Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   gezic - geziucbære    


gezic stM. ‘Bezichtigung, Beschuldigung’ welt ir [Engelhard] entreden unde entsagen / iuch benamen des geziges KvWEngelh 4019. 4494; der gezig [des Verleumders] mîn [Yrkanes] herze swirt / und gît mir sorgen wunder Reinfr 6160. 6173; spreche wir uffe unsern eit, daz die von Slezstat billicher unschuldig sulent sin des geciges StRSchlettst 18; derzuͦ viel ein gezig uf die juden, daz sü soltent die bürnen und die waßer han vergiftet ClosChr 127,10; UrkEls 2,127 (a. 1321)

MWB 2 758,27; Bearbeiter: Richter

gezierde stF. ‘Zierde’ 1 ‘Schmuck, Kostbarkeit, Auszeichnung’
2 ‘Schönheit, Herrlichkeit’ , selten deutlich von 1 zu unterscheiden
   1 ‘Schmuck, Kostbarkeit, Auszeichnung’ sie namen silber vnde golt, / zindat, pfellel, samit / vnde ander gezirde da mit Herb 2612. 1823; die heiden heten kursît [(pelzgefüttertes) Obergewand] , / als noch manec vriundinne gît / durh gezierde ir âmîse Wh 19,27; Parz 84,21; alle die gezierd die si [Maria Magdalena] irm leib durch suͤnd gemacht het, die chert si alle ze gotes dienst PrOberalt 88,28; so er [der Kaiser] in eine stat wil, so treit men sine crone vnde ander sine gezierde vor ime, daz men sine zuͦcunft erkenne Lucid 138,11; alleine die betútunge wenig ieman wiste [obwohl kaum jemand die Bedeutung der Verzierungen des Fastentuchs erkannte] , so waren doch die zwo gezierde [aufgenähte Borten] ein erlich crúze Mechth 5: 23,141; Konr 22,90; Lanc 277,6. – von prachtvoller, sakraler Ausstattung: [Nebukadnezar] fuor in den tempel unde nam alle die gezierde [vgl. partem vasorum Dn 1,2] die er dar inne vant BuchdKg 61,7; do verbrantent die glocken und die orgele und ander gezierde gar vil ClosChr 94,16; WernhMl 764; RvEWchr 33924. – von sprachlichem Prunk, Redeschmuck: also kam sant Erhart úber den schrin der naturlichen kunste. do enschowete er nút denne die gezierde úppiger wort ElsLA 105,11; kund ich mit lobs gezirde / die synne [des Minnelobs] hie umb zismen [umgeben, schmücken?] , / [...], / so wolt ich der matergen gank / hie heben an einen an vank Minneb 1708. – zur Wiedergabe von pompa (diaboli) in Abschwörungsformeln: íh fersáche dén tíufel unt elliu sinu werc unt alle sîne gezierde fone mînemo lîbe, fone mîner sêla StGallGlB II 343,17; ih widersage dem tieuel unde allen sinen gecierden, unde allen sinen gespensten PrHoff 111,36; ich wil gerne in mînen tagen / dem argen tiuvel widersagen / und aller der gezierde sîn KvWSilv 1775. – übertr.: swaz swindet und hin gêt mit der stunde, / daz stêt vil wênic ûf vestem grunde: / swer sich denne trœstet tratzes [trotzigen] muotes, / künste, krefte, friunde, guotes, / der hât die fünf gezierde [die vorgenannten fünf weltlichen Annehmlichkeiten] schier / verlorn, swenne in ûf hebent vier [Engel] / und tragent in enbor als ein brût Renner 977    2 ‘Schönheit, Herrlichkeit’, selten deutlich von 1 zu unterscheiden: den walt nante man [...] / Behforet, den schœnen walt. / sîn gezierde was sô manicvalt, / des uns diu sage niht verhilt UvZLanz 3990; si [die Heiligen bei der Auferstehung] sint nacket vnde sint mit aller gezierde erluthert vnde schamint sich niht me denne sich nu ieman schamit, daz er zwei wol stande ougen hat Lucid 144,16; die aller minsten gezierde / hat dise natur, die vierde [ melancholia ] Physiogn 101; in der gezierde palas / sach er [ein Engel] ob im mit witzen / einen menschen [Jesus] sitzen Pass I/II (HSW) 10016; Konr 20,82; Wernh 15; Seuse 213,8

MWB 2 758,37; Bearbeiter: Richter

geziere Adj. ‘gefällig’ vil tougenlîche besante er sîne man. / im quâmen vil schiere / fiunftûsent unde mêre [La. wol geziere ] Kchr (M) 7218

MWB 2 759,31; Bearbeiter: Richter

geziere stFN. ‘Schmuck, Zierrat, Schönheit’ ûf helme diu geziere / mit swerten gar zerfüeret wart Bit 8822; nach den gingen aber her / zwa ander jumpfrauwen, / die waren wol erbuwen / an libe vnd an gewand / sunder alle schand / mit richer gezier Krone 29366 u.ö.; goltborten unde harbant, / alle uppeclich geziere / verwarf di frouwe schiere: / daz was ir gar ein smehelinc Elis 1995 u.ö.; mit anderme geziere / schein die baniere, / gepriset vnde geziret Herb 1309; Ottok 44675. 72149; PsMb 30(Glossar); Roth 3573

MWB 2 759,34; Bearbeiter: Richter

gezierlich Adj. ‘schön’ er [Jesus] was nút brait noch enge / und was von linden haren, / als des hoͮptes har och waren, / gezierlich wol nach eren / an sinem kinne heren, / und bedakt das antlút nút ze vil WernhMl 5931

MWB 2 759,45; Bearbeiter: Richter

gezîle stMN. Koll. zu zîl ( ‘Strauch, Busch, Hecke’). ‘Gesträuch’ er [Joachim] lac bî dem gezîle / von der sehsten wîle / unze an die vesperzît Wernh 869

MWB 2 759,50; Bearbeiter: Richter

gezimber stN. 1 ‘Bauholz’
2 ‘Bau’
2.1 meist ‘Gebäude’
2.2 übertr.
3 ‘Bauvorgang’
   1 ‘Bauholz’ si svͤln ouch vngemoutt [ungestört, unangefochten] fuern gezimber, daz [l. da ] si mit bezzern ir hoͤf, ob si verbrunnen UrkCorp (WMU) 641,42. 1161A,35; ez sol auch kaine soldener sein pferd [...] niht mer ze walde lazzen gen weder noch holtz noch nach gezymmer bei sinem aide NüP 250; von holze guot gezimber / an schilten wart verschertet KvWTroj 25860; SummHeinr 2:490,01.86    2 ‘Bau’ dô sâhens ûzen vor den graben [von Worms] / mit gezimber hôhe ûf erhaben / pheterære und mangen [Steinschleudern] Bit 5922; der hohe palas / und swas daran gezimbirs was, / vil gar zirviel und zirbrast. / dú mure und des gezimbirz last / Sampsonen sluͦg und al die schar [Idc 16,30] RvEWchr 21169    2.1 meist ‘Gebäude’ ze Wormez bî dem münster ein gezimber man ir [der verwitweten Kriemhild] slôz [fügte zusammen, baute] , / wît und vil michel, rîch unde grôz, / dâ si mit ir gesinde sît âne vreude saz NibB 1102,1; mach man die heimsuͦche bewiesen mit wunden vnde mit gewundeteme [zerstörtem] getzimmere UrkCorp (WMU) 51,5; die graben [der alten zergangnen stat ] sint vervallen und daz gemúre riset gar sere, denne daz noch hin und her die hohen spitze dez alten gezimbers hoh uf gagent Seuse 217,8; Konr 21,11; KLD:SvT 1:1,10. zûn/ geziune unde ~ als Teil der Morgengabe an die Braut: wa ich iw erwete [zur Trauung (symbolisch) übergebe] zuͦn und gecimbere und ouzvart und învart nah swabe ê, nach swabe rehte Trauformel 17; sô mac er ir [zur Morgengabe] gegeben âne sîner erben urlaup einen kneht und eine maget diu ze iren jâren komen sint, unde ziune unde gezimber ob der erde SpdtL 95,10; nâh deme herwête sal daz wîb nemen ire morgengâbe; - dar zû hôret [...] gezûne und gezimbere SSp (W) 1:24,1    2.2 übertr.: dô in der tôt heim nam in sîn gezimmer Loheng 5700; alles das geczimbre der christenheit, das vͦf in [Petrus] geczimberet ist, das ne mach niemer gewenchen Konr 15,7; swaz man toͮt in den irdisscen salen, daz wirt allez an uns in geistlichem gecimbere eruullet Spec 131,2. 134,21; Lucid 161,14; Tauler 95,32. – ‘Gestalt’ uf erden und in jenr welt / muͦz ich [Aglye] diner [Wilhelm] lieb gelt / an ende clagen ymmer, / sit daz din schoͤn gezymmer / schol ain anderr truͤten WhvÖst 10036    3 ‘Bauvorgang’ sô einer den stein wolte sô wânte diser daz er den chalk bringen solte. / vile harte si zewurfen, nieht mêre si neworhten. / des gezimberes [Turmbau zu Babel] was ente Gen 786

MWB 2 759,54; Bearbeiter: Richter

gezimberde stN. hier ‘Zimmermannsarbeit, Konstruktion’ er [Crises] hiez Epiun, einen zimmerman, / eines werkes beginnen. / [...] / daz gezimmerde was herlich, / eime rosse glich, / vzen geuestent vil wol, / innen wit vnde hol Herb 15934

MWB 2 760,41; Bearbeiter: Richter

gezimberen swV. zimberen

MWB 2 760,46;

gezimberholz stN. ‘Bauholz’ von des gecimmerholzis slegeschatce [Geldabgabe] UrkCorp (WMU) 1161A,34;

MWB 2 760,47; Bearbeiter: Richter

gezimelich Adj. ‘geziemend, angemessen’ herro du der daz geistlih ezzen aller sele gecimilichem dienest in cite [interl. zu domine qui spiritalem cibum omni animae oportuno ministras in tempore ] PsWindb 144,Oratio

MWB 2 760,50; Bearbeiter: Richter

gezimelîche stF. zur Wiedergabe von lat. opportunitas ‘Gelegenheit’, hier eher ‘Zufall, wechselhaftes Schicksal’ vnde worden ist der herro ein zuofluht dem armen. ein helfære in den gezimelichen. geuellichlichen. in dem tribesale. in der note [interl. zu et factus est dominus refugium pauperi! adiutor in oportunitatibus. in tribulatione ] PsWindb 9,10

MWB 2 760,55; Bearbeiter: Richter

gezimier stN. ‘Helmzier, ritterlicher Schmuck’ ei, wie die ritter sich ruorten / ûf verdacten rossen snel! / diu heten mangen gügerel [Kopfschmuck des Pferdes] / und manger hant gezimier Wigam (B) 3737; dâ bî [bei dem Gefolge Ulrichs] ouch sehzic ritter riten, / gewâpent wol nâch ritters siten. / ir wâpenkleit was wunneclîch / und ir gezimir costerîch UvLFrd 259,12. 483,5; ane leit der konic Gunther ein stêlîn gewant, / den helm her ûf daz houbet faste dô gebant: / [...] / von golde ein lîchte crône, sîn gezimier was daz RosengP 524

MWB 2 760,63; Bearbeiter: Richter

gezimierde stFN. ‘Helmzier, ritterlicher Schmuck’ ûf manigem helme swebt empor / sô tiwer gezimierde, / daz er von schulden zierde / die frouwen, die ez worhten Ottok 587; der minne gernde Tesereiz / der sich in wîbe dienste vleiz / daz er der koste sich bewac / unt rîcher gezimierde pflac PleierTand 2080; JTit 1259,4. 932,2(La.)

MWB 2 761,11; Bearbeiter: Richter

gezinde stN. Koll. zu zint ‘Zacken, Enden am Geweih’ nu het er auf seinem hof erzogen / [...] / ainen hirsch achtzehen jar / [...], / der het so vil schons gezind, / daz wundert daz fremt hofgesind MüOsw 1601

MWB 2 761,18; Bearbeiter: Richter

gezindeleht Adj. hier -zinnel-. ‘gehechelt, gekämmt (?)’, vgl. zindeleht , aber auch zinel ( ‘Büschel Flachs’): die priester santen ouch dar [zu Maria und ihren Gefährtinnen] / wol gezinnelôten [Laa. gezinnelohten, gepursten ] har [Flachs] , / daz si in ze helfe spunnen, / sô si beste kunden Wernh 2380

MWB 2 761,23; Bearbeiter: Richter

gezindelet, gezindet Part.-Adj. ‘gezackt, mit Zacken versehen’ (vgl. gezinnet ): di erd was bedeket, / gechrimet und gestreket / stŭnd manik blat getzindelt, / gechrispet und gechrindelt Suchenw 25,15; tragelaphus möht ze däutsch haizen ain pockhirz, wan ez ist ain tier, daz hât an dem kinn ainen part sam ain pock und hât gezinnelt hörner mit esten sam ain hirz BdN 160,14; daz tier, daz ze däutsch älch haizt, [...] ist grœzer dann ain rêch und klainer dann ain hirz und hât gezinnteu hörner sam ain hirz ebd. 141,11

MWB 2 761,30; Bearbeiter: Richter

gezinne stN. Koll. zu zinne ‘Zinnen’ die stat hiz Iaconites, / feste vnd wol behut, / [...], / mit mvren beslozzen, / geziret mit gezinne Herb 463; der sal gewort was / mit gezirde vnde mit gezinne / vzzen vnd inne ebd. 1823

MWB 2 761,41; Bearbeiter: Richter

gezinnet, gezinnelet Part.-Adj. vgl. gezindelet ; s.a. bezinnen und umbezinnen 1 ‘mit Zinnen versehen’
2 ‘ebenmäßig wie Zinnen gestaltet’
   1 ‘mit Zinnen versehen’ mit den edelen steinen sint si [die Türme an den zwölf Toren des himmlischen Jerusalems] wole gezinnit / in ebener mazze Himmelr 3,19; er hât den garten umbemûret / und schône gezinnet Flore (S) 4441; vor den wek buwete Alexander eynen grozen turm wol geczynnet (und hiez den turm den yseryn turm), das si nicht mochtin us kumen ouch ymant czu yn MarcoPolo 4,17; disú crone [Marias] ist gelich einer gezinneten burg Mechth 4: 3,54; RvEAlex 11662; Lanc 165,8    2 ‘ebenmäßig wie Zinnen gestaltet’ der wapenrok was riche von steinen so gezinnet JTit 1699,1. – meist von Zähnen: ir [Marias] zene [...] / wâren eben unde wîz, / sûberlich gezinnet dar / und unreinecheite bar WvRh 1359. 6297; ir roͤselohtes mvͥndelin, / daz waz [...] / kvslich wol gezinnet, / daz och die mengi minnet, / mit wissen zenen JvKonstanz 651; der andernlai zend [die zweite Art des Gebisses, continui dentes ] sint geleichsetzel, als des menschen, des pferds und des affen zend, dar umb daz si geleich nâch ainander gezinelt stênt BdN 14,5

MWB 2 761,46; Bearbeiter: Richter

gezît stFN. 1 ‘Zeit’
2 ‘Gebet, Hore im Stundengebet; Gebetsstunde’ (s.a. tagezît )
   1 ‘Zeit’ zurdreden [zertreten] wirt Iherusalem / von folken gar biz hin zu dem, / daz die gezide sollent werden / erfollet der geburte vf erden [ donec impleantur tempora nationum Lc 21,24] EvStPaul 9958; diz waz ein kumftic gezit HeslApk 8058. – meist in präp. Bestimmungen: si dankeden an deme gezide / innecliche eren heren MorantGalie 596 biz an Cristes gezit HeslApk 3683; bi den geziten phlac man des Herb 17521; by Merlins gezyten Lanc 19,28; PrLpz (L) 126,2; binnen disen geziten Pass III 417,67; den herren sie begingen / mit so getanen dingen, / der man in den geziten phlac Herb 11145; in den alden geziten HeslApk 1910; TrSilv 17; Tauler 408,27; nach uil gezides EvStPaul 1447; nach der jungesten gezit HeslApk 4133. 19001; von Adams geziten Tauler 68,19; von Darien gezîte / al biz her SAlex 3277; vor der gecite Athis C* 124; under Pilatis geziten Glaub 795; mir stunden mine sinne / sint [seitdem] zv allen geziten an sie Herb 17656. 3172    2 ‘Gebet, Hore im Stundengebet; Gebetsstunde’ (s.a. tagezît ): di reinen wandels vrien / gruzte er dicke hi und da / mit dem ave Maria. / unser vrouwen gezit, / [...] / di sprach der schuler alle tage Pass I/II (HSW) 13589; ir soltet uwer gezite / da heime singen alle tage Herb 2264; pfaffen und geistlîchen lûten sind gesatzit ire siben gezîte zu haldene HvFritzlHl 30,40; daz wir die ambt vnses dinstes irvollen zu der metten vnd zu der primen, tercien, sexten, nonen, vesperen vnd completen; wan von dissen geziden sprichit der prophete: seben werde in dem dage lobede ich dich herre BrEb 16; PrBerth 1:138,2; dâ sal der capellere die gecît zu rehter cît heizen lûten StatDtOrd 117,28 u.ö.; in minem gezite und gebette Tauler 275,31. 155,19; Mechth 3: Reg. 11

MWB 2 762,6; Bearbeiter: Richter

gezîte Adv. ‘frühzeitig, rasch’ Malfer, du bist gevlogen / zu gezite von dem neste Rennew 12683; wir son och dc cruͥze Iehsu Cristi gezît an uns nemen dc uns der zît iht zerrinne PrSchw 2:104; Kolmas 121,11(La.); der herzoge Muralan / er rief uil gezit [sogleich] : / ‘wir haben hi ain sconez uolcwic!’ Rol 4565; PrBerth 1:36,2. 1:36,34

MWB 2 762,42; Bearbeiter: Richter

gezît|zal stF. ‘Zeitrechnung, Kalenderrechnung’ Julius der keiser vort / regnirte funf iar und erst vant / bisextum schaltiar genant. / er ouch machte durch gesuch / van der gezitzal ein gut buch HistAE 5636

MWB 2 762,49; Bearbeiter: Richter

1geziuc stM. 1 ‘Zeuge, Zeugenaussage’ (differenziert zum Verwendungsspektrum s. WMU 1,741 und DRW 4,838-844, dort zusammen mit geziuge swM. behandelt)
1.1 ‘Zeuge’ (s.a. geziuge swM.), übertr. Verwendung schwer zu scheiden von 1.2
1.2 ‘Zeugnis, Aussage, Beweisführung’
1.3 Gesamtheit der Zeugen
2 vom Alten und Neuen Testament
   1 ‘Zeuge, Zeugenaussage’ (differenziert zum Verwendungsspektrum s. WMU 1,741 und DRW 4,838-844, dort zusammen mit geziuge swM. behandelt)    1.1 ‘Zeuge’ (s.a. geziuge swM.), übertr. Verwendung schwer zu scheiden von 1.2 : ditz chavfes vnd ditz dinges gezevg vnd gewer pin ich StiftZwettl 295; du solt wider den ebenmenschen dîn / niht valscher gezuͤg wesen! Ammenh 5217; ‘der getrúw gezúg er lúget nit’, sprichet her Salomon [Prv 14,5] PrGeorg 322,13; des hân ich leider vil geziuge, / die mir gestênt daz ich niht liuge Renner 9205; Leoncius / und [...] Karînus, / die welle wir ze geziuge haben KvHeimUrst 1523; NibB 2204,4; SalArz 4,15. lebend(ig)er ~ : mvgent aber sie vns des niht ermanen weder mit prieven noch mit lebintigen gezivgen UrkCorp (WMU) 3275,28; wir sprechen daz briefe bezzer sin danne gezivge. wan sterbend gest so belibent briefe immer me stete. ditze hainzent [l. haizent ] hantveste. da hilfet ein toter gezivc als ein lebender SchwSp 21b. – Gott als Zeuge: âne geziuge ich [Belacane] des niht bin, / mit den ichz sol bewæren noch: / die rehten wârheit wizzen doch / mîne gote und ouch die sîne [Isenharts] Parz 27,4; dc wissent vurwar, dc wir nie deheinen dienst anders gemeindent [auffassten] , des nemmen wir got zi gezv́ge UrkCorp (WMU) N6,26. – übertr.: die sunnen und den manen / und al ir undertanen / die setz ich zu gezuge, / daz ich nu niht enluge HeslNic 1041. 4719; das aigen sol [...] des gerichts gezeug sein, daz er des kamphs verwettet hab UrkÖsterrErbl 58,18 (a. 1237); den brief, der dort verborgen lit, / der ein gezuc ist uber mich Pass I/II (HSW) 16669; lât diz vingerlîn / einen geziuc der rede sîn Iw 2946; di warheit ist mir ein gezuch Brun 263; RvZw 167,6    1.2 ‘Zeugnis, Aussage, Beweisführung’ der [ burgrave ] mag im [dem verhinderten Zeugen] wol erlauben ane gaeverde, daz der gesellen [Teilhaber] einer, dem ez chunt ist, den geziuch volfuͤre an siner stat StRAugsb 223,19; diser sache ze einen vrchund vnd ze einen gezevge, vnd ovch ze einer vestnunge gib ich [...] dise brief UrkKlostern 1,87 (a. 1303); valschen gezuc haben sie / getan uf die vrowe hie / swechende ire wirde Daniel 7727; dune solt kein valsch urcunde noch valschen gezuͦk uf den ebencristen sprechen PrLpz 25,27; swelch man wil einen gezuk mit gezuge brechen StRFreiberg 116,15; Kchr 8985. 9031; ThvASu 84,20; Iw 1729    1.3 Gesamtheit der Zeugen: den geziuc [Gruppe von sechzig Zeugen] hiez si [Helena, Mutter Konstantins] an den rinch gân Kchr 9877; vgl.: dô sprach der bâbes [Silvester I.] hêre: / ‘frowe, wir vernæmen ê gerne, / [...] wi vil des geziuges von rehte sul sîn’. / dô ubersprah sich diu chunigîn [Helena] : / ‘ich wil sehszec bewærte man / alle an mînem ziuge hiute hân [...] ’ ebd. 9884    2 vom Alten und Neuen Testament: di bvͦch aber werdin gilesin der gotlichvn orthabunge so des alten gizivgis so des niwen BrZw 9. 73

MWB 2 762,54; Bearbeiter: Richter

2geziuc stM. geziuge stN.

MWB 2 763,50;

geziucbære Adj. ‘als Zeuge zulässig’ (vgl. ziucbære ): hat aber der, der bezugen sal, drier manne nit, so mag er selber der dritte sin, ab er anders ein gezugbar man ist KlKsr 1,20; sal daz bezugen selbe dritte gezugberer dinstlute vor dem keiser ebd. 3,33. 1,18; Ber. der rihter, Volmar der Rûteler vnd ander erbare lûte, die wol gezûcbaire sint UrkCorp (WMU) 1893,12

MWB 2 763,51; Bearbeiter: Richter