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ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
      gemeinunge stF.
      gemeinveltigen swV.
      gemeit Adj.
      gemeite swN.
      gemeiten Adv.
      gemeitheit stF.
      gemelen swV.
      gemelich Adj., Adv.
      gemelichære stM.
      gemelîche stF.
      gemelîcheit stF.
      gemelîchen swV.
      gemenge stN.
      gemengede stM.
      1gemengen swV.
      2gemengen swV.
      gemenige stF.
      gemenlich Adj.
      gemêre Adj.
      1gemerke stN.
      2gemerke stN.
      gemerkede stN.
      gêmerlich Adj.
      gemerre stN.
      gemerrede stF.
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   gemeinunge - gemerrede    


gemeinunge stF. ‘Übereinstimmung, Einigung’ ez ist zemerken, daz zwiveltigez gesteltnüsse der gerehtikeit ist. eine [...], die da bestat in der verkouffunge unde in dem kouffe unde in andern solichen gemeinunge oder wandelungen [ communicationibus vel commutationibus ] ThvASu 274,33; gemeinunge der sinnen [ consentire ] zuo etwaz ebd. 148,4. 276,2; sus hat gemeinunge / mit aller schepfunge / der mensche Secret 2417; von gemeinunge der viende StRNordh 3,45 (vgl. daz he di viende gemeinet ebd. 2,12 )

MWB 2 425,19; Bearbeiter: Diehl

gemeinveltigen swV. ‘etw. verteilen, vervielfachen’ also groz ist div genade des almehtigen gotes. her zuo dem menschen daz er sin hertz gemainveltiget havt her zuo im also verre daz dehain mensch verlorn mag werden PrWack 31,12

MWB 2 425,30; Bearbeiter: Diehl

gemeit Adj. 1 auf Stimmungen bezogen ‘erfreut, froh, freudig’
2 einen überwiegend äußeren Gesamtzustand bezeichnend ‘angenehm, schön, stattlich’
2.1 v.a. von Personen, meist zur Hervorhebung der Vollkommenheit in Beschreibungen ritterlich-höfischer Repräsentation
2.2 seltener von Tieren oder Sachen
2.3 bezogen auf ein Handeln
3 ‘unnütz, zwecklos’ (hier präd. auf das Obj. bezogen)
   1 auf Stimmungen bezogen ‘erfreut, froh, freudig’ diu maget trûrec, niht gemeit, / ân urloup vome ringe reit Parz 318,25; der cristeneman was vil gemeit, / daz er den iuden dort betrouc PassIII 20,13; wir suln sîn gemeit, / tanzen, lachen unde singen / âne dörperheit Walth 51,23; EvBerl 252. – mit Erg. im Gen.: des bin ich vrô unt gemeit NibB 1646,4; sie waren des weters wol gemvt / vnde des gutes gemeit Herb 17076; wir sun frœlîch reien, singen, / lieber mære sîn gemeit SM:KvL 3: 1,4; sam der wirt zetisch tuͦt, / der siner gest ist so gemait SHort 2789; ûf ir strousak leit si sich dô, / des wart gemeit diu hungrig vlô Boner 48,130. – selten noch Anklänge an den negativen ahd. Bedeutungsschwerpunkt ‘hochmütig, töricht’, (vgl. 3 und ähnlich → gemeiten Adv. und → gemeitheit ): ir sit iwers muotes vil gemeit Wahrh 64; der hirz dunket sich seiner hörner gar gemait BdN 129,17; dinir grozen [textkrit. problematisch durch fehlendes Wort (vgl. Anm.z.St.)] bis nicht zu gemeit : / is ist mislich, wie is dir irga. / hin abe sprichit Seneca: / ‘so di vederen sin von grozereme namen, / so sich di kint me mugen schamen’ Elmend A 904, vgl. die lat. Vorlage nobilitas quoque plus ignominie quam laudis degenerantibus solet afferre (Wilhelm von Conches, Moralium dogma philosophorum 54,13)    2 einen überwiegend äußeren Gesamtzustand bezeichnend ‘angenehm, schön, stattlich’    2.1 v.a. von Personen, meist zur Hervorhebung der Vollkommenheit in Beschreibungen ritterlich-höfischer Repräsentation: do gewan er vil liute, / rittere gemeite, / vil wol bereite, / michil here schare Hochz 263; ein ingesinde [...], / vrô und vil rîche, höfsch unt gemeit, / wol vier und zweinzec fürsten tiwer unde hêr NibB 1342,2; Ercules der helt gemeit Herb 307; NibB 119,4. 418,4; si ist ze allen êren ein wîp wol erkant, / schoener gebaerde, mit zühten gemeit, / sô daz ir lop in dem rîche umbe gêt MF:Mor 1: 1,2; ir sult mit zühten sîn gemeit, / in wîplîcher güete tragen herzeliep und herzeleit, / baltlîche vröude mîden, tougenlîchen tragen hôhen muot RvZw 40,4; UvZLanz 600; ich sag iu für die wârheit, / daz Moysen antlütz gemeit / wart lieht als diu sunne EnikWchr 8696    2.2 seltener von Tieren oder Sachen: ein pfert, daz was gar gemeit EnikWchr 27812; UvZLanz 468; er [der Winter] wil ouch die boume velwen, / die da hiure wâren vil gemeit SM:WvK 2: 1,4; SM:KvL 7:1,2; swie diu sumerwunne ist vil gemeit SM:WvK 5: 1,4; SM:Ro 7:1,8; guot und gevüege / waz das vürbüege, / starc unde vil gemeit Er 7732. 7669; vil richú kleinoͤde gemeit RvEWchr 20635; EnikWchr 16026    2.3 bezogen auf ein Handeln: sy warent bayde froudenreych; / ir gruͤssen, ir dancken was gemaydt Suchenw 46,61    3 ‘unnütz, zwecklos’ (hier präd. auf das Obj. bezogen): hâstû noh ganzen lîp, / zewiu treistû den gemaiten? Kchr 2639

MWB 2 425,35; Bearbeiter: Diehl

gemeite swN. , gemeiten stN. (subst. Inf.?) nur in den Wendungen daʒ ~ singen, des ~ biten ‘um eine angenehme Belohnung bitten’ (zum Brauch vgl. A. Holtorf: Neujahrswünsche im Liebesliede des ausgehenden Mittelalters [GAG 20], Stuttgart 1973, S. 194ff.): so gand die jungling dez nahtes us in unwisheit und bitent dez gemeiten, daz ist, sú singend lieder und sprechent schoͤnú gediht und bringent es zuͦ, wie sú múgent mit hoflicher wise, daz in ire liep schapel geben Seuse 26,5. 26,9; daz hienach [...] niemant, er si jung ald alt, den andern hie zuͦ Ravenspurg [...], es si zuͦ wichennaͤchten noch suss zuͦ dehainer andern zit in dem jar nicht ansingen suͥllent weder mit dem gesang, daz man nempt das gemaitten, noch mit dem buͦben orden ald anderm gesang StRRavensb 228,36

MWB 2 426,29; Bearbeiter: Diehl

gemeiten Adv. ‘müßig, untätig’ (zu dem nur adv. gebrauchten ahd. gimeita swF. mit negativem Bedeutungsschwerpunkt, vgl. AWB 6,392-394 und A. Leitzmann, in: AfdA 34 [1910], S. 124): daz bezeichent, daz der gotes man / niht gemaiton sol stan Hochz 804; nicht slaf noch ganc gemeiten / zu dinen arbeiten, / arbeite, wirb und wache HeslApk 5181. 5141

MWB 2 426,45; Bearbeiter: Diehl

gemeitheit stF. 1 ‘Hochmut, Eitelkeit’ (vgl. AWB 6,394)
2 ‘Lebensfreude’
   1 ‘Hochmut, Eitelkeit’ (vgl. AWB 6,394): ich habe gisúndôt in úppiger guotlichi, in ruome, in únrehter ánadâhti, in lôser ubercieride, [...], in gimeitheite, an glíchesunge BambGlB 143,29    2 ‘Lebensfreude’ war zuo sol dem briester gemäitheit! / ez ist nicht anders umbe sîn höfscheit / denne als umb des esels singen Priesterl 537

MWB 2 426,53; Bearbeiter: Diehl

gemelen swV. vgl. gamel . ‘spaßen, scherzen’ [er] gämelt mit einem affen DvASchr 323,5

MWB 2 426,61; Bearbeiter: Diehl

gemelich Adj., Adv. auch gemenlich, gemellich, gämel(l)ich, gämenlich, adv. auch -lîchen, zu gamen stMN. oder gamel stMN. 1 ‘lustig, spaßig’
1.1 von Personen ‘vergnügt, froh’
1.2 von Geschehnissen, Gefühlen u.ä. ‘unterhaltsam, kurzweilig, lustig’
2 ‘merkwürdig, wunderlich’
3 ‘närrisch, verrückt, lächerlich’
   1 ‘lustig, spaßig’    1.1 von Personen ‘vergnügt, froh’ durch der frouwen liebe vant man [ in ] vil ofte gemelîchen Kudr 354,4; ein gebvre vil rechte riche / der saz gemeliche / bi einem dorfe vber ein velt ReinFu K,14; er [Achilles] wonte in [den Feiernden] gemellîche mite KvWTroj 16432; si wâren eteswenne / mit strîte sament gemellich [La. gemenlich ] ebd. 619; man sô guoten [...] / hân ich selten mê gesehen, / im gelîchen, / doch sô gemellîchen, / bî dem vür die swaere / bezzer vröide waere MF:  Reinm 55: 2,8    1.2 von Geschehnissen, Gefühlen u.ä. ‘unterhaltsam, kurzweilig, lustig’ dô wîste man die schœnen wider in den sal. / gämelîcher sprüche wart dâ niht verdeit NibB 1673,3; diu liet diu wâren sinne rîch: / si dûhten manigen gämellîch UvLFrd 436,11; aller gemelicher schimpf / ist âne mâze ein ungelimpf KvWTroj 8927; Isengrin beiz al vmbe sich, / sin angest was niht gemelich ReinFu K,792. – allg. ‘Freude bringend’ de himelsch thron, de gemlich lon, / dat is diͤ vridlich sicherheit, / der engein bedruͤfnis zuͦ engeit MarlbRh 129,20; ob din red ist hoffenlich / vnd an boshait gaͤmenlich / so wil ich si gern vertragen Ruschart 146. – in erotischem Zusammenhang: darnach machenß ain gewett [Paar] / jeder man mit ainer zu bett / da werdent sy so gaͤmenlich / die kutten zipfel vbent sich Barfüsser 141; subst.: do begunden wir do beide ein gemellichez machen; / daz geschach von liebe und ouch von wunderlichen sachen Tannh 3,83. 11,2    2 ‘merkwürdig, wunderlich’ nv horet, wie mir geschah / gemelich geschichte Herb 2166; mit gemelichen sachen / dede hei eme machen / kleider wunderlicher var KarlGalie 600. 1177; senft als die lemper, vnchäwsch als die swein, seltzam vnd gämleich als die affen Schachzb 76,100    3 ‘närrisch, verrückt, lächerlich’ der wirt zehant so gemmelich / das er ze tode lachet sih RvEWchr 2988; daz haizent die Dürgen râsen, wenn ain mensch mit im selber redet gämleicheu dinch BdN 400,8. – subst.: wolt ir icht gemeliches han, / daz sult ir anders triben. / lat ie Marien bliben, / man sal ir denken nicht in spot! MarLegPass 22,282. – negativ ‘dumm, töricht’ diu rede [von Keie] dûhte si gemelich, / daz er sich dûhte alsô guot: / wan alsô schalclîchen muot / gewan nie rîter dehein Iw 2504; EnikWchr 248; ja rat ich das dem gemelichen poppen, / er soll sich woll behüeten SM:Go 4: 4,4. – subst.: dy gaͤmleichisten / under juden, haiden, christen Teichn 673,27

MWB 2 426,63; Bearbeiter: Diehl

gemelichære stM. ‘Spielmann, Narr’ der bischof in an sach / und dachte, daz er [der als Bote auftretende arme schuler ] were / von kunst ein gemelichere MarLegPass 22,252 (vgl. über denselben dirre tore ebd. 22,263 )

MWB 2 427,52; Bearbeiter: Diehl

gemelîche stF. auch gemelliche, gämel(l)iche. ‘Unterhaltung, Ausgelassenheit’ iocus: gemmellichi VocOpt 33.001; swer durh zuht niht tanzen welle / noch durh gemellîche, / der enmache enhein geschelle SM:Go 2: 6,8; diu rede was ir aller schimpf. / durch gämelîche und durch gelimpf / geschach si von Alîse dô KvWPart 20358; hei, sold ich daz heu mit ir hin hinder tragen, / als wir hie bevor in unser gämelîche tâten! Neidh WL 9:5,5; sô [...] diu kint / mit gemelîche [Leichtfertigkeit] erzogen sint / [...] sô tuont si von in selben daz, / daz man sie vor hât gelêret. / sus wirt vil manec kint verkêret LvRegFr 439. – ‘Scherz’ die herren losten [hörten] alle dar / und nam der red mit ernst war. / och hetten súmelich / si fúr aine gemelich SHort 2896; dô wart im diz mære / gesaget durch einen gelimph, / daz jener sprach durch sînen schimph, / daz wîp der tiuvel wære genant. / diu gämellîche wart zehant / wîte ûf dem hove breit RvEBarl 11722

MWB 2 427,57; Bearbeiter: Diehl

gemelîcheit stF. ‘Merkwürdigkeit, Seltsamkeit’ noch was id groisse gemelichet, / dat der fursten soene alle / Karll mit soulchem schalle / hulpen wenden ind braden KarlGalie 1133

MWB 2 428,13; Bearbeiter: Diehl

gemelîchen swV. ‘spaßen, scherzen’ swenn ich mit ir gemelîchen wil, / sô sleht sî mir slege vil / ûf hende und ûf die knübele BFrau 147

MWB 2 428,17; Bearbeiter: Diehl

gemenge stN. 1 ‘(Kampf-)Getümmel, Gedränge’
2 ‘Gemenge, Vermischung (mit etw.)’
   1 ‘(Kampf-)Getümmel, Gedränge’ ich bræhte ungerne nu mîn wîp / in alsô grôz gemenge: / ich vorht unkunt gedrenge Parz 216,29; alda / wart eyn groes gedrenge / ind eyn michel gemenge, / do mallich greyff zo syme swerde KarlGalie 12768; Herb 4343; WhvÖst 17751    2 ‘Gemenge, Vermischung (mit etw.)’ jo sullin di aptekere / [...] machin / ir salbe in suzen sachin, / nicht daz ir gemenge / den siechin si zcu strenge PfzdHech 318,35; got der würket in der sêle alle vollekomenheit unde lûterkeitt in der wirt diu sêle alsô geliutert unde vollekomen, daz si niht gemenges gelîden mac mit keiner krêatûre Eckh  (Pf) 378,30; StRMühlh 119. – bezogen auf das Geheimnis der Inkarnation: [dass eine Jungfrau] in ir wammen den besloz, / der dem himele ist zu groz, / [...]. / daz was ein hersch gemenge / und ein edele gewerb HeslNic 3364; HeslApk 15945

MWB 2 428,20; Bearbeiter: Diehl

gemengede stM. ‘Gemenge, (Ver-)Mischung’ Nichodêmus [...] brâchte ein gemengite [ mixturam ] mirren und alôês alse hundert pfunt EvBeh Io 19,39; dar umbe daz gotes lûterkeit in ir [der Seele] würke, sô enmac si niht gemengedes lîden, daz gemenget ist mit crêatûren Eckh 3:398,8

MWB 2 428,38; Bearbeiter: Diehl

1gemengen swV. ‘mangeln’ (mit Dat.): ain schon closter, das ist rich, / uff erde ward nie sin gelich / / ich wän im nit gemenge / in kainer hant sachen MinneR439 150

MWB 2 428,44; Bearbeiter: Diehl

2gemengen swV. mengen2

MWB 2 428,48;

gemenige stF. ‘Menge’ ein gemeinü rehtikeit, die ordenet nah der rehtigunge der getat des menschen in zuofüegunge zuo einem gemeinen guot einre gemenigi [ multitudinis ] ThvASu 332,21

MWB 2 428,49; Bearbeiter: Diehl

gemenlich Adj. gemelich

MWB 2 428,53;

gemêre Adj. zu mêren , gemêren swV. (vgl. Mhd. Gr. Wortb. § A 19). ‘größer’ Gawan die stücke beide [des zerbrochenen Schwertes] / zuo einander huop gereide [passend] / [...]. / do sprach der künig gereht: / nement daz gemerre in eine hant, / der anderen tuont daz spitze bekant ParzRapp 7,18

MWB 2 428,54; Bearbeiter: Diehl

1gemerke stN. zu marke1 stF. ‘abgegrenzter Bereich’. 1 ‘Gemarkung, (Herrschafts-)Gebiet’
2 ‘Grenzgebiet, Grenzmark’
3 ‘Grenze’
   1 ‘Gemarkung, (Herrschafts-)Gebiet’ wie ie der herre von heime schiet / abe sîns landes gemerke Loheng 1725; er fridet mit vil manger tat / swaz Portigal landes hat / vnd von Yspani daz gemerk TürlArabel *A 10,5; wir svulen auch bede vnseriv geriht [...] vnd vnseriv gemercche haben, als wir si her braht haben UrkCorp (WMU) 1699,33; in dem banne und gemerche des dorfphes UrkBern 5,539 (a. 1327); also iz gelegin ist yn synen gemerken vnde synen reynen UrkSchles(B) 20:12 (a. 1341); von unser beider gemerchen und lantgerihten UrkHohenl 2:557,35 (a. 1344). stet ein toter wider auff / oder ein mensch das her von chind / ist gewesen chrump und plint / und stet auff und ist berait. / das ist gottes wunderhayt [wunderbare Macht] / uber der natur gemerck Teichn 693,47. 715,35    2 ‘Grenzgebiet, Grenzmark’ ê man [die Leute Herzog Ernsts] die brieve [mit der Fehdeansage] gelas, / Heinrîch an dem gemerke was. / er stifte roup unde brant ErnstD 718; daz chloster [...] unt allez daz dar zu gehort untz an des erzepischolffes gemerche von Salzpurch EnikLB 708,4; Jeisbute / besaminte vumfhundirt man, / [...] / und vûrte dî besît / in Polênsche gemerke NvJer 19346    3 ‘Grenze’ confinium: gimerke SummHeinr 2,242,01.58; do iageten die hunde / uile uaste an die stat / da daz gemerke was / daz sie do nicht uerrir ne muͦsten kvͦmen Ägidius 502; swaz dâ stete sint gelegen / über al bî den wegen / des gemerkes strich, / dâ diu lant scheident sich, / die sach er alle besunder Ottok 18755; hie an ist geschriben von dem lande ze Osterrich, wie daz her chomen [entstanden] si, unt von dem gemerche alumbe EnikLB 711,11; TürlArabel *A 37,29; UrkArnst 88 (a. 1347)

MWB 2 428,61; Bearbeiter: Diehl

2gemerke stN. zu merke stF. ‘Wahrnehmung, Beobachtung’. 1 ‘Augenmerk, Wahrnehmung’
2 ‘Merkmal, Merkzeichen’
   1 ‘Augenmerk, Wahrnehmung’ ich antwúrt us den sinnen, die da sint úber aller menschen gemerke. du muͦst sinnelos werden, wilt du hin zuͦ komen, wan mit unbekennen wirt dú warheit bekant Seuse 341,15. 356,24; in einer stillen ruowe, alsô daz im kein crêatûre niht zuo spreche noch daz er keiner crêatûre ouch niht înspreche, beide in sinlîchem gemerke und in geistlîchem gemerke Eckh(Pf) 478,30; HvFritzlHl 219,33. – in der Wendung (in) sîn ~ nëmen ‘sein Augenmerk richten auf etw.’ (mit präp. Erg. oder Obj.-Satz): Heinrîch nam sîn gemerke / von des armbrostis sterke NvJer 12705; ô sûzir got, nim in gemerc, / waz er den vîendin dîn gevêrc / hât getân pînlîchir werc ebd. 25122; iedoch begond er es [Gottes Rede] in sin gemerk nemen, wie wider es ime waz Seuse 34,14. – ‘Beobachtung’ den pusch sach her mit ougen ane / brinnen und doch vorwerden nicht, / diz waz ein ougen angesicht / unde eines sinnes gemerke HeslApk 369; kert er aber sin gemercke uf das mittel und sihet das an, wie kleine das ist und wie dúnne Tauler 37,28. – bezogen auf das Ziel der Wahrnehmung (?): dô wart ein rîchiu tjost getân. / [...] / nû trâfen si vil rehte, / beide nâch ir gemerke Er 6916. dô was getân, / daz si sô nâhe kâmen, / daz sir gemerke [Beobachtungsposten] nâmen / eine halbe mîle von der stat Tr 7418    2 ‘Merkmal, Merkzeichen’ daz sie [einzelne Menschen] des unrechten / antecristes gemerke tragen HeslApk 19347. 19341; an deme tage wirt des herren altir mitten in Egyptenlande und eyn gemerke des herren uf sinen grenitzen, und wirt zu einem zeychen unde zu einem gezucnisse des herren der engil in Egyptenlande Cranc Jes 19,19; dise [...] suzikeit, di der heilige geist in uns wirkit, di kunne wir nicht betrachten noch bedenken, wan si inmac in bilden noch in formen noch in gemerken nicht begriffen werden HvFritzlHl 126,2; vnd des selbin gemerkis [Beschaffenheit] / was ein roc ir gesnitin / nach den franzzoischin sitin / wedir zuͦ lanc noch zuͦ kurt Athis D 158. [die Pruzzen] begondin iz [die ihnen unbekannte Armbrust] dêswâr / betastin beide her und dar. / zu jungist doch ir einir vant / daz gemerke [ ‘die Abzugsvorrichtung’ oder zu 1 ‘das Gesuchte’] ; mit der hant / druckte er den sluzzil NvJer 11846. – ‘Zweck, Bedeutung’ o tummer mensche, nu vornim / diser worte gemerke HeslApk 11455; der [Spiegel] stunt an einem orde / oben an dem gewerke / mit solhem gemerke, / [...] / daz [...] En 9406

MWB 2 429,33; Bearbeiter: Diehl

gemerkede stN. ‘umgrenzter Raum, Grenzen’ confinium: gimerkede SummHeinr 2,242:01.58; widererhugent unde werdent becheret ze dem herren alle die gemerchede der erde [interl. zu universi fines terrae ] PsWindb 21,28; unze an die gemerchede des umberinges dere erdun [interl. zu usque ad terminos orbis terrarum ] ebd. 71,8. 73,17; swa zolbær gvͦt vber baierichs gemercht chvmt UrkWittelsb 2,40 (a. 1294); vntz an den weg [...] vͤntz an Lêvtfrides gemercht UrkCorp (WMU) 2204,33

MWB 2 430,21; Bearbeiter: Diehl

gêmerlich Adj. jâmerlich

MWB 2 430,31;

gemerre stN. ‘Hindernis’ impedimentum: gemirre Gl 3:243,3 (BStK461)

MWB 2 430,32; Bearbeiter: Diehl

gemerrede stF. ‘Hindernis’ (?): preiudicio: gimerrido Gl 2:124,49 (BStK665); Gl 2:124,48 (BStK637)

MWB 2 430,34; Bearbeiter: Diehl