gemeinunge
stF.
‘Übereinstimmung, Einigung’
ez ist zemerken, daz zwiveltigez gesteltnüsse der gerehtikeit
ist. eine [...], die da bestat in der verkouffunge unde in
dem kouffe unde in andern solichen gemeinunge oder
wandelungen [
communicationibus vel
commutationibus
]
ThvASu
274,33;
gemeinunge der sinnen
[
consentire
] zuo etwaz ebd.
148,4.
276,2;
sus hat gemeinunge / mit aller schepfunge / der mensche Secret
2417;
von gemeinunge der viende StRNordh
3,45
(vgl.
daz he di viende gemeinet ebd.
2,12 )
MWB 2 425,19; Bearbeiter: Diehl
gemeinveltigen
swV.
‘etw. verteilen, vervielfachen’
also groz ist div genade des almehtigen gotes. her zuo dem menschen daz er sin
hertz gemainveltiget havt her zuo im also verre daz dehain mensch verlorn mag werden
PrWack
31,12
MWB 2 425,30; Bearbeiter: Diehl
gemeit
Adj.
1 auf Stimmungen bezogen ‘erfreut, froh, freudig’
2 einen überwiegend äußeren Gesamtzustand bezeichnend ‘angenehm, schön,
stattlich’
2.1 v.a. von Personen, meist zur Hervorhebung der Vollkommenheit in Beschreibungen ritterlich-höfischer Repräsentation 2.2 seltener von Tieren oder Sachen 2.3 bezogen auf ein Handeln 3
‘unnütz, zwecklos’ (hier präd. auf das Obj. bezogen)
1
auf Stimmungen bezogen ‘erfreut, froh, freudig’
diu maget trûrec, niht gemeit, / ân urloup vome ringe reit
Parz
318,25;
der cristeneman was vil gemeit, / daz er den iuden dort betrouc PassIII
20,13;
wir suln sîn gemeit, / tanzen, lachen unde singen / âne dörperheit
Walth
51,23;
EvBerl
252.
– mit Erg. im Gen.:
des bin ich vrô unt gemeit NibB
1646,4;
sie waren des weters wol gemvt / vnde des gutes gemeit
Herb
17076;
wir sun frœlîch reien, singen, / lieber mære sîn gemeit
SM:KvL
3: 1,4;
sam der wirt zetisch tuͦt, / der siner gest ist so
gemait SHort
2789;
ûf ir strousak leit si sich dô, / des wart gemeit diu hungrig vlô
Boner
48,130.
– selten noch Anklänge an den negativen ahd. Bedeutungsschwerpunkt
‘hochmütig, töricht’, (vgl.
3
und ähnlich →
gemeiten
Adv. und →
gemeitheit
):
ir sit iwers muotes vil gemeit Wahrh
64;
der hirz dunket sich seiner hörner gar gemait
BdN
129,17;
dinir grozen [textkrit. problematisch durch
fehlendes Wort (vgl. Anm.z.St.)] bis nicht zu gemeit : / is ist
mislich, wie is dir irga. / hin abe sprichit Seneca: / ‘so di vederen sin
von grozereme namen, / so sich di kint me mugen schamen’
Elmend
A 904,
vgl. die lat. Vorlage nobilitas quoque plus ignominie quam laudis
degenerantibus solet afferre (Wilhelm von Conches, Moralium dogma
philosophorum 54,13)
2
einen überwiegend äußeren Gesamtzustand bezeichnend ‘angenehm, schön,
stattlich’
2.1
v.a. von Personen, meist zur Hervorhebung der Vollkommenheit in Beschreibungen
ritterlich-höfischer Repräsentation:
do gewan er vil liute, / rittere gemeite, / vil wol
bereite, / michil here schare Hochz
263;
ein ingesinde [...], / vrô und
vil rîche, höfsch unt gemeit, / wol vier und zweinzec fürsten tiwer unde hêr
NibB
1342,2;
Ercules der helt gemeit Herb
307;
NibB
119,4.
418,4;
si ist ze allen êren ein wîp wol erkant, / schoener
gebaerde, mit zühten gemeit, / sô daz ir lop in dem rîche umbe gêt
MF:Mor
1: 1,2;
ir sult mit zühten sîn gemeit, / in wîplîcher güete tragen herzeliep und
herzeleit, / baltlîche vröude mîden, tougenlîchen tragen hôhen muot RvZw
40,4;
UvZLanz
600;
ich sag iu für die wârheit, / daz Moysen antlütz gemeit /
wart lieht als diu sunne EnikWchr
8696
2.2
seltener von Tieren oder Sachen:
ein pfert, daz was gar gemeit EnikWchr
27812;
UvZLanz
468;
er [der Winter] wil ouch die
boume velwen, / die da hiure wâren vil gemeit SM:WvK
2: 1,4;
SM:KvL
7:1,2;
swie diu sumerwunne ist vil gemeit SM:WvK
5: 1,4;
SM:Ro
7:1,8;
guot und gevüege / waz das vürbüege, / starc unde vil gemeit Er
7732.
7669;
vil richú kleinoͤde gemeit RvEWchr
20635;
EnikWchr
16026
2.3
bezogen auf ein Handeln:
sy warent bayde froudenreych; / ir gruͤssen, ir dancken was gemaydt
Suchenw
46,61
3
‘unnütz, zwecklos’ (hier präd. auf das Obj. bezogen):
hâstû noh ganzen lîp, / zewiu treistû den gemaiten?
Kchr
2639
MWB 2 425,35; Bearbeiter: Diehl
gemeite
swN. , gemeiten
stN. (subst. Inf.?)
nur in den Wendungen daʒ ~ singen, des ~ biten
‘um eine angenehme Belohnung bitten’ (zum Brauch vgl. A. Holtorf:
Neujahrswünsche im Liebesliede des ausgehenden Mittelalters [GAG 20], Stuttgart
1973, S. 194ff.):
so gand die jungling dez nahtes us in unwisheit und bitent dez
gemeiten, daz ist, sú singend lieder und sprechent schoͤnú gediht und
bringent es zuͦ, wie sú múgent mit hoflicher wise, daz in ire liep schapel
geben Seuse
26,5.
26,9;
daz hienach [...] niemant, er si jung ald alt, den
andern hie zuͦ Ravenspurg [...], es si zuͦ
wichennaͤchten noch suss zuͦ dehainer andern zit in dem jar nicht
ansingen suͥllent weder mit dem gesang, daz man nempt das gemaitten, noch mit
dem buͦben orden ald anderm gesang StRRavensb
228,36
MWB 2 426,29; Bearbeiter: Diehl
gemeiten
Adv.
‘müßig, untätig’ (zu dem nur adv. gebrauchten ahd.
gimeita swF. mit negativem Bedeutungsschwerpunkt, vgl. AWB 6,392-394
und A. Leitzmann, in: AfdA 34 [1910], S. 124):
daz bezeichent, daz der gotes man / niht gemaiton sol stan
Hochz
804;
nicht slaf noch ganc gemeiten / zu dinen arbeiten, / arbeite,
wirb und wache HeslApk
5181.
5141
MWB 2 426,45; Bearbeiter: Diehl
gemeitheit
stF.
1
‘Hochmut, Eitelkeit’ (vgl. AWB 6,394) 2
‘Lebensfreude’
1
‘Hochmut, Eitelkeit’ (vgl. AWB 6,394):
ich habe gisúndôt in úppiger guotlichi, in ruome, in únrehter ánadâhti, in
lôser ubercieride, [...], in gimeitheite, an glíchesunge
BambGlB
143,29
2
‘Lebensfreude’
war zuo sol dem briester gemäitheit! / ez ist nicht anders
umbe sîn höfscheit / denne als umb des esels singen Priesterl
537
MWB 2 426,53; Bearbeiter: Diehl
gemelen
swV.
vgl.
gamel
.
‘spaßen, scherzen’
[er] gämelt mit einem affen DvASchr
323,5
MWB 2 426,61; Bearbeiter: Diehl
gemelich
Adj., Adv.
auch gemenlich, gemellich, gämel(l)ich, gämenlich, adv. auch
-lîchen, zu
gamen
stMN. oder
gamel
stMN.
1
‘lustig, spaßig’
1.1 von Personen ‘vergnügt, froh’
1.2 von Geschehnissen, Gefühlen u.ä. ‘unterhaltsam, kurzweilig,
lustig’
2
‘merkwürdig, wunderlich’
3
‘närrisch, verrückt, lächerlich’
1
‘lustig, spaßig’
1.1
von Personen ‘vergnügt, froh’
durch der frouwen liebe vant man
[
in
] vil ofte gemelîchen Kudr
354,4;
ein gebvre vil rechte riche / der saz gemeliche / bi einem
dorfe vber ein velt ReinFu
K,14;
er [Achilles] wonte in [den
Feiernden] gemellîche mite KvWTroj
16432;
si wâren eteswenne / mit strîte sament gemellich [La.
gemenlich
]
ebd.
619;
man sô guoten [...] / hân ich
selten mê gesehen, / im gelîchen, / doch sô gemellîchen, / bî dem vür die swaere
/ bezzer vröide waere MF: Reinm
55: 2,8
1.2
von Geschehnissen, Gefühlen u.ä. ‘unterhaltsam, kurzweilig,
lustig’
dô wîste man die schœnen wider in den sal. / gämelîcher
sprüche wart dâ niht verdeit NibB
1673,3;
diu liet diu wâren sinne rîch: / si dûhten manigen gämellîch UvLFrd
436,11;
aller gemelicher schimpf / ist âne mâze ein ungelimpf KvWTroj
8927;
Isengrin beiz al vmbe sich, / sin angest was niht gemelich
ReinFu
K,792.
– allg. ‘Freude bringend’
de himelsch thron, de gemlich lon, / dat is
diͤ vridlich sicherheit, / der engein bedruͤfnis zuͦ
engeit MarlbRh
129,20;
ob din red ist hoffenlich / vnd an boshait gaͤmenlich / so wil
ich si gern vertragen Ruschart
146.
– in erotischem Zusammenhang:
darnach machenß ain gewett [Paar] / jeder
man mit ainer zu bett / da werdent sy so gaͤmenlich / die kutten
zipfel vbent sich Barfüsser
141;
subst.:
do begunden wir do beide ein gemellichez machen; / daz
geschach von liebe und ouch von wunderlichen sachen Tannh
3,83.
11,2
2
‘merkwürdig, wunderlich’
nv horet, wie mir geschah / gemelich geschichte
Herb
2166;
mit gemelichen sachen / dede hei eme machen / kleider wunderlicher var
KarlGalie
600.
1177;
senft als die lemper, vnchäwsch als die swein, seltzam vnd gämleich als die
affen Schachzb
76,100
3
‘närrisch, verrückt, lächerlich’
der wirt zehant so gemmelich / das er ze tode lachet sih
RvEWchr
2988;
daz haizent die Dürgen râsen, wenn ain mensch mit im selber
redet gämleicheu dinch BdN
400,8.
– subst.:
wolt ir icht gemeliches han, / daz sult ir anders triben. / lat ie Marien
bliben, / man sal ir denken nicht in spot! MarLegPass
22,282.
– negativ ‘dumm, töricht’
diu rede [von Keie] dûhte si
gemelich, / daz er sich dûhte alsô guot: / wan alsô schalclîchen muot / gewan
nie rîter dehein Iw
2504;
EnikWchr
248;
ja rat ich das dem gemelichen poppen, / er soll sich woll
behüeten SM:Go
4: 4,4.
– subst.:
dy gaͤmleichisten / under juden, haiden, christen
Teichn
673,27
MWB 2 426,63; Bearbeiter: Diehl
gemelichære
stM.
‘Spielmann, Narr’
der bischof in an sach / und dachte, daz er [der als Bote
auftretende arme schuler
] were / von kunst ein
gemelichere MarLegPass
22,252
(vgl. über denselben
dirre tore ebd.
22,263 )
MWB 2 427,52; Bearbeiter: Diehl
gemelîche
stF.
auch gemelliche, gämel(l)iche.
‘Unterhaltung, Ausgelassenheit’
iocus: gemmellichi VocOpt
33.001;
swer durh zuht niht tanzen welle / noch durh gemellîche, / der
enmache enhein geschelle SM:Go
2: 6,8;
diu rede was ir aller schimpf. / durch gämelîche und durch gelimpf / geschach
si von Alîse dô KvWPart
20358;
hei, sold ich daz heu mit ir hin hinder tragen, / als wir hie bevor in unser
gämelîche tâten! Neidh
WL 9:5,5;
sô [...] diu kint / mit gemelîche
[Leichtfertigkeit] erzogen sint /
[...] sô tuont si von in selben daz, / daz man sie vor
hât gelêret. / sus wirt vil manec kint verkêret LvRegFr
439.
–
‘Scherz’
die herren losten [hörten] alle dar
/ und nam der red mit ernst war. / och hetten súmelich / si fúr aine gemelich
SHort
2896;
dô wart im diz mære / gesaget durch einen gelimph, / daz
jener sprach durch sînen schimph, / daz wîp der tiuvel wære genant. / diu gämellîche
wart zehant / wîte ûf dem hove breit RvEBarl
11722
MWB 2 427,57; Bearbeiter: Diehl
gemelîcheit
stF.
‘Merkwürdigkeit, Seltsamkeit’
noch was id groisse gemelichet, / dat der fursten soene alle / Karll mit
soulchem schalle / hulpen wenden ind braden KarlGalie
1133
MWB 2 428,13; Bearbeiter: Diehl
gemelîchen
swV.
‘spaßen, scherzen’
swenn ich mit ir gemelîchen wil, / sô sleht sî mir slege vil / ûf hende und ûf
die knübele BFrau
147
MWB 2 428,17; Bearbeiter: Diehl
gemenge
stN.
1
‘(Kampf-)Getümmel, Gedränge’
2
‘Gemenge, Vermischung (mit etw.)’
1
‘(Kampf-)Getümmel, Gedränge’
ich bræhte ungerne nu mîn wîp / in alsô grôz gemenge: / ich
vorht unkunt gedrenge Parz
216,29;
alda / wart eyn groes gedrenge / ind eyn michel gemenge, / do mallich greyff
zo syme swerde KarlGalie
12768;
Herb
4343;
WhvÖst
17751
2
‘Gemenge, Vermischung (mit etw.)’
jo sullin di aptekere / [...] machin / ir salbe in
suzen sachin, / nicht daz ir gemenge / den siechin si zcu strenge PfzdHech
318,35;
got der würket in der sêle alle vollekomenheit unde lûterkeitt in der wirt diu
sêle alsô geliutert unde vollekomen, daz si niht gemenges gelîden mac mit keiner
krêatûre Eckh (Pf)
378,30;
StRMühlh
119.
– bezogen auf das Geheimnis der Inkarnation:
[dass eine Jungfrau] in ir wammen den besloz, / der
dem himele ist zu groz, / [...]. / daz was ein hersch
gemenge / und ein edele gewerb HeslNic
3364;
HeslApk
15945
MWB 2 428,20; Bearbeiter: Diehl
gemengede
stM.
‘Gemenge, (Ver-)Mischung’
Nichodêmus [...] brâchte ein gemengite
[
mixturam
] mirren und alôês alse
hundert pfunt EvBeh
Io 19,39;
dar umbe daz gotes lûterkeit in ir [der
Seele] würke, sô enmac si niht gemengedes lîden, daz gemenget ist mit
crêatûren Eckh
3:398,8
MWB 2 428,38; Bearbeiter: Diehl
1gemengen
swV.
‘mangeln’ (mit Dat.):
ain schon closter, das ist rich, / uff erde ward nie sin gelich /
/ ich wän im nit gemenge / in kainer hant sachen MinneR439
150
MWB 2 428,44; Bearbeiter: Diehl
2gemengen
swV.
→
mengen2
MWB 2 428,48;
gemenige
stF.
‘Menge’
ein gemeinü rehtikeit, die ordenet nah der rehtigunge der
getat des menschen in zuofüegunge zuo einem gemeinen guot einre gemenigi
[
multitudinis
]
ThvASu
332,21
MWB 2 428,49; Bearbeiter: Diehl
gemenlich
Adj.
→
gemelich
MWB 2 428,53;
gemêre
Adj.
zu
mêren
, gemêren swV. (vgl. Mhd. Gr. Wortb. § A
19).
‘größer’
Gawan die stücke beide [des zerbrochenen Schwertes]
/ zuo einander huop gereide [passend] /
[...]. / do sprach der künig gereht: / nement daz
gemerre in eine hant, / der anderen tuont daz spitze bekant ParzRapp
7,18
MWB 2 428,54; Bearbeiter: Diehl
1gemerke
stN.
zu
marke1
stF. ‘abgegrenzter
Bereich’.
1
‘Gemarkung, (Herrschafts-)Gebiet’
2
‘Grenzgebiet, Grenzmark’
3
‘Grenze’
1
‘Gemarkung, (Herrschafts-)Gebiet’
wie ie der herre von heime schiet / abe sîns landes gemerke Loheng
1725;
er fridet mit vil manger tat / swaz Portigal landes hat / vnd
von Yspani daz gemerk TürlArabel
*A 10,5;
wir svulen auch bede vnseriv geriht [...] vnd vnseriv
gemercche haben, als wir si her braht haben UrkCorp (WMU)
1699,33;
in dem banne und gemerche des dorfphes UrkBern
5,539
(a. 1327);
also iz gelegin ist yn synen gemerken vnde synen reynen UrkSchles(B)
20:12
(a. 1341);
von unser beider gemerchen und lantgerihten UrkHohenl
2:557,35
(a. 1344).
–
stet ein toter wider auff / oder ein mensch das her von
chind / ist gewesen chrump und plint / und stet auff und ist berait. / das ist
gottes wunderhayt [wunderbare Macht] / uber der natur
gemerck Teichn
693,47.
715,35
2
‘Grenzgebiet, Grenzmark’
ê man [die Leute Herzog Ernsts] die brieve
[mit der Fehdeansage] gelas, / Heinrîch an dem
gemerke was. / er stifte roup unde brant ErnstD
718;
daz chloster [...] unt allez daz dar
zu gehort untz an des erzepischolffes gemerche von Salzpurch EnikLB
708,4;
Jeisbute / besaminte vumfhundirt man, / [...] / und
vûrte dî besît / in Polênsche gemerke NvJer
19346
3
‘Grenze’
confinium: gimerke SummHeinr
2,242,01.58;
do iageten die hunde / uile uaste an die stat / da daz gemerke
was / daz sie do nicht uerrir ne muͦsten kvͦmen Ägidius
502;
swaz dâ stete sint gelegen / über al bî den wegen / des
gemerkes strich, / dâ diu lant scheident sich, / die sach er alle besunder
Ottok
18755;
hie an ist geschriben von dem lande ze Osterrich, wie daz her
chomen [entstanden] si, unt von dem gemerche alumbe
EnikLB
711,11;
TürlArabel
*A 37,29;
UrkArnst
88
(a. 1347)
MWB 2 428,61; Bearbeiter: Diehl
2gemerke
stN.
zu
merke
stF. ‘Wahrnehmung,
Beobachtung’.
1
‘Augenmerk, Wahrnehmung’
2
‘Merkmal, Merkzeichen’
1
‘Augenmerk, Wahrnehmung’
ich antwúrt us den sinnen, die da sint úber aller menschen
gemerke. du muͦst sinnelos werden, wilt du hin zuͦ komen, wan mit
unbekennen wirt dú warheit bekant Seuse
341,15.
356,24;
in einer stillen ruowe, alsô daz im kein crêatûre niht zuo spreche noch daz er
keiner crêatûre ouch niht înspreche, beide in sinlîchem gemerke und in geistlîchem
gemerke Eckh(Pf)
478,30;
HvFritzlHl
219,33.
– in der Wendung (in) sîn ~ nëmen
‘sein Augenmerk richten auf etw.’ (mit präp. Erg. oder
Obj.-Satz):
Heinrîch nam sîn gemerke / von des armbrostis sterke NvJer
12705;
ô sûzir got, nim in gemerc, / waz er den vîendin dîn gevêrc / hât getân
pînlîchir werc ebd.
25122;
iedoch begond er es [Gottes
Rede] in sin gemerk nemen, wie wider es ime waz
Seuse
34,14.
–
‘Beobachtung’
den pusch sach her mit ougen ane / brinnen und doch
vorwerden nicht, / diz waz ein ougen angesicht / unde eines sinnes gemerke
HeslApk
369;
kert er aber sin gemercke uf das mittel und sihet das an,
wie kleine das ist und wie dúnne Tauler
37,28.
– bezogen auf das Ziel der Wahrnehmung (?):
dô wart ein rîchiu tjost getân. / [...] / nû
trâfen si vil rehte, / beide nâch ir gemerke Er
6916.
–
dô was getân, / daz si sô nâhe kâmen, / daz sir
gemerke [Beobachtungsposten] nâmen / eine halbe
mîle von der stat Tr
7418
2
‘Merkmal, Merkzeichen’
daz sie [einzelne Menschen] des
unrechten / antecristes gemerke tragen HeslApk
19347.
19341;
an deme tage wirt des herren altir mitten in Egyptenlande und
eyn gemerke des herren uf sinen grenitzen, und wirt zu einem zeychen unde zu einem
gezucnisse des herren der engil in Egyptenlande Cranc
Jes 19,19;
dise [...] suzikeit, di der heilige geist in uns
wirkit, di kunne wir nicht betrachten noch bedenken, wan si inmac in bilden noch in
formen noch in gemerken nicht begriffen werden HvFritzlHl
126,2;
vnd des selbin gemerkis
[Beschaffenheit] / was ein roc ir gesnitin / nach den
franzzoischin sitin / wedir zuͦ lanc noch zuͦ kurt
Athis
D 158.
–
[die Pruzzen] begondin iz [die ihnen
unbekannte Armbrust] dêswâr / betastin beide her und dar. / zu
jungist doch ir einir vant / daz gemerke [ ‘die
Abzugsvorrichtung’ oder zu 1 ‘das
Gesuchte’] ; mit der hant / druckte er den sluzzil
NvJer
11846.
–
‘Zweck, Bedeutung’
o tummer mensche, nu vornim / diser worte gemerke
HeslApk
11455;
der [Spiegel] stunt an einem orde / oben an dem
gewerke / mit solhem gemerke, / [...] / daz
[...]
En
9406
MWB 2 429,33; Bearbeiter: Diehl
gemerkede
stN.
‘umgrenzter Raum, Grenzen’
confinium: gimerkede SummHeinr
2,242:01.58;
widererhugent unde werdent becheret ze dem herren alle die gemerchede der erde
[interl. zu universi fines terrae
]
PsWindb
21,28;
unze an die gemerchede des umberinges dere erdun [interl. zu
usque ad terminos orbis terrarum
]
ebd.
71,8.
73,17;
swa zolbær gvͦt vber baierichs gemercht chvmt UrkWittelsb
2,40
(a. 1294);
vntz an den weg [...] vͤntz an Lêvtfrides
gemercht UrkCorp (WMU)
2204,33
MWB 2 430,21; Bearbeiter: Diehl
gêmerlich
Adj.
→
jâmerlich
MWB 2 430,31;
gemerre
stN.
‘Hindernis’
impedimentum: gemirre Gl
3:243,3
(BStK461)
MWB 2 430,32; Bearbeiter: Diehl
gemerrede
stF.
‘Hindernis’ (?):
preiudicio: gimerrido Gl
2:124,49
(BStK665);
Gl
2:124,48
(BStK637)
MWB 2 430,34; Bearbeiter: Diehl |