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ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
      genieʒlich (?) Adj.
      geniftel swF.
      genîgic Adj.
      genihte stN.
      genis stM.
      genisbære Adj.
      genislich Adj.
      genisse stN.
      genist stF.
      genistbærlich Adj.
      geniste stN.
      gênît Subst.
      genos stM.
      genôs stN.
      genôste stN.
      genôte stF.
      genœte Adj., Adv.
      genœtic Adj.
      genôtunge stF.
      genouwe Adj., Adv.
      genouwiclîchen Adv.
      genôʒ stswM.
      genœʒelîn stN.
      genôʒelôs Adj.
      genôʒen swV.
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   genieʒlich (?) - genôʒen    


genieʒlich (?) Adj. ‘nützlich’ (vgl. Johansson, NvJerAdalb., S. 59): daz ich mit worten redelîch, / genîzlich unde wêrlîch, / vol schrîbe, des ich hân gedâcht NvJerAdalb 106

MWB 2 464,44; Bearbeiter: Runow

geniftel swF. nur im Pl. ‘Cousinen, enge Verwandte’ ze künde rechenten si sâ / daz si [Enite und Mabonagrins Geliebte] genifteln wæren nâ Er 9717. 9738. – übertr.: daz geistlich leben und himelesch leben di di sint geniftelen HlReg 50,11

MWB 2 464,48; Bearbeiter: Runow

genîgic Adj. ‘geneigt’, mit präp. Erg. (s.a. geneiclich ): die wüntärtzt [...] süllen nicht genaigig sein tzw sneyden oder tzw prennen wunten oder geswern Schachzb 99,131; arm an allen tugenden, genîgic gên den sünden DvASchr 321,2

MWB 2 464,53; Bearbeiter: Runow

genihte stN. ‘Nichts’ du achtest mich uff erden / gar für ain genychte [Nichtsnutz, Schwächling] . / dir vil argen wichtte / ich das wol erzaigen kan / ich haissen mag ain man GTroj 16917

MWB 2 464,58; Bearbeiter: Runow

genis stM. (Glr. PrHess : stF.); s.a genieʒ und genist . ‘Gewinn’ dit brengit schaden, keynen genis [: Proverbiis ] PrHess 10,835; nicht enget der wegeman / durch genis willin uf der ban, / sundir daz he an di stat / kome da hin he willin hat PfzdHech 173,28. – ‘Rettung’ for des rihteris grimmekeit, / da enist andirs kein genis PrHess 54,231

MWB 2 464,62; Bearbeiter: Runow

genisbære Adj. ‘heilbar’ er [Heinrich] gedâhte daz er wære / vil lîhte genisbære AHeinr 172

MWB 2 465,5; Bearbeiter: Runow

genislich, genëselich Adj. ‘heilbar’ diu selbe siecheit / wære vil mislich / und etelîchiu genislich AHeinr 168; dâ hœret arzenîe zuo, / der wæret ir genislîch ebd. 199. 186. 190; bin ich genislich, ich genise wol RvZw 87,5; KvWEngelh 5988. – bezogen auf die Rettung des Seelenheils: allez daz geneselich / wirdet uffe diser erden, / das lezet got nicht vorwerden HeslApk 5214; swaz uf der erden / geneselich mochte werden / von unses herren martre ebd. 10706

MWB 2 465,7; Bearbeiter: Runow

genisse stN. ‘(giftiges) Gewürm’ (Koll. zu ahd. nesso ‘Wurm’): ein lant [...], / da inne mac wip noch man / gesiechen von vorgiftnisse, / da en ist di scoprio noch genisse PriestJohB 950,69

MWB 2 465,17; Bearbeiter: Runow

genist stF. (stM. HeslApk 46. 2508 ). 1 ‘Überleben, Rettung, Heil’
1.1 allg.
1.2 bezogen auf das Seelenheil ‘Erlösung’
1.3 phras.
2 ‘Heilung, Genesung (von Krankheit, Wunden)’
3 ‘Niederkunft, Entbindung’
4 ‘(Brot-)Erwerb, (Lebens-)Unterhalt’
   1 ‘Überleben, Rettung, Heil’    1.1 allg.: diu vrowe [...] jach, siun möhte’n niht verclagen, / wær er mit unschulde erslagen. / sînre geniste was siu vrô UvZLanz 1593; und bâten den richtêr, / daz er in lîze bî genist [am Leben] NvJer 22504; swen dî cristnin durch genist / darzû mit vlucht sich neigitin ebd. 14726; in den henden mîn / stuont sîn genist und sîn sterben Ottok 20750; des lîbes genist ebd. 19242; des lebens genist ebd. 28822; Gen 2629; Iw 1298; KvWTroj 32535. des su̍che ich rat vnd genist / an u̍ch vnd das gesinde Krone 12682; für des kummers genist [Errettung aus der Not] / moht daz volc deheinen list / anders gehân, / wan daz wîp und man / fluhen ûz den steten Ottok 19085. er wart der minne banden / als undertænic bî der vrist, / daz al sîn trôst und sîn genist / lac an der megde reine KvWTroj 14762; ez wert unlange min genist: / ich waiz wol daz min hertze brist, / swenne ich sihe die verlust / daz der kuͤnc din muͤndel kust WhvÖst 2575; daz, lieber du, lebendig bist: / daz ist an vræuden min genist ebd. 7012    1.2 bezogen auf das Seelenheil ‘Erlösung’ dines [Pilatus] gewaltes nist niht mere / wan der dir geben ist durch der mennisken genist AvaLJ 142,2; der mennischen genist ist enzwîvil, die mit gesuntim lîbe vravelichin êzzint, so si scholtin vastin Spec 64,7; unser herre der unsers hails und unser gnist vlizzich ist PrOberalt 70,8 u.ö.; StrKD 144,153; Daniel 1044. [Jesus] wære / der werlde schepfere, / der sele trost vnd ir genist Wernh A 4151; [Gott hat] alle dise diete gezelt / an die zal der waren gnist [die Gesamtheit derer, die erlöst werden] HeslApk 12621; Teichn 281,201    1.3 phras.: êwec ~ : du [Gott] urhab aller genaden bist, / dar inne wonit der ewige genist HeslApk 46; des [Gebets pater noster ] mennisch ie bedorfte / ze disses libes friste / unde ze der ewigen geniste Vateruns 20; Wernh 1432. der sêle ~ : der wirbet niur nach werltlichem gewinn denn nach genist der sele PrOberalt 93,34; daz du dich der gitecheit erwerst / und dines libes meisters bist, / daz ist der sele genist StrKD 11,638; die gnist miner sele SüklV 421; Athis F 131    2 ‘Heilung, Genesung (von Krankheit, Wunden)’ sône hete er [der Todkranke] ze sîner genist / dehein gedingen mêre AHeinr 240. 181; mit salben sô gehiure, / diu [...] für die wunden ein genist / [...] ist Parz 577,23; daz er in Salerne wære / durch sînes lîbes genist [um dort geheilt zu werden] Tr 7331. 7956    3 ‘Niederkunft, Entbindung’ die vrawen wurden swanger; / auch sumten sie sich niht langer / ietwedriu vrawe mit ir genist / und gelagen beide uf eine vrist, / do sie getruͦgen uf daz zil WhvÖst 537; in der selben frist / bekom sîn frouwe mit genist / einer tohter Ottok 2364    4 ‘(Brot-)Erwerb, (Lebens-)Unterhalt’ von der poͤsen hausfrawen die Adam nam ward er verstozzen von seinem reich vnd chom in die pærmlichen werlt, do er gewinnen muͦst sein genist mit arbait vnd in sways GestRom 4; daz si den bruodern dîn / müezen werden undertân / und ir genist von in hân EnikWchr 2976; und hienc ir brust für sînen munt, / die souc der junge süeze knabe / und hete sîne genist dar abe KvWTroj 540; Wig 5301; wohl hierher: geit man in [den pfaffen ] des leibez genist [Lebensunterhalt] , / so geben seu daz ewig ist Teichn 168,55. – bildl.: ritter, wie ist úch so geschehen, / daz ir wapens also blosz / zú keiner freise, die so grosz / jst, also dise ist, / vch waget vf heyles genist? Krone 21504; frou Ere hat [...] / in aller tugent ir genist Frl 11:8,14

MWB 2 465,21; Bearbeiter: Runow

genistbærlich Adj. ‘Genesung bringend’ der [ jungelinc ] sô genistbærlichiu dinc / den siechen lie dô werden schîn KvWPant 806

MWB 2 466,29; Bearbeiter: Runow

geniste stN. ‘Nistplatz, Nest’ ein swalwe zÎrlande / [...] ein vrouwen hâr dâ næme / zir bûwe und zir geniste Tr 8605; in ir [der Greifen] geniste und in ir zuht [Brut] / steic er ûf daz gebirge hôch KvWTroj 6150; Kudr 87,2; der würme geniste GTroj 11854; BdN 220,25; Cranc Jes 34,14. – übertr.: lieber herre Jhesu Crist, / aller vreuden ein genist Vät 29684; ires herzen genist ebd. 24580; des hochsten himels phaffe [Christus] / [...], / der verstieß der jüdischeit / priesterschaft uß hoer wird genisten Mügeln 320,18. 83,10

MWB 2 466,32; Bearbeiter: Runow

gênît Subst. entweder ‘Rappe, türkisches Pferd’ (zu afrz. genet, vgl. Suolahti 1,94) oder ‘Ginster- bzw. Zibetkatze’ (zu afrz. genette vgl. Nellmann, Parzival, S. 766): man sach ein juncfrouwen komn, / ir kleider tiwer und wol gesniten, [...] ir kappe ein rîcher samît / noch swerzer denn ein gênît Parz 778,20

MWB 2 466,43; Bearbeiter: Runow

genos stM. genuʒ

MWB 2 466,50;

genôs stN. ‘Schaden’ (zu afrz. noise, vgl. Rosenqvist 1,108): zwolff dusent hadde erslagen / syne schare vele groes / ind dede en groes genoes Karlmeinet 455,21

MWB 2 466,51; Bearbeiter: Runow

genôste stN. ‘(in betrügerischer Absicht) beschnittenes Münzstück’ swer mit vmmescrodelingen [abgeschnittenen Münzstücken] , daz da heizit genoste, begrifin wirt UrkCorp 1161A,12; alle goltsmide soln ieclichis jaris swern deme mvncemeistere, daz sie burnen rechte vnd meldin swer genoste laze burnen ebd. 1161A,45

MWB 2 466,55; Bearbeiter: Runow

genôte stF. ‘Hinsicht’, in der Verbindung niht ze einer ~ ..., sunder ‘nicht nur ..., sondern’ dú ne bist nîeth zêiner gnôte scône an dén pręcipuis membris [...] : súnter ióh an dén continentibus et coniugatis Will 61,2

MWB 2 466,62; Bearbeiter: Runow

genœte, genôte Adj., Adv. 1 ‘eng, beengt’
2 ‘eifrig, dringlich’
2.1 adv.
2.1.1 verstärkt in der Verbindung ie ~ , adv.
2.2 adj. ‘eifrig auf etw. bedacht, mit etw. beschäftigt’
2.2.1 mit Gen.
2.2.2 mit präp. Erg.
   1 ‘eng, beengt’ diu mûre was der selben slaht. / geschâzavelt genôte [in engem Würfelmuster gestaltet] , / wîz unde rôte, / wârn die steine gevieret UvZLanz 4107. – übertr.: si twanc ein nôt genôte Tr 11892; wann das er zu genöte [engherzig] was das sin nymant nicht kund genyßen Lanc 26,27. – hierher (?): dü vogtey eines herren gât ze Leyle vf den Rein vnd an den gnoͤten [niet- und nagelfest gesetzten] markstein vnd ze Dalachren in den bach, vnd denne ze Tunglen an den buͤl ob Zuffikon WeistAarg 20 (a. 1348)    2 ‘eifrig, dringlich’    2.1 adv.: er bat sînen vater vile gnôte Gen 1210; si [die Angeklagten] lougenôten alle genôte Kchr 14650; her widir redete iz genote Ägidius 784; ir hende hub sie hinz im genôte [flehentlich] / der uns daz leben gebot Wernh D 499; AvaLJ 93,3. Jacob dinote / Labanę genote VMos 25,13; der erste grat des gebettes ist das genoͤte [ cum attentione ] gebet mit dem mvnde DvAStaff 89; Seuse 54,19; Lanc 224,23; Spec 110,17. – ‘heftig’ diu swert genôte vielen ûf sîn eines lîp NibB 1938,1; daz fiwer viel genôte ûf si in den sal ebd. 2118,1; sie [Maria] troste ie baz unde baz / ir reines herzen stæte, / swie genote ir diu diet tæte Wernh D 3258. – ‘völlig, ganz; sehr’ ir geltet uns genote / di unseren lieben tote Rol 5305; und was ir hâr genôte / brûn unde reit KvWEngelh 2970; dis heilige sacrament das toͤwet und vertoͤwet alles das boͤs ist, das unnútze und des ze vil ist, und wirffet es us und ab gnote Tauler 296,11. 270,3; Seuse 115,24; superl.: daz [ dú aller lutersten ] sint dú menschen, dú alles mittel aller genoͤtest hein ab geleit Seuse 234,25    2.1.1 verstärkt in der Verbindung ie ~ , adv.: dû seist [ sagest ] uns ie genôte, / dû wellest Îsôte / und si enwelle dîn niht Tr 9925; si gruozten ie genôte / Tristanden unde Îsôte ebd. 17357 u.ö.; dô was ez [das Tuch] inne gar verbrant / und bran ouch ie genôte StrAmis 1103; HvFreibTr 169    2.2 adj. ‘eifrig auf etw. bedacht, mit etw. beschäftigt’    2.2.1 mit Gen.: diu küneginne hêr / was des vil genœte, daz si in tæte leit NibB 1769,3; der botschaft was sie dô genoete LvRegSyon 2901; er wart freuden genot: / der achtet er vil klaine dach [l. doch ] HvNstAp 7124; Kudr 246,1    2.2.2 mit präp. Erg.: daz vch allen so genot / ist vf dieses menschen tot PassI/II 64,14; hierher oder zu 1: Claudas der was aber genöt und gyrig nach guͦt allewege Lanc 26,14

MWB 2 467,3; Bearbeiter: Runow

genœtic Adj. ‘dringend’ durch ein heimliche sprâch / und durch genœtige rede / die Beierfursten bêde / fuorten snelliclich / den von Ôsterrîch / an ein heimliche stat Ottok 36006; daz die boten ruorte / genœtige botschaft ebd. 72002. – mit Gen. ‘eifrig bedacht auf etw.’ daz des bischolf Eberhart / nie sô genôtic wart / ze stiften [...] daz bistum Ottok 36565; des was dâ vil genœte [Hs. genotig ] diu alte Gêrlint, / wie si daz rechen möhte Kudr 737,1. – in der Verbindung ~ dinc/ sache ‘dringende, schwierige Angelegenheit’ wer gnötige dinkch zü schaffen het Märt 4875; so hab wier [...] durch etleich genotig sache dem selben chloster mit gemainer hant ovz gewehselt zwaintzig pfenning gult StiftZwettl 667; mit kranckhait oder mit einer andern genotigen sach [ iusta causa ] StatTrient 135; Ottok 20468

MWB 2 467,52; Bearbeiter: Runow

genôtunge stF. ‘Bedrängnis, Verlegenheit’ angaria, aporia: genotunge SummHeinr 2:180,01.85

MWB 2 468,5; Bearbeiter: Runow

genouwe Adj., Adv. umgelautet geneuwe Köditz . 1 ‘genau’
2 ‘knapp, kaum’
   1 ‘genau’ er karte ùber die brucke dar / vnd nam des vil gnauwe war, / bisz das thore gein yme her vmb kam Krone 12974; sô sullen si [die Vollkommenen] nicht verrer ûz gên in di krêatûren wan ir genâwe nôtdurft ist, âne daz si nicht geleben mochten HvFritzlHl 118,19; die vrouwe genouwe disse wise / [...] do vernam FrlSuppl 14:204,35. do [in Erwiderung auf die Weisheit] sprach die mynne genawe [strikt, bestimmt] : / ‘ [...] ’ Minneb 3071. – rechtsspr. genouweʒ reht, bezogen auf objektive Rechtsnormen (ius strictum): alleyne wir nach genoweme rechte iz in nicht schuldik inwarn UrkBerlin 61 (Ende 13. Jh.)    2 ‘knapp, kaum’ als si nu geneuwe obir daz wazzir komen waren [...], do was daz wazzer also groz wordin daz daz hervolc zu dem keisere nicht komen konde Köditz 42,4

MWB 2 468,7; Bearbeiter: Runow

genouwiclîchen Adv. ‘genau, intensiv’ ach kinder, der mensche solte als newelichen [La. gnaweclichen ] sehen in sin leben und in sine wandelunge das er inkeinen standen gebresten enbehielte Tauler 319,22

MWB 2 468,25; Bearbeiter: Runow

genôʒ stswM. 1 ‘Ebenbürtiger, Gleichgestellter’ , auch abgeschwächt zum ‘Gefolgsmann’
1.1 allgemein bezogen auf gesellschaftliche Stellung (vgl. ëbengenôʒ )
1.2 in höfischer Gemeinschaft
1.3 bezogen auf die Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Gemeinschaften wie z.B. Familie, städt. und dörfl. Gemeinwesen, Zünfte, an deren Rechten und Pflichten der ~ teil hat
2 einer Person oder Sache in Eigenschaften ähnlich oder gleich, Ausdruck einer Ähnlichkeitsbeziehung (nicht immer klar von 1 zu trennen)
2.1 in Genitivkonstruktion
2.2 mit präp. Erg.
2.3 verneint Einzigartigkeit ausdrückend
   1 ‘Ebenbürtiger, Gleichgestellter’, auch abgeschwächt zum ‘Gefolgsmann’    1.1 allgemein bezogen auf gesellschaftliche Stellung (vgl. ëbengenôʒ ): er enist niht min genoz / noch mir gliche geborn Herb 11396; ich tuon iu allen kunt, / die mîne genôze hinne sîn, / mîn vater und die bruoder mîn, / und die mir ze mâgen sîn benant, / und die des rîches herre hât gesant Wh 297,7; ein ieglîch man weigert wol, daz er niht kemphet mit sînem undergenôze. ein ieglîch man muoz kemphen mit sînem genôze oder mit sînem übergenôze SpdtL 141,6; ein vrîe vrauwe mac gewinnen fünf hande kint: einez daz ir genôz ist, alsô ob ir man ir genôz ist. si mac gewinnen einen mittern vrîen, alsô ob ir wirt ein mitter vrîe ist. si mac [...] ebd. 141,17    1.2 in höfischer Gemeinschaft: nu sît ir an gebürte doch / allen künegen ebengrôz / und aller keisere genôz Tr 6142; RvEBarl 11625; künec Vridebrant / und sînre genôze viere Parz 25,21; sin recht ware uil groz, / er ware aller fursten genoz Rol 8738; er ist gut ritter und koniges genoß Lanc 510,31    1.3 bezogen auf die Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Gemeinschaften wie z.B. Familie, städt. und dörfl. Gemeinwesen, Zünfte, an deren Rechten und Pflichten der ~ teil hat: sint widwen worden, / diͤ ir genoze [Ehemänner] hant verloren MarlbRh 119,31; dem gottshus im hoff zuͦ Lucern sol alweg vorbehalten sin sin gerechtigkeit des faals [Abgabe des Todfalls ] von den absterbenden gnossen WeistGr 1,166 (a. 1303? kopial); swer oͮch rehte gînoz ist des antwerkes vnd sich dir mitte begat UrkCorp (WMU) 80,31; es scholl auch derselb ir meister all den gebresten und all den valsch, der unter in ufersteht, suchen und pezzern nach seiner genozzen rat StRRegensb 90; do inbarte sich der grunt sa / da furen di genozen [das Volk Israel] / mit truchenen fuͦzen / in daz intheizene lant VMos 68,7; choment auch mer jvden, vnserre genozze, her UrkCorp (WMU) 3056,10. daz er [Luzifer] vil sciere sî verstôzzen mit allen sînen gnôzzen / vone himile in die helle Gen 31    2 einer Person oder Sache in Eigenschaften ähnlich oder gleich, Ausdruck einer Ähnlichkeitsbeziehung (nicht immer klar von 1 zu trennen)    2.1 in Genitivkonstruktion: Genelûn was schœne unde grôz, / er was des grôzen boumes gnôz StrKarl 2506; huite wirstu sente Laurentien genoz Rol 6189; so ist er des toren gnoz StrKD 96,36; joch ist din rehtekeit diner barmherzekeit genos Mechth 3: 22,4. ein her mehtic unde grôz, / iedoch was ez niht genôz / an der zal der franzoisære her Ottok 3758. jmdn. ~ machen: liden machet der martrer genoz, es fuͤret hine daz lob, es fuͤret hin den sig Seuse 252,21; sô mache uns, vrouwe, der genôz / die bûwent Abrahâmes schôz KvHeimHinv 1208    2.2 mit präp. Erg.: wer könde mir an fröiden sîn genôz SM:Te 1: 2,7; niender lebete sîn genôz / an milte RvEBarl 208    2.3 verneint Einzigartigkeit ausdrückend: iz wâren ouh chunege creftic / uber manec dît gewaltic, / [...] / der ne wart nî neheiner sîn genôz VAlex 56; des giwalt wirt sô grôz daz er niwil haben niheinin gnôz Gen 2866; sîn manheit ist sô grôz, / ich enweiz niender sînen gnôz UvZLanz 342; du [Maria] wers doch muͦder ’s künings groz, / de niͤrgen hat engein genoz MarlbRh 42,10; des Endecristes gewalt ist also gros, das nieman ist sin genos Mechth 4: 27,125

MWB 2 468,30; Bearbeiter: Diehl

genœʒelîn stN. ‘Spielgefährte’ daz guͤrteltaubel [...] hat sein genoͤzzel floren Teichn 261,2

MWB 2 469,34; Bearbeiter: Runow

genôʒelôs Adj. ‘ohne seinesgleichen, ohne ebenbürtigen Partner’ dû [Maria] niender hâst genôz / wan einen [sc. Gott] , der genôzelôs / ist LobGesMar 47,12

MWB 2 469,36; Bearbeiter: Runow

genôʒen swV. 1 ‘etw./ jmdn./ sich (mit etw.) gleichstellen, vergleichen’ , tr. und refl.
1.1 mit Dat.
1.2 mit präp. Erg.
1.3 tr. ohne Ergänzung ‘sich jmdn./ etw. zum Genossen machen, mit jmdm./ etw. im Bunde sein’
2 intr. mit Dat. ‘jmdm./ einer Sache gleichen, gleichgestellt sein’
   1 ‘etw./ jmdn./ sich (mit etw.) gleichstellen, vergleichen’, tr. und refl.    1.1 mit Dat.: dem vich mag man sew genossen, / die nicht hant beschaidenhait HvBurg 134; ich han davor gelichet dich [Maria] / dem cristallinen steine: / dem wil ich, frouwe reine, / noch zeimal dich genozen KvWGS 1799; nv secht wie si genozzet sint den goteschinden. vnt den heiligen gesellet PrLeys 11,38; SüklV 198; RvEBarl 2926. der keiser sterben muoz als ich, / dem mac ich wol genôzen mich Freid 74,6; uf var ich [Lucifer] und wil [...] genozen / mich gote deme grozen Daniel 4801; dem [Unfreundlichen] saltu dich gesellen nicht, du wiser, noch genoßen Mügeln 64,15; Roth 1327; KLD:Kzl 2:14,1. sich der heiligen ê ~ ‘am Sakrament der Ehe teilhaben’ weder barfuozenbrüeder noch prediger noch grâwe müniche die mügent sich ein teil der heiligen ê niht genôzen PrBerth 1:306,12. – mit zusätzlicher präp. Erg.: dem [Salomo] an wiseit man noh wip / sih mohte in allin richin / genozen noh gelichin RvEWchr 33014; wer kan sich ir [der Minne] genôzen / an hôher meisterschefte? KvWTroj 14744; die vorleiten vil der grozen, / die sich wol hie mochten genosen / der sunnen an irme schine HeslApk 13520; RvEWchr 14447    1.2 mit präp. Erg.: der welte vreude ist als ein wint / genôzet an daz reine leben, / daz got der kristenheit wil geben RvEBarl 10931. man möhte wol genôzen / ir kintlich gemüete / hin zuo der engel güete AHeinr 464; zuo der lûterkeit unde zuo der schônheit noch zuo der gelpfe die diu sunne hât, dâ kan sich niht zuo genôzen hie in dirre werlte PrBerth 1:539,30; zuo dir sich nieman genôz / an schœn und an tugent EnikWchr 12528; PassI/II 220,31. der [Wunderbaum] gap sô guoten gesmac / daz ingeber und negelîn, / zitwân unde zinemîn, / galgân unde muscât / sô guotes smackes niht enhât, / der sich möhte genôzen dar Flore(S) 2085; daz sich dhein guot genôz / mit widerwâg dâgegen Ottok 4912    1.3 tr. ohne Ergänzung ‘sich jmdn./ etw. zum Genossen machen, mit jmdm./ etw. im Bunde sein’ wiltu nu han von got trost, / so mus din hertz sin erlost / gar von der welt trost. / wel tumber si genost, / sit alle creatúre giht: / ‘ich mag ain hertz satten niht, / ich trúg und nim och abe!’ / da von du dich zuͦ got habe! SHort 2346    2 intr. mit Dat. ‘jmdm./ einer Sache gleichen, gleichgestellt sein’ kein leit mag genozen, / ich wæne wol, mime leide Rennew 23954; ich bin zerbarmen nû geschehen, / den ich vil wol genôzte ê KvFuss 929; der luft gab in da suͤze, dem aller smak uz kramen niht genoͤzet JTit 6109,4; welch hunt möht im [Petitcreu] genôzen! UvTürhTr 1238; Wh 4,30. – mit zusätzlicher präp. Erg.: an miltikeit deheine wîs / dhein kunic im moht genôzen Ottok 875

MWB 2 469,40; Bearbeiter: Runow