Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   genesche - genieʒ    


genesche stN. genasche

MWB 2 456,9;

geneschelîn stN. Dimin. zu genasche ‘Begierde’ die armen liute habent ouch ûzsetzikeit an irn hiusern. daz sint die dâ unfuore trîbent, die umb ein genäschelîn zwei in eine kamer stôzent PrBerth 1:121,33

MWB 2 456,10; Bearbeiter: Runow

genëselich Adj. genislich

MWB 2 456,15;

genësen stV. (V) Prät. mit gramm. Wechsel genâren (z.B. AvaLJ 130,6; Gen 1502; Rol 5188; LvRegFr 3160 ); Part. Prät. auch genern ( Gen 159. 1544 ). 1 intr. ‘am Leben bleiben, gesund werden, gerettet werden, unversehrt bleiben’ ; die Bed.-Positionen 1.1 bis 1.4 sind nicht immer scharf voneinander zu trennen
1.1 ‘am Leben bleiben, überleben’
1.1.1 mit Gen. ‘etw. überleben’
1.1.2 mit präp. Erg. ‘etw. überstehen, gegen jmdn. bestehen’
1.1.3 mit präp. Erg. von ‘von etw. am Leben gehalten werden’ (?)
1.2 ‘gesund werden, wieder zu Kräften kommen’
1.2.1 mit Gen. ‘sich von etw. erholen, von etw. geheilt werden’
1.2.2 mit präp. Erg.
1.3 ‘gerettet/erlöst werden, Heil finden’
1.3.1 mit Gen.
1.3.2 mit präp. Erg.
1.4 allgemeiner auf Unversehrtheit oder Wohlbefinden bezogen ‘schadlos, sicher sein’
1.4.1 mit Gen.
1.4.2 mit präp. Erg.
1.5 ‘ein Kind zur Welt bringen’
1.5.1 ohne Zusatz
1.5.2 mit Gen.
2 subst. ‘Überleben, Heil’
3 vereinzelt tr. (wohl unter nd. Einfluss, vgl. Schiller/Lübben 2,58 ) ‘jmdn./etw. retten’
   1 intr. ‘am Leben bleiben, gesund werden, gerettet werden, unversehrt bleiben’; die Bed.-Positionen 1.1 bis 1.4 sind nicht immer scharf voneinander zu trennen    1.1 ‘am Leben bleiben, überleben’ nu sol ich liden den tot. / maht iz iemer sus sin, daz genaren diu chint min! AvaLJ 130,6; einer genas, der ander starp Eracl 2743; ist der tot, den er wundete, ez gat im an das hoͮbet. genist er, dv́ hant hat er verlorn UrkCorp (WMU) 1797A,28; Roth 1665; GrRud Gb 34; Mügeln 13,16. gebt mir sînen [Christi] lîchnamen [Hostie] her, / des mennischeit von des blinden [Longinus’] sper / starp, dâ diu gotheit genas Wh 68,25. 224,16; der durch uns starp und doch genas RvEBarl 170. – in der Wendung kûme ~ ‘nur knapp überleben’ daz in kûme genas / der lîp der in doch nâch gesweich Iw 6210; in Armenie ich was. / wie kume ich da genas! Tannh 5,18; wer an den tagen siech wart, der starb oder genas kume MNat 17,31; Herb 1468. 3092 u.ö.; Wig 911    1.1.1 mit Gen. ‘etw. überleben’ swie er der marter dort genas, / er was doch marterære genôz RvEBarl 416. – mit adv. Gen. in instr. Funktion (vgl. 2 5Mhd. Gr. § S 76) ‘durch etw./jmdn. überleben’ dû [Vater] scolt unser phlegen, dîn [durch dich] sculen wir genesen Gen 1430; daz nieman so sich [l. siech ] me enwart, / er genese miner [Medeas] lere Herb 821. – mit Gen. der Relation (2 5Mhd. Gr. § S 75): si wârn vil frô, daz si des lîbes genâsen [mit dem Leben davonkamen] VAlex 505    1.1.2 mit präp. Erg. ‘etw. überstehen, gegen jmdn. bestehen’ welt ir mir helfen genesen / gegen dem fürsten Fridrîch, / zwâr daz stêt iu ritterlîch EnikFb 3578. sus was genesen der küene man / von dirre crêatiure Wig 6539. niht ist der vor hant miner [Gottes] muge genesen [interl. zu eruere ] PsM C 6,39; der herre nemach uor Rother nicht genesen Roth 949; ir muget vor iuwern fînden harte wol genesen NibB 1467,2; Tr 8338    1.1.3 mit präp. Erg. von ‘von etw. am Leben gehalten werden’ (?): von dem höuwe [auf dem der hl. Franziscus gelegen hatte] ouch genâren / vil frouwen, sô si kint gebâren, / ob siez under sich leiten LvRegFr 3160    1.2 ‘gesund werden, wieder zu Kräften kommen’ sî pflac sîn daz er wol genas Iw 1782; dâ lac sie, unz sie wol genas Eracl 4096; PrGeorg 6,33. nu was ouch Tristan genesen / ganz unde geheilet garwe Tr 8142; ‘wie stêtz, sît ir genesen? / durch got, frouwe, sagt uns daz.’ / ‘mir ist’ sprach sie ‘ein lützel baz.’ Eracl 4086; stand uf, liep kint min, du bist genesen! Mechth 5: 8,15    1.2.1 mit Gen. ‘sich von etw. erholen, von etw. geheilt werden’ der wunden er niuht genas VAlex 549; SAlex 1874; also er do des siechtuͦmes genas Konr 9,47; nu was ouch Keye genesn / bî dem Plimizœl der tjoste Parz 675,4. – ‘etw. heil überstehen’ her [der jaspis ] ist den wiben gut umme gegort, / di genesen suln kindes gebort Brun 1685 (vgl. 1.4)    1.2.2 mit präp. Erg.: so sag ich im [...] das er an dem beyn genesen ist, wann es im bestrichen wirt mit des ritters blut Lanc 356,29; bildl. ob ich an freuden sol genesen [wieder glücklich werden] Parz 327,8; so maht du an der kúscheit genesen Mechth 4: 1,5. daz Hector was von sime slage / genesen vnde von siner wunden Herb 9408    1.3 ‘gerettet/erlöst werden, Heil finden’ dâ mit ist Anfortas genesen Parz 484,7; ich wæne, ich bin noch ungenesen; / doch wânde ich hie genesen wesen Tr 8838. 8842. – bezogen auf das Seelenheil: swer uzerhalb dez gelauben ist, der enmach niht genesen Konr 23,27; sus sulen sie al genesen, / die sine [Gottes] kint willent wesen TrSilv 255; swelh sæliger den [ êlicher hîrât ] ze rehte hât, / der ist hie und dort genesen KvHeimHinv 997; PrOberalt 16,26. – subst. Part.-Adj.: diu guoten ze der zesewen [der Rechten Gottes] , daz sint die genesenen AvaJG 25,2    1.3.1 mit Gen.: nû solt dû wîsen mich daran, / wie ich der übelen nôt genese [entkomme] / und in der guoten vreude wese RvEBarl 3817. 9123. duo er [Christus] drizzich jar alt was, / des disiu werlt al genas, / duo chom er zuo Jordane, / getoufet wart er dare VEzzo 200; des ist mîn sêle genern in êwe Gen 1544; sich begunde starke mêren / der geloube, des wir suln genesen Eracl 147    1.3.2 mit präp. Erg.: ein wîp, diu ê von senender nôt genas MF:Reinm 37: 1,4; [wer] umwizende einin man / sluͦg und danne dar [zu der Freistatt] entran, / der solte denne sichir wesen, / von jenis vrúndin sin genesen RvEWchr 15309. daz ich vur svnden sy genesen TannhBu 7; [Noah] vor der sintfluot wol genas LvRegSyon 2238. – in der Wendung an/ze der sêle ~ : in dem namen [Jesus Christus] wir alle genesin schulin an der sêle Spec 16,22; lat sie [...] ebtessinne wesen, / so sit ir an der sele genesen ReinFu K,2124; dô Friderich ûz Œsterrîch alsô gewarp, / daz er an der sêle genas und im der lîp erstarp Walth 19,30; die [...] zur sele sint genesen HeslApk 10188. [Nebukadnezar wurde] von gotes gebote schiere / verwandelt zeinem tiere. / siben mânôde er daz was. / in rou sîn sünde: dô genas / er wider in die menscheit RvEBarl 2366    1.4 allgemeiner auf Unversehrtheit oder Wohlbefinden bezogen ‘schadlos, sicher sein’ ich genis [interl. zu protegar ] unter dem schaten vetchen diner PsM 60,5; ir ieglicher wol genas, / und quamen zu Rome gesunt PassIII 15,60; gip har vünf phenning [als Wegezoll] [...], wilt du genesen Boner 76,37; StrKD 161,204. – ‘es sich gut gehen lassen, zufrieden sein’ selch vreude niemer werden mac / der man ze den zîten [zu Lebzeiten König Artus’] pflac. / doch müezen wir ouch nû genesen Iw 53; [der Wucherer] wil mit wucher wol genesen StrKD 7,128; Hiob 4710    1.4.1 mit Gen.: des amtes moht er [Pitipas] wol genesen [vgl. Glr.z.St.: Vorteil von etw. haben] , / wan er [Willehalm] fuͦgte im mit richait / guͦt, saͤld, er und werdekait RvEWh 15482; hierher oder zu 1.1.1 (dann: ‘von etw. leben’): die besten frawen bruͤst, [...] / der mugent die kint do baz genesen Physiogn 338    1.4.2 mit präp. Erg.: wer möhte ouch noch vor ir genesen [sicher sein] / diu sô schœne wære? Wig 736. ich [betrügerischer Kompagnon] muz choufen vleisch und brot, / dar zu knobelouch und kese, / bi dem ich wol genese [womit ich auskäme] , / west ich wie ich den andern [Begleitern] tet ErzIII 56,104    1.5 ‘ein Kind zur Welt bringen’    1.5.1 ohne Zusatz: swelch wip mit einem kinde arbeitet, sudet si den bibos mit wine oder mit bire unde nutzet das: si geniset an der stunt Macer 1,10; genesen ist [interl. zu enixa est ] chinttragerinne PsM H 37,5; des tages was sîn zwei jâr / daz sîn wîp was genesen Wig 1219. 1085; sy [Maria] pelaib maget do sy genas HvBurg 542; Mügeln 188,8    1.5.2 mit Gen.: er [der iaspis ] ist gut den wiben, di des chindes genesen sol PrüllS 1,6; sîn [Alexanders] mûter frow Olimpias / ze den stunden dô siu sîn genas, / dô wart ir ein vil michel nôtfal VAlex 106; diu frouwe an rehter zît genas / eins suns Parz 57,15; zwayr kinder sy genaß, / das aine was ain dochterlein, / das ander ain sun HvNstAp 14278; RvEBarl 10819; HeslApk 17716. – hierher bzw. zu 1.4.1 (dann: ‘von etw. unversehrt bleiben’): din [Marias] magtduͦm sin [Jesu] genas MarlbRh 21,12. 40,24    2 subst. ‘Überleben, Heil’ an dem ainem muͦste wesen / ir verderben, ir genesen RvEWh 12922; uf ein êwigez genesen / strîtet hûte frôlîche / um ûr erbe daz himelrîche Kreuzf 1888. 3214; StrAmis 2218; EnikWchr 11920. – ‘Entbindung’ du solt, here, pey mir wesen, / untz das du sichst mein genesen / oder ob ich soll sterben / und des kindes verderben HvNstAp 2334    3 vereinzelt tr. (wohl unter nd. Einfluss, vgl. Schiller/Lübben 2,58) ‘jmdn./etw. retten’ dô bat hê sînen arzet gên, / ob he sê iht kunde genesen / [...] von einem dranc [Trank] wil ich ir geben, / daz si genesen sal ir leben Crane 431

MWB 2 456,16; Bearbeiter: Runow

genëserinne stF. hier -în. ‘Hebamme’ dô Joseph ersach, daz / Marîen stunde komen was, / er îlete vil balde hin / rüefen zwein geneserîn WvRh 3289; [Engel] dienden dem mägetîn / an der stat der geneserîn ebd. 3297. 13815

MWB 2 458,49; Bearbeiter: Runow

genetzen swV. netzen, → genecketzen

MWB 2 458,54;

ge|nëven swM. (Pl.) ‘Neffen, Verwandte’ si wâren beide geneven / Helenôr unde Lîke [Lycus] / zwêne ritter hêrlîke En 6974; si [Bysan und Arbazan, die Mörder des Darius] wâren zwêne geneben SAlex 3925

MWB 2 458,55; Bearbeiter: Runow

geneʒ stN. (?) ‘Arbeits- und Wohnraum der Frauen’ (vgl. gr. gynaeceum): geneceum, genicium: genez, geneztunc SummHeinr 2:320,149.7

MWB 2 458,60; Bearbeiter: Runow

geneʒtunc stMF. ‘Arbeits- und Wohnraum der Frauen’ (vgl. gr. gynaeceum; vgl. tunc ): geneceum, genicium: geneztunc SummHeinr 2:320,149.7

MWB 2 458,63; Bearbeiter: Runow

geneʒwîp stN. ‘Frau im Frauengemach’ si [die Königin] enbôt Êtîô, / si newurde niemer frô, / er nekôme in ir phiesel [beheizbares Frauengemach] , / daz er die wolle ziese [zupfe] / under andern jenezwîben [La. ghenizwiben ] Kchr 13953

MWB 2 459,1; Bearbeiter: Runow

genge Adj., Adv. 1 ‘gangbar, gut im Gange’
1.1 bezogen auf Pferde ‘zugeritten, gut zu reiten’
1.2 ‘schnell (bei der Hand)’
1.3 geschickt (?)
2 ‘gängig, üblich’ (vgl. gengic )
2.1 ‘bekannt, (weithin) verbreitet’
2.2 von Münzen ‘im Umlauf, gültig’ (vgl. WMU 1,545 mit zahlreichen Belegen)
   1 ‘gangbar, gut im Gange’ gar genge waz ir worte pflug, / si menten [führten] in her und dar MinneR480 292; die gesoten ruoben waichent den leip und machent in geng [lösen die Verstopfung] BdN 419,11    1.1 bezogen auf Pferde ‘zugeritten, gut zu reiten’ ezn wart nie ros so genge, / wil manz ze allen ziten / ungezoumet riten, / ane gerten und ane sporn, / elliu sin tugent si verlorn StrKD 86,172; ‘wâ nû ros? ich wil rîten!’ / [...] ein zelter schœne und genge / hiez der künic ziehen dar Flore(S) 2736    1.2 ‘schnell (bei der Hand)’ Nectarius von Karnand / sprang uss dem getrenge, / zü füss waz er genge / da er die minenklichen vand GTroj 6008; mit präp. Erg.: den bosen was er herte, / er strafte ir geverte / an gerichte strenge, / zu ir straphe genge Elis 3994. sô er wînglocken hœre liuten, / daz er kome ginge [Hs. genge ] / und sîn silber bringe Niemand 169. Monagris waz strenge, / Paris unmassen genge [streitlustig] . / [...] mitt grossen schlegen manig valtt GTroj 8414; owê spotlîchez schimpfen, / wie bist du dâ sô genge Hadam 459,2    1.3 geschickt (?): dô wundert’ vrouwen unde man, / daz der jung’ vürste wære / ein genger videlære Bussard 464    2 ‘gängig, üblich’ (vgl. gengic ): swer kunst in sînem herzen hât, / den kan si [ valsche milte ] wol versmâhen, / swer aber âne fuoge stât, / dem wil si balde nâhen. / si [Kunst âne fuoge (?)] kan dur valsche missetât / die gengen gâbe emphâhen KvWKlage 17,6    2.1 ‘bekannt, (weithin) verbreitet’ din [Marias] lenge reichet von des hohen trones vunt / mit voller kraft biz in der tiefen helle grunt: / ach Got, wa wart ein maget ie so genge AveMaria9 8; sein nam der wær noch genger / in manigen landen worden Suchenw 16,176; sine [Platos] kvnst vnde sine list, / die zv Paris genge ist / me denne anderswa: / daz ist dialetica Herb 10672. – in der Verbindung ~ mære: ez waz ein gengez mære, / waz im âventiure was geschehen UvZLanz(K) 7812; daz was ein gengez mære / in allem dem lande Iw 3374; Dietr 2873; präd.: ouch wart des heilegen mære genge / an die breite und an die lenge LvRegFr 1372    2.2 von Münzen ‘im Umlauf, gültig’ (vgl. WMU 1,545 mit zahlreichen Belegen): zwai phunt phenninge, die ze Nvrenberch genge sint UrkCorp (WMU) 949,7; die münze sint nu sêre genge worden Renner 13815. – meist in paarigen Ausdrücken, v.a. mit gæbe: swer einem phenninge gelobet, der sol enem phenninge geben die dâ genge unde gæbe sint SchwSp(W) 251,3; hundirt marc gengis vnd gæbis silbers UrkCorp (WMU) 150B,13; sessuntryzig marg pening, gengir und gebir, [...] an gereydeme gelde UrkFrankf 2,186 (a. 1323). – mit gibe bzw. guot: mit guten Regenspurger phenningen, die denn gib vnd geng sind ze Regenspurch UrkCorp (WMU) 2823,33; mit gvͦtem vnd gengem silber ebd. 1341,16

MWB 2 459,6; Bearbeiter: Runow

genge stF. unklar; vielleicht ‘vertraute Erscheinung’ (?): doch so erstant si da [beim Jüngsten Gericht] gar / die guoten vnd der svnder schar / mit ir ganzen liben / die man zvo den wiben / in vollekomener genge / vnd in der selbin lenge / als in div nature verlech Martina 199,57

MWB 2 460,1; Bearbeiter: Runow

genge stN. ‘Ausgang, Ursprung’ (vgl. anegenge ): wiltu wizzen uon welcher vuchte iglich sichtum ein genge habe SalArz 110,32

MWB 2 460,7; Bearbeiter: Runow

gengelære stM. ‘Umherziehender’ daz bin ich, der arme gangelære Schlegel 545; erbarme dich noch uver den armen gengelere, / so wirt noch vrolich sin herberg Lilie 18,29. 33,18

MWB 2 460,10; Bearbeiter: Runow

gengelich Adj. ‘im Umlauf, gültig’ da bi haͮn wir in oͮch gegeben funf schillinge haller gengeliches geltes UrkHohenz 1,152 (a. 1340)

MWB 2 460,14; Bearbeiter: Runow

gengelîn stN. ‘Äderchen’ (übers. lat. venula): ander maister sprechent, daz sich daz kint [im Mutterleib] fürb und sauber von wäzzriger überflüzzichait in ainem gänglein, daz hât diu nâtûr gemacht zwischen dem pälglein, dâ mit si daz kint umbhüllet in der muoter leib BdN 34,7

MWB 2 460,17; Bearbeiter: Runow

gengen swV. ‘jmdn. zum Gehen bringen, antreiben’ herzog Wildhelm ersprangt / daz ros mit kraft er gangt WhvÖst 14796; den dieb er dannen gengete PrHess 42,134

MWB 2 460,23; Bearbeiter: Runow

gengic Adj. 1 ‘im Umlauf, gültig’ (vgl. genge 2.2 )
2 ‘(weit) verbreitet, bekannt’ (vgl. genge 2.1 )
   1 ‘im Umlauf, gültig’ (vgl. genge 2.2): daz si vns dienen [...] zehen schillinge phenninge, di danne gengich sint UrkEnns 4,124 (a. 1290). – in der Wendung ~ unde gæbic: einen shillinch phennige, di daz [ da ze ] Nvͦrnberch gengich vnd gebich sint UrkCorp (WMU) 2887,20    2 ‘(weit) verbreitet, bekannt’ (vgl. genge 2.1): als ez des morgens wolde tagen, / do hort man in der stat sagen / (vil gengich was daz mære), / man sagt, daz entrunnen wære / ouz der stadt chunich Ermrich Dietr 6930

MWB 2 460,27; Bearbeiter: Runow

genibele stN. Koll. zu nëbel , ‘Nebel, Dunst’ naht vnd vinster vnd genibele [interl. zu nox et tenebre et nubila ] PsM H 19,1; div naht vnd ir genibele / was so groz hie nidene / daz man si mohte greiffen Wernh A 3617; so vallit vil dicke / mit regne joch mit blicke / ein viurin genibile / mit stinkindim swebile LAntichr 816; dô was daz genibel sô dicke, / daz si kûme bî dem blicke / die burc kuren nâch wâne UvZLanz 7589; Kchr 4296; Kudr 1134,1. – bildl.: si [Adam und Eva nach der Vertreibung aus dem Paradies] gingen in ellende / in dizze genibele / daz haizet Babylonię / daz ist uinster unde blint VMos 10,20

MWB 2 460,38; Bearbeiter: Runow

genibelet Part.-Adj. ‘neblig’ an aim genibelten morgen SHort 3276

MWB 2 460,51; Bearbeiter: Runow

genîc (genîge ?) Subst. ‘Verneigung’ (?): ich achte nicht auf ir genig, / ich will mit ine streiten Neidh(S) 2,33c12:5,7

MWB 2 460,53; Bearbeiter: Runow

genicke stN. 1 ‘Genick’
2 ‘Niederbeugung, Besiegung’
   1 ‘Genick’ hartt uff sin genyke / wurde menger straich gegeben GTroj 8006; der kneht, der sînes [des römischen Triumphators] genickes pflac [der ihn durch einen sanften Schlag in den Nacken auf die nachfolgende Sentenz aufmerksam machte (vgl. V. 22665f. ] Renner 22684    2 ‘Niederbeugung, Besiegung’ so sy dir, ritter, wider saitt / uff vil stark genike, / dem tödlichen strike / keme du nie so nache GTroj 979

MWB 2 460,56; Bearbeiter: Runow

genicsam Adj. ‘wie gebeugt’ (vgl. Felder, Krone, S. 532): es [das Pferd] was von allem dem tadel wunt, / das ie roszen missezam: / krump vnd gnigksam, / kellig [halskrank] vnd vnersam Krone 19859

MWB 2 461,1; Bearbeiter: Runow

geniete stN. gibt an einer Jesaja-Stelle, die von der Anfertigung ehener Götterbilder handelt, lat. glutinum ‘Leim’ wieder; möglicherweise Koll. zu niet stM. ‘Niete’, dann etwa ‘Zusammenheftendes’ der ysensmit, der zu stocke [Amboß] hemirt, wirt manen den, der denne wirt tengiln, und wirt sprechen deme lutere adir deme genyte [ glutino ] : is ist gut. und wirt is [das geschmiedete Eisen] heften mit naylen [mit Nägeln an den Holzkern des Götzenbildes] , daz is sich icht rege Cranc Jes 41,7

MWB 2 461,6; Bearbeiter: Runow

genieʒ stM. 1 ‘(aus einem Gut, Geschäft o.ä. erwirtschafteter) Gewinn, Ertrag’
1.1 übertr. ‘Lohn’
1.2 phras. himelisch ~ , bezogen auf das Jenseits
2 allg. ‘Nutzen, Vorteil’ (materiell wie ideell; nicht immer streng gegen 1 abzugrenzen)
   1 ‘(aus einem Gut, Geschäft o.ä. erwirtschafteter) Gewinn, Ertrag’ ir lêhen sie enphiengen, / ir lant, ir landes geniez RvEBarl 14769; kornnis geniez RvEWchr 7452; ein ieclich burgere [...] sal abir dichein silbir wechsiln, daz he vort virkofin wolle durch geniez UrkCorp (WMU) 1161A,45; die ir geniez unde ir gut / den erzeten hete gar vergeben PassIII 499,32; Parz 52,6; PassI/II 6,21. – hierher oder zu 2: Ysaac von godis gnade / gar dvgentliche sade / den samen sin vmme sinen geniz PrHess 19,75    1.1 übertr. ‘Lohn’ der rehten werdekeit geniez, / des diu werlt was gereinet, / het got an im [Ither] erscheinet Parz 475,28; Iohannes ein diaken hiez, / der durch tugentlich geniez / sante Gregorius leben schreib PassIII 214,30; durch hoher tugende geniez ebd. 333,15; GTroj 23404; WernhMl 8859. solichen geniezz emphahen die hochferttigen mit sambt jrm maister, dem tievel SchlierbAT(LS) 1,44    1.2 phras. himelisch ~ , bezogen auf das Jenseits: daz gotes fiwer [...] enzundet manigen man / der die werlt varen liez / durch den himelischen geniez Vät 3406; in den himelischen geniez / fuͦrten in mit vrouden groz / die engel in der selden schoz ebd. 4944. 17532; vgl. do wisete got wie reine / zu himele were sin geniez PassIII 18,53. werltlich ~ : den vnuczen knecht [...] der sich nicht fleizzt, sel zu dem himl gewynnen, nur wie er im vppigen lob vnd welttlichen genies gesammen muͤg SchlierbAT(LS) 1,122; vmb welttlichen lob vnd genies ebd. 1,116. 1,162    2 allg. ‘Nutzen, Vorteil’ (materiell wie ideell; nicht immer streng gegen 1 abzugrenzen): daz vervie niht zir genieze UvZLanz 7494; wir cherten ze ir geniezze / alle unser chraft und unser maht StrKD 66,30; ieder mensch suͦchet sinen geniess Seuse 380,14; Teichn 280,45; wohl hierher: dit brengit schaden, keynen genis [:proverbiis ] PrHess 10,835; wer daz dut, daz ist ein genis ebd. 10,829. 10,901. 19,75. sie [...] gehielten daz wazzer [in dem das Christuskind gebadet wurde und das heilende Wirkung hat] dô / ûfen künftigen geniez WvRh 4386. – ‘Genuss’ als er durch spîse genîz / krebze wolde vâhin NvJer 14566; nicht enget der wegeman / durch genis willin [zum Vergnügen] uf der ban / sundir daz he an di stat / kome da hin he willin hat PfzdHech 173,28. – ‘Zweck’ und swes muot begunde gern / jagen swîn oder bern, / der vant ze dem genieze / vil starke breite spieze Er 7176

MWB 2 461,17; Bearbeiter: Runow