Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
  Ansicht: Standard Gliederung    |     Zusatzinformationen   Links      |     Portion: Artikel pro Seite

g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
      genâdensol stF.
      genâdenstôʒ stM.
      genâdenteil (?) stN.
      genâdentisch stM.
      genâdenvaʒ stN.
      genâdenvol Adj.
      genâdenwërc stN.
      genâdenwîn stM.
      genâdeviur stN.
      genâdezît stF.
      genædic Adj.
      genædicheit stF.
      genædiclich Adj., Adv.
      genædige stF.
      genædigen swV.
      genagunge stF.
      genæhe stswF.
      genæhede stF.
      gename swM.
      genæme Adj.
      genæmelich Adj.
      genæmen swV.
      genâmen swV.
      genamhaft Adj.
      genæmicheit stF.
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   genâdensol - genæmicheit    


genâdensol stF. ‘Schuhsohle aus Gnaden’ (bildl. für göttl. Hilfe auf dem Weg zum ewigen Leben, vgl. Anm.z.St. und Eph 6,15): [sie] volgent dir ain horne [Einhorn als Sinnbild Christi] / dur bremen, distel, dorne / des jamers dez dú welt ist vol. / uf dine vart ain gnaden sol / got mir und in berait SHort 3962

MWB 2 445,28; Bearbeiter: Diehl

genâdenstôʒ stM. ‘Anstoß der Gnade’ bildl. für die Anregung zur Hinwendung zur göttl. Gnade: ein mensch in sunden groz, / dem got git einen gnadenstoz, / daz er zuͦ gnaden keret / unde gotes willen leret Vät 30580; nu vugete sichz, daz im [dem Schüler] quam / anz herze ein genaden stoz, / in dem der werlde in verdroz, / di im swachte sin leben MarLegPass 21,71

MWB 2 445,35; Bearbeiter: Diehl

genâdenteil (?) stN. ‘Verteilung der Gnaden’ wem er geit daz ewig hail, / daz geschiecht von seiner [ seiner fehlt Hs.] genaden tail Teichn 280,146

MWB 2 445,43; Bearbeiter: Diehl

genâdentisch stM. ‘Tisch der Gnade’ (bildl. für ‘Angebot der göttl. Gnade’): er [Gott] lat úch och geniessen / der grundlosen guͤeti sin / und raiset uch ain brosemli / hin von den genaden tischen, / daz wilunt úch ervrischen / in trakait und in unmuͦt SHort 3569

MWB 2 445,46; Bearbeiter: Diehl

genâdenvaʒ stN. ‘Gnadengefäß’, übertr. ‘jmd., der voller Gnade ist’ er [der Einsiedler] was gar ein genaden vaz Vät 9379; daz gotes genadenvaz [die hl. Margareta] / was beide schone unde iunc PassIII 327,84. 421,53

MWB 2 445,52; Bearbeiter: Diehl

genâdenvol Adj. ‘gnadenvoll’ als Anrede an Maria, übers. lat. gratia plena ( Lc 1,28, vgl. Salzer, Sinnbilder, S. 565ff.): do gink in der engel zv ir vnd sprach. aue gnadenvol, der herre ist mit dir, gesegent bist dv in den wiben EvAug 124,4 (unklar, ob Kompositum, vgl. im selben Zusammenhang gnâden vol Eckh 2:241,8 )

MWB 2 445,57; Bearbeiter: Diehl

genâdenwërc stN. ‘Werk der göttl. Gnade’ ein gnâdenwerk, daz got würket Eckh 2:241,9

MWB 2 446,1; Bearbeiter: Diehl

genâdenwîn stM. ‘Gnadenwein’ (für die göttl. Gnade in der Kommunion): únser herr Jesu Crist, / der gnaden wines schenker ist SHort 5608. 5569

MWB 2 446,3; Bearbeiter: Diehl

genâdeviur stN. bildl. ‘Feuer der göttl. Gnade’ ich wil ouch sprechen twingen / daz si [die Engel] uns musten bringen / genadevuer heiz von gote PassIII 577,69; swelh herze were an sunden balt / unde an genaden vuwere [l. viuwere ] kalt Vät 15612

MWB 2 446,7; Bearbeiter: Diehl

genâdezît stF. unklar, ob Kompositum. ‘Zeit der Gnade’ (bezogen auf das Weltalter sub gratia, vgl. genâde 1.4 ): jungen und die alten / sont loben, eren sunderlich / vil zarter, liber herre, dich, / daz wir sin in der gnade zit SHort 5565

MWB 2 446,12; Bearbeiter: Diehl

genædic Adj. ‘verzeihende Gnade erweisend, barmherzig’ (meist von Gott), übergehend zu ‘gütig, milde, wohlgesonnen, freundlich’ 1 attr.
2 präd.
2.1 ohne Erg.
2.2 mit Dat.d.P.
2.2.1 ‘jmdm. verzeihen, vergeben’
2.2.2 ‘jmdm. gewogen, wohlgesonnen sein’
2.2.3 bezogen auf die Minnedame ‘jmdm. gewogen sein, jmdn. erhören’
2.2.4 selten mit Dat.d.S.
2.3 mit präp. Erg. ‘nachsichtig, wohlgesonnen sein’
   1 attr.: der gnâdige got Gen 490; genædiger unde baremhercer herre dultiger unde vil genædiger [interl. zu miserator et misericors dominus; paciens et multum misericors ] PsM 144,8; genediger trehtin ReinFu K,1309; der guͦte unde der gnadige trehtin JPhys 8,26; got der gnadige vnd der riche Wernh D 502; gnedige frowa daz du dich gewirdigen wollest dinen heiligen sun zebidene uber mich sundigen menschen VatGeb 13; o genediger hailant Jhesu Crist HvBurg 4625; sante Bonifacius, / der marterære gnædic KvWAlex 173; ElsLA 788,8; mîn genædigez abgot EnikWchr 14834; do si horte die gnedigen rede Seuse 381,1. – als Reverenzbezeugung: mit dem rate mines genedigen herren von gottes genaden bischof Heinriches von Kostenze UrkCorp (WMU) 1961,10 u.ö. – selten metonymisch auf Gottes Wirken bezogen: als Esau daz erhorte, do erschrei er uil loͮte / ‘gotweiz uater du solt mir niht uerzihen der genædigen wihe.’ GenM 51,23; durh den gnadigen rat / den er [Gott] der werlte hab getan Wernh D 2622; zvͦ siner tohter, frowen Mæhthilden, div got in siner gnædigen gehvͤg mvzz haben UrkCorp (WMU) N316B,27; gott und sin genädiger wind GTroj 16352    2 präd.    2.1 ohne Erg.: got [...] ist guͦt. unte fruͦt. einualt. mitwari. gnadig. uesti. unt statig JPhys 2,23; so ist er so gnædich vnde so barmherze Spec 48,20; nu ist got sô gnædec und sô guot / und sô reine gemuot Iw 5357; herre, ich lobe dich, reiner Krist, / daz dû sô genædic bist / und alsô grôze güete hâst RvEBarl 14362; mîn vrowe ist sô genaedic wol, / daz si mich noch tuot von allen mînen sorgen vrî MF:Mor 24: 2,1; sît so gar genædig ist dîn minneklicher lîp SM:KvL 2: 5,4; tu din dinc mit rate, / wis hart und kunne genedic sin HeslApk 15463; Tauler 176,16. die [zur Erlösung Bestimmten] vindent si [Maria] gnadich vnde gut Wernh D 290    2.2 mit Dat.d.P.    2.2.1 ‘jmdm. verzeihen, vergeben’ daz si warin nidic / undi niminni gnadich ÄJud 90; herre got, wiz mir armen suͤndær genædic PrOberalt 148,14; SHort 3890; daz er uns genadec sî unde uns unsere sunde uergebe Spec 153,15; alsô ist unser frawe under allen hailigen uns aller genædigst BdN 67,25; Alexander bedâhte sih, / den boten wart er gnêdich SAlex 1511    2.2.2 ‘jmdm. gewogen, wohlgesonnen sein’ her [Rother] was mir ie genedich vnde got Roth 2245; daz si dem vremedem kinde / guot unde genædic wæren Tr 3389; des helfe mir gelücke, daz si [Kriemhild] uns [Etzel und seinen Leuten] genædic müeze sîn NibB 1154,4. ‘nu fuͤge got das ich [Hanna] / mir genedig vinde dich [Eli] / ze guͦte mir.’ RvEWchr 21850. – mit Dat.d.P. und präp. Erg.: dc si [die Richter] uns genedig sin an v́nsirme rechte UrkCorp (WMU) 902,30    2.2.3 bezogen auf die Minnedame ‘jmdm. gewogen sein, jmdn. erhören’ ich spriche iemer, swenne ich mac und ouch getar: / ‘vrouwe, wis genaedic mir.’ MF:  Reinm 23: 1,2. 29:4,2; wil si mir genædig sîn, / mit den vogelîn wolde ich singen SM:WvK 4: 1,5    2.2.4 selten mit Dat.d.S.: daz er geruͦche sîn sunden genædic [interl. quo dignetur esse peccatis propicius ] PsM H 50,4; gott von hymmel muß gnedig wesen des guten herren sele Lanc 44,6    2.3 mit präp. Erg. ‘nachsichtig, wohlgesonnen sein’ daz wir wider ubele sin gnadich VEzzo 132; vnser herre der almæhtige got der ist vil genædich wider vns ze allen ziten Spec 48,24; der stain ist auch guot wider untrew, wider haz und wider erschrecken, und ist gnædich zuo frid [ ad pacem vero gratiosus ] BdN 458,4

MWB 2 446,17; Bearbeiter: Diehl

genædicheit stF. ‘Barmherzigkeit, Nachsicht’ (meist von Gott): dv hast dine gnedicheit / vbir mennischen armicheit / baz irzeigit dan sichein ander Litan 772; diu genædicheit des almæchtigen gotes PrOberalt 70,36; gnaedigôstiu maget, / muoter der erbärmecheit, / wir bitten dîne gnaedecheit / und die honecsüeze milte dîn WvRh 14690; swar dîn [Maria] ouge geruochet sehen, / dâ ist gnâdicheite mêr / denne griezes in dem mer Wernh 515. – selten auf menschl. Verhalten bezogen ‘im Vertrauen auf etw.’: ez ist vil manegem minner leit, / ob ieman sîner vrouwen dienet ûf genædikeit: / wand er wil eine ir einer dienen umb ir hulde unt umb ir gruoz RvZw 19,2. – als Anrede an Alexander (vgl. Anm.z.St.): nur ich riet deiner genädigkait [ clementiae vestre ] HvHürnh 5,2

MWB 2 447,27; Bearbeiter: Diehl

genædiclich Adj., Adv. überw. adv. (auch -lîchen), vereinzelt geneden-, genedenc-. 1 ‘vergebend, gnädig, barmherzig’ (meist von Gott), übergehend zu ‘wohlwollend, gewogen’
2 ‘mit Neigung, mutwillig’
   1 ‘vergebend, gnädig, barmherzig’ (meist von Gott), übergehend zu ‘wohlwollend, gewogen’ – adj.: genædeclîcher trehtîn, / wie vergæze dû mîn sô Tr 12478; gnadeclicher herre, / nu gedencke an din ere, / erzaige dine tugende Rol 8417; nu schuͤln wir merchen die genædichlich red unsers schephæres PrOberalt 63,29; sô hâstuz allez zende brâht / mit gnædiclîcher güete Wig 6804. – hierher (? vgl. App.z.St.): genedenlicher trethin / wer mach geniz uolc sin Roth 3546. – adv.: gnâdichlîchen sprach er zin, hiez si willechomen sîn Gen 2304; erhores / gnædicliche umbe unsere ellenten note Himmelr 12,5; daz ir genædeclîche an iuwern vîanden tuot NibB 250,4; her Îwein, lieber herre mîn, / tuot genædiclîchen an mir Iw 8123; unser genade dunket billich, dz wir uns neigen genedenclige gegen der betliche begirde UrkCorp (WMU) 574,37; daz wir umb di [...] fumftzehentausent guldein uns [...] mit in also gnedichlich und friuntlich berichten wellen UrkFriedb 164 (a. 1348). – im Minneverhältnis ‘erhörend’ swem ein wîb genædeklîche / fröide gît, des herze ist ganzer fröide vol SM:WvK 3: 4,6; genâde sende mir genædeklîchen, / herzeliebe, süezze frowe reine, sælig wîb! SM:KvL 2: 5,1    2 ‘mit Neigung, mutwillig’ du wuͦrdest wol der sunden ein teil lazzen, die du nu vil genedeclichen tust PrLeys(L) 145

MWB 2 447,43; Bearbeiter: Diehl

genædige stF. ‘Zuneigung, Gunst’ ích nihabo bihálten nóh réhto giwéret in góte noh an mînemo nâhesten die réhtun mînna nóh réhta vriuntscaft, nóh [...] wârheit, lob, gnâdigi, ébenbarmide BambGlB 147,22; humanitatem: ginadigi vel minna Gl 1:753,54 (BStK637)

MWB 2 448,8; Bearbeiter: Diehl

genædigen swV. ‘gnädig sein’ durh namen dinen herro gnadiges du, wirdis du gnadich [Doppelgl. zu propiciaberis ] sunte miner PsWindb 24,11

MWB 2 448,14; Bearbeiter: Diehl

genagunge stF. ‘Nagespuren, Abtragungen’ man sicht an der tôten herz kain versêrung als an andern glidern, wunden, genagung [ corrosiones ] , swern, stain und sämleich dinch BdN 26,33

MWB 2 448,17; Bearbeiter: Diehl

genæhe stswF. ‘Nähe, nähere Umgebung’ busûn noch tambûren schal torst nieman dâ erschellen, / unz daz man quaem in die genaehe, / daz der vorrîtaer sîn rehte zît ersaehe, / sô taet manz kunt danne alle der schar gesellen Loheng 5008; [er] sol uns dienen inner landez mit dreizzich helmen, swenn wir sein beduͤrfen, und mit seiner macht, swa wir in der genehen sein, da er uns gereichen mach MGHConst 6:4,34 (a. 1325)

MWB 2 448,21; Bearbeiter: Diehl

genæhede stF. ‘Nähe, nähere Umgebung’ in der genahde strich / daz ich gesehen muͤge dich WhvÖst 7041; duͥ guͦt, duͥ in der genaehte bi der stat ligent StRRavensb 103,12

MWB 2 448,30; Bearbeiter: Diehl

gename swM. ‘Namensvetter, Gleichnamiger’ (vgl. genanne ): dem werden Steinachære, / herrn Ruodolf, dem genamen mîn [Rudolfs von Ems] RvEGer 6827. 3006; das da komen ware / Wilhelm von Brabant. / do sin genamme das bevant, / der junge kúnic [W. von Orlens] , er froͮte sich RvEWh 6072; ain man der starb ze Nazareth, / der och Joseph den namen het / [...] / und hette guͦtes vil getaͮn / Josephen, dem sælderichen man. / dar umb wart sin truren gros / umb sinen genamen und sinen genos WernhMl 5212. – bezogen auf gleiche (begriffliche) Bezeichnung: daz ich / ir [Marias] gename bin genant, / wan ich ein maget bin erkant RvEGer 2255. daz wir kristenliute sîn, daz sîn wir von der gnâde gotes [...]: wir sîn sîniu kint unde sîn sîne genamen [gemeint: wir heißen Christen nach Christus] PrBerth 1:289,7

MWB 2 448,34; Bearbeiter: Runow

genæme Adj. 1 ‘angenehm, lieb, angesehen’
1.1 mit Dat.
1.2 subst.
2 rechtsspr. ‘gültig, gängig’
2.1 bezogen auf Münzen oder Währungen
2.2 in der Verbindung stæte unde ~ haben ‘etw. (einen Vertrag) verbindlich einhalten’
   1 ‘angenehm, lieb, angesehen’ der milde degen geneme GrRud F 25; sîn kint, daz dienestbære / und an dem lîbe wære / sô schœne und sô genæme, / als ez dem hove gezæme Tr 5961; wær si doch sô genæme / daz ich si möhte an gesehen Wig 6501; ain genemes dochterlein HvNstAp 113; EnikWchr 18748; Ottok 7978. daz die unhöveschen nû ze hove genæmer sint danne ich Walth 32,3. 31,17; dô [früher] was diu zuht genæme / und unzuht widerzæme StrAmis 29; verbena diu machet den menschen liep unde genæme unde zallen zîten frômuot Barth 151,5; BdN 255,12; UvZLanz 9403; Warnung 379. uns nâhet ein genæmiu zît [bezogen auf das Jenseits nach dem Märtyrertod] KvWSilv 1310    1.1 mit Dat.: diu botschaft was genæme / allen ir holden UvZLanz 4644; div e ist got liep vnd genæme, / wan er selbe Adame / froͮwen Euam gap ze wibe Wernh D 1535; das ist dem keiser vil genemer Tauler 312,16; [ein Wesen,] das gott aller genaͤmste waͤre KvHelmsd 3949; Spec 53,6; PrOberalt 127,27. – vereinzelt mit präp. Erg.: der stain [...] macht seinen tragær genæm gegen den läuten BdN 467,4    1.2 subst.: gote niht so genamis ist so div wâre diemot Spec 52,11. er wolde den genemen / ledigen, alser solde GrRud Fb 1; dienet deme genemen [d.i. Gott] ! Daniel 1487; er [Jesus] verbot sinen gnemen [den Jüngern] / daz sie von Jherusalem iht quemen HvNstGZ 4481. Stephanus der geneme PassIII 50,6. 63,44; Pompeius der geneme HistAE 5521. 1640; do wart dirre geneme [Paulus] / genumen zeinem boten gots PassI/II 180,73. – in der Verbindung gotes- oder gote ~ gotesgenæme    2 rechtsspr. ‘gültig, gängig’ 18 malter korn, das rocke heist und genge und geneme sey speyrer masse DRW 4,210 (Würdtwein; a. 1319); daz gevelle einer genemer schenkunge MGHConst 8:648,27 (a. 1348)    2.1 bezogen auf Münzen oder Währungen: drisig silberin pheninge / der múncze dú da genæme was WernhMl 8103; vmbe nivnzige marche genemes silbers Chostenzer gelotes UrkCorp (WMU) 970B,10; sechsech phvnt genemer Baseler mvͥnze ebd. 194,30; in Paarformeln gæbe/ guot unde ~ : vmbe nv́n schillinge geber vnd genemer pfenningen UrkCorp (WMU) 279,10; umbe zehen schillinge Kostenzer múnsce, gaͤber unde genaͤmer ebd. 2279,22; drithalphundert phunde guͦter vnd genaͤmer phenninge haller mûnsse UrkHohenz 1,165 (a. 1345). 1,167 (a. 1346)    2.2 in der Verbindung stæte unde ~ haben ‘etw. (einen Vertrag) verbindlich einhalten’ waz von den andern in deme rate [...] wirt gedeidinget vnd vberkomen, der sol daz stetde vnd geneme haben vnd gevolgen UrkCorp (WMU) N77,32

MWB 2 448,51; Bearbeiter: Runow

genæmelich Adj. ‘willkommen, begrüßenswert’ âhî, wie süezer willekum / mit sange dir [Maria] geboten wart / an der genæmelîchen vart, / die dû ze himele tæte KvWGS(G) 520

MWB 2 449,42; Bearbeiter: Runow

genæmen swV. ‘(jmdn.) angenehm, beliebt machen’ adamas vertrîbt die gift, / calidonius genæmet, / sardîs machet êrentrîch Tougenhort 780

MWB 2 449,46; Bearbeiter: Runow

genâmen swV. ‘etw. annehmen, empfangen’ wurde, daz er vierhundert mark an eigen oder an erbe leite nach rechten werde, daz sol sv genamen vnd solz han zv eime rechten widemen UrkCorp (WMU) 1265,8; die [ helfe ] sollen wi genamen, vnd da midde sol vns oͮch begnuͦgen ebd. 2785A,36 u.ö. – mit Gen.-Obj.: daz ich mins rethdes [l. rehtes ] , daz ich vffe der selben mûlen [...] hadde, vorbaz warden [beanspruchen] vnd genamen wolde vffe der wisen, di ir eigen waz UrkCorp (WMU) 1037,43

MWB 2 449,49; Bearbeiter: Runow

genamhaft Adj. ‘namhaft, anerkannt’ di vzlegunge ir [der hl. Schrift] , di von ginamhaften vnde lobhaften cristinlichen vatirn gimach sint BrZw 9

MWB 2 449,60; Bearbeiter: Runow

genæmicheit stF. ‘Annehmlichkeit, Liebreiz’ alle die genæmekeit und alle die lustlîche freude, die diu werlt hât von der sumerwunne PrBerth 1:223,22

MWB 2 449,63; Bearbeiter: Runow