geschrîp
stN.
‘Geschriebenes, Erzählung’
Demostenes ein schone wip / nach Elymandi geschrip / ummegreif vil vaste, / in
schimpe si betaste PfzdHech
290,31.
293,14.
–
Valerius spricht sulch geschrip [erzählt
Folgendes] : / etwen die romischin wip / den win virsmehetin sere, /
daz si icht quemin in unere PfzdHech
273,11
MWB 2 549,53; Bearbeiter: Diehl
geschrocke
swM.
‘Erschrecken’
mit siner stimme er zu mir schre, / noch vil zorniger danne
e. / [...] / alle antwurte ich virliez, / daz die groze
vorhte / geschroken an mir worhte, / in der daz houbet mir nider seic
Vät
23478
MWB 2 549,60; Bearbeiter: Diehl
geschrôt
stM.
hier geschrate (vgl.
schrate: hate Herb
489;
taten: schraten ebd.
12694,
dagegen
schroten ebd.
4986
u.ö.).
‘Schnitt, Zuschnitt’
sinen wappenroc ir iegelich / von maniger hande gescrate, /
von schonme zindate, / von phellil, von samite, / lanc vnde wite, / wol zv gereche
Herb
4751
MWB 2 550,1; Bearbeiter: Diehl
geschrudel (?)
stN.
oder geschruwel (vgl.
schröuwel
stM.).
abschätzige Bezeichnung für ein Götzenbild (ein Standbild des Apoll; zur Episode
vgl. R. Mohr, Präsenz und Macht, Frankfurt/M. 2010, S. 114ff.):
daz [die Höllenqualen] fuget in [den
Verdammten] der helle grubil [Teufel] /
der diz wunderlich geschrudil / so lange zit besezzin hat / daz füeze hat vnd doch
nicht gat Martina
10,14
MWB 2 550,8; Bearbeiter: Diehl
geschrunden
Part.-Adj.
→
schrinden
MWB 2 550,16;
geschulde
stF.
‘Schuld’
ih han dine hulde / uon minen gesculden / unseliclichen verlorn Glaub
1773;
von rehter gescvlde / den ban begundih dulden ebd.
1812;
umbe di gesculde Pilatus
432.
–
der ban und æhte sint ein tôt / des lîbes und der sêle gar, / swer mit den
zwein geschulden hin vür reht gerihte kumet WernhSpr
43,3
(Schönbach erwägt hier swM. ‘Mitschuldiger’ i.S.v.
geschol, vgl. Anm.z.St.)
MWB 2 550,17; Bearbeiter: Diehl
geschulden
swV.
1
‘etw. vergelten’
2
‘Gutes oder Böses für jmdn. bewirken, etw. verdienen’
3
‘jmdn. beschuldigen’
1
‘etw. vergelten’
nu muͦze û got lone / unde
ich [Genelun] iemir gerne gesculde Rol
1678;
des ir gert, des bin ich vrô, / und solz geschulden swenne
ich mac Wh
131,9;
man kêrte ûf in vil dinges, / daz wirde und êre heizen sol; / ouch kunde er
daz geschulden wol / mit rede und mit gebâre KvWTroj
20900
2
‘Gutes oder Böses für jmdn. bewirken, etw. verdienen’
und enwart nie gast geminnet baz. / ouch
kunder [Riwalin] wol geschulden daz Tr
514;
wâ mite mag ich geschulden daz, / daz mir von ieman leit
geschehe ebd.
1014;
ich bin gewesen dâ her ein kint, / daz mich der maere baz gezam / dâ von ich
muot der welte nam / dan dâ mit ich geschulde / des wâren gotes hulde
MargAntiochIV
7
3
‘jmdn. beschuldigen’
dû [Herzog] hâst iz allez verkorn,
/ daz er [der vizzetuom
] getete wider dînen
hulden; / du nesolt in niemer mêre gesculdigen [La.
geschulden
]
Kchr
12556
MWB 2 550,26; Bearbeiter: Diehl
geschuldic
Adj.
‘geschuldet’
so ist daz uzgeleit / mit moze geschuldigir sichirheit PfzdHech
373,1
MWB 2 550,45; Bearbeiter: Diehl
geschuldigen
swV.
→
schuldigen
MWB 2 550,47;
geschulteret
Part.-Adj.
‘mit (starken) Schultern ausgestattet’
es ist nit daran daz du nit geschuldert oder gebeynet sijst
genug: / du werest groß und starg genuͦg Pilgerf
4536
MWB 2 550,48; Bearbeiter: Diehl
geschuoch
Adj.
‘beschuht, mit Fuß- und Beinkleidung versehen’ (da die
hose
, Strümpfen vergleichbar, auch den Fuß umschloss, s.a.
schuohen
- vgl. zur Sache LexMA 1,1820 s.v.
‘Beinkleider’; Schultz, Höf. Leben, 1,290ff. u.
2,37f.):
ir sult oͮch wesen gescuͦch Exod
2515;
ritter vnd knecht [...] in hosen geschuͤch
Kuchim
51,347.
30,41;
JTit
3192,3
MWB 2 550,52; Bearbeiter: Diehl
geschuocherer
stM.
→
gesuochære
MWB 2 550,59;
geschuof
stM.
‘Gestalt’
were yemands der sine gestalt [von Christi Gabe
an die Welt, hier als das hubsche kleinot beschrieben]
/ wolde wissen, dem wolte ich balt / sinen geschuff und patron geben
Pilgerf
2380
MWB 2 550,60; Bearbeiter: Diehl
geschuohe
stN.
auch geschüech.
‘Schuhwerk, Fußbekleidung’
calciamenta: geschoͮhe Gl
3:625,52
(BStK926);
ouch bin ich des niht wirdich, / daz ich an sineme gescuohe
zerlose daz gerieme AvaJo
19,7;
EvAug
4,27;
schûhe sulen die brûdere haben âne snûre, âne snebele unde
rinken. des sulen ouch die vlîzeclîche nemen ware, die dâ pflegent der cleidere unde
des geschûhes StatDtOrd
39,6;
BrEng
55.
– mit Schellen besetzte Riemchen am Fuß der zur Jagd eingesetzen Greifvögel,
an denen weitere Riemen befestigt werden können (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, S.
64):
ain waidman [...], / der vederspils will achten, /
der muͦsz vorhin betrachten, / das er pind im ain schellen an, / ain geschüch
vnd vessel sol er haͮn, / will er das pringen zu der hennd Hätzl
2:33,122
MWB 2 551,1; Bearbeiter: Diehl
geschuohede
stN.
kontrahiert geschuode.
‘Schuhwerk, Fußbekleidung’
ein sterkir wan ich kuͦmit nâch mir, des ich nicht wirdec bin vor en
vallinde zuͦ lôsen den rîmen sînes geschuͦedes EvBeh
Mc 1,7;
[Franziskus] wart des libes mude, / wand er kranc, ane
geschude, / maniger kestigunge pflac PassIII
520,22;
ein iklich man, der zu der stat gehort, mac wol lazen leder gerewen zu sime
geschude also vil, alse he unde sin gesinde bedarf, mit rechte StRFreiberg
248,22;
mit iren nidyrwoten und rittershuben
[
tiaris
] und mit geschude und mit
cleideren Cranc
Dan 3,21;
geschuede he um di beine spien, / daz was von isen vor den knien
PfzdHech
218,23
MWB 2 551,17; Bearbeiter: Diehl
geschuopelet
Part.-Adj.
‘geschuppt’ (vgl. Anm.z.St.):
sîn arme wâren rûhe gar, / von den brüsten was er gevar / geschüepelt, als die
vische sint Wigam(B)
181
MWB 2 551,31; Bearbeiter: Diehl
geschurge
stN.
‘Schieben, Drängen’
ez mvste allez wichen, / ir gedrenge vnde ir geschurge, / vnz
an daz vurburge Herb
4585;
îdoch dî burc er nicht gewan / mit des sturmis geschurge NvJer
20066
MWB 2 551,35; Bearbeiter: Diehl
geschütze
stN.
‘Schußwaffen’
sie hetten [...], / geschutze in
guten baten [Zustand] , / armbrust vf gezogen, / kocher,
phile vnde bogen, / stralen vnde bolzen Herb
4738;
nû hâten die von der stat / ir türne werlîche besat / mit
starkem geschütze guot / wâren ir gewer [Wehranlagen]
behuot RvEAlex
8895;
daz erbegut [...] daz suln erben
sune unde toehter, [...], ane harnasch unde ane swaert unde
ane geschutze, daz erbent die sune voruz StRAugsb
151,20;
Apollô, des geschützes got RvEBarl
9750.
– häufig auch ‘Pfeile’
dâ muosen beidiu liute unt ors / von geschütze lîden pîne
Parz
386,5;
nu nim dinin bogin zedir / und din geschúzze und bring mir /
dinis wiltpretes RvEWchr
5677;
da macht im syn meister eynen bogen nach syner sterck und
gelich geschuße, und lert yn zum allerersten zu eim ziel schießen
Lanc
34,15;
sin minneclich
geschuͤtz [Liebespfeil] / hat mich bestecket
swa ich bin WhvÖst
6556
MWB 2 551,39; Bearbeiter: Diehl
geschützede
stN.
‘Pfeile’
allez harnasch, halsperge unde hosen, schinier, banzier,
gurrit, blaten, ysenhute, armbrust, cheten, wanbeis, spiezze unde bogen, spanbenche
unde chocher unde allez geschutzde, daz ist allez erbegut StRAugsb
151,17
MWB 2 551,58; Bearbeiter: Diehl
gesëdele
swM.
‘Tischgenosse’
der rîche man ist edele / unt ist der fursten gesedele
Erinn
404;
Gawein wart verlazen / bei des wirtes tohter / [...],
/ div im mit schœnen witzen / die stat gelieben chvnde, / wan si im wol gvnde, / daz
er ir gesedel wære Krone
6964
MWB 2 551,63; Bearbeiter: Diehl
gesege
stN.
‘Aussage, Bericht’ (vgl.
gesagede
):
nu sol man wißene, daz dirre krieg und strit beschriben sint und wurdent zu
latine, von biderber lüte gesege di bi disen dingen zuͦgegene worent und sü
ouch sohent, und sünderliche von gesegede des großen Elnhartes vor dem münster eins
burgers zuͦ Strosburg ClosChr
89,3
MWB 2 552,5; Bearbeiter: Diehl
gesegede
stFN.
→
gesagede
MWB 2 552,12;
gesëgenst
Part.-Adj.
zu sëgense stswF.
‘mit Sensen, Sicheln versehen’ (bezogen auf
Streitwagen):
vierhundert grôz geseinste wagen UvEtzAlex
21447
MWB 2 552,13; Bearbeiter: Diehl
gesëhede
stFN.
möglicherweise zum Infinitiv gebildet, vgl. Mhd. Gr. Wortb. § S 78.
‘Gesichtssinn’
riechonge, gesmack und
gesehende [
:ende
] , / die erkennent viel
subtiledlich / und vernement da inne lutterlich Pilgerf
2630
MWB 2 552,17; Bearbeiter: Diehl
gesëhen
stN.
1
‘der Blick, Gesichtssinn’
2
‘der Anblick, das Aussehen’
1
‘der Blick, Gesichtssinn’
got im daz gesehen nam, / und wart plint da
Märt
24300.
24313;
MillPhys
166,1;
so han ich dich doch underwiesen / das du dich an din gesehen
odir gesichte / salt verlassen nichte Pilgerf
2677.
–
‘Vision, Traumbild’
was sehen ich? ich bin sere erferet: / ist dis draum
[...], / odir sint is driegerien? / ist das das
gesehen / davon du mir hast gesagt? Pilgerf
9256.
4782.
– konkret ‘Auge’
in aurem super oculos: orinch uber daz geshihine Gl
1:644,64
(BStK632)
2
‘der Anblick, das Aussehen’
sein antlütz [La. sin gesiehen
] was niht
gestalt / sam ander anplike Krone
957
MWB 2 552,22; Bearbeiter: Diehl |