Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
      gippentuoch stN.
      gips stM.
      gipsære stM.
      gipsîn Adj.
      gir Adj.
      gir stF.
      gîr stM.
      giraffe swF.
      gîralt stM.
      girære stM.
      girbe F.
      girde stF.
      girdelich Adj.
      girden swV.
      girdic Adj.
      girdiclich Adj., Adv.
      girdisch Adj.
      gîre
      girel Subst.
      gires Subst.
      girgele swF.
      girguot stN.
      girhaft Adj.
      girheit stF.
      giric Adj.
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   gippentuoch - giric    


gippentuoch stN. ‘Stoff für eine gippe (vgl. giplîn ), ein wamsartiges Kleidungsstück’ swie kostelîch, swie reine / von golde purpur sîden schein / ein wâpenkleit wart dâ als ein / gippen tuoch gehandelt Reinfr 7373

MWB 2 795,39; Bearbeiterin: Baumgarte

gips stM. ‘Gips’ bi der varbe [des Speichels] erkennet man ob di gift von blîwîz ist oder von gips SalArz 73,53. 3,39; din [Marias] schamel [Schemel] niht gemachet ist / von holze noch von gipse KvWGS 1842; Ipocr 157; VocClos Gi12

MWB 2 795,44; Bearbeiterin: Baumgarte

gipsære stM. ‘Gipser, Tüncher’ (vgl. DWB 4,1,4,7541): mit rate vnsirs capitels, vnsirre gothus dienestmanne, vnsirs rates, vnsirs gidigenes [Gemeinschaft der Dienstleute] gemeinlich, der murer, der gipser, der zimerlute, der vasbinden, der waginer, der wanner, der trehsil zúnf UrkCorp (WMU) 155,5

MWB 2 795,49; Bearbeiterin: Baumgarte

gipsîn Adj. hier gipsen. ‘aus Gips’ gypseum est gipsen Gl 3:388,43 (BStK726); accipe lapidem specularem id est gypsen ebd. 4:649,21 (BStK948) (lapis specularis, ‘Marienglas’, ist eine bes. Art des Gipskristalls)

MWB 2 795,56; Bearbeiterin: Baumgarte

gir Adj. auch gër (z.B. Wig ) und gijr ( HagenChr 1294 ). ‘begierig, verlangend, gierig’ der gire man VMos 75,11; den giren ubelen willen sin ebd. 75,23; in wirt so ger beiden dar / durch die liebe des wibes, / [...] / daz si beginnent prinnen / von der hitze der minnen StrKD 68,104; zu ezzen ist mir so gir, / daz ich daz leben kume han StrKD 58,II 172; di helede von Tyre, / des lebenes vil gîre, / di fuhten sô di wilden swîn SAlex 1316; Ägidius 168; ze strîte was in beiden ger Wig 7351; lâ dir sagen mêr. / wis an die vînt niht ze ger Helbl 15,274. – subst.: der [König] was der êren gar ein gir, / geheizen was er Avennir LBarl 69 (vgl. êrengir )

MWB 2 795,61; Bearbeiterin: Baumgarte

gir stF. auch gier. bezeichnet allg. einen inneren Antrieb ‘Bedürfnis, Verlangen, Begierde’ (vgl. begir , begirde , gër , girde ); in den meisten Verwendungen kaum von gër stF. zu unterscheiden. – bezogen auf natürliche Bedürfnisse und Impulse: nu begunde hungerlichiu gir / Rennewarten wisen da daz brot / lag Rennew 10730; wer des [Sees] trinkt, der wirt enzünt mit der prunst der unkäuschen gir BdN 483,16. 422,20 u.ö.; daz selbe süeze kint truoc ir / als süezelîche kindes gir, / als ein kint sîner muoter sol Tr 1938; durch iwer zuht lât zornes gir Parz 89,12; bei Wolfram in der Wendung die ~ verhaben für den Jagdinstinkt des Falken, der durch die Kappe unterbunden wird (meist übertr.): der dem grimmen vederspil die gir / verhabt Wh 317,6. 317,9; ein wîp mac wol erlouben mir, / daz ich ir neme mit triuwe war. / ich ger – mir wart ouch nie diu gir / verhabet –, mîn ougen swingen dar MF:Wolfr 3: 1,3; Parz 420,24. – negativ gewertet ‘Gier, Begierde’ den wil Satanas [...]cheren uon der guͦte mit der ubirmuͦte, / etlichen mit der kîre, etlichen mit nide GenM 17,29; Gen 551; swaz man in der welte siht, / des gert diu vleischlîche gir. / der ougen wünne lît an ir RvEBarl 4447; wertlich [l. werltlich ] gir und unrain geluͤst PrOberalt 5,22; diu gir nâch grôzem guote vil bœsez ende gît NibB 1554,2. – bezogen auf ein Streben, Wünschen oder eine Sehnsucht, meist in positiver Wertung (oft herzen gir): sîn gir stuont nâch minne / unt nâch prîss gewinne Parz 736,1; die helde treip der grimme zorn / zem strîte und mänlîchiu gier Wig 10943; der [der Hl. Geist] ist dir bî nâch dîner gir, / ob dû mit guotem herzen in / laden wilt in dînen sin RvEBarl 6832; oft das höfische Minnebegehren: och sagt uns d’âventiur von ir, / si wære ein reizel minnen gir Parz 508,28; mîn hôhe minne gernde gir / daz herze mîn unsanfte treit KLD:UvL 9: 3,3; friuntlich umbevang / [...] / möcht der werden mir, / tougen nâch mîns herzen gir, / trûren mich verbære SM: Ro 7: 3,5; ‘Absicht, Trachten, Wille’ rotes goldes hundert pfund [als Belohnung] . / die gib ich dir all hie zu stund / williclich mit guter gyer HvNstAp 945; an uns wirt niemer vollebrâht / iuwer unrehtiu gir RvEBarl 7873. – selten bezogen auf einen geäußerten Wunsch ‘Bitte, Forderung’ dîn wille ervüllet werde an uns nâch dîner gir / hie als in himelrîche durch dîn êre KLD:Kzl 18: 0,5; mit willen ich gehôrsam bin / dîner lêre und dîner gir RvEBarl 6109.

MWB 2 796,11; Bearbeiterin: Baumgarte

gîr stM. (sw. Boner 7,21 ). ‘Geier’ etleich sprechent, daz uns mangeu tier übertreffen an den fünf sinnen: [...], der geir mit dem smack (wan der smeckt daz âs gar verr) BdN 118,17; er [ Jeronimus ] des jach, sô manich ercenîe wær an dem gîr, same manich lit er hât Barth 154,27 u.ö.; valsch geziugen stalt er dar, / die des schâfes vîgent wân: / (swie sölt daz recht dâ für gân!) / ein wolf, ein gîrn, ein wîgen Boner 7,21; Gen 1551; Parz 387,26; KvWLd 32,297; vultur: gúre, avis VocClos Vu23. – auch als Bestandteil von Personennamen: Oͤrtolf der Geyer UrkCorp (WMU) 747,31

MWB 2 796,61; Bearbeiterin: Baumgarte

giraffe swF. ‘Giraffe’ (vgl. auch schraffe swM.): do sint ouch vil giraffin di sint gar schone an czu seen, si han lange helse und di vordirstin beyn lenger wen dy hindirstin MarcoPolo 70,16. 72,6

MWB 2 797,10; Bearbeiterin: Baumgarte

gîralt stM. ‘Spielmann, Gaukler’ der was eyn groes gebrechte / der gyralde ind varender luden Karlmeinet 296,4; da deͥ meystere deynint [den (pflichtmäßigen) Amtsschmaus geben (vgl. Schiller-Lübben 1,503)] , da in solin ingeyne gyralde syn, nog man nog wif, dan veyre UrkKölnAmtl 59 (a. 1320); gyralde, de spelude heysent ebd. 116 (um 1320?)

MWB 2 797,14; Bearbeiterin: Baumgarte

girære stM. ‘Habsüchtiger’ wie mach ein unreiner unkuschere. gyrere. wuͦchere. diep. ruͦbere. trenkere. luͦgenere. meineidere. mordere. verretere. der selden oder nimmer niht guͦtes tuͦt. wie mach der arme suͦndere gesprechen daz er guͦten willen habe. der mit susgetaner bosheit uͦbet bose werk? PrLpz (L) 53,40; Mechth 5: 23,131; wi ouch ste der selbe lebn, / is sy heilic unde gut / und vor wandel wol behut, / nicht si besiczen guten tac, / vuln si nicht der gyrer sac TvKulm 3774. alsolche girêre [die ihr Herz ganz mit Gott füllen wollen] , / die sint gote vil mêre, / sie gebent der werlde guoten kouf / unt sament tugende grôzen houf EbvErf 4609

MWB 2 797,22; Bearbeiterin: Baumgarte

girbe F. ‘Winde, Haspel’ gyrgillus: girbe Gl 4:186,63 (BStK938)

MWB 2 797,36; Bearbeiterin: Baumgarte

girde stF. auch gërde (z.B. LivlChr 36; Daniel 5898 ). bezeichnet allg. einen inneren Antrieb ‘Bedürfnis, Verlangen, Begierde’ (vgl. begir , begirde , gër , gir); Schwerpunkt in geistlichen Texten, in höfischen Texten selten und spät. – bezogen auf natürliche Bedürfnisse: swenne si des ersten swanger werden so sal man bewarn [verhindern] , daz in imant vornenne di spise, der man zu der cit nicht gewinnen mac. wan si gewinnen groze girde nach der spise SalArz 65,26; den vogeln gab er spise, / den dar nach stunde ir girde Minneb 5201. – negativ gewertet ‘Gier, Begierde’ die enphliehent des tîefales chelen nieht. die der nach werltlichen girden lebent JPhys 15,10; der oren habe, der hore daz / und laze manslacht, roub, girde, haz HeslApk 4282; also schuln wir tvͦn, so uns div girde rihtvͦmes begrîffi Spec 9,12; VMos 72,27; owê, daz iemer wîb ir êr engentzet / dur valscher minne girde SM:Tu 1: 2,6. – in neutraler oder positiver Wertung bezogen auf ein Streben oder eine Sehnsucht (oft herzen girde): unsern muͤt und alle unser girde, / die waize er [Gott] baz denn wir StrKD 12,245; er git reinez gemute, / todes vorhte, gotes minne, / rehtes girde, rehte sinne Wernh D 2758; si beide sich dâ flizzen / ûf ritterlîche wirde: / mit edels herzen girde / zesamne si gesprancten KvWTurn 198; dû solt nâch dîner girde / dâ vinden ein erwünschet leben KvWTroj 18910; ez ist mins herzen girde / daz ez [meine Taufe] geshehe in kurtzer vrist Rennew 2212; so wizze, bruͦder Rennewart, / daz ich muͦz des todes vart / durch ir minne girde varn ebd. 24865; zarter herre mine, [...], min herz soͤlte dich han gemeinet mit gantzer girde Seuse 298,15. – bezogen auf einen geäußerten Wunsch ‘Bitte, Aufforderung’ dâ von sô wil ich unde sol, / swie leide mir dar an geschiht, / erfüllen iuwer zuoversiht / und iuwer girde nû zehant KvWTroj 22849; nach diner gerde [:werde ] / wizze, daz daz vierde wilt / ist des vierden riches schilt Daniel 5898

MWB 2 797,38; Bearbeiterin: Baumgarte

girdelich Adj. ‘wünschenswert, begehrenswert’ unde fur nihte heten si erde die girdlichen [interl. zu terram desiderabilem ] PsWindb 105,24; dei urteile des herren wariu rehthaftigitiu an sih selbiu. girdlichiu [interl. zu desiderabilia ] uber golt unde stein den tiuren ebd. 18,11 u.ö.

MWB 2 798,14; Bearbeiterin: Baumgarte

girden swV. auch gerden. ‘begierig sein, verlangen’ sehent, wie sin hant vnd sin fúsz / nach mordes werck girdet Krone 24537; min herze nach siner truͥwe girdet TürlArabel *A 210,6; die miner herbergen gerden, / vil selden ich di werthe SüklU 57; UvZLanz 2859. – subst.: zuosamen was ir [der Ritter] gerden. diu swert sie geviengen Wigam (B) 609

MWB 2 798,20; Bearbeiterin: Baumgarte

girdic Adj. ‘verlangend, (be-)gierig’ sein edel hertze wirdich / tzu gueten sachen girdich / was Suchenw 13,164; swie daz ich nu leider sî / der êren gar unwirdic, / sô muoz mîn herze girdic / doch sîn nâ hôhen dingen Reinfr 3234; swâ sin nâ hôher minne / ist mit luste girdic, / ist dâ daz herze wirdic / sô lobelîcher minne, / diu minne tuot dem sinne / mit gedenken dicke wol ebd. 1115. man solte dich in eine gruobe / nu lange han versenket / [...] / wan du bist gar girdig / so lesterlicher fuore MinneR 418 (M) 126

MWB 2 798,28; Bearbeiterin: Baumgarte

girdiclich Adj., Adv. adv. auch -lîchen. ‘gierig, begehrend’ er [der Falke] stiez / ûf des rehten beizes spor, / als er dicke hât dâ vor / getân mit willeclîcher ger, / sô koment girdeclîchen her / in snellen fluken schier gevarn / zwên ungefüege grôze arn / und wolten ûf in ziehen Reinfr 13566; swenn sich der troun volendet, / sô wart diu schœn gephendet / girdeclîcher küsse ebd. 1651; ir [Marias] lob ist so ahtich, / ir gnade also mahtich / daz sie girdekliche ansehent / die engel vnd ir iehent / iemer ze keiserinne Wernh D 2617

MWB 2 798,39; Bearbeiterin: Baumgarte

girdisch Adj. girisch

MWB 2 798,50;

gîre gir Adj.

MWB 2 798,51;

girel Subst. gires

MWB 2 798,52;

gires Subst. auch giritse, girst, gers und gersch; bei Lexer irrtümlich als girel angesetzt (vgl. DWB 4,1,4,7385; Marzell 4,348). überw. als Glosse für verschiedene lat. Pflanzenbezeichungen (vgl. Etymol.Wb.d.Ahd. 4,370-372 u. 178f.): macedonicvm: gîres Gl 3:481,45 (BStK945); de ostricio: gerese vel ostriz ebd. 3:593,59 (BStK784); ostricium: giritse vel ostriz ebd. 3:598,26 (BStK431); astricia: girst ebd. 4:362,7 (BStK24); aristolotia: gers ebd. 3:522,2 (BStK261); aristologia longa: gers ebd. 3:547,30 (BStK455); olisatrum heizet gersch. des same mit wine genutcet heilet, da der tarant gestichet [...] hat Macer 96,1

MWB 2 798,53; Bearbeiterin: Baumgarte

girgele swF. obwohl lat. ocimus ‘Basilikum’ bedeutet, ist hier wohl die ‘Pastinake’ gemeint (vgl. Marzell 3,367 und → gerhilla ): ocimus herba: girgila SummHeinr 2:393,02.2; ocimum: girgel Gl 3:562,56 (BStK285); ocimus heizet girgele Macer 95,1; swelchez tagez man di gyrgeln gesse ebd. 95,4; wizzet, daz di girgele dem magen gesunt ist ebd. 95,5

MWB 2 799,1; Bearbeiterin: Baumgarte

girguot stN. übers. lat. mammona, abwertend für ‘Reichtum’ ir muͦget gote niht gedienen und dem girgûte EvBeh Mt 6,24; wan wer getrûwe ist in dem minsten, der ist ouch in dem grôzsten getruͦwe; und wer in dem cleinen ungetrûwe ist, der ist ouch in dem grôzten ungetruͦwe. und darumme ob ir nicht in dem unrechten girgûte getrûwe sît gewesit: waz ûwir ist, wer gloubit ûch des? ebd. Lc 16,11. Lc 16,9

MWB 2 799,9; Bearbeiterin: Baumgarte

girhaft Adj. ‘begehrend, verlangend’ ich bin des offenlichen wer / daz er gehœret nimmer mê / kein mære dâ von er bestê / ze triuwen alsô girhaft [nie eine Geschichte gehört hat, aufgrund derer er so begierig nach Treue zurückbliebe] KvWEngelh 201

MWB 2 799,18; Bearbeiterin: Baumgarte

girheit stF. ‘Verlangen’ – in positiver Wertung ‘Begehren, Streben’ ie gottes lob mer gebreitet wirt, ie ir girheit groͤsser blibet Mechth 1: 22,34; und beginnet [die Seele] denne ze gerende mit des aren girheit, so volget si der hitze uf ze himmele, wan es dunket si alles kalt und ungesalzen, das zergenglich is ebd. 5: 31,10. – in negativer Wertung ‘Begierde, Habgier, Geiz’ daz nemen wir selben âne strît / und ân aller slahte nît, / daz ist âne girheit LBarl 6793; van dir sint verre haz ind girheit, / diͤ machent sündich sunderlicheit MarlbRh 68,33; irdensche girheit verdilgget an úns das helige gottes wort Mechth 3: 7,3; ist her uf der girheit straze, / her sehe an Marien di maze Brun 5563; bewarit uch vor allir gyerheit, wen keyn genugunge ist an dem menschen an dem daz her besyczit EvBerl 110,30

MWB 2 799,24; Bearbeiterin: Baumgarte

giric Adj. 1 ‘(nach etw.) verlangend, strebend; gierig, habsüchtig’ (das semantische Spektrum ist gir und girde vergleichbar)
1.1 attr.
1.2 präd. (zu sîn , wërden , machen )
1.3 subst.
2 ‘Begehren, Gier hervorrufend’
   1 ‘(nach etw.) verlangend, strebend; gierig, habsüchtig’ (das semantische Spektrum ist → gir und → girde vergleichbar):    1.1 attr.: die kurtzen hant die hochvart, / die langen hant den girigen art Physiogn 220; die gedanke mîn si lucket, die fliegènt zuo zir geschart. / manic giric sin der flucket / nâch ir ûf die jagevart KLD:BvH 3: 4,3; ich hab anders nit gesehen / von ym [dem gut abgerichteten Falken] dann snellen, gyrigen stoz, / wenn ich ym fuͤr daz luder schoz MinneR 503 191. girige lûte, di widersprechen daz ermute unsis herren HvFritzlHl 81,28; der predier orden wart sere angevohten von valschen meistern, dar zuͦ von manigem girigem súnder Mechth 4: 27,4    1.2 präd. (zu sîn, wërden, machen): – mit Dat.d.P.: ezzen ist in [den Gänsen] lustig und ruoen und slâfen ist in girich BdN 169,12. – mit Gen.d.S./d.P.: síu máchet ín contemptorem [zu einem Verächter] állis írdisken gûotes: únte máchet ín gîregan dés êuuegen rîchetûomes Will 140,4; des wâren die prophêten giric KvWGS (G) 645; sie [...] waren des strites gierig Lanc 236,35; nu half aber ime, daz er genas, / daz sîn Urgân sô girec was Tr 16148. 6856; sie waren sin gierig, wann er yrn herren darnyder gestochen hett Lanc 241,4. – ~ nâch: er [...] was sô nîdic ûfe die / daz ein grimmer lewe nie / sô giric was nâch einem vihe KvWEngelh 2749; Claudas der was aber genöt und gyrig nach guͦt allewege Lanc 26,14; BdN 304,21. – ~ ûf: so was der heilige man / so girec uf gotes wort, / daz er den ewigen hort / immer nuwen luten maz Pass I/II (HSW) 21679; er izt auch ainen andern hecht, alsô gräuleich ist er von nâtûr und sô girig auf den raup BdN 254,12. 150,6. – ~ zuo: er wer zornig worden und girig zu stryt Lanc 57,29; [die Waldratte] ist gar girig zuo apfelsaf BdN 140,11    1.3 subst.: ih giriger Litan 532    2 ‘Begehren, Gier hervorrufend’ wil si sich denne huͤten [...] vor der girigen suͤssekeit aller irdenischer dingen, so mag si vollekomenlich minnen und got manig lob an allen dingen gewinnen Mechth 6: 1,150

MWB 2 799,41; Bearbeiterin: Baumgarte