gevrist
stM.
‘Aufschub’
des gefristes half ir got Flore (S)
1730
MWB 2 673,14; Bearbeiter: Graën
gevriunde
stM. (Pl.)
Übergang zum adj. Gebrauch; nicht immer klar abzutrennen von
gevriunt
Adj.
‘Freunde’
daz vil leide scheiden / von ir gevriunden beiden / daz gieng
ir [...] alsô gar ze herzen Tr
16666;
SM:Go
2a: 6,5;
alda solt ir zwen gefrúnde werden
Lanc
455,7;
und an dem selben tage Pylatus und Herodes wurden gefriunde, wan da vor waren
si alles gevint gen ein ander EvPass
237,3;
EvStPaul
10358;
HagenChr (G)
6286;
Kudr
1620,2
MWB 2 673,16; Bearbeiter: Graën
gevriunden
swV.
‘(sich) in Freundschaft verbinden’
alse eteswenne mir der lîp / durch sîne boese unstaete râtet,
daz ich var / und mir gevriunde ein ander wîp, / sô wil iedoch daz herze niender wan
dar MF:Reinm
10: 2,3;
mohte ich mich mit rede zuo ir gevründen MF:
Mor
11a: 1,7.
11b: 1,7;
vruntlich wibes minne / gefrundent mannes sinne / wiplicher
minne RvEWh
3966;
du [Priester] marner
[übertr.: Seemann] des gelouben
[...] got vater uns gefründe Mügeln
321,11.
173,10;
[Gabriel] dem menschen vorkundete / daz sich got zu im
gevrundete HeslApk
13022
u.ö.;
Seuse
409,20
MWB 2 673,26; Bearbeiter: Graën
gevriunt
Adj.
1
‘jmdm. freundlich (gesinnt)’
2
‘Freunde (und Verwandte) habend, angesehen’ , oft mit wol
1
‘jmdm. freundlich (gesinnt)’
Esau und Jacob der riche wrden geuriunt GenM
72,17;
des küneges [...] oberster truhsæze
[...] was geheizen Marjodô: / der selbe was Tristande
dô / gevriunt unde geminne Tr
13467;
vnder ein ander sie ez triben, / daz sie gefrunt alle bliben
Herb
18117;
Iw
7057;
Lanc
339,29.
422,29;
des selbyn tages wurden sy gefrunt Herodes unde Pylatus, wen
vor waren sy vynde undir eyn andir EvBerl
63,26;
SHort
9380;
Krone
10312;
Ottok
56317.
63070;
EnikWchr
A II,1500
2
‘Freunde (und Verwandte) habend, angesehen’, oft mit wol:
ich bin gevriunt unde geman [mit Freunden und
Männern versehen] , / sô wert und sô genæme Tr
9190;
Greg
1310;
gefriunde lute StRAugsb
81,26;
er ist ein wol gefriunder man, [...] der under
zwênzic mâgen einen guoten friunt getriuwen hât Walth
38,10;
KLD:RdF
3:3,1;
SM:Go
1: 3,2;
ein wîser man, / wol gefriunt, rîch und edel
Ottok
59065;
Lanc
520,19.
520,20;
Häslein
326;
zwo gar schœne edele wol gefrúnde jungfrowen MerswKn
80;
du bist da in dem vatterlande als wol gefrúnt, daz
der vroͤmdest der unmezigen zal minnet dich minneklicher und
getrúwlicher, denne kein vater oder kein muͦter ir einiges herzklichs
kint ie gemint Seuse
241,13
MWB 2 673,38; Bearbeiter: Graën
gevrœnede
stF.
‘Beschlagnahme’
vnd ist, daz er [
der schultheize
] nût
envindet jme hus, daz hûs sol er vroͤnin, vnd sol sehs wochîn in
gevroͤnde ligin UrkCorp (WMU)
248B,24;
UrkFreiburg (Sch)
174
(a. 1303).
175
(a. 1303)
MWB 2 673,63; Bearbeiter: Graën
gevrœrede
stF.
‘Frost’
[Gott] müeze dich behüeten /
[...] / vor aller nôte manecfalt, / vor hunger und vor
durste, / vor bôsem geluste, / vor hitze unde vor gefrôrde Tobiassegen
25
MWB 2 674,4; Bearbeiter: Graën
gevrüere
stN.
(F.
Teichn
81,14
).
‘Frost’
gelu: gefrúri VocOpt
55.022;
daz ist als ein pitter gefruͤer / in dem summer mitten
chaͤm / und im all sein frucht benaͤm Teichn
155,58.
408,25;
waz ein mensch dem andern sait / in rechter trew, in
taugenhait [Verschwiegenheit] , / daz
aebert [taut] oft und dikch her fuͤr / als daz
velt aus der gefruer, / wann sich rueret die gesellschaft ebd.
81,14
MWB 2 674,8; Bearbeiter: Graën
gevrümede
stF.
‘Betreiben’
efficatia: gefrumide SummHeinr
2:289,01.2;
ich begihe dem almahtigem got, daz ich mich versvntet han mit
hoͮpthaften sunden, mit huͦre, mit uberhuͦre, mit sippim
huͦre, mit vnzitigim huͦre, mit hures gefrvmidi, mit aller slahte
huͦre Spec
4,1;
BambGlB
142,22;
du, de mitten vvillen des fater, mitter gefruͦmede
[Hilfe] des heiligen geistes, mittineme tode erlidiget
hast die kristenheit, lidege mik [...] fon sunden unde fon
allem uͦbele EngelbGeb
26;
der chunich wol sach daz ez mit ir gefrumede was GenM
121,30
MWB 2 674,16; Bearbeiter: Graën
gevruot
Adj.
s.a.
vruot
.
‘eifrig’
mit dem lîbe mîn zûgeselle / was
er [Judas] , doch mit dem mût / scheit er von mir sô
gevrût, / daz er mîn verrêtnis wirbet JvFrst
3082
MWB 2 674,27; Bearbeiter: Graën
gevrüste
stN.
Koll. zu
vrost
. ‘Kälte, Frost(wetter)’
Gyneuer mit ir vrowen saz, / vnd reten vnder in daz, / wa er des nahtes wær
gewesen / vnd wie choum er sei genesen / von dem herten gefruste Krone
5391;
von hitze und von gefrúste SHort
420;
ez kam ein also groz gefruste und ouch von gebreste der spisen, daz sü
[die Belagerer] muͦstent dannan zogen
ClosChr
39,4;
UrkFreiburgGr
12,371
(a. 1322).
13,106
(a. 1332)
MWB 2 674,31; Bearbeiter: Graën
gevüeg-
s.a.
gevuoc
-
MWB 2 674,40;
gevüege
Adj., Adv. , gevuoc
Adj. , gevuoge
Adv.
1
‘passend, angemessen’
1.1 bezogen auf Personen und ihr Verhalten 1.2 bezogen auf Sachen und Abstrakta 1.3 bezogen auf Handlungen 2
‘geschickt, kunstvoll’
3
‘zierlich, anmutig’
1
‘passend, angemessen’
1.1
bezogen auf Personen und ihr Verhalten:
dô sprach der vil gefüege / und der getriuwe jungelinc
KvWHerzm
378;
ungefüeges mannes werben / muoz für wâr gar verderben, /
sô dem gefüegen wirt gelônet hô KLD:UvL
49: 1,7;
MF:Reinm
36b: 3,6;
Tr
13134.
–
swer hüfsch wil sîn unde gevuoc WälGa
153;
si tanzten unde sungen, / si reiten unde sprungen. /
si wârn ân mâzen gefuoc EnikWchr
18013;
it’n wart niͤ engeine creatuͥre /
also schöne, rein ind duͥre, / diͤ darzuͦ als
gevuͤge were MarlbRh
3,19;
Minneb
1618.
– mit präp. Erg.:
mich dûhte an dir gefüege, / daz dû soltest sîn ein
man KvWTroj
16142.
– subst.:
der lôse wille in gar vermeit. / doch wânde der
gefüege, / daz niemen krône trüege, / künec, keiser, keiserîn, / des
messenîe er wolde sîn, / wan eines Parz
13,9.
124,25;
Tr
10365;
do enwolte der gefüege / dem eltern niht entwîchen
UvZLanz
4466
1.2
bezogen auf Sachen und Abstrakta:
gefuͤlte hechede sol man also machen: man neme
gefuͤge hechede vnd schuͤpe die BvgSp
17;
Pelzb
130,22;
daz sie gewalt hant, eine gevvͤge tv̂r ze machende
UrkCorp (WMU)
347,32;
hiemite wart daz wetter gut, / gevuge unde ouch linde Pass III
48,79;
Ebron daz velt die erden truoc, / dâ got nam erden ûz gevuoc
[geeignet] , / dâ von machte her Adâmen
Rumelant (R)
11:1,2;
Maria nate irme kinde Jhesu einen rok mit also
gevoͤger [kunstvollen] nat, wenne im der rok
wurde kurz und enge, das si in moͤhte witern und lengern
Mechth
5: 23,148.
–
[er] was in stæter trahte, / mit wie gevüeger ahte
/ er urloup genæme / und ûz den sorgen kæme Tr
8150;
diu rede und der rât dunket mich / gevüege unde
gevallesam ebd.
15421;
der uns fröide wider bræhte, / diu rehte und gefüege wære Walth
65,2;
laßt du dich nennen kint und wilt nicht heißen wirt? /
der nam wer diner wirde baß gefüge Mügeln
46,6;
wolte aber der clager der buzze niht naemen diu
redelich unde gefuͤge waere, so sol iener fur die ratgaeben gen
StRAugsb
114,24.
– in Verbindung mit wort
‘verbindlich, sicher’
wand ich sach, du begundes arebeiden, / wiͤ du
gevuͤge wort möchts haven, / dat ich üver Seraphin si erhaven
MarlbRh
109,9;
ein gevüegez wort RvEAlex
21599.
– in der Wendung (wol) ~ sîn (z.T. mit
Nebensatz):
so wer it recht, it wer gevuͦch
MarlbRh
44,18;
swer den frumen nîde, / dem geschehe alsam, daz ist
gefüege KvWLd
31,95;
wære daz gevüege, / daz ich zwelf zungen trüege / in
mîn eines munde Tr
4607.
8547.
12475;
daz ist wol gevûge, daz die, die daz nûwe nement,
widergeben daz alde StatDtOrd
39,19.
107,6;
zû den fursten sûchter des rât, /
[...] / ob ez gefûge mohte sîn, / als im enpôt
Salatîn Kreuzf
7793.
–
‘gefügig, sich anpassend’
der gnâde werk ist, daz si die sêle snel machet und gevüege ze allen
götlîchen werken Eckh
2:152,4;
dar zuo wil dû ir den lîp, [...], wider geben
ze der wünneclîchen urstende liehter danne diu sunne,
[...], gevüeger danne der luft DvASchr
385,18
1.3
bezogen auf Handlungen:
den chunich bat Joseph des er in niht uerzech, / daz er uil gefuͦge
sinen uater da heime begruͦbe GenM
115,25;
nû dûhte si gefüege / daz ez Paulus tæte
KvHeimHinv
586;
toren werch und toren lon, / die stent gefuge ein ander
bî StrKD
29,85;
genuoc gevuoge rüeret mich / disiu rede
RvEBarl
6101;
daz tæte er gerner sô er gevüegiste möhte DvASchr
335,18;
das sol si helfen liden vnd tragen, als zimilich vnd gefvͤge ist
UrkCorp (WMU)
1416,21;
als hern Vͦl. Lestin spitals halb vnd Cvͦnr.
[...] der vroͮwin halb
[...] zimlich vnd gefvͦg dvncht ebd.
629,29.
– mit Dat.:
wî wêr mir daz gevûge, / daz ich mich undirslûge NvJer
1161
2
‘geschickt, kunstvoll’
dar nach heizzet ein tier panthere, mit mislicher varwe. / scone ist ez
genuoch, dar zuo listich unde gefuoch MillPhys
10,2;
Vlixes was kleine, / doch was ir [der
Griechen] deheine / also gefuge in allen wis Herb
3023;
ein schilt der wart ouch dar besant; / an dem hæt ein
gevüegiu hant / gewendet allen ir vlîz Tr
6606;
gefüeges mannes dœnen Walth
104,2;
er was gefüege der in sneit Bit
9842;
EnikFb
3339;
MinneR 36
91.
– mit Präp.:
du wêre vil milde, / gevôge zô
[mit] dînem schilde, / getrûwe unde wârhaft, /
hubisch unde êrhaft SAlex
3805;
zv dem gelubede stete, / zv rechter gebe milde, / gefuge zv
dem schilde Herb
148.
–
Gâwân des künec Lôtes kint / schreib gefuoge mit der hant
Parz
625,15;
er engap ir niht ze cleine, / der sî geschuof schœne unde reine. /
der diu zwei zesemme slôz, / wie gevuoge er kunde sliezen! Walth
45,24;
sinen site vil lobebere / solder in ane bringen: / den
schaft schiezen unde springen, / gevuge behurdiren mit deme schilde
GrRud
#g+g#g-b 18;
er schein starck und kúne und wolgefúge
an redenne und an antwurt Lanc
376,35
3
‘zierlich, anmutig’
si spranch alse ein spilwip, vil gevuoge was ir lip
AvaJo
20,7;
mit cleinin golt spangin / geuvogin, nicht zuͦ langin
Athis
D 166;
vnder dem mandel / da was si svnder wandel, / ze den prüsten gevüege
Krone
8215.
–
‘klein, gering’
wenne manz [das Zelt] zesamene
vielt, / sô wart ez sô gefüege, / daz ez lîhte trüege / ein juncvrowe in ir
handen UvZLanz
4899;
Parz
826,17;
daz ist ein sô gevüeger schade, / den ich vür al die welt
gerne lîde MF:Reinm
1: 1,8;
wil ieman râten, waz daz sî? / êst lîhter danne ein loup unt ist noch
swærer danne ein blî, / êst grœzer danne ein berc, gevüeger danne ein
cleinez muggelîn RvZw
220,3;
swie mîn nôt gevüeger waere, / sô gewunne ich liep nâch leide / unde
vröide manicvalde, / wan ich weiz vil liebiu maere MF:Veld
3:2,1;
die des êrsten her randen, / der was doch
gefuoc [wenig] ; / ir wart aber genuoc, / ir kom ie
mêre unde mêre Ottok
25470;
sy benam im gor das lachen / und begund im das essen /
vil gefuege [knapp] messen HvBurg
4686
MWB 2 674,41; Bearbeiter: Diehl
gevüege
stN.
‘Gefüge, Verbindung’
dáz gecnúpfe [La.
gefûoge (iuncturas femorum)] dînero
dîeho Will
112,1
MWB 2 676,31; Bearbeiter: Diehl
gevüegede
stF.
‘Gefüge, Verbindung’
dáz gecnúpfe [La. dîe
gefûogede (iuncturas femorum)] dînero dîeho
Will
112,1
MWB 2 676,34; Bearbeiter: Diehl
gevüegelich
Adv.
‘passend, geschickt’
er ist an dem tanze ein rehter treibel: / gefüeglîch er zispet,
/ mit dem fuozze erz walket unde rîbet SM:Go
2: 3,5;
sîner rede er began / gar gevüegelich alsus UvEtzWh
2615;
daz dete er, so er aller gefuͤgelichste mohte PrBerth (K)
111
MWB 2 676,37; Bearbeiter: Diehl
gevüegetheit
stF.
‘Geschaffenheit, Beschaffenheit’ (vgl.
gevuocheit
):
die ere ist sübenfaltig. [...] die fünfte ist die
gesuntheit [Verschreibung?, vgl. die Deutung der folgenden
Liste] . [...] die füfte [l.
fünfte
] ere ist die gefuegtheit: wanne der mensche
der wirt so gefuege, daz er wol vert durch waz er wil; daz bewert man do mitte, daz
unser herre Jesus Kristus mit sinre woren menscheit erschein sinen jungern durch
beschlossene türe PrEls
5,75
MWB 2 676,43; Bearbeiter: Diehl
gevüellich
Adj.
‘fühlend’
wer nach valscher eigenschaft keiner gefúllicher
dinge Cristum Jhesum, [...], verkleinet und in valschem
liehte verlúret, der enkummet zuͦ dem vatter nit Seuse
489,2;
zu deme virden mâle sô vergizzet her sîner vornunftigen wirkunge der vornunft
unde des willen und bestêt alleine ûffe gevullîcher art und ûffe gebrûchlîcher wîse
HvFritzlHl
225,23.
– hierher möglicherweise auch:
als alle die krefte versamment sint, sinnelichen und
guͤnlichen [Konjektur gevuelichen zur Übersetzung von
vis activa, vgl. Corin, TextkrV S. 36f.] und
bewegelichen krefte Tauler
9,27
MWB 2 676,52; Bearbeiter: Diehl
gevüelunge
stF.
‘Fühlen, Empfinden’
in aller miner bekorunge mines súndigen lichamen und
in aller gevuͤlunge mines herzen und in aller bekantnisse miner sinnen und in
aller edelkeit miner sele Mechth
5: 16,3;
ein sunderlîch bekentnisse und ein sunderlîch gevulunge und ein sunderlîch
vortrûwunge der sêle mit gote HvFritzlHl
150,29.
225,25;
ein gefuͤlen in innewendigem gebruchende innewendiger
gefuͤlungen der gegenwertikeit gottes in dem geiste Tauler
57,6
MWB 2 677,1; Bearbeiter: Diehl
gevüere, gevuore
Adj.
‘nützlich, passend’
Joseph sach einen troum guot. / der troum was vile hêre, er
ward in allen gefuore Gen
1744;
nû was des sînem lande nôt / daz er sich abe tæte / selher unstæte und daz er
heim vüere: / daz wære gevüere / sînen landen und sîner diet Er
9975
MWB 2 677,11; Bearbeiter: Diehl
gevüere, gevuore
stN.
1
‘Nutzen, Vorteil’
2
‘Ausstattung, Besitz’ (bereits ahd., vgl. AWB 3,1357 und DWB 4,1,2,2189f.)
1
‘Nutzen, Vorteil’
er frumete doch gern ir gefuore Gen
2475;
des lebens ewiges gevuͦre [interl. vite perennis
commoda
] vns genædiclich bringes PsM
H 1,7;
nû hete ouch ze sînem gevüere / Êrec in sîner kintheit / ze Engellande, sam
man seit, / vil wol gelernet ringen Er
9281;
ich enkan dir rehte niht gesagen, / waz du dîns gefüeres
drane begâst UvZLanz
6467;
Gales was der rede karch / vnd warp nah gevüere; / daz im nu widervüere / guot
wider guot, des gert er, / seit guot guotes ist gewer Krone
4063.
– oft in mehrgliedrigen Ausdrücken, v.a. mit êre:
uuante sîe álliu íro uuérc tûont.
dúrch uuértlîchen rûom. unte dúrch írdisk
gefûore Will
103,28;
TrudHL
98,20;
des hâst dû iemer mêre / beide gevuore unt êre
Kchr
772;
vnde queme im zv rechte / an eren vnde an geuore
Herb
6609
u.ö.;
Lanc
86,21;
Seuse
12,23;
sus schuofen sî ir koste / ze gevüere und ze gemache
Iw
6539;
dir getzimet groß gefüer und wirdigkait von der edelkait
deiner nature unnd von der lautterkait deiner wesunge HvHürnh
75,15;
daz ich gewegen hân vlust und gefüere Loheng
3926;
wedder vnfùr nach gefür / jne da von widderfùr Krone
28314;
das wir [...] dur vnsern nuz vnd gefuͦre
haben virkoͮfet UrkCorp (WMU)
3393,42;
hierher auch (anders als Lexer 1,968)
ebd.
1047,16
(= UrkLicht
7,215
(a. 1288) )
2
‘Ausstattung, Besitz’ (bereits ahd., vgl. AWB 3,1357 und DWB
4,1,2,2189f.):
man geleit dar în / hentschuohe, spiegel, snüere / und allez
daz gevüere, / daz werde vrouwen hœret an KvWTroj
28300
MWB 2 677,17; Bearbeiter: Diehl
gevüerlich
Adj.
→
gevuorlich
MWB 2 677,48;
gevüersam
Adj.
Bed. unklar, zu den Konjekturvorschlägen der textkritisch schwierigen Stelle vgl.
Glossar und Anm.z.St.:
ein gefürsames wib / were ze der selben stunde / gesessen in
der wunde GTroj
11408
MWB 2 677,49; Bearbeiter: Diehl
gevüersamen
swV.
‘angenehm machen’ (vgl. Anm. z.St.):
in allem dem tage gnadet er unde entlihet. gefuorsamet
[Doppelglossierung zu commodat
]
PsWindb
36,26
MWB 2 677,54; Bearbeiter: Diehl
gevügele
stN.
auch gevogele.
Koll. zu
vogel
, oft bezogen auf einzelne Vogelarten oder in
Abgrenzung der Vögel von anderen Klassen im Tierreich:
an dem vinften tage [des Jüngsten
Gerichts]
[...] / so hevet sich daz
gevugele, daz e flouch under himele / ufen daz gevilde, iz si zam oder wilde
AvaJG
7,2;
tier unde wurme, fihe jouch gefugele Gen
712;
diz gevogle und wilde tyr Hiob
7441;
HvFritzlHl
59,33;
doͤnet dú nahtegal, / troͤschel, lerche und kalander /
und ander / gefúgel suͤssen schal Marner (W)
L4:2,12;
allez daz ze dem varndem guote hœret: daz sint schâf
unde geize [...] unde gense unde hüener und allez gevügele
unde kasten SpdtL
102,4;
SchwSp (W)
198,15.
200,2;
nu schüll wir sagen von allem gefügel und des êrsten in ainer
gemain BdN
164,15;
er [der Fuchs] lâget auch
allermaist haimleichem [domestiziertem] gefügel, sam
hüenren und gensen ebd.
163,27;
von dem mer kam / eins gefügels sô vil, / daz sîn zuo dem
zil / Stîre daz lant was vol Ottok
96164.
– in der Beschreibung eines Seraphims ‘(einzelnes) geflügeltes Wesen’
oder bezogen auf die Menge von Flügeln (?):
uz deme hohsten kore / quam ein engel Seraphin / zu im mit sechs vlugeln hin,
/ den er gesach da halden. / zwene waren gevalden / und obe daz houbt geschrenket; /
so waren zwene gelenket / obe ein ander uf den lib. / ey, Francisce, vollentrib /
und schowe diz gevugele! / so waren zwene vlugele / gebreitet als uf einen vluc
Pass III
530,21
MWB 2 677,58; Bearbeiter: Diehl
gevülle
stN.
‘Erfüllung’
do der zit gefulle geschach, / als die heiligen propheten / von Criste
geschriben heten, / do wart Jesus Crist geborn HeslNic
2880
MWB 2 678,24; Bearbeiter: Diehl |