Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
      gensischen Adv.
      genste (?) stF.
      genster Subst.
      gensterlîn stN.
      gent stF.
      gentil Adj.
      gentisch Adj.
      genüe-
      genüege stF.
      genüegede stF.
      genüegedelîcheit stF.
      genüegel Adj.
      genüegelich Adj.
      genüegelîcheit stF.
      genüegen swV.
      genüegic Adj.
      genüegicheit stF.
      genüegiclîche Adv.
      genüegunge stF.
      genuht stF.
      genuhten swV.
      genühtic Adj.
      genühticheit stF.
      genühticlich Adj.
      genuhtlîchen Adv.
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   gensischen - genuhtlîchen    


gensischen Adv. ‘wie eine Gans’ der mensch ist aller ungeordenst in den werken [beim Geschlechtsakt] , wan er verkêrt menschleicheu werk und würkt iglischen oder gensischen BdN 139,33

MWB 2 473,32; Bearbeiter: Runow

genste (?) stF. zum Ansatz der zweisilbigen umgelauteten Form vgl. 2 5Mhd. Gr. § M 19 (s.a. enste ). ‘Wohlwollen, Zuneigung’ daz quam uon sinen gensten, / daz er [...] uon dem himele her nider steich, / [...] vnde wart mensche Glaub 565; dise rede [...], / di ih arme Hartman / uon deme heiligen gelouben han getan / mit inniclicher genste ebd. 3739. 591. 2193

MWB 2 473,36; Bearbeiter: Runow

genster Subst. ‘Ginster’ (vgl. Marzell 2,601f.): genesta: genster SummHeinr 1:182,160

MWB 2 473,44; Bearbeiter: Runow

gensterlîn stN. ganeistelîn

MWB 2 473,46;

gent stF. ‘Leute’ (zu afrz. gent, vgl. Suolahti 1,94): das volk ysset lewte. / roes flaisch ist ir kost, / [...] es ist gar ein mala gent HvNstAp 10961; ir bringet die toten gente / von mir zu einer presente / dem kuͤnge Terramere Rennew 12109. 14643; Tr 16700

MWB 2 473,47; Bearbeiter: Runow

gentil Adj. ‘fein, vornehm’ (zu afrz. gentil, vgl. Suolahti 1,94f.): merzi, gentil sir! HvFreibTr 1201; bêamîs, gentil Gâwân, / sô bin ich dîn vriunt Tristân ebd. 1850; Liduc gentil de Lorens RvEWh 659; Tr 3355

MWB 2 473,52; Bearbeiter: Runow

gentisch Adj. ‘aus Gent stammend’ dem emeral [...] gap man kandaris / nach der Franzoyser gis [Weise] / mit richem bvnt Gentisch lachen [Tuch] TürlArabel *A 208,13; daz ist Ginthisch gewant unde Ypirsch [aus Ypern] unde Broslisch [aus Brüssel?] gewant StRFreiberg 252,3

MWB 2 473,57; Bearbeiter: Runow

genüe- s.a. genuo-

MWB 2 473,63;

genüege stF. auch genug ( Eckh(J) 48,32 ). 1 ‘ausreichende Menge, Auskommen’
2 ‘Genügsamkeit, Bescheidung’
   1 ‘ausreichende Menge, Auskommen’ daz man niht welte nâch rîchtum; / wand wær er biderb unde frum, / swer des rîches krône trüege, / der gewunne schiere genüege Ottok 12494; zu hant wart ir ein gnuge unde lipzucht wol unde gewis bestalt Köditz 69,3. – übergehend zu ‘Fülle’ so wil got der herre [...]uns gebe in richir genuge unse narunge unde wes wir dorfin zu libe unde zu der sele Köditz 76,8; es [das Kind Jesus] truͦg in [den Besuchern] brottes die gnuͤgi dar [obwohl kaum etw. im Haus war] , / bi der vili úber gnuͦg WernhMl 4448; in gnaden voller gnuͤge, / [...] / do ist guͤt uber guͤt HvNstGZ 7808. – in subjektiver Sicht: so viel, wie gerade gebraucht wird, nicht mehr als ausreicht ‘maßvolle Menge, Bedarf’ nu sich, was fülle schaden heit: / [...] / o werder man, hüt din vor solchem leide, / nim nach genüge trank und ouch die weide Mügeln 240,10. ~ tuon: ‘einen Bedarf decken, ein Bedürfnis stillen’ minne [Imp.] , daz dû mit minne gewinnen maht, und behalt daz, daz dîner sêle genüege mac tuon Eckh 3:97,4    2 ‘Genügsamkeit, Bescheidung’ der erste stein [ demuͤtekeit ] dez erlichen palastes, [...] der also wol gebiket [behauen] ist mit der suͤssen genuͤge irdenischer zergenglicheit Mechth 6: 1,66; so sol daz edel zarte kint / haben under sinem baniͤr / ein mynnencliche junchfrawen ziͤr: / die heißet genuͤg und gantze Truwe Minneb 2949. 1312

MWB 2 474,1; Bearbeiterin: Baumgarte

genüegede stF. das subjektive Gefühl, materiell, körperlich, seelisch oder sinnlich ausreichend versorgt zu sein ‘Genughaben, Befriedigung, Zufriedenheit, Genuss’ da ist uollú fróde mit allerslahte gnuͦgede ane alle dúrfte Lucid 159,4; iz [ daz êwige wort ] ist in den heiligen als ein ubirfluzig rîchtum irre êwigen gnugede HvFritzlHl 26,34; das sint weltliche hertzen, die iren lust und ir genuͤgede nement in den creaturen und in den sinnen Tauler 47,33. 151,20; dru dinc sint darumme di sele keine gnugide gehabin mac an der creature. daz eine ist daz si teilunge habin, wan di gnugide dez trankis en ist nicht gnugide der spise noch der cleidir Parad 40,11. 50,17; swenne oͮch din begirde hat ein turstiges heischen, genuͤgde und lust in úte [d.i. ihte ] ze suͦchenne, daz dir gar lustlich were Seuse 274,8. mit ~ ‘ausreichend, in hinreichendem Maße’ wan âne zwîvel, got [Akk.] enminnet nieman mit genüegede und lûterlîche, der niht gotes sun enist Eckh 5: 42,14. bî/in grôʒer ~ ‘während mehr als genug da ist’ das er [der hl. Wilhelm] wol mochte fasten / bij große gnuͤgde und wol lyden durst Pilgerf 4067; es geschah kúrzlich hie na, daz er na gewonheit in grosser genuͤgde mengerley trankes einen turstigen mund ab tische hat getragen Seuse 49,26

MWB 2 474,30; Bearbeiterin: Baumgarte

genüegedelîcheit stF. ‘Befriedigung, Erfüllung’ aber eigen annemlicheit oder die genuͤgdelicheit die in den werken von nature klebent, als verre als si guͦte werk sint, die mag der mensche in einer einvaltiger wise wol haben Tauler 254,36

MWB 2 474,56; Bearbeiterin: Baumgarte

genüegel Adj. ‘(sich) begnügend, zufrieden’ uff di zit waren [...] rittere unde knechte getruwe unde genugil an iren rechten zinsin und an orem solde Köditz 20,25; kusch unde genugil an sinem elichen bulen ebd. 8,30

MWB 2 474,61; Bearbeiterin: Baumgarte

genüegelich Adj. auch genugelich. 1 ‘ausreichend, befriedigend’
2 ‘zufrieden, erfüllt’
   1 ‘ausreichend, befriedigend’ und ist das nicht genugelich [wenn das nicht reicht] Hiob 7792; wan sit die selikeit ist »ein volkomen unde ein gnüeglich [ sufficiens ] guot,« so slüzzet si uz alles übel unde erfüllet alle begirde ThvASu 138,30; allez daz, daz got über sie verhenget, daz ist in sô genüegelich und behaget in sô wol, daz sie niht anders enmöhten gewellen noch begern Eckh 2:290,1    2 ‘zufrieden, erfüllt’ si [die Seele] ist also gnuͤglich [wie im Himmel] , si ist aber also vol nit Mechth 5: 4,63; wenn ich red von der begirde, / so betracht ich weltlich wirde / und tracht nit ze himelrich. / da sint sy al genuͤgelich. / daz ist nit begirlichait, / als man hie zer welt trait Teichn 590,4

MWB 2 475,1; Bearbeiterin: Baumgarte

genüegelîcheit stF. 1 ‘Befriedigung, Zufriedenheit, Vergnügen’
2 ‘ausreichende Menge’
3 ‘Genügsamkeit’
   1 ‘Befriedigung, Zufriedenheit, Vergnügen’ in allem dem do du ein zuͦhaften [Anhänglichkeit] zuͦ hast und eine enpfenglicheit, eine genuͤlicheit do inne moͤhtest haben, das daz nihtes nút ensi Tauler 66,2; daz sú in iren gebresten hie biblibent, es si hochvart oder lust des lichamens, des fleisches oder genuͤglicheit der sinne ebd. 22,33    2 ‘ausreichende Menge’ ‘nu muß doch’, sprach Wißheit, / ‘erfullen haben genuͤglicheit, / [...] / da du [Aristoteles] spreche das bewert sij / das in der werlde nuscht leres sij, / dann is von ettlichen sachen erfullet muß sin, / odir aber is muste lere sin.’ Pilgerf 3036    3 ‘Genügsamkeit’ vroͮwe Genuͤglicheit, ir sint min liebú kamererinne, [...] ir gebent mir macht in dem armuͤte; dis kumt von gottes guͤti Mechth 7: 48,78

MWB 2 475,16; Bearbeiterin: Baumgarte

genüegen swV. auch geniegen ( HvBurg 2748 ) und genuwen ( Pilgerf 1825 ). ‘genügen, ausreichen; zufriedenstellen, befriedigen’ 1 unpersönl. (i.d.R. ohne formales Subjekt; vgl. aber 1.3.1 ) mit Akk.d.P., seltener Dat.d.P.
1.1 mit Gen.d.S. (i.d.R. mit Akk.d.P.)
1.2 mit Obj.-Satz
1.3 mit präp. Obj. oder Pron.-Adv. (vgl. u. ane und zuo in 5 )
1.3.1 mit ane bzw. dar ane
1.3.2 mit mite bzw. dar mite
1.3.3 vereinzelt mit dar bî und Dat.d.P.
1.3.4 vereinzelt mit in und Dat.d.P.
1.4 ohne Obj. (selten und i.d.R. mit Dat.d.P.)
2 intr. mit Dat.d.P.
3 refl.
4 subst.
5 unklar (Glr.z.St.: ‘zur Genüge geben’ ; weiterhin einziger bekannter Beleg im Mhd., der ggf. tr. ist; BMZ vermutet, er stehe statt der , dann zu 1 ; Lexer verweist dagegen auf ahd. thaʒ minna sie ginuage joh karitas gifuage [Otfrids Evangelienbuch, 5:12, 68], dessen vereinzelte Konstr. mit dem Akk. sich aber auch aus der Koordination mit gifuage erklären läßt)
   1 unpersönl. (i.d.R. ohne formales Subjekt; vgl. aber 1.3.1) mit Akk.d.P., seltener Dat.d.P.    1.1 mit Gen.d.S. (i.d.R. mit Akk.d.P.): daz mich der tugent genüeget, / die mîn ouge an dem kinde siht Eracl 2264; er lac mit sölhen fuogen, / des nu niht wil genuogen / mangiu wîp, der in sô tuot Parz 201,22; moht ich mich den genozen, des muͤste mich genuͤgen JTit 6320,1; und sol ouch er daz reht nemen und sol in des rehten genügen StRAugsb 73,29; Konr 24,7; Dietr 6546; Iw 4792; Wh 11,20; Loheng 3730; SchlierbAT (LS) 2,47    1.2 mit Obj.-Satz: die sîne schilde truogen, / diene kunde niht genuogen, / swaz si der heiden valten Wh 406,4; Er 4650; JTit 6313,4; dar umb sol mich genuͤgen, so er mir einen rucken leip an mine hant git Seuse 468,2; la dich geniegen, Paulus, / das dw hast dy hulde mein HvBurg 2748; RvEWchr 26174; Ottok 55974. dennoch genuͤgete mir armen nit, das ich dich nút moͤhte volleloben mit dinem einebornen sune Mechth 7: 9,5; Eckh 5:60,13; vns genvget, ob wir niht grozzer vngedulticheit habn; aber daz wir den minnen bieten vnd hæinlich sin, die vns leit tvͦnt, des haben wir chein aht vnd mvͦt PrBerthKl 7,6    1.3 mit präp. Obj. oder Pron.-Adv. (vgl. u. ane und zuo in 5)    1.3.1 mit ane bzw. dar ane: dem an gote aleine niht engenüeget Eckh 5: 18,3; daz sî beide dâ zestunt / an ein ander genuocte Iw 7353; mich genügt wol / da mich an genugen sol HvNstAp 14588; BdN 147,15; wan an nihte ensol sich der mensche lâzen genüegen, swie guot ez schînet oder sî Eckh 5: 290,11. 5:281,13; mit formalem Subjekt: ez genüegt ain iegsleich gesläht der visch an seiner wonung BdN 244,10. ist dat men gut nemen wil. / daz iw genoget dar ane Athis Ac 43. D 21    1.3.2 mit mite bzw. dar mite: engnúget uch nit mit myner trúwe Lanc 275,11; kleider, do in mit genuͤget Tauler 198,13; das wir uns mit also rechte cleinen dingen lossent genuͤgen ebd. 122,7; Eckh 5:205,6. ime sal ouch genûgen mit der spîse, die man pfliget zu gebene den leige brûderen StatDtOrd 88,23. 34,23; dâ mite genüege dir alle zît Eckh 5: 248,1    1.3.3 vereinzelt mit dar bî und Dat.d.P.: du [Hiob] redes daz dir nicht vuget. / da by dir noch nicht genuget / und hast von rechter ytelkeit / gar alle vorchte hin geleit Hiob 5882    1.3.4 vereinzelt mit in und Dat.d.P.: alsô wol genüeget mir in dem, daz mir got tæte Eckh 5: 304,2    1.4 ohne Obj. (selten und i.d.R. mit Dat.d.P.): daz nâmen die geste gar vor gût; / in gnûgte, gût was ir gemach Kreuzf 677; nieman engenuͤget, iederman gedencket wie er vil gesament Tauler 127,12; nein, sprach er, minem vatter genuͤgete also nit Mechth 6: 24,7; BdN 379,31; Tauler 174,7; welch man im nicht genügen lat, der muß oft swerer tragen Mügeln 68,17; StatDtOrd 98,16; Seuse 482,18. – mit Dat.d.P. (?): waͤr im wol dar an gelung, / dennoch hiet in [La.: im ] nicht genueget Teichn 145,23    2 intr. mit Dat.d.P.: sô si etswie lang in dem orden gestênt und in daz gemain leben in dem orden niht genüegt BdN 257,28; das si trinkchens so ser pflag / das ir ze trinkchen nicht der tag / mocht genuegen HvBurg 5561    3 refl.: daz ich strites mich genuge Rennew 32970; daz sich einz des andern genuogete UvTürhTr 1198; daz ir iuch mügent genüegen / heiles und langer wünne Flore(S) 3206    4 subst.: und als si sich huͤtent vor hobt súnden, also huͤtent sú sich, ôch niemer uͤbent in tugenden; won sú sich in ain leben gesetzt hant, daz ist in ain gnuͤgen zuͦ dem hýmelrich PrGeorg 13,1; wann wer got lieb hat vnd sich seins willen fleist, der hat im glauben ein genüegen an den werchen, dy der herre Jhesus hie in der tzeit gewaricht hat Eckh 2:617,6; die dritte craft heiset begervnge, [...]; an der solt dv̍ han ein vingerlin, das ist ein gnvͦgin, das dich sol aller creaturen, die vnder got sint, begnvͦgen; aber gottes sol dich niemer begnvͦgen ebd. 3:445,6    5 unklar (Glr.z.St.: ‘zur Genüge geben’; weiterhin einziger bekannter Beleg im Mhd., der ggf. tr. ist; BMZ vermutet, er stehe statt der, dann zu 1; Lexer verweist dagegen auf ahd. thaʒ minna sie ginuage joh karitas gifuage [Otfrids Evangelienbuch, 5:12, 68], dessen vereinzelte Konstr. mit dem Akk. sich aber auch aus der Koordination mit gifuage erklären läßt): got unser herre in sande / spise, er [ der (?)] in genugete, / wand er ez also vugete, / daz ein ar vloch zu in / und brachte in sulch ezzen hin, / des si gevreut wurden do PassIII 303,23

MWB 2 475,32; Bearbeiterin: Baumgarte

genüegic Adj. auch genûgic. 1 in ausreichender Menge vorhanden, einen Bedarf deckend, ein Bedürfnis stillend
1.1 ‘ausreichend’
1.2 ‘ausreichend versorgt, zufrieden gestellt’ (mit Gen.d.S. oder Pron.-Adv.)
2 ‘genügsam, maßvoll’
   1 in ausreichender Menge vorhanden, einen Bedarf deckend, ein Bedürfnis stillend    1.1 ‘ausreichend’ ich weiz daz mîne gûte tât / [...] nicht genûgic ist; / swaz mir lôns dar an enbrist / daz wil ich ganz zîhn an mich / von christi wunden tursticlich JvFrst 10909    1.2 ‘ausreichend versorgt, zufrieden gestellt’ (mit Gen.d.S. oder Pron.-Adv.): wy vil knechte syn gnugek brotes in mynes vater huse, sundir ich vorterbe hy von hungere EvBerl 29,14; der edle vurste [...] schûf ir gulde alsô vil, / daz sî an iris lebins zil / dâvon dî lîbnar mochte hân / unde wol genûgic stân NvJer 9416; dô der dein [d.i. degen ] / den zeichinlîchin sein [i.d. segen (der Christusfigur)] intpfînc, / genûgic er von dannen gînc ebd. 9824; sî gevîlen ûf den sin, / daz sî ir sachin beide / [...] / zu brûdere Hermanne lîzin, / [...] / und waz er machte daran, / des woldin sî genûgic stân ebd. 1156; ge wir zuͦ dem kvͤnig. [...] vnd wie er ez dann ausricht [...] da sei wir dann genuͤgig an GestRom 51    2 ‘genügsam, maßvoll’ la guͦt nicht irren guͦten muͦt, wis genuͤgic unde wirf [werbe] mit tugent umme gotes hulde Meissner 17:14,5; alle, die iht von ir [der Kellermeisterin] gerent, die soͤllent gezogen und genuͤgig wesen iemer ane clage Mechth 7: 36,34. 6:2,44; JvFrst 7363

MWB 2 476,60; Bearbeiterin: Baumgarte

genüegicheit stF. nur -ekeit belegt. 1 ‘Genügsamkeit’
2 ‘Zufriedenheit, Befriedigung’
   1 ‘Genügsamkeit’ daz dritte ist genugekeit. dy togent machit, daz eyn iczlichis ym let genugen an deme, daz is hat Cranc Uzl 258,8    2 ‘Zufriedenheit, Befriedigung’ so wil ich von deme bedutenisse dis gesichtis sprechin, was mich bedunkit, doch nicht zu genugekeit mir adir andirn, [...]. mer ich wil sprechin zu reysene [ rîsen machen, zum aufsteigen veranlassen] daz gemute der vlyzsigin und der innigin Cranc Uzl 255,8; da inne [in dem Licht] han ich gesehen die unsprechlich ordenunge und bekante die unzellichen ere, [...], die genuͤgekeit uf das hoͤhste und die grossen zuht in der bekantnisse Mechth 2: 3,8

MWB 2 477,22; Bearbeiterin: Baumgarte

genüegiclîche Adv. auch genuͤgklichen. ‘ausreichend’ di bete ist unredelich, / wan geantwurtet hatte got / genugeclich an allen spot Hiob 12334; si sprach: ‘alle die min genuͤgklich begerent, allen den die in der worheit genuͤgklichen diser geburt begerent, den wirt under wilen ein bliklin geschenket von diser geburt’ Tauler 220,8

MWB 2 477,36; Bearbeiterin: Baumgarte

genüegunge stF. 1 ‘Befriedigung, Fülle’
2 ‘Genügsamkeit’
   1 ‘Befriedigung, Fülle’ als ob er spræche, daz im genüegete an dem sehenne. michel grœzer genüegunge suln wir haben an der bîwonunge Eckh 2:615,1; das grosse vas ist die gnuͤgunge gottes, die er von únsern werken enpfat Mechth 7: 55,16; bewarit uch vor allir gyerheit, wen [denn] keyn genugunge ist an dem menschen an dem daz her besyczit [vgl. Lc 12,15 ] EvBerl 110,31; weis man ob er [Hiob] mit út genuͤgunge schuldig were dirre verschuldeter schulde Tauler 205,26    2 ‘Genügsamkeit’ dú ware minne von gotlicher wisheit bringet genuͤgunge und vertribet die unlobliche girheit Mechth 3: 13,4; minne, din heligú genuͤgunge machet vri gemuͤte in willeclichem aremuͤte ebd. 5: 30,33

MWB 2 477,43; Bearbeiterin: Baumgarte

genuht stF. ausreichende oder üppige Menge, auch im Sinne eines gewonnenen Ertrages ‘Fülle, (Über-)Maß, Reichtum’ des dritten sâmen korn [...] viel in viuhte genuht / und brâhte hundertvalten hort RvEBarl 1602; da gab er in himel brot / mit micheler genuhte VMos 47,18; daz wazzer brâht ouch genuht / von allerhande vischen UvZLanz 4008; so muoz ich sîn / rîch an fröiden genucht SM:Ro 7: 3,10; Parz 238,22; sam der wilde schûr / boume [...] betrüebet ir genühte KvWLd 19,17; LobSal 156; dô hôrtich mir künden / ein wort, [...], / durch des lêre ich versprach [zurückwies] / dirre welte genuht RvEBarl 347; sus wuohs mit geistlîcher zuht, / dâ ê der sünden was genuht, / ein übergenuht an güete ebd. 14182. mit (der) genuht, vereinzelt mit genühte ‘zur Genüge, in vollem Maße, in ganzem Umfang’ an ir lag êre mit genuht / an lîbe und an gelâze KvWSchwanr 420; iuwer herze sent / ûf mînen schaden mit genuht ebd. 1453; diu [ miselsuht ] viel ûf in mit der genuht / daz er mitalle ûzsetzic wart KvWEngelh 5148. mit keinerleye genuchten ‘auf keine Weise’ mit keinerleye genuchten, / mit fugen noch mit zuchten Minneb 1007

MWB 2 477,58; Bearbeiterin: Baumgarte

genuhten swV. ‘reichlich zufließen’ durh dich [...] genuhte gemach [interl. zu per te [...] redundet commodum ] PsM H 98,5

MWB 2 478,18; Bearbeiterin: Baumgarte

genühtic Adj. ‘ertragreich, fruchtbar, reich’ dú jar do ende namen / dú so genúhtig waren. / nah dén suͤzen jaren / kamen schiere, [...] / di dúrren, strengen hunger jar RvEWchr 7476; in des selbin jâres swanc / vorgînc vil gar der herincvanc / [...] / der vor î was dâ vruchtic / gewesin und genuchtic NvJer 25459; aller tugende genühtec / was sie Fressant 38. – mit präp. Erg. ‘reich an etw.’ ez [das Reich Asyâ ] ist sô gar genühtic / an werden liuten alle stunt, / daz sîn boden und sîn grunt / daz volc vil kûme enthaltet KvWTroj 21204; genühtec man an sippeschefte KvWLd 32,136. – ‘machtvoll, erfolgreich’ (?) (Glr.z.St. ‘machtvoll, hilfreich’?): reht als mich sant Linhart [befreit Gefangene von ihren Ketten] / hab dannen bracht genuchtig Minneb 2627; hierher (?) (Glr.z.St. ‘Genüge, Fülle habend’): Gigys, der was mit wappen genüchtig vnd an hab reich in ainem reichen landt [Lydien] Schachzb 127,52

MWB 2 478,21; Bearbeiterin: Baumgarte

genühticheit stF. ‘ausreichende Menge, Fülle’ Jacob [...] irarnete [erwarb sich] von dem vatere intfahin genuͦgtikeit der benediunge EvBeh 18 (vgl. Glr.z.St.); übers. lat. habundantia: ezzen sante er in in dere gnuhticheit PsWindb 77,25 u.ö.

MWB 2 478,40; Bearbeiterin: Baumgarte

genühticlich Adj. ‘reichlich, üppig’ an genuhteclichir vruht / ist bezzir lant niht anderswa RvEWchr 2021. – jmdm. ~ sîn ‘jmdm. wohltuend, köstlich sein’ ist dir genühticlîcher dîn eigen êre dan eines andern, sô ist im unreht Eckh 1:68,7; die wîle den menschen hungert, die wîle smacket im diu spîse; und ie daz der hunger grœzer ist, ie genühticlîcher im ist, daz er ezze ebd. 2:290,3

MWB 2 478,45; Bearbeiterin: Baumgarte

genuhtlîchen Adv. ‘reichlich’ mit gaben sæliges landes werden gerichet alle genuhtlichen [interl. zu donis beate patrie ditemur omnes affatim ] PsM H 27,3

MWB 2 478,53; Bearbeiterin: Baumgarte