gespræchetac
stM.
‘Tag der Besprechung’
dô wart ein fride gemachet und ein gesprâchtac WolfdA
402,1
MWB 2 587,9; Bearbeiter: Richter
gespræchic
Adj.
‘redegewandt’
facundus: gesprechiger SummHeinr
2:306,01.24
MWB 2 587,12; Bearbeiter: Richter
gespræjen
swV.
‘etw. besprühen, benetzen’
man erteilt oͮch in dem hof zu Wecgis, was der wint bewêt vnd der regen
gesprêt, das sol zehenden geben dem gotzhus WeistGr
1,162
(Anfang 14. Jh.)
MWB 2 587,14; Bearbeiter: Richter
gespranc
stN.
Pusteln oder fleckige Hautkrankheit, vgl. Anm.z.St.:
die bu̇ge [Fesselbeugen des Pferdes] wijte vnder
schuͦff [griff an] / die maug [Mauke,
Fesselekzem] vnd das gesprang Krone
19854
MWB 2 587,19; Bearbeiter: Richter
gespranz
stN.
‘protziges Auftreten’
ir gesprancz das ist gros, / wie sie gen zu tancze Neidh(S)
2,112c43:3,9
MWB 2 587,23; Bearbeiter: Richter
gesprëchære
stM.
‘Redner’
aedilis: gespracher Gl
4:129,22
(BStK391);
vrbanus: gesprecher ebd.
4:165,72
(BStK391)
MWB 2 587,26; Bearbeiter: Richter
gespreche
stM.
‘Vorsprecher (vor Gericht)’
welch man sin wort also selbe sprechen muz, deme sal man gespreche geben, wi
dicke he sin bittit, zu rechte StRFreiberg
201,4
MWB 2 587,29; Bearbeiter: Richter
gesprëchlîche
Adv.
auch -lîchen; s.a.
gespræchelich
.
‘mündlich’, bezogen auf göttliche Verkündigung:
diͤ bodschaf deit he [der zweite Chor der
Engel] gesprecheliche. / liͤflich sint der erzengel wort /
si sint vil gelustelich gehort MarlbRh
53,29;
alzö sprichet der ebige vater dz ewige wört im selbs
[...] gespröchelichen vnd belibet doch alzit inbendige
vnvsgesprochelichen Eckh
2:539,17
MWB 2 587,33; Bearbeiter: Richter
gespreidach
stN.
‘Gesträuch, Gebüsch’
ju in deme gespreidach / Moyses ein fiur gesach. / daz holz
niene bran, / den louch [Flamme] sah er obenan
MarldM
8;
ineineme gespraidach Moyses ein fivr sach PrWack
10,26;
frutex: gispraidahe SummHeinr
2:42,189
MWB 2 587,41; Bearbeiter: Richter
gespreide
stN.
‘Gesträuch, Gebüsch’
er [Moses] treip sin uihe an di
guten weide / do sach er ein veur an aineme gespreide VMos
34,29;
dâ erscain ime got der gewâre, / als iz loͮch viures wâre, / in mittem
deme gespreide / wol verre an der heide Exod
465
=
GenM
125,22
MWB 2 587,47; Bearbeiter: Richter
1gesprenge
stN.
‘Ansturm, Anspringen’
sie quamen mit gesprenge / in daz grozze gedrenge, / mit drin
tusenten vnd me Herb
5186;
in dem gedrenge / hûb sich ein gesprenge / von der dît allumme zû / den
brûdren mit strîtis mû / gewirkende vil bange NvJer
25099
MWB 2 587,53; Bearbeiter: Richter
2gesprenge
stN.
Bedeutung unsicher, ‘Gesprenge’ als Bezeichnung für hölzerne
Zieraufsätze von Altarretabeln meint hier evtl. einen (steinernen)
‘Wimperg’ als giebelartige Bekrönung von Portalen (vgl. das
Bild in der Hs., abgedruckt in der Ausgabe):
und alsus merke, wie daz dise tuer [im von
Ezechiel beschriebenen Tempel] kein gesprenge hatte, ouch was si
nicht uzgezogen an den wengern [Pfosten (ohne Fialen?)] .
doch mochte is wol sin, daz si hetten einen anslac adir ein
spunt [Schlitz im Türrahmen] , do di tuere invile
Cranc
Uzl 265,17
MWB 2 587,59; Bearbeiter: Richter
gesprenze
stN.
→
gespranz
MWB 2 588,7;
gesprich
stN.
‘Sprechen, Rede’
di vrouwin ludin si [die Ratsherren] vor sich / daz
si hortin ir gesprich PfzdHech
196,34
MWB 2 588,8; Bearbeiter: Richter
gesprinc
stN.
1
‘Quelle, Brunnen’
2 bildl. ‘Ursprung, Ausgangspunkt von etw.’
3
‘Getränk’
1
‘Quelle, Brunnen’
ein gespring Agar irsach, / da was hin ir ungemach. / si gab dem sune trinken
baz / und vulte wider ouch ir vaz HistAE
641;
niwan ein wenic er da grub, / alzuhant man da entsub, / wie sich daruz ein
wazzer hub / als ein richlich gesprinc PassIII
663,52;
TvKulm
146;
Eckh(Pf)
389,21.
–
‘Wildbach’
in torrente: in dem gesprink VocAbstr
373
2
bildl. ‘Ursprung, Ausgangspunkt von etw.’
du [Gott] bist aller dinge begin /
unde aller sache gesprinc HeslApk
11.
1031;
doch ist ir [der Seele] wesen und daz gesprinc irre
werke allermeist in dem herzen, alsô ist der vater ein angenge und ein gesprinc
aller götlîcher werke Eckh
3:422,11;
die andere wisheit ist [...] ein gesprinc der
gotlichin clarheit und ein burne gotlicher warheit Parad
104,22;
der wunder rink / ist ein gesprink, / gâr unbewegit stêt sîn punt
Granum
3,9;
HeslApk
13535.
– metonymisch für das Ergebnis der Schöpfung, hier die Menschheit:
da mac man wol pruven an / daz got menschlich gesprinc /
minnete vor alle dinc HeslApk
473;
des sal dich al irdisch gesprinc / und al himelische
craft / eren daz du iz has geschaft ebd.
9040
3
‘Getränk’
halt zu minen snitern dich. / mit en iz und mit en trink, / beide brot und daz
gesprink HistAE
1821
MWB 2 588,11; Bearbeiter: Richter
gesprinede
Subst.
Bed. unklar, etw. Sprießendes, ‘(junge) Baumpflanzung’ (s.a.
Sprinz Schmeller, BWB 2,705):
arbustum: gesprinode Gl
3:352,33
(BStK927)
MWB 2 588,37; Bearbeiter: Richter
gespriu
stN.
zu
spriu
.
‘Abfall, Auswurf, Spreu’, (vgl.
geraspe
):
quisquiliae: gispriu Summheinr
2:42,200
MWB 2 588,41; Bearbeiter: Richter
gespüc
stN.
‘Spuk(-gestalten)’
owê, ir dorfliute, iuwer kæme vil ze himele, wan
[nur] daz selbe extlîn [die Mordaxt des
Aberglaubens] , daz ermordet alle, die an zouberîe geloubent und an
wârsagen und an wârsagerinne und an lüppelerinne, an nahtfrouwen und an sô getân
gespüc und an pilwiz [Dämonen]
PrBerth
2:70,32
MWB 2 588,44; Bearbeiterin: Baumgarte
gespüele
stN.
‘Spülwasser, Spülicht’
durch irs spotz bejag / namen si das gespuͦl, / es
wär warm oder chuel, / und gussen [erg.:
ez
] auf sein hawpt Vät
39511;
ez sol nieman bî tage noch bî naht keinen harn noch hûspaht noch unsûber
gespüele noch keine unsûberkeit, swie daz genant ist, her füeren in die stat
StRMeran
424
MWB 2 588,51; Bearbeiterin: Baumgarte
gespulc
stM.
‘Brauch, Gewohnheit’
semeliche unsere burgere hant einen gespulg, das sü gut usnement umbe andere
unser burger und vor dem geltezil gebent sü ir gut, das sü hant, zu einem wibe zu
wydemen oder iren kinden, oder andern iren frunden zu einem selengerete
UrkStraßb
4,2:26,29
(a. 1303)
MWB 2 588,58; Bearbeiterin: Baumgarte
1gespünne
stN.
‘Muttermilch’
wilt aber dû gemainleich wizzen, welher frawen milch pezzer
sei, sô nim ain glas oder ain glate tafeln von holz und lâ des gespüns tropfen dar
auf: sint si dann dick und zevliezent niht, sô ist daz gespünn guot
BdN
25,15.
452,27;
GestRom
145
MWB 2 589,1; Bearbeiterin: Baumgarte
2gespünne
stN.
unklar, ob hier sonst erst später belegtes ‘Gesponnenes,
Gespinst’ oder
gespünne1
:
stôz in daz [mit Salz und Pimpinelle vorbereitete
heiße] wazzer einen viltz vund leg in auf den smertzen
[...] vnd nim gespvnne vnd ezzeich vnd rôsen wazzer
geleich mit einander vnd wasch daz vader
[vorherige] wazzer ab Barth(H)
487
MWB 2 589,7; Bearbeiterin: Baumgarte
gespunnen
stN.
(Glr. Elis ) d.i.,
gespunne
swF.
→
gespinne
MWB 2 589,14;
gespunse
swFM.
‘Braut, Bräutigam’
dann ist daz riche der himel glich zehen ivnchvraven di da
namen ir lampen vnd gingen vz gegen dem gespvnzen vnd der gespvnzen
EvAug
62,14;
du solt daz wissende sin, daz ich mit den minen aller liebesten frv́nden vnd
mit den minen aller liebsten gespvnzen alsus spvnziere, also ich mit dir dise vier
iar gespvnzieret habe MerswZM
19,23;
eines tages sach ich den hanen scherzen / mit sînen gespunzen in einem garten
Renner
3521;
sy hat [...] die welt mit aller ir geziert gantzlich
verschmach umb iren heren Ihesum Christum, den himelschen gespuntzen aller rainer
und demuͤtiger hertzen Stagel
102,37
MWB 2 589,16; Bearbeiterin: Baumgarte
gespunst
stF.
1
‘das Spinnen, der Vorgang des Spinnens’
2
‘Material zum Verspinnen’
3
‘das Gesponnene, der Faden’
1
‘das Spinnen, der Vorgang des Spinnens’
wande sich di reine wolde / nach godelicher gunste / generen mit gespunste
Elis
6992.
7120.
– auch: das Einspinnen (einer Fliege im Spinnennetz; anders Glr.z.St.
‘die Spinne’):
ein spinn er [Augustinus, Confessiones
10,35] spynnen sach / ir gewepp. da peicht er nach / das im
sein czeit damit verswant, / [...] / dy weil er schaut
czu der gespunst Teichn
646,77
2
‘Material zum Verspinnen’
flas enkonde si doch niet / zu garne wol gespinnen: / des bat si ir gewinnen /
wollen wa si mochte, / waz ir gespunste dochte Elis
6986
3
‘das Gesponnene, der Faden’
weben si [Eoma, Adams Tochter] ze
dem êrsten vant [erfand] / und macht die gespunst zehant /
ze tuoch EnikWchr
1446;
und als in denne des [des Spinnens] verdrôz, / sô
warf er zuo der wende / unwirslîch ûz der hende / beidiu kunkel
[Spinnrocken] und gespunst KvWTroj
15879
MWB 2 589,30; Bearbeiterin: Baumgarte |