Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
      gewaltsame stF.
      gewân stM.
      gewanc stN.
      gewandære stM.
      gewande stswF.
      gewandelunge stF.
      gewanden swV.
      gewandeshalp Adv.
      gewandet Part.-Adj.
      gewânede stF.
      gewanken swV.
      gewant Part.-Adj.
      gewant stN.
      gewantgadem stN.
      gewantkamer stswF.
      gewantkeller stM.
      gewantmarket stM.
      gewantmeister stM.
      gewantsnîdære stM.
      gewantsnîden stN.
      gewantsoum stM.
      gewantwolle swF.
      gewantwurm stM.
      gewæpnisse stN.
      gewar Adj., Adv.
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   gewaltsame - gewar    


gewaltsame stF. ‘Herrschaftsrecht, Gerechtsame’ daz wir enhein gewaltsami habent vber daz vorgenande guͦt vnd die lúte UrkCorp (WMU) 3426,25; mit bænnen vnd mit getwingen, mit gewalzami, mit allen gerihten, div́ dar zuͦ hoͤrent ebd. 2021,4; UrkRapp 296,12 (a. 1329). – Gebiet, über das sich diese Rechte erstrecken: alluͥ diu guͤter, diu in vnser gwaltsami gelegen sind UrkGraub 5:210,13 (a. 1338)

MWB 2 695,48; Bearbeiter: Diehl

gewân stM. ‘Vermutung, Glaube’ (vgl. wân stM.), hier in der Wendung ~ haben (mit Gen.) ‘etw. glauben, vermuten’ waz hilfet nu gesprochen / min bichte, wand ich habe des gewan, / daz mir got nicht geruche lan / aplaz umb die missetrite Pass III 590,47

MWB 2 695,57; Bearbeiter: Hansen

gewanc stN. ‘Bewegung’ (vgl. wanc stM.), hier wohl i.S.v. ‘Bewegungsfreiheit’ (?): sô daz ez [das Tuch] ûf ir ahselbein / hangende her abe schein / und ir die kel bedahte gar / und ir wengel liehtgevar / und ir schoene tinne [Stirn] , / daz doch wengel noch kinne / noch ôren hâten kein getwanc [La. gewang, vgl. aber Vorlage non tamen aures, vel maxillum, vel mentum arcabatur illo vello ] WvRh 13604

MWB 2 695,63; Bearbeiter: Hansen

gewandære, gewendære stM. Händler, der (im Ellenmaß) geschnittenes Tuch verkauft (vgl. gewantsnîdære ): so ist auh der gewander reht, daz kain lodwaeber noh niemen der gewant erziuget bi der ellen [im Ellenmaß] niht verkaufen sol wan bi ganzen loden [das Stück Tuch als Ganzes] StRAugsb 42,1; verkauffet ein gewander gewant unde enphilhet daz eime snider ebd. 217,8. 41,29. 22,2; wir die dritzehen gezunfte zu Spire, die ducher, gewender unde snider, die rinkauflute, die metzeler [...] unde alle die, die in die vorgenanten gezunfte horent UrkSpeyer 296,40 (a. 1327)

MWB 2 696,8; Bearbeiter: Hansen

gewande stswF. vgl. auch 2gewende stN. 1 wohl ‘(langgestreckter) Acker’ , oder spez. ‘Anwandacker, Pflugwende’ ? (vgl. anewande 1 )
2 ‘Gegend, Gebiet’ (überw. als Reim auf lande )
   1 wohl ‘(langgestreckter) Acker’, oder spez. ‘Anwandacker, Pflugwende’? (vgl. anewande 1): diz ist das gut [...] 1 acker vf die anewende, vber den kirrweg. item 1 acker in der Widen. item <1/2> acker uber den Ehenheimer weg, in dieselben gewanden UrkEls 2,71 (a. 1299)    2 ‘Gegend, Gebiet’ (überw. als Reim auf lande): Duringer herre Ludewig, / lantgrave der gewande, / ein furste Hessen lande, / ein palnzgrave in Sassen Elis 4531; des quam uz deme lande / bi Marcburg der gewande / zwolf dusent armer lude dar ebd. 7600; alle die gewande / zu deme heiligen lande ebd. 4121. 5424 u.ö.; die sollent fliehen uf gewande / der berge [ fugiant ad montes Lc 21,21] EvStPaul 9937. – lokal begrenzt ‘Ort, Stelle’ enist ez niht, daz ich [...] minen finger nach gewanden [dem Ort nach (?)] / niht in die stat der nagel lege [ mittam digitum meum in locum clavorum Io 20,25] EvStPaul 14583. – spez. ‘Ortschaft’ in Galileen lande / zu Chana der gewande [ in Cana Galilaeae Io 2,1] EvStPaul 11102; sin lumunt nu gebreidet wart / in aller der gewande, / die was in dem lande [ in omnem locum regionis Lc 4,37] ebd. 6380

MWB 2 696,20; Bearbeiter: Hansen

gewandelunge stF. ‘Wechsel, Wandlung’ gewandelunge uon kalt in heiz SalArz 46,36

MWB 2 696,44; Bearbeiter: Hansen

gewanden, gewenden swV. ‘jmdn. einkleiden, mit Kleidung ausstatten’ sag, waz wær aller welte leben, / würd in ir lîpnarung niht geben / von ires povels handen? / wer solt sî dann gewanden? HvBer 9565; gewente die nakten UvLil 259 ri 41; der pflegvater soll das kind gewändten DWB 4,1,3,5288 (Amberger acten; a. 1334)

MWB 2 696,46; Bearbeiter: Hansen

gewandeshalp Adv. ‘die Kleidung betreffend’ swie unhovebære / gewandeshalp er [Rual] wære, / er was iedoch zewâre / an lîbe und an gebâre / vollekomen unde rîch Tr 4030

MWB 2 696,53; Bearbeiter: Hansen

gewandet Part.-Adj. wanden swV.

MWB 2 696,57;

gewânede stF. ‘Meinung’ (vgl. wænen swV.), hier in der Wendung in den ~ n stân ‘einer Meinung sein’ er stuͦnt in den gewandin, / do er nicht mochte gesigin, / daz er wolde da beligin / vnt er nicht genesin wolde Athis C 68

MWB 2 696,58; Bearbeiter: Hansen

gewanken swV. wanken (vgl. auch wenken )

MWB 2 696,63;

gewant Part.-Adj. wenden swV.

MWB 2 697,1;

gewant stN. vgl. auch gewæte . 1 ‘Kleidung, Kleidungsstück’
1.1 allg.
1.2 übertr.
2 ‘Ausrüstung, Ausstattung’
3 ‘Tuch, (Kleidungs-)Stoff’ (hauptsächlich in Rechts- und Urkundentexten belegt, meist nicht sicher von 1 zu trennen)
   1 ‘Kleidung, Kleidungsstück’    1.1 allg.: deme libe ist durft daz in daz gewant werme behalde SalArz 22,34; ir bette hiez sie ir bereiten, / [...]. / dar an legte sie sich sân / in allem ir gewande Eracl 3107; man spricht, daz ain pabist, Alexander, ain gewant het, [...], und wenn man daz rainigen wolt, sô wuosch man ez mit anderm wazzer niht, dann daz man ez in ain feur warf BdN 278,6; der het an im alsolch gewant, / ob im dienden elliu lant, / daz ez niht bezzer möhte sîn Parz 225,9; daz gewant des ordens SpitEich 21,4; StRBrünn 360; Roth 1185. – auch von Kampf-, Schutzbekleidung (meist mit entsprechenden Ergänzungen): si [Brunhild] swanc in [den Stein] krefticlîche verre von der hant: / dô spranc si nâch dem wurfe, daz lûte erklang ir gewant NibA 435,4. 422,2. 423,3; strîtlîch gewant NibB 888,4; ein wâfenlîch gewant ebd. 1695,3; da ne was nehain isenin gewant, / nehain stalhuͦt / nie so ueste noch so guͦt Rol 5408; von stahelringen ein gewant KvWTroj 3705; ein stehelîn gewant KvWTurn 426; GTroj 2613. – allg. als hochwertiges Gut (in einigen Belegen könnte auch ‘Tuch, Stoff’ gemeint sein, vgl. 3 ): er gap gift vber gift, / ros, gewant, silber, golt Herb 3165; iegelîcher was sô rîche / an rossen und an gewande, / an bürgen und an lande, / daz im nihtes gebrast Wig 213; sîneme vater er sante sam vile scatzes jouch gewant Gen 2482; GrRud Gb 23; VAlex 523    1.2 übertr.: güete, schœne und êre, / dâ bî reinen muot, / diz gewant treit diu vil hêre KLD:GvN 38: 1,7; daz er der sêle gewant, / den lîp, behielte reine RvEBarl 11970; diͤ dügde [l. tugenden ] sint der seln gewant MarlbRh 113,29; die geschrift der rede ist ain gewant HvHürnh 70,1; Vät 39550. – i.S.v. ‘(trügerischer) äußerlicher Anschein’ vil manic laster und manic schande / wirt verborgen in schœnem gewande Renner 12740    2 ‘Ausrüstung, Ausstattung’ daz swert ist ain riterlich gewant, / iz zimt wol in iwer hant Rol 5577; den daz vingerl unt der stap ist geben / unt ander vil bezäichenlîch gewant, / dâ von si bischof sint ginant Erinn 63    3 ‘Tuch, (Kleidungs-)Stoff’ (hauptsächlich in Rechts- und Urkundentexten belegt, meist nicht sicher von 1 zu trennen): welch gast her in di stat [...] vurt shone gewant, der shal gebin von dem tuche ein halbis scoth UrkBresl 111 (a. 1327); verkauffet ein gewander gewant unde enphilhet daz eime snider StRAugsb 217,8; der [ asch ] ist [...] den värbern guot, die gewant und ander dinch värbent BdN 324,9; StRFreiberg 252,3; StRBrünn 389

MWB 2 697,2; Bearbeiter: Hansen

gewantgadem stN. 1 ‘Kleiderkammer’ (übers. lat. vestiarium )
2 wohl eine Verkaufsbude oder ein Gebäude zur Lagerung von Kleidung bzw. Tuch (vgl. gadem und FWB 6,1840)
   1 ‘Kleiderkammer’ (übers. lat. vestiarium): di nidercleit dis di in weg werden gisant von giwangadim nemin div widerkominde giwasscin da si widergebin BrZw 55 u.ö.    2 wohl eine Verkaufsbude oder ein Gebäude zur Lagerung von Kleidung bzw. Tuch (vgl. gadem und FWB 6,1840): das Elbracht uf der Hovestad [...] derselbin Cysen hette gesast ire lebetage zwo marg geldes, die sint gelegin uf der Bulczen hus und uf eyme gewandgademe UrkFrankf 2,484 (a. 1338)

MWB 2 697,53; Bearbeiter: Hansen

gewantkamer stswF. 1 ‘Kleiderkammer’ (übers. lat. vestiarium )
2 ein Gebäude, wohl ‘Gewandhaus, Tuchhalle’
   1 ‘Kleiderkammer’ (übers. lat. vestiarium): wan sie [die Mönche] daz nuwe [Gewand] entfaent so sollen sie daz alde wider antwirtin in die gewant camere BrEb 55 u.ö.    2 ein Gebäude, wohl ‘Gewandhaus, Tuchhalle’ Ruͤgers stuben des Haemler [...] dev da stet auf [bei] der gewant chamer vnder den Lauben UrkWSchott 223 (a. 1340)

MWB 2 697,63; Bearbeiter: Hansen

gewantkeller stM. Keller, in dem mit Tuch/ (Kleidungs-)Stoff umgegangen wird (Lagerung, Zuschnitt, Verkauf o.ä.): ein phunt geltes leit ouf hern Chunratz des tuechscherer hovs, daz da leit bei des Scherautz gewant cheller an dem Hohenmarcht UrkKlostern 1,259 (a. 1336)

MWB 2 698,7; Bearbeiter: Hansen

gewantmarket stM. ‘Tuchmarkt’ das nieman vf kainem marchte [...] sol da chain linwat verchoͮfen, wize noch rowe, wan trie tage vor dem gewandemarchte UrkCorp (WMU) 1102,25

MWB 2 698,13; Bearbeiter: Hansen

gewantmeister stM. Verwalter der klösterlichen Kleiderkammer (hier bildl.): in der sele closter sol Got únser herre prior sin, beschaidenhait subprior, [...] demuͤtkait gewant maister PrGeorg 339,15

MWB 2 698,17; Bearbeiter: Hansen

gewantsnîdære stM. Händler, der (im Ellenmaß) geschnittenes Tuch verkauft (vgl. gewandære ): swer ouch gewant snîdet, er sî gewantsnîder tûchmacher oder shröter, der schol sîne elle tychte [d.i. tihten ‘eichen’ ] nâch der stat elle UrkZeitz 53 (a. 1322); waz rehtes die gewantsnider haben suln StRAugsb 2,34; nu sal man bi der elin / gewantsnidere zcelin PfzdHech 293,30; StRBrünn 388. – als Gl. zu lat. sartor ‘(Flick-)Schneider’ (vgl. snîdære ): sartor: gewandsnider [La. schnider ] VocOpt 17.046

MWB 2 698,21; Bearbeiter: Hansen

gewantsnîden stN. ‘Tuchhandel’ (mit Schnittware): von deme gewantsnidene: nieman sal gewant sniden zu Erforte dan [...] undir den gadimen UrkCorp (WMU) 1161A,11

MWB 2 698,32; Bearbeiter: Hansen

gewantsoum stM. die Menge von einem → 2soum Tuch: swelh trager zin schrotet [verlädt] der sol von dem saume dri phenninge naemen unde niht mer. [...] von eime saume linwaete dri. von eime gewantsaume dri StRAugsb 50,20

MWB 2 698,36; Bearbeiter: Hansen

gewantwolle swF. ‘Wolle’ (zur Herstellung bzw. als Bestandteil von Tuch, Kleidung): tinea haizt ain schab. daz ist ain gewantwurm [...] und wechset [...] in der gewantwollen [ in lana ] , dar inn sitzet ez und durchnegt si BdN 309,16

MWB 2 698,41; Bearbeiter: Hansen

gewantwurm stM. ‘Kleidermotte’ tinea haizt ain schab. daz ist ain gewantwurm [ vestimentorum vermis ] [...] und wechset [...] in der gewantwollen, dar inn sitzet ez und durchnegt si BdN 309,14

MWB 2 698,46; Bearbeiter: Hansen

gewæpnisse stN. ‘(Schutz-)Waffen, Bewaffnung’ nieman zuͦ Meintz sal riden mit swertin mit ruͤtingen [Reut(l)ingen, eine Blankwaffe] mit stichmezzern mit buͤklerin [Buckelschilden] oder mit anderm gewepnisze MainzFriedg II 5r,18; mezzer [...] vnd ander gewepnisze ebd. 3r,29. 7r,5

MWB 2 698,50; Bearbeiter: Hansen

gewar Adj., Adv. vgl. auch gewære. ‘aufmerksam’ 1 adj. (präd.) ‘wachsam, vorausschauend’
2 adv. ‘umsichtig, achtsam, behutsam’
3 meist in Wendungen
3.1 mit werden und Obj. ‘jmdn./ etw. wahrnehmen, bemerken; auf jmdn./ etw. aufmerksam werden’ (vgl. gewarwërden stN.)
3.1.1 mit Gen.
3.1.2 mit Obj.-Satz (und fakultativem Gen.)
3.1.3 seltener mit Akk.
3.1.4 vereinzelt mit präp. Erg.
3.2 selten mit sîn/ wësen und Obj.-Satz (und fakultativem Gen.) ‘etw. wahrgenommen haben’
   1 adj. (präd.) ‘wachsam, vorausschauend’ Tristan der hovebære / der was mit rede alsô gewar, / si [die Pilger] vrâgeten her oder dar, / daz er des alles antwurt bôt / niwan ze staten und ze nôt [nicht ausführlicher als nötig] Tr 2735; Gansgüter truͦg yme selbs dar / aht schilde, vest vnd starck, / vnd hiesz ine gewar vnd karg [schlau] / widder sie an dem strijd sin Krone 13221; providus: giwarer SummHeinr 2:427,01.82. – spez. vom Auge: swenne sich daz fleisch und der geist / von einander scheiden, / [...] / so ist dehein ouge sô gewar, / dazz wizze, war der geist var Eracl 559; mîn ouge daz ist sô gewar, / wellent si uns liegen, / sin mugen mich niht betriegen StrKarl 1900; daz ouge was im uil gewár, / ob er den chunc ersahe Rol 6217. 1301    2 adv. ‘umsichtig, achtsam, behutsam’ der engel in [Habakuk] bî dem schopf vie. / mit im er vlouc unde gie, / wan er fuort in bî dem hâr / vil reht lîs und gewar [vgl. Dn 14,35] EnikWchr 17640. 17659; Joseph leit ime [Jakob] si [seine Söhne] dare, er begreif si vile giware. / er halst unte chuste dei chint alsô luste. / er hantilôte si zarte Gen 2666. 1152. – ‘sorgfältig’ Sem unde Japhet [...] nâmen ein lachen hinten uber ahsale, / vorne burgen si sich vil geware, ruckelingen giengen si dare [zum entblößten Noah] Gen 748; [ihr sollt] gehalten iz [das Opferlamm] geware / unz an den vierzehenten tage / disses selben mânen Exod 2471    3 meist in Wendungen    3.1 mit werden und Obj. ‘jmdn./ etw. wahrnehmen, bemerken; auf jmdn./ etw. aufmerksam werden’ (vgl. gewarwërden stN.)    3.1.1 mit Gen.: niheinis urlougis wart man giwari LobSal 242; sin wurde der hunt gewar Minneb 4828; ein guot mensche [...] sol daz aleine klagen, daz er klage und daz er klagennes und leides in im gewar wirt Eckh 5: 19,15; StatDtOrd 54,29; Lanc 462,25. der ez [die Reliquie] genâden bæte, / der würde helfe wol gewar [dem würde sie zuteil] StrAmis 1301    3.1.2 mit Obj.-Satz (und fakultativem Gen.): do der uater geware wart / daz daz kint geboren was / weinende er dare chom VMos 31,14; wirt sie des an mir gewar, / daz ich alsus mit zorne var, / sie kumet dâ her gekrochen MF:Reinm 67: 3,4; ir der weder [l. deweder ] gewar wart, / wer der ander were Herb 2412; SAlex 2460; Parz 207,27. der kuͦninc wart gewar / da ein ole boͮm den scate bar Rol 397    3.1.3 seltener mit Akk.: in den hof er nu geschreit. / sa daz der lewe wart gewar, / er quam mit frechen sprungen dar Elis 3215; durch gantze druwe vnde bewerte stedikeit die wir [...] bevunden hânt vnde gewar sin worden UrkCorp 2785A,18; daz wir die wârheit in uns vinden und gewar werden. âmen Eckh 5: 61,11; Herb 10781; Lanc 70,25    3.1.4 vereinzelt mit präp. Erg.: ir bichtere wart iezu gewar, / der werde meister Cunrat, / umme disen unflat, / daz di frouwe lobesam / di siechen zur ir disse [Tisch] nam Elis 6836    3.2 selten mit sîn/ wësen und Obj.-Satz (und fakultativem Gen.) ‘etw. wahrgenommen haben’ ich [Jesus] bin gewar / das etwer mich hat sunderbar / geruͤret [vgl. Lc 8,46] WernhMl 7467; dô reit er [Rüdiger] wîslîchen zuo z’in durch die schar / unde sagete sînen degenen, si wæren des gewar [müssten sich bewusst sein] , / daz in ummuote wæren die Guntheres man NibB 1876,2

MWB 2 698,56; Bearbeiter: Hansen