Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
      gevrist stM.
      gevriunde stM. (Pl.)
      gevriunden swV.
      gevriunt Adj.
      gevrœnede stF.
      gevrœrede stF.
      gevrüere stN.
      gevrümede stF.
      gevruot Adj.
      gevrüste stN.
      gevüeg-
      gevüege Adj., Adv.
      gevüege stN.
      gevüegede stF.
      gevüegelich Adv.
      gevüegetheit stF.
      gevüellich Adj.
      gevüelunge stF.
      gevüere, gevuore Adj.
      gevüere, gevuore stN.
      gevüerlich Adj.
      gevüersam Adj.
      gevüersamen swV.
      gevügele stN.
      gevülle stN.
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   gevrist - gevülle    


gevrist stM. ‘Aufschub’ des gefristes half ir got Flore (S) 1730

MWB 2 673,14; Bearbeiter: Graën

gevriunde stM. (Pl.) Übergang zum adj. Gebrauch; nicht immer klar abzutrennen von gevriunt Adj. ‘Freunde’ daz vil leide scheiden / von ir gevriunden beiden / daz gieng ir [...] alsô gar ze herzen Tr 16666; SM:Go 2a: 6,5; alda solt ir zwen gefrúnde werden Lanc 455,7; und an dem selben tage Pylatus und Herodes wurden gefriunde, wan da vor waren si alles gevint gen ein ander EvPass 237,3; EvStPaul 10358; HagenChr (G) 6286; Kudr 1620,2

MWB 2 673,16; Bearbeiter: Graën

gevriunden swV. ‘(sich) in Freundschaft verbinden’ alse eteswenne mir der lîp / durch sîne boese unstaete râtet, daz ich var / und mir gevriunde ein ander wîp, / sô wil iedoch daz herze niender wan dar MF:Reinm 10: 2,3; mohte ich mich mit rede zuo ir gevründen MF: Mor 11a: 1,7. 11b: 1,7; vruntlich wibes minne / gefrundent mannes sinne / wiplicher minne RvEWh 3966; du [Priester] marner [übertr.: Seemann] des gelouben [...] got vater uns gefründe Mügeln 321,11. 173,10; [Gabriel] dem menschen vorkundete / daz sich got zu im gevrundete HeslApk 13022 u.ö.; Seuse 409,20

MWB 2 673,26; Bearbeiter: Graën

gevriunt Adj. 1 ‘jmdm. freundlich (gesinnt)’
2 ‘Freunde (und Verwandte) habend, angesehen’ , oft mit wol
   1 ‘jmdm. freundlich (gesinnt)’ Esau und Jacob der riche wrden geuriunt GenM 72,17; des küneges [...] oberster truhsæze [...] was geheizen Marjodô: / der selbe was Tristande dô / gevriunt unde geminne Tr 13467; vnder ein ander sie ez triben, / daz sie gefrunt alle bliben Herb 18117; Iw 7057; Lanc 339,29. 422,29; des selbyn tages wurden sy gefrunt Herodes unde Pylatus, wen vor waren sy vynde undir eyn andir EvBerl 63,26; SHort 9380; Krone 10312; Ottok 56317. 63070; EnikWchr A II,1500    2 ‘Freunde (und Verwandte) habend, angesehen’, oft mit wol: ich bin gevriunt unde geman [mit Freunden und Männern versehen] , / sô wert und sô genæme Tr 9190; Greg 1310; gefriunde lute StRAugsb 81,26; er ist ein wol gefriunder man, [...] der under zwênzic mâgen einen guoten friunt getriuwen hât Walth 38,10; KLD:RdF 3:3,1; SM:Go 1: 3,2; ein wîser man, / wol gefriunt, rîch und edel Ottok 59065; Lanc 520,19. 520,20; Häslein 326; zwo gar schœne edele wol gefrúnde jungfrowen MerswKn 80; du bist da in dem vatterlande als wol gefrúnt, daz der vroͤmdest der unmezigen zal minnet dich minneklicher und getrúwlicher, denne kein vater oder kein muͦter ir einiges herzklichs kint ie gemint Seuse 241,13

MWB 2 673,38; Bearbeiter: Graën

gevrœnede stF. ‘Beschlagnahme’ vnd ist, daz er [ der schultheize ] nût envindet jme hus, daz hûs sol er vroͤnin, vnd sol sehs wochîn in gevroͤnde ligin UrkCorp (WMU) 248B,24; UrkFreiburg (Sch) 174 (a. 1303). 175 (a. 1303)

MWB 2 673,63; Bearbeiter: Graën

gevrœrede stF. ‘Frost’ [Gott] müeze dich behüeten / [...] / vor aller nôte manecfalt, / vor hunger und vor durste, / vor bôsem geluste, / vor hitze unde vor gefrôrde Tobiassegen 25

MWB 2 674,4; Bearbeiter: Graën

gevrüere stN. (F. Teichn 81,14 ). ‘Frost’ gelu: gefrúri VocOpt 55.022; daz ist als ein pitter gefruͤer / in dem summer mitten chaͤm / und im all sein frucht benaͤm Teichn 155,58. 408,25; waz ein mensch dem andern sait / in rechter trew, in taugenhait [Verschwiegenheit] , / daz aebert [taut] oft und dikch her fuͤr / als daz velt aus der gefruer, / wann sich rueret die gesellschaft ebd. 81,14

MWB 2 674,8; Bearbeiter: Graën

gevrümede stF. ‘Betreiben’ efficatia: gefrumide SummHeinr 2:289,01.2; ich begihe dem almahtigem got, daz ich mich versvntet han mit hoͮpthaften sunden, mit huͦre, mit uberhuͦre, mit sippim huͦre, mit vnzitigim huͦre, mit hures gefrvmidi, mit aller slahte huͦre Spec 4,1; BambGlB 142,22; du, de mitten vvillen des fater, mitter gefruͦmede [Hilfe] des heiligen geistes, mittineme tode erlidiget hast die kristenheit, lidege mik [...] fon sunden unde fon allem uͦbele EngelbGeb 26; der chunich wol sach daz ez mit ir gefrumede was GenM 121,30

MWB 2 674,16; Bearbeiter: Graën

gevruot Adj. s.a. vruot . ‘eifrig’ mit dem lîbe mîn zûgeselle / was er [Judas] , doch mit dem mût / scheit er von mir sô gevrût, / daz er mîn verrêtnis wirbet JvFrst 3082

MWB 2 674,27; Bearbeiter: Graën

gevrüste stN. Koll. zu vrost . ‘Kälte, Frost(wetter)’ Gyneuer mit ir vrowen saz, / vnd reten vnder in daz, / wa er des nahtes wær gewesen / vnd wie choum er sei genesen / von dem herten gefruste Krone 5391; von hitze und von gefrúste SHort 420; ez kam ein also groz gefruste und ouch von gebreste der spisen, daz sü [die Belagerer] muͦstent dannan zogen ClosChr 39,4; UrkFreiburgGr 12,371 (a. 1322). 13,106 (a. 1332)

MWB 2 674,31; Bearbeiter: Graën

gevüeg- s.a. gevuoc -

MWB 2 674,40;

gevüege Adj., Adv. , gevuoc Adj. , gevuoge Adv. 1 ‘passend, angemessen’
1.1 bezogen auf Personen und ihr Verhalten
1.2 bezogen auf Sachen und Abstrakta
1.3 bezogen auf Handlungen
2 ‘geschickt, kunstvoll’
3 ‘zierlich, anmutig’
   1 ‘passend, angemessen’    1.1 bezogen auf Personen und ihr Verhalten: dô sprach der vil gefüege / und der getriuwe jungelinc KvWHerzm 378; ungefüeges mannes werben / muoz für wâr gar verderben, / sô dem gefüegen wirt gelônet hô KLD:UvL 49: 1,7; MF:Reinm 36b: 3,6; Tr 13134. swer hüfsch wil sîn unde gevuoc WälGa 153; si tanzten unde sungen, / si reiten unde sprungen. / si wârn ân mâzen gefuoc EnikWchr 18013; it’n wart niͤ engeine creatuͥre / also schöne, rein ind duͥre, / diͤ darzuͦ als gevuͤge were MarlbRh 3,19; Minneb 1618. – mit präp. Erg.: mich dûhte an dir gefüege, / daz dû soltest sîn ein man KvWTroj 16142. – subst.: der lôse wille in gar vermeit. / doch wânde der gefüege, / daz niemen krône trüege, / künec, keiser, keiserîn, / des messenîe er wolde sîn, / wan eines Parz 13,9. 124,25; Tr 10365; do enwolte der gefüege / dem eltern niht entwîchen UvZLanz 4466    1.2 bezogen auf Sachen und Abstrakta: gefuͤlte hechede sol man also machen: man neme gefuͤge hechede vnd schuͤpe die BvgSp 17; Pelzb 130,22; daz sie gewalt hant, eine gevvͤge tv̂r ze machende UrkCorp (WMU) 347,32; hiemite wart daz wetter gut, / gevuge unde ouch linde Pass III 48,79; Ebron daz velt die erden truoc, / dâ got nam erden ûz gevuoc [geeignet] , / dâ von machte her Adâmen Rumelant (R) 11:1,2; Maria nate irme kinde Jhesu einen rok mit also gevoͤger [kunstvollen] nat, wenne im der rok wurde kurz und enge, das si in moͤhte witern und lengern Mechth 5: 23,148. [er] was in stæter trahte, / mit wie gevüeger ahte / er urloup genæme / und ûz den sorgen kæme Tr 8150; diu rede und der rât dunket mich / gevüege unde gevallesam ebd. 15421; der uns fröide wider bræhte, / diu rehte und gefüege wære Walth 65,2; laßt du dich nennen kint und wilt nicht heißen wirt? / der nam wer diner wirde baß gefüge Mügeln 46,6; wolte aber der clager der buzze niht naemen diu redelich unde gefuͤge waere, so sol iener fur die ratgaeben gen StRAugsb 114,24. – in Verbindung mit wort ‘verbindlich, sicher’ wand ich sach, du begundes arebeiden, / wiͤ du gevuͤge wort möchts haven, / dat ich üver Seraphin si erhaven MarlbRh 109,9; ein gevüegez wort RvEAlex 21599. – in der Wendung (wol) ~ sîn (z.T. mit Nebensatz): so wer it recht, it wer gevuͦch MarlbRh 44,18; swer den frumen nîde, / dem geschehe alsam, daz ist gefüege KvWLd 31,95; wære daz gevüege, / daz ich zwelf zungen trüege / in mîn eines munde Tr 4607. 8547. 12475; daz ist wol gevûge, daz die, die daz nûwe nement, widergeben daz alde StatDtOrd 39,19. 107,6; zû den fursten sûchter des rât, / [...] / ob ez gefûge mohte sîn, / als im enpôt Salatîn Kreuzf 7793. – ‘gefügig, sich anpassend’ der gnâde werk ist, daz si die sêle snel machet und gevüege ze allen götlîchen werken Eckh 2:152,4; dar zuo wil dû ir den lîp, [...], wider geben ze der wünneclîchen urstende liehter danne diu sunne, [...], gevüeger danne der luft DvASchr 385,18    1.3 bezogen auf Handlungen: den chunich bat Joseph des er in niht uerzech, / daz er uil gefuͦge sinen uater da heime begruͦbe GenM 115,25; nû dûhte si gefüege / daz ez Paulus tæte KvHeimHinv 586; toren werch und toren lon, / die stent gefuge ein ander bî StrKD 29,85; genuoc gevuoge rüeret mich / disiu rede RvEBarl 6101; daz tæte er gerner sô er gevüegiste möhte DvASchr 335,18; das sol si helfen liden vnd tragen, als zimilich vnd gefvͤge ist UrkCorp (WMU) 1416,21; als hern Vͦl. Lestin spitals halb vnd Cvͦnr. [...] der vroͮwin halb [...] zimlich vnd gefvͦg dvncht ebd. 629,29. – mit Dat.: wî wêr mir daz gevûge, / daz ich mich undirslûge NvJer 1161    2 ‘geschickt, kunstvoll’ dar nach heizzet ein tier panthere, mit mislicher varwe. / scone ist ez genuoch, dar zuo listich unde gefuoch MillPhys 10,2; Vlixes was kleine, / doch was ir [der Griechen] deheine / also gefuge in allen wis Herb 3023; ein schilt der wart ouch dar besant; / an dem hæt ein gevüegiu hant / gewendet allen ir vlîz Tr 6606; gefüeges mannes dœnen Walth 104,2; er was gefüege der in sneit Bit 9842; EnikFb 3339; MinneR 36 91. – mit Präp.: du wêre vil milde, / gevôge zô [mit] dînem schilde, / getrûwe unde wârhaft, / hubisch unde êrhaft SAlex 3805; zv dem gelubede stete, / zv rechter gebe milde, / gefuge zv dem schilde Herb 148. Gâwân des künec Lôtes kint / schreib gefuoge mit der hant Parz 625,15; er engap ir niht ze cleine, / der sî geschuof schœne unde reine. / der diu zwei zesemme slôz, / wie gevuoge er kunde sliezen! Walth 45,24; sinen site vil lobebere / solder in ane bringen: / den schaft schiezen unde springen, / gevuge behurdiren mit deme schilde GrRud #g+g#g-b 18; er schein starck und kúne und wolgefúge an redenne und an antwurt Lanc 376,35    3 ‘zierlich, anmutig’ si spranch alse ein spilwip, vil gevuoge was ir lip AvaJo 20,7; mit cleinin golt spangin / geuvogin, nicht zuͦ langin Athis D 166; vnder dem mandel / da was si svnder wandel, / ze den prüsten gevüege Krone 8215. – ‘klein, gering’ wenne manz [das Zelt] zesamene vielt, / sô wart ez sô gefüege, / daz ez lîhte trüege / ein juncvrowe in ir handen UvZLanz 4899; Parz 826,17; daz ist ein sô gevüeger schade, / den ich vür al die welt gerne lîde MF:Reinm 1: 1,8; wil ieman râten, waz daz sî? / êst lîhter danne ein loup unt ist noch swærer danne ein blî, / êst grœzer danne ein berc, gevüeger danne ein cleinez muggelîn RvZw 220,3; swie mîn nôt gevüeger waere, / sô gewunne ich liep nâch leide / unde vröide manicvalde, / wan ich weiz vil liebiu maere MF:Veld 3:2,1; die des êrsten her randen, / der was doch gefuoc [wenig] ; / ir wart aber genuoc, / ir kom ie mêre unde mêre Ottok 25470; sy benam im gor das lachen / und begund im das essen / vil gefuege [knapp] messen HvBurg 4686

MWB 2 674,41; Bearbeiter: Diehl

gevüege stN. ‘Gefüge, Verbindung’ dáz gecnúpfe [La. gefûoge (iuncturas femorum)] dînero dîeho Will 112,1

MWB 2 676,31; Bearbeiter: Diehl

gevüegede stF. ‘Gefüge, Verbindung’ dáz gecnúpfe [La. dîe gefûogede (iuncturas femorum)] dînero dîeho Will 112,1

MWB 2 676,34; Bearbeiter: Diehl

gevüegelich Adv. ‘passend, geschickt’ er ist an dem tanze ein rehter treibel: / gefüeglîch er zispet, / mit dem fuozze erz walket unde rîbet SM:Go 2: 3,5; sîner rede er began / gar gevüegelich alsus UvEtzWh 2615; daz dete er, so er aller gefuͤgelichste mohte PrBerth (K) 111

MWB 2 676,37; Bearbeiter: Diehl

gevüegetheit stF. ‘Geschaffenheit, Beschaffenheit’ (vgl. gevuocheit ): die ere ist sübenfaltig. [...] die fünfte ist die gesuntheit [Verschreibung?, vgl. die Deutung der folgenden Liste] . [...] die füfte [l. fünfte ] ere ist die gefuegtheit: wanne der mensche der wirt so gefuege, daz er wol vert durch waz er wil; daz bewert man do mitte, daz unser herre Jesus Kristus mit sinre woren menscheit erschein sinen jungern durch beschlossene türe PrEls 5,75

MWB 2 676,43; Bearbeiter: Diehl

gevüellich Adj. ‘fühlend’ wer nach valscher eigenschaft keiner gefúllicher dinge Cristum Jhesum, [...], verkleinet und in valschem liehte verlúret, der enkummet zuͦ dem vatter nit Seuse 489,2; zu deme virden mâle sô vergizzet her sîner vornunftigen wirkunge der vornunft unde des willen und bestêt alleine ûffe gevullîcher art und ûffe gebrûchlîcher wîse HvFritzlHl 225,23. – hierher möglicherweise auch: als alle die krefte versamment sint, sinnelichen und guͤnlichen [Konjektur gevuelichen zur Übersetzung von vis activa, vgl. Corin, TextkrV S. 36f.] und bewegelichen krefte Tauler 9,27

MWB 2 676,52; Bearbeiter: Diehl

gevüelunge stF. ‘Fühlen, Empfinden’ in aller miner bekorunge mines súndigen lichamen und in aller gevuͤlunge mines herzen und in aller bekantnisse miner sinnen und in aller edelkeit miner sele Mechth 5: 16,3; ein sunderlîch bekentnisse und ein sunderlîch gevulunge und ein sunderlîch vortrûwunge der sêle mit gote HvFritzlHl 150,29. 225,25; ein gefuͤlen in innewendigem gebruchende innewendiger gefuͤlungen der gegenwertikeit gottes in dem geiste Tauler 57,6

MWB 2 677,1; Bearbeiter: Diehl

gevüere, gevuore Adj. ‘nützlich, passend’ Joseph sach einen troum guot. / der troum was vile hêre, er ward in allen gefuore Gen 1744; nû was des sînem lande nôt / daz er sich abe tæte / selher unstæte und daz er heim vüere: / daz wære gevüere / sînen landen und sîner diet Er 9975

MWB 2 677,11; Bearbeiter: Diehl

gevüere, gevuore stN. 1 ‘Nutzen, Vorteil’
2 ‘Ausstattung, Besitz’ (bereits ahd., vgl. AWB 3,1357 und DWB 4,1,2,2189f.)
   1 ‘Nutzen, Vorteil’ er frumete doch gern ir gefuore Gen 2475; des lebens ewiges gevuͦre [interl. vite perennis commoda ] vns genædiclich bringes PsM H 1,7; nû hete ouch ze sînem gevüere / Êrec in sîner kintheit / ze Engellande, sam man seit, / vil wol gelernet ringen Er 9281; ich enkan dir rehte niht gesagen, / waz du dîns gefüeres drane begâst UvZLanz 6467; Gales was der rede karch / vnd warp nah gevüere; / daz im nu widervüere / guot wider guot, des gert er, / seit guot guotes ist gewer Krone 4063. – oft in mehrgliedrigen Ausdrücken, v.a. mit êre: uuante sîe álliu íro uuérc tûont. dúrch uuértlîchen rûom. unte dúrch írdisk gefûore Will 103,28; TrudHL 98,20; des hâst dû iemer mêre / beide gevuore unt êre Kchr 772; vnde queme im zv rechte / an eren vnde an geuore Herb 6609 u.ö.; Lanc 86,21; Seuse 12,23; sus schuofen sî ir koste / ze gevüere und ze gemache Iw 6539; dir getzimet groß gefüer und wirdigkait von der edelkait deiner nature unnd von der lautterkait deiner wesunge HvHürnh 75,15; daz ich gewegen hân vlust und gefüere Loheng 3926; wedder vnfùr nach gefür / jne da von widderfùr Krone 28314; das wir [...] dur vnsern nuz vnd gefuͦre haben virkoͮfet UrkCorp (WMU) 3393,42; hierher auch (anders als Lexer 1,968) ebd. 1047,16 (= UrkLicht 7,215 (a. 1288) )    2 ‘Ausstattung, Besitz’ (bereits ahd., vgl. AWB 3,1357 und DWB 4,1,2,2189f.): man geleit dar în / hentschuohe, spiegel, snüere / und allez daz gevüere, / daz werde vrouwen hœret an KvWTroj 28300

MWB 2 677,17; Bearbeiter: Diehl

gevüerlich Adj. gevuorlich

MWB 2 677,48;

gevüersam Adj. Bed. unklar, zu den Konjekturvorschlägen der textkritisch schwierigen Stelle vgl. Glossar und Anm.z.St.: ein gefürsames wib / were ze der selben stunde / gesessen in der wunde GTroj 11408

MWB 2 677,49; Bearbeiter: Diehl

gevüersamen swV. ‘angenehm machen’ (vgl. Anm.  z.St.): in allem dem tage gnadet er unde entlihet. gefuorsamet [Doppelglossierung zu commodat ] PsWindb 36,26

MWB 2 677,54; Bearbeiter: Diehl

gevügele stN. auch gevogele. Koll. zu vogel , oft bezogen auf einzelne Vogelarten oder in Abgrenzung der Vögel von anderen Klassen im Tierreich: an dem vinften tage [des Jüngsten Gerichts] [...] / so hevet sich daz gevugele, daz e flouch under himele / ufen daz gevilde, iz si zam oder wilde AvaJG 7,2; tier unde wurme, fihe jouch gefugele Gen 712; diz gevogle und wilde tyr Hiob 7441; HvFritzlHl 59,33; doͤnet dú nahtegal, / troͤschel, lerche und kalander / und ander / gefúgel suͤssen schal Marner (W) L4:2,12; allez daz ze dem varndem guote hœret: daz sint schâf unde geize [...] unde gense unde hüener und allez gevügele unde kasten SpdtL 102,4; SchwSp (W) 198,15. 200,2; nu schüll wir sagen von allem gefügel und des êrsten in ainer gemain BdN 164,15; er [der Fuchs] lâget auch allermaist haimleichem [domestiziertem] gefügel, sam hüenren und gensen ebd. 163,27; von dem mer kam / eins gefügels sô vil, / daz sîn zuo dem zil / Stîre daz lant was vol Ottok 96164. – in der Beschreibung eines Seraphims ‘(einzelnes) geflügeltes Wesen’ oder bezogen auf die Menge von Flügeln (?): uz deme hohsten kore / quam ein engel Seraphin / zu im mit sechs vlugeln hin, / den er gesach da halden. / zwene waren gevalden / und obe daz houbt geschrenket; / so waren zwene gelenket / obe ein ander uf den lib. / ey, Francisce, vollentrib / und schowe diz gevugele! / so waren zwene vlugele / gebreitet als uf einen vluc Pass III 530,21

MWB 2 677,58; Bearbeiter: Diehl

gevülle stN. ‘Erfüllung’ do der zit gefulle geschach, / als die heiligen propheten / von Criste geschriben heten, / do wart Jesus Crist geborn HeslNic 2880

MWB 2 678,24; Bearbeiter: Diehl