g – gâchlîchen gâchmuot – gagen gagen – galander galanderisch – 1galle 2galle – galter galtnüsse – gamerot gamîe – gancheil ganclîche – ganteren ganz – gärmic garn – gartenhuon gartenhûs – 3garwe garwwurz – gastmeisterin gastnusse – gaʒʒenspringer ge- – gebæric gëbærin – gëbendic gebenedîunge – gebietære gebietærin – gebiurischlich gebiurlich – geböume gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten gebrëstelîn – gebrûchic gebrûchlich – gebunt gebunt – geburst geburt – gedâht gedâht – gedense gederbe – gedinge gedinge – gedrange gedrâte – gedünste gedurchtriben – gegate gegatrom – gegenkouf gegenlëder – gegensetzunge gegensidele – gegenwertes gegenwertic – gegihte gegiric – gehaʒʒic gêhe – gehëlfe gehëlfelîche – gehilfe gehilfic – gehœric gehœrlich – gehügenisse gehugesam – geifer geifervrâʒ – geiselrieme geiselruote – geisticlich geistîn – geiʒhorn geiʒhût – gejeitschuoch gejeitvogele – gekünne gël – gelegede gelegelich – gelende 1gelende – gêlîche gelîcheit – gelîchmëʒʒunge gelîchnisgëbende – gelide gelidemâʒe – gêlingen gelîp – gëlm gëlmen – geloup geloup – gëlte gëltel – gelückede gelückederat – gelüstelîn gelustic – gemahel gemahelbettelîn – gemæʒicheit gemæʒiclich – 2gemeine 1gemeinen – gemeinsin gemeinunge – gemerrede gemêrsal – 2gemüete, gemuote gemüetic – gemutzet gemʒe – genâdenschüʒʒel genâdensol – genæmicheit genamʒôn – genemede genende – genëserinne genetzen – genieʒen genieʒlich (?) – genôʒen genôʒgeselle – gensîn gensischen – genuhtlîchen genuhtrîch – genuʒ genuʒt – gephrange gephünde – 1gerat 2gerat – gerëhen gerëht – gereisic gereitære – gerieme geriemen – gerihticlîche gerihtinsigel – geriune 1geriusche – gerouche geröufe – gerte gerte – gerûmiclich gerummel, gerumpel – gêrvalke gerwære – gesaten gesatznissede – gescheftbrief geschefte – geschepfnisse geschepfunge – geschiuwede geschoc – geschrihte geschrîp – gesëhen gesëhenheit – geselliclîcheit geselligen – gesihtic gesihticlich – gesite gesiten – geslihte geslinge – gesnæren gesnarren – gespenstnisse gesper (?) – gespræchelich gespræchetac – gespunst gespür – gestelle gestellet – gestifte gestille – gestrenglîche gestrenze – ge|stunge gestungede – gesuoch gesuochære – geswerme geswërte – gesworn gesworne – getelle getelôs – getougen getougen – getreigeret getrenke – getrüese (?) getrügede – getwædicheit getwædigen – gëtzen getzsal – gevalte gevanclich – gevëderen, gevëdern gevêhe – geverte|lehe gevertinne (?) – gevlester gevlitter – gevrier gevrist – gevülle gevuoc – gewahsenheit gewahst – gewaltroubunge gewaltsame – gewar gewar – gewe gewëbe – gewellen geweltigen – gewërben gewërbic – gewern gewërn – gewiere gewieret – gewinnen gewinnic – gewist gewiste – gewonunge geworden – gewzen (?) gezagel – gezëmelich gezemen – gezît gezîte – gezoc gezogen – gezwîen gezwîge – giefen giege – gifticheit gifticlich – giht gihtboum – gimbîʒen gimme – gippengappen gippentuoch – giric giricheit – gischen gîse – gîtigære gîtige – 1glan 2glan – glas(e)väʒʒelîn glas(e)vënster – gleimel gleimelîn – gleten glêtphenninc – glipfen glise – glocke glockehûs – glôriôs glôriôslich – gluothaven gluothert – goder goedertieren – golf gollen – goltgesmîde goltgesteine – goltreit goltrîch – golttropfe goltvar – gos (?) got – gotesarm gotesbeckære – gotesmordærinne gotesphenninc – gotgeformet gotgelâʒen – gotmeinunge gotmensche – gouch gouch – goukelære goukelbilde – goukelspil goukelsprütze – göumütte, -mutte göu|phâwe – grabe grabe – grâf- graft – gramerʒîe gramerʒîen – gransprunge gransprunge – gras(e)phenninc gras(e)spier – grâvenrëht grâveschaft – grebinc grebnisse – gremiclich grempære – griekech grien – griffel griffelære – grimmetât grimmic – grisegrammen grîseleht – griuslich griuwe – groppe gros – grôʒmüetic grôʒmuoticheit – grüenheit grüenlich – grunderëbe gründic – gruntübele gruntvestære – gruon- gruon- – grütschîn grutte – 1gücken 2gücken – güfticheit güfticlich – gûlen gülle – gumpenîe gunderam – guotdunken guotdunkende – guotswender guottât – gürtelgewant gürtellîn – gymnosophiste
|
geschuoch
Adj.
‘beschuht, mit Fuß- und Beinkleidung versehen’ (da die
hose
, Strümpfen vergleichbar, auch den Fuß umschloss, s.a.
schuohen
- vgl. zur Sache LexMA 1,1820 s.v.
‘Beinkleider’; Schultz, Höf. Leben, 1,290ff. u.
2,37f.):
ir sult oͮch wesen gescuͦch Exod
2515;
ritter vnd knecht [...] in hosen geschuͤch
Kuchim
51,347.
30,41;
JTit
3192,3
MWB 2 550,52; Bearbeiter: Diehl
geschuocherer
stM.
→
gesuochære
MWB 2 550,59;
geschuof
stM.
‘Gestalt’
were yemands der sine gestalt [von Christi Gabe
an die Welt, hier als das hubsche kleinot beschrieben]
/ wolde wissen, dem wolte ich balt / sinen geschuff und patron geben
Pilgerf
2380
MWB 2 550,60; Bearbeiter: Diehl
geschuohe
stN.
auch geschüech.
‘Schuhwerk, Fußbekleidung’
calciamenta: geschoͮhe Gl
3:625,52
(BStK926);
ouch bin ich des niht wirdich, / daz ich an sineme gescuohe
zerlose daz gerieme AvaJo
19,7;
EvAug
4,27;
schûhe sulen die brûdere haben âne snûre, âne snebele unde
rinken. des sulen ouch die vlîzeclîche nemen ware, die dâ pflegent der cleidere unde
des geschûhes StatDtOrd
39,6;
BrEng
55.
– mit Schellen besetzte Riemchen am Fuß der zur Jagd eingesetzen Greifvögel,
an denen weitere Riemen befestigt werden können (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, S.
64):
ain waidman [...], / der vederspils will achten, /
der muͦsz vorhin betrachten, / das er pind im ain schellen an, / ain geschüch
vnd vessel sol er haͮn, / will er das pringen zu der hennd Hätzl
2:33,122
MWB 2 551,1; Bearbeiter: Diehl
geschuohede
stN.
kontrahiert geschuode.
‘Schuhwerk, Fußbekleidung’
ein sterkir wan ich kuͦmit nâch mir, des ich nicht wirdec bin vor en
vallinde zuͦ lôsen den rîmen sînes geschuͦedes EvBeh
Mc 1,7;
[Franziskus] wart des libes mude, / wand er kranc, ane
geschude, / maniger kestigunge pflac PassIII
520,22;
ein iklich man, der zu der stat gehort, mac wol lazen leder gerewen zu sime
geschude also vil, alse he unde sin gesinde bedarf, mit rechte StRFreiberg
248,22;
mit iren nidyrwoten und rittershuben
[
tiaris
] und mit geschude und mit
cleideren Cranc
Dan 3,21;
geschuede he um di beine spien, / daz was von isen vor den knien
PfzdHech
218,23
MWB 2 551,17; Bearbeiter: Diehl
geschuopelet
Part.-Adj.
‘geschuppt’ (vgl. Anm.z.St.):
sîn arme wâren rûhe gar, / von den brüsten was er gevar / geschüepelt, als die
vische sint Wigam(B)
181
MWB 2 551,31; Bearbeiter: Diehl
geschurge
stN.
‘Schieben, Drängen’
ez mvste allez wichen, / ir gedrenge vnde ir geschurge, / vnz
an daz vurburge Herb
4585;
îdoch dî burc er nicht gewan / mit des sturmis geschurge NvJer
20066
MWB 2 551,35; Bearbeiter: Diehl
geschütze
stN.
‘Schußwaffen’
sie hetten [...], / geschutze in
guten baten [Zustand] , / armbrust vf gezogen, / kocher,
phile vnde bogen, / stralen vnde bolzen Herb
4738;
nû hâten die von der stat / ir türne werlîche besat / mit
starkem geschütze guot / wâren ir gewer [Wehranlagen]
behuot RvEAlex
8895;
daz erbegut [...] daz suln erben
sune unde toehter, [...], ane harnasch unde ane swaert unde
ane geschutze, daz erbent die sune voruz StRAugsb
151,20;
Apollô, des geschützes got RvEBarl
9750.
– häufig auch ‘Pfeile’
dâ muosen beidiu liute unt ors / von geschütze lîden pîne
Parz
386,5;
nu nim dinin bogin zedir / und din geschúzze und bring mir /
dinis wiltpretes RvEWchr
5677;
da macht im syn meister eynen bogen nach syner sterck und
gelich geschuße, und lert yn zum allerersten zu eim ziel schießen
Lanc
34,15;
sin minneclich
geschuͤtz [Liebespfeil] / hat mich bestecket
swa ich bin WhvÖst
6556
MWB 2 551,39; Bearbeiter: Diehl
geschützede
stN.
‘Pfeile’
allez harnasch, halsperge unde hosen, schinier, banzier,
gurrit, blaten, ysenhute, armbrust, cheten, wanbeis, spiezze unde bogen, spanbenche
unde chocher unde allez geschutzde, daz ist allez erbegut StRAugsb
151,17
MWB 2 551,58; Bearbeiter: Diehl
gesëdele
swM.
‘Tischgenosse’
der rîche man ist edele / unt ist der fursten gesedele
Erinn
404;
Gawein wart verlazen / bei des wirtes tohter / [...],
/ div im mit schœnen witzen / die stat gelieben chvnde, / wan si im wol gvnde, / daz
er ir gesedel wære Krone
6964
MWB 2 551,63; Bearbeiter: Diehl
gesege
stN.
‘Aussage, Bericht’ (vgl.
gesagede
):
nu sol man wißene, daz dirre krieg und strit beschriben sint und wurdent zu
latine, von biderber lüte gesege di bi disen dingen zuͦgegene worent und sü
ouch sohent, und sünderliche von gesegede des großen Elnhartes vor dem münster eins
burgers zuͦ Strosburg ClosChr
89,3
MWB 2 552,5; Bearbeiter: Diehl
gesegede
stFN.
→
gesagede
MWB 2 552,12;
gesëgenst
Part.-Adj.
zu sëgense stswF.
‘mit Sensen, Sicheln versehen’ (bezogen auf
Streitwagen):
vierhundert grôz geseinste wagen UvEtzAlex
21447
MWB 2 552,13; Bearbeiter: Diehl
gesëhede
stFN.
möglicherweise zum Infinitiv gebildet, vgl. Mhd. Gr. Wortb. § S 78.
‘Gesichtssinn’
riechonge, gesmack und
gesehende [
:ende
] , / die erkennent viel
subtiledlich / und vernement da inne lutterlich Pilgerf
2630
MWB 2 552,17; Bearbeiter: Diehl
gesëhen
stN.
1
‘der Blick, Gesichtssinn’
2
‘der Anblick, das Aussehen’
1
‘der Blick, Gesichtssinn’
got im daz gesehen nam, / und wart plint da
Märt
24300.
24313;
MillPhys
166,1;
so han ich dich doch underwiesen / das du dich an din gesehen
odir gesichte / salt verlassen nichte Pilgerf
2677.
–
‘Vision, Traumbild’
was sehen ich? ich bin sere erferet: / ist dis draum
[...], / odir sint is driegerien? / ist das das
gesehen / davon du mir hast gesagt? Pilgerf
9256.
4782.
– konkret ‘Auge’
in aurem super oculos: orinch uber daz geshihine Gl
1:644,64
(BStK632)
2
‘der Anblick, das Aussehen’
sein antlütz [La. sin gesiehen
] was niht
gestalt / sam ander anplike Krone
957
MWB 2 552,22; Bearbeiter: Diehl
gesëhenheit
stF.
‘Sichtbarkeit,Wahrnehmbarkeit’
natûrlîch vorstentnisse volgit natûrlîchen kunsten
[...] und offent sich gerne in gesehenheit der lûte;
[...]. aber ubernatûrlîche vorstentnisse heldit sich zu
ubernatûrlîchen dingen und birget sich vor den lûten HvFritzlHl
228,6
MWB 2 552,35; Bearbeiter: Diehl
geseil
stN.
‘Seil, Richtschnur’
aver vrag und urtail / daz duncht dich ein recht gesayl
Teichn
428,92
MWB 2 552,41; Bearbeiter: Diehl
geseinst
Part.-Adj.
→
gesëgenst
MWB 2 552,43;
geselbe
stN.
‘Salbe’
ziuch mich nâch dir. sô loͮfin wir in den stanch dînes
geselbes. dû Crist pist der dâ uolleclîche gesalbet ist uon deme heiligin geiste
TrudHL
17,13;
nach deme stanche diner geselbe. so loufen wir
JPhys
2,45;
dvo chamin die heiligin vrovwe mit ir bimiton [d.i.
pigmënte, Spezereien] vnde mit ir giselbe vnde
wolton unsirs herrin lichamin salbon PrZürich
12,56;
in hiez nah der warheit sage / Josep aromatieren / und
condimentieren / mit edelm geselbe wol, / das was edels smackes vol
RvEWchr
8330.
–
wir wellen iv biwæren, daz daz heilige unt daz reine gibet ein gisælbe ist der
sele PrHoff
98,19
MWB 2 552,44; Bearbeiter: Diehl
geselbede
stFN.
‘Salbe’
nach dem stanche diner gesalbede louffen wir dir nach allenthalben
MillPhys
24,2;
nach dem geselbede siner gebote ebd.
25,3
MWB 2 552,57; Bearbeiter: Diehl
gesêlen
swV.
‘eine Seele verleihen’
zwô geburt sint an den lûten: / in der mûter ein sich birt, /
daz wûcher [Kind] dâ gesêlet wirt, / ein ander dar ûz in
di welt JvFrst
2660.
– Part.-Adj. ‘beseelt’
alliu fäuhten wehst wenn der môn wehst, si sei an gesêlten
dingen oder an ungesêlten dingen BdN
65,31;
er [der Blitz] tœd ander gesellteu
dinch wenn er si trift, ez sei paum oder tier ebd.
94,4;
nu sprich ich megenbergær, daz die wundermenschen
[
die ze latein monstruosi haizent
(486,4)] zwaierlai sint: etleich sint gesêlet und etleich niht
ebd.
486,19
u.ö.
MWB 2 552,61; Bearbeiter: Diehl
gesêlgeræte
stN.
s.a.
sêlgeræte
.
‘Güterübertragung an eine Kirche gegen das Versprechen ständiger Fürbitte
im Gebet’ (vgl. LexMA 7,1680):
an dem guete, daz her Burchart von Gingen der ritter den herrun von Kaishain
zem geselraete hat gegeben UrkWürtt
9,26
(a. 1289)
MWB 2 553,9; Bearbeiter: Diehl
gesêliget
Part.-Adj.
‘beseelt’
in einer andern wis so werdent die geselichten
[
animata
] ding fürbraht, unde in einer
andern wis die ungeselichten [
inanimata
]
ThvASu
258,8
MWB 2 553,15; Bearbeiter: Diehl
1geselle
swF.
‘Gefährtin, Begleiterin’
er [Adam] wolt die sculde wellen ûf
sîne gesellen [Eva] , / er wânt sô inbrâste der sculde
râche Gen
394
MWB 2 553,19; Bearbeiter: Diehl
geselle
swM.
auch gesille (
Brun
A 4,25
).
1 meist unter Gleichberechtigten (oft in der Anrede), ‘Gefährte,
Begleiter’ (auch als Teil des ritterlich/ adeligen
Gefolges) 1.1 allg. 1.2 näher bestimmt durch den Kontext 1.2.1 bezogen auf Mitglieder der Tafelrunde 1.2.2 in Freundschaftsverhältnissen 1.2.3
‘Begleiter’ auf Reisen (vgl. z.B.
reisegeselle
,
wëcgeselle
) 1.2.4 im Kampf ‘Kampfgenosse’ (vgl. z.B.
kampfgeselle
,
schiltgeselle
,
wîcgeselle
) 1.2.5 bezogen auf Liebespartner ‘Geliebter’ (vgl. z.B.
minnegeselle
,
slâfgeselle
,
trûtgeselle
swF., swM. ) 1.2.6 in Rechtszusammenhängen 1.2.6.1 in einem Gremium, z.B. Fürstenkollegium, städt. Rat (vgl.
râtgeselle
) 1.2.6.2
‘Teilhaber’
1.2.6.3
‘Komplize, Mittäter’
1.2.7 Tiere als Begleiter des Menschen 1.3 verhüllend für ‘Penis’
1.4 pejorativ, ironisch 1.5 bezogen auf das Miteinander von Tieren, Pflanzen etc. 1.6 bildl. 2 selten in deutlich hierarchischem Bezug ( geselle als Begriff des
Handwerks setzt sich erst später durch, vgl. 2 HRG 2,282-286) 3 sprichw. (vgl. TPMA 4,413-426)
1
meist unter Gleichberechtigten (oft in der Anrede), ‘Gefährte,
Begleiter’ (auch als Teil des ritterlich/ adeligen
Gefolges)
1.1
allg.:
dîe síh ána zúcchent. daz sîe dîna geséllen sîn. unte sínt
ábo dîna uîende Will
13,11;
die triwe hat vil groze kraft / under ungesippen gesellen
Rennew
13695;
mvest dv dich niht avch derbarmen dines gesellen
[
conservi tui
] als ich avch dins
derbarmick bin EvAug
44,10;
die ime gerne wâren undertân, / die wolde er doch ze gesellen hân
StrDan
65;
her Remus da, / der kvnic von Sytenenia. / sine gesellen
waren wol gezogen, / siben grafen, vier herzogen, / manic ritter milde
Herb
4007;
jung und alt sin nút verdros / und hettent bi im
froͤde gros. / dar umb hett es gesellen vil / nach loͮffende mit
kindes spil WernhMl
4669;
sus si Tristan geleitet / ze hove
[...], / mit allem sînem dinge / sînen gesellen
ebengelîch, / ebenziere und ebenrîch Tr
4989.
–
únser herre wil alle únser arbait mit úns tragen und wil des rainnen
mentschen geselle sin in allen sinen arbaiten PrGeorg
26,11.
61,5.
211,32;
‘wol dan, gotes
gesellen [Kreuzritter] !’ / sprach von
Tolus der byshof Rennew
13946;
ich truwe des taufes gesellen [bezogen
auf christl. Kämpfer] , / sie helfen mir daz paradys /
ervehten ebd.
13746.
–
[Gott sagt] var hin, Luzifer, in dei helle / mit
allen dînen geselle PassSpW
33;
[Luzifer ruft] wol her gesellen / alle aus der
helle ebd.
36.
–
darumb wil ich mit uch geselle sin an der suchung
Lanc
576,32.
589,26.
– in Absetzung von anderen Bindungsverhältnissen:
wanu liebe gesellen, / wanu frunt unt mage?
Rol
3184;
Parz
680,19;
UvZLanz
6313;
geselle und geswistergit, dis roten fruht hat dir din
frúnt und din himelscher herr gesendet Seuse
31,33;
sie waren alle verzaget, / sine gesellen vnde sine
geuerten Herb
12491;
sîn geselle Riwalîn / âne ander ingesinde sîn
Tr
657;
gespilen unde gesellen ebd.
16431;
im was manic ritter komen, /
muotwillære [Freiwillige] und gesellen
UvZLanz
2829;
ich pin für ungevelle / iwer geleite und iwer
geselle, / für ungelückes schûr ein dach / bin ich iu senfteclîch gemach
Parz
371,6;
ir wart myn gut geselle und myn
meister [Lehrer]
Lanc
175,15.
481,20
1.2
näher bestimmt durch den Kontext
1.2.1
bezogen auf Mitglieder der Tafelrunde:
dar kâmen vünf vürsten rîch, / gesellen der
tavelrunder Wig
11412;
ir herren, die gesellen heißent von der tafelrunde
Lanc
496,25.
543,18
u.ö.
1.2.2
in Freundschaftsverhältnissen:
wir werden noch guͦte gesellen. / mit
umbeslozzenen armen / si chusten ein ander Rol
2218;
do klaugete Achilles / Patrocun
[Hs.] sinen gesellen Herb
6075;
in welher wîse der mensche mac nemen, als im gebürt,
zarte spîse und hôhiu kleit und vrœlîche gesellen, als im die anehangent
nâch gewonheit der natûre Eckh
5: 255,5
1.2.3
‘Begleiter’ auf Reisen (vgl. z.B.
reisegeselle
,
wëcgeselle
):
sîme wekvertigen gesellen unde sîme wirte, dâ he gerherberget ist,
unde sîme gaste [...], deme sal der man helfen
SSp(W)
3:78,7;
gwinet mir gesellen, / die mit mir faren wollen
Herb
2221;
Parz
721,9;
welch man durch aventür in fremde lande stafft, / der
prüfe den gesellen und geselleschaft / uf spil, uf langen wegen, in engem
huse Mügeln
64,2.
–
bistû sô tump, geselle, / daz du wænest, daz ich
welle / mit dir gân in den tôt? RvEBarl
4877
1.2.4
im Kampf ‘Kampfgenosse’ (vgl. z.B.
kampfgeselle
,
schiltgeselle
,
wîcgeselle
):
do erhalte sich der biscof: / uf spranger inoch /
zehelue sime gesellen Rol
6671;
Hagen unde Gelpfrât ein ander liefen an. / des hulfen
ir gesellen, daz in wart strîten kunt getân NibB
1611,4;
in selben und sîne gesellen / die sîne
schilde [Schilde mit seinem Wappen] truogen, /
diene kunde niht genuogen, / swaz si der heiden valten Wh
406,2;
Rîâl, der künic von Jeraphîn, / er und die gesellen
sîn / punierten under der vînde schar Wig
11086
1.2.5
bezogen auf Liebespartner ‘Geliebter’ (vgl. z.B.
minnegeselle
,
slâfgeselle
,
trûtgeselle
swF., swM. ):
vrowe, [...] diu zwei wort
[...] / friunt und geselle, diu sint dîn, / sô
sî vriundinne unde vrowe mîn [des Minners]
Walth
63,30;
got willekomen, herre, / mîn friunt, geselle, lieber
man KLD:UvL
36: 1,2;
KvWLd
15,39;
Tr
14621;
sus vuorte si mit minnen / ir gesellen an guot
gemach, / dâ im allez guot geschach Wig
5244;
si wurden gesellen, / als in diu minne geriet
UvZLanz
4672.
– auch bezogen auf den Ehepartner ‘Gatte,
Ehefrau’ (vgl.
êgeselle
):
swâ man unde wîp, / habent guot unde lîp, /
schœne sinne unde jugent, / [...] / werdent diu
gesellen / diu kunnen unde wellen / ein ander behalten Iw
8143;
ze hern Îwein sprach sî dô / ‘geselle unde
herre, / ich gnâde dir vil verre / unsers werden gastes ebd.
2665.
2339;
einen mantel truoc
si [Japhite] zobelîn, / bedaht mit einem
pfelle, / den hêt ir ir geselle [Roaz] /
verre brâht über sê Wig
7433.
– auf Frauen bezogen (vgl.
geselle1
swF.):
er wolte di sculde wellen / an Even sinen gesellen
VMos
8,25;
der sande dô zetal / nâch des kuniges gesellen:
/ sîner swester gellen [Nebenbuhlerin] , / die
hiez er füern von dan Ottok
74485;
er hiez einen hafen pringen / und darin pley
gewinnenn / und das darin wellenn, / und hiez den gottes
gesellenn [die Hl. Juliana] / in dye walle
des pleyes seczenn Märt
3148;
kum, fraw zart, kum, fraw, kum,
[...] oder schatz von mynem hertzen /
[...] lose mich von der marter! / ey truter
geselle zarter, / [...] bis gein mir
barmhertzig! Minneb
2618;
Parz
44,16;
Wig
7706
1.2.6
in Rechtszusammenhängen
1.2.6.1
in einem Gremium, z.B. Fürstenkollegium, städt. Rat (vgl.
râtgeselle
):
siben vürsten berieten sich mit den andern herren; si sprachen
alle, si wolten in’s gewern, also daz si daz riche mit einander
heten unde gesellen dar ane wæren BuchdKg(M)
190,32;
mich habent flîziclich / die fursten her geladen
[...] / zeinem tac, den die gesellen /
durch des rîches nôt haben wellen Ottok
70908;
SchwSp
63b;
vnde wir [...] gin des, dat wir ratlude
warin vnde eyndreichtich wordin bit vnseme obirmanne
[...] duͦsir beschribenin
muͦtsuͦnin [...] vnde hain vnse
jngesigille [...] an dusen brief gehangin
[...] jch Ernest vnde Thomas, wan wir
jngesigille nit enhain, so lazin wir vns genuͦgin bit vnsir
gesellin jngesigille UrkCorp (WMU)
N282,13
1.2.6.2
‘Teilhaber’
das wir haben erloͮbit Burchart dem Tvrner, Heinrich
Wolleben, [...] vnd allen iren gesellen ze den
silberbergen ze Sukendal [...], das si einen
graben mit wasser ze den selben bergen vuͤren UrkCorp (WMU)
658,24;
sucht euch einen andern gesellen / der mit euch kunne bestellen /
und mit euch in die grube varn ErzIII
56,485;
PrBerth
1:216,23;
ein iglich vischer der marcht reht hat. gibt zu sent Merteins
messe ein schilling pfenning. hat er ein gesellen der gemein mit im hat,
der gibt als vil RbHohenlohe
30;
StRAugsb
222,26;
UrkCorp (WMU)
1169,3
1.2.6.3
‘Komplize, Mittäter’
sprichet aber er, er si sin geselle dran [beim
Diebstahl] , vnd er hieze in ez stelen SchwSp
105a;
gesellen drey / chomen gegangen an ein stat / da
sew phlagen missetat Teichn
321,56.
686,64;
wenn daz unkrût übergât / daz guote, wenn der bœse hât / gesellen:
des muoz schaden hân / beide vrouwen unde man Boner
10,37;
PrNvStr
273,34
1.2.7
Tiere als Begleiter des Menschen:
lewe, mîn geselle, stant an den rucken mîn: / ich wil unz an mîn ende
dîn nôtgeselle sîn WolfdB
723,3;
gar michel unde kreftic was / der selbe wunneclîche hunt. /
[...] / sus wart er mîn geselle / und ich
zehant der sîne dâ KvWPart
17878.
–
Trieg [der allegorische Hund] ist ein
valsch geselle / und kan sich doch erzeigen / als ob er helfen welle /
geselliclîche und dienen gar für eigen Hadam
450,1;
MinneR505
352
1.3
verhüllend für ‘Penis’
dô sich nu diu minne niht lenger mohte verheln, / do begund sich sîn
geselle vil bald her für steln WolfdB
87,4;
ich greif an ir hendelîn, / ouf riht sich der eilfte vinger mîn: / ich
fuͤrte sie in mîn zelle, / ich sprach, iz wêre mîn geselle PassSpW
228
1.4
pejorativ, ironisch:
swer vaste nu getrinken mac / die langen naht biz an den tac / und dem der
lîp wirt nimmer wan, / der ist ze der werlde ein frumer man / und heizet ein
guot geselle Renner
10307;
daz man arm lauͤt da speiz, / schuller, phaffen,
ander gesellen, / alle dw ez nemen wellen Teichn
171,5
1.5
bezogen auf das Miteinander von Tieren, Pflanzen etc.:
diͤ viol muͦz sin der liljen geselle, / dat
si der stolzheit wint niͤt’n velle MarlbRh
127,39;
die zugochsen habent ain grôz sänftikait zuo irn gesellen
BdN
159,26;
nieman kan des sumers wunne volzellen. / schœn sint sîn
gisellen, / vîol, rôsen, bluomen, klê, / boume bluot, loup, gras
SM:Had
29: 1,8
1.6
bildl.:
des rôten rîters ellen / næm den prîs zeime gesellen
Parz
278,26;
sîn manheit hete grôzen zorn / ze gesellen vür hôhen muot
erkorn Wh
317,20;
zucht, tugent, trew und wârhait sint auz der welt gevarn
und habent vier swær gesellen hinter in gelâzen: unzucht, untugent, untrew und
valschait BdN
319,24;
die wile ein man in des gelückes spiegel sehe, / ich rate, er spehe, / wie
sich darin gestelle / siner sicht geselle [sein
Spiegelbild]
Frl
5:89,4.
– in Genitivkonstruktion:
si heten sich selben uertailet, / alle di der
untriwen geselle waren Rol
8997;
durch dine vröude bidden ich dich: / gesel diner
vröuden mache mich! MarlbRh
40,18.
–
swer nu des hasen geselle sî [sich wie
der Hase aufführt] / und ûf der wortheide / hôchsprünge
und wîtweide / mit bickelworten welle sîn Tr
4638
2
selten in deutlich hierarchischem Bezug (geselle als Begriff des
Handwerks setzt sich erst später durch, vgl. 2HRG 2,282-286):
Remus [...] waz ain armer
dienstman. / Remulus in ze gesellen nan. / er ward im under tenig genüg
GTroj
24952.
– meist ‘Hilfsgeistlicher, Gefährte eines
Geistlichen’
vnd sint des gezv́ge [...] her Herman, her
Chvͦnrat von Brugge, des tegans gesellen UrkCorp (WMU)
1180,27;
vnd swer dizen briefe leze, der pharrer ald sin geselle, das der bitte min
ebd.
N678,22;
her Henrich eyn prior zu dem male zu Keppil unde her Reynhart sin geselle
UrkSiegen
92
(a. 1319);
alle die pfaffen und ir gesellen, di zu demselben gotshaus gehörent, si
sein wertleich [l. werltl
] oder gaistlich
UrkEnns
6,240
(a. 1337)
3
sprichw. (vgl. TPMA 4,413-426):
wir haben gehœret lange wol, daz man den man bî sînem gesellen dicke erkennen
sol RvZw
183,2;
des gesellen ger ich nicht, / der vâret, ober mich strûchen siht, / daz er
mich nider drucke / und niemer ûf gezucke Freid
64,8;
nû wizzet, daz gesellen drî / vor hazze niemer werdent frî ebd.
63,22;
wizzet daz gesellen drî / von hazze nimmer werden frî Renner
14543;
swer den man erkennen welle, / der werde sîn geselle Freid
64,4;
du hâst doch vil gehoeret, / daz man von boesen gsellen dicke sieche
Hadam
279,6
MWB 2 553,22; Bearbeiter: Diehl |