoz kosten guot und êre, / darzuo sêle unde lîp. / daz
hât gemachet mîn wîp / mit ir unnutzem klaffen [La.
geklafft
]
Ottok
14957
MWB 2 308,54; Bearbeiter: Tao
gekleffe
stN.
‘Gekläffe, Geschwätz’
daz sint di sunde von dem munde, [...]
unnuͦtzez geklefe, vil reden PrBerth
2:672,21
MWB 2 308,58; Bearbeiter: Tao
geklegede
stN.
‘Klage, Wehklage’
sagt an, hât iur geklegede / an iu ein ende noch genomen / bî disen stolzen
meiden? Virg
209,6;
do [...] hatent si [die
törichten Jungfrauen] gross geklegde, / do si die wisen
maͤgde / sahent sich gewarnot han / und gegen dem brútgom gan /
froͤlich SHort
815
MWB 2 308,61; Bearbeiter: Tao
geklegeze
stN.
‘Klage’
und sullen die vesten in buwe halden, und sullen mit namen di burghude und
wache wol bewaren und bestellen, also daz kein schade odir geclegitze darvone icht
kome UrkMoselQ
186,27
(a. 1343)
MWB 2 309,3; Bearbeiter: Tao
gekleide
stN.
Koll. zu
kleit
.
‘Kleidung’
de gewalt hat aller richeide, / he is arm beliven al an
gekleide MarlbRh
34,23;
din himelsch ind din geistlich gekleide, / damit dich din
liͤve sun kleide / in diner grozer vröuden dage ebd.
109,37
u.ö.;
di frouwe mit ir handen / in suzer mildekeide / den doden ir gecleide / nade
selbe unde schriet Elis
3804.
541
MWB 2 309,8; Bearbeiter: Tao
geklûder
stN.
ein Gewicht beim Wollhandel:
men sal von deme czyntener czu wegen [für das Wiegen eines
Zentners] gebin czwen Gottingesche phenge
[...], von deme geclude [l.
gecluder
] , unde von dem man daz gewichte in eyn
andir hus treit, eynen Gottingeschin phennig, unde von den borgern, den men wegit in
dem wagenhuse, von deme cluder eynin hellir StRHeiligenst
97
MWB 2 309,16; Bearbeiter: Tao
geklûter
stN.
‘Befleckung, Schmutz’
daz dutet irs herzen lutter, / wen sie nicht mit dem
geclutter / der werlde wolden umme gen HeslApk
21742
MWB 2 309,24; Bearbeiter: Tao
geknüpfe
stN.
‘Verbindung, Gefüge’
dáz gecnúpfe dînero dîeho. dáz sínt háls
zîereda [
iuncturae femorum tuorum sicut monilia
Ct 7,1
]
Will
112,1
MWB 2 309,27; Bearbeiter: Tao
gekobel
stN.
‘Felsenschlucht’
er [Dietrich, der einen Eber jagte] kam in ein
gekobel tief Virg(St)
459,5
(vgl.
das kobel ebd.
460,9
)
MWB 2 309,30; Bearbeiter: Tao
gekœse
stN.
‘Wort, Rede, Gespräch’
1 allg. 2 pejorativ: ‘Geschwätz, Gerede’
1
allg.:
dîn gekôse íst sûozze Will
56,1;
TrudHL
48,11;
mit suozlîchem gekôse Kchr
12800;
des koningis gekose / was ane uals lose Roth
4500;
din triutliches gekoͤse WhvÖst
6760;
si sâzen ze muose mit vrôlicheme gechôse Gen
1009;
in eime heimelîchen gekôse mit gote HvFritzlHl
23,10.
23,13;
daz er [Teufel] wol hôrte / an dem ir
[Evas] gechôse, / daz ir herze was bôse Aneg
1289;
an dem angesichte was her [Jesus Christus]
lustlich. an dem gekose tapfir und selzin vnd senftmuͦtic EvBeh
Einl 15
(vgl.
an der rede Lentulusbrief(W)
575
)
–
sîn ~ haben (mit jmdm.):
daz man in [den Teufel] niene
sâhe, / daz er sîn gechôse sô haben muose Gen
318;
sô hête er mit gote sîn gechôse ebd.
1869;
hêrre, wer bin ich [Moses] , /
[...] daz ich mit Pharaône / muge haben gechôse
Exod
548;
Köditz
55,32.
–
sîn ~ heben, kürzen, kunt tuon:
so hevet er sin gechose Hochz
638;
mit schult er sich im erbot / und kurzte sin gekose PassIII
306,49;
er [Gott] ist formende di
berge und schepphende den wint und kunt tunde deme menschen sin gekose
[
eloquium suum
]
Cranc
Am 4,13.
– mit hœren, vernemen u.ä.:
merket und horet min gekose Cranc
Jes 28,23.
Jes 29,4;
so der ewart dar chumet, / unde er sin gechose vernimet
Hochz
637;
jne duhte, wie er verneme / ein geköse da von lùten Krone
26373;
grosz geköse vnd schal ebd.
26835
2
pejorativ: ‘Geschwätz, Gerede’
sus getân gechôse / daz dunchet mich sô bôse Exod
987;
ich wil niht mere / vernemen evr gekoͤse. / ez waz ein
man boͤse / der evch alle hat betrogen Wernh
A 2703;
uwer goete [...], / Appollo unde
Machmet, [...]. / uͦpich ist ir gecose, / die tuuele
wonent dar inne Rol
808;
Brandan
691;
durch valsch gekose PassIII
407,18;
sin listigez gekose ebd.
322,2;
waz si [
diu
unkiusche
] tumber lút vat / mit haimlichen gekos
SHort
4603;
die mit irme spothe vnde mit gekoͤse stant vnder der
messe Lucid
105,2;
owi des gekoses, [...] der ahtersprachen,
[...] inde der lugenen Lilie
9,28
MWB 2 309,33; Bearbeiter: Tao
gekrach
stN.
‘das Krachen’
da was groß gekrach von den spern und von den glenen die off
schilde zurstochen wurden Lanc
76,1;
da wart eyn michel gekracht [l. gekrach
] ,
/ do sper intgaen sper brach KarlGalie
7305
MWB 2 310,10; Bearbeiter: Tao
gekrademe
stN.
‘Geschrei’
in deme nideristen gademe [der Arche
Noahs] was aller vogele gechrademe Gen
699
MWB 2 310,15; Bearbeiter: Tao
gekrenkenisse
stF.
‘Schädigung’
so suͤllent sie ledig sein beyde leihendes, gebendes, varnlaszendes
ires gutes und allerhande gecrenckenisse von uns, unseren nachkomen und von allen
unseren pflegern und ambachluͤten UrkStraßb
5,1:148,21
(a. 1347)
MWB 2 310,18; Bearbeiter: Tao
gekretz
stN.
Abfälle der Metallbearbeitung, ‘Gekrätze’
spricht ein man den andern an um aberslich
[Schlacke?] oder um gechrecz
[...], her darf im dor um nicht antworten in der stat
gerichte, [...] wan umme seimlich dinck schol man auf dem
perge vor dem perkrichter oder vor dem munczmeister von recht taidingen
BgRIglau
490,11
MWB 2 310,24; Bearbeiter: Tao
gekrîe
stN.
Koll. zu
krîe
stF.
1
‘Geschrei, Gekrächze’
2 wohl ‘Heerschar, Lager’
1
‘Geschrei, Gekrächze’
jch will lossen den froschen ir geschrei / vnd den rappen ir gekrey
ElsLA
714,12
2
wohl ‘Heerschar, Lager’
er [
der kuninc von Syon
] hat gesant / in
kristenlant / boten in daz gekrie Reinolt
2:1,5
MWB 2 310,31; Bearbeiter: Tao
gekrinnelet
Adj.
‘mit Kerben, Einschnitten versehen’
manik blat getzindelt, / gechrispet und gechrindelt Suchenw
25,16
MWB 2 310,37; Bearbeiter: Tao
gekriute
stN.
Koll. zu
krût
.
1
‘Blumen’
2
‘(Heil-)Kräuter’
3
‘Gewürze, Spezereien’
1
‘Blumen’
diͤ wize lilj der reinicheide, / diͤ brun viol
der otmuͤdcheide, / diͤ rose [...]. / he
besach al din guͦt gekrüde MarlbRh
6,27.
6,29;
des liͤven bluͦmen ruchent aleine, / al
bluͦmen ruchent in im algemeine; / siner violen otmuͤdcheit / al
violen ser üvergeit; / sine lilj is rein aleine, / van ir sint alle liljen reine; /
van siner minn’, van siner rosen / werdent geverwet alle rosen. / sin gekrüde
sere duͥre / verwinnet alle creatuͥre ebd.
102,13
2
‘(Heil-)Kräuter’
sa gab ir ouch di reine / ir suchede guͦt gecrude Elis
5081
3
‘Gewürze, Spezereien’
daz ein iclich uzwendic gast odir kouffman sal sinen couf odir cremerie in
sinis wirtis herberge vorkaufin, wurze, gecrute und allis, daz do
spundit [im Faß durch Spund eingeschlossen] ist, bi
dem spunde [...]. geschit abir, daz ein burger in der stat
wolde coufin rys, vigin, oley, mandiln und andir gecrute, das zu der cuchinspise
gehorit, daz sal he coufin bi dem virteil UrkSchles
8,13
(a. 1318);
welch gast brengit [...] pfeffir, jngeber, czukir,
safferan, mushatin vnde allerleige gekruͤde, di den gleich sein
UrkSchles(B)
53:5,5
(a. 1327);
we ivch [...] pharisei glichsnere,
ir verzehent di minzen vnd den hanf, vnd allez gechraüte, vnd di ravten oder chöm,
vnd linse, et ciminvm EvAug
57,14
(vgl. Mt 23,23)
– zur Vorbereitung des Leichnams für das Begräbnis:
ich, liͤf, enweiz, wamide / ich dich bestade
zuͦ dem grave, / als it guͦt wer inde side. / vür diͤ mirre
nim min ruͥe, / vür guͦt gekrüde nim min truͥe, / vür den
balsam nim min minne MarlbRh
33,36;
hey stalte iamer ind noit / vmb des wyues doit / ind dede sy balsemen
schere / mit edelem gekrude fere Karlmeinet
317,33
MWB 2 310,40; Bearbeiter: Tao
gekrœse
stN.
‘Eingeweide’
nim ein gans, die niht alt si, nim vz daz gekroͤse
BvgSp
42.
26.
42
MWB 2 311,10; Bearbeiter: Tao
gekudde
stN.
→
gequide
MWB 2 311,12;
gekünne
stN.
‘Abstammung, Familie’
wuocher unt versaz hat vil der niuwen herren gebraht, / der gekünnes man bi
Welfes siten [l. ziten
] kleine hat gedaht
Stolle
28,6
MWB 2 311,13; Bearbeiter: Bohnert |