Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
      grüenlich Adj.
      grüenloht Adj.
      grüensol Subst.
      grüenunge stF.
      grüenvar Adj.
      grüeten swV.
      grüeʒen swV.
      grüeʒen stN.
      grüeʒenlîche Adv.
      grüeʒer stM.
      grüeʒic Adj.
      grüeʒunge stF.
      grüffelîn stN.
      gruft stF.
      grüllen swV.
      grumat stN.
      grumatwise stF.
      grundel stM.
      gründel stN.
      grundelôs Adj.
      grundelôselich Adj., Adv.
      grundelôsicheit stF.
      grundelôsiclîche Adv.
      gründen swV.
      grunderëbe F.
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   grüenlich - grunderëbe    


grüenlich Adj. ‘grünlich’ [des Smaragdes] gruenliche brune [Glanz] HeslApk 7935

MWB 2 965,51; Bearbeiterin: Herbers

grüenloht Adj. ‘grünlich’ Medus ist ain stain, der [...] ist ain tail grüenlot BdN 452,25

MWB 2 965,53; Bearbeiterin: Herbers

grüensol Subst. Herkunft von -sol unklar, vgl. SchweizId 7,768; DWB 4,1,6,960. ‘Gartenminze’ mentastratum: gruͤnsol, gruͦnsol VocOpt 50.208

MWB 2 965,55; Bearbeiterin: Herbers

grüenunge stF. ‘das Grünwerden, Wachstum’ des menschen sel [...] hat auch die kraft der sel der tyr mit werk der synn, der pawm sel mit gruenung, wachsunng, zünemung KvMSel 119; also hat sy [Seele] dreyerlai kraft: vegetabilem, sensibilem, racionabilem, [...] die kraft, die da geyt wachsen vnd merung vnd gruenung dem leib, die haist vegetabilis ebd. 502. 520

MWB 2 965,58; Bearbeiter: Tao

grüenvar Adj. ‘grünfarbig’ he [Smaragd] is so gruͤn, dat he andre sachen / bit siner gruͤnheit mach gruͤnvar machen MarlbRh 117,36; daz fröschel ist grüenvar BdN 306,13; iedoch ist ainer lai der paum, der [...] ist grüenvar an dem holz und smeckt sam die rauten ebd. 356,28 u.ö.

MWB 2 966,1; Bearbeiter: Tao

grüeten swV. ‘grün sein’ jan ruochte ich ob der boume gruot / niemer mêre grüete, / dun gnâdest mir und sîst mir guot / durch wîplîche güete HartmKlage 1792

MWB 2 966,7; Bearbeiter: Tao

grüeʒen swV. auch grützen PrWack 46,157; gir-/ger- Gen 2753. 1447. 1742; Himmelr 9,10. 1 ‘jmdn. bedrängen, (mit einer Waffe) angreifen’
2 von Bedürfnissen, Krankheit, Alter, Sorgen: ‘jmdn. befallen, peinigen’
3 ‘ein Tier antreiben, hetzen’
4 ‘jmdn. ansprechen, anreden, anrufen’
4.1 ‘jmdn. in Bezug auf etw. ansprechen, in bestimmter Weise anreden’
4.2 ‘(Gott, Götzen) anrufen, anbeten, verehren’
4.3 ‘jmdn. (zum Kampf) herausfordern’
4.4 ‘jmdn. anklagen, zur Rede stellen’
4.5 ‘jmdn. (mit Worten, Gebärden) grüßen, begrüßen’ , bei Begegnung und Zusammentreffen als Ausdruck der Höflichkeit, Ehrerbietung oder des Wohlwollens
4.5.1 allg.
4.5.2 ‘jmdn. (bei seiner Ankunft) mit einem Gruß empfangen, willkommen heißen’
4.5.3 in Grußformeln (vgl. Bolhöfer, Gruß)
4.5.3.1 gegrüezest sîst dû u.ä.:
4.5.3.2 got grüeze iuch u.ä. ‘Gott sei dir gnädig’
4.6 ‘jmdm. (beim Abschied) Wohlergehen wünschen’
4.7 ‘jmdm. jmds. Gruß übermitteln, jmdn. von jmdm. grüßen’
5 ‘jmdm. freundlich begegnen, jmdn. wohlwollend behandeln’ , teilweise auch als übertr. von 4.5 auffassbar
   1 ‘jmdn. bedrängen, (mit einer Waffe) angreifen’ alsô den lewen oder die lêwinnen iemen getar wekchen, / sôs er ligit ruowen [...], / same giturrin vîante dîn iuweht dich giruozen. / / sô dû bist fridelîchin in dînen rîchin, / sô dû lîst, slâffest [...] : / si firbernt dich gare Gen 2753 (vgl. Gn 49,9); disen hie, dort ienen / gruzter mit grozzen slegen Herb 8813; das [Ungeheuer] pegund er grussen / mit herten slegen auff den kragen HvNstAp 5120; ich vürhte niht dîn zürnen noch dîne drô. / ich wil dich hiute grüezen mit dem swerte mîn RosengD 512,3; ich wil dich grüezen baz, / sît du mir hie bist komen ûf des strîtes vart ebd. 370,4; er hête ir vil gegrüezet des lîbes [abh. von zil ] an ein zil [bis zum den Tod] , / die von sînen handen vor im zerhouwen lâgen Kudr 1429,2; biz manic kuͤnc do sich / unminnenclichen gruͦst, / der stich mit slage wuͦst [zunichte machte] WhvÖst 8123. in gruͦzet hiute min swert, / ich pringe in in not Rol 6179; RosengD 513,3    2 von Bedürfnissen, Krankheit, Alter, Sorgen: ‘jmdn. befallen, peinigen’ ich wæne, ie dere durften [Gen. Pl. Fem.] deheiniu geruozze [keines der (irdischen) Bedürfnisse bedrängt (die Seligen im Himmel)] Himmelr 9,10; sô in diu suht grüeze Barth 151,9; swer danne hat behalten / sine sunde ungebuzet, / unz in daz alter so gruzet, / der stirbet danne vil lihte / ane riwe und ane bihte StrKD 132,144; mich grüezent iemer sorgen / zem êrsten an dem morgen Freid 58,23. – von Gott, ‘mit Krankheit heimsuchen’ ein abt was dike gewonlich siech, vnd eines iares vermeid in der siechtag. do weind er vnd sprach: herre got, hest dv mich verlassen, das dv mich in disem iare nv́t woltest grvͤssen? VitasPatr 242,26    3 ‘ein Tier antreiben, hetzen’ dô gruoztern [Iwein den Löwen)] als einn suochhunt Iw 3894; daz her [der Jäger] nicht en blâse noch die hunde nicht en grûze SSp (W) 2:61,4; SchwSp 108a; WhvÖst 3448. 3421; daz ich in [Jagdhund] mit jagen solde grüezen Hadam 385,7; daz ros begunde er grüezen / ze beiden sîten mit den sporn StrKarl 6112. – ‘auf etw. (Wild) Jagd machen’ mit valkchen und mit plafuessen / sach mans auf raiger paissen [La. grussen ] Seifrit 7998    4 ‘jmdn. ansprechen, anreden, anrufen’    4.1 ‘jmdn. in Bezug auf etw. ansprechen, in bestimmter Weise anreden’ únser suéster íst nóh wênag [...]. wáz tûo wírs nú: só síu hîrates scál gegrûozet uuerdan? Will 141,3 (Ct 8,8); maniger grüezet mich alsô [...]: / ‘Hartman, gên wir schouwen / ritterlîche vrouwen’ MF:Hartm 15:1,2; keyne suster in muz die andere mit namen gruzzen [ appellare ] wan die obersten sollen ir iungeren heiszen suster, vnd die iungen sollen ir obersten heizzen nunnen BrEb 63; si grûzten in alse einen kuninc. / er sprach, wes si gedêhten, / daz si ime kuninges namen ane lehten, / sô er kunincrîches nit ne hête SAlex 433    4.2 ‘(Gott, Götzen) anrufen, anbeten, verehren’ so dich [Gott] dinere gnaden bitent die zwir zwelf herren [24 Ältesten (Apc 4,4ff.)] , / [...] unde dir dar umbe ire coronas ze eren versellent / unde bietent sich dir diemuoticliche ze fuozzen, / daz si dich mit eren lobeliche gruozzen / umbe unser ewigiz heil Himmelr 12,22; do wolde er nicht bvzzen / vnt got mit nichte grvzzen Warnung 3082; wiltu, daz wir gruzen / dine gote und opfern in, / so la sie brengen aldort hin, / bi daz wazzer vollen na Pass III 172,76    4.3 ‘jmdn. (zum Kampf) herausfordern’ dô hôrter daz geriten kam / des selben waldes herre. / der gruozt in harte verre / als vîent sînen vîent sol Iw 1002; swer iuch dar umbe grüeze, / dem ir vil lasters hât getân, / der woltez doch durch vorhte lân Parz 89,24. – gerichtl. zum Zweikampf: grûzet man einen man zu kamphe SSp (W) 2:3,2; SchwSp (W) 404,48; ab her in zu rechte [dem Recht entsprechend] gegrûzet hât SSp (W) 1:63,2; swer kamphlîche grûzen wil einen genôz ebd. 1:63,1. 3:35,2; StRGörlitz 458; weitere Belege s. WMU 1,763    4.4 ‘jmdn. anklagen, zur Rede stellen’ ne mach hers niht gebûzen, / daz ir in welt grûzen, / [...] sô [...] En 5452; miner missetat, [...] der ich mus vor dem gerichte mit angest zu antworte stan, da nimant mac vorsprechen han, [...] da mancher unsanfte wirt gegruset Macer Reimvorr. 26    4.5 ‘jmdn. (mit Worten, Gebärden) grüßen, begrüßen’, bei Begegnung und Zusammentreffen als Ausdruck der Höflichkeit, Ehrerbietung oder des Wohlwollens    4.5.1 allg.: mit guotem willen gruozter sî Iw 7953; kêrt mir ze grüezen iweren muot, / lât mich in iwern hulden sîn Parz 89,18; swenn er die state hæte, / sô gruozte ouch er mit ougen dar Tr 1101; sit ich des guotes niht enhan, so grüezent si mich trage [überhaupt nicht] Tannh 12,4; swer wirde und fröide erwerben wil, / der gediene guotes wîbes gruoz. / swen sî mit willen grüezen muoz, / der hât mit fröiden wirde vil Walth 96,17. 56,29. 49,15; swen frouwen munt wol grüezet, / [...] sîn fröide ist im gesüezet KLD: UvL 38: 3,3; schiere kam er da er sie vant: / er erbeizte und gruozte sie zehant / und bôt in guoten morgen Eracl 1980; sie gruzten sich mit worten, / die darzv gehorten Herb 18030; KvHeimHinv 414. – in Grußworten, die an die Adressaten einer Schrift gerichtet sind: wir Heinrich [...] pischof ze Eysten grvzen vnser liebiv kint SpitEich 1,2; alle, die disen brief gesehent, gruͤzit graue Egene von Vriburch vnd kvͥndet in die warheit, diu an disem brieve stat UrkCorp (WMU) 159,12 u.ö.; dem ersamen man [mit Dat. st. Akk.] , bruder Conrade von Hornecke, [...] gruzen ich, bruder Ditmar von Gemunden, mit allin truwin in gote UrkDOHess 2:1,7 (um 1300); an dem briefe stuont alsô: ‘dich grüezet der künic als er sol [...] ’ BuchdKg 46,18    4.5.2 ‘jmdn. (bei seiner Ankunft) mit einem Gruß empfangen, willkommen heißen’ dô grûztin Pallas En 6109; der gruozte si [die Boten] vil scône, er sprach: ‘sît willekomen [...] ‘ NibB 142,1; der [Hausherr] gruozt in unde vuort in dan / ûf daz hûs an guot gemach Iw 4382; her künec, [...] / sol ich die geste enpfâhen oder sol ich grüezen si verdagen? NibB 510,4; dô sach er engegen im gân / rîter unde knehte, / die in nâch sînem rehte / enpfiengen unde gruozten Iw 5595; UvZLanz 777. 9150; Tr 9774. 11151; salûieren unde grüezen ebd. 5206. – übertr.: [die Vögel] gruozten ie genôte / Tristanden unde Îsôte: / diu wilden waltvogelîn / hiezen si willekomen sîn / vil suoze in ir latîne Tr 17357; ouch gruozte si her unde hin / der tou mit sîner süeze ebd. 17390; in dem tal / hebt sich aber der vogele schal: / wan si grüezent alle nû den meien Neidh 6:1,3; dâ sun wir den meien grüezzen SM: KvA 2: 1,5; KvWLd 16,10    4.5.3 in Grußformeln (vgl. Bolhöfer, Gruß)    4.5.3.1 gegrüezest sîst dû u.ä.: ave gratia plena, gegruozzet wis du, Maria! AvaJo 6,6; dar umb sprach der engel: gegrüezt pist dû voller genâden BdN 61,28; gegruͤsset siest du, lebender got Mechth 5: 17,2; und sang [...] also: gegruͤzet sist du, hymelscher meye der ewigen wisheit Seuse 33,8. junc man, sint gegrüezet Virg 330,3    4.5.3.2 got grüeze iuch u.ä. ‘Gott sei dir gnädig’ got grvͤz vch, gevater min ReinFu K,178; sînen huot nam er ab, / guoten morgen ez [ twerc ] im gap, / ez sprach: ‘Wilhalm, got grüeze dich!’ Ottok 62562; UvLFrd 293,16; Martina 33,97; HvNstAp 900. 16326; ParzRapp 35,26. 95,25; mit Umschreibungen von got: nu gruͦze dich der himiliske herre / unt gefriste alle din ere Rol 2859; KvWEngelh 498; ParzRapp 35,32. – in Briefen: sin briefflin [beginnt] : / got gruͤz dich, liebe frowe min, / got gruͤz dich, aller selden schrin JvKonstanz 1399f.; der brief stuont geschriben sô: / mîn vriunt, got gruez’ dich tûsent stunt HeroLeander 119; ErnstD 223; EnikWchr A II,951. – als englischer Gruß: nu horet wie er sie grûzte: / aue, got gruzzet dih Marie [...] Wernh D 2417; do der engel zuo ir kam und si gruoste und sprach: got gruetze dich vol der gnaden PrWack 46,157; Konr 8,9    4.6 ‘jmdm. (beim Abschied) Wohlergehen wünschen’ daz er sîniu chint und ire barn ê nemuose [nicht konnte] geruozzen / ê si von ime skieden Gen 1447 (vgl. Gn 31,28); do gruͦzte in dev guͦte / mit trurigeme muͦte / si beualch in gote / mit deme inneren gebete / do shiden si sich mit sêre VMos 24,15    4.7 ‘jmdm. jmds. Gruß übermitteln, jmdn. von jmdm. grüßen’ und kêre balde wider heim; / grüeze mînen œheim / und sage im daz, daz ich noch lebe Tr 7444. – mit von: durch ir zuht gebôt si mir daz ich iuch gruozte von ir Er 37; künec Artûs, mich hât gesant / mîn vrouwe her in iuwer lant: / unde daz gebôt sî mir / daz ich iuch gruozte von ir Iw 3114; Tr 14544; herre, zuo dem rîtent ir / unde grüezent in von mir Iw 5114. – Eingang eines Liebesbriefs: des wunsches trvt, got gruͤze dich / von mir, liep JvKonstanz 1539    5 ‘jmdm. freundlich begegnen, jmdn. wohlwollend behandeln’, teilweise auch als übertr. von 4.5 auffassbar: du [Gott] uehes [= vêhest ] vnde gruzis, / du uerlogenis vnde iehes, / du bist blint vnde gesehes Litan 80; zehen versagen sint bezzer danne ein liegen. / geheize minre unde grüeze baz Walth 80,15; wie si ellende gruͤzen wolten milteclich, [...] der witwen und der weisen / wolten si clagen stillen, darzuͦ di armen beschirmen gar vor vreisen JTit 5074,2; ich wolde in grüezen minneclîch / als ein guot wîp ir lieben man UvLFrd 360,18; swer mit dem andren izzet vnd trinket vnde in gvͤtlich grvͤzet, sleht er in ane schulde, daz ist ein mort SchwSp 83b; swer den andern rovbet an widerbot, den er vor wol gegruͦzet hat [...], dem sol man di hant ab slahen UrkCorp (WMU) 475AB,32,10. mit etw.: der schulde macht er im [der habgierige Priester seinem Beichtkind] harte vil, / untz in jener mit dem guote grûzzet; / sô ist diu sunde gibûzzet Priesterl 677; si mac den armen grüezen / mit guote und mit muote [...]. / gebristet ir des guotes, / so enhât si niht wans muotes Greg 606

MWB 2 966,11; Bearbeiter: Tao

grüeʒen stN. ‘Grüßen, Begrüßung, Gruß’ von in beiden dâ geschach / ein grüezen harte minneclich KvHeimHinv 377; hütet ivch vor den schribern di da wellent in den scolen wandeln vnd daz grüzzen [gegrüßt werden salutari Mc 12,38] in dem marchte EvAug 110,5. 194,10 (Lc 20,36); dîn wîplîch friundes grüezen, / dîn küssen und dîn umbevanc, / kan sich sô lieplîch süezen KLD:UvL 36: 2,1; hêrre, ir welt gewalt nu tuon, / sît ir mir grüezen widersagt Parz 300,25. – in Verbindung mit bieten, sprechen, tuon: waz hilfet uns daz grüezen, daz uns der künec enbôt? NibB 2113,2; des tages wider morgen grüezen man in bôt / mit hertem urliuge ebd. 2128,1; swem ir munt ein grüezen bôt, / der brâhte sælde unz an den tôt Wh 155,11; Gâwân sîn grüezen sprach / zuo dem krâmer Parz 563,13. 649,4; dâ wart ein schône grüezen ein teil mit werken [mit Worten und Gesten] getân NibB 503,4; dâ wart vil michel grüezen die lieben geste getân ebd. 786,4; Parz 163,27. – der englische Gruß: er [Gabriel] sprach zuo ir [Maria] : ‘âvê’, daz minneklîch grüezen Walth 36,35; ich mane dich, trut [Maria] , an Gabrieles grüzen Frl 5:2,3. – brieflich übermittelter Gruß: einen brief gaber im in die hant, / dar an der hêrre grüezen vant Parz 76,16

MWB 2 969,18; Bearbeiter: Tao

grüeʒenlîche Adv. ‘in grüßender Weise’ dô sprach er grüezenlîche dar / ze Parzivâl Parz 300,11

MWB 2 969,44; Bearbeiter: Tao

grüeʒer stM. ‘einer, der grüßt’ vil menigen gruͦs si [Maria] von in [Seraphim] nan, / dannan ir erster gruͤsser [Gabriel] kan WernhMl 14526

MWB 2 969,46; Bearbeiter: Tao

grüeʒic Adj. ‘(gerne) grüßend’, präd.: ir fürsten, nu sit grüzig, / den fromen kummerbüzig Frl 9:9,7; der fürst solt wesen grüezec: / nû tuonts in sô unmüezec, / daz ein nîgen kûm ergêt / gên dem, der dort in êren stêt Helbl 15,437; wolt er in nicht gutez geben, / so solt er doch gruezzig wesen Teichn 196,15. – mit Dat.d.P.: so daz er vrowen gruͤzic wart JTit 2238,2; einem edel man und reich / wol gezimpt [...], / daz er gein dem arm diet / gruezzig sey und naig sich in Teichn 47,51. 189,60

MWB 2 969,49; Bearbeiter: Tao

grüeʒunge stF. ‘Begrüßung, Gruß’ dy gruzunge uf dem markte EvBerl 115,20 (Lc 11,43). 26,17 (Mt 23,7); EvAug 56,8. 164,11; dô si [Maria] diz [den englischen Gruß] hôrte, dô [...] gedâchte [ si ] wî getân dise gruͦzunge wêre EvBeh Lc 1,29; EvAug 124,6; Maria [...] gink in in daz hus Zacharie vnd grüzzet Elizabethen. vnd [...] do Elizabeth gehört het di grüzzvnge Marie, do spranck vz daz chint in irm leib ebd. 124,24 (Lc 1,41)

MWB 2 969,60; Bearbeiter: Tao

grüffelîn stN. griffelîn

MWB 2 970,5;

gruft, kruft stF. Abstraktbildung zu graben stV. oder Entlehnung aus lat. crypta, vgl. AWB 5,433f., Kluge, S. 376. – sw.: JTit 6110,4. 1 ‘unterirdischer Gang, Mine’
2 ‘Grube’
3 ‘Gruft, Grab(kammer)’
4 oberer Teil eines Gebäudes: ‘Gewölbe, Dach’ o.ä.
5 ‘Höhle, Höhlung’
6 ‘tiefer Schlund, tiefer Grund, Tiefe (der Erde, des Meeres)’
6.1 allg.
6.2 übertr.
6.3 ‘Abgrund, Hölle’
7 umschreibend
8 ‘Luftsack einer Sackpfeife’ (vgl. Eitschberger, Musikinstr., S. 235ff.)
   1 ‘unterirdischer Gang, Mine’ die heiden gruoben ein furch / in die erden niht enge, / vierzic klâfter nâch der lenge / diu selbe gruft het Ottok 49111; die dâ wurden erslagen / in der erden gruft ebd. 49133    2 ‘Grube’ wer den ban / breche, den solde man lan / vallen gar an allen wan / nider in der lewin gruft [ lacum leonum Dn 6,12] Daniel 5347. 5111. 5393; ez trat / [...] neben die gruft der kunic ebd. 8139 (vgl. Dn 14,39).    3 ‘Gruft, Grab(kammer)’ dô man die gruft [La. kruft ] engrûb / und den stein ûf hûb En 8401; sie [Maria Magdalena] kante nit uf erden / dann den reinen werden / Jhesum [...] den sie suͦchte bi der kruͤft HvNstGZ 3836; Mügeln 39,6. – Krypta einer Kirche: do man die gruͦft [ (ecclesie) criptam ] machete wider Albert 502. 1020. 1016 u.ö.; der sælige bâbst gienc dô / von oben eine grêden abe / in die gruft zuo dem grabe LvRegFr 4992; er [...] ging under die erden in ein krufft; da stunt ein grab und lag ein mermerin sarck daroff Lanc 566,21. – hier anzuschließen: kellerartige Anlage einer Burg: sust quâmin sî her abe / in einin kelre gegân, / dâ vundin sî inne stân / einin wol beslagnin schrîn, / [...] darinne stûnt ein houbit [Reliquie der hl. Barbara] fîn, / [...] sî [...] trûgin iz hin ûz der gruft NvJer 6450    4 oberer Teil eines Gebäudes: ‘Gewölbe, Dach’ o.ä.: ein tube [...] heuet sih ze der grufte / vnd swinget sih in die lufte Wernh D 1755 (vgl. [die Taube] swebte bey dem swipogen, / daz si in alle sahen ebd. A 1680 )    5 ‘Höhle, Höhlung’ dô leite mih mit sinne / di rîche kuninginne / heimlîche in ir behalt, / in eine cruft, di was alt SAlex 6398; der wirt in fuorte in eine gruft Parz 459,5. 459,21; mîn her Schŷron / wont in des steines krüfte KvWTroj 5909; vlieht, mîn êrsæligez volc [Zwerge] / in starke berges krüfte Virg 393,8. – als Ruheplatz von Tieren: daz wilde ist in des berges gruft / und in dem wald WälGa 2630; wildiu tier in velsen krüften [Kompos.?] Renner 6452. – bezogen auf eine eiternde Wunde: durch sîner [des Anfortas] sûren wunden gruft Parz 491,8    6 ‘tiefer Schlund, tiefer Grund, Tiefe (der Erde, des Meeres)’    6.1 allg.: ich pruef an grozzer wazzer flut, / dw sind von ersten vrisch und gut, / wann ez fleusset aus der gruft Teichn 462,3. 435,73; als nebel und boͤser luft / der uff recht [aufsteigt] von erden gruft ebd. 585,64; der bradem, der in der erden gruft beslossen ist Mügeln 33,1; was hilfet mich der fisch, / der in des meres grüfte wart alles angels fri? ebd. 404,5; den vogel jaget durch den luft / kein visch, nie [...] besaz des wages gruft / tierlach [Landgetier] Frl 8:23,5; daz er [Gott] waere / von dem aller hôhesten luft / unz in die understen gruft / gewaldec, swes er wolde KlageB 1000    6.2 übertr. – bezogen auf Gott: [Gott ist] aller tiufe ein tiefe gruft Meissner 13:4,7; süezer got, [...] du volle gruft der gnâden unde aller güete Rumelant (R) 9:1,3. ~ des herzen, muotes, der sêle, der sorgen: zuht und ere / bluot uz sines herzen gruft Frauenlist 59; in ir herzen gruft het sie [die Minne] sich sô gestempfet / alsô mit volliclîcher kraft, / dáz sie an in beiden wart sô sigehaft Loheng 1797. 3030. 3958; Mügeln 116,12. 314,7; gruft der sele ebd. 127,9; der sorgen gruft Loheng 3713    6.3 ‘Abgrund, Hölle’ daz si [Maria] uns [...] phlege / dâ sich scheident die wege: / einer gein dem lufte, / der ander gein der grufte / dâ der vâlant inne lît Wernh 5716; sus wil ich [Gott Sohn] selbe an lîbe / wesen daz gewihte, / daz die wâgen rihte / ûz der dûfen in die luft, / in den himel ûz der kruft / der wâren vinsterkeide Erlös 1020; des er in gruft fiel immer wernder klage Mügeln 21,6; der himel kor, der helle gruft KvWGS 696; in der helle gruften JTit 6110,4; RvEWchr 2345; Teichn 3,35; Mügeln 245,12    7 umschreibend: die elementen viere [...] : [...] wazzer [...] fuͤr; [...] luft; [...] der erden kruͦft HvNstGZ 204; der scher [Maulwurf] [...] lebt [von] der erden gruft / und ist tod, chumpt er an luft Teichn 320,133 (vgl. der scher sich niht wan erden nert Freid 109,18 ); daz er [Christus] zuo dem leben / sî mit sigenuft / erstanden ûz des tôdes gruft Ottok 47574; Mügeln 334,5    8 ‘Luftsack einer Sackpfeife’ (vgl. Eitschberger, Musikinstr., S. 235ff.): wo in der blater [d.i. blâterphîfe ] grüfte / und in dem ror von meisterlicher hende / gebrochen wirt die lüfte, / da sachet sich [entsteht] ein phifen Mügeln 316,9

MWB 2 970,6; Bearbeiter: Tao

grüllen swV. wohl ‘gegen jmdn. murren’ sô man in dâ von [ von der unkiusche ] prediget, sô winket einer ûf den andern unde grüllet ûf in (jâ wâ wil dîn sêle hin?) unde trîbent alsô ir gespötte PrBerth 1:82,24

MWB 2 971,32; Bearbeiter: Tao

grumat stN. Kompositum aus grüene ‘frisch’ und mât ‘die Mahd, das Mähen’ (vgl. Kluge s.v. Grummet). ‘Grummet’ (zweiter Schnitt des Heus): swer heu oder grumad hereinfuͤret, daz er verkaufen wil, swaz danne von heu oder grumad auf dem wagen ligt oder daran hanget, [...] swenne er daz verkauft, so sol ez allez dez sein, der daz heu oder grumad gekauft hat NüP 119; item terciam partem feni secundi, quod vocatur grvmat UrbNAlteich 440 (a. 1279). 441 (a. 1275); ad fenum secundum quod gruemat dicitur WeistÖ 8:428,13(Anm.) (a. 1258)

MWB 2 971,37; Bearbeiterin: Herbers

grumatwise stF. ‘Grummetwiese’ pratum dictum grumatwise UrbBayS 3,589

MWB 2 971,49; Bearbeiterin: Herbers

grundel stM. kleiner, am Grund des Gewässers lebender Fisch: ‘Gründel, Gründling’ der see trug güt vische: / [...] salmen [...], / hechten [...], / der klainen grundel vil HvNstAp 18053

MWB 2 971,51; Bearbeiter: Tao

gründel stN. ‘kleine Vertiefung’, hier wohl ‘Grübchen’ zwei gründel [Hs.: mündel ] stânt ir wengelînen baz: / die hât si doch ze stiure, wem si lachet SM:Wi 9: 9,3

MWB 2 971,55; Bearbeiter: Tao

grundelôs, gruntlôs Adj. 1 eigentl. und bildl., ohne grunt , ‘bodenlos, unergründlich tief’
2 übertr.
2.1 ‘aus tiefstem Inneren heraufkommend’
2.2 ‘unergründlich, unbegreiflich’
2.3 ‘grenzenlos, unermesslich, unendlich’
   1 eigentl. und bildl., ohne grunt, ‘bodenlos, unergründlich tief’ ain grundlos mer KvHelmsd 4339; si [Liebe] vert [...] / ûf einem grundelôsen sê KvWTroj 22141; grundeloser brunne Mechth 1: 8,3; WeistGr 2,523f. (a. 1345); [...] gedruket in einen grundelosen sumpf, da vinde ich keinen grunt Mechth 6: 19,8; daz grundelôse tal [die Hölle] LvRegFr 239 (ähnl. Helbl 2,202 ); diu helle ist grundelos Meissner 2:12,3; StrKarl 9012; [Gott ist] der grundelosen tiefe ein bodem FvSonnenburg 11,6; von des himels abgrunt [Überschr.] . man siht auch oft des nahtes, als ob ain gruntlôs tiefen gê in den himel BdN 78,31; daz der mensche [...] übergange alle geschaffenheit und alle zîtlicheit und allez wesen und gange in den grunt, der gruntlôs ist Eckh 2:309,5; LobGesMar 65,6; Mechth 6: 31,29; TvKulm 3055    2 übertr.    2.1 ‘aus tiefstem Inneren heraufkommend’ si [...] liess einen grundlosen súfzen Seuse 138,1; so liess er die grundlosen erholten súfzen ebd. 126,26 u.ö.    2.2 ‘unergründlich, unbegreiflich’ des menschen herz ist gruntlos [ imperscrutabile Jr 17,9] , wer möhtez ergrunden [...]? PrBerth 2:682,42; got, / wie grundeloz ist din gebot! HvNstGZ 4198; grundelose wisheit ebd. 3; Eckh 2:486,6; das ist grundelos, das got den súnder ansihet fúr einen bekerten menschen Mechth 6: 17,3; Erlös 1843; WernhMl 14817    2.3 ‘grenzenlos, unermesslich, unendlich’ nû ist ez [von Gott zu reden] sô tief und sô vremde / und sô gar grundelôs [...], / daz ich ez [...] / niemer mac verenden Aneg 283; âne mâz unde ungezalt / ist dîn grundelôser rât Erlös 1141; daz wir [...] überwinden / die grundelôsen herzenôt Tr 9363; sîn wunne diu wart grundelôs KvWTroj 22936; fon der unbegriflichkeit sines grundelosin lichtis heizit he [Gott] ein vinsternisse Parad 33,15; ach wie ist es ein so edel grundelos luter guͦt, kunnen sterben! Tauler 121,12; Gnadenl 3:O1,151; ReinFu K,1612; KvWTroj 20752

MWB 2 971,59; Bearbeiter: Bohnert

grundelôselich Adj., Adv. , -lîchen Adv. 1 ‘bodenlos’
2 ‘unergründlich’
   1 ‘bodenlos’ denne enwart dem menschen nie so not eins tieffen versinkens in den grunt der demuͤtkeit in rechter gelossenheit. so der underval ie tieffer und grundeloslicher ist, so sich got des menschen und aller siner werke innerlicher und richlicher underwint Tauler 214,16; ach, das were eyn wünnigklich dyng, in allem leyden, in aller gelassenheit, in aller weisen sich zu grunde kunnen lassen, wie der lieber herr sich so grundlöszlich liesz! Seuse 523,11    2 ‘unergründlich’ ie me wir siner [Gottes] wege irkennen, ie grundelosilicher und ie manicvaldiclicher si uns zu bekennene werdin Parad 80,28; disen menschen, der gotte alsus gevoͤlgig ist [...], dem muͦs der herre mit im selber antwúrten und zúhet disen menschen also grundeloslichen in sich selber und in sins selbes selikeit Tauler 169,22; keren wir unser oͮgen wider in daz minnekliche liep [...] ! und luͦge, [...] wie suͤsse und wie grundloselich guͦt es ist zuͦ minnende Seuse 456,23

MWB 2 972,35; Bearbeiter: Tao

grundelôsicheit, grundelôskeit stF. ‘Unergründlichkeit’ vernünfticheit nimet got, als er in ir bekant ist; dâ enkan si in niemer begrîfen in dem mer sîner gruntlôsicheit Eckh 1:123,3; dise tieffe die wirt geborn us dem abgrúnde der grundeloskeit gotz, die alle verstentnisse engel und menschen mit núte erlangen noch ervolgen enmúgent Tauler 368,13

MWB 2 972,55; Bearbeiter: Tao

grundelôsiclîche, -lich Adv. 1 ‘(unergründlich) tief’
2 ‘unergründlich’
3 ‘über alle Maßen’
   1 ‘(unergründlich) tief’ wie grundelosecliche fúnde er sich in dem súntlichen gebresten und [...] wie one mosse sine nature in disem gebresten stot Tauler 322,26; so man aller lútselikeit, gezierde, schonheit ie grundlosklicher na gedenken kan, so man es ie úberswenklicher in dir [Gott] , zartes lieb, vindet Seuse 378,9. – ‘aus tiefstem Innern’ do ersúfzet aber er als grundlosklich und sprach Seuse 121,28    2 ‘unergründlich’ daz er [Gott] [...] grundlosklich úbertrifet alles ander guͦt Seuse 179,20    3 ‘über alle Maßen’ wie man got grundlosklich alle stunde loben sol Seuse 304,2. 325,15

MWB 2 972,63; Bearbeiter: Tao

gründen swV. 1 ‘(tiefen) Grund haben’ , bildl.
2 ‘den Grund (eines Gewässers) erreichen, Grund finden’
2.1 intr.: ‘im Wasser festen Boden und Halt gewinnen’
2.2 tr.: ‘die Tiefe (eines Gewässers) erforschen’ , bildl., übergehend zu 3
3 ‘einer Sache auf den Grund kommen, etw. ergründen, verstehen’
4 ‘etw. in seinem Ausmaß erkennen, erfassen’
5 ‘jmdm. etw. gründlich erklären’
   1 ‘(tiefen) Grund haben’, bildl.: daz [die Ketzerei] ist ein sünde, diu sô tiefe gründet, / daz si mit sünden nieman übersündet RvZw 88,7    2 ‘den Grund (eines Gewässers) erreichen, Grund finden’    2.1 intr.: ‘im Wasser festen Boden und Halt gewinnen’ ob ich niht gründe, / so enweiz ich wie ich über [den Fluss] sol Bit 3542; dâ diu Muor grôz / in der breite flôz, / daz si [Pelikane] mohten gegrunden / vor der tiefe unden Ottok 96198; hie inn [in dem so verstandenen Sinne des Schriftwortes] so mag man watten, vnd man mag hie inn gründen Eckh 2:468,4; in deme mere inconden si nit gegrundin TundN 431; [das Schiff] gat mit sweren ünden, / ir [der Seefahrer] anker niendert gründen Frl 9:15,2; wie got in dem indewendigen grunde der selen gegrúndet het und verborgen und bedecket lit Tauler 25,25    2.2 tr.: ‘die Tiefe (eines Gewässers) erforschen’, bildl., übergehend zu 3: bach diner tugent grunte / nie sinnes maß Mügeln 155,11    3 ‘einer Sache auf den Grund kommen, etw. ergründen, verstehen’ Johannes schreif, dat he da sach, / dat ’n gein sin envollen gegründen mach MarlbRh 84,12; ich las niuwelîche in einem buoche - der ez gegründen künde! -, daz got die werlt iezuo machet als an dem êrsten tage, dô er die werlt geschuof Eckh 2:232,2. 2:467,5. 2:467,7; wêre iht in gote, daz crêatûre gründen möhte, sô nême êwekeit ende unde hôrte himelrîche ûf Eckh (Pf) 648,32; Tauler 367,31; Parad 122,19. 27,32; HvFritzlHl 200,22    4 ‘etw. in seinem Ausmaß erkennen, erfassen’ kinder, die frucht und der nutz der dannan von [von der Befolgung dieser Ordensregel] kumet, das enkoͤnde nieman bekennen noch gegrúnden Tauler 269,31; der mordige schade der dannan ab kumet, der ist nút ze grúndende ebd. 297,23; und also unmessig vegfúr liden das enkein herze gegrúnden enmag ebd. 337,25    5 ‘jmdm. etw. gründlich erklären’ was konste kristen adir heiden / ie gemachten, der wil ich bescheiden / si wol [...]; / ich gronden en auch die seben konste MinneR 481 826. – wohl auch hierher: ich wil dir ie die rehten wârheit gründen Loheng 1086; nycht vuorbaz ich dirz grvnde Wartb Anh 8,10

MWB 2 973,12; Bearbeiter: Tao

grunderëbe F. gunderëbe

MWB 2 973,56;