Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
      gelückederat stN.
      gelückelich Adj.
      gelücken swV.
      gelückhaft Adj.
      gelückhaftic Adj.
      gelückic Adj.
      gelückrat stN.
      gelücksælic Adj.
      gelücksamicheit stF.
      geludeme stN.
      gelükt stN.
      gelummere stN.
      gelüpnusse stF.
      gelüppe stN.
      gelüppic Adj.
      gelüpschafte stF.
      gelüptic Adj.
      gelüptnusse stF.
      gelürme stN.
      gelust stMF.
      gelustamîe swF.
      geluste swM.
      gelüste stN.
      gelustelich Adj.
      gelüstelîn stN.
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   gelückederat - gelüstelîn    


gelückederat stN. ‘Glücksrad’ da sitzet fro selde mit irem glúktrad Seuse 435,7

MWB 2 390,11; Bearbeiter: Bohnert

gelückelich Adj. , -lîch(en) Adv. 1 Adj. ‘günstig’
2 Adv. ‘gut, glücklich’
3 Adv. ‘glückbringend’
   1 Adj. ‘günstig’ [die erste Stufe der Tugend ist] nv̍t forchten nv̍want vnnerberu̍ ding vnd liden notfestlich widerwertigu̍ old gluklichv̍ ding RvBib 174,10    2 Adv. ‘gut, glücklich’ swaz ir dorch in [Eneas] getût / daz enmach niht sîn verloren: / ir habet geluckelîche erkoren [eine glückliche Wahl getroffen] En 1550; da von froͤd myn hertze hat / das es dir gluͤcklichen gat KonstBrf 69,26    3 Adv. ‘glückbringend’ [ die heiden ] iren goten tâten / opfir grôz mit lobe, / dî in gewesin obe / wâren mit geleite / geluklîch an der reite NvJer 23377

MWB 2 390,13; Bearbeiterin: Herbers

gelücken swV. 1 unpersönl. mit Dat.d.Pers. ‘glücken, gelingen, Erfolg haben’
2 persönl., in der Verbindung gelücket sîn ‘vom Glück begünstigt, erfolgreich sein’
3 refl. ‘sich erfolgreich erweisen’
   1 unpersönl. mit Dat.d.Pers. ‘glücken, gelingen, Erfolg haben’ mocht mir gelucken / in myn leben eyns alsoe, / soe wold ich sicher sterben vroe MinneR496 218. MinneR 497 549; ir [Engelhard und Engeltrud] wunne wart enzücket. / daz in doch niht gelücket / ist an ir freuden einen tac KvWEngelh 3198. an ‘mit jmdm.’: gelingen und gelucchen / mach noch dem chünge an in [ den edelen von Zweinbrukken ] wol Hirzelin 206    2 persönl., in der Verbindung gelücket sîn ‘vom Glück begünstigt, erfolgreich sein’ wir müezen uns friuntschaft flîzen. / unser keiner mac verwîzen / dem andern niht umb ein hâr: / wir sîn gelîch gelücket gar UvEtzAlex 15596    3 refl. ‘sich erfolgreich erweisen’ also gelukt sich / alle sein [Alexanders] sach sicherlich, / daz im daz lant Persia / ward undertenig sa GrAlex 2753

MWB 2 390,25; Bearbeiterin: Herbers

gelückhaft Adj. 1 ‘glücklich, unbeschwert’
2 ‘glückbringend, glückversprechend’
   1 ‘glücklich, unbeschwert’ uͤnsers herren leichnamen / macht den menschen klukhaft Teichn 473,35; es ist manger glukchaft / hie in diser welt gewesen ebd. 687,36. 687,63; subst.: geluͤkhafften nydet sie [ gerechtikeit ] nit MinneR444 393    2 ‘glückbringend, glückversprechend’ Jupiter unde Venus sint geluckehaft, Saturnus unde Mars ubil MNat 3,26

MWB 2 390,43; Bearbeiterin: Herbers

gelückhaftic Adj. 1 ‘glücklich, unbeschwert’
2 ‘heilbringend’
   1 ‘glücklich, unbeschwert’ der vogel [ alz ] bedäut uns die läut, die in glückhaftiger zeit træg sint BdN 172,14    2 ‘heilbringend’ daz der gelúckhaftig nam [Jesus] so tief in úwer herz ist gesenket, daz allen menschen neiswi reht ein núwú kraft dannen enpfintlich moͤht dringen Seuse 394,25. 394,33

MWB 2 390,51; Bearbeiterin: Herbers

gelückic Adj. ‘glücklich, vom Glück begünstigt’ man muoz die hôhen hêrren [der rheinischen Ritterschaft] umbe ein ezzen sêre vlêhen; er muoz gar gelückec sîn, swem dâ sol guot geschehen WernhSpr 67,5; ach gelückiger ritter userkorn, / die zit do ir wurdent geborn / muesse iemer gesegent sin ParzRapp 683,12; so were ich gelückig [...] / unde wolte nüt me trurig sin ebd. 707,36. 489,34; [Rudolf] were alse glücgig, wer es mügelich daz ein lebende mensche moht gottes stat besitzen, kunig Ruͦdolf würde sü besitzende ClosChr 42,11. – subst.: do von beschlusset ein ende [d.h. der Tod] glucke vnd widerwertikeit dirre welt, daz die betruͤbten iht fúrzagent vnd die gluckigen iht zuͦ hochfertig werdent ElsLA 752,26

MWB 2 390,58; Bearbeiter: Bohnert

gelückrat stN. auch gelücke-. ‘Glücksrad’ (als Symbol für stetig wechselndes Glück), s.a. gelücke 2.8.1 : ich gen auff dem geluckerat, / ich gen auff der sorgen pfat, / und das gelucke will mein nicht HvNstAp 16427. 2021; es [das Leben] was liep und leit, leit und liep, dar nach als es gap fro Venus glúckrat Seuse 424,18. – auf dem ~ sitzen ‘vorübergehend Glück haben, vom Glück begünstigt sein’ die wil er dennoch uf dem glúkrad sass Seuse 123,20

MWB 2 391,9; Bearbeiterin: Herbers

gelücksælic Adj. ‘glückselig, (über)glücklich’ [ der ametiste ] machet glücksælic den man Volmar 221; er [ Pompeius ] ni geluckeselig wart HistAE 5378

MWB 2 391,19; Bearbeiterin: Herbers

gelücksamicheit stF. ‘günstige Verhältnisse, Wohlstand’ Scilla und Bitallassum / sint auch zwene bose nam. / Scilla ist genant widerwertikeit, / Bitallasus glucsammekeit [ prosperité ] Pilgerf 12197; personif.: von nuwem verstanden wir han / das die stieffmutter der dugent solle han, / Glucksammekeit, geslagen ire hant / in unser weltlich lant Pilgerf 12384. 12410. 12418

MWB 2 391,23; Bearbeiterin: Herbers

geludeme stN. Cranc auch gelodeme. 1 ‘Lärm, laute Geräusche’
1.1 von Stimmen; in Verbindung mit Ausdrücken für Schreien und Rufen
1.2 Naturgeräusche
1.3 von Musikinstrumenten
2 ‘Aufruhr, Tumult’
2.1 von Personen
2.2 übertr.
   1 ‘Lärm, laute Geräusche’    1.1 von Stimmen; in Verbindung mit Ausdrücken für Schreien und Rufen: sich hub under in ein ruf / vnd ein geludme sa zehant PassI/II 188,32; ein geludme und einen ruf PassIII 40,31; der tuvel hulte unde schrei / [...] mit geludme er dannen vloch PassI/II 288,35; mit eym geludme und mit scre / get des bosen [Gottlosen] gedechnis hin Hiob 7372; dô sie hâten vernomen / daz geludem und den braht ErnstD 3059. tu wec von mir daz geludeme dinis gesenges Cranc Am 5,23. daz wolveliche hulen / was in dem geludme [von furchterregenden Tierstimmen] starc Vät 1093    1.2 Naturgeräusche: do hub sich ein gesuse / von dem geiste harte groz / als eines windes sneller doz / sin geludme starke erschal / in deme huse vber al [vom Pfingstereignis, Act 2,2] PassI/II 113,63; als alle wazzer duzzen / und snelle sich irguzzen / sust von dem himel snelle / der heilge geist gar helle / quam mit eim geludme dar TvKulm 5543; [der heilige Geist,] der wol snelle sich irguzet / und sam alle wazzer duzet / in eynem geludme her zutal Hiob 45; nach dem liechte mit ungevug / volget eyn geludme groz. / daz ist der doner ebd. 13819; ez bruͤdelt und dundert / in dem gebirge vaste. / [...] ja, herre! wær diu helle / hie [...] mit æller ir gebruͤdem, / ez moͤht daz geluͤdem / kume tiuvellicher sin WhvÖst 4408    1.3 von Musikinstrumenten: man hort uz ietwedern scharn / der busunen crach und doz: / daz geluͤdem wart so groz / daz der kuͤnc von Zyzya / erschrak WhvÖst 6430; geluͤdems was do wunder / busunen und von tamburn ebd. 6480    2 ‘Aufruhr, Tumult’    2.1 von Personen: ja wert ir uzgen nicht in gelodeme [ non in tumultu exibitis ] noch in vlucht wert ir uch wecvordern [wegeilen] Cranc Jes 52,12; PassIII 263,9; HvNstGZ 3583. – ~ in/under dem volke: daz lîchte nicht ein geluͦdeme worde in dem volke EvBeh Mc 14,2. Mt 26,5; EvBerl 54,25; ein geludeme [ tumultus ] wirt sich irheben undir dinem volke Cranc Os 10,14. Ez 7,11    2.2 übertr.: do in ir kusch herze erschal / daz geludme [Einflüsterungen des Teufels] al entwerch / und wolde sie verwunden verch, / deme gienc si wol engegen [widerstand sie] PassIII 493,65; des vleisches geludme ebd. 426,31. daz geludme ist so groz, / [...] in uns kranken / an iteln gedanken, / die in die andacht vliegen / und sie leider biegen / uz guter andacht mit gewalt PassIII 168,47. [die himmlischen Ehren,] die daz ore des totlichen libes nich nehoret, / die wile iz des werltlichen geludemes doz betoret Himmelr 10,22

MWB 2 391,31; Bearbeiterin: Herbers

gelükt stN. gelückede

MWB 2 392,19;

gelummere stN. ‘Lärm, Getöse, Tumult’ dô wart in der selbin nacht / wol in dem êrstin slummere / ein sô grûwelîch gedummere [La. gelummere ] / vornumin obin in der luft NvJer 24781; auf Kriegslärm bezogen: ebd. 24814

MWB 2 392,20; Bearbeiterin: Herbers

gelüpnusse, -nussede, gelüptnusse stF. ‘Gelöbnis, Versprechen’ so henkent die bv́rger von Clingenowe ir ingesigel an disen brief ze einer gelvͦbnvste dirre dinge UrkCorp (WMU) 3467,41; als die gelúptnuß geschach, / bald gen himel sach / Fridrich unnd sprach ‘rainer got, / dein gnad unnd dein gebot / hat vaͤtterlich an mir getan [...]’ FrSchw 4623; mein geschaͤft und gelubnuß [ testamentum meum, Ps 88,29 ] wirt ym getrewleich berayt PsMb 29(Glossar)

MWB 2 392,25; Bearbeiterin: Herbers

gelüppe stN. ‘Gift’ daz gelüppe was alsô getân, / daz siz mit nihte kunden / gescheiden von der wunden Tr 7268. 7771; daz gelüppe vrumete im smerzen / an lîbe und an dem herzen / und bitterlîche quâle HvFreibTr 6323; Parz 790,11; merkch das chraut und sewds in wein / und gib es [als Gegengift] den die wunt sein! / die werdent an der selben stundt / von dem gelupp wol gesundt Seifrit 6210. 6200; ein phîl gelüppes vol KvWPart 9461; ez wont ein wurm [bildl. für die Zunge] in eime hol / [...] / sîn swanz der ist gelüppes vol, / vergiftig ist sîn ort Kolm(B) 93,6. mit/von ~ wunt ‘vergiftet’ sîn oder werden: dû [Tristan] bist mit gelüppe wunt Tr 7773; HvFreibTr 6723; die von gelupp wuerden wundt, / die wuerden auf der selben stat gesundt Seifrit 6219. – ‘Zaubersalbe’ aspindê dâ von verbran. / waz wunders diz gelüppe kan Parz 490,30; sît man daz gelüppe heiz / an dem spers îsen weiz, / [...] den frost ez ûzem lîbe treit ebd. 490,13. – übertr.: diner [Jesu] marter geluppe Martina 108,87. 91,57; nuͦ hat mir leides geluͤppe / durch stochen myne wuͦnne, / getoͤtet alle myn kuͤnne MinneR444 112; och soltu nit gestatten / irem [der Sünde] vergiften pfil / belibendes kain wil, / ald ir gelúppe tuͦt dir schaden SHort 4589; Renner 17021; NvJer 5934

MWB 2 392,35; Bearbeiterin: Herbers

gelüppic Adj. ‘vergiftet’ [der Mensch] tet och werc vil vppige / von svnden gar geluppige Martina 117,26

MWB 2 392,61; Bearbeiterin: Herbers

gelüpschafte stF. ‘Gelöbnis, Versprechen’ sin [Gottes] gelúbschafte ist, daz er allen [...] hat gelobet, die im dienent unz an daz ende PrGeorg(Sch) 14,62

MWB 2 392,63; Bearbeiterin: Herbers

gelüptic Adj. ‘verpflichtet, an ein Versprechen (einen Eid) gebunden’, präd. mit werden: – mit Dat.d.P.: dar vmb enbieten wir üch vnd wellen, daz ir dem selben Volmar gelüptig werdent mit üwerem briefe UrkEidgenG 4,2:462 (a. 1316). – mit Dat.d.P. und Gen.d.S.: daz [wir] [...] den ersamen lûten [...] dez volgig vnd gelûbdig sigen worden, daz wir den êgraben [...] niemer sv̂lint naher gewisen alde gerihten UrkCorp (WMU) 2209,18. – mit Akk.d.S.: her Gregorie von Valkenstein vnd Ruͦm vnd Albereht von Valkenstein, die gegenwertich waren, da ich diz gelúbdich wart UrkCorp (WMU) 2734,5. – mit ze: die wisan in Tegermose [...], dar vmbe si geluͦbdich wrdent ze widerlegunge vivnf vnd trizech schillinge geltes UrkCorp (WMU) 1795,41; swaz iman tvͦth als [l. ald ] zetv́nne gilvbdich wirth ebd. N503,29

MWB 2 393,3; Bearbeiterin: Herbers

gelüptnusse stF. → gelüpnusse

MWB 2 393,20;

gelürme stN. ‘Ungeziefer’(?) kever unde würme / und ander mang gelürme / was ir [der Krähe] spîs Boner 49,12

MWB 2 393,21; Bearbeiterin: Herbers

gelust stMF. auch glust, gelost. 1 ‘Verlangen, Begierde (nach etw.)’
1.1 ohne negative Wertung; allgemein
1.2 in negativer Wertung: ‘böse, sündhafte Begierde, Lust, Wollust’
2 ‘Freude (an etw./  jmdm.), Vergnügen, Wonne’
   1 ‘Verlangen, Begierde (nach etw.)’    1.1 ohne negative Wertung; allgemein: des twang in [Parzival] art und sîn gelust Parz 118,28. 9,26; ez [mein Herz] wil ûz durh ganze brust / von mir zuo der sældenrîchen: / also stark ist sîn gelust SM:St 4: 4,7; sô sêre er her gerüeret kam, / daz er nâch sîner gelust / hurtende mit des orses brust / den vînt sô sêre erschalte, / daz ern zer erden valte Tr 7011; sper druhten si dô nider, / als si truoc ir gelust Wig 3526; nu tuont ein wênic des ich ger, / büezt mir mînen gelust / und erloubent mir die êrsten just UvZLanz 2895; sîn manlîch gelust Wh 11,6; Frl 7:14,11; der bitter tôt was ir gelust Wig 9996; daz herze mîn mir mangen stôz / mit sprüngen stiez an mîne brust: / ze reden was gar sîn gelust UvLFrd 36,22; in lange sehen was ir gelust: / dô was im von in vil gâch RvEBarl 14900; die rehten maister der geschrift, die tag und naht mit überigem grôzem gelust lesent die geschrift und tihtent new lêr BdN 221,20. – mit Gen.-Attr.: daz kint [...], / daz souc nâch sîns lîbs gelust [wie sein Körper dessen bedurfte] EnikWchr 13662. 13654; den fursten sol für unmuot wegen [helfen] , / daz si kurzewîle phlegen, / und doch mit den mâzen, / sô daz si des niht lâzen / durch dheiner kurzewîl gelust, / si hüeten stæt vor der verlust / ir lant und ir liute Ottok 287; der ritterschaft gelust UvLFrd 469,14; strites gelust WhvÖst 17639. – in verbalen Wendungen: ich bin in einem gelvste, / daz ich gerne kvste ReinFu K,179; mich ist anchomen ein glvst Fabelcorp 23,6; und das solltu wechennenn an der pegirde und an dem gelust den du gewinnest zu essenn HvHürnh 35,2; an sime libe langer leben / hete er gelost nicht vmbe ein har PassI/II 33,76; vnde [der Wein] gibit gelust zu ezzene vnde irlosit den bladem SalArz 20,54; ain syrop dâ von [aus Quitten gemacht] , der den gelust ze ezzen wider pringt BdN 320,22. – spez. von sinnlicher, sexueller Begierde, Trieb: minne gerende gelust / kunde ir lîp vil wol gereizen Parz 409,30; swelche lute heizir vnde vuchter nature sin, an den merit sich di gelust vnde di same. swelche aber heiz vnde trucken sin, di haben groze gelust vnde weninc samen SalArz 61,21; und sein [des Kamels] weip hât sô grôzen gelust zuo im, daz si vor gelust greint BdN 124,22    1.2 in negativer Wertung: ‘böse, sündhafte Begierde, Lust, Wollust’ daz wir alle die gelust unrehtir dinge erleschin muͦzzin an unsirme lîbe, die uns ze sundin unde ze unrehte lâitint Spec 88,12; swer sich an niht wil kêren / wan an des lîbes gelust, / daz ist der êren verlust Tr 12511; sünden glust ist sünde niht, / swenne er wirt sigelôs unt daz mit widerwer geschiht; / sünden glust mit widerwer tuot crônebæren kemphen kunt RvZw 89,1.3; der furste bezeichent die gelûste unsers fleisches, chelgîte unde allir slahte gierscheit Spec 40,10; der meister alzu dicke sach / den tuuel [in der Gestalt einer schönen Frau] an durch gelust PassI/II 294,30; du sollt nit naigen zu dem gelust der weibe [ ad coitum mulieris ] HvHürnh 14,1; ich weiz sô michel geluste ime chômen unter sîne bruste, / daz er fore minnen aller begunde brinnen Gen 1598. 309; nû hüete, daz dir iht under brust / in dîn herze kom der glust, / dâ mit dû dînen werden man / an êren mügest geswachen KgTirol 32,4. – mit Adj.-Attr. (bœse, übel, vleischlich, werltlich usw.): so die unreinen girde und die boͤsen gluͤst gestillet werdent von der heiligen riw PrOberalt 163,9; duo si [Adam und Eva] nedwanch nehein ubel gedanch, / noch unter ire brust chom nehein ubel gelust / unze si wâren wolgezogen [wohlerzogen, gehorsam] Gen 309; ouch enhât mich werltlich gelust / unz her noch niht berüeret, / der hin zer helle vüeret AHeinr 690; wert iv vngezæmer gelust, / div ist der sele gewissiv verlust Warnung 1613; wan der vleischlîch gelust / mit brœdeclîcher âkust / uns armen brâhte den tôt RvEBarl 2467; Renner 9823; Elis 1488. 1660; si [ die kiuscheit ] ist die zv hus sal tragen / den sic ob valscher gelust, / swa si buet in der brust PassI/II 248,64    2 ‘Freude (an etw./  jmdm.), Vergnügen, Wonne’ von giluste der tuginde [(delectatione virtutum) aus Freude an der Tugend ] BrZw 7; si üebeten [...] den bracken unde daz armbrust / mê durch ir herzen gelust / und durch ir banekîe / danne durch mangerîe Tr 17268; besaz si nach ir gluste / mit ir geniezen kindes spil, / wart ir gewinnes icht zi vil, / daz sich di lude erheben duͦt, / sa wolt di juncfrouwe guͦt / [...] der winnunge abe gen Elis 874; nu saltu wizzen alvurwar, / daz dich gelust me weichet, / als [wenn] dine gewonheit streichet / dine katzen mit der hant, / dan dem bischove si bekant / an alle dirre zierheit [Herrlichkeit der liturgischen Kleidung] / die nu ist an in geleit PassIII 128,11. 205,2; dâ [in der liebevollen Pflege der guten Pflanzen] lît gelust des herzen an, / und gît ouch hôhen muot Walth 103,19; ach, waz si enpfiengen / sit swær nach geluͤsten! WhvÖst 9673. – in Verbindung mit haben, machen: daz ich gelust an got han PrGeorg(Sch) 6,132; dat höu machd in [dem Ochsen und Esel] gelust ind macht, / darup uns Jhesus was gelacht MarlbRh 41,37. 97,26. 102,24

MWB 2 393,24; Bearbeiter: Tao

gelustamîe swF. ‘reizende Geliebte’ da fuͤr næm ich ain kosen / von der kuͤschen Aglyen, / mins libes glust amyen WhvÖst 6808

MWB 2 395,1; Bearbeiter: Tao

geluste swM. ‘Verlangen, Begierde’ sôn blendet dekein blintheit / als anclîch unde als ange / sô geluste unde gelange Tr 17800. 17767. 17792; gottis minne, div kreftiger ist denne der welte geluste DvAStaff 371. – ‘sinnliche, sündhafte Begierde, Gelüste’ sô sie des wurden gewar, / daz der geluste wolte enzünden / ir fleisches gir zuo den sünden LvRegFr 1703; der geainiget werd mit dem inren mit underzogenheit aller vihlicher gelústen Seuse 170,13; du solt [...] dinen begirden erbleichen und allen dinen gelústen ertoden ebd. 209,10

MWB 2 395,4; Bearbeiter: Tao

gelüste stN. nicht immer zu unterscheiden von gelust stMF. 1 ‘Verlangen, Begierde’
2 ‘Lust, Freude’
   1 ‘Verlangen, Begierde’ deu sint vns elliv von vnser plodicheit ein materi der svnden: hochfart oder travricheit, vngedvlt oder verlazzenheit, zagheit oder vngewarlichiv sicherheit, pitercheit oder vnordenliches gelvst [...] DvAPatern 303; wer isset an [= âne ] notturfft des leibes, das ist an [= âne ] gelüst essenn, der erfinndet daz sein natürlich hitz ist kalt HvHürnh 35,2. – spez. vom Koitus: du sollt nach vollgenn nichtt den pegirdenn an essenn, an trinncken, an gelüsst [ coitu ] unnd an geyttigklichem schlaffe HvHürnh 13,6    2 ‘Lust, Freude’ got in sînem hôhen trône / hât begert dîner schône, / dâ er wil, o wîbes crône, / mit gelüste dich ansehen SM:EvS 1: 16,12. – als Anrede an die Geliebte: nu tanze eht hin, min liebez, min gelüste! Tannh 11,22

MWB 2 395,16; Bearbeiter: Tao

gelustelich Adj. gelustlich

MWB 2 395,33;

gelüstelîn, gelüstel stN. 1 ‘kleines Verlangen’
2 ‘kleines Vergnügen’
   1 ‘kleines Verlangen’ swenne dû alse grôze êre verliusest mit einem bœsen gelüstelîn PrBerth 1:337,12; ich mac vil kum erliden, als mich ein fiwer cleine kan begruͤzen. / solt ich mit all dar inne sin di lenge / durch ein so cleinez glustel? JTit 236,4. so die maget beginnet sharen / und entwerfent sich diu bruͤstel, / so bestat sie ein geluͤstel, / daz slichet ir in daz herze, / und daz des gelustes smerze / ir den muͦt gar verkeret / und ir muͦter site leret Rennew 4224 (vgl. TPMA 2,135); ob ein gelustel / von herzen Tristande gât, / daz er dich minnenclîch bestât HvFreibTr 714    2 ‘kleines Vergnügen’ swaz im liebes dâ von geschiht oder gelustes, daz ist allez, sam der die slêhe von dem dorne izzet, wan umbe ein kleinez gelustelîn stechent in vier müedorne DvASchr 314,12

MWB 2 395,34; Bearbeiter: Tao