gevlitter
stN.
‘unterdrücktes Gelächter, Gekicher’
nû wold er [der Ritter Swantepolk] zu vroidin / ein
getûsche machin, / des man mochte lachin. [...] nû wart dâ
ein gevlittir / von den herrin unde ein pfnust [Prusten]
NvJer
7884
MWB 2 671,29; Bearbeiter: Graën
gevlîʒ
Adj.
‘eifrig, fleißig’
sollicitus: geflisse, vnmuͤssig EvAlem
67(L 10,41)
MWB 2 671,34; Bearbeiter: Graën
gevlügele
stN.
Koll. zu
vlügel
.
‘Vogel’
her Frouwenlop, ir füert ein stolz geflügel mite, / sô hân ich einen habech,
der weiz ir aller site, / in wîter luft, ûf wâge, in heide er sie versnite
Kolm (B)
62,1
(^1Regb/1/513)
MWB 2 671,36; Bearbeiter: Graën
gevlühtic
Adj.
‘flüchtig’
meyne feyndt hast du mir gefluͤhtig gemacht czu rucke
[
inimicos meos dedisti mihi dorsum Ps
17,41]
PsMb
30(Glossar)
MWB 2 671,41; Bearbeiter: Graën
gevluote
stN.
Koll. zu
vluot
. ‘Flut’, hier übertr. ‘Schar’
ir slangen! der natern geflude! / wer wenent ir, daz uch behude
EvStPaul
1133
MWB 2 671,44; Bearbeiter: Graën
gevogele
stN.
→
gevügele
MWB 2 671,47;
gevogelze
stN.
Koll. zu
vogel
. ‘Vögel’
div gevogelze gevideret [interl. zu volatilia
pennata
]
PsTr
77,31;
ich [...] beneime Heintze oder Kuntzen
[...] in landrechte vnd teylen das wypp eyn wittwe und
kynde weysen und syn gudt den rechten erben [...], den hals
dem lande, den lyp dem gefogeltz [ich entziehe ihm sein
lantreht und mache aus seiner Frau eine Witwe und aus seinen
Kindern Waisen, gebe seine Habe den rechtmäßigen Erben
[...] seinen Hals dem Land (er wird erhängt) und
seinen Körper den (Aas)Vögeln (zum Fraß)]
WeistGr
4,575
(a. 1324)
MWB 2 671,48; Bearbeiter: Graën
gevoich
M.
→
gevuoc
MWB 2 671,59;
gevolcnisse
stFN.
‘Zustimmung’
aen die regt geeruen [ohne die rehtmäßigen Erben]
ind ir geuolkenisse UrkNiederrh
3,132
(a. 1317)
MWB 2 671,60; Bearbeiter: Graën
gevolcsam
Adj.
‘zustimmend, folgsam’
consentaneus: gefolcsamer SummHeinr
2:243,01.77
MWB 2 671,63; Bearbeiter: Graën
gevolgede
stF.
‘Gehorsam, Folgeleistung’
ích hábe leidir virbrôchen ioh firsûmit alliu diniu
gibót ioh dîna êwa in sunthafton wíllôn, gilústen,
gigiridôn, giwizzidôn, givolgidôn, givrumidôn, [...],
gidánchen, wôrten ioh wêrchan BambGlB
142,22
MWB 2 672,1; Bearbeiter: Graën
gevolgelîche
Adv.
‘folgerichtig’
so heltet sich die
almehtikeit [Christi] gevolglichen
[
consequenter se habet
] zuo der
gotlichen wesunge ThvASu
84,32
MWB 2 672,6; Bearbeiter: Graën
gevolgic
Adj.
‘folgsam, gehorsam, ergeben’
so man dich guͦte sitten leret, so soltu gevolgig sin
Mechth
6: 12,9;
do er [Gott] denne vindet eine
guͦte gevolgige nature, darnoch richtet er sin werg Tauler
309,16;
Herb
7980;
EvBerl
132,31.
– mit Gen.:
Joab uf der selben vart / gevolgig des geteilten wart / das
im geteilt was alda RvEWchr
27130;
RvEAlex
1420;
des sol man bedesite gevolgig sin UrkCorp (WMU)
225,4;
WvRh
1867.
– mit Dat.:
dô rieten si ime alle, / daz er wêre dem gote / gevolgich ze
sînem gebote SAlex
3019;
und swie du niht gevolgec bist / ünserm râte an dirre frist, / sô wizzest, daz
der fluoch dich slât, / der in der ê geschriben stât WvRh
2009;
Tr
6954;
Widersp
14
MWB 2 672,10; Bearbeiter: Graën
gevolgunge
stF.
‘Zustimmung’
die entliche sentencie von den wirklichen dingen, daz ist die
gevolgunge [
consensus
] in die getat
ThvASu
148,30
u.ö.;
mit dem willen und mit der gevolgunge unsirs conventen UrkCorp
N268,18.
N776,31
MWB 2 672,25; Bearbeiter: Graën
gevöllic
Adj.
‘vollständig’
in wúrklicher gefoͤlliger an
schoͮwelicher wise Tauler
277,11;
in einer gevoͤllicher minne ebd.
166,10.
116,8
MWB 2 672,30; Bearbeiter: Graën
gevöllîchen
Adv.
‘vollständig’
wie guͦt und wie guͦt es iemer mag sin oder
schinen, das si bildelos, formenlos, wiselos, es si vernúnftig oder
gevoͤllichen gebruchlich [teilhabend] : alles do der
mensche uf rastet mit lust und das besitzt, das wirt alles wurmstichig
Tauler
203,30
MWB 2 672,33; Bearbeiter: Graën
gevölliclich
Adj.
‘vollständig’
das ist wol múgelich daz ein edel luter verklert
mensche, daz in die súnden me ansehent sú bas bekennet und sich in
ime erbildent in gevoͤllicher [La.
gevoͤlleclicher
] und bewegenlicher wisen
Tauler
116,8
MWB 2 672,39; Bearbeiter: Graën
gevorht
Part.-Adj.
‘ehrfürchtig’ (hier adv. gebraucht):
iz wellen die reht, daz in [Gott]
sol / gevorht der mensche êren, / wil er hie sîn sâlde mêren Kreuzf
1131
MWB 2 672,44; Bearbeiter: Graën
gevorhûs
stN.
‘Gerichtshaus, Prätorium’
vz ging er [Pilatus] zu der iuden schar / fur daz
gefurhuse aber dar EvStPaul
14237
MWB 2 672,48; Bearbeiter: Graën
gevorstet
Part.-Adj.
‘unter Forstrecht stehend’
daz min herre hat sibenzehen gevorste holzer vmme daz huͤs zv Masbach
ligende unde stende UrkCorp (WMU)
3318,5
MWB 2 672,51; Bearbeiter: Graën
gevræʒe
stN.
Koll. zu
vrâʒ
.
1
‘Fressen, Völlerei’
2
‘Fraßopfer’
1
‘Fressen, Völlerei’
[Gottes Widersacher] vlizint sich deste mere / ir vrowede
mit gefræze LAntichr
591;
geslende [Schlemmerei] vnt gevræzze, / huͦr
vnt vnræiniv wort / sint aller iwer tugende hort Warnung
282;
der tempel was vol geleit / gevrezes unde unkuscheit Macc
8590.
– übertr. ‘Gier’
so ist din lieb zer gangen / nu werdestü erhangen / du güdel
[maßloser Verschwender] das du din gefräsz / gen
wibes minn ne gemäsz MinneR 418
147
2
‘Fraßopfer’
myne schof [Schafe] sin zustroyt
deshalbin, das keyn hyrte was, und sy wurdin zu gevreze allin tyrin des gevildis
[
oves meae [...] sunt in
devorationem omnium bestiarum agri
]
Cranc
Ez 34,5
MWB 2 672,55; Bearbeiter: Graën
gevreiden
swV.
‘prahlen, angeben’
[des Lügners] swert nie vînt versneit / unt doch mit rede
vor liuten vil gevreidet RvZw
155,12
MWB 2 673,5; Bearbeiter: Graën
gevrenne
stN.
‘Gebüsch, Dickicht’
sî muosen durchz gevrenne sît / houwen eine gazze wît Virg
860,1;
ich barc mich hindrein gevrenne grôz ebd.
834,12.
859,4
MWB 2 673,8; Bearbeiter: Graën
gevrîen
swV.
→
1vrîen
‘
vrî machen’;
→
2vrîen
‘freien’
MWB 2 673,12;
gevrier
stN.
→
gevrüere
MWB 2 673,13; |