gezic
stM.
‘Bezichtigung, Beschuldigung’
welt ir [Engelhard] entreden unde entsagen / iuch
benamen des geziges KvWEngelh
4019.
4494;
der gezig [des Verleumders] mîn
[Yrkanes] herze swirt / und gît mir sorgen wunder
Reinfr
6160.
6173;
spreche wir uffe unsern eit, daz die von Slezstat billicher unschuldig sulent
sin des geciges StRSchlettst
18;
derzuͦ viel ein gezig uf die juden, daz sü soltent die bürnen und die
waßer han vergiftet ClosChr
127,10;
UrkEls
2,127
(a. 1321)
MWB 2 758,27; Bearbeiter: Richter
gezierde
stF.
‘Zierde’
1
‘Schmuck, Kostbarkeit, Auszeichnung’
2
‘Schönheit, Herrlichkeit’ , selten deutlich von
1
zu unterscheiden
1
‘Schmuck, Kostbarkeit, Auszeichnung’
sie namen silber vnde golt, / zindat, pfellel, samit / vnde
ander gezirde da mit Herb
2612.
1823;
die heiden heten kursît [(pelzgefüttertes)
Obergewand] , / als noch manec vriundinne gît / durh gezierde ir
âmîse Wh
19,27;
Parz
84,21;
alle die gezierd die si [Maria
Magdalena] irm leib durch suͤnd gemacht het, die chert si
alle ze gotes dienst PrOberalt
88,28;
so er [der Kaiser] in eine stat
wil, so treit men sine crone vnde ander sine gezierde vor ime, daz men sine
zuͦcunft erkenne Lucid
138,11;
alleine die betútunge wenig ieman
wiste [obwohl kaum jemand die Bedeutung der Verzierungen des
Fastentuchs erkannte] , so waren doch die zwo gezierde
[aufgenähte Borten] ein erlich crúze
Mechth
5: 23,141;
Konr
22,90;
Lanc
277,6.
– von prachtvoller, sakraler Ausstattung:
[Nebukadnezar] fuor in den tempel unde nam alle die
gezierde [vgl. partem vasorum Dn 1,2] die
er dar inne vant BuchdKg
61,7;
do verbrantent die glocken und die orgele und ander gezierde gar vil
ClosChr
94,16;
WernhMl
764;
RvEWchr
33924.
– von sprachlichem Prunk, Redeschmuck:
also kam sant Erhart úber den schrin der naturlichen kunste. do
enschowete er nút denne die gezierde úppiger wort ElsLA
105,11;
kund ich mit lobs gezirde / die synne [des
Minnelobs] hie umb zismen [umgeben,
schmücken?] , / [...], / so wolt ich
der matergen gank / hie heben an einen an vank Minneb
1708.
– zur Wiedergabe von pompa (diaboli) in
Abschwörungsformeln:
íh fersáche dén tíufel unt elliu sinu werc
unt alle sîne gezierde fone mînemo lîbe, fone mîner sêla StGallGlB II
343,17;
ih widersage dem tieuel unde allen sinen gecierden, unde allen sinen
gespensten PrHoff
111,36;
ich wil gerne in mînen tagen / dem argen tiuvel widersagen / und aller der
gezierde sîn KvWSilv
1775.
– übertr.:
swaz swindet und hin gêt mit der stunde, / daz stêt vil wênic ûf vestem
grunde: / swer sich denne trœstet tratzes
[trotzigen] muotes, / künste, krefte, friunde,
guotes, / der hât die fünf gezierde [die vorgenannten fünf
weltlichen Annehmlichkeiten] schier / verlorn, swenne in ûf
hebent vier [Engel] / und tragent in enbor als ein
brût Renner
977
2
‘Schönheit, Herrlichkeit’, selten deutlich von
1
zu unterscheiden:
den walt nante man [...] / Behforet,
den schœnen walt. / sîn gezierde was sô manicvalt, / des uns diu sage niht
verhilt UvZLanz
3990;
si [die Heiligen bei der
Auferstehung] sint nacket vnde sint mit aller gezierde erluthert
vnde schamint sich niht me denne sich nu ieman schamit, daz er zwei wol stande ougen
hat Lucid
144,16;
die aller minsten gezierde / hat dise natur, die
vierde [
melancholia
]
Physiogn
101;
in der gezierde palas / sach er [ein Engel] ob im
mit witzen / einen menschen [Jesus] sitzen Pass
I/II (HSW)
10016;
Konr
20,82;
Wernh
15;
Seuse
213,8
MWB 2 758,37; Bearbeiter: Richter
geziere
Adj.
‘gefällig’
vil tougenlîche besante er sîne man. / im quâmen vil schiere / fiunftûsent
unde mêre [La. wol geziere
]
Kchr (M)
7218
MWB 2 759,31; Bearbeiter: Richter
geziere
stFN.
‘Schmuck, Zierrat, Schönheit’
ûf helme diu geziere / mit swerten gar zerfüeret wart Bit
8822;
nach den gingen aber her / zwa ander jumpfrauwen, / die waren wol erbuwen / an
libe vnd an gewand / sunder alle schand / mit richer gezier Krone
29366
u.ö.;
goltborten unde harbant, / alle uppeclich geziere / verwarf di frouwe schiere:
/ daz was ir gar ein smehelinc Elis
1995
u.ö.;
mit anderme geziere / schein die baniere, / gepriset vnde
geziret Herb
1309;
Ottok
44675.
72149;
PsMb
30(Glossar);
Roth
3573
MWB 2 759,34; Bearbeiter: Richter
gezierlich
Adj.
‘schön’
er [Jesus] was nút brait
noch enge / und was von linden haren, / als des hoͮptes har och waren, /
gezierlich wol nach eren / an sinem kinne heren, / und bedakt das antlút
nút ze vil WernhMl
5931
MWB 2 759,45; Bearbeiter: Richter
gezîle
stMN.
Koll. zu
zîl
( ‘Strauch, Busch, Hecke’).
‘Gesträuch’
er [Joachim] lac bî dem gezîle / von
der sehsten wîle / unze an die vesperzît Wernh
869
MWB 2 759,50; Bearbeiter: Richter
gezimber
stN.
1
‘Bauholz’
2
‘Bau’
2.1 meist ‘Gebäude’
2.2 übertr. 3
‘Bauvorgang’
1
‘Bauholz’
si svͤln ouch vngemoutt [ungestört,
unangefochten] fuern gezimber, daz [l.
da
] si mit bezzern ir hoͤf, ob si verbrunnen
UrkCorp (WMU)
641,42.
1161A,35;
ez sol auch kaine soldener sein pferd [...] niht mer
ze walde lazzen gen weder noch holtz noch nach gezymmer bei sinem aide NüP
250;
von holze guot gezimber / an schilten wart verschertet
KvWTroj
25860;
SummHeinr
2:490,01.86
2
‘Bau’
dô sâhens ûzen vor den graben [von Worms] / mit
gezimber hôhe ûf erhaben / pheterære und mangen
[Steinschleudern]
Bit
5922;
der hohe palas / und swas daran gezimbirs was, / vil gar
zirviel und zirbrast. / dú mure und des gezimbirz last / Sampsonen
sluͦg und al die schar [Idc 16,30]
RvEWchr
21169
2.1
meist ‘Gebäude’
ze Wormez bî dem münster ein gezimber man ir
[der verwitweten
Kriemhild] slôz [fügte zusammen,
baute] , / wît und vil michel, rîch unde grôz, / dâ si mit ir
gesinde sît âne vreude saz NibB
1102,1;
mach man die heimsuͦche bewiesen mit wunden vnde mit gewundeteme
[zerstörtem] getzimmere UrkCorp (WMU)
51,5;
die graben [der alten zergangnen
stat
] sint vervallen und daz gemúre riset gar
sere, denne daz noch hin und her die hohen spitze dez alten gezimbers hoh uf
gagent Seuse
217,8;
Konr
21,11;
KLD:SvT
1:1,10.
–
zûn/ geziune unde ~
als Teil der Morgengabe an die
Braut:
wa ich iw erwete [zur Trauung (symbolisch)
übergebe] zuͦn und gecimbere und ouzvart und învart
nah swabe ê, nach swabe rehte Trauformel
17;
sô mac er ir [zur
Morgengabe] gegeben âne sîner erben urlaup einen kneht und
eine maget diu ze iren jâren komen sint, unde ziune unde gezimber ob der
erde SpdtL
95,10;
nâh deme herwête sal daz wîb nemen ire morgengâbe; - dar zû hôret
[...] gezûne und gezimbere SSp (W)
1:24,1
2.2
übertr.:
dô in der tôt heim nam in sîn gezimmer Loheng
5700;
alles das geczimbre der christenheit, das vͦf
in [Petrus] geczimberet ist, das ne mach niemer
gewenchen Konr
15,7;
swaz man toͮt in den irdisscen salen, daz wirt
allez an uns in geistlichem gecimbere eruullet Spec
131,2.
134,21;
Lucid
161,14;
Tauler
95,32.
–
‘Gestalt’
uf erden und in jenr welt / muͦz
ich [Aglye] diner
[Wilhelm] lieb gelt / an ende clagen ymmer, /
sit daz din schoͤn gezymmer / schol ain anderr truͤten
WhvÖst
10036
3
‘Bauvorgang’
sô einer den stein wolte sô wânte diser daz er den chalk
bringen solte. / vile harte si zewurfen, nieht mêre si neworhten. / des gezimberes
[Turmbau zu Babel] was ente Gen
786
MWB 2 759,54; Bearbeiter: Richter
gezimberde
stN.
hier ‘Zimmermannsarbeit, Konstruktion’
er [Crises] hiez Epiun, einen
zimmerman, / eines werkes beginnen. / [...] / daz
gezimmerde was herlich, / eime rosse glich, / vzen geuestent vil wol, / innen wit
vnde hol Herb
15934
MWB 2 760,41; Bearbeiter: Richter
gezimberen
swV.
→
zimberen
MWB 2 760,46;
gezimberholz
stN.
‘Bauholz’
von des gecimmerholzis slegeschatce [Geldabgabe]
UrkCorp (WMU)
1161A,34;
MWB 2 760,47; Bearbeiter: Richter
gezimelich
Adj.
‘geziemend, angemessen’
herro du der daz geistlih ezzen aller sele gecimilichem dienest in cite
[interl. zu domine qui spiritalem cibum omni animae oportuno
ministras in tempore
]
PsWindb
144,Oratio
MWB 2 760,50; Bearbeiter: Richter
gezimelîche
stF.
zur Wiedergabe von lat. opportunitas
‘Gelegenheit’, hier eher ‘Zufall, wechselhaftes Schicksal’
vnde worden ist der herro ein zuofluht dem armen. ein helfære in den
gezimelichen. geuellichlichen. in dem tribesale. in der note [interl.
zu et factus est dominus refugium pauperi! adiutor in oportunitatibus. in
tribulatione
]
PsWindb
9,10
MWB 2 760,55; Bearbeiter: Richter
gezimier
stN.
‘Helmzier, ritterlicher Schmuck’
ei, wie die ritter sich ruorten / ûf verdacten rossen snel! / diu heten mangen
gügerel [Kopfschmuck des Pferdes] / und manger hant
gezimier Wigam (B)
3737;
dâ bî [bei dem Gefolge Ulrichs] ouch sehzic ritter
riten, / gewâpent wol nâch ritters siten. / ir wâpenkleit was wunneclîch / und ir
gezimir costerîch UvLFrd
259,12.
483,5;
ane leit der konic Gunther ein stêlîn gewant, / den helm her ûf daz houbet
faste dô gebant: / [...] / von golde ein lîchte crône, sîn
gezimier was daz RosengP
524
MWB 2 760,63; Bearbeiter: Richter
gezimierde
stFN.
‘Helmzier, ritterlicher Schmuck’
ûf manigem helme swebt empor / sô tiwer gezimierde, / daz er
von schulden zierde / die frouwen, die ez worhten Ottok
587;
der minne gernde Tesereiz / der sich in wîbe dienste vleiz / daz er der koste
sich bewac / unt rîcher gezimierde pflac PleierTand
2080;
JTit
1259,4.
932,2(La.)
MWB 2 761,11; Bearbeiter: Richter
gezinde
stN.
Koll. zu
zint
‘Zacken, Enden am Geweih’
nu het er auf seinem hof erzogen / [...] / ainen
hirsch achtzehen jar / [...], / der het so vil schons
gezind, / daz wundert daz fremt hofgesind MüOsw
1601
MWB 2 761,18; Bearbeiter: Richter
gezindeleht
Adj.
hier -zinnel-.
‘gehechelt, gekämmt (?)’, vgl.
zindeleht
, aber auch
zinel
( ‘Büschel Flachs’):
die priester santen ouch dar [zu Maria und ihren
Gefährtinnen] / wol gezinnelôten [Laa.
gezinnelohten,
gepursten
] har [Flachs] , / daz si
in ze helfe spunnen, / sô si beste kunden Wernh
2380
MWB 2 761,23; Bearbeiter: Richter
gezindelet, gezindet
Part.-Adj.
‘gezackt, mit Zacken versehen’ (vgl.
gezinnet
):
di erd was bedeket, / gechrimet und gestreket / stŭnd manik blat
getzindelt, / gechrispet und gechrindelt Suchenw
25,15;
tragelaphus möht ze däutsch haizen ain pockhirz, wan ez ist
ain tier, daz hât an dem kinn ainen part sam ain pock und hât gezinnelt hörner mit
esten sam ain hirz BdN
160,14;
daz tier, daz ze däutsch älch haizt,
[...] ist grœzer dann ain rêch und klainer dann
ain hirz und hât gezinnteu hörner sam ain hirz ebd.
141,11
MWB 2 761,30; Bearbeiter: Richter
gezinne
stN.
Koll. zu
zinne
‘Zinnen’
die stat hiz Iaconites, / feste vnd wol behut, /
[...], / mit mvren beslozzen, / geziret mit gezinne
Herb
463;
der sal gewort was / mit gezirde vnde mit gezinne / vzzen vnd
inne ebd.
1823
MWB 2 761,41; Bearbeiter: Richter
gezinnet, gezinnelet
Part.-Adj.
vgl.
gezindelet
; s.a.
bezinnen
und
umbezinnen
1
‘mit Zinnen versehen’
2
‘ebenmäßig wie Zinnen gestaltet’
1
‘mit Zinnen versehen’
mit den edelen steinen sint si [die Türme an den
zwölf Toren des himmlischen Jerusalems] wole gezinnit / in ebener
mazze Himmelr
3,19;
er hât den garten umbemûret / und schône gezinnet Flore (S)
4441;
vor den wek buwete Alexander eynen grozen turm wol geczynnet (und hiez den
turm den yseryn turm), das si nicht mochtin us kumen ouch ymant czu yn
MarcoPolo
4,17;
disú crone [Marias] ist
gelich einer gezinneten burg Mechth
4: 3,54;
RvEAlex
11662;
Lanc
165,8
2
‘ebenmäßig wie Zinnen gestaltet’
der wapenrok was riche von steinen so gezinnet JTit
1699,1.
– meist von Zähnen:
ir [Marias] zene [...]
/ wâren eben unde wîz, / sûberlich gezinnet dar / und unreinecheite bar
WvRh
1359.
6297;
ir roͤselohtes mvͥndelin, / daz waz
[...] / kvslich wol gezinnet, / daz och die mengi
minnet, / mit wissen zenen JvKonstanz
651;
der andernlai zend [die zweite Art des
Gebisses, continui dentes
] sint geleichsetzel, als
des menschen, des pferds und des affen zend, dar umb daz si geleich nâch
ainander gezinelt stênt BdN
14,5
MWB 2 761,46; Bearbeiter: Richter
gezît
stFN.
1
‘Zeit’
2
‘Gebet, Hore im Stundengebet; Gebetsstunde’ (s.a.
tagezît
)
1
‘Zeit’
zurdreden [zertreten] wirt Iherusalem / von folken
gar biz hin zu dem, / daz die gezide sollent werden / erfollet der geburte vf erden
[
donec impleantur tempora nationum Lc
21,24]
EvStPaul
9958;
diz waz ein kumftic gezit HeslApk
8058.
– meist in präp. Bestimmungen:
si dankeden an deme gezide / innecliche eren heren MorantGalie
596
biz an Cristes gezit HeslApk
3683;
bi den geziten phlac man des Herb
17521;
by Merlins gezyten Lanc
19,28;
PrLpz (L)
126,2;
binnen disen geziten Pass III
417,67;
den herren sie begingen / mit so getanen dingen, / der
man in den geziten phlac Herb
11145;
in den alden geziten HeslApk
1910;
TrSilv
17;
Tauler
408,27;
nach uil gezides EvStPaul
1447;
nach der jungesten gezit HeslApk
4133.
19001;
von Adams geziten Tauler
68,19;
von Darien gezîte / al biz her SAlex
3277;
vor der gecite Athis
C* 124;
under Pilatis geziten Glaub
795;
mir stunden mine sinne / sint
[seitdem] zv allen geziten an sie
Herb
17656.
3172
2
‘Gebet, Hore im Stundengebet; Gebetsstunde’ (s.a.
tagezît
):
di reinen wandels vrien / gruzte er dicke hi und da / mit dem ave Maria. /
unser vrouwen gezit, / [...] / di sprach der schuler alle
tage Pass I/II (HSW)
13589;
ir soltet uwer gezite / da heime singen alle tage
Herb
2264;
pfaffen und geistlîchen lûten sind gesatzit ire siben gezîte zu haldene
HvFritzlHl
30,40;
daz wir die ambt vnses dinstes irvollen zu der metten vnd zu der primen,
tercien, sexten, nonen, vesperen vnd completen; wan von dissen geziden sprichit der
prophete: seben werde in dem dage lobede ich dich herre BrEb
16;
PrBerth
1:138,2;
dâ sal der capellere die gecît zu rehter cît heizen lûten
StatDtOrd
117,28
u.ö.;
in minem gezite und gebette Tauler
275,31.
155,19;
Mechth
3: Reg. 11
MWB 2 762,6; Bearbeiter: Richter
gezîte
Adv.
‘frühzeitig, rasch’
Malfer, du bist gevlogen / zu gezite von dem neste
Rennew
12683;
wir son och dc cruͥze Iehsu Cristi gezît an uns nemen dc uns der zît
iht zerrinne PrSchw
2:104;
Kolmas
121,11(La.);
der herzoge Muralan / er rief uil
gezit [sogleich] : / ‘wir haben hi ain sconez
uolcwic!’ Rol
4565;
PrBerth
1:36,2.
1:36,34
MWB 2 762,42; Bearbeiter: Richter
gezît|zal
stF.
‘Zeitrechnung, Kalenderrechnung’
Julius der keiser vort / regnirte funf iar und erst vant / bisextum schaltiar
genant. / er ouch machte durch gesuch / van der gezitzal ein gut buch HistAE
5636
MWB 2 762,49; Bearbeiter: Richter
1geziuc
stM.
1
‘Zeuge, Zeugenaussage’ (differenziert zum Verwendungsspektrum s. WMU 1,741 und
DRW 4,838-844, dort zusammen mit geziuge swM. behandelt) 1.1
‘Zeuge’ (s.a.
geziuge
swM.), übertr. Verwendung schwer zu scheiden
von
1.2
1.2
‘Zeugnis, Aussage, Beweisführung’
1.3 Gesamtheit der Zeugen 2 vom Alten und Neuen Testament
1
‘Zeuge, Zeugenaussage’ (differenziert zum Verwendungsspektrum s. WMU 1,741 und
DRW 4,838-844, dort zusammen mit geziuge swM. behandelt)
1.1
‘Zeuge’ (s.a.
geziuge
swM.), übertr. Verwendung schwer zu scheiden
von
1.2
:
ditz chavfes vnd ditz dinges gezevg vnd gewer pin ich StiftZwettl
295;
du solt wider den ebenmenschen dîn / niht valscher gezuͤg wesen!
Ammenh
5217;
‘der getrúw gezúg er lúget nit’,
sprichet her Salomon [Prv 14,5]
PrGeorg
322,13;
des hân ich leider vil geziuge, / die mir gestênt daz ich niht liuge
Renner
9205;
Leoncius / und [...] Karînus, /
die welle wir ze geziuge haben KvHeimUrst
1523;
NibB
2204,4;
SalArz
4,15.
–
lebend(ig)er ~
:
mvgent aber sie vns des niht ermanen weder mit prieven noch mit
lebintigen gezivgen UrkCorp (WMU)
3275,28;
wir sprechen daz briefe bezzer sin danne gezivge. wan sterbend gest so
belibent briefe immer me stete. ditze hainzent [l.
haizent
] hantveste. da hilfet ein toter
gezivc als ein lebender SchwSp
21b.
– Gott als Zeuge:
âne geziuge ich [Belacane]
des niht bin, / mit den ichz sol bewæren noch: / die rehten wârheit wizzen
doch / mîne gote und ouch die sîne [Isenharts]
Parz
27,4;
dc wissent vurwar, dc wir nie deheinen dienst anders gemeindent
[auffassten] , des nemmen wir got zi
gezv́ge UrkCorp (WMU)
N6,26.
– übertr.:
die sunnen und den manen / und al ir undertanen / die setz ich zu
gezuge, / daz ich nu niht enluge HeslNic
1041.
4719;
das aigen sol [...] des gerichts gezeug sein,
daz er des kamphs verwettet hab UrkÖsterrErbl
58,18
(a. 1237);
den brief, der dort verborgen lit, / der ein gezuc ist uber mich
Pass I/II (HSW)
16669;
lât diz vingerlîn / einen geziuc der rede sîn
Iw
2946;
di warheit ist mir ein gezuch Brun
263;
RvZw
167,6
1.2
‘Zeugnis, Aussage, Beweisführung’
der [
burgrave
] mag
im [dem verhinderten Zeugen] wol erlauben ane
gaeverde, daz der gesellen [Teilhaber] einer, dem ez
chunt ist, den geziuch volfuͤre an siner stat StRAugsb
223,19;
diser sache ze einen vrchund vnd ze einen gezevge, vnd ovch ze einer
vestnunge gib ich [...] dise brief UrkKlostern
1,87
(a. 1303);
valschen gezuc haben sie / getan uf die vrowe hie /
swechende ire wirde Daniel
7727;
dune solt kein valsch urcunde noch valschen gezuͦk uf den
ebencristen sprechen PrLpz
25,27;
swelch man wil einen gezuk mit gezuge brechen StRFreiberg
116,15;
Kchr
8985.
9031;
ThvASu
84,20;
Iw
1729
1.3
Gesamtheit der Zeugen:
den geziuc [Gruppe von sechzig
Zeugen] hiez si [Helena, Mutter
Konstantins] an den rinch gân Kchr
9877;
vgl.:
dô sprach der bâbes [Silvester
I.] hêre: / ‘frowe, wir vernæmen ê gerne, /
[...] wi vil des geziuges von rehte sul sîn’.
/ dô ubersprah sich diu chunigîn [Helena] : /
‘ich wil sehszec bewærte man / alle an mînem ziuge hiute hân
[...] ’ ebd.
9884
2
vom Alten und Neuen Testament:
di bvͦch aber werdin gilesin der gotlichvn orthabunge
so des alten gizivgis so des niwen BrZw
9.
73
MWB 2 762,54; Bearbeiter: Richter
2geziuc
stM.
→
geziuge
stN.
MWB 2 763,50;
geziucbære
Adj.
‘als Zeuge zulässig’ (vgl.
ziucbære
):
hat aber der, der bezugen sal, drier manne nit, so mag er selber der dritte
sin, ab er anders ein gezugbar man ist KlKsr
1,20;
sal daz bezugen selbe dritte gezugberer dinstlute vor dem keiser ebd.
3,33.
1,18;
Ber. der rihter, Volmar der Rûteler vnd ander erbare lûte, die wol gezûcbaire
sint UrkCorp (WMU)
1893,12
MWB 2 763,51; Bearbeiter: Richter |