g – gâchlîchen gâchmuot – gagen gagen – galander galanderisch – 1galle 2galle – galter galtnüsse – gamerot gamîe – gancheil ganclîche – ganteren ganz – gärmic garn – gartenhuon gartenhûs – 3garwe garwwurz – gastmeisterin gastnusse – gaʒʒenspringer ge- – gebæric gëbærin – gëbendic gebenedîunge – gebietære gebietærin – gebiurischlich gebiurlich – geböume gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten gebrëstelîn – gebrûchic gebrûchlich – gebunt gebunt – geburst geburt – gedâht gedâht – gedense gederbe – gedinge gedinge – gedrange gedrâte – gedünste gedurchtriben – gegate gegatrom – gegenkouf gegenlëder – gegensetzunge gegensidele – gegenwertes gegenwertic – gegihte gegiric – gehaʒʒic gêhe – gehëlfe gehëlfelîche – gehilfe gehilfic – gehœric gehœrlich – gehügenisse gehugesam – geifer geifervrâʒ – geiselrieme geiselruote – geisticlich geistîn – geiʒhorn geiʒhût – gejeitschuoch gejeitvogele – gekünne gël – gelegede gelegelich – gelende 1gelende – gêlîche gelîcheit – gelîchmëʒʒunge gelîchnisgëbende – gelide gelidemâʒe – gêlingen gelîp – gëlm gëlmen – geloup geloup – gëlte gëltel – gelückede gelückederat – gelüstelîn gelustic – gemahel gemahelbettelîn – gemæʒicheit gemæʒiclich – 2gemeine gemæʒiclich Adj. gemaʒʒe swFM. 1gemechede stN. 2gemechede stN. gemecheden swV. gemechelîn stN. gemechenisse stN. gemechenze stF. gemechesede stF. gemechlich Adj. gemechlîcheit stF. gemechte stN. gemechtze stMN. gemehelîn stN. gemehte stN. gemeierscheften swV. gemeilic Adj. gemeinde stF. gemeinden swV. gemeinder stM. gemeine stF. gemeine swM. gemeine stN. 1gemeine Adj., Adv. 2gemeine Adj. 1gemeinen – gemeinsin gemeinunge – gemerrede gemêrsal – 2gemüete, gemuote gemüetic – gemutzet gemʒe – genâdenschüʒʒel genâdensol – genæmicheit genamʒôn – genemede genende – genëserinne genetzen – genieʒen genieʒlich (?) – genôʒen genôʒgeselle – gensîn gensischen – genuhtlîchen genuhtrîch – genuʒ genuʒt – gephrange gephünde – 1gerat 2gerat – gerëhen gerëht – gereisic gereitære – gerieme geriemen – gerihticlîche gerihtinsigel – geriune 1geriusche – gerouche geröufe – gerte gerte – gerûmiclich gerummel, gerumpel – gêrvalke gerwære – gesaten gesatznissede – gescheftbrief geschefte – geschepfnisse geschepfunge – geschiuwede geschoc – geschrihte geschrîp – gesëhen gesëhenheit – geselliclîcheit geselligen – gesihtic gesihticlich – gesite gesiten – geslihte geslinge – gesnæren gesnarren – gespenstnisse gesper (?) – gespræchelich gespræchetac – gespunst gespür – gestelle gestellet – gestifte gestille – gestrenglîche gestrenze – ge|stunge gestungede – gesuoch gesuochære – geswerme geswërte – gesworn gesworne – getelle getelôs – getougen getougen – getreigeret getrenke – getrüese (?) getrügede – getwædicheit getwædigen – gëtzen getzsal – gevalte gevanclich – gevëderen, gevëdern gevêhe – geverte|lehe gevertinne (?) – gevlester gevlitter – gevrier gevrist – gevülle gevuoc – gewahsenheit gewahst – gewaltroubunge gewaltsame – gewar gewar – gewe gewëbe – gewellen geweltigen – gewërben gewërbic – gewern gewërn – gewiere gewieret – gewinnen gewinnic – gewist gewiste – gewonunge geworden – gewzen (?) gezagel – gezëmelich gezemen – gezît gezîte – gezoc gezogen – gezwîen gezwîge – giefen giege – gifticheit gifticlich – giht gihtboum – gimbîʒen gimme – gippengappen gippentuoch – giric giricheit – gischen gîse – gîtigære gîtige – 1glan 2glan – glas(e)väʒʒelîn glas(e)vënster – gleimel gleimelîn – gleten glêtphenninc – glipfen glise – glocke glockehûs – glôriôs glôriôslich – gluothaven gluothert – goder goedertieren – golf gollen – goltgesmîde goltgesteine – goltreit goltrîch – golttropfe goltvar – gos (?) got – gotesarm gotesbeckære – gotesmordærinne gotesphenninc – gotgeformet gotgelâʒen – gotmeinunge gotmensche – gouch gouch – goukelære goukelbilde – goukelspil goukelsprütze – göumütte, -mutte göu|phâwe – grabe grabe – grâf- graft – gramerʒîe gramerʒîen – gransprunge gransprunge – gras(e)phenninc gras(e)spier – grâvenrëht grâveschaft – grebinc grebnisse – gremiclich grempære – griekech grien – griffel griffelære – grimmetât grimmic – grisegrammen grîseleht – griuslich griuwe – groppe gros – grôʒmüetic grôʒmuoticheit – grüenheit grüenlich – grunderëbe gründic – gruntübele gruntvestære – gruon- gruon- – grütschîn grutte – 1gücken 2gücken – güfticheit güfticlich – gûlen gülle – gumpenîe gunderam – guotdunken guotdunkende – guotswender guottât – gürtelgewant gürtellîn – gymnosophiste
|
gemæʒiclich
Adj.
‘maßvoll, sanft’
ir [Marias] gesiune [Blicken,
Sehen] daz was güetlich, / milte und gemaezeclich WvRh
1314
MWB 2 411,59; Bearbeiterin: Herbers
gemaʒʒe
swFM.
‘Tischgenosse’ (zu maʒ stN. ‘Speise,
Mahl’).
sinen gemazzen er betuͦzte / wande so er von tiscke gienc
Albert
451;
Rennewart und sin gemazze / trunken ez uz biz an den grunt
Rennew
19070;
nu phlige wol der zühte din: / als din gemazze trinken sol, / ungaz
solt du die wile sin TannhHofz
154.
163;
[der hûsvater spricht zu seinem knehte
:] gang vz in winkel vnd in gaszen / der stede. vnd drib yn zu gemaszen
/ arm vnd siech, blint vnd lam. / daz fure in mit ein ander sam EvStPaul
8723.
3296;
ach zarter gemasse, nu isse mit mir, herr mine
Seuse
24,22;
DvAOff
25;
KarlSchott
9453.
PrSchw
1,48.
– jmds. ~ sein:
der künic wolde ins niht erlân / ern müese sîn gemazze sîn
Wig
710;
der edel kúnic Amýlot / im ze aller zit die ere bot / das er
der lieben tohter sin / oder sin gemasse muͦste sin RvEWh
12192;
RvEGer
6035;
der keiserin / dvͥ von Arle mvͦst gemazze sin
TürlArabel
*A 299,10.
*A 299,27.
–
ze ~ haben, nëmen, erkiesen:
Ecuba dü küngin / was ze gemassen do erkorn
GTroj
735;
vil liebiu frouwe mîn, / dise maget schœne lât iu enpholhen sîn / und nemt iu
si ze gemazzen WolfdB
55,3;
WolfdD
880,2;
daz dû [Gott] uns ze gemâzen wilt hâben
DvAOff
44
MWB 2 411,62; Bearbeiterin: Herbers
1gemechede
stN.
älter auch gemachede,
bair. auch gemechîde (vgl. Wilmanns, Dt. Gr. 2,350).
‘(Ehe-) Partner’
got sprah deme manne do / uil guͦtlichen zuͦ /
[...] ich gibe dir ein gemachedin [Endung
-n wohl wegen des Reimes] / daz dir helfe mege sin
VMos
6,26;
daz zehende gebot: dû solt dînes ebenkristen gemechede niht begern
PrBerth
1:286,17;
HlReg
87,11;
TeufelsÄchtung
33;
Ammenh
2705.
–
êlich ~
:
het jr kinde deheines [...] ein eilich gemæchit
genomin UrkCorp (WMU)
248AB,11,35;
wir Schoffrid, grave zu Liningen vnd Iohanna, vnser elich gemechede
UrkOtterb
276
(a. 1307);
StRFreiburg
664.
682;
PrGeorg
318,9.
–
zwei ~
‘Eheleute’
von div warn wizzinlichen div zewai gemachede salich, die nie
deheinir slahte bosheit gewîeltin Spec
80,21;
dô chômen zwei gemähide, ein wîp und ein man PrStPaul
120,10;
ist daz zwai gemaechide sterbent, die elute sint
StRAugsb
140,8;
daz her Philippus [...] vnde ver Agnes
[...], sin helich [=
êlich
] gemechede, hant verkoften
[...] her Petere von Sarfenberch vnde vrowen Jrmelen,
zwen helich gemecheden, ir huͦs UrkCorp (WMU)
2748,21;
swenn zwai gemaecheit eleich gesaement werdent
StRMünch
346,15;
SchwSp
165b;
Elis
1495;
Erlös
185.
– von Tieren:
so sin zît chumit, daz er [Elefant]
chint wil giwinnen, so nimit er sin gimachide unte uert unze zuͦ dem paradise
JPhys
8,4;
so diu vipera gehien sol, zuo ir gemachede ist ir liep unde so wol
MillPhys
78,2;
so grozzer kvsge phliget div tvrteltvbe, so si ir gemæchide
verlivset, daz si ir niemer mere vf der erde deheinez erkivset noh gesitzet niemer
mere vf dehein grvͦnez zwi, niwan aine flivget ez vnde ist iemer mere aine
Spec
35,4;
PrStPaul
41,4;
PrGeorg(Sch)
26,51;
sie [Taube] ist ouch gerne an ir gemache / bî ir
gemechîd ûf dem dache LvRegSyon
1714
MWB 2 412,23; Bearbeiter: Tao
2gemechede, gemechte
stN.
vereinzelt
gemachde StRMiltenb
305.
1
‘Verfertigung, Herstellung’
2
‘das Gemachte, Verfertigte, Werk’
3
‘(einer Sache beigemischte) Zutat’
4 rechtl. 4.1
‘Vermächtnis, Verfügung (über Güter)’
4.2
‘Bestimmung (einer Ordnung), Satzung’
1
‘Verfertigung, Herstellung’
der roc wuohs mit dem lîbe sîn / ûf von einem kindelîn, / biz daz er wart
zeinem man, / daz er roc andern nie gewan, / und kam im alles rehte / nâch dem
êrsten gemächte WvRh
6585
2
‘das Gemachte, Verfertigte, Werk’
din gemechte [Geschöpf] byn ich, dyne hende, herre,
haben mich gemachet PrWack
101,13;
Pilgerf
1796.
–
do erloͮbe Cromacius daz dis gemechede [ein
zauberkräftiges Bett] solte gebrochen werden ElsLA
133,6.
– von breiartigen Gemischen:
daz gemächt [eine Latwerge aus
Sandelholz] haizt in der apotêken diasandali
BdN
376,14;
wer swebel und salz nimt und seut diu mit wazzer
[...] und dauht golt dick in daz gemächt alsô haiz,
daz golt värbt sich gar wol ebd.
481,6.
368,6.28
3
‘(einer Sache beigemischte) Zutat’
der kürwiz ist guot in süchten, wenn man in seudet oder præt
ân allez gemächt und in dem siechen gibt ze ezzen BdN
393,14;
ez ist auch gesetzet, daz nieman kainen wein machen sol
[...] mit kainerlay gemechte, swie daz genant ist,
[...] ane Welhischen wein, den mac man wol machen mit
ayrn und kainem andern gemechte niht NüP
112;
WüP
98,4;
StRMeran
417
4
rechtl.:
4.1
‘Vermächtnis, Verfügung (über Güter)’
svaz ich dar an rehtes het von morgengabe oder von widem oder von
widerlegunge oder von deheinem gimæchde, daz mir min wirt sælige oder min sun
dar an gimachet heten UrkCorp (WMU)
N497,39;
mit gemæchede, mit sazzunge oder mit koͮfe ebd.
637,39;
so sint ellv́ gemaͤcht abe gegen beden hvsern vnd ellv́ gedinge
ebd.
1221,12;
UrkEidgenG
5,1:484
(a. 1326);
UrkFürstenb
5,347
(a. 1319);
weitere mhd. Belege s. DRW 4,56f. und WMU
1,631f.
4.2
‘Bestimmung (einer Ordnung), Satzung’
daz wir soliche gemechede vnd ordenunge, die gemachet ist
[betreffs der Königswahl] tzwuschen vnser
vorgenanten herren keyser Ludewiges sonen [...], stete
vnd veste wollen halden UrkWittelsb
2,371
(a. 1340);
alle diese gemechede sint geschehen vor [...] dem
schultheizen und vor den vorgenanten vier unde zwinziegen riethern unde gemeinde
StRMosb
548;
diße vorgeschriben gesetzde und gemachde StRMiltenb
305;
WüP
89,3
MWB 2 412,60; Bearbeiter: Bohnert
gemecheden
swV.
‘vermählen, verheiraten’
alle, die hie obene gescriben stant, die sint alle geteilet mit iren kinden,
die vffe den dac, die [l. daz
] sie geteilet
wurdent, niht gemechedet warent UrkCorp (WMU)
N349,20
MWB 2 413,42; Bearbeiter: Bohnert
gemechelîn
stN.
Dimin. zu gemach.
1
‘kleine Bequemlichkeit’
2
‘kleines Zimmer, kleines Gemach’
1
‘kleine Bequemlichkeit’
der diener underwilent in daz siechhus gie, daz er sinem
kranken libe eins gemechlis gestateti Seuse
84,5
2
‘kleines Zimmer, kleines Gemach’
swenne sie [die Knechte] die schüzzeln ûf genâmen /
unt für sîn gemachelîn quâmen, / sie guzzen ûf in unt spîeten an AlexiusB
302;
er [...] pat den vater fleizicleich /
[...] umb ain clainez gemachelein AlexiusC
174
MWB 2 413,47; Bearbeiterin: Herbers
gemechenisse
stN.
‘Abmachung, Vereinbarung’
die [den Mönchen] sulin wir wieder antwurten
[...] daz alle die zu Meinze inne wonint vnd sich da inne
nerint vnd gewernt diz forgenante gemechnisse stede vnd veste halden MainzFriedgI
164;
jch [...] gelobe oͮch bi miner truwe an eins eides
stat, dise gemechnisse iemer stete zv hande UrkCorp (WMU)
1265,16;
wir [...] verjehen vnd tuͤn chunt offenlich
[...] die gemêchnisse vnd lichunge, di der edel man
Heinrich von Rapoltstein [...] getan hat UrkRapp
430,6
(a. 1344);
UrkBern
6,28
(a. 1332).
7,128
(a. 1345)
MWB 2 413,56; Bearbeiterin: Herbers
gemechenze
stF.
‘Vermächtnis’
daz [...] div edel vroͮwe vroͮ Adelheit
von Rotenberc vrilich vnde vmbetwungelich vnd ane alle geverde der gemenchentze vnde
dez lipgedingdes, dez v́nser herre her Dietrich von Rotenberc, ir wirt, ir hatte
gemachet, an den nach genanten gvͦten verzech sich mit ir vogtes handen
UrkCorp (WMU)
N157,11
MWB 2 414,4; Bearbeiter: Bohnert
gemechesede
stF.
‘Abmachung, Verfügung’
wir [...] firiehin dir vorgenante gemechiside vnd des
gelvͥbides, alse hie vor bescheiden ist UrkCorp (WMU)
N799,8
MWB 2 414,11; Bearbeiter: Bohnert
gemechlich
Adj. , gemechlîche
Adv.
auch gemach-, gemehe-, gemahe-.
1
‘bequem, einfach’ (im Gegensatz zu
‘anstrengend’ ), Adj. 2
‘behaglich, komfortabel’ , Adj. 3
‘sanft’ , Adj. 4
‘unbeschwert, ohne Widrigkeiten’ , Adj. 5
‘sicher, beschützt’ , Adj. 6
‘leise’ , Adv. 7
‘allmählich, langsam, gemächlich’ , Adv. 8 von Tieren: ‘friedlich’ , Adj.
1
‘bequem, einfach’ (im Gegensatz zu
‘anstrengend’), Adj.:
ir hætet gerne einen gemechelîchen wec ze dem himelrîche PrBerth
1:553,38;
min ioch is gemechlich. inde mine burden is liͤht FünfzGrade
80v,12.
– Adv.:
vergebet alle an ander, so gewinnet ir antlâz iwer sunti
vnde gerihtit ivch in disem chvrzim zite, daz ir iwern heilant gmahelichen
enphahen muͦzzit in der andern chunfte Spec
10,13;
darümb bis du [Maria]
gemechlich gesezzen, / din gemach ’t is ungemezzen MarlbRh
130,11.
69,28;
vnde denkit der mentsche: we, wenist du alsus gemecheliche ze himilriche
komin? PrGeorg(Sch)
18,75;
PrMd
18;
da fragt Hestor ob der steinweg icht verre dannen were.
neyn er, sprach der einsiedel, ir ritent morn biß mittentag gemehelich dare
Lanc
446,7
u.ö.;
RvEWh
7613.
–
‘verkürzt, vereinfacht’
compendiose: gemahlich SummHeinr
2:238,436.1
2
‘behaglich, komfortabel’, Adj.:
sie kunrierten [verpflegten] sich
dâ / mit gemachlîcher eise [Komfort] / nâch der grôzen
tagereise RvEAlex
5697.
– Adv.:
auch sucht sie under allem yrm gesinde ein ammen, die
Lanceloten allerbast hielt und allergemechelichst Lanc
20,35
3
‘sanft’, Adj.:
[das Jesuskind wird in der Krippe mit drei Minnefesseln (als Zeichen
für die unio mit Gott) gebunden:] der erste bant was
gemechelich, inde vol otmuͦdicheide Lilie
38,7;
sie besah myn herrn Gawan an allen synen wunden und sprach,
er hette kein wunden, sie were licht zu heilen. sie bant sie im so gemechelich und
so wol das im fast wol zu muͦte was Lanc
334,35
4
‘unbeschwert, ohne Widrigkeiten’, Adj.:
myns vatter huß stet hie by uns, da mögen wir wol herbergen
und gemehelich syn Lanc
368,16;
der ritter furt die kind hinweg und furt sie da sie
allergemachlichst waren und allerheimlichst ebd.
18,14;
sie waren beid sere zu ungemach, umb das sie nicht enwústen
ob sie gemehelich oder ungemehelich weren, ob sie dot weren oder lebendig ebd.
112,10
u.ö.
5
‘sicher, beschützt’, Adj.:
syn fynd enmogen keynen gewalt úber yn han da er ist, so
gemahelich ist er Lanc
44,34.
– Adv.:
sie wolden boten senden sider, / die sie gemechliche /
furten in ir riche Herb
16110;
6
‘leise’, Adv.:
er [Tristan] bewac / sich, daz er
rüeren began / gar senfteclîchen dar an [an die Türe] , /
er clopte gar gemechlich HvFreibTr
2779;
Valerius der bischof antwertete; wan her ein alt man was unde ungesprêche sô
sprach her blôdelîchen und gemechlîchen HvFritzlHl
70,12;
doch mugen, dî an der tavelen sint, durch nôtdurft gemêlîche
reden mit den unde kurzlîche, die dâ dienent StatDtOrd
41,26;
umb die mitternacht, da er wonde das sie alle schlieffen, er
stet viel gemechlich uff und stielt eim sin schwert Lanc
637,15.
282,30
u.ö.
7
‘allmählich, langsam, gemächlich’, Adv.:
diu naht gemachlîch ende nam UvLFrd
485,11.
206,21;
er wapente sich allgemechlich Lanc
278,28.
430,33.
– bezogen auf Fortbewegung:
die [
junchêrren
]
ritten neben ain ander gar / gemaͤclich, in was niht gach
RvEWh
6021;
alsus was Meleagant off syn roß geseßen und reit
algemechlich zu wald wert Lanc
600,13;
sie Phariens komen sah, da reyt er noch gemechelicher,
biß er fur die porten kam ebd.
101,1
u.ö.;
den hôen berc ih dô steich / vil gemechlîche nider / und
quam zô mînen lûten wider SAlex
5471;
einer sal dem anderen volgen gemechlîche, zu sêre gâhen
sal man dâ mîden StatDtOrd
111,40.
78,6;
PrBerth
1:459,15
8
von Tieren: ‘friedlich’, Adj.:
doch beleip er [Joseph] von in âne schaden, / wan
si [Wölfe, Löwen, Bären] gemechlîch wâren. / si begunden
gebâren / den schâfen gelîche KvFuss
1385
MWB 2 414,15; Bearbeiterin: Herbers
gemechlîcheit
stF.
‘Zweckmäßigkeit, Angemessenheit’
daz aber der hymel sinibel sei, dez ist driveltige sach, wizzenleich die sache der
geleichlichait, und di sache der gemachleichait
[
commoditas
] und die sache der
notdurftleichchait Sphera
62,17
MWB 2 415,26; Bearbeiterin: Herbers
gemechte
stN.
→
gemechede2
MWB 2 415,32;
gemechtze
stMN.
zu
gemechede2
stN.
1
‘Arbeit, Werk’
2
‘bauliche Instandhaltung’
1
‘Arbeit, Werk’
dar an du wol gesehen macht / [...]
das ich nit bin von yrem geslechte / noch von yrem gemechtze
[
ouvrage
] rechte Pilgerf
10241;
ein gemechtze von zeher erden ebd.
5753
2
‘bauliche Instandhaltung’
daz zweiunge was thussen den geistlichen luden [...]
vnd mime neven Wilhelme, eime ritter von Randecken, der do ein faut
[Vogt] ist vber daz dorf zu Lonsfeld vmme gemechze
der brucken in deme selben dorfe UrkOtterb
359
(a. 1327)
MWB 2 415,33; Bearbeiterin: Herbers
gemehelîn
stN.
Dimin. zu gemahele.
‘Gemahlin’
ezn wart sô clein nie vogelîn / ezn sunge sîm gemehelîn Kolm(B)
3,29
MWB 2 415,44; Bearbeiterin: Herbers
gemehte
stN.
→
gemaht
stF.
MWB 2 415,47;
gemeierscheften
swV.
‘Verwalter sein’
gip rechenunge wider dîner meierscaft, wan du macht îczunt nicht gemeierscheften
EvBeh
Lc 16,2
MWB 2 415,48; Bearbeiterin: Herbers
gemeilic
Adj.
zu
meil
stN.
‘befleckt’
lœse gemeiliges lefses schulde [interl. zu solue polluti labii
reatum
]
PsM
H 74,1
MWB 2 415,51; Bearbeiterin: Herbers
gemeinde
stF.
vgl. auch
gemeine
stF.
‘Gemeinschaft, Gesellschaft’
1 allg. 2 in rechtl. Zusammenhängen 2.1 gebietsgebundener Personenverband mit Befugnissen der Selbstregelung (z.B.
Stadt- und Dorf-, aber auch Kirchen- und Ordensgemeinschaften, vgl. LexMa
4,1209ff., 2 HRG 2,47ff.) 2.2
‘Gemeinbesitz, Gerechtsame’
1
allg.:
vil harte si in stouten [drohten] ,
den friunten si drouten. / si taten im daz ze leide, si namen im die gemeinde
AvaLJ
98,2;
die gygante, die wider got [...]
einin tûrn hin zi himele zimberin woltin, die verlûrin die gemeinde einir zvngin
Spec
74,19;
die gemeinde der heiligen cristenheite Lucid
69,8;
diu gemeinde under uns drîn / diun mac niht langer gesîn
Tr
16607;
daz man die gemeinde halde unde sunderlicheit vermîde
StatDtOrd
117,20;
von der gemeinde vollebracht / wart endechteclich gebet Elis
9460;
doch wil ich uf ein selec heil / kurzliche ruren ir
[Elisabeth] ein deil / unde in gemeinde setzen ebd.
10477
2
in rechtl. Zusammenhängen
2.1
gebietsgebundener Personenverband mit Befugnissen der Selbstregelung (z.B.
Stadt- und Dorf-, aber auch Kirchen- und Ordensgemeinschaften, vgl. LexMa
4,1209ff., 2HRG 2,47ff.):
div gemainde der stat [
universitas
civitatis
] von Chostenze UrkCorp (WMU)
970B,3;
mit willen [...] der gemeinde vnsers dorfes
ebd.
N713,5;
unser schultheize, [...] der
buͦrgeremeister, [...], der rat und die gemeinde
[Bürgerschaft] gemeinliche WüP
7f,11;
gemeinden und samenunge Ammenh
16903;
von der gemeinde unde der gesellschaft der brûdere
StatDtOrd
28,13
2.2
‘Gemeinbesitz, Gerechtsame’
pascuarum communio, quod gemeinde dicitur UrkÖsterrErbl
80,27
(a. 1239);
umme die gemeinde zu Stuͦtbach an holtz, an eckern und an wisen
vercihen wir uns gentzlichen und gar aller ansprache UrkHohenl
2:26,18
(a. 1312).
–
‘Anteil’ (auf der Basis einer Gemeinschaft):
das diu linwat sin aigen si, und nieman an der linwat kain gemainde
habe, wan der aine seshaft burger ze Kostenze sie UrkStVerf
347
(a. 1289);
die von Mullis, die teil vnd gemeind hattend in der alp ze Winchlen
UrkGlar
188
(a. 1344).
–
und gelobete daz er [...] di gemeinede
[gemeinsame Regel] an ezsen und an drinken
halten welde HlReg
42,18
MWB 2 415,54; Bearbeiter: Diehl
gemeinden
swV.
→
gemeinen1
MWB 2 416,30;
gemeinder
stM.
→
gemeiner
MWB 2 416,31;
gemeine
stF.
vgl. auch
gemeinde
.
‘Gemeinschaft, Gesellschaft’
1 allg. 2 in Rechtstexten 2.1 ein gebietsgebundener Personenverband mit Befugnissen der Selbstregelung (z.B.
Stadt- und Dorf-, aber auch Kirchen- und Ordensgemeinschaften, vgl. LexMa
4,1209ff., 2 HRG 2,47ff.) 2.2
‘Allmende, Gemeinbesitz’
1
allg.:
sô ist er unreine, sô nehât er gemeine / mit hêligen chinden
Gen
425;
si wurden gelæubige und chomen zuͦ der gemein der
heiligen christenheit PrOberalt
148,35;
ich giebe ir mine gemeine / vnde allez, daz ich ie gwan /
vnde swaz ich geleisten kan, / vnde wil sie haben zv einer e Herb
11296;
der sun, der vater sint in ein, / der heilige geist in der
gemein. / in drin personen ein vater got HvNstGZ
4782.
– euphemistisch für Geschlechtsverkehr:
sint du daz kint gebære, / bit alle du wære / luter unde
reine / van mannes gemeine MarldA
15.
–
‘Gesamtheit’
diu gemæine der pfafhait vnd der dienstman vnd alles getygens
[d.i. gedigene Bürgerschaft] von
Salzbvrch UrkCorp (WMU)
1377,41;
die selben leut sehend die stern ze aller zeit, der gemain
wir die perinne haizzen oder den himelwagen KvMSph
14,27;
die gemain der leute ebd.
50,28.
BdN
242,21.
–
~ hân mit präp. Erg. ‘mit jmdm. (gemeinschaftlich)
verbunden sein, teilhaben an etw.’
an allen guoten dingen hân ich wol gemeine Walth
70,33;
habt ouch ir mit mir gemeine: / fröide ensol niht wesen
eine, / man sol friunden fröide geben KLD:BvH
6: 3,9;
ein kinne an gruben kleine, / daz hat mit hazze gemeine
Physiogn
272;
diu kirche solte niht mit sîmônîe / gemeine hân noch mit der hêresîe
RvZw
128,8.
–
in einer ~
‘als Gesamtheit, gemeinsam’
wir schüllen nu sagen von den slangen und des êrsten in
ainer gemain BdN
259,26.
– als adv. Gen. gemeines
‘insgesamt’
ir [der Bienen] aller arbait
ist gemaines nütz in allen. ir nutz und ir fruht ist in allen gemain
BdN
287,32
2
in Rechtstexten
2.1
ein gebietsgebundener Personenverband mit Befugnissen der Selbstregelung (z.B.
Stadt- und Dorf-, aber auch Kirchen- und Ordensgemeinschaften, vgl. LexMa
4,1209ff., 2HRG 2,47ff.):
daz wir der gemain vnser lieben burgær von Nappurch gestætiget haben
[...] ir burchreht UrkCorp (WMU)
2383,41;
die zwelif gesworne und die gemain der purger UrkPölt
223
(a. 1308);
und sin vͤberein chomen mit dem grozzem rate, mit
dem chlainem rate und mit der gemaine der stat uͤberal
StRAugsb
58,17;
hantvest di man steten geit oder einer gemain
[...], di sint ewich StRBrünn
400;
wir Cvͦnzo der schultheize [...] vnde die
gemeine des dorfes von Greswilr UrkCorp (WMU)
N177,17;
die gemaine der juden MGHConst
8:416,12
(a. 1347)
2.2
‘Allmende, Gemeinbesitz’
swer in der [...] stat einen turnen inne hat
[...] oder ein hofstat uf der gemein in der strazze
StRMünch
253,24;
chain person sol nicht kraut noch hew nemen in einer fremden wiss, es sey
dan auff der gemain [
super pratis
communis
]
StatTrient
154.
–
‘Anteil’
swa aber der vater vnd dvͥ kint eine gemeine vnd eine geliche
gewer hant an dem guͦte SchwSp
191a
MWB 2 416,32; Bearbeiter: Diehl
gemeine
swM.
‘Mittelsmann, Schiedsmann’ (vgl.
gemeine1
5.3
):
dien gap min herre, der abbit von Oͮwe, zwene gimaine man
[...] die vor ginanten schidelivte vnd die gimainen,
die kamen vber ain mit ain ander gimainlichen vf ir ait UrkCorp (WMU)
1293,24;
so sun sie einen gemeinen nemen, ald der rat sol inen einen geben uf ir eit,
das si uber ein komen, wie dem burger sin schade gebessert werde StRZürich(B)
168,29
u.ö.
MWB 2 417,25; Bearbeiter: Diehl
gemeine
stN.
‘Sinnen, Trachten’ (zu →
2gemeinen, vgl.
gemeine2
):
in godes namen si daz det, / wande alles ir gemeine / was edele und reine, /
zu gode wol gerichtet Elis
761.
1365.
1539;
swer dich [Maria] hie lobet, der êret in / und
sînen hôhen gotes sîn; / êst ein gewin, / ein minne und ein gemeine, / ein stæter
wille und ein gewalt LobGesMar
38,8
MWB 2 417,34; Bearbeiter: Diehl
1gemeine
Adj., Adv.
selten gemeinde, auch verstärkt durch al-.
1
‘gemeinsam’ (überw. präd.) 2
‘zusammen, (ins-)gesamt’
3
‘allgemein, verbreitet’
4
‘üblich, gewöhnlich’
5 in rechtl. Zusammenhängen (vgl. lat. ius commune ) 5.1 in Bezug auf Besitz und Rechte ‘allgemein, alle
betreffend’
5.2 bei Münzen, Maßen u.ä. ‘ortsüblich, gängig’
5.3
gemeiner man
‘unparteiischer Dritter, Schiedsmann’ (vgl.
7
und
gemeine
swM.) 6
~ vrouwe, gemeineʒ wîp u.ä. ‘liederliche Frau,
Prostitutierte’
7
‘von niedrigem Stand, arm’
1
‘gemeinsam’ (überw. präd.):
al daz wir eigin daz sî gemeine Gen
1615;
Hochz
391;
es wundert mich cleine, / was ir nôt gemeine / und ir leit
ungescheiden Tr
14326.
13474;
nieman enmac auch sunderlîchen hirten haben dâ er dem
gemeinen hirten sîn lôn mit geminder SpdtL
209,12;
die koste vnd den schaden sv́ln si gemeine tragen UrkCorp (WMU)
1648,28.
1954,1;
geist vater sun gemeine KLD:Kzl
2: 17,8.
–
und jach ir aller gmeiner munt, / in wurd nie bezzer
ritter kunt UvZLanz
2259;
Wig
9924;
si da sprachin alle / mit gemeinem schalle
RvEWchr
23528.
– in der Wendung
~ wërden
‘übereinkommen’
des wurden arm unde rîch / alle samt in ein, / si wurden
alle gemein, / ez wær der stat, den liuten guot EnikWchr
20224.
3135.
– in der Wendung jmdm. ~ sîn
‘jmds. Besitz, Fähigkeit sein’
zuht und êre ist ir gemeine KLD:MvH
2,8;
diu kunst von astromy ist dir gemeine Loheng
103.
– in Verbindung mit rât:
mite gemeinem rate / giengen si uf einen buͦhel
gruͦne Rol
1167;
NibB
218,1;
Wh
452,3;
dar zvͦ so binden wir vns vnd vnsir nachkomin mit gemainime rate
vnd vnsir gotteshus ewecliche UrkCorp (WMU)
325,27;
UrkWürzb
40,191
(a. 1338)
2
‘zusammen, (ins-)gesamt’
der patriarche do gebot / grozen unde cleinen / allen gemeinen
GrRud
D 51;
Herb
18359;
des in der künec gewerte, / unt daz volc al gemeine
Parz
430,23;
Rol
7744;
bruͦder Anshelm inde der gemeine convent van Covelenze
UrkCorp (WMU)
N223,12;
wan die gemeinde stat von Frankenvord uz sal faren UrkFrankf
2,151
(a. 1321);
daz sach er algelîche / von edelem golde rîche, / von silber
und von gesteine / ervüllet algemeine RvEBarl
6042
3
‘allgemein, verbreitet’
der almehtige got durch die gemeinen svnde der werlte
Konr
1,27;
sünde ist sô gemeine, daz lützel ieman lebt gar sünden vrî RvZw
88,3;
epidemia: gemeinre dot VocClos
Ep16;
nim saf uon den cruten di da gemeine sint
SalArz
81,6;
der stain wær löbleicher, wær er sô gemain niht, aber man
vindet sein gar vil BdN
432,4;
serpens vulgaris haizt ain gemaineu slang, die wir oft sehen
ebd.
281,5
u.ö.
daz wart ein gemeiniu sage / von al der mässenîe
Parz
668,28;
diz mære wart gemeine / über al die stat ze Develîn
Tr
7692.
– in Verbindung mit spruch
‘Sprichwort’
von dem spricht der gemain spruch: junger engel, alter
tiefel BdN
231,28
4
‘üblich, gewöhnlich’
czu dem erstin von eppil vnd von birboum noch der gemeynen
seczunge vnd gewonheit Pelzb
117,13;
iz daz ein armer um ein gemaineu [nicht näher
spezifizierte] wunten uwerwunden wiert StRBrünn
363.
– adv.:
der brunne was gemeine bedecket mit eineme steine
Gen
1267;
so get gemayne di sage HvNstAp
14858
5
in rechtl. Zusammenhängen (vgl. lat. ius commune)
5.1
in Bezug auf Besitz und Rechte ‘allgemein, alle
betreffend’
die keiser und die künige die habent ditz ze gemeinem
rehte gemachet SpdtL
124,7;
nach dem alten vnd den gemainen rechten, daz vnser bvrgær vnd die stat hat
UrkCorp (WMU)
1975A13,11.
–
der vurweser ist dez volches [...], schol
weisleich wetrachten und besargen allez daz, daz seinen undertanen czu
gemeinem und auch czu aigem nucz chomen mag StRBrünn
377;
durch gemein frumen nutz richer und armer luͦte
WüP
89,4.
11,5;
StatDtOrd
46,11;
HvHürnh
11,5.
–
vergenglich ist ein ieglich rich / und herschaft, die
gemeines gut nicht schirmet Mügeln
23,8;
UrkCorp (WMU)
346,17;
wir vergehen [l. verjehen
] ,
[...] daz der selbe sê v́nser vnd der
vorgenanten stifte ain gemain aigen ist UrkFürstenb
2,94
(a. 1326);
vmb den gmeinen holzhow sol man zuͦerst den meyer, darnach die
gnossen bitten WeistGr
1,168
(a. 1303? kopial).
–
wir han im oͮch das selbe guͦt mit gemeiner hant vf
geben vnd geuertigot UrkCorp (WMU)
1031,29;
UrkBasel
3:45,7
(a. 1292).
– phras.:
swelch wise ist gemeine, / der gras ist gerne kleine Freid
120,27
5.2
bei Münzen, Maßen u.ä. ‘ortsüblich, gängig’
achtodhalbs vnd sehzig pfunt pfenningen gemeiner mv́nze
UrkCorp (WMU)
1645,25;
umb fuͤmphe und trizzeich phunt Auspurger phenninge, die do gemain
waren ebd.
3556,12;
30 pfennig, also der gemein louff ist DRW
4,117
(HagenauStatB.; a. 1348);
auch sol man das korn [...] offenleich auf dem
marke verkauffen mit dem gemeinen maz RbHohenlohe
26;
geschet iz [der Totschlag] ane vorrathe he
schal halden eine gemeyne buze vor sich vnd eine gemeyne buze vor den gast
StRNordh
1,72
5.3
gemeiner man
‘unparteiischer Dritter, Schiedsmann’ (vgl.
7
und
gemeine
swM.):
der rihter sol vrâgen umb ein ieglîch sache gemeine
liute. daz mein ich alsô, daz er niht bî dem êrsten vrâge der liute mâge oder ir
vriunde SpdtL
168,15;
jch, her Vͦlrich von Klingenberg, der vorgenande, gemeiner schidman
beidenthalb genomen UrkCorp (WMU)
3272,7;
vnd sol ich einen man oder zwene kiesen vnd die vorgenanten von Winsperch
oͮch einen oder zwene, vnd suln die einen gemenen man weln ebd.
N733,42
6
~ vrouwe, gemeineʒ wîp u.ä. ‘liederliche Frau,
Prostitutierte’
er sprach daz si [Maria
Magdalena] ware ein gemeiniu sundare AvaLJ
80,5;
ir tragt fail ewrn leib / als ain gemaines freuwelein
HvNstAp
215;
da was si vierczehen iar ein gemæines wiͤp allen den,
die si wolten Konr
9,4;
ez sol kein gemeine fröuwele keinen frouwenmantel noch kursen niht tragen noch
an keinen tanz gên dâ bürgerîn oder ander êrbare frouwen sint StRMeran
425;
StRAugsb
190,24;
frevelen mit slahenne [...] an den gemainen frowen in
dem gemainen huse DRW
4,93
(DiessenhofenStR.; a. 1350).
– präd.:
hat aber ein varndez frewelin, diu allen luten gemein
ist, ein chint StRAugsb
190,21
7
‘von niedrigem Stand, arm’
ist er edel, so sol man ym abschlahen daz hauptt
[...]; jst er aber ein gemainer man, so sol man in
verprennen StatTrient
124;
aber gemain läut, die wênik wizzent, slahent manger langen
wârhait ainen snellen kahtz [Lachen]
BdN
106,15.
107,17;
KvMSph
36,16;
alsó, dc vnser gemeinen burgere niht da mitte wurdent gearmert vnd die
gewaltigen gerichert UrkCorp (WMU)
N2A,12;
das saget uns die hystory das yn das gesinde und das gemeyn
volck hieß der schön jungling Lanc
34,12.
246,11;
Tr
15636;
sô gebe man in gemeiner knehte spîse StatDtOrd
81,28;
allen menschen, nút allein den guͦten, sunder den gemeinen armen
Tauler
223,6.
223,10.
– subst.:
der rich und der gemeine Mügeln
324,14
MWB 2 417,42; Bearbeiter: Diehl
2gemeine
Adj.
‘geschätzt, geliebt’ (zu
meinen
swV., vgl. auch
gemeinen / noch geminnen Tr
13915.
1111):
ein zwelf jâr alter jungelinc, / stille, zühtic, dienesthaft, daz sint driu
houbetdinc, / diu des urkünde gebent, daz man sich vürbaz mac an im versehen, / ob
er kome an diu zwênzic jâr / daz er gemeine unt ouch geminne werde RvZw
200,5;
sus schieden sich diu zwei gemeinen / mit bescheidenlichen
sitten, / doch muoston siu sich ê vereinen, / daz si sich nit lange mitten
SM:Te
7: 3,7
MWB 2 419,44; Bearbeiter: Diehl |