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ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
      genende Adj., Adv.
      genende stF. oder N.
      genende stN.
      genendelîche Adv.
      genenden swV.
      genendic Adj., Adv.
      genendicheit stF.
      genendiclîche Adv.
      genendige stF.
      genenne Adj.
      genenne stN.
      genenne swM.
      genennede stFN.
      genennel stM.
      genennic Adj.
      gëner Pron.
      general stM.
      generærinne stF.
      generede stF.
      genës Subst.
      genesche stN.
      geneschelîn stN.
      genëselich Adj.
      genësen stV. (V)
      genëserinne stF.
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   genende - genëserinne    


genende Adj., Adv. auch genant ( WernhMl 1464, vgl. Anm.z.St.). 1 ‘mutig, kühn, tapfer’
2 allg. positive Eigenschaften bezeichnend ‘beherzt, entschlossen, gut’
   1 ‘mutig, kühn, tapfer’ vünfhundert ritter [...], / der ieteslîcher sî ein helt [...], / menlîch und genende HvFreibTr 1339; Paris den vigend anne raitt / uff sinem rosse genende GTroj 18295; der leu als genende / bezeichent sin [Christi] urstende HvNstGZ 1775; manic kuͤnc genender / wirt von iu zesammen braht WhvÖst 5670; Rennew 1400. – subst.: do erschrack der genende HvNstAp 11768; mit präp. Erg. gegen: so wil ich gen im senden den werden uz Frankriche, / gen manheit den genenden JTit 4685,2; gen prise der genende ebd. 5004,2    2 allg. positive Eigenschaften bezeichnend ‘beherzt, entschlossen, gut’ di frouwe selecliche / was mit flize wol gereit / zu milter barmeherzekeit, / zu gabe wol genende Elis 7905; mit vil genantem muͦte WernhMl 1464; zarter maister clar, / genender [Glr.z.St.: ‘genial’] Strazburger, / Goͤtfrid ein guͦt tihter! WhvÖst 2063; gewisse rete [...], / dy czu dem bedachten ende / nutzlich waren unde genende Hiob 4702; almechtig got genende TvKulm 6258; GTroj 23062. – subst.: selic wirt der genende / von reynnekeit syner hende Hiob 9193. – adv.: daz lartin si genende / und worn dar an behende PfzdHech 206,15; sam er spreche so genende: / vur den zween kungen dich / nicht envorchte, stant sicherlich HistAE 3522; diz glosel alhie uz gat. / alhie volget genende / ein nachrede dem ende Daniel 8293. 5280. 5865; sî leitin algemeine ab / ir vrouwelîch gebende / und zugin an genende / wâpin und menlîchin sin NvJer 7826; PassIII 330,83; Elis 8929

MWB 2 452,23; Bearbeiter: Runow

genende stF. oder N. ‘Kühnheit, Verwegenheit’ sînes [Judas’] vursatzes genende / kam gar zû eim ende JvFrst 1037

MWB 2 452,55; Bearbeiter: Runow

genende stN. genennede

MWB 2 452,58;

genendelîche Adv. ‘bestimmt, entschlossen’ genantlich si [Maria] ze inen [den Priestern] sprach / si welte niemer kainen man / denne got allain zeherczen han WernhMl 1364

MWB 2 452,59; Bearbeiter: Runow

genenden swV. Prät. genante, Part.Prät. auch assimiliert genennet ( Suchenw 37,66 ). ‘Mut fassen, zur Tat schreiten, zu etw. entschlossen sein’ 1 intr.
1.1 mit abh. Satz
1.2 mit Gen.
1.3 mit präp. Erg. ‘zu etw. Mut fassen, etw. wagen; sich einer Sache/ jmdm. (freundlich oder feindlich) zuwenden’
1.3.1 ane
1.3.2 gegen
1.3.3 ûf
1.3.4 zuo
1.4 mit Dat. und präp. Erg., in unklarer Verwendung
1.5 sprichw. ‘wer wagt, kommt davon’ (vgl. TPMA 1,320)
2 tr.
3 refl.
   1 intr.: sol ich genenden oder verzagen, / herre, des gib mir dinen rat Rennew 11178. 5119; dô gesach Ênêas, / daz Turnûs gegen ime quam, / sîn ros her mit den sporen nam, / beide sie genanden, / zesame sie geranden En 12327; nu genende, / ervar, waz dirre mære sî! Tr 12076; ich muoz eht dar genenden, / singen von ir manicvalt KLD:Namenlos a,46,82; Herb 1013; hierher oder zu genende Adj. (subst.): nu büezze, süezze frowe, mîne sende nôt! / genende, wende sêre mir vil sendem man SM:Ta 1: 4,5. – mit abh. Inf. (?): sî nie wolde ginenden / ir trôst irzeigen mir SM:Had 1: 4,3. – in Verbindung mit turren: frowe, getörste ich nû genenden, / sô klegte ich dir mîne nôt SM:Tr 6: 2,1; getórste ich genénden, sô wolde ich im [dem Geliebten] enden sîne klage MF:Hausen 17a:2,5; SM:Te 9:1,10. – übertr.: daz vuwer so genante / unz ez die burc gar an sich nam PassIII 414,63    1.1 mit abh. Satz: da von sol incheine gnendin daz er spreche daz dicheins dinch sins si BrEng 33. 43 u.ö.; dú maget [Maria] och genant, / [...] / daz si wilunt die gespunst / Jesum in [den Auftraggeberinnen des Gesponnenen] wider bringen hiess SHort 2209    1.2 mit Gen.: das si [die Liebe] wil, das muͦs sin, und des sich got getrost, des genende ich mich Mechth 3: 3,15; mit rechte sî her [ iewelk man ] geleydes vrî, swâr her sînes gûdes oder lîbes genenden wel SSp 80,8; ob ichs tar genenden Frl 5:62,5    1.3 mit präp. Erg. ‘zu etw. Mut fassen, etw. wagen; sich einer Sache/ jmdm. (freundlich oder feindlich) zuwenden’    1.3.1 ane: ich enwil des lazen niht, / ich enwelle dar an genenden / und mine boten senden Rennew 26547; si jahen unde funden rat, / daz man dar an genente, / daz man si wider sente / deme vader heim zu lande Elis 1137; daz mich ir hôhiu werdekeit / niht an ir vollekomen lîp genenden lât KLD:RvR 7:2,4; sunder alle vorchte / genanter an die mannes kraft PassIII 216,43; Tr 10558; Vät 6441. ich well gennenden / an den der ünser werdekaitt / allain mit ritterschaft in laitt GTroj 18940; der hôchgeborne junge / begunde an in genenden KvWTroj 4117; sî genantin an gote / und rittin an dî schar NvJer 8944; Anno 26,8. – mit zusätzl. Gen., in unklarer Verwendung (vgl. Anm.z.St.): swie Davît sîn vater vor / ouch des bûwes het gedâht, / er wart aber niht vollebrâht: / got in des selben wante. / sîn gotheit diu genante / an Salamônen für an in / des bûwes Reinfr 20888    1.3.2 gegen: daz wir [...] nitt genenden / selb gegen kampffenlicher tust [d.i. tjoste ] GTroj 17652. der triwe muͦz genenden / mit mir gein provenzale hin Rennew 20886; man sach sy also genenden / gegen ain ander [aufeinander losgehen] GTroj 17416    1.3.3 ûf: ûf mînen trôst genende / und tuo als ich dir zeige Flore(S) 3838; ir edln fuͤrsten offenbar / dem frid seit peygestendig. / die stet die sullen hengen nach [(den Fürsten) nachjagen] / auf frid und suen genennet Suchenw 37,66    1.3.4 zuo: sô wil ich mîne beste man / mit mîme sune senden, / die wol torren genenden / ze manlîchem dinge En 6182; zu gode iesa genande / di juncfrouwe und erkande / [...] daz si ellende were Elis 1163    1.4 mit Dat. und präp. Erg., in unklarer Verwendung: duplich von dem lande / sin wech im do genande / in eime schiffe daz in truc / wol mit vugen genuc / in daz lant Iudeam PassI/II 315,33    1.5 sprichw. ‘wer wagt, kommt davon’ (vgl. TPMA 1,320): swes hertze getar genenden, / vil lihte dem gelinget Rennew 27310; ‘audaces fortuna iuvat.’ / diz sprichet: ‘der genant, der genaz, / die wil er unverzaget waz.’ JvKonstanz 1993; der ie genante der genas Boner 16,28    2 tr.: daz her [Gott] daz [den Erlösungsratschluss] ie genante, / so wol [obwohl] her den tot irkante [...], / so waz daz ein groze mildekeit / daz her die bitterkeit ie leit HeslApk 1123. – mit präp. Erg.: ich muoz [...] / mîns herzen bete ein wort an sî genenden, / sît daz die nôt niht wan ir minne kan erwenden KLD:RvR 7:3,8    3 refl.: dar nâh in curzer stunt / genante sih Alexander / und mit ime manic ander, / wande si hâten stâten mût. / si schiffeten ubir di eufrateischen flût SAlex 1683; do wart ez niet lenger verzogen: / Antenor sich genante, / daz bilde er hin vz sante Herb 15876

MWB 2 452,63; Bearbeiter: Runow

genendic Adj., Adv. nur vereinzelt adv. ( UvEtzWh ). ‘mutig, kühn, entschlossen’ Turnûs [...], / der genendige wîgant En 7313; diz hûs heizet Brandigân, / und ist vil manec ritter guot / durch sînen genendigen muot / ûf âventiure her komen Er 7961; niemen sô genendec was, / dêr in getorste beswæren / mit deheinen bœsen mæren Eracl 4614; sîn herze was genendic Wh 387,11 u.ö.; HeslApk 10009; Greg 1251; Kreuzf 1185. mit genendigin zorne Athis E 163; Kalîs daz lant genendic Ottok 79269. – adv.: doch willic siez allez tâten / und genendic âne widerkîf UvEtzWh 5093. – subst.: Artûs der prîss genendec [der nach Ruhm Strebende] Parz 784,8; des genendegen sun Tit(BH) G 76,2; der genendigisten einer Ottok 1311; der hoch genenndich / sein lob behaust in eren sarkch Suchenw 17,32. 18,510; Cranc Jes 15,4. – mit präp. Erg. ‘ausgerichtet auf, entschlossen zu etw.’ swachiu fuͦr was dir ie widerstendik, / leben werdicliche, da gen so was din herz ie wol genendik JTit 4333,4; vornünftic und genendic / ûf manheit und ûf alle tugent HvFreibTr 1658; des sul wir sîn genendic / ze kamphe sunder allen spot KvWPart 4110; bis dar an genendic, / daz dû mit triuwen uns gestêst KvWTroj 46134; diu reise [...], / dar ûf Pârîs genendic / mit herzen und mit lîbe wart ebd. 19200

MWB 2 454,23; Bearbeiter: Runow

genendicheit stF. ‘Kühnheit, Mut’ nû diuhte mich diu genendekeit / lobelîch unde grôz, / daz er âne wâfen blôz / und gesellelôs ze velde kam Er 2503; swâ kint genendekeit erspehent, daz sol helfen, ob se imer gemannen Tit(BH) G 35,4; [der allegorisch zu verstehende Ritter] kuͦnheit, der ist gekleidet mit genendekeit und gekroͤnet mit aller selekeit Mechth 1: 46,19; in helledes [ heldes ] genendikeit HeslApk 17736; Wh 457,5

MWB 2 454,50; Bearbeiter: Runow

genendiclîche Adv. auch -lîchen. ‘mutig, kühn, entschlossen, bestimmt’ irn solt niht fliehen / und gnendeclîche ziehen / diu wol snîdenden swert En 7490; wir suln mit schilde und mit spere / dînen willen irwerben / oder genendiclîchen sterben SAlex 6666; küene liute solten Keien nôt / klagen: sîn manheit im gebôt / genendeclîche an manegen strît Parz 296,15; Wh 78,24. 460,19 u.ö.; Iw 3760. ich wil genendenclîche / beidiu liep und leit [...] durch iuwern willen lîden Flore 5436; genendeclîch / er [ mîn muot ] zuo zir [der Geliebten] herzen bôzet / vil mangen stôz KLD:BvH 18: 2,6; der meister [...] sol in der hant die gerten unde den stab tragen [...], dâmit er [...] den tôtlichen slâf [...] von den trêgen enslâhe genendeclîche [ vigilanter ] unde ouch alle ungehôrsame zuhtige mit dem vlîze der gerehtekeite StatDtOrd 54,19; ErnstD 2073; Kreuzf 249

MWB 2 454,59; Bearbeiter: Runow

genendige stF. ‘Anmaßung’ in din chlostirn [...] sol gwert werdin ellv baldv gnendigi [ vitetur... omnis praesumptionis occasio ] BrEng 70

MWB 2 455,13; Bearbeiter: Runow

genenne Adj. ‘berühmt, bekannt’ ouch sagete von Tristande / beidiu liut unde lant: / er was genenne unde erkant Tr 13094; ein stat die hiez Tungeren: / über die gie der gotes zorn. / si hat nu vaste abe geborn: / doch was si etewenne / in den reichen gar genenne Serv 72

MWB 2 455,16; Bearbeiter: Runow

genenne stN. vgl. genennede . ‘Benennung’, bezogen auf die drilicheit der namen (v. 643) innerhalb der trinitarischen Gottheit: der sun [...] ist minner, der vater merer. / so vil der vater ist herer / dan der sun an dem genenne HeslApk 657

MWB 2 455,22; Bearbeiter: Runow

genenne swM. genanne

MWB 2 455,27;

genennede, genemmede stFN. auch genende (z.B. Frl ) und genennende ( HeslApk ). ‘Benennung’ (vgl. nennen, nemmen swV.) 1 allg.
2 zur Übers. von lat. persona , meist im Pl. auf die drei Personen der Trinität bezogen (s.a. genanne )
   1 allg.: vocabulum: genennede SummHeinr 2:547,01.22; meit, wip und vrouwe, ganzer vröuden tempel / gezirkelt hat sich uf die dri genende Frl 3:21,6. – in der Verbindung jëhen ûf daʒ ~ zur Übers. von lat. loqui de hac re (vgl. Glr.z.St.) ‘diesbezüglich sagen’ Augustinus ûf daz gnende / gicht: Christ an dem sechsten tage / wolde lîden JvFrst 7870    2 zur Übers. von lat. persona, meist im Pl. auf die drei Personen der Trinität bezogen (s.a. genanne ): persona: ginemmidi Gl 2:468,54 (BStK389); die genende alle dri, / der vater, der sun, der here geist Rennew 10892; daz die genennende der dri / personen ein einic got si, / des waz zu geloubene stark HeslApk 11143. 12396; wir sun gelouben, daz ein got drie genemide sint vnde daz die drie genemede ein war gotheit ist Lucid 3,2. 70,9; SuTheol 15; Wig 2975; ein gotheit / drilich genende treit HeslApk 8926. – hierher, wenn genende und personen als Synonyme aufgefassen werden: got in der einikeit / drie genende personen treit, / die doch ein got sin HeslApk 19458

MWB 2 455,28; Bearbeiter: Runow

genennel stM. Dimin. zu genanne ‘Namensvetter’, hier als Bestandteil von Personennamen: Gebhart der Genænel UrkCorp (WMU) 1760,15

MWB 2 455,52; Bearbeiter: Runow

genennic Adj. ‘berühmt, bekannt’ ich waz halt so genennig worten, / dw nur von mir sagen horten, / dw begerten mich zu schawen Teichn 397,53

MWB 2 455,55; Bearbeiter: Runow

gëner Pron. jëner

MWB 2 455,58;

general stM. ‘Haupt eines Mönchsordens’ (vgl. Suolahti 1,94): ez sî prôbest oder abt, / prîor oder gardîân, / custer oder dêkân, / minister oder general BuchdRügen 403

MWB 2 455,59; Bearbeiter: Runow

generærinne stF. ‘Ernährerin, Amme’ konige werden dine pfleger und koniginne dine genererinne [ nutrices ] Cranc Jes 49,23

MWB 2 455,63; Bearbeiter: Runow

generede stF. ‘das Überleben’ zuletst joch zu generde / mûstin dî selbin lûte / ezzin der pferde hûte NvJer 11284; ich sach ouch sî [...] zu des lîbis generde / gras ezzin sam dî pferde ebd. 9879

MWB 2 456,1; Bearbeiter: Runow

genës Subst. ‘Heil, Rettung’ waz nôt, waz angest sold di stat / jerusalem noch dulden [...] / mit vancnis und ouch mit besez, / mit tôdes mort âne genes JvFrst 8152

MWB 2 456,5; Bearbeiter: Runow

genesche stN. genasche

MWB 2 456,9;

geneschelîn stN. Dimin. zu genasche ‘Begierde’ die armen liute habent ouch ûzsetzikeit an irn hiusern. daz sint die dâ unfuore trîbent, die umb ein genäschelîn zwei in eine kamer stôzent PrBerth 1:121,33

MWB 2 456,10; Bearbeiter: Runow

genëselich Adj. genislich

MWB 2 456,15;

genësen stV. (V) Prät. mit gramm. Wechsel genâren (z.B. AvaLJ 130,6; Gen 1502; Rol 5188; LvRegFr 3160 ); Part. Prät. auch genern ( Gen 159. 1544 ). 1 intr. ‘am Leben bleiben, gesund werden, gerettet werden, unversehrt bleiben’ ; die Bed.-Positionen 1.1 bis 1.4 sind nicht immer scharf voneinander zu trennen
1.1 ‘am Leben bleiben, überleben’
1.1.1 mit Gen. ‘etw. überleben’
1.1.2 mit präp. Erg. ‘etw. überstehen, gegen jmdn. bestehen’
1.1.3 mit präp. Erg. von ‘von etw. am Leben gehalten werden’ (?)
1.2 ‘gesund werden, wieder zu Kräften kommen’
1.2.1 mit Gen. ‘sich von etw. erholen, von etw. geheilt werden’
1.2.2 mit präp. Erg.
1.3 ‘gerettet/erlöst werden, Heil finden’
1.3.1 mit Gen.
1.3.2 mit präp. Erg.
1.4 allgemeiner auf Unversehrtheit oder Wohlbefinden bezogen ‘schadlos, sicher sein’
1.4.1 mit Gen.
1.4.2 mit präp. Erg.
1.5 ‘ein Kind zur Welt bringen’
1.5.1 ohne Zusatz
1.5.2 mit Gen.
2 subst. ‘Überleben, Heil’
3 vereinzelt tr. (wohl unter nd. Einfluss, vgl. Schiller/Lübben 2,58 ) ‘jmdn./etw. retten’
   1 intr. ‘am Leben bleiben, gesund werden, gerettet werden, unversehrt bleiben’; die Bed.-Positionen 1.1 bis 1.4 sind nicht immer scharf voneinander zu trennen    1.1 ‘am Leben bleiben, überleben’ nu sol ich liden den tot. / maht iz iemer sus sin, daz genaren diu chint min! AvaLJ 130,6; einer genas, der ander starp Eracl 2743; ist der tot, den er wundete, ez gat im an das hoͮbet. genist er, dv́ hant hat er verlorn UrkCorp (WMU) 1797A,28; Roth 1665; GrRud Gb 34; Mügeln 13,16. gebt mir sînen [Christi] lîchnamen [Hostie] her, / des mennischeit von des blinden [Longinus’] sper / starp, dâ diu gotheit genas Wh 68,25. 224,16; der durch uns starp und doch genas RvEBarl 170. – in der Wendung kûme ~ ‘nur knapp überleben’ daz in kûme genas / der lîp der in doch nâch gesweich Iw 6210; in Armenie ich was. / wie kume ich da genas! Tannh 5,18; wer an den tagen siech wart, der starb oder genas kume MNat 17,31; Herb 1468. 3092 u.ö.; Wig 911    1.1.1 mit Gen. ‘etw. überleben’ swie er der marter dort genas, / er was doch marterære genôz RvEBarl 416. – mit adv. Gen. in instr. Funktion (vgl. 2 5Mhd. Gr. § S 76) ‘durch etw./jmdn. überleben’ dû [Vater] scolt unser phlegen, dîn [durch dich] sculen wir genesen Gen 1430; daz nieman so sich [l. siech ] me enwart, / er genese miner [Medeas] lere Herb 821. – mit Gen. der Relation (2 5Mhd. Gr. § S 75): si wârn vil frô, daz si des lîbes genâsen [mit dem Leben davonkamen] VAlex 505    1.1.2 mit präp. Erg. ‘etw. überstehen, gegen jmdn. bestehen’ welt ir mir helfen genesen / gegen dem fürsten Fridrîch, / zwâr daz stêt iu ritterlîch EnikFb 3578. sus was genesen der küene man / von dirre crêatiure Wig 6539. niht ist der vor hant miner [Gottes] muge genesen [interl. zu eruere ] PsM C 6,39; der herre nemach uor Rother nicht genesen Roth 949; ir muget vor iuwern fînden harte wol genesen NibB 1467,2; Tr 8338    1.1.3 mit präp. Erg. von ‘von etw. am Leben gehalten werden’ (?): von dem höuwe [auf dem der hl. Franziscus gelegen hatte] ouch genâren / vil frouwen, sô si kint gebâren, / ob siez under sich leiten LvRegFr 3160    1.2 ‘gesund werden, wieder zu Kräften kommen’ sî pflac sîn daz er wol genas Iw 1782; dâ lac sie, unz sie wol genas Eracl 4096; PrGeorg 6,33. nu was ouch Tristan genesen / ganz unde geheilet garwe Tr 8142; ‘wie stêtz, sît ir genesen? / durch got, frouwe, sagt uns daz.’ / ‘mir ist’ sprach sie ‘ein lützel baz.’ Eracl 4086; stand uf, liep kint min, du bist genesen! Mechth 5: 8,15    1.2.1 mit Gen. ‘sich von etw. erholen, von etw. geheilt werden’ der wunden er niuht genas VAlex 549; SAlex 1874; also er do des siechtuͦmes genas Konr 9,47; nu was ouch Keye genesn / bî dem Plimizœl der tjoste Parz 675,4. – ‘etw. heil überstehen’ her [der jaspis ] ist den wiben gut umme gegort, / di genesen suln kindes gebort Brun 1685 (vgl. 1.4)    1.2.2 mit präp. Erg.: so sag ich im [...] das er an dem beyn genesen ist, wann es im bestrichen wirt mit des ritters blut Lanc 356,29; bildl. ob ich an freuden sol genesen [wieder glücklich werden] Parz 327,8; so maht du an der kúscheit genesen Mechth 4: 1,5. daz Hector was von sime slage / genesen vnde von siner wunden Herb 9408    1.3 ‘gerettet/erlöst werden, Heil finden’ dâ mit ist Anfortas genesen Parz 484,7; ich wæne, ich bin noch ungenesen; / doch wânde ich hie genesen wesen Tr 8838. 8842. – bezogen auf das Seelenheil: swer uzerhalb dez gelauben ist, der enmach niht genesen Konr 23,27; sus sulen sie al genesen, / die sine [Gottes] kint willent wesen TrSilv 255; swelh sæliger den [ êlicher hîrât ] ze rehte hât, / der ist hie und dort genesen KvHeimHinv 997; PrOberalt 16,26. – subst. Part.-Adj.: diu guoten ze der zesewen [der Rechten Gottes] , daz sint die genesenen AvaJG 25,2    1.3.1 mit Gen.: nû solt dû wîsen mich daran, / wie ich der übelen nôt genese [entkomme] / und in der guoten vreude wese RvEBarl 3817. 9123. duo er [Christus] drizzich jar alt was, / des disiu werlt al genas, / duo chom er zuo Jordane, / getoufet wart er dare VEzzo 200; des ist mîn sêle genern in êwe Gen 1544; sich begunde starke mêren / der geloube, des wir suln genesen Eracl 147    1.3.2 mit präp. Erg.: ein wîp, diu ê von senender nôt genas MF:Reinm 37: 1,4; [wer] umwizende einin man / sluͦg und danne dar [zu der Freistatt] entran, / der solte denne sichir wesen, / von jenis vrúndin sin genesen RvEWchr 15309. daz ich vur svnden sy genesen TannhBu 7; [Noah] vor der sintfluot wol genas LvRegSyon 2238. – in der Wendung an/ze der sêle ~ : in dem namen [Jesus Christus] wir alle genesin schulin an der sêle Spec 16,22; lat sie [...] ebtessinne wesen, / so sit ir an der sele genesen ReinFu K,2124; dô Friderich ûz Œsterrîch alsô gewarp, / daz er an der sêle genas und im der lîp erstarp Walth 19,30; die [...] zur sele sint genesen HeslApk 10188. [Nebukadnezar wurde] von gotes gebote schiere / verwandelt zeinem tiere. / siben mânôde er daz was. / in rou sîn sünde: dô genas / er wider in die menscheit RvEBarl 2366    1.4 allgemeiner auf Unversehrtheit oder Wohlbefinden bezogen ‘schadlos, sicher sein’ ich genis [interl. zu protegar ] unter dem schaten vetchen diner PsM 60,5; ir ieglicher wol genas, / und quamen zu Rome gesunt PassIII 15,60; gip har vünf phenning [als Wegezoll] [...], wilt du genesen Boner 76,37; StrKD 161,204. – ‘es sich gut gehen lassen, zufrieden sein’ selch vreude niemer werden mac / der man ze den zîten [zu Lebzeiten König Artus’] pflac. / doch müezen wir ouch nû genesen Iw 53; [der Wucherer] wil mit wucher wol genesen StrKD 7,128; Hiob 4710    1.4.1 mit Gen.: des amtes moht er [Pitipas] wol genesen [vgl. Glr.z.St.: Vorteil von etw. haben] , / wan er [Willehalm] fuͦgte im mit richait / guͦt, saͤld, er und werdekait RvEWh 15482; hierher oder zu 1.1.1 (dann: ‘von etw. leben’): die besten frawen bruͤst, [...] / der mugent die kint do baz genesen Physiogn 338    1.4.2 mit präp. Erg.: wer möhte ouch noch vor ir genesen [sicher sein] / diu sô schœne wære? Wig 736. ich [betrügerischer Kompagnon] muz choufen vleisch und brot, / dar zu knobelouch und kese, / bi dem ich wol genese [womit ich auskäme] , / west ich wie ich den andern [Begleitern] tet ErzIII 56,104    1.5 ‘ein Kind zur Welt bringen’    1.5.1 ohne Zusatz: swelch wip mit einem kinde arbeitet, sudet si den bibos mit wine oder mit bire unde nutzet das: si geniset an der stunt Macer 1,10; genesen ist [interl. zu enixa est ] chinttragerinne PsM H 37,5; des tages was sîn zwei jâr / daz sîn wîp was genesen Wig 1219. 1085; sy [Maria] pelaib maget do sy genas HvBurg 542; Mügeln 188,8    1.5.2 mit Gen.: er [der iaspis ] ist gut den wiben, di des chindes genesen sol PrüllS 1,6; sîn [Alexanders] mûter frow Olimpias / ze den stunden dô siu sîn genas, / dô wart ir ein vil michel nôtfal VAlex 106; diu frouwe an rehter zît genas / eins suns Parz 57,15; zwayr kinder sy genaß, / das aine was ain dochterlein, / das ander ain sun HvNstAp 14278; RvEBarl 10819; HeslApk 17716. – hierher bzw. zu 1.4.1 (dann: ‘von etw. unversehrt bleiben’): din [Marias] magtduͦm sin [Jesu] genas MarlbRh 21,12. 40,24    2 subst. ‘Überleben, Heil’ an dem ainem muͦste wesen / ir verderben, ir genesen RvEWh 12922; uf ein êwigez genesen / strîtet hûte frôlîche / um ûr erbe daz himelrîche Kreuzf 1888. 3214; StrAmis 2218; EnikWchr 11920. – ‘Entbindung’ du solt, here, pey mir wesen, / untz das du sichst mein genesen / oder ob ich soll sterben / und des kindes verderben HvNstAp 2334    3 vereinzelt tr. (wohl unter nd. Einfluss, vgl. Schiller/Lübben 2,58) ‘jmdn./etw. retten’ dô bat hê sînen arzet gên, / ob he sê iht kunde genesen / [...] von einem dranc [Trank] wil ich ir geben, / daz si genesen sal ir leben Crane 431

MWB 2 456,16; Bearbeiter: Runow

genëserinne stF. hier -în. ‘Hebamme’ dô Joseph ersach, daz / Marîen stunde komen was, / er îlete vil balde hin / rüefen zwein geneserîn WvRh 3289; [Engel] dienden dem mägetîn / an der stat der geneserîn ebd. 3297. 13815

MWB 2 458,49; Bearbeiter: Runow