glêtphenninc
stM.
‘Abgabe für eine Hütte, Scheune’
item xiii denarios cletphenning UrbNAlteich
495;
insuper dantur xiiii gledphenning ebd.
495
MWB 2 827,18; Bearbeiter: Helmich
glêtstat
stF.
auch glestat.
‘Stelle, auf der eine Hütte steht’
item duo gletstet solvunt iiii denarios UrkFreisÖst
3,568
(a. 1296);
man dient von einer glestat mitten in dem dorffe drei phfenning
UrkWSchott
127
(a. 1307)
MWB 2 827,21; Bearbeiter: Helmich
glettunge
stF.
Bed. unklar (vgl. DWB 4,1,4,7760 s.v. Glättung); ‘Speichel,
Schleim’ (?):
saliua: geyfer oder glettunge VocClos
Sa72
MWB 2 827,26; Bearbeiter: Helmich
glêve, glêvie,
glevîne, glevenie
stF.
→
glavîn
MWB 2 827,29;
glîchsen
swV.
→
gelîchesen
MWB 2 827,30;
glidemen (?)
swV.
ein bestimmtes Musikinstrument (
clîe
) spielen (vgl. Anm.z.St.; Eitschberger, Musikinstr.,
S. 38 und Felder, Krone, S. 570f.); oder zu lesen als glideme swM.
‘Jubel’? (so Lexer 1,1033):
schalmîen, floitieren, glidemen
[
bidemen:] / diu wol gemuoten herzen
erwegte Heidin II
2206
MWB 2 827,31; Bearbeiter: Helmich
glîdinc
stM.
Bed. unklar, wohl eher zu
glîen
stV. ‘Schreihals’ als zu
glîten
stV. ‘Schleicher’
hoert ir’z her Esel, [...] / her Galgenswenkel,
wend ir wars her Niemansvriunt, her Glîdinc, / ír sît wol des witehopfen
gnôz Boppe
3:2,2
MWB 2 827,37; Bearbeiter: Helmich
glîen
stV. (Ia)
vgl.
krîen
stV.
‘schreien’
si glei, daz ez vil lute erhal Tannh
2,62;
wie die megde den selben lobent! / wie sî glîent, wie sî tobent! Neidh
(HW)
42,6;
sie schrien, glien, gellen / gar úbel sich gehabende
/ an sant Johans abende SHort
2962.
– subst. ‘Geschrei’
dâ was ach unde wê, / dâ was ruofen unde schrîen, / dâ was zitern unde glîen
Tund
896.
– von Vögeln:
dô vunden si die reinen / mit klage und mit weinen. / als ein habech si kûme
glei Mai
31,5;
dô kam ein gîr gevlogen / und zuct dem adlar der jungen ein /
[...]. / er hôrte lûte glîen / und wêlîchen schrîen
Wigam (B)
1470
MWB 2 827,42; Bearbeiter: Helmich
gliffer
Subst.
→
gleffer
MWB 2 827,55;
glîme
stswM.
→
gleim
MWB 2 827,56;
glîmen
stV. (Ia)
‘glühen, glimmen’
sus quam Herôdes wider heim. / des zornes funke dannoch gleim / in sîme herzen
heiz als ê Erlös
3858
MWB 2 827,57; Bearbeiter: Helmich
glimme
Subst.
‘Funke’ (vgl.
glîmunge
):
alz der vater auf sich selben sach, do gebar er seinen einborn sun, do waz ein
glimme und ein minne, daz waz der heiligeist Eckh (J)
36,4
MWB 2 827,60; Bearbeiter: Helmich
glimmen
stV. (IIIa)
auch glommen (
Lilie
43,34,
vgl. dort die Einl. S. XX-XXI).
1 allg. ‘leuchten, funkeln, glänzen’
2 überw. in Vergleichen, Bildern, Metaphern ‘leuchten, glühen, glimmen’
2.1 geistl. 2.2 weltl.
1
allg. ‘leuchten, funkeln, glänzen’
smaragde, sardin, gimmen, / rubin sach man druz glimmen Baldem
124.
– subst.:
von fulem holze ein glimmen gat, / swenn ez die vinsterheit bestat, / daz
glimmen ez an im selben hat Frl
11:12,13.
– Part.-Adj.:
in dirre kraft ist got âne underlâz glimmende und brinnende mit aller
sîner rîcheit Eckh
1:35,6
2
überw. in Vergleichen, Bildern, Metaphern ‘leuchten, glühen, glimmen’
2.1
geistl.:
sin [Gottes] suͤzlich
vuͥr in min herze quam, / min herze danaf schein ind glam. /
[...] dat glimmen entfengd mich bit siner minnen
MarlbRh
97,8;
ein kint din [Marias] heilec lip gewan, / der
von dem gotes geiste enbran / alsam ein gluot diu glimmet KvWGS
463;
wan der minnenkole lit in in und glimet und
gluͤget Tauler
53,26
2.2
weltl.:
was dâ kein minne gernder man, / des herze mohte glimmen unde wehen
Heidin III
3817;
wat vroweden sal da in den invurigen hercen glommen Lilie
43,34;
ir brennende varb zwor ye glam / als in fuͤr ein
durres laub Minneb
738;
MinneR 433
327;
einer, der zu schalle ist gut, / mit worten glimmet als ein glut
Frl
5:63,18.
– Part.-Adj.:
diu [Isolde
Weißhand] viuwerniuwet ime den muot / mit der glimmenden gluot,
/ diu ime doch naht unde tac / betrochen in dem herzen lac Tr
19046
MWB 2 828,1; Bearbeiter: Helmich
glimsen
swV.
→
ûf glimsen
MWB 2 828,29;
glîmunge (?)
stF.
unklar, ob glimmunge.
‘Funke’ (vgl.
glimme
):
alz der vater auf sich selber sach, so gebar er sein einborn sun, do waz ein
glimung und ein minne, daz waz der heilig geist Eckh (J)
36,30
MWB 2 828,30; Bearbeiter: Helmich
glinc
Adj.
→
gelinc
MWB 2 828,35;
glindeht
Adj.
‘glatt, glitschig’
labilis: glat oder glindehte VocClos
La4;
lubricum: glat oder glindehte vt anguilla, vel labilis via dicitur lubrica
ebd.
Lu1
MWB 2 828,36; Bearbeiter: Helmich
glinden
stV. (IIIa)?
‘gleiten’
vnd mag geleiden hin / ein blinder einen andern blinden? / ist niht, daz sie
da beide glinden / zu falle hin in eine gruben? EvStPaul
6799
MWB 2 828,40; Bearbeiter: Helmich
glins
stM.
‘Glanz’
noch süzer dan dem hering dünke wazzers glins Frl
3:18,7
MWB 2 828,44; Bearbeiter: Helmich
glinsten
swV.
‘glänzen, leuchten, strahlen’ (hier Part.-Adj.):
daz meint diz glensternde [La.
glinstende
] liecht, / daz mit eren zu pflicht /
ewiclich bi gote was Pass I/II (HSW)
9033
MWB 2 828,46; Bearbeiter: Helmich
glinster
stFN.
vgl.
glanster
stM.
‘Glanz, Strahlen, Leuchten’
[Gott] riefe und riefe mir / und breche entzwei mine
bant. / din luchtunge quam zuhant / und iagete mit ir glinstere / besit min alde
vinstere Pass III
422,97;
hab mit mir vride, wan ich niht wol gesihe, / sus gât mir vor den ougen daz
gelinster Loheng
2176
MWB 2 828,50; Bearbeiter: Helmich
glinsteren, glinstern
swV.
vgl.
glansteren
,
glensteren
.
‘glänzen, strahlen, leuchten’
1 eigentl. 2 übertr.
1
eigentl.:
im [einem Mann] glinsterten die
ougen / als ein lampe die tougen / brinnet in liechtes glesten Daniel
6591;
geber der rechten lere / glinstern sam des himels liecht
ebd.
7305;
swelchez [Gebein] du sies glinstern / als ein
vuwer, daz ist min [des Apostels Bartholomäus]
Pass I/II (HSW)
32608;
Pass III
544,54;
kameren [...] bedakt mit golde unde mit silbir und
gemolt gar schone und geczirt, also das das glynstert kegin der sunnen
MarcoPolo
29,25.
– subst.:
die sunne, die sich vor erbot / mit schonem lichtes glinstern, / die
begonde nu ervinstern Pass III
555,7;
wan si beluchtet schon der tac, / der sterne glinstern
man nicht mac / gesen in ires schines macht Hiob
3138;
ach, lylgen, uwer glinstern / beginnet nu zu vinstern
Daniel
2919.
4334;
Pass I/II (HSW)
9322.
– Part.-Adj.:
di stimme des loufenden rades und des krischenden
pferdis und des ruschenden herwaynis [Kriegswagen] und
des ufsitzenden riteris und des blankenden swertis und des glinsterndes speris
Cranc
Na 3,3;
undir disen gelitten / sint pfaffin ouch enmitten, / dî
eine werde stat dâ hânt / und sullin sîn gemant, / daz sî in des vridis stunt /
glinstirnde sam dî vunkin tûnt NvJer
858
2
übertr.:
alle vrowen ich meine, / elich, witwen, die reine / sint hie
bi des libes craft, / [...], / glinstern an guten werken, /
die cranken wider sterken Daniel
1989;
durch truren min ouge vinstert, / von zorne min herze
glinstert Hiob
6948.
– subst.:
wan diz truren unbequeme / der vernumphte lichtes
glinstern / machet truben und vinstern Hiob
7571
MWB 2 828,57; Bearbeiter: Helmich
glinsterwîʒ
Adj.
‘glänzend weiß’
schone, glanst mugen wol sin / priestre, wand von irme schin
/ sprichet der propheta war / Ezechyel offenbar: / ‘glinstir wiz sint sie vil
me / wan des winteris der sne [...] liechter vil wan ein
saphier / an tugenden, clarheit, zier.’ Daniel
2273
MWB 2 829,26; Bearbeiter: Helmich
glinzen
stV. (IIIa)
‘leuchten, schimmern, glänzen’
ouch was daz weter alsô vîn / und alsô glanz diu sunne, / daz
von ir michel wunne / sich huop ûf der plânîe KvWTroj
1141;
man sach an in den gotes flîz: / [...] / dar under
lechelîchen / glanz ein munt durchliuhtic rôt / al werbende vriundes herzen nôt
UvEtzWh
1669
MWB 2 829,32; Bearbeiter: Helmich
glipfen
swV.
‘ausgleiten’
eya herre, wer sol mir des gehelfen, das ich alle mine wege
also wandele, eb ich glippfe, das ich nit valle? Mechth
6: 38,11
MWB 2 829,39; Bearbeiter: Helmich |