Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   getæper - getente    


getæper stN. ‘Rumor, Geschwätz (?)’ nieman, der habe diz mære / vür ein valsch getæper KvWTroj 6779

MWB 2 627,3; Bearbeiter: Richter

getar stMN. ‘Kühnheit’ er ist ein tôre, [...] sîn getar im selben schaden schaffet RvZw 97,10

MWB 2 627,6; Bearbeiter: Richter

getarnen swV. ‘jmdn. behüten vor etw.’ (mit Gen.d.S.): jr sint als ein westerbarn [Täufling] , / aller schand mag man ùch getarn Krone 23587

MWB 2 627,8; Bearbeiter: Richter

getât, getæte stF., auch sw. ( WvRh 2131 ), stN. ( WhvÖst 6834; Wig 97 ) 1 ‘Tat, Handlung’
1.1 allg.
1.2 in Abgrenzung zu Worten, Gedanken u.ä.
1.3 ‘schuldhafte Tat, Vergehen’
1.4 ‘Rechtsgeschäft, vertragliche Abmachung’
2 ‘Sachverhalt’
3 Gesamtheit der Taten, ‘Geschichte’
4 ‘Werk, Schöpfung’
5 ‘Beschaffenheit, Eigenschaft’
   1 ‘Tat, Handlung’    1.1 allg.: ubel waren iuwere getate. / dem tievele dienotet ir mit flize AvaJG 26,6; der grüene wase / wart ir zweiger bettewât / und ein vil minneclich getât / ergienc dâ von in beiden KvWTroj 17004; ich prise dich durch die getat / die sit begangen hat / din werder nachkum / Woldickin der frum, / der fuͤrstlicher getæt pfliget WhvÖst 16839; er wolte rechen die getât UvZLanz 1985; sîn [Franziskus’] getât [Verhalten] dûht wunderlich LvRegFr 2258; der guͦte wille, den der guͦte mensche hat und in nit mag bringen zuͦ guͦter getat, der glichet sich den edelen schoͤnen bluͦmen mit suͤssem gesmake ane fruht Mechth 6: 19,15. EvAug 205,9; SM:WvH 5:1,3; Wig 11038. – Möglichkeit zum Handeln, ‘Gelegenheit’ ob sælde im daz getæte / iender fuͤgen wolde WhvÖst 6834. – semantisch abgeschwächt, Füllwort: der [Ball mit der eingenähten Nachricht] wart geworfen mit getæt / in schimpfe dar der vrien, / siner trut amyen WhvÖst 2084; da zwischen fuͦgt sich von getat / daz dem kuͤnge Walwan / wart in Frigia kunt getan / daz nie prislicher magt / in dirre welte nie betagt, / diu vrier wær vor wandel ebd. 2144; nû sult ir mir verjehen, / wie ir mir darzuo rât, / daz wir volfüeren mit getât, / darumbe wir sîn komen her Ottok 6959    1.2 in Abgrenzung zu Worten, Gedanken u.ä.: got, der weiz wol mîner schulden zil, / gedanch, wort unde der getât SM:Gl 3: 3,21; in [den Bösen (Dat. Pl.)] vil wênic ze herzen gât / guotiu rede und guot getât Wig 97; ob sie [die Priester] mit ir getate / beweͣrten [bestätigten] ∙ ir predigate Albert 744; mit rede und mit getæte KvWTroj 18531; wort âne getât WälGa 13366; im tzimpt auch wol senftigkait ze übenn, von der webegde [l. bewegede ] des gemüetes und von zorn sich entziehenn, das die unfürsichtig pebegde ichtt gähes gespring an die getät [ ne inprovisa commotio progrediatur in actum sine deliberatione ] HvHürnh 10,3; Iw 1501; Mechth 3:1,55    1.3 ‘schuldhafte Tat, Vergehen’ ih han gesuntit in zorne, in abulge, [...] in manslahte, mit getate ioh mit uuillen, in manigemo mortode WessobrGlBI 145,20; der an dirre getâht schuldig ist, der hat die hant verlôrn UrkCorp (WMU) 1653,20; wirt aver beidiu vater unde sun beklaget umb eine getât, die enmac er im niht abe genemen SpdtL 205,22; ein getât von diupheit oder von raube ebd. 163,14; wirt der ergriffen uffe der getat UrkBasel 4:29,21 (a. 1317); an dem iúngesten tage werdent alle vnser getot offenbar ElsLA 9,17; StRAugsb 117,32; StRSchlettst 46    1.4 ‘Rechtsgeschäft, vertragliche Abmachung’ vnd daz disú getæt stæte blibe, dar vmbe vnd dar úber so gib jch disen brief UrkCorp (WMU) 1708,27; bi dire rede und getat sint gewesen und sint gezuge: [...] ebd. 1592,35; dirre getaͤt sind geziͮge [...] UrkSalem 3,5 (a. 1303)    2 ‘Sachverhalt’ ir wunne gât / so suozze mir ze herzen. ez verstât / die gitât / so wol, daz sî so mange wunne hât SM:Had 24: 3,11. 11:4,4; di gesellen lobten die getât [Keies Vorhaben] / und heten gerne doch gesehen, / wær im ein unêre geschehen UvZLanz 2902    3 Gesamtheit der Taten, ‘Geschichte’ der Owaͤre, / der úns Ereches getat / und von dem leun getihtet hat RvEWh 2177; wer hat gehohet das reich der kriechen, wer hat gepraitet ir getät durch alle die werlt? HvHürnh 23,11; Iw 2475; LvRegFr 359; Ottok 53    4 ‘Werk, Schöpfung’ nû tuon wir ouch einen man nâch unserem bilidi getân, / der aller unserer getâte nâch uns gebiete Gen 89; wir ensîn nit sîn [Gottes] getât als der haven des haveners, daz man sprichet: daz ist des haveners getât PrNvStr 271,22; daz goͤtlich wesen [...] ist ein soͤlichú vernúnftigú substancie, die daz toͤdemlich oge nit gesehen mag in im selb; wan siht in aber wol in siner getat, als man einen guͦten meister spúrt an sinem werke Seuse 172,3. 172,8; RvEBarl 9524; Boner Vorr. 21    5 ‘Beschaffenheit, Eigenschaft’ ze aller jungest gescuofe du den man / nah dinem bilde getan, / nah diner getæte, / so du gewalt hete VEzzo 71; dâ [in den Charakter der beiden Freunde des Dichters] wart ein wênec in geleit, daz was niht stæte, / [...]. / und wære eht niht wan daz alleine drinne vermiten, / sô wæren si allenthalben alse ganz an ir getæte, / daz sich ein iegeslîcher mohte lâzen dran [auf sie verlassen könnte] Walth 31,9 = SM:UvS 29:2,7; ich wæn sî wær sîn swester, / wan er ist ir gar gelich, / als junc und alsô hêrlich / an aller sîner getât Flore(S) 4035 u.ö.; [Iwein] sach engegen im gân / sehs knappen wætlîche: / sî zæmen wol dem rîche / von aller ir getât / an ir lîbe und an ir wât Iw 4377; zehant von dien êwarten gie / ein gebot dur die jüdescheit, / daz alle die waeren bereit, / [...], / si waeren junc oder alde, / ze Jerusalem kaemen balde / und dâ bî [außerdem] der getaeten [erg. wæren ] , / daz si nit wîbe haeten WvRh 2131; UvZLanz 4063; SalArz 34,4; WhvÖst 23

MWB 2 627,11; Bearbeiter: Richter

getætlich Adj. ‘wirkend, tätig’ (zu getât ): ein meinung [Absicht] ist recht, dvͥ in got ist ze vordorost vnd duͥr got gericht, die hant guͦte getetliche lvͥte [ intentio est recta [...], quae est actuum bonorum ] RvBib 21,4; die getelich [l. getetlich, vgl. Glr. s.v. activus ] craft gottiz [ virtus activa Dei ] ThvASu 250,7; s.a. H.U. Schmid: -lîh-Bildungen, Göttingen 1998, S. 234 mit Notker-Beleg.

MWB 2 628,47; Bearbeiter: Richter

geteile swM. ‘Teilhaber, Mitbesitzer’ (vgl. geteilede 2): die rehten sint / sine bruoder unde siniu chint, / mit im ain gaist unde ain muot, / vlaisch, gebaine unde bluot, / erben unde siptail, / getailen an dem erbetail BenGeb 40; wand ez ain getailtz gvet ist van meim brveder vnd allen meinn getailn UrkCorp (WMU) 3094,42. 1520,39; wer diser güter verkoufen wil, die in unserm hof gelegen sind, der sols den geteilen bieten und ze koufen geben WeistGr 1,159 (14. Jh.). 1,165 (14. Jh.). 1,9 (a. 1338); Gl 1:492,64 (BStK637)

MWB 2 628,55; Bearbeiter: Richter

geteile stN. 1 ‘zugeteiltes Los, Schicksal’
2 ‘Anteil, Beteiligung’
   1 ‘zugeteiltes Los, Schicksal’ Josephus der wise man / Davidin sere lopt daran / das in der demuͦt gezam / das er diz geteile nam [dieses der drei zur Wahl stehenden Schicksale, vgl. V. 31160ff.] RvEWchr 31198    2 ‘Anteil, Beteiligung’ dann wurde ich zu der selben stonde / gar muede obe ir uch myns deiles / undertziehet und uch gedeiles / dar an zu haben vermessen woldet: / viel lieber ich sterben wolte / wann ich daz von uch lijden solte Pilgerf 1395

MWB 2 629,1; Bearbeiter: Richter

geteilede stN. 1 ‘Anteil’
2 ‘Teilhaber, Mitbesitzer’ (vgl. geteile swM.)
   1 ‘Anteil’ quaedam horum bonorum attinentia, quae vulgo gedeilda dicitur DRW 4,606 (Würdtwein; a. 1236); daz si beide von dem vorgenanten gvͦte vnd sinem geteilide [...] svllen jerlich geben ze cinse [...] achzehen phenninge UrkCorp (WMU) 2359,23; daz selbe gvͦt vnd dar zvͦ ein gvͦt, daz dez selben gvͦtez geteilid waz ebd. 2841,11; UrkZürich 8,339 (a. 1310)    2 ‘Teilhaber, Mitbesitzer’ (vgl. geteile swM.): wil oͮch ieman in dem zwing von not wegen sînü guͤter verkôfen, der sol si sînen güteiliten bieten in dem zwing WeistAarg 24 (a. 1348); wil denn das geteilit das guͦt haben umb als vil geltes, als es einen frömden verkovft ist, ân alle geverd, so sol das geteilit das selb guͦt vmb als vil geltes haben an alle widderred WeistGr 1,9 (a. 1338). 4,392 (14. Jh.); UrkBaden 1 (a. 1304)

MWB 2 629,11; Bearbeiter: Richter

geteilte, geteilze stN. (sw. PrSchw 2,27 ) subst. Part.-Adj., verkürzt aus geteilteʒ spil (vgl. teilen ). ‘Wahl, Entscheidung’ daz geteilte wese dîn, / daz beste kius al under disen beiden Walth 150,77; welich frauwe der dinge deheinez tuͦt, daz die man verbezzern, die habe ein geteiltez, einweider si ruͤm die stat, als die man tuͦnt, oder si blibe innerhalb irs huses WüP 44,3; Parz 215,13; Seuse 119,27. – in Verbindung mit geben: ich man dich, das Pilatuͦs gap / ein gedeilze den iuͦden gram, / obe si wolden Barrabam / oder abir Iesuͦm lasin ParisTagz 767; einer git geteilter vil, / der ander nimt welhez er wil. / nu bin ich uͤberein kumen / und han mir ein geteilz genumen KgvOdenw 5,1; der [Gad] gab im [David] driu sweriu getailten [II Sm 24,11-13] PrSchw 2,27; do gab inen der kunig drü geteilte ClosChr 52,26. 59,25; ElsLA 64,1; HeidinIV 1350

MWB 2 629,28; Bearbeiter: Richter

geteilze stN. ‘Anteil’ (zu geteilede): [der Weingarten] unser recht eygin ist und ist gedeilze Hermans von Holtzheym, welch gedeilze beheldit eynen morgen wyngardis UrkWetzl 1,518 (a. 1335); [die Hälfte eines Stück Lands] daz ein geteilcze ist von unserm ebd. 1,635 (a. 1347)

MWB 2 629,46; Bearbeiter: Richter

getelere stN. ‘(tiefes) Tal’ (zur Übersetzung von lat. convallis): du der uz sentes[...] die brunnen in den geteleren [interl. zu qui emittis fontes in convallibus ] PsWindb 103,10; ih frowe mih unde teile [die Stadt Sichem] unde dei getelere dere gezelte mizze ih [interl. zu laetabor et partibor Sicimam et convallem tabernaculorum metibor ] ebd. 59,8; daz getelere dere gecelte [interl. zu convallem tabernaculorum ] ebd. 107,8

MWB 2 629,52; Bearbeiter: Richter

getelich, götelich Adj. ‘passend, angemessen’ (zu gate ): die alten [Pilger] mit den jungen, / ir buozliet si sungen, / diu wâren götelich darzuo Ottok 9442. – meist in paarigen Ausdrücken: wan des meneschin sin und sîn gehiugede kranch vnd kurz ist, da von ist zimelich vnd ist och goͤtlich, swc guͦter dinge bî vnseren zîten gechicht, der man gedenchen sol, dc man div der schrift bevæle UrkCorp (WMU) N317,41; alsez rehte gotlich vnd billich si UrkCorp 680,32; ez sol auch dehein hantwerkman [...] an keiner veirnaht niht lenger wurken dann als goͤtlich und reht ist NüP 162

MWB 2 629,61; Bearbeiter: Richter

getelinc stM. zu gate . 1 ‘Verwandter’
2 ‘Mitmensch’
3 ‘junge männliche Person, Bursche’
   1 ‘Verwandter’ nimit di muter einen [neuen] man, diselben kindere beheldet der nehiste getelinc vater halben an iren aller danc StRFreiberg 23,11. 190,29; wer vor seines gerichtes halben seinen leip vorleuset, sein nehest geteling nymt sein erbe StRPrag 159; SSp 82,12. – ‘Sohn’ daz himelische chint, / daz ist des uater gettelinc; / er ist wol sin genoz / also michil unde also groz / in gotelichime rechte / nach sime geslechte / so ist er dem uater al gelich Glaub 200    2 ‘Mitmensch’ wir sullen got minnen obir alle ding, / nach gote unsen nehesten gedeling, / unse vinde liben durch got Brun 3742    3 ‘junge männliche Person, Bursche’ ich hab och des genomen war / daz man an allen dingen / under allen gaͤtlingen / nach wunsch niendert vinden kan / so jungen wol gemachten man SHort 6898; swel kint, es si jungvrowe oder getteling, [...] sin ding woͤlte endern ze weltlichem oder ze gaistlichem leben StRVill 9; wil einer da heim verbliben, / schaffen sines huses ding, / das ist ein verlegener getteling MinneR52 28; die herren wâren alle komen, / von den ir ê habet vernomen, / die küenen getelinge Bit 6309 u.ö.; Rol 5714; tumber getelinc Neidh WL 35:6b,2; WeistGr 1,366 (vor 1341)

MWB 2 630,9; Bearbeiter: Richter

getëlle Adj., Adv. ‘angenehm, fein’ swele frowe wil han / frúnt in minre celle / die sol vil getelle / zuo minen antwúrten / sich húbeslichen gúrten / lesen unde prisen MinneR302 160; nû vârent al getelle [bleibt friedlich] ! HBirne 312; der knappe was untræge, / [...]. / er tet niht als manc bote tuot / der durh swache trâgheit / sich dicke an die ruowe leit / die wîle er hât zerunge. / hie tet der knappe junge / niht alsô getelle [gemächlich] . / mit manger verte snelle / fuor er hin Reinfr 23621

MWB 2 630,34; Bearbeiter: Richter

getelle stN. ‘Talsenke’ (vgl. telle1 , zu tal): Merremunt, dat dorf bit den luden inde bit me guͦde, als it gelegin is, vnde nemeliche bit dem Ruͦsberge inde bit deme gedele vnde bit deme gebirge, dat dar zuͦ gehorit UrkCorp (WMU) N282,20

MWB 2 630,44; Bearbeiter: Richter

getelôs Adj. auch geit(e)los ( PrOberalt ), gettelos ( SHort ). ‘ungebunden, ungezügelt, zügellos, mutwillig’ petulans: getloser Gl 4:216,63 (BStK926); der esel ist ein geiteloses und ein unreines vich PrOberalt 165,18 u.ö.; er sol fliehen in sîner iugende alle iunge friuntschaft unde alle getelôse minne, diu in ze dehainer wîs gewirseren mugen TrudHL 61,19; geteloser sin RvEWchr 21974; Bîspel(Pf) 10,110; si was diemüetic unde wîs, / [...] / ir lîp wart getelôse nie / und huote sich vor sünden ie WvRh 221. 13485. – subst.: einen bœsen geist si sanden / in daz paradîse, / der chom geslichen lîse / zuo der getelôsen Aneg 2833

MWB 2 630,49; Bearbeiterin: Czajkowski

getelôse stswF. auch getelse. ‘Zügellosigkeit, Mutwille’ daz ewig lieht daz uns Adames ungehorsam, Eve getlose verlorn het, daz hat uns got wider geben PrOberalt 55,5; PrHoff 69,3; petulantia: getelose SummHeinr 2:424,01.11; er wolde sich verbosen / mit denheiner getlosen Wernh A 302; mit deheiner getlose ebd. D 340; wellents ir getelse niht vermîden, / sich mugen zwêne an mîner weibelruoten [hier iron. für ‘Schwert’] wol versnîden Neidh WL 10:3,10; Helbl 4,512

MWB 2 630,62; Bearbeiterin: Czajkowski

getelôsicheit stF. ‘Zügellosigkeit’ gotes uorhte liebeter sere / den vriunden irbot er ere / getelosicheit er virmeit Albert 149

MWB 2 631,8; Bearbeiterin: Czajkowski

getelôslîche Adv. ‘ungezügelt, zügellos’ petulanter: getiloslihun Gl 2:605,47 (BStK637)

MWB 2 631,11; Bearbeiterin: Czajkowski

getelse stF. getelôse

MWB 2 631,13;

getemere stN. auch getamere ( Rennew 31266 ). ‘durch Klopfen entstehender Lärm, Getöse’ (zu tamer , temeren ): man hôrte ir slege getemere, / als dô die îsenhemere / vallen uf die anebôz Kreuzf 4375; KvWEngelh 2729; daz getemer was sô groz / von grimmen slegen ûf dem wal, / daz in die stat ze Troie schal / der swerte griuwelicher klanc KvWTroj 33918; NvJer 17014; Loheng 1737

MWB 2 631,14; Bearbeiterin: Czajkowski

getempertheit stF. zur Übers. von lat. temperantia ‘Maß, Mäßigung’ nu ist offenbar von disen, [...] daz man von den gotlichen tugenden geordent wirt zuo gotte, aber von der getempertheit [...] zuo im selber ThvASu 172,1

MWB 2 631,22; Bearbeiterin: Czajkowski

getengel stN. ‘das Dengeln, Hämmern, Klopfen’ drunder was vil groz getengel / von vil swerten, diu da clungen Rennew 8662; ir harnasch unde ir schilte / dâ liten grôz getengel KvWTroj 34591; KvWTurn 812; Reinfr 1801

MWB 2 631,27; Bearbeiterin: Czajkowski

getense stN. gedense

MWB 2 631,32;

getente stN. Koll. zu tant , ‘Possen, Geschwätz’ dô wart an gevangen / zwischen in bêden / umb die hîrât ze reden. / ez wær ein langez getent, / sold ich diu perlament / sunderlichen schrîben, / diu man sach dô trîben, / ê diu sach ein ende nam Ottok 88044; min herschaft hat enpholhen mir, / daz ich die glocken lüt / und ir kunst betüt / dem kloster und dem cofent. / wiß, ich trib kain getänt! MinneR439 596. 1488; Suchenw 9,195

MWB 2 631,33; Bearbeiterin: Czajkowski