Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   gemeinsagunge - 1gemengen    


gemeinsagunge stF. ‘Kommunion’ nach der messe vnd nach der heiligen gemäinsagung gotez leichnam [ post ... communionem ] BrAlt 38

MWB 2 423,7; Bearbeiter: Diehl

gemeinsam Adj. ‘gemeinsam, gemeinschaftlich’ bisz das der bùrgere / jn dem hofe da vernam / mit gewapenter hant gemeinsam / sinen herren vnd die sinen Krone 17952; cze den êrsten muz man uns abprechen auz den garten dirr werlt, daz wir chain gemainsam frewntschaft noch minne czu ir haben MvHeilFr 36

MWB 2 423,10; Bearbeiter: Diehl

gemeinsame stF. ‘Gemeinschaft’ (überw. im alem. Raum, vgl. jüngeres gemeinsamicheit ): die gemeinsame aller heiligen PrBerth 2:241,11; diu hailige cristenhait, swenne man die mit gitekait und mit missehellungen anvihtet, und dc si da von zertailet wiert von ain ander an dem fride und an der gemainsaime PrSchw 2,32; ander gemeinsami ensol noh enmag ich niemer me von ú noh mit ú gehaben Seuse 73,3 u.ö.; daz der gebannet wirt [...] daz man im gemeinsamy [Umgang] verbüt DRW 4,189 (DiessenhofenStR.; a. 1350). – in Rechtstexten bezogen auf die Teilhabe an einer rechtl. begründeten Vereinigung (s.a. gemeinde stF. und gemeine stF., vgl. LexMa 4,1209ff., 2HRG 2,47ff.): des rates vnd der gemeinsami der burger von Lv́cerren UrkCorp (WMU) 507,16; daz dv̂ swester sol han verlorn v̂nser geselleschaft vnde v̂nser gemeinsami ebd. N373A,13. 671,32. 1408,2. – ‘Rechte einer Gemeinschaft’ mit allir ehaftigi, mit allir frîheit [...] vnd mit allir rehtir gemeinsamj des dorfis ze Nacche UrkCorp (WMU) 1449,27; wir hein [...] den Bremgarten [einen Wald] [...] ze almend gegebenn und geben och vͥch gemeinsami und ehaftigi [ communitatem et vsufructum, quod dicitur ehafti ] in den forst StRBern 1:5,36; als man ze Baden ein gemeinsami [Gütergemeinschaft] und erbschaft durch recht vertigen sol UrkBaden 20 (a. 1349)

MWB 2 423,17; Bearbeiter: Diehl

gemeinsamede stF. ‘Gemeinschaft’ [ich] gelob gemeinsamede der heiligon StGallGlBII 343,30

MWB 2 423,45; Bearbeiter: Diehl

gemeinsamen swV. 1 ‘Gemeinschaft haben mit jmdm.’
1.1 mit Dat.
1.2 mit präp. Erg.
1.3 mit Refl.-Pron.
2 ‘jmdn. an einer Sache teilhaben lassen’ (mit Akk.d.P.)
   1 ‘Gemeinschaft haben mit jmdm.’    1.1 mit Dat.: so ein mensche ze banne wirt getan, swer daz weiz vnde im dar nach gemeinsampte, der ist ovch in dem banne SchwSp 153b; UrkCorp (WMU) 93,23. – und zusätzl. präp. Erg.: bennigen lûten, unde die offenlîche zu banne gekundet sint, den sal dekein brûder gemeinsamen geturren an den dingen, die unreloubet sint StatDtOrd 50,46    1.2 mit präp. Erg.: do der grâve Diepolt dar quam, / do verwandelt er ir beider namen / und enwolde doch gemeinsamen / mit der heidenschefte nie, / daz er geloubet als sie StrKarl 202; daz er gemeinsamete mit vnrechten luͦten PrLeys 63,12    1.3 mit Refl.-Pron.: do der vatter gebirt sinen sun in der ewikeit, [...] so enmoͤhte er sich nút inne enthalten er muͤste sich uzgiessen und gemeinsamen Tauler 8,21; si [die toren] lebent vil nahen als ein vihe: / [...] / sich ensol ir leben noch ir namen / dem leben niht gemeinsamen / daz manige tugent behaltet StrFra 998    2 ‘jmdn. an einer Sache teilhaben lassen’ (mit Akk.d.P.): cze dem drittenmâl gemainsamt uns dise heilichait geselleschaft aller engel MvHeilFr 27. 26. – ‘jmdm. Teilhabe an etw. gewähren’ (mit Akk.d.S.): ich haisse und gebúte daz ir die gnade gemainsamint enandren PrGeorg 66,4. 66,38; ein frunt ofnot vnd gemeinsamet sinem fru̍nt sin heimlichi RvBib 101,10; bisz danckber bisz an dinen tod des minniclichen liebes und guͦtes, das er dir gemeinsamt hat Seuse 482,17

MWB 2 423,47; Bearbeiter: Diehl

gemeinsamicheit stF. ‘Gemeinschaft’ (vgl. gemeinsame ): daz du gelich syest in menschlicher gemeinsamkeit, dir selber nit nëher denn einem andern. du solt alle menschen dir gelich liebhaben Eckh 1:79,5; Seuse 337,29. – bezogen auf die Trinität: die gemeinsamikeit der gotlichen wesung ThvASu 314,15

MWB 2 424,13; Bearbeiter: Diehl

gemeinsamiclich Adj. ‘gemeinschaftlich, umfassend’ es ist sin ewiges wesen in der nemunge, als es sich in gemeinsamklicher wise der kreature git Seuse 331,21

MWB 2 424,20; Bearbeiter: Diehl

gemeinsamunge stF. ‘Gemeinschaft, Teihabe an etw.’ wan die gemeinsamung [ communicatio ] der volkomenheit, also vil alse man die bloslich betrahtet so behöret si zuo der guotheit ThvASu 276,29. 38,11 u.ö.; minne ist ein zeichen der gemeinsamunge [ signum communicationis ] RvBib 101,9. – bezogen auf die Kommunion: durch die heiligen gemäinsamung [ propter communionem sanctam ] BrAlt 38

MWB 2 424,24; Bearbeiter: Diehl

gemeinschaft stF. 1 ‘Gemeinschaft’
1.1 allg.
1.2 in Rechtstexten (s.a. gemeinsame , vgl. LexMa 4,1209ff., 2 HRG 2,47ff.)
1.2.1 bezogen auf rechtl. begründeten Vereinigungen
1.2.2 ‘Anteil, Teilhabe an etw.’
1.3 bezogen auf Geschlechtsverkehr
2 ‘Gemeinsamkeit’
   1 ‘Gemeinschaft’    1.1 allg.: ælliv div mennisk, div in der gemeinscefte sint der heiligen kristenheit Spec 32,12; und wil dar uz ze dute lesen, / daz mich nutze duncket wesen / zu horen der gemeinschaft Vät 165; das unbegriffenlich lop, das wir got leisten soͤllen mit der gemeinschaft aller creaturen in allem únserm tuͦnde Mechth 4: 18,66; pei der seuren [einer Eidechsenart] verstên ich den menschen, den diu gemainschaft diser werlt hât verplendet an der vernunft BdN 279,18    1.2 in Rechtstexten (s.a. gemeinsame , vgl. LexMa 4,1209ff., 2HRG 2,47ff.)    1.2.1 bezogen auf rechtl. begründeten Vereinigungen: in ir gemaeinschaft ze purgern [...] enphahen oder nemen StRMünch 90,16; swer daz niht tuot, der sol geben ze pêne zehen pfunt Berner, und sol diu pêne gevallen der gemeinschaft der stat StRMeran 424; die gemeinschaf der iuden zu Frankenvord UrkFrankf 2,62 (a. 1316); alle, di in ainer aynuͦng und gemainschaft sein und wonen MGHConst 8:365,39 (a. 1347); Mühlh 180,6; UrkCorp (WMU) 254,8; vmb das gelvbde, daz ir habent tan got vnd den siechen des spitales des hiligen geistes ze Eystet, so geben wir ive gemanschaft [nehmen euch in die G. auf] vnseres spitals SpitEich 5,41    1.2.2 ‘Anteil, Teilhabe an etw.’ daz kein kieser keinen boͤsen heller wehseln sol oder kauffen noch daran geselleschaft oder gemeinschaft haben sol WüP 63,4; Werner der voit [...], der gemeinschaft hat an unser mulen [...] die er van uns hat zuͦ lehene UrkMoselQ 198,13 (a. 1347); jz schol auch dehains bvrger chint noch hausfrawͦ gemainschaft haben mit den fragenern [Kleinhändler, Hausierer] StRBurgh 182; UrkCorp (WMU) 3328,37    1.3 bezogen auf Geschlechtsverkehr: wavon chumt daz, / daz du pist swanger worden hie? / gemainschaft het ich mit dir nie Suchenw 41,326; ich schlieff als gerne by einer malatschen als by ir, [...] und sprach das der ritter geuneret múst syn der mit ir gemeynschafft hett Lanc 358,35. das ye kein frauw kint gewúnne on mannes gemeinschafft ebd. 250,3; MarcoPolo 33,3    2 ‘Gemeinsamkeit’ nû bist dû doch von den Juden, und ich bin ein Samaritânâ, und unser ê und iuwer ê hânt keine gemeinschaft mit einander Eckh 3:115,2; cypressus ist auch gar ain hoher paum und tregt vil gemainschaft mit dem cederpaum BdN 318,34

MWB 2 424,33; Bearbeiter: Diehl

gemeinsin stM. ‘Gemeinsinn’ sensus communis: gemainsin VocOpt 2.014

MWB 2 425,17; Bearbeiter: Diehl

gemeinunge stF. ‘Übereinstimmung, Einigung’ ez ist zemerken, daz zwiveltigez gesteltnüsse der gerehtikeit ist. eine [...], die da bestat in der verkouffunge unde in dem kouffe unde in andern solichen gemeinunge oder wandelungen [ communicationibus vel commutationibus ] ThvASu 274,33; gemeinunge der sinnen [ consentire ] zuo etwaz ebd. 148,4. 276,2; sus hat gemeinunge / mit aller schepfunge / der mensche Secret 2417; von gemeinunge der viende StRNordh 3,45 (vgl. daz he di viende gemeinet ebd. 2,12 )

MWB 2 425,19; Bearbeiter: Diehl

gemeinveltigen swV. ‘etw. verteilen, vervielfachen’ also groz ist div genade des almehtigen gotes. her zuo dem menschen daz er sin hertz gemainveltiget havt her zuo im also verre daz dehain mensch verlorn mag werden PrWack 31,12

MWB 2 425,30; Bearbeiter: Diehl

gemeit Adj. 1 auf Stimmungen bezogen ‘erfreut, froh, freudig’
2 einen überwiegend äußeren Gesamtzustand bezeichnend ‘angenehm, schön, stattlich’
2.1 v.a. von Personen, meist zur Hervorhebung der Vollkommenheit in Beschreibungen ritterlich-höfischer Repräsentation
2.2 seltener von Tieren oder Sachen
2.3 bezogen auf ein Handeln
3 ‘unnütz, zwecklos’ (hier präd. auf das Obj. bezogen)
   1 auf Stimmungen bezogen ‘erfreut, froh, freudig’ diu maget trûrec, niht gemeit, / ân urloup vome ringe reit Parz 318,25; der cristeneman was vil gemeit, / daz er den iuden dort betrouc PassIII 20,13; wir suln sîn gemeit, / tanzen, lachen unde singen / âne dörperheit Walth 51,23; EvBerl 252. – mit Erg. im Gen.: des bin ich vrô unt gemeit NibB 1646,4; sie waren des weters wol gemvt / vnde des gutes gemeit Herb 17076; wir sun frœlîch reien, singen, / lieber mære sîn gemeit SM:KvL 3: 1,4; sam der wirt zetisch tuͦt, / der siner gest ist so gemait SHort 2789; ûf ir strousak leit si sich dô, / des wart gemeit diu hungrig vlô Boner 48,130. – selten noch Anklänge an den negativen ahd. Bedeutungsschwerpunkt ‘hochmütig, töricht’, (vgl. 3 und ähnlich → gemeiten Adv. und → gemeitheit ): ir sit iwers muotes vil gemeit Wahrh 64; der hirz dunket sich seiner hörner gar gemait BdN 129,17; dinir grozen [textkrit. problematisch durch fehlendes Wort (vgl. Anm.z.St.)] bis nicht zu gemeit : / is ist mislich, wie is dir irga. / hin abe sprichit Seneca: / ‘so di vederen sin von grozereme namen, / so sich di kint me mugen schamen’ Elmend A 904, vgl. die lat. Vorlage nobilitas quoque plus ignominie quam laudis degenerantibus solet afferre (Wilhelm von Conches, Moralium dogma philosophorum 54,13)    2 einen überwiegend äußeren Gesamtzustand bezeichnend ‘angenehm, schön, stattlich’    2.1 v.a. von Personen, meist zur Hervorhebung der Vollkommenheit in Beschreibungen ritterlich-höfischer Repräsentation: do gewan er vil liute, / rittere gemeite, / vil wol bereite, / michil here schare Hochz 263; ein ingesinde [...], / vrô und vil rîche, höfsch unt gemeit, / wol vier und zweinzec fürsten tiwer unde hêr NibB 1342,2; Ercules der helt gemeit Herb 307; NibB 119,4. 418,4; si ist ze allen êren ein wîp wol erkant, / schoener gebaerde, mit zühten gemeit, / sô daz ir lop in dem rîche umbe gêt MF:Mor 1: 1,2; ir sult mit zühten sîn gemeit, / in wîplîcher güete tragen herzeliep und herzeleit, / baltlîche vröude mîden, tougenlîchen tragen hôhen muot RvZw 40,4; UvZLanz 600; ich sag iu für die wârheit, / daz Moysen antlütz gemeit / wart lieht als diu sunne EnikWchr 8696    2.2 seltener von Tieren oder Sachen: ein pfert, daz was gar gemeit EnikWchr 27812; UvZLanz 468; er [der Winter] wil ouch die boume velwen, / die da hiure wâren vil gemeit SM:WvK 2: 1,4; SM:KvL 7:1,2; swie diu sumerwunne ist vil gemeit SM:WvK 5: 1,4; SM:Ro 7:1,8; guot und gevüege / waz das vürbüege, / starc unde vil gemeit Er 7732. 7669; vil richú kleinoͤde gemeit RvEWchr 20635; EnikWchr 16026    2.3 bezogen auf ein Handeln: sy warent bayde froudenreych; / ir gruͤssen, ir dancken was gemaydt Suchenw 46,61    3 ‘unnütz, zwecklos’ (hier präd. auf das Obj. bezogen): hâstû noh ganzen lîp, / zewiu treistû den gemaiten? Kchr 2639

MWB 2 425,35; Bearbeiter: Diehl

gemeite swN. , gemeiten stN. (subst. Inf.?) nur in den Wendungen daʒ ~ singen, des ~ biten ‘um eine angenehme Belohnung bitten’ (zum Brauch vgl. A. Holtorf: Neujahrswünsche im Liebesliede des ausgehenden Mittelalters [GAG 20], Stuttgart 1973, S. 194ff.): so gand die jungling dez nahtes us in unwisheit und bitent dez gemeiten, daz ist, sú singend lieder und sprechent schoͤnú gediht und bringent es zuͦ, wie sú múgent mit hoflicher wise, daz in ire liep schapel geben Seuse 26,5. 26,9; daz hienach [...] niemant, er si jung ald alt, den andern hie zuͦ Ravenspurg [...], es si zuͦ wichennaͤchten noch suss zuͦ dehainer andern zit in dem jar nicht ansingen suͥllent weder mit dem gesang, daz man nempt das gemaitten, noch mit dem buͦben orden ald anderm gesang StRRavensb 228,36

MWB 2 426,29; Bearbeiter: Diehl

gemeiten Adv. ‘müßig, untätig’ (zu dem nur adv. gebrauchten ahd. gimeita swF. mit negativem Bedeutungsschwerpunkt, vgl. AWB 6,392-394 und A. Leitzmann, in: AfdA 34 [1910], S. 124): daz bezeichent, daz der gotes man / niht gemaiton sol stan Hochz 804; nicht slaf noch ganc gemeiten / zu dinen arbeiten, / arbeite, wirb und wache HeslApk 5181. 5141

MWB 2 426,45; Bearbeiter: Diehl

gemeitheit stF. 1 ‘Hochmut, Eitelkeit’ (vgl. AWB 6,394)
2 ‘Lebensfreude’
   1 ‘Hochmut, Eitelkeit’ (vgl. AWB 6,394): ich habe gisúndôt in úppiger guotlichi, in ruome, in únrehter ánadâhti, in lôser ubercieride, [...], in gimeitheite, an glíchesunge BambGlB 143,29    2 ‘Lebensfreude’ war zuo sol dem briester gemäitheit! / ez ist nicht anders umbe sîn höfscheit / denne als umb des esels singen Priesterl 537

MWB 2 426,53; Bearbeiter: Diehl

gemelen swV. vgl. gamel . ‘spaßen, scherzen’ [er] gämelt mit einem affen DvASchr 323,5

MWB 2 426,61; Bearbeiter: Diehl

gemelich Adj., Adv. auch gemenlich, gemellich, gämel(l)ich, gämenlich, adv. auch -lîchen, zu gamen stMN. oder gamel stMN. 1 ‘lustig, spaßig’
1.1 von Personen ‘vergnügt, froh’
1.2 von Geschehnissen, Gefühlen u.ä. ‘unterhaltsam, kurzweilig, lustig’
2 ‘merkwürdig, wunderlich’
3 ‘närrisch, verrückt, lächerlich’
   1 ‘lustig, spaßig’    1.1 von Personen ‘vergnügt, froh’ durch der frouwen liebe vant man [ in ] vil ofte gemelîchen Kudr 354,4; ein gebvre vil rechte riche / der saz gemeliche / bi einem dorfe vber ein velt ReinFu K,14; er [Achilles] wonte in [den Feiernden] gemellîche mite KvWTroj 16432; si wâren eteswenne / mit strîte sament gemellich [La. gemenlich ] ebd. 619; man sô guoten [...] / hân ich selten mê gesehen, / im gelîchen, / doch sô gemellîchen, / bî dem vür die swaere / bezzer vröide waere MF:  Reinm 55: 2,8    1.2 von Geschehnissen, Gefühlen u.ä. ‘unterhaltsam, kurzweilig, lustig’ dô wîste man die schœnen wider in den sal. / gämelîcher sprüche wart dâ niht verdeit NibB 1673,3; diu liet diu wâren sinne rîch: / si dûhten manigen gämellîch UvLFrd 436,11; aller gemelicher schimpf / ist âne mâze ein ungelimpf KvWTroj 8927; Isengrin beiz al vmbe sich, / sin angest was niht gemelich ReinFu K,792. – allg. ‘Freude bringend’ de himelsch thron, de gemlich lon, / dat is diͤ vridlich sicherheit, / der engein bedruͤfnis zuͦ engeit MarlbRh 129,20; ob din red ist hoffenlich / vnd an boshait gaͤmenlich / so wil ich si gern vertragen Ruschart 146. – in erotischem Zusammenhang: darnach machenß ain gewett [Paar] / jeder man mit ainer zu bett / da werdent sy so gaͤmenlich / die kutten zipfel vbent sich Barfüsser 141; subst.: do begunden wir do beide ein gemellichez machen; / daz geschach von liebe und ouch von wunderlichen sachen Tannh 3,83. 11,2    2 ‘merkwürdig, wunderlich’ nv horet, wie mir geschah / gemelich geschichte Herb 2166; mit gemelichen sachen / dede hei eme machen / kleider wunderlicher var KarlGalie 600. 1177; senft als die lemper, vnchäwsch als die swein, seltzam vnd gämleich als die affen Schachzb 76,100    3 ‘närrisch, verrückt, lächerlich’ der wirt zehant so gemmelich / das er ze tode lachet sih RvEWchr 2988; daz haizent die Dürgen râsen, wenn ain mensch mit im selber redet gämleicheu dinch BdN 400,8. – subst.: wolt ir icht gemeliches han, / daz sult ir anders triben. / lat ie Marien bliben, / man sal ir denken nicht in spot! MarLegPass 22,282. – negativ ‘dumm, töricht’ diu rede [von Keie] dûhte si gemelich, / daz er sich dûhte alsô guot: / wan alsô schalclîchen muot / gewan nie rîter dehein Iw 2504; EnikWchr 248; ja rat ich das dem gemelichen poppen, / er soll sich woll behüeten SM:Go 4: 4,4. – subst.: dy gaͤmleichisten / under juden, haiden, christen Teichn 673,27

MWB 2 426,63; Bearbeiter: Diehl

gemelichære stM. ‘Spielmann, Narr’ der bischof in an sach / und dachte, daz er [der als Bote auftretende arme schuler ] were / von kunst ein gemelichere MarLegPass 22,252 (vgl. über denselben dirre tore ebd. 22,263 )

MWB 2 427,52; Bearbeiter: Diehl

gemelîche stF. auch gemelliche, gämel(l)iche. ‘Unterhaltung, Ausgelassenheit’ iocus: gemmellichi VocOpt 33.001; swer durh zuht niht tanzen welle / noch durh gemellîche, / der enmache enhein geschelle SM:Go 2: 6,8; diu rede was ir aller schimpf. / durch gämelîche und durch gelimpf / geschach si von Alîse dô KvWPart 20358; hei, sold ich daz heu mit ir hin hinder tragen, / als wir hie bevor in unser gämelîche tâten! Neidh WL 9:5,5; sô [...] diu kint / mit gemelîche [Leichtfertigkeit] erzogen sint / [...] sô tuont si von in selben daz, / daz man sie vor hât gelêret. / sus wirt vil manec kint verkêret LvRegFr 439. – ‘Scherz’ die herren losten [hörten] alle dar / und nam der red mit ernst war. / och hetten súmelich / si fúr aine gemelich SHort 2896; dô wart im diz mære / gesaget durch einen gelimph, / daz jener sprach durch sînen schimph, / daz wîp der tiuvel wære genant. / diu gämellîche wart zehant / wîte ûf dem hove breit RvEBarl 11722

MWB 2 427,57; Bearbeiter: Diehl

gemelîcheit stF. ‘Merkwürdigkeit, Seltsamkeit’ noch was id groisse gemelichet, / dat der fursten soene alle / Karll mit soulchem schalle / hulpen wenden ind braden KarlGalie 1133

MWB 2 428,13; Bearbeiter: Diehl

gemelîchen swV. ‘spaßen, scherzen’ swenn ich mit ir gemelîchen wil, / sô sleht sî mir slege vil / ûf hende und ûf die knübele BFrau 147

MWB 2 428,17; Bearbeiter: Diehl

gemenge stN. 1 ‘(Kampf-)Getümmel, Gedränge’
2 ‘Gemenge, Vermischung (mit etw.)’
   1 ‘(Kampf-)Getümmel, Gedränge’ ich bræhte ungerne nu mîn wîp / in alsô grôz gemenge: / ich vorht unkunt gedrenge Parz 216,29; alda / wart eyn groes gedrenge / ind eyn michel gemenge, / do mallich greyff zo syme swerde KarlGalie 12768; Herb 4343; WhvÖst 17751    2 ‘Gemenge, Vermischung (mit etw.)’ jo sullin di aptekere / [...] machin / ir salbe in suzen sachin, / nicht daz ir gemenge / den siechin si zcu strenge PfzdHech 318,35; got der würket in der sêle alle vollekomenheit unde lûterkeitt in der wirt diu sêle alsô geliutert unde vollekomen, daz si niht gemenges gelîden mac mit keiner krêatûre Eckh  (Pf) 378,30; StRMühlh 119. – bezogen auf das Geheimnis der Inkarnation: [dass eine Jungfrau] in ir wammen den besloz, / der dem himele ist zu groz, / [...]. / daz was ein hersch gemenge / und ein edele gewerb HeslNic 3364; HeslApk 15945

MWB 2 428,20; Bearbeiter: Diehl

gemengede stM. ‘Gemenge, (Ver-)Mischung’ Nichodêmus [...] brâchte ein gemengite [ mixturam ] mirren und alôês alse hundert pfunt EvBeh Io 19,39; dar umbe daz gotes lûterkeit in ir [der Seele] würke, sô enmac si niht gemengedes lîden, daz gemenget ist mit crêatûren Eckh 3:398,8

MWB 2 428,38; Bearbeiter: Diehl

1gemengen swV. ‘mangeln’ (mit Dat.): ain schon closter, das ist rich, / uff erde ward nie sin gelich / / ich wän im nit gemenge / in kainer hant sachen MinneR439 150

MWB 2 428,44; Bearbeiter: Diehl