Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   1getrehte - getroc    


1getrehte stN. auch gethrahte. ‘Frucht’ (s.a. getraht stF.) 1 ‘Getreide’
2 ‘Nahrung, Speise’
3 ‘Nachkommenschaft’
   1 ‘Getreide’ sie wâren harte wîse des, / daz sie die edelen getraht [Korngarben] / sô sêre bunden âne maht, / daz in der icht entwunde Kröllwitz 3037    2 ‘Nahrung, Speise’ ez [das Buch] kan wol berihten / von manigerleie gerihten, / [...], / wie sie sich vereinen / vnd wie sie sich besachen, / daz sie klein gethrahte zvͦ hoher spise machen BvgSp Vorrede,16; ein guͦt gethrahte [Überschrift] ebd. 27    3 ‘Nachkommenschaft’ einen svn het dô der / der hez nah im ovh Alber / von dem daz vil edel getræht / ist chomen chvͦnringer geslæht StiftZwettl 11; daz unreine geslehte, / daz bœse getrehte, / daz alsô wirt von in [den Seelen im Fegefeuer, die Schlangen gebären] , / daz hât houbet fiurîn Tund 1028; Kröllwitz 3539

MWB 2 636,9; Bearbeiterin: Czajkowski

2getrehte stN. auch (unter Einfluss von traht, getrahten?) getraht(e). ‘Erwägung, Gedanke, Überlegung’ [jedes der beiden Heere] dûht dâ selbes wær ein mos, / daz dehein ros / mit gewarheit überkomen möhte. / daz was ir ietweders getrehte. / alsô lâgen si enstet Ottok 15338; die kristen daz [die Unterhöhlung der Stadtmauer] versliefen, / wand sie heten dhein getrehte, / daz man in sust geschaden möhte ebd. 49169 u.ö.; er satzt alz sein geträchte, / wie er aus dem mer chomen mächte MüOsw 729; das der herr [...] / mess hoͤrt und stuend dapay / andechtigkleich, getrachtes frey; / das wer guet und fruchtpaͤr Teichn 631,174; iͤr getraͤcht und iͤr gedanch ebd. 189,97. – mit Präp. bzw. Pron.-Adv. ‘Streben, Trachten’ ir getrehte ist nâch den bônen / mêre denne nâch bescheidenheit Renner 4158; swer allez sîn getrehte leit / ûf werltliche êre mit gîtikeit, / dem ist von herzen grunde leit / anderre liute wirdikeit ebd. 4905 u.ö.; darûf stuont allez sîn getrehte Ottok 57090

MWB 2 636,25; Bearbeiterin: Czajkowski

getrehtic Adj. ‘bedacht, bemüht’ er [Papst Nikolaus] wart darûf getrehtic / und sêre gedanchaft, / wie er die geselleschaft / möht gestôren und gescheiden / zwischen den kristen und den heiden Ottok 44940

MWB 2 636,45; Bearbeiterin: Czajkowski

getreide stN. getregede

MWB 2 636,50;

getreigeret Part.-Adj. ‘bewandert, erprobt’ also ein mensche ein ding wol und dicke versuͦht het, so ist ime das wol kúndig unde het es wol durchsehen und ist wol getreigert in den dingen Tauler 91,25

MWB 2 636,51; Bearbeiterin: Czajkowski

getrenke stN. 1 ‘Trinkgelage, Besäufnis’
2 ‘Getränk’ (vgl. getranc )
   1 ‘Trinkgelage, Besäufnis’ in dem getrenke / wûchs ein [...] gezenke NvJer 17447; die kunige von Sameiten / die liezen in bereiten / ein getrenke, daz waz grôz. / [...] / si trunken und wâren vrô LivlChr 4655. 4673    2 ‘Getränk’ (vgl. getranc ): vnde sal itwanne geringe gedrenke geuen [l. geben ] OvBaierl 67,9; dem ich diz lob schenke, / der nimt ez [...] vür ein gut getrenke Frl 5:10,5

MWB 2 636,56; Bearbeiterin: Czajkowski

getrete swM. ‘Nutzungsberechtigter an Weideland’ (vgl. trat stF., getratschaft stF.): dass die von der Riedtstatt [...] iro vich weiden sollendt unnd mogendt, wa sy woͤllend inn dem holtze deren von Schwartzenburg, als getretten [...] unnd dass auch die von Schwartzenburg [...] iro vych weyden sollendt noch moͤgendt uffen dien von der Riedtstatt, auch als getretten und in dem lannde gewonheit ist UrkBern 6,272 (a. 1336 kopial)

MWB 2 637,1; Bearbeiterin: Czajkowski

getrete stN. ‘Auftreten, Treten, Getrampel’ auf yeder pruk man wenig slief / von getret und von gedranch Suchenw 4,185; daz [Räucherwerk des Engels, vgl. Apc 8,3] sint al edele gumme [Harz aus Weihrauch] , / die vor gote wol riechen: / der ruͤf helfeloser siechen, / [...] und der notigen getret HeslApk 12801; wolt sie mein [als Vogel] denn pflegen vor getrette [Zertretenwerden] , / vor lieb trúg sie mich nachtes an ir bette Neidh(S) 2,179 c95:12,8; Loheng 1812

MWB 2 637,10; Bearbeiterin: Czajkowski

getribele stN. ‘eifriges Tun, Treiben’ wie si [die Bienen] her uz gewinnen / wol múgen den lutern honicsaim / und den mit ir bringen haim, / dar an lit ir getribile PassI/II(HSW) 42197

MWB 2 637,20; Bearbeiterin: Czajkowski

getrifte stN. ‘Unternehmung, Machenschaft, Lebensweise’ diz [das Erlösungswerk] tet got nicht vorgebene, / daz her diz michel getrift / mit dem menschen hat gestift HeslApk 19583; der ketzer getrift ebd. 13886; also kam er wider uf daz vorder getrifte, da er zuͦ vermant waz, einer warer gelassenheit Seuse 327,23

MWB 2 637,24; Bearbeiterin: Czajkowski

getrîp stN. ‘Treiben’ diz geschach von dem getribe / des tuvels der die juden reit HeslApk 10660; Macc 8588; do wart dem keisere also zorn / durch des pabestes getrib PassIII 479,95; ir suntlich getrib ebd. 324,64; PfzdHech 361,32; EbvErf 617. – unklar: gotes suns natûre was / der liute natûre nit gelîch, / wan daz si ûzzeichende sich / mit allem getrîbe / an Jêsu Kristes lîbe, / wan swaz an dien flüzzen vier [an den vier Säften (nach der Humoralpathologie)] / beste was, daz was ouch hier / an gotes sunes lîp geleit WvRh 6452

MWB 2 637,31; Bearbeiterin: Czajkowski

getriute stN. ‘Liebkosung’ guoter wîbe getriute / und ir gruoz und ir minne Wh 400,2

MWB 2 637,42; Bearbeiterin: Czajkowski

getriuwære stM. ‘Gläubiger’ der da hat ein [auf ihn] gefallens recht von den getraueren StatTrient 186

MWB 2 637,44; Bearbeiterin: Czajkowski

getriuwe, getrûwe Adj. auch getriu/getriw, getru, getreu/getrew, getruge ( Roth ), getrou ( VMos ), getrouwe ( En ); im Mhd. überwiegend statt der präfixlosen Form triuwe (vgl. DWB 11,1,2,245f.); Adv. mit -lich (vgl. DWB 11,1,2,247). Zentraler Begriff der von Personenbeziehungen geprägten mittelalterlichen Gesellschaft, bezogen auf Beistandspflichten und Erwartungen im Lehnswesen und andere persönl. Beziehungen der Verantwortlichkeit; s.a. triuwe stF., die Übergänge zwischen den Positionen 2-6 sind fließend (vgl. u.a. Ehrismann, Ehre und Mut, 211-216), ‘treu, zuverlässig, beständig, hilfreich’ 1 allg.
2 allg. auf Dienst, Gefolgschaft u.ä. bezogen
3 in rechtlich bestimmten Verhältnissen, bei Verträgen
4 häufig im Vollkommenheitskontext ritterlich-höfischer Beschreibungen
5 bezogen auf Verwandtschafts-, Liebes- oder Ehebeziehungen
6 in religiöser Sprache
6.1 bezogen auf den Gläubigen
6.2 bezogen auf Gott oder Gottes Sohn; häufig in formelhaftem Gebrauch zusammen mit guot, minnend, gerëht
   1 allg.: als getrew nâchgepaurn, der sich ainr des andern êr und nutz fräuet BdN 220,26; sîn getriuwer [treue Ergebenheit zeigender] gruoz was ir bereit, / wan si hêt grôze nôt erliten Wig 3965; Mechth 5:24,69. 6:3,11. – mit Dat.d.P. und sîn: die mein junger sint, die mir getreu sint und den hiligen gelauben und die waren minne habent PrOberalt 51,34; En 8458; Rol 1827. – subst.: boͤse lvgenere / die dringen leider allez fvr, / die getreͮwen blibent vor der tvr ReinFu K,2186; wir [...] kúndin allen gottes getrúwen [...] únsern gruͦz UrkCorp (WMU) 2597,9. – als Bestandteil von Personennamen bzw. als Apposition got oder einem Personennamen vor- oder nachgestellt (subst. oder attr.): warre got der getruwe, / nu mich mine sunde riuwen SüklV 333; sein getriwe, die ersamen ritter Heinrich vnd Albreht UrkCorp (WMU) 2423,26; Hainrich der getriͮwe ebd. 1670,43; Parz 526,9; Tr 5143. – Sprichwort (?): der getriwe ist friundes êren vrô: / der ungetriwe wâfenô / rüefet, swenne ein liep geschiht / sînem friunde und er daz siht Parz 675,17    2 allg. auf Dienst, Gefolgschaft u.ä. bezogen: wie hân ich an den Hiunen hie verdienet den tôt? / ich was dir ie getriuwe, nie getet ich dir leit NibB 2102,1; Volka, der getruwe smit Herb 2987; welch man getruwe ist der sol synem herren alles das wol lastern das wiedder sin ere ist Lanc 532,10; PrLpz 31,38. – in Bezug auf das Verhältnis von Tieren zu einem Menschen: der getriuwe hergeselle [Iweins Löwe] / der kratzet unde beiz dan / holz und erde unz er gewan / ein gerûme ûzvart Iw 6746; des nemet ein glîchnisse an dem hunde, der ein unvernünftic tier ist. der ist sînem herren alsô getriuwe [ergeben] , allez daz sînem herren wider ist, daz hazzet er Eckh 1:271,9. – sehr häufig formelhaft in der Verbindung ~ man (vgl. DWB 4,1,3,4506): er nam sîn aller getriwisten man, / die ime ze sîner nôte / ie wâren einmûthe VAlex 566; her Gâwein der getriuwe man Iw 2767; Roth 55; NibB 2141,1; HagenChr(G) 3418    3 in rechtlich bestimmten Verhältnissen, bei Verträgen: [eine Frau] sal dan einin kisi [auswählen] , swemi su iz gitruwit, daz uri [ihre] getruwe vormunde si wolli Mühlh 167,21; Ruͦdolff von gottes genaden römischer kunig [...] embieten allen des römischen reychs getruwen die disen gagenwurtigen briefe ansehent unser genad und allez guͦt StRAugsb 233,3; wann ich enweiß yn so getruw nicht, gebe ich myn burgk off und myn lant, das er mirs ymer wiedder gegebe Lanc 4,34. – zur Einführung von Personen(gruppen), als Titel: wir [...] gebietten allen leuten, unsern getrüwen fürsten, graven, frien, rittern, knechten, burgern und gebuwern StRWerth 8; unser lieb getruwen die burger ze Augspurg StRAugsb 233,10; UrkCorp (WMU) 1653,15. – mit unbelebten Bezugsgrößen: besigelet ze ainem vrkunden getruem vnd ze ainer ganzer vestenuge UrkCorp 993,16 (WMU); daz wir [...]vnser jnsigel haben gegeben ze ainer getriwer vestenunge an dise brieue UrkCorp (WMU) 2450,36. 3578,22. – in Verbindung mit hant ‘treuhänderisch’ (vgl. getriuwehender ): vil gesteines, silber, golt / sante er vor im in daz lant / bî getriuwer liute hant: / die brâhten ez zer inseln hin, / dâ man in wolte senden in RvEBarl 5118. 5141; vnd vnserr erben daran pfleger vnd treger sin in getriwer hant UrkWürzb 40,159 (a. 1337)    4 häufig im Vollkommenheitskontext ritterlich-höfischer Beschreibungen: darnach solt ir einen getruwen ritter súchen der beide, zu den wapen gut sy und auch getruwes herczen sy Lanc 246,1. 9,11; Parz 99,7; ein kleinez vogellîn, / tandaradei, / daz mac wol getriuwe [verschwiegen] sîn Walth 40,18. – in Verbindung mit metonymischen Bezeichnungen für eine Person: dô ranc mit solhem jâmer ir getriuwer lîp NibB 1066,2; Artûs vil getriwer munt / verkôs die schulde sâ zestunt Parz 220,23; getruͥen herzen, nu entwachet! MarlbRh 22,32. – mit abstrakten Bezugsgrößen: durch die getriwe minne / dier gein sînem wirte truoc Parz 486,14; nieman konde sî von lüge gesprochen hân, / ern hete als ich getriuwen muot MF:Reinm 25: 4,7; NibB 1402,1; er hatt auch wenig getruwer hilff in dem lande Lanc 70,16. 628,13. – in Verbindung mit anderen positiven Eigenschaften, insbesondere des höfischen Wertekanons (z.T. synonymisch verstärkend): ander tugent sie hete, / sie was getruwe vnde stete Herb 2946; er muose sîn getriuwe, / hübsch unde wol gemuot UvZLanz 244; Rol 9038; diu kint der schœnen Uoten die heten einen man [Rumolt] , / küene und getriuwe NibB 1517,2; der gûte bischof Albrecht. / der was getrûwe [rechtschaffen] und recht LivlChr 810. – in der Verbindung ~ unde wârhaft sowie im Gegensatz zu valsch: swenn uns der tifel [...] verlaiten welle, so suͤln wir im widersten, wesen getrew und warhaft, so fliuhet der tifel PrOberalt 42,15; SAlex 3806; si was geborn von hôher art. / getriuwer wîp niene wart / geborn noch sô valschlôs Wig 8272. 1145; si sprechent, si sint getrúwe, und si sint doch vor minen oͮgen valsch Mechth 5: 34,17; der solt ûz sîner milte des geruochen, / daz er die gar getriuwen ûz den valschen hieze suochen Walth 30,21    5 bezogen auf Verwandtschafts-, Liebes- oder Ehebeziehungen: ime [Jakob] waren michele sorge / daheime uirborgen / er unde ^$*ęsau / ne waren ein ander niht getrͦiv VMos 27,28; so nist niht getriwe diu frouwe der diuwe / noch der man dem wibe, si leident al mit nide AvaA 6,1; diu getriuwe cumpanîe [Tristan und Isolde] / bihanden si sich viengen, / ûf den hof si giengen Tr 16628; des wundert sich Phariens allermeist das sin wip sinem nefen so getruw was in großer not, das sie sich bot in den dot vor yn Lanc 83,27; Iw 2707; iedoch geschiht daz oft, daz diu üppigen hüendl vliehent auz den getrewen flügeln der muoter BdN 193,8. – bezogen auf eine Person in einer solchen Beziehung: diu wîpheit muoz sîn getriu: / dâ von êret frouwen lîp / daz [Nom.] swâ [wenn] man si nennet wîplîch wîp KLD:UvL 54: 5,5; für wâr mir iwer arbeit / füeget sölich herzeleit, / diu enpfâhen sol getriwez wîp / umb ir lieben friundes lîp Parz 611,29; weinende sprach er aber zir: / ‘getriuwe, sæligez wîp!’ / hie mite twanc ers an sînen lîp Tr 14477    6 in religiöser Sprache    6.1 bezogen auf den Gläubigen: er irwelte einin âhtare der cristenheit unde machoti in zeinim getriwem christen Spec 85,30; der getriͤwe sant Sebastian Konr 6,46; sît getriwe ân allez wenken, / sît got selbe ein triuwe ist Parz 462,18; der ist ein getriuwer dienære, der an allen sînen werken niht engesuochet wan gotes êre aleine Eckh 2:613,2; Parad 112,11    6.2 bezogen auf Gott oder Gottes Sohn; häufig in formelhaftem Gebrauch zusammen mit guot, minnend, gerëht: got der is getruwe, / er ist gnedic vnde gvt Glaub 2581; minsame Jhesu, getruͥe leidere / aller warheit geware lerere MarlbRh 133,13; daz der getriuwe minnende got den menschen hât brâht ûz einem sündigen lebene Eckh 5: 232,6; Mechth 2:18,5; Seuse 506,18

MWB 2 637,47; Bearbeiterin: Czajkowski

getriuwe stF. ‘Vertrauen’ alle des gedingen getriuwe [interl. zu totam spei confidentiam ] PsWindb 145,Oratio

MWB 2 640,8; Bearbeiterin: Czajkowski

getriuwede Subst. ‘Treue’ (vgl. MlatWB 4,205ff.): fidelia: gitruuida Gl 1:746,7 (BStK949); Gl 1:746,6 (BStK637)

MWB 2 640,11; Bearbeiterin: Czajkowski

getriuwehender stM. auch getruwenhender, getruenhender. ‘Treuhänder, Bevollmächtigter in Rechtsangelegenheiten’ wollen wir den genanten erben umb behaldunge willen irer guter und erbeteil und auch umb einen guten getruenhender flislichen versehen StRWerth 9; UrkFrankf 2,440 (a. 1336); des haben wir in vnd irn erben oder getruͤwenhenden [...] zu kauf geben UrkWürzb 41,187 (a. 1345). 41,421 (a. 1350); wir [...] han gesatz [testamentlich festgehalten] vns selgerede [...] in geinwortekeid vnser getruwehender UrkArnsb 459 (a. 1346); UrkWetzl 1,681 (a. 1350)

MWB 2 640,14; Bearbeiterin: Czajkowski

getriuwelich, getrûwelich Adj., Adv. auch getrû-, getriu-, getreu-, getroͮlich; adv. auch -lîchen. ‘treu, zuverlässig, vertrauensvoll, beständig’ 1 attr.
2 präd.
3 adv.
4 in Paarformeln
4.1 ~ unde wol
4.2 ~ (unde) âne spot
4.3 mit Synonymen
   1 attr.: ir engehôrtent nie mê / so getriuwelîchez scheiden / als dâ von in beiden [Lanzelet und Walwein] UvZLanz 3513; dô sach man jâmer unde leit: / diu getriuwelîche sicherheit [die Freundschaft zwischer der Mutter Isolde, der Tochter Isolde und Brangäne] / schiet sich mit manegem leide Tr 11514. 5111; swer nach deme leite sterne stet / mit getruwelicher andacht, / dem wirt daz ewige liecht bracht HeslApk 4263; vm seinen getrevlichen dienst UrkCorp (WMU) 1676,1; Wig 11189. – in Verbindung mit minne(n), liebe, ger: der kunich [...] / und diu kuniginne, / die getrouwelîche minne / zû zir sune trûgen En 8128; Athis A 36; aldâ wart undr in beiden / ein vil getriulîchiu ger: / sie sach dar, und er sach her Parz 29,7; RvEBarl 16068; RvEWh 9658; Artûs und Gramoflanz / mit getriulîcher liebe ganz / enpfiengen disen heiden Parz 765,22. – ‘unverfälscht, rein’ abir Marîa nam ein pfunt salbin tuͦres getrûwelîchen nardi [Pflanzenbalsam; lat. nardi pistici ] und salbite di fuͦze Jhêsû EvBeh Io 12,3    2 präd.: durch getruwen dinst vnser getruwen burgere der stat zvm Elbinge, in dem si sich vns vnd vnsem huse getrulich han bewiset UrkCorp (WMU) 975,13    3 adv.: wie mac daz komen, / nû dient er gar getriulîch? EnikWchr 14157; sô lânt iuch kint wîb unde guot / getriuwelîche erbarmen, / und lœsent mich vil armen / ûz marterlicher nœte KvWSchwanr 1513; so sol ich minem vrúnde getrúwelich [in aller Freundschaft] schult geben Mechth 5: 22,13. 2:26,52; geschant muß sie sin die du so getruwlich minnest, sie ist es werlich nit wert! Lanc 573,33. 184,8. 462,24; Spec 130,29; Eckh 5:273,8. – ‘ernst, mit Nachdruck’ sælich sit ir geborn, ob ir in [Gott] nv so getriwelichen zvͦ iv geladet, daz er des gervͦchet, daz er sih iv genahet Spec 18,14; hier umbe bat der diener got getrúwlich [inständig] úber dich, moͤhti es sin wille sin, daz er dir denne gesuntheit gebi Seuse 109,8    4 in Paarformeln    4.1 ~ unde wol: genâde hêrre, sprach Îsôt, / ir redet getriulîche unde wol Tr 14067; du hast gar vergeßen der die dir ye getrúlichen und wol dienden, das sie vertriben sint und hant verlorn ir lant und ir ere und ir leben in dim dinst Lanc 47,29; MF:Reinm 57:4,4; RvEWchr 17083    4.2 ~ (unde) âne spot: Gedeon bat aber got / getruwelich ane spot / das er im aber sante / bischaft RvEWchr 18401; nu do si volgten im also / das si leisten sin gebot / getrúliche und ane spot, / als úns dú schrift bewisit hat ebd. 19429. 5622 u.ö.    4.3 mit Synonymen: dat alle dise dink getruweliche inde stedenkelihe werden volbraht inde gehalden UrkCorp (WMU) 9,19

MWB 2 640,26; Bearbeiterin: Czajkowski

getriuwen, getrûwen swV. auch getrouwen, getrauen, getrewen, häufig verstärkt durch (vil) wol, baʒ. 1 ‘glauben, vertrauen’
1.1 mit Gen.d.S.
1.2 mit Dat.d.P.
1.2.1 in gradueller Abstufung oder vergleichender Angabe
1.2.2 mit Dat.d.P. und Akk.d.S. (oder Obj.-Satz)
1.2.3 mit Dat.d.P. und Gen.d.S. (z.T. mit explizierendem Nebensatz) ‘jmdm. im Hinblick auf etw. vertrauen’
1.3 mit Dat.d.S. ‘auf etw. vertrauen, sich auf etw. verlassen’
1.4 mit Akk.d.S. oder Obj.-Satz
1.5 mit Präp. ‘auf etw./jmdn. vertrauen, sich auf etw./  jmdn. verlassen’
1.6 mit Inf.
2 ‘jmdm. etw. anvertrauen’ , mit Dat.d.P. und Gen.d.S.
   1 ‘glauben, vertrauen’ ir brûdere, wolt ir mir gemach / tûn, als ich getrûwen, / und lôsen mich von rûwen LivlChr 4365; vnser heil nv naher si, denne wir selbe mohten getruwen Spec 18,25; swer ie getrûte, der genas Pyramus 139. – subst.: die pegird gepirt gerechtigkait. gerechtigkait gepirt getrauen; getrauen gepirt milltigkait HvHürnh 6,13; lasse si geniessen ire guͦten globen, ire herzklichen getrúwens Seuse 100,26; Tauler 82,27    1.1 mit Gen.d.S.: wer möhte des getrouwen? Kudr 51,3. 1285,4; des wil ich wol getrouwen, / wirt ez rehte erbouwen, / ez sal ein gût lant sîn En 8487. – und mit explizierendem Nebensatz: ich wil des baz getrûwen, daz si alle ligen tôt NibB 2126,4    1.2 mit Dat.d.P.: mîn herr getrouwet mir sô wol, / daz ich an im niht brechen sol EnikWchr 5243; ir habt mir mangel vor gezilt / [...] / daz ich iu niht getrûwen mac Parz 292,11. taͤtent ir dez nicht, so wizzent sicherlichen, daz ir wider uns taͤtent und uns ûberfuͤrent, dez [deshalb] wir iuch nicht getrewen UrkFriedb 118 (a. 1332); Ägidius 83; En 6968; PrMd (J) 348,18; SpdtL 130,21. der getoufte wol getrûwet gote Parz 741,26. 461,29; ich [...] wil dir, suoze vater, wol getruwen TannhBu 24. – in Verbindung mit gelouben u.ä.: des getrûwet unde geloubet mir! Tr 14475; aller sæligen mennesscen, die ane got geloͮbent unde ime getruwent Spec 109,25; Konr 14,51. – mit übele ‘misstrauen’ ich [Jakob] vorhte dû [Laban] nâmes si [meine Frauen] mir, ubele getrûwe ich dir / von diu daz dû mich dikche ê des ungetriulîchen beswiche Gen 1454; ir ensolt mir nicht ubel getruwen, ir wißent selb wol das ich nye verretern holt wart Lanc 92,17    1.2.1 in gradueller Abstufung oder vergleichender Angabe: ich getrouwe dir wol vil verre. / nu hilf mir, got der guote, / uz der starchen note Hochz 1031; vil lieber herre mîn, / weist dû, daz dîn vater mir / getriuwet vürbaz gegen dir / dan allen den, die bî dir sint? RvEBarl 7082; si bûweten gern in ire lante, / wolten in sam in selben getrûwen Gen 1633; Rol 3713; SM:St 5:2,5. nu dâhter des, wie Parzivâl / wîben baz getrûwt dan gote Parz 370,19; daz er dem richtum baz getrauet denn dem almæchtigen got PrOberalt 159,26    1.2.2 mit Dat.d.P. und Akk.d.S. (oder Obj.-Satz): si hât mich sô getrœstet ie, / ich getrûwe ir wol daz si mir tuot / dâ von sich hœhert baz mîn muot Parz 722,27; enzwîvel an uns niht, / getrou uns daz dir wol geschiht LvRegSyon 1166; Wahrh 161; SM:St 13:3,9    1.2.3 mit Dat.d.P. und Gen.d.S. (z.T. mit explizierendem Nebensatz) ‘jmdm. im Hinblick auf etw. vertrauen’ der des gote niht getrûwete, daz ist alzemâle billich, daz er lîden und leit habe Eckh 5: 48,2; des scule wir gote getruen, / der unsich erloste dannen HimmlJer 469; Rol 198; Parz 430,9. – ‘jmdm. etw. zutrauen’ wirdit der kaiser ubeles muͦtis, / ich ne getruwe ime ne haines guͦtes Rol 3786; got weiz, hêre Drances, / ich getrouwete û wol des, / daz ir ungerne sterbet En 8636. 12874; Konr 2 W1,176; SüklV 209; StatDtOrd 90,9    1.3 mit Dat.d.S. ‘auf etw. vertrauen, sich auf etw. verlassen’ du soltt nimner getrauen den wercken noch den diensten der weiber HvHürnh 24,1; iedoch bedarf man der red niht vil getrawen BdN 466,16; Walth 74,9; MF:Reinm 21:2,6    1.4 mit Akk.d.S. oder Obj.-Satz: des tubelis lugene / begunder baz getruwen Glaub 835. 1286; swer disiu vier stücke an im hât, der mac in der wârheit getrûwen, daz er daz wort gotes gehœret [...] habe Eckh 2:431,10; vnde liez den kuninc schowen, / ob her mochte getruwen, / ob sie den herren gelích weren TrSilv 232; PassI/II 157,67. – ‘sich (etw.) vorstellen’ di ir spieze sint gar zeprochen, / di schilte sint ab in gestochen, / ir helme sint gar zehoͮwen. / ich nemac nicht getruwen / daz si andem wal gebaiten Rol 5664. – ‘in eine Sache vertrauen, sich auf etw. verlassen’ ir schult wole getruwen / daz û der himilische wirt, / [...], / lone nach uwereme dinge / mit einem phenninge: / daz ist daz himilriche Rol 982    1.5 mit Präp. ‘auf etw./jmdn. vertrauen, sich auf etw./  jmdn. verlassen’ ane: bereit ist herce sin ze getruwen an got PsM 111,7; darumbe gedenket ein bœs wiht: / gib süezze rede, sô getriuwet man an dir niht, / daz dû ein valschez herze habist SM:JvR 1: 17,5; Überschall(Pf) 117,7. in: in dem herren ih getruwe PsM 10,2; subst.: stant vast in gotte und heint reht ein gantzes getruwen in got Seuse 426,24. von: [der Mönch gehorche] von der minne gitriwende von der hilfe gotis [ ex caritate, confidens de adiutorio Dei ] BrZw 68. zuo: das han ich wol verstanden und getruw zu got das ichs wol werben sol Lanc 400,19; unde woldit ir mir dar zu getruwen, / ich geriete iu eine list, / daz iz in uil churzer urist / naeme boese ende Rol 1883. 3122; subst.: dan ich noch groß hoffen zu uch han / und zu uch einen gantzen getruwen han Pilgerf 4765; Eckh 5:203,10    1.6 mit Inf.: daz dû mir guot wellest sîn, / sô getrûwe ich wol genesen Eracl 3345; mit irre helfe getrûweten si zu gesigene Überschall(Pf) 137,33; UrkCorp (WMU) 296,24; RvEBarl 14225    2 ‘jmdm. etw. anvertrauen’, mit Dat.d.P. und Gen.d.S.: mich dunkt, du sist ze tump dar zuo. / ich getriuw dir nicht der biren wol, / eim andern ichs bevelhen sol Boner 98,29; wes die stat uch dart getruwen, / dat solde ich node an uch schuwen HagenChr(G) 2957. sô hât mîn armuot ende. / ich getrûw des iwerr hende, / si hœhe mich mit rîcheit Parz 560,8; ich getrûw des sîner hende, / si nemez unvergolten ebd. 361,12 (s.a. getriuwehender )

MWB 2 641,18; Bearbeiterin: Czajkowski

getriuwenisse stN. ‘Vertrauen’ durch besunder trewe und getrawnuͤsse, die wir zuͦ der stat und auch den purgern ze Frankenfurt [...] haben UrkFrankf 2,260 (a. 1329); UrkAugsbBt 1,534 (a. 1329)

MWB 2 643,4; Bearbeiterin: Czajkowski

getriuwewirdic Adj. ‘vertrauenswürdig’ (vgl. getriuwe ): Nickel von Ronow, Nickel von der Ribnicz, [...] vnde anderr getruwirdeger lute vil UrkSchles(B) 28,45 (a. 1347)

MWB 2 643,9; Bearbeiterin: Czajkowski

getriuwicheit stF. ‘Vertrauenswürdigkeit, Verlässlichkeit’ di getruwe mildekeit unde di milde getruwekeit des ediln furstin, lantgravin Lodewigis Köditz 49,28; es enist keins [kein Handwerk] das bose sij / wann getruwekeit da bij sij Pilgerf 6553

MWB 2 643,13; Bearbeiterin: Czajkowski

getriuwiclîche Adv. auch getrueclichen. ‘zuverlässig, vertrauenswürdig’ zer lieben stunde, / dô munt engegen munde / getriuweclîche strebete KvWEngelh 3143; dô lebte in Burgundrîche / vil getriuweclîche / ein herre von gebürte frî ebd. 222; so hant sie [...] disen brief ain anderen gegeben getrueclichen besigeleten mit ir jnsigelen UrkCorp (WMU) 1656A,36. 2752,33

MWB 2 643,18; Bearbeiterin: Czajkowski

getriuwunge, getrûwunge stF. auch getruunge, getrauunge, getrouwunge. 1 ‘Vertrauen, Glaube, Zuversicht’ (vgl. getriuwen )
2 ‘Fürsorge’
   1 ‘Vertrauen, Glaube, Zuversicht’ (vgl. getriuwen ): dâ hât er wol bewîset an allen menschen, daz disiu getriuwunge kumet von minne, wan minne enhât niht aleine getriuwen, sunder si hât ein wâr wizzen und ein unzwîvellîche sicherheit Eckh 5: 239,7; si enzwîfelten fürbaz niht mêr, [...] sunder siu rettôn von einer ganzer getrouwunge unde vrâgtôn âne allen zwîfel, wâ er wêre der dâ geborn wêre künig der juden PrHermet 344; ach, koͤnde der mensche disen enker [Anker, bildl. für Gottvertrauen] getreffen in einer rechten wise an sime lesten ende, das er in einer goͤtlichen hoffenunge und getrúwunge stúrbe Tauler 325,13. 415,27; vnd zvhant ist Ihesus geret zv in sprechend. habet getrawvnge EvAug 34,8; EvBeh Mt 14,27. – mit Präp.: dô haten si grôze getrûwunge zu sancte Elsebêten HvFritzlHl 245,32; si sach weinende in den himel, wen ir herze hatte getruunge zu deme herren Cranc Dan 13,35; we ir abtrunegen sone, spricht der herre, [...] dir ir habet getruunge an deme schaten Egypti ebd. Jes 30,2    2 ‘Fürsorge’ etwenne ret der geist mit gotte in an rvͤffende vnd bittende als ein vatter vnd siner vetterlichen getrúwunge fúr legende dv́ begirde kintlicher notdúrft sprechende RvBib 39,13

MWB 2 643,26; Bearbeiterin: Czajkowski

getroc stN. ‘Täuschung, Trugbild’, z.T. gegenständlich als ‘Götzenbild’ si [ diu vrouwe mîne ] ist mir in dem slâfe nâhen. / solde ich sî mit armen umbevâhen / und daz minneclîch geschehe, / daz ist allez ein getroc, / daz mich in dem slâfe triuget / und mir in dem lieben wâne liuget Neidh WL 36:2,7; diu vil unrainen getroch, / diu unser vater hânt gemachot. / swer diu in daz fiur wirfet / unt in dar ûz niene hilfet, / si muozen ze pulvere brinnen Kchr 8160. 10772; sô diu sêle ûz vert, / sô lît er [der Körper] sîner kraft behert / rehte alsam ein fûler stoc / und schiuht man in als ein getroc [Glr.z.St.: Gespenst] LvRegFr 188. – ‘Blendwerk, Teufelswerk’ nu sehet ir wie di haiden / petent an des tiueles getruͦc Rol 4693; Apollo hiez der selbe stoc / und was des tiuvels getroc StrKarl 5696; „war umbe slehest du mich ze dem dritten mâle?” Balaam antwurte dô: „hâst du mîn gespötte? wolte got, het ich ein swert, daz ich dich erslüege!” daz het Balaam für ein getroc, unde het ez dâ für daz der tievel ûz dem esel spræche BuchdKg 36,7; si sâhin en [Jesus] ûf dem mere wandernde und sint betrûbit und sprâchin: ‘wan iz ist ein getrok [ fantasma ] ’ und scrîeten vor vorchten EvBeh Mt 14,26; wol ir Rômære, / rechennet iweren scepfære, / lât disiu bôsiu getroc, / petet an ainen wâren got Kchr 1878. 2404; dar uber [Rettung der Juden aus Ägypten] guzzet ir bôsiu getroc [das goldene Kalb] / und bettet an diu abgot ebd. 8634; got [...] gab iv al des iv durft was, / daz iv nichtes ne gebrast. / dar ubir guzzit ir die getroc / vnde bettet an die abgot TrSilv 793. âne ~ : ‘wahrhaft’ der [ wâpenroc ] was tiure ân al getroc: / rubbîne, calcidône, / wârn dâ ze swachem lône Parz 735,20; tiwer ân aller slaht getroc ebd. 333,5

MWB 2 643,52; Bearbeiterin: Czajkowski