Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
      gestellet Part.-Adj
      gesteltnisse stFN.
      gestëmen stV.
      gestempfe stN.
      gesten swV.
      gestênde stN.
      gestendic Adj.
      gestenke stN.
      gestepfen swV.
      gestëppe stN.
      gëster Adv.
      gësteric Adj.
      gesterkede stF.
      gesterken swV.
      gesterkunge stF.
      gësterlich Adj.
      gestete swN.
      gestich stN.
      gestichelunge stF.
      gesticke stN.
      gestickelet Part.-Adj.
      gesticlîchen Adv.
      gestiebe (?) stN.
      gestieren swV.
      gestifte stN.
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   gestellet - gestifte    


gestellet Part.-Adj gestalt Part.-Adj. und → stellen swV.

MWB 2 596,3;

gesteltnisse stFN. (stF. z.B.: Eckh 3:24,3; stN. z.B.: ebd. 3:37,8 ) auch gesteltnis und gestaltnisse. ‘Gestalt, Aussehen’ (vgl. gestalt ): Maria ir zu helfe quam, / di sulche forme an sich nam / an gesteltnisse und an cleide: / ane alles underscheide / was an ir der volle schin, / als ob ez di [von Teufel bedrohte] vrouwe solde sin MarLegPass 20,177; wiltu di selbin genantin frucht, das si habin menschlich gesteltnisse odir eynis andir tyris, so tu als ich habe gesaczt eyn wenik do vorne, do ich sprach von den quiddin Pelzb 129,21. 126,15; swer wissen wil der wegetrete gesteltnisse, si iz der ruten gelich an den bleter, di blumen wiz rosenlecht var Macer 65,7; eines nachtes im [ Vlixes ] zv quam / in dem finsternisse / sines gotes gesteltennisse, / nicht vollen gotliche, / wen ein teil mensliche Herb 18211; gang von mir, du furunge der sunden und du spîse des tôdes und du gesteltnisse des vîndes HvFritzlHl 67,22; Mügeln 230,2; NvJer 4100

MWB 2 596,5; Bearbeiterin: Baumgarte

gestëmen stV. ‘jmdm./etw. widerstehen, Stand halten’ mîn rât ist daz ir gestement / iuwerm zorne Flore(S) 942; UvZLanz 1814; nieman darf des wunder nemen, / daz sî mich hât gebunden. / ich enmác ir kreften niht gestemen MF:UvG 1:5,35. – mit Dat. des Pers.-Pron. ‘sich zurückhalten’ swelhes rîters schilt geruort wart, / der muos die êrste juste nemen. / die andern muosten in [sich] gestemen, / sin gesæhn wie im gelunge UvZLanz 5466; frou Scham ir selber des gesteme / daz si in [den dienestman der Milte] gar vermîde KvWKlage 29,1

MWB 2 596,25; Bearbeiterin: Baumgarte

gestempfe stN. ‘wiederholte Anstrengungen’ (zu stempfen ‘stampfen, prägen’): der tuvel ist der kempfe, / der machet manic gestempfe, / daz her die sele vordige [überwältige] , / daz sie [Akk.] daz vleisch ubersige HeslApk 4916

MWB 2 596,37; Bearbeiterin: Baumgarte

gesten swV. Part. Prät. auch gegast ( RvEGer 5733 ) und gegest ( SM:Had 19:1,1 ). Die Belegzuordnung ist nicht immer eindeutig zu entscheiden. 1 ‘jmdn./ sich zum Fremden machen, Abstand nehmen’ (mit ane oder Gen.d.S.; zu gast 1 ‘Fremder’ )
2 ‘sich feindlich verhalten’ (zu gast 2 ‘Feind’ )
3 ‘sich (auf einen Besuch, ein Fest o.ä.) vorbereiten’ (teils mit gegen, ûf ; zu gast 3 ‘Hausgast, Besucher’ )
4 ‘schmücken, ausstatten (mit etw.)’
4.1 refl. (teils mit gegen, ûf, ze )
4.2 tr.
4.3 als Part.-Adj.
5 ‘rühmen, preisen’ (teils mit Gen.d.S.)
5.1 tr.
5.2 refl.
6 refl. ‘sich freuen, erfreuen’ (mit Gen.d.S.)
7 ‘vergleichend beigesellen, messen’
   1 ‘jmdn./ sich zum Fremden machen, Abstand nehmen’ (mit ane oder Gen.d.S.; zu gast 1 ‘Fremder’): die sich helent under in, / sît daz si sich enbârent [nachdem sie einander ihre Gefühle offenbart haben] / und danne ir schame vârent / und gestent sich an liebe, / die sint ir selber diebe Tr 12383; ich kan mich freuden gesten / und sorge, die mich nit verbirt MinneR503 220    2 ‘sich feindlich verhalten’ (zu gast 2 ‘Feind’): ze jungist tribent sis daran / baidenthalp ir baide man / das si sich ze allen stunden / gasten, swa si kunden, / uf an ander gastecliche ze aller zit / in allen wis en widerstrit RvEWh 290. – mit Dat. ‘sich jmdm. feindlich zuwenden’ vurbaz wirt er sich gesten / den werdirn [Inseln, Dn 11,18 ] in dem mere Daniel 7026    3 ‘sich (auf einen Besuch, ein Fest o.ä.) vorbereiten’ (teils mit gegen, ûf; zu gast 3 ‘Hausgast, Besucher’): waͮ ain waibel benahtet by ainem armen man, da sol sich der arm man nützit vff jn gesten, er sol im des geben, sô er hât ze ezzen und ze trinken ungevaͮrlich WeistGr 4,497 (wohl a. 1315); si [die Artusritter] tâten daz der künec gebôt. / er muoste sîn an fröiden tôt, / swer sich niht gaste dar gegen [Hoffest Lanzelets] . / [...] / von allen landen wîte / kam volc ze der hôchgezîte UvZLanz 8951. 9134; alle die des wâren wert / die bat ich durch den willen mîn / alle gelîche bî mir sîn. / die gelobten ez gemeine gar / und gasten sich mit vlîze dar RvEGer 3434. 3420; RvEWh 5585 u.ö. – übertr.: man sol sich gen dem tage gesten / swâ liep bî liebe tougen lît: / ich sihe in durch diu wolken glesten KLD:BvL 2:1,1    4 ‘schmücken, ausstatten (mit etw.)’    4.1 refl. (teils mit gegen, ûf, ze): sist ein wunneberndez bilde, / sô si sich mit bluomen gestet: / swer si siht, demst trûren wilde KLD:BvH 11: 5,3; [da] warent [...] / der aventúre vroͮwan komen / hainlich an hainlich gemach, / da man si sich engesten sach / ir raiseclaiden und da si sich / mit richen claiden wunneclich / ze hoͮf gesten woldent RvEWh 13257. 13265; gegen im [den Geliebten] müezet ir iuch gesten / mit allen iuren sachen LvRegSyon 3818; si sich gelich / wappen kostlich wolten. / [...] / so ieder man sich gast / uf den andern vast, / wie er daz best braht, / so daz man sin gedaht / vor andern sinen genozzen WhvÖst 17431; SHort 757; KvWTroj 4181; WolfdD 875,2. – übertr. auf das Wiedererwachen der Natur im Frühling: willekomen sî diu zît / vil wünneclich, / diu mit gelfen cleiden hât / geziert anger unde plân! / heide in liehter varwe lît; / si gestet sich / mit rîlicher sumerwât KvWLd 22,6; mit grüenem loube stêt der walt / bekleidet wol, / recht als er sol / gên der wunne gesten sich, / in manger hande varwe rîch SM:Tu 6: 1,12    4.2 tr.: du sælden keiserinne, / din crone luter glestet, / got der hat dich gegestet / mit einem liehten cranze: / zwelf sternen mit ir glanze / din houbet zierent schone KvWGS 1833; KvWTroj 1187; die sternen spehe / die so schone glestent / und den himel gestent Martina 112,96; da von du dich zuͦ got habe! / mit im din hertz geste! / er ist der aller beste SHort 2351. 6974; mit fröden ward geziertt / vil menig hoch edel wib, / die hayden gasten och iren lib GTroj 908. 13676. – mit Ersparung des Obj.: ob allen tugenden hôhe treit / vro Triuwe die krône: si ist daz alre beste kleit, / daz man an sich gesnîden kan, si gestet wol vor aller edelen wæte SM:JvR 1:1,3. mit worten ~ ‘schmücken’ im Übergang zu 5 ‘rühmen, preisen’ sprich frou ‘est der wille mîn, / kanstu mich mit worten gesten.’ / für die schœnsten und die besten / lobe ich dich KLD:BvH 17: 2,8    4.3 als Part.-Adj.: ouch het Helêne ir bestiu cleit / des mâles an ir lîp geleit / und was gezieret alsô wol, / daz man gesehen niemer sol / ein wîp, diu baz gegestet sî KvWTroj 23029 u.ö.; nû ist sumer so wol gegest, daz er êre hât SM:Had 19: 1,1; nû liezen sich hie schouwen / mit süezer minneclîcher schar / von der stat die herren gar, / mit solher rîcheit gegast / daz in nihtes gebrast / an rîcher gastunge dort RvEGer 5733; darzuͦ ist si [die Stadt Basel] gevestit, / gewehit und gegestet / mit maneger burc vil schone RvEWchr 2269; RvEWh 3487 u.ö.; wan ez [das Götzenbild] ist gegestet / uon edilem gesteine Martina 156,34; zer predien gan / gegestet als an ainen tantz SHort 5267; GTroj 2937; UvZLanz 601    5 ‘rühmen, preisen’ (teils mit Gen.d.S.)    5.1 tr.: da von [wegen ihrer Pflege des Knaben Paris] man daz raine wib [die Hirtin Lixa] / sol gesten und rümen, / mitt zartten wortten blümen / umb ir rechten wibhaitt GTroj 1429. 2459; ze stade kâmen si zehant / und stiezen an des meres sant / vor einer schœner veste, / die prîse ich unde geste / vor manger hôher werden stift [Bau] KvWTroj 7230; KvWEngelh 5237; ich wil die burg des gesten / daz man mit kainen dingen / besitzent noch betwingen / si mag SHort 6450. 6803; kan ich [der Dichter] die wol gegesten / die mir diu schrift vor bestet / und zuo den besten gestet RvEAlex 100; HBirne 10; Virg 222,9. man hôrte manic zungen / sîn lop in wirde gesten / man zalt in für den besten Reinfr 2051; man hôrt sîn êre gesten / wît in allen landen ebd. 4352    5.2 refl.: mitt rechter helffe usserlessen / bin ich dir, kaysser, ie gewessen / nach by den besten, / des mag ich wol mich gesten GTroj 23188; got ist ain, ainig, ewig, guͦt, / [...] / si [die Seele] sol sich gesten siner namen SHort 1466; ob sî [die Wörter Ja und Nein] ein ander niht mit valsche dringent ûz ir veste, / daz sich daz ein des andern überstrîtes iemer geste, / sô mac in beiden wonen bî / gewaltes kraft an wîte und an der enge KLD:  WvBreis 1:7,6. 1:5,4; Boppe 1:9,15    6 refl. ‘sich freuen, erfreuen’ (mit Gen.d.S.): Paulus, da bi alle / junger gar mit schalle / gasten sich der wünniklichen mære [Christi Auferstehung] AveMaria10 19; ûf esten gestent sich nit mê / vogellîn als ê SM:AvR 2: 1,1. 3:1,9; do wart ich alles laides vri / und lie das ungemuͤte nider / und wuͦhs in hohem muͦte sider / und gaste in minem herzen mich / der saͤlden das dú saͤld an dich / nach wunsche in richer werdekait / hat aller saͤlde vlis an dich gelait RvEWh 7583; ich [ Dietherich ] wais kaines [Schwertes] me so guͦt. / [...] / davon so gestet sich min muͦt, / swie [obgleich] ich es hab mit laide / gewunnen EckenlE2 222,9; war umbe húget manige sele abe dir [verlangt nach Dir] , war umbe gestet sich din [erfreut sich an Dir] maniger muͦt? Seuse 498,27 u.ö.    7 ‘vergleichend beigesellen, messen’ – refl. mit gegen: ich hân gehabet êr unde guot, / ich truoc sô hôhe ie mînen muot, / daz sich mit lobe die besten / gên mir ie muosten gesten RvEBarl 8626; hierher?: liehter varwe kan si glesten, / daz ir minneclîcher lîp / schaffet daz sich müezen gesten [Hs. muos engesten ] / gein ir schœne alliu wîp KLD:BvH 4: 1,7. – tr. mit ze: gewære, milte und kiusche / was er mit keiserlîcher tugent / in daz alter von der jugent / alsô lobelîchen komen / daz er ie was ûz genomen, / swâ man an lob die besten / ze den besten solte gesten RvEGer 98; die studen [den brennenden, aber unversehrten Dornbusch] [...] sol man, vrouwe, gesten / zuo dime magetuome KvWGS 456; si [Maria] worchte was sú wolte, / inallerhande wise / mit loblichem prise, / das man ir werk zembesten / mocht allenthalben gesten WernhMl 5516

MWB 2 596,42; Bearbeiter: Richter

gestênde stN. ‘Zeugnis, Aussage’ der daz allez gesên het / er mit zûgnis des gestêt, / ouch wâr ist sîn gestênde, / er weiz ouch ûf ein ende, / swaz er sprichet daz ist wâr, / daz ir geloubet âne vâr JvFrst 10943; ‘Eli, Eli, / lamazabathani?’ / [...] Eli ist der name sîn, / i besunder sprichet ‘mîn’, / lama ‘war um’ ist sîn genende, / zabathani stift ditz gestende / daz ‘verlâzen’ ist vermelt ebd. 9918. 6981

MWB 2 599,1; Bearbeiterin: Baumgarte

gestendic Adj. 1 ‘Beistand leistend, beständig, treu’
2 ‘unveränderlich’
   1 ‘Beistand leistend, beständig, treu’ sit mir nu gestendig. / wizzet, ez ist unwendig, / ich [...] wil die heiden pfenden, / mag ich, mit solhen pfanden / daz sie uz minen landen / mit shanden muͤzen riten Rennew 13731; alsô soltû sîn / mit triuwen uns gestendic / und bis dar an genendic, / daz dû mit triuwen uns gestêst / und dû uns niht abe gêst / KvWTroj 46133; swer [...] da wider wirbet ald des hilfet, da mit unser gesetzede ald unser gewerb gekrenket ald geirret mu̍gen werden, dem und allen dien, die ime des gestendig werin StRZürich(B) 107,20    2 ‘unveränderlich’ vnd svͤlen die pfenning, di man nu schierst verniwͤt, stæt beleiben vnd gestendich sein bis an vnser peder tot UrkWittelsb 2,146 (a. 1307); wan wir nu gestendich pfenning haben, so wellen wir und setzen, daz man bi dem niwͤn wein dez pesten Welchweins den halben pfunder umb zwen pfenning schenchen und niht hoͤher StRMünch 278,18

MWB 2 599,9; Bearbeiterin: Baumgarte

gestenke stN. Koll. zu stanc ‘Gestank’ (vgl. gestanc ): [denen die Welt] vil zu gibt der eren, / die betreugt si dester e / in ires rechtes schrenken, / und nach wollust tut si we / mit wurmen und mit gestenken SeeleLeichn 344

MWB 2 599,28; Bearbeiterin: Baumgarte

gestepfen swV. stapfen

MWB 2 599,33;

gestëppe stN. Bed. unklar, ‘bestickter oder mit Ziernähten versehener Teil der Bekleidung’ (?) (zu stëppen ; vgl. stëppe stN.): in valde / lag ir veyertaglich gewandt, / sie trabt und gieng ein zelte [l. enzelt ] . / wer möcht ir gevolgen, wer sie iungk? / ir gesteppe [La. gestüppe ] was gekrispet hart woll Neidh(S) 1,447c51:4,9

MWB 2 599,34; Bearbeiterin: Baumgarte

gëster Adv. auch gesteren ( PassI/II 387,38 ), gesterne ( TürlArabel *R 315,9 ), gesterren ( Lilie 73,10 ), gestern ( Parz 49,20 u.ö.), gestren ( PrEngelb 193,4 ). zur Bezeichnung des vorangegangenen Tages ‘gestern’ hêr künec, ich wil iu hiute tuon / als ir mir gestern tâtet, / dô ir mich ruowen bâtet. / nu ruowet hînt Parz 707,17; schamt er sich gestern sêre, / des wart hiute zwir mêre Wh 317,1; und ir herze vliuget noch in gestern, noch in morgen Eckh 5: 60,24. – in unterschiedlichen kombinierten Zeitangaben: ich kam alrêst gester Iw 4734; gester umbe den mitten tac Tr 8827; diu sah in gester an dem tage ebd. 14985; gestern morgen kamen wir zwo in jhenen walt geritten Lanc 411,3. 489,32; sît gestern ist sie nâch tôt Eracl 3488. 3522; gestren zuo der sibenden zit des tages PrEngelb 193,4; Wig 8505. 8542

MWB 2 599,41; Bearbeiterin: Baumgarte

gësteric Adj. ‘gestrig, von gestern’ (vgl. gëster ): wir lesent in dem hütigen ewangelio vnd in dem geisterigen, wie der guͦte sant Johannes geborn wart in dise welt PrEls 77,218; tusent jar sint also kurcz, also der gesterige dag ebd. 67,199; tach der gestrige [interl. zu dies hesterna ] PsWindb 89,4; Jüdel 325; Syon 383; er versmæht daz gestrig ezzen BdN 143,32; mir düt die gestrige lere / in dem hertzen also we HvNstAp 1907

MWB 2 599,58; Bearbeiterin: Baumgarte

gesterkede stF. ‘Stärke, Gewalt’ cornu: gisterchida Gl 1:638,16 (BStK604)

MWB 2 600,3; Bearbeiterin: Baumgarte

gesterken swV. sterken

MWB 2 600,5;

gesterkunge stF. ‘Stärkung, Unterstützung’ dannen [vom Hl. Geist] chumet uns chiuske, gesterchunge maiste / an dem muote unde an dem libe, diu heizet rehte underscide AvaLJ 214,4

MWB 2 600,6; Bearbeiterin: Baumgarte

gësterlich Adj. ‘gestrig’ der dac gesterlicher [interl. zu dies hesternus ] PsTr 89,4

MWB 2 600,10; Bearbeiterin: Baumgarte

gestete swN. ‘Gestade’ (vgl. gestat ): mit hâken und mit rechen grôz / zugen si die tôten ûf / und truogens an daz gestet ze hûf / und lôsten in den harnasch ab Ottok 17286. 97003; der dich in grosser schwere / an des meres gestetten vant, / da dich ain prett trug an das lant HvNstAp 18258

MWB 2 600,12; Bearbeiterin: Baumgarte

gestich stN. gastach

MWB 2 600,18;

gestichelunge stF. ‘Überstürzung’ (?): precipitationis: gestichilunga Gl 1:517,44 (BStK681)

MWB 2 600,19; Bearbeiterin: Baumgarte

gesticke stN. ‘Dorngestrüpp’ da sij mir daz hatte gesagt, / fing ich an zu [...] gesehen wo die mynste dicke / were und das kleyneste gesticke / an der hecken und daz mynneste stechen Pilgerf 6996

MWB 2 600,21; Bearbeiterin: Baumgarte

gestickelet Part.-Adj. ‘bestickt’ ouch wâren golter dar geleit, / gestickelt wol mit sîden Wigam(B) W 4403

MWB 2 600,25; Bearbeiterin: Baumgarte

gesticlîchen Adv. ‘in feindlicher Haltung’ (vgl. gastlich und gasteclîche ): die baiden fúrsten wit erkant, / brahtent gesteclichen in das lant / vier hundert ritter, die mit kraft / kunden uͦben ritterschaft RvEWh 8340

MWB 2 600,28; Bearbeiterin: Baumgarte

gestiebe (?) stN. ‘Staub’ (vgl. Anm. und Glr.z.St.; vgl. gestüppe1 ): o muter, mir vergib, / das ich dich zele zu gesipp / mir armen stoube und gestieb [Hs. gestip ] Mügeln 164,3

MWB 2 600,33; Bearbeiterin: Baumgarte

gestieren swV. Bed. unklar, ‘schmücken’ (?) (vgl. Anm.z.St. und gesten 4, sowie Suolahti, 1,96): Smirzwol kan sîn rede wol dar gestieren RvZw 250a,7

MWB 2 600,37; Bearbeiterin: Baumgarte

gestifte stN. , gestift stF. (s.u. 1. JTit , Vät , Martina ) rip. auch gesticht (z.B. HagenChr(G) 1661 und gestite UrkCorp (WMU) 21AB,41 ). zu unterschiedlichen Verwendungsweisen von stiften swV. 1 das von jmdm. veranlasste Werk ‘Gründung, Stiftung’ , auch der ins Werk gesetzte Entwurf
2 kirchliche Gründungen aufgrund von Stiftungen, wie Kirchen, Klöster, Spitäler etc. (mit fließendem Übergang zu 1 ; weitere Belege vgl. DRW 4,581f. und WMU 1,685)
3 Bereich bischöfl. Landesherrschaft ‘Hochstift, Erzstift’ , auch ‘Domkapitel’
4 ‘Testament, Vermächtnis’
5 ‘Anschlag, Gewalttat’ (vgl. stiften im Kontext von Gewalt und Verbrechen ‘begehen’ )
   1 das von jmdm. veranlasste Werk ‘Gründung, Stiftung’, auch der ins Werk gesetzte Entwurf: ouch wundert sie der mære / wer der fürste wære, / der mit gewaltiger hant / der gote gestifte [die Gründung der Götter (Theben)] hete verbrant UvEtzAlex 3966; der stein [...] zimt [...] zewunsche an der gestifte [der Planung und Erbauung des Gralstempels] JTit 335,4; zeimal er zun bruderen quam, / daz [diese Gemeinschaft, das Kloster] was sin selbes gestift [Gründung] , / des er mit der genaden gift / wol begunst hete alda PassIII 409,29; Kyôt der meister wol bekant / ze Dôlet verworfen ligen vant / in heidenischer schrifte / dirre âventiure gestifte [Ausgangsdokument, Entwurf] Parz 453,14; Alexander, / daz wêre ein michil wunder, / hêtistu alsus lîhte [mit dem laut ausgesprochenen Wunsch] / mir nû mîn gestifte [das in meinem Auftrag entstandene Werk (eine kemenâte auf Rädern)] / mit dînen worten benomen SAlex 6130; daz holtz daz in wart gegraben / durre unde ane saf gar, / darnach uber dru jar / begonde ez lusteclich sich irgruen, / [...] / brahte ez sine artliche vruht. / der alde vreute sich der gift [Gabe] / an der durren gestift [an der ursprünglich dürren Setzung, dem vertrockneten Ursprung] Vät 22154. – auch der göttliche Entwurf, der vorherbestimmte Lauf der Heilsgeschichte: da uon nimet in [Abram] di schrift / an der werlde gestift / zume dritten houbit man / da di dritte werlt hebit an [zum Begründer des 3. Weltalters] / der was er stam vnd anvanc ChristhChr 4644; daz erfullit hat div schrift / der wissagen vmbe die gestift / ‘wan sol sines gebeines / zerbrechin hie dekeines’ / daz was och wol gefüege / daz man im [Christus] niht zerslüege / sin rein gebein vnd siniv lit Martina 39,60; Pilatus minner het getân [hat weniger Schuld auf sich geladen] , / wan er ein heidenischer man / was und erkante harte [kaum] / wer Jesus wêre in sîner arte, / di juden aber ûz der schrift / westen alle sîn gestift [ ‘Bestimmung’ (vgl. V. 7055-61); Glr.z.St.: qualitas naturae ] JvFrst 7080    2 kirchliche Gründungen aufgrund von Stiftungen, wie Kirchen, Klöster, Spitäler etc. (mit fließendem Übergang zu 1; weitere Belege vgl. DRW 4,581f. und WMU 1,685): do daz nuwe gestifte / alsus was berichtet / mit den gotis dienist luͦten Ägidius 841; dar na giengen si seder / vort in dat gestichte [ munster, vgl. V. 409] , / [...], / umbe godes geruͦken / inde sine genade suͦken MorantGalie 415; und uber ein cleyn wil sah er die großen säle [seiner Burg] darnyder fallen und die kirchen und alles das groß gestifft und sah die flammen freischlich gein hymel schlagen Lanc 12,14    3 Bereich bischöfl. Landesherrschaft ‘Hochstift, Erzstift’, auch ‘Domkapitel’ von Rîge ein bischof ist genant, / der hât burge unde lant / in sînem gestifte wol gelegen LivlChr 6675; uch zo herren byn ich gesat, / zo berichten uch ind ure stat, / dar zo des gestichtis burge ind lant, / dar umb hain ich umb uch gesant HagenChr(G) 1661; dat dir bischof inde sin gestite [ archiepiscopus et ecclesia Coloniensis 21AB,21] sin gut in sulcheme rethe behaldin sal UrkCorp (WMU) 21AB,41    4 ‘Testament, Vermächtnis’ mir tut so we die gifft [das Gift, mit dem Alexader ermordet wird] / daz ich mag haben kain gestifft GrAlex 6150. – auch das Alte Testament: noch rure ich daz ich rurte e, / daz got in der alden e / geloubete zu sendene / die werlt zu vorendene / den wissagen Elyam, / der durch daz alleine quam / in dem alden gestifte, / wen nicht wen einer gifte / gelobede bi den ziten was / do gelobet wart Elyas HeslApk 18423    5 ‘Anschlag, Gewalttat’ (vgl. stiften im Kontext von Gewalt und Verbrechen ‘begehen’): da von sich Job zu aller zit / vorchte und sach sich umme wit, / so daz man im icht lagete / und sin leben veragete [Gl.z.St.: verhagete oder verjagete (?)] / mit dem swerte oder mit gyfte / oder mit anderleyge gestifte Hiob 6128

MWB 2 600,41; Bearbeiterin: Baumgarte