Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
      grebnisse stF.
      grech stM.
      grechel stN.
      greck stM.
      grêde stswF.
      grêden swV.
      gredmich Subst.
      greffe Subst.
      gregel stM.
      greibe Adj.
      greifen swV.
      greific Adj.
      greine (?) stSubst.
      greinen swV.
      greinigen swV.
      greip (?) Adj.
      grël Adj.
      grelle swF.
      grëllecheit stF.
      grëllen stV. (IIIb)
      gremede stF.
      gremelich Adj., Adv.
      gremen swV.
      gremic Adj.
      gremiclich Adj.
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   grebnisse - gremiclich    


grebnisse stF. auch grabenusse. ‘Grabstätte’ si ouch walgten und erwegten / einen stein michel grôzen, / der wart gevûget und gestôzen / gelîche vur des grabes tur / und wol gevezzent ûzen vur. / in der nâhe daz ergînc, / dâ man di grebnis înbevînc [bedeckte, einschloss] JvFrst 11266; (daz selbe selgret), daz wir so offenlich mit vnsern triwen biͤ vnsern frivnten vnd bi den lantlauͦten gestetigt haben vnd vervestent dazz [l. da ze ] Ranshouen ze der grabenvsse vnsers bruders Chuͤnens UrkCorp (WMU) 2899,33

MWB 2 909,26; Bearbeiterin: Baumgarte

grech stM. ‘untergeschobenes Kind, Bastard’ (vgl. Bech, Germ. 9 (1864), S. 336): Eckerich sprach: ‘du vngetruwes wip, / dz der grech schende dinen lyp! / wy meinestu, dz yer kein man / in mine kemmenaten doͤrste ghen, / he mieste dar ymme sterben / vnd den dot erwerben?’ KarlElegast 689

MWB 2 909,37; Bearbeiterin: Baumgarte

grechel stN. ‘untergeschobenes Kind, Bastard’ ouch hete er des vil grôzen ruom, / , / daz er daz göuchel [La. grechel ] hæte gezogen SchneekindA 58

MWB 2 909,44; Bearbeiterin: Baumgarte

greck stM. gricke

MWB 2 909,48;

grêde stswF. s.a. 1grât . 1 ‘Stufe’
1.1 ‘Podest’ auch ‘stufenartiges Unterlager für Waren’ (vgl. Glr.z. StrMünch )
1.2 in weiterem Sinne ‘Schritt, Abschnitt’
1.3 übertr.
2 ‘Treppe, Leiter’ (meist nicht sicher von 1 zu unterscheiden)
   1 ‘Stufe’ die sehs grede, die hin zvͤ dem stvͤle [Salomos Thron] giengen Konr 18,37; vnd waren sehs greden die dar vͦf giengen ebd. 18,6; sus sâzen si dâ bêde / durch ruowe ûf einer grêde Wig 7243; darnach do sach ich das sich der himel uff tet ob mir, und das wunneklich gret von dem himel herab giengent untz an die stat da ich was Stagel 58,18; auch sol under iedem toͤr ein kyeser [Prüfer von gängigen Maßen und Münzen] sin, und ienhalb Meins auch einer, uf den greden zwene, einer an dem eyermarkte, [...] WüP 65,3. 23,2    1.1 ‘Podest’ auch ‘stufenartiges Unterlager für Waren’ (vgl. Glr.z. StrMünch ): der toufnapf was ein rubbîn, / von jaspes ein grêde sinwel, / dar ûf er stuont Parz 816,21; swer salz uf dem margte chauffet, der sol ez niht uf den marcte setzen, er sol ez setzen uf ein grede oder in sein haus StRMünch 268,21; swelich gast wein herpringet, den er verchauffen wil hie ze Muͤnichen, den sol er in chainen keller legen; er mag in aber legen auf ein gred oder in ain gewelb, biz er in verchauffen mag ebd. 408,28    1.2 in weiterem Sinne ‘Schritt, Abschnitt’ sich [ ecce ] , ich wil widirkeren lasen den schaten [auf der Sonnenuhr des Ahas] [...] zurucke zehen striche widir durch di grete, an den er sich [bereits vorher schon einmal] gesenket hat [ decem lineis per gradus quos descenderat ] Cranc Jes 38,8 hierher?: an die alden grede gan i.S.v. ‘einen Schritt (in der Erzählung) zurück gehen’ hie mvz ich dise rede lan / vnde an die alden grede gan, / sagen gemach vnde vngemach, / waz Achilles svne geschach Herb 17803 (vgl.: hie mvz ich dise rede lan / vnde griffen an die alde ebd. 16915 )    1.3 übertr.: die lanttherrenn sind ain zu gabe unnd ain merung des reichs, unnd von in wirt getziert der hof und geordent das reich in ir graden [ in gradibus, vgl. grât ] . du wedarfft wol der pesstenn ordnung an ir gredenn [ in gradibus ] unnd an ir ordnunge [ in dispositionibus ] HvHürnh 73,2    2 ‘Treppe, Leiter’ (meist nicht sicher von 1 zu unterscheiden): der sælige bâbst gienc dô / von oben eine grêden abe / in die gruft zuo dem grabe LvRegFr 4991

MWB 2 909,49; Bearbeiterin: Baumgarte

grêden swV. 1 ‘Stufen anlegen, mit Stufen versehen’
2 ‘degradieren’ (vgl. engrêden )
   1 ‘Stufen anlegen, mit Stufen versehen’ si giengen geinme palas, / dâ hôch hin ûf gegrêdet was Parz 186,16; ûf durch den palas einesît / gienc ein gewelbe niht ze wît, / gegrêdet über den palas hôch ebd. 589,3    2 ‘degradieren’ (vgl. engrêden ): der sol im sin reht tun: er sol in greden, daz ist er sol im sin phaeflich ere nemen DRW 4,1080 (Schwsp.(R.); a. 1275/1287)

MWB 2 910,28; Bearbeiterin: Baumgarte

gredmich Subst. aus lat. crede michi (vgl. SchweizId 2,705 s.v. Greding M.). Brot, das in Klöstern gebacken und als Lohn oder Geschenk Dienstleuten gegeben wurde (SchweizId ebd.): 350 et 319 maltera tritici in pane qui dicitur gredmich, gredemich SchweizId 2,705 (Expense frumentarie Monasterii Abbat. Tur.; a. 1328) u.ö.

MWB 2 910,36; Bearbeiterin: Baumgarte

greffe Subst. ‘eine Handvoll’ (vgl. Etymol.Wb.d.Ahd. 4,604; s.a. goufe ): pugillus: gel, greffe Gl 3:362,62 (BStK726)

MWB 2 910,43; Bearbeiterin: Baumgarte

gregel stM. greʒel

MWB 2 910,46;

greibe Adj. greip

MWB 2 910,47;

greifen swV. ‘tasten, greifen’ (s.a. grîfen stV., mit dem es schon im Ahd. Vermischungen gibt, DWB 4,1,6,14f.): ze jungeste genante er [fasste er, Marjodoc, Mut] / und gie vil lîse dar în / und envant dâ lieht noch mânen schîn; / [...] sus gienger [...] greifende mit henden / an mûren unde an wenden, / biz er zir beider [Tristan und Isoldes] bette kam Tr 13591; den vogel er mit sinne / gegreifte WhvÖst 7237; wan unz dar so gangen wir als die blinden schlichen, und greifen umb úns und wissen nit wa ald wie Seuse 387,12; Fridepreht der junge / greif ir an daz künne: i’n weiz, nâch wiu der tôre greife Neidh WL 31:4,8; BdN 378,10. – im Bild des Jagdhundes, der das Wild aufspürt: nu begunde Rennewart / nach der heiden vart / vaste umme sweifen / und nach ir shaden greifen, / als ein hunt tuͦt nach dem tiere Rennew 782. 26730. 27562

MWB 2 910,48; Bearbeiterin: Baumgarte

greific Adj. grîfic

MWB 2 911,1;

greine (?) stSubst. ‘Schaden, Leid’ (vgl. greinen ): ein wazzer chlain / daz da nieman taͤt ein grain, / swellet [staut] mans ein chlain zeit / und laz dann rinnen, ez pricht weit / und wiͤrt ein grozzer guͤzz der van Teichn 123,36; und chumpt doch an under mach [ohne eine weitere Zutat] / allew dinch von got allain, / dem guten gewin, dem posen grain ebd. 42,24. – hierher i.S.v. ‘Verhängnis’ (?): do got der herr geschuf die engel reine / clar erscheine [3.Sg.Prät. mit epithetischem e?] , / daz ich meine, / daz waz an in wandelz greine [im Anschluss wird vom Fall Luzifers und seiner Engel berichtet] PvReichenb 2:3,21 (RSM ^1PeterR/2/1)

MWB 2 911,2; Bearbeiterin: Baumgarte

greinen swV. ‘jmdn. grînen machen, jmdm. Kummer/  Schaden zufügen’ do sprach der herr zu dem richter: / ‘warumb tustu nicht ein recht?’ / ‘ez ist ener ein edel chnecht’, / sprach der richter, ‘der in grainet.’ Teichn 46,11; wen man da [im Himmel] gechroͤnet sicht, / der wiͤrt nymmer mer gegrainet ebd. 52,41; got der sprach: ‘wer phaffen grainet, / der hat mir mein aug betrubt.’ ebd. 167,68

MWB 2 911,15; Bearbeiterin: Baumgarte

greinigen swV. ‘jmdn. grînen machen, jmdm. Kummer/  Schaden zufügen’ swâ man witiben unde weisen / greinigt unde pînet, / als hie ze Gunse schînet, / dâ tuon ich [ ein phaff und ein begeben man ] wider mîn reht Ottok 31408

MWB 2 911,23; Bearbeiterin: Baumgarte

greip (?) Adj. ‘herb’ (vgl. DWB 4,1,6,5 s.v. greibe): Tyrus in [Pilatus] so wol zoch, / daz er dem bruder [dem leiblichen Sohn des Tyrus, seinem Ziehbruder] wart ze hoch / an dem vbirmute, / an gift vnde an gute, / [...]. / iezo hete sih behaft / under in beider sit / der clebere [klebrige] unde der greibe nit Pilatus 2,194

MWB 2 911,28; Bearbeiterin: Baumgarte

grël Adj. ‘angriffslustig, grimmig’ ze nötten waren sy [die Krieger] grell, / iere ross unmassen schnell / ze ernste und ouch ze schimpffe GTroj 18453; wer heizt si [die Vorboten des Sterbens] ilen, daz si loufen also snel? / daz tuot der tot, des muot ist uf mich worden grel Regenb 3,345b; dú girheit het iemer einen grellen [laut fordernden] munt Mechth 4: 4,17. 4: 15,11; ich mache ir [der kunstlosen Kritiker] itteslîchen grel [fordere sie heraus] , / daz er mit schanden swîgen muoz, / der mîne wâre mit sîme valsche koufet Rumelant (R) 7:2,13. – positiv gewertet: der win [Reuetränen] ist svͦze vnde also grel [von starker Wirkung] , / daz er dvrchsvͦzit godis mvt, / daz er des menschen willen dvt PrHess 27,92

MWB 2 911,35; Bearbeiterin: Baumgarte

grelle swF. eine (nicht ritterliche) gegabelte Stichwaffe, ‘Sturmgabel’ (Englisch, Ernst, S. 29): got gebe daz ein ruzige grelle / noch durch in werde gestochen, / so wurde ich an im gerochen Erz III 56,492; swaz sie ir [der Feinde] bringen mohten nider, / die wurden dem vurbvuozvolc [den Mannschaften, die das Schlachtfeld "säubern"] alle ze teile sider, / von den durch sie gestôzen wart manic grelle Loheng 2876; sy eylten zu den schiffen, / zu spissen und zu grellen HvNstAp 3168; Ottok 96323; MarcoPolo 34,8; Secret 2815; Pass I/II (HSW) 16993. – in rechtl. Bestimmungen: alle burger unde kouflute, di zu der stat gehoren, [...] wo si wanderen in des konigis lande, da mugen si vuren spitze, swert, grellen, armbrust unde bogen StRFreiberg 233,22; wer zv sulchen krige [Streit] mit ayner grellen oder mit ayner glizen oder mit einem sper gegangen oder geloufen chvmt StRPrag 28

MWB 2 911,50; Bearbeiterin: Baumgarte

grëllecheit stF. ‘Gereiztheit, Aggressivität’ ich pflige an ir des grimen hochmuͦtes und der geswinden wisheit und der kreftigen girheit, und ich wise von ir alle barmherzekeit, und ich heisse zornige grellekeit, die geistliche herzen stoͤret Mechth 4: 17,30; allerleige ander untugende di der sêle ungesunt sint, alse grellichkeit des gemutes und unstêtikeit des willen und zorn ader [l. oder ] entsetzunge des herzin ader der siten HvFritzlHl 59,11

MWB 2 912,5; Bearbeiterin: Baumgarte

grëllen stV. (IIIb) s.a. grallen V. und grillen V. einen durchdringenden Ton von sich geben, ‘kreischen, greinen, maunzen’ u.ä., auch ‘zirpen’ sît mîn houbet / maniger leie dœne gewan: / sieden, diezen, siusen, singen, / zwitzern, grellen, snurren, klingen Renner 5; si [Kaiser und Hirte] werdent beide blôz geborn / [...] / wenne si sint beide nâch erfrorn / und grellent als zwô junge katzen ebd. 19101; der stolze grille niht anders gert / denne daz er loufe und springe snelle / durch büsche, durch brâmen, und lûte grelle, / und über die liehten heide ebd. 5574; wol hin, du fuler helle stanc, / du nezzelfluch! des wirt din laster grellen [sich deutlich bemerkbar machen ( ?)] Frl 7:32,12

MWB 2 912,15; Bearbeiterin: Baumgarte

gremede stF. auch gremde; vgl. gremen swV. und gram stM. 1 ‘Zorn, Feindseligkeit, Missgunst’ (der Übergang zu 2 ist fließend)
2 ‘Anfeindung, Nachstellung, Grausamkeit; Not, Leid’
   1 ‘Zorn, Feindseligkeit, Missgunst’ (der Übergang zu 2 ist fließend): dâvon [dass der Teufel viele Christen verführt] got wart gewant in vreis, / in zorn, in gremde suire, / der doch von nâtuire / ist semfte, sûze, wolgemût / und ob allir gûte gût NvJer 21828; dî huisir mîn in gremdin / besitzin gar dî vremdin ebd. 22024; und [der Teufel] sante prediger an sie, / so daz sie [...] / mit honic triefender zungen / an scheflicher zemde / mit wolflicher gremde, / den rifen samen meten [mähten] / den Cristes boten seten HeslApk 13516; die zu gote tragen gremde ebd. 17844    2 ‘Anfeindung, Nachstellung, Grausamkeit; Not, Leid’ hîvon [weil er sich zum Christentum bekannte] er grôze gremde leit / unde vîentlîche nôt, / dî im mit urloige bôt / sîn ummesezne lantdît NvJer 12094; von dvͦfelicher gremede / al da vil manige schemede / von ziden da zvͦ ziden / mvͦz man an ende liden PrHess 15,605; so si wir geworcht den vremeden / nicht wen zu eweclichen gremeden, / dye den abys [Höllengrund] han gebuwet HeslApk 120. 17015 u.ö.; der man uf sinen kerp [wohl: ‘zu seinem Vorteil’; christl. wäre auch ‘zu seinem Schaden’ möglich] / vil baz berichtit sin gewerp / wen daz he dem vremdin / hulfe in sinen gremdin PfzdHech 213,24

MWB 2 912,29; Bearbeiterin: Baumgarte

gremelich Adj., Adv. auch gramelich; adv. auch -lîchen; überw. in Texten der Heldenepik und Chanson de geste zur Beschreibung kriegerischer Gemütszustände und der Auswirkung kriegerischen Handelns; daneben auch des Zorns eines strafenden Gottes. 1 ‘feindselig, wütend, grausam’
1.1 zur Beschreibung von affektiven Zuständen
1.2 zur Beschreibung der Heftigkeit und Grausamkeit von Ereignissen, Sachverhalten und Handlungen
1.3 adv.
2 ‘wild, bedrohlich, gefährlich’
   1 ‘feindselig, wütend, grausam’    1.1 zur Beschreibung von affektiven Zuständen: mit gremelîchem muote diu küniginne sprach / ‘wer hât dir erloubet [...] den gemach [um den Brief zu lesen] ?’ / [...] / dô viel im vor vorhten der brief ûz der hant WolfdA 478,3; nu was der herre Dietrîch / durch sînen muot gremlîch / erhertet in den sinnen / daz er mit unminnen / vil guoten rûm wolde hân Bit 11226. 6413; daz her [Christus] zur erden queme, / [...] / die menscheit zu irlosen, / swie wol her der bosen / irkante gramelichen nit HeslApk 17701; der [Richter des Jüngsten Gerichts] schinet danne gramelich, / als allez unrecht richtet sich ebd. 20265    1.2 zur Beschreibung der Heftigkeit und Grausamkeit von Ereignissen, Sachverhalten und Handlungen: schirmens und bereitens tet dir nie sô nôt. / dir nâhet sicherlîche der gremlîche tôt WolfdD (J) 6:159,2; si tâten an den liuten diu gremelîchen leit OrtnAW 520,3; dô brâhte man der helde driu tûsint unde mêr. / si wânden niht erwerben alsô gremelîchiu sêr NibC 1506,4; NibB 880,2; NibA 1906,4; an mir und mînen friunden der schade ist gremelîch. / wir wolden Rüedegêren getragen haben dan NibC 2373,2; dirre louf [des Geköpften] [...]was gremelîch NvJer 11774    1.3 adv.: dar nach wirt im widersait / gremlich [wird ihm der Krieg erklärt] von des westen her [Herr] Daniel 7215; die ringe wurden versniten / so gremlich mit den swerten Dietr 3364; Rab 442,1; NibC 2424,3; din [Marias] jamerliches clagen und den wuͦff, so du dar umb hattest, daz din suͤsses kint als gremlich was ertoͤdet Seuse 546,16. 68,6; Cranc Vorr. Abd 330,9    2 ‘wild, bedrohlich, gefährlich’ ‘ich sach daz gerne, / dô er sô gremlîchen saz / und man im daz helmvaz / abe lôste und im daz swert nam: / er was ein wênic worden zam’ / sprach diu küniginne Bit 12675; der dritte der gesellen [Hagen] der ist sô gremelîch, / (unt doch mit schœnem lîbe, küneginne rîch) / von swinden sînen blicken, der er sô vil getuot. / er ist in sînen sinnen, ich wæne, grimme gemuot NibB 413,1; NibC 1704,4; den vianden was er [Kaiser Karl] gremelich, / den armen was er heimelich Rol 697. si ersprancten mit ir schalle ein tier vil gremelîch, / daz was ein ber wilde NibB 946,3; Johannes evangeliste / sagit uns wie er sehe / ein dier vil spehe / ein dier vil gramelich LAntichr 673

MWB 2 912,56; Bearbeiterin: Baumgarte

gremen swV. ‘jmdn. erzürnen, wütend machen’ – mit Gen.d.P: do sich der ray so zerlie, / ye ain man und ain frowe gie / und sassent sunder in daz graß. / an manger stat schatt da was / von bernden, blügenden bömen. / ich sach nieman da grömen / dez andern in gevärden MinneR 439 510. – mit Akk.d.P.: alle di got den guͦten / da in der einoten gremeten / Jesus der gotes genanne [der Namensvetter Gottes; gemeint ist Josua] / der leite si dannen / zu der burc ze Iericho VMos 68,29; hierher auch (vgl. Anm.z.St. und bes. zu Herb 61 ): daz ir vurgeben vch sus grimet [:gezimet ] Herb 8266. – refl. ‘wütend werden’ diu henne von ir hûben / siht den schate strûben, / vor zorne schütt sie ir gevider, / sô briustert sich der schat hinwider. / alsô ist enem, der sich gremt Helbl 2,1245. – intr. (?): wie dú helle bremmet und in sich selber gremmet Mechth 3: 21,64 (Vollmann-Profe, Mechth. setzt hier grimmen )

MWB 2 913,45; Bearbeiterin: Baumgarte

gremic Adj. ‘missgünstig, feindselig’ wir suln uns vlîzen alle zît, / daz wir den wîsen wol behagen / und vliehen ungemuote zagen, / die wîbes êre gremic sint / und eiter in den zungen tragen Winsbeckin 44,6

MWB 2 914,1; Bearbeiterin: Baumgarte

gremiclich Adj. ‘feindselig, zornig’ (?), hier als Bestandteil eines Personennamens: Rvͦdolf Graͤmiclich UrkCorp (WMU) 3472,1

MWB 2 914,6; Bearbeiterin: Baumgarte