Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
      güfticlich Adj.
      guftlich Adj.
      guge swM.
      gugele stswF.
      gugeler stM.
      gugelgiege swM.
      gugelgopf stM.
      gugelhuot stM.
      gugelîn stN.
      gugelkotze swM.
      gugelroc stM.
      gugelvuoter stN.
      gugelzipf stM.
      gugen swV.
      gugen, guggen swV.
      gügerël stMN.
      gugg|aldei stM.
      gugugen swV.
      gugugengouch stM.
      gûl stM.
      gulden swV.
      guldîn Adj.
      guldîn stM.
      guldînknopf stM.
      gûlen swV.
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   güfticlich - gûlen    


güfticlich Adj. , güfticlîchen Adv. 1 Adj. ‘herrlich’
2 Adv. ‘prahlerisch’
   1 Adj. ‘herrlich’ [der Sirenen] minnenclîch gedœne / hôrt er sô süeze ûf güften. / die vogel in den lüften, / die vische in meres wâge / loseten untrâge / dem güfteclîchen dône Reinfr 22403    2 Adv. ‘prahlerisch’ als in diu massenîe ersach, / Keiîn güfteclîchen sprach UvZLanz 2890

MWB 2 1006,56; Bearbeiterin: Herbers

guftlich Adj. ‘herrlich, übermütig’ do traten hin mit kundekeit / der vrowen meistere genuc. / ir herze sich vil hohe truc / nach guftlichem prise Pass III 72,69; ez mocht in halt wol fuͤgen sunder guftlich prisen, / dazs ros und wegen besluͤgen mit golde. daz was in veiler danne isen JTit 3397,1

MWB 2 1006,63; Bearbeiterin: Herbers

guge swM. ‘Urgroßvater’ (DWB 4,1,6,1029 s.v. Guckahne): mîns vater guge riet den list Ottok 91602

MWB 2 1007,5; Bearbeiterin: Herbers

gugele, kugel, kogel stswF. aus mlat. cuculla. ‘Kapuze’ (isoliert oder am Mantel oder Umhang befestigt) – als Teil der Mönchskutte: ieglich münich genüg hab an einer gügeln vnd an einem rokke [...] ein rauch gugel in dem winter BrAlt 55 u.ö.; BrHoh 55 u.ö.; der muͤnich stricht die kotten nider, / er sieht dar und wider / ob im die kogel wol ste HvNstGZ 439; HlReg 78,30. – als Teil der Narrenkleidung: er hiez im ein tôrencleit / [...] machen: / von wunderlîchen sachen / einen roc seltsên getân / und eine gugelen dar an HvFreibTr 5134. 5190; Parz 127,6; heiz in [Tristan] komen in tôren wîs: / [...] er sol haben tôren wât, / einen rok, der eine kugelen hât UvTürhTr 2482. – als Teil der Ritterkleidung: ein rittir uf dem pherde reit, / [...] ein kogil he uf dem houbte trug, / di was gezciret genug PfzdHech 241,3; er müez an dem kragen / stæt ein gugel tragen Ottok 77589 u.ö.; ich vichte, daz mir min gugel waget Frl 5:110G,18; Schlegel 865. – als Minnezeichen: sie sprach zu dem jungen herren, / das er jr solte sweren [...], / das er die kogel fyn / durch jr hulde nieman, / [...] mit nichte solte geben JunghHeinr 1590; eine gestickte kogel [...], / die kostlich was vnd reine / von perlin vnd von edelm gesteine ebd. 1584 u.ö.; – als Teil der Botenkleidung: auz seinr gvgel zoh er, / ein chopf vnd ein lit [Obstwein] Krone 1072. – als Teil der Frauenkleidung: sie hete ir kugel gezucket / vur die ougen vaste / vor dem vremden gaste Vät 28890

MWB 2 1007,7; Bearbeiterin: Herbers

gugeler, kugeler stM. 1 ‘Stoff für gugelen
2 als Teil von Personennamen ‘Kapuzenhersteller’ oder ‘Kapuzenträger’ (Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 383)
   1 ‘Stoff für gugelen was man zendel [Seidenstoff] versniden macht, / von engel sait [englischer Seide] , schetter [Leinen] , gügler, / daz den knechten was gemär, / ze schnidern, ze negent dü wappen clait MinneR 476 221; [Ausgaben] pro kogelere, cirotecis [Handschuhe] & pilleis [Filzkappen] StRechAachen 104,14; item 3 quartalia viridi gugeler ad helmencron [Überzug über den Helm] Holzschuher 2107 u.ö.    2 als Teil von Personennamen ‘Kapuzenhersteller’ oder ‘Kapuzenträger’ (Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 383): Johans Kvͥgellere UrkCorp 3474,20

MWB 2 1007,37; Bearbeiterin: Herbers

gugelgiege swM. ‘Narr’ lat iuwer singen varn, / ir gugelgiegen, sinnes arn [ = arm ] Frl 5:118G,14

MWB 2 1007,49; Bearbeiterin: Herbers

gugelgopf stM. Schimpfwort: er ist ein rehter gugelgopf, / giuz im bier in den kopf! Helbl 1,544

MWB 2 1007,51; Bearbeiterin: Herbers

gugelhuot, kugelhuot stM. ‘Kapuze’ sente Brandan dem entviel / von sinem houbte ein zepelere [Schulterkleid der Ordensgeistlichen] , / [...] den sturman hiez er wider keren / suchen sin kugelhut Brandan 743; ain alt, krank frow guͦt / truͦg hie vor ainen kuͦgelhuͦt / fúr den vrost ze winter zit SHort 5274. 5280. 5295; Virg 585,13

MWB 2 1007,53; Bearbeiterin: Herbers

gugelîn stN. ‘kleine Kapuze’ einen kêse hiez Tristant / legen in sîn gugelîn HvFreibTr 5145; ê wurden den franzoisen / verrucket lîht diu gugelîn Ottok 5145

MWB 2 1007,60; Bearbeiterin: Herbers

gugelkotze swM. ‘Wollmantel mit Kapuze’ penula lacerna in modum cuculle id est: cugilcozza, cugilchozzo SummHeinr 2:411,277.1; penula: kugilkozzo ebd. 2:33,68

MWB 2 1008,1; Bearbeiterin: Herbers

gugelroc stM. ‘Rock mit einer Kapuze’ nû soldest dû [...] einen kogilroc nemen an, / tôrlîche dû gebâre Eilh (L) 8706 oder l. gogelroc?

MWB 2 1008,5; Bearbeiterin: Herbers

gugelvuoter stN. ‘Kapuzenfutter’ item lib. 3 pro 2 pellicia [Pelz] et pro gugelfuter Holzschuher 2181

MWB 2 1008,8; Bearbeiterin: Herbers

gugelzipf stM. ‘Kapuzenzipfel’ sô sint im die elenbogen / in zwên gugelzipf gesmogen, / die hangent verre hin zetal Helbl 1,230

MWB 2 1008,11; Bearbeiterin: Herbers

gugen swV. ‘wiegen, schaukeln’ wigen wagen, gigen [Hs. gugen ] gagen, / wenne wil ez tagen? KLD: GvN 50: 1,7 (Refrain eines Wiegenliedes)

MWB 2 1008,14; Bearbeiterin: Herbers

gugen, guggen swV. 2gücken

MWB 2 1008,17;

gügerël stMN. zu gugele F.? (Suolahti, 1, 102). ‘Kopfschmuck (von Pferden)’ sîn ors was rôt unde snel, / al rôt was sîn gügerel Parz 145,20; geflôrtiu sper und gügerel / [...] die fuorten si [ ros ] durch hôhen muot UvZLanz 646. 4438; Wigam (B) 3736. der lewart snel, / der trvg vf ein gvgerel ReinFu K,1338

MWB 2 1008,18; Bearbeiterin: Herbers

gugg|aldei stM. ‘Kuckuck’?: im gênt diu ougen umbe als einem affen, / er ist als ein guggaldei geschaffen Walth 82,21

MWB 2 1008,25; Bearbeiterin: Herbers

gugugen swV. ‘rufen wie ein Kuckuck’ wenne swie vil man den gouch lêrt, / sîn guckucken er doch niht verkêrt Renner 5808

MWB 2 1008,28; Bearbeiterin: Herbers

gugugengouch stM. ‘Kuckuck’, als Spottname: lieber her Gü gugen goch Sibote l 765

MWB 2 1008,31; Bearbeiterin: Herbers

gûl stM. ‘männliches Tier’, meist ‘Pferd’, als Schimpfwort: den tiefel er gibant, warf im einen bouch in den munt, / daz deme selben gûle alzane stê offen daz mûle Gen 2804; AvaLJ 161,5; verfluchter lip, vil fuler goul, / du stinkest, sam du seist voul Erz III 6,131; du verschamter gûl, / êrlôsez trügevaz! Georg 3530

MWB 2 1008,33; Bearbeiterin: Herbers

gulden swV. Part.-Adj. ‘vergoldet’ der swerte knopf von silber groz, / helze vnd valz rich gegvldet TürlArabel F 44; in waete der geguldeten [ deaurato ] PsWindb 44,10

MWB 2 1008,40; Bearbeiterin: Herbers

guldîn Adj. auch goldîn En 5740; Brun 202. 907 u.ö.; Roth 4584. 1 ‘aus Gold, vergoldet, goldverziert’
1.1 allg.
1.2 von Siegeln
1.3 von Münzen (s.a. guldîn stM.), noch keine Belege im UrkCorp , s.a. Schrötter, Münzk., S. 228-230
1.4 von Götzen(bildern)
1.5 von golddurchwirkten Tüchern, Kleidungsstücken, Seilen, Schnüren u.ä.
1.6 guldîne berge , gebirge
1.7 grieʒ ‘Goldsand’
1.8 guldîne buochstaben (vgl. goltbuochstap stM.)
1.9 auf Tiere oder Fabelwesen bezogen
2 ‘wie Gold, golden aussehend, goldfarben’
2.1 allg.
2.2 ‘scheinend, leuchtend, glänzend wie Gold’
3 auf verschiedene Weisen übertr., indem typische Eigenschaften des Goldes (hoher Wert, Schönheit) von nicht-goldenen Gegenständen, von Personen oder Eigenschaften ausgesagt werden
3.1 ‘wertvoll wie Gold’ , im Vergleich zu weniger wertvollen Metallen
3.2 ‘reich an Besitz’
3.3 ‘schön, vollkommen’ ;
4 als Bestandteil von Namen
   1 ‘aus Gold, vergoldet, goldverziert’    1.1 allg.: di ture unde glockelîn / di wâren alliz guldîn SAlex 5442; silberîne napphe, guldîne chopphe [Becher] Gen 1004; diu lineberge bî deme tiske diu was guldîn TrudHL 42,21. 42,29; guldin geveze HeslApk 9688; und schancte in ûz erwelten wîn / in trincvazzen guldîn HvFreibTr 616; zwei guldîniu kerzstal UvZLanz 888; guldîn dræt, / etlîch frou dâ mit næt EnikWchr 11419. 17300; ein guldîn crûce PrMd (J) 346,22; Herb 3741; KvWTroj 23662. – auf Rüstungsteile, Waffen bezogen: her troch eine brunien guldin Roth 1108. 2704; an iren wizzen schilden / was ein guldin rant Herb 14427; sîn gehilze daz was guldîn NibB 1784,2; zwene guldine sporen Rol 1623; goldîn wâren die ringe [von Ênêas Helm] En 5720. – von Schmuckstücken: zwên guldîn bouge EnikWchr 10947; ein guldîn vingerlîn NibB 679,3; gewæte [...] mit guldinen spangen Hochz 282. 283. – von Herrschaftsinsignien: die frauwe vf dem haubt het / ein gúldin krone Krone 29388; Wig 7458; do bot er ir zehant das gúldin zepter Tauler 153,8. 153,13; MarlbRh 119,9. 125,38. – Pfandgegenstände aus Gold: wir suln vnseme vater geben achte marc vnde tusint marc Vriberges silbers vor sine guldin vnde silberen phant UrkCorp (WMU) 1816,13; eyn guldin phant daz ein ghesatz ist vor wincich [fünfzig] mark UrkPaulinz 179 (a. 1320). – bildl.: din suͤze herz, dat gülden vaz! MarlbRh 20,20. 44,11; wip, schöne ein guldin leitestab Frl 8:19,8. – sprichw.: ist daz wâr, / sô sint guldîn mîniu hâr [dann wären meine Haare aus Gold] Rädlein 228; sprêche einer, wir hêten güldîn hâr Renner 1132; Ottok 42048    1.2 von Siegeln: daruß nam sie einen brieff mit eim ingesiegel das guldin was Lanc 491,29; das habent sie guͦt briefe unde hantvesten [...] mit guldin bullen versigelt UrkSpeyer 363,26 (a. 1333); daz wir in [...] alle ir gnade [...] mit der guldinen bullen vesticliche wollen und sullen bestetigen UrkFriedb 176 (a. 1349). 168 (a. 1349). – übertr. auf die Urk. selbst: mit hantvesten guldîn Ottok 2477. 2186    1.3 von Münzen (s.a. → guldîn stM.), noch keine Belege im UrkCorp , s.a. Schrötter, Münzk., S. 228-230: zwelf pfunt guldîner pfenning EnikWchr 12154; doch warend [...] ir pfennig guldin unde braitt GTroj 16368; segsthalb hundert guldein phenning floryn UrkEnns 7,52 (a. 1348); Parad 116,14; Loheng 6511; der grâve Albreht nam / [...] zweinzic tûsent phenninge / guldîner florîn Ottok 34470; UrkWittelsb 2,404 (a. 1348); die von Môrenlande / umb guldîn Bisande [Byzantiner] / ir guot heten verkouft Ottok 45044; WhvÖst 6193    1.4 von Götzen(bildern): hundrit guldîne gote SAlex 5543; silberine gote vnde guldin TrSilv 754; der kæiser [...] fuͦrt in in sin apgot huͦs vnd czeigot im ein gulden pilde Konr 13,75; Rol 956; ÄJud 17. – ~ kalp (Ex 32): dw juden [...] machten [...] ein guldein chalp und patens an Teichn 347,63. 336,80; Reinfr 26978; BdT 320,25    1.5 von golddurchwirkten Tüchern, Kleidungsstücken, Seilen, Schnüren u.ä.: mit eime guldînen bridele [Zügel] VAlex 335; ein guldin harbant Herb 8200; daz wâren borten guldîn Wig 2539; KvWAlex 77; dar ûz hiez er im machen / wâpenroc und kursît: / [...] hermîn anker drûf genæt, / guldîniu seil dran gedræt Parz 14,28; guldein schuech Teichn 338,66; guldein chlaider ebd. 564,817 u.ö.; WhvÖst 10138; Roth 1851    1.6 guldîne berge, ~ gebirge: bi den selben yselen [Inseln] sint guldine berge. dez goldes mac nieman gewinnen uor den drachen vnde uor den grifen, die dez goldis huͦtent Lucid 21,3; grôz, niht ze kleine, / het si [Königin Secundille] gebirge guldîn Parz 519,17; [ die lêre ] ist im nützer danne alle guldîne berge PrBerth 1:425,24. 1:272,33; Winsbeckin 10,3; Tannh 5,2. guldîne berge ‘großen Reichtum’ geheizen/  nemen (vgl. 1bërc und TPMA 1,431): er gehaist iͤr guldein perg grozze Teichn 161,29; ir soltet guldîne berge drumbe niht nemen PrBerth 1:449,24    1.7 ~ grieʒ ‘Goldsand’ da bi vindet man guldine griese Lucid 32,2; fliezendeu wazzer [...], diu ziehent guldeinen griez und etleiche edel gestain BdN 485,11    1.8 guldîne buochstaben (vgl. goltbuochstap stM.): mit goldînen bûchstaben / was ir name dâ [auf ihrem Sarg] gescriben En 2512; den namen sah er dar obe sten / der himeliscen Jerusalem, / mit guldin buchstaben / an der porte wol ergraben HimmlJer 47; nim dizze insigel [...] / mit guldinin buchstaben Rol 1504; EnikWchr 16032; Wig 8254    1.9 auf Tiere oder Fabelwesen bezogen: manig guldin veder clank / an sinem [eines Vogels] libe Minneb 5182; daz ist ein wunderlicher stere [Widder] . / sin schepper [Vlies] guldin ist Herb 253 u.ö.; RvEWchr 20272; gehürn guldin GTroj 1750; der serpant [...] mit dem guldenin heubt Lanc 505,27    2 ‘wie Gold, golden aussehend, goldfarben’    2.1 allg.: sehs ûzerwelte striche / den schilt sîn überviengen / [...]. / drî wâren guldîn und drî blâ KvWTurn 664; KvWTroj 36122; nim cornel uon iera pigra oder di heizen cochie oder di gulden cornel SalArz 38,56 u.ö.; diͤ gülden varf [des Topas] bezeichent diͤ gotheit MarlbRh 114,29; ein stein heizet crisopras, / der ist grüene als ein gras / und blâ dar zuo, gemenget, / als er sî besprenget, / mit guldîn trophen kleine Volmar 659; guldîniu wolle, ein Meerestier (= → goltwolle stF.): BdN 245,31. – übertr.: Minne diu süenærinne / diu kam dâ zuo geslichen [zu Marke, der darüber nachdenkt, ob Isolde des Ehebruchs schuldig ist] [...] : / si truoc ûf daz wîze / geverwet under ougen / daz guldîne lougen, / ir allerbeste varwe Tr 17542. 17552    2.2 ‘scheinend, leuchtend, glänzend wie Gold’ guldinem liehte [interl. zu AUREA Luce ] PsM H 76,1. H 22,1; ain vackell guldin GTroj 348; der leuhtend ohs [Sternzeichen] entsleuzzet uns daz jar mit seinen guͤldeinen hoͤrnern KvMSph 34,8; daz man [...] ir guldîn hâr / [...] sach liuhten schône als einen tac KvWTroj 20278; WhvÖst 7747; HeslApk 1644. 21084    3 auf verschiedene Weisen übertr., indem typische Eigenschaften des Goldes (hoher Wert, Schönheit) von nicht-goldenen Gegenständen, von Personen oder Eigenschaften ausgesagt werden    3.1 ‘wertvoll wie Gold’, im Vergleich zu weniger wertvollen Metallen: der bihte der sint drie: / einiu ist gezalt zuo dem chuphir unde zuo dem blie; / einiu heizzet silberin, / [...] diu dritte ist guldin, / daz lat die heristen sin Hochz 622. 681. 692; daz mîner taschen / vil nâhe ein pulver nie gelac, / dâmite ich guldîn adel schiede ûz kupferînem willen! KvWLd 32,230; daz ie sô schœne messinc / vür guldîniu teidinc [Zahlung in Gold(währung)] / ze bettegelte würde gegeben Tr 12608; untriuwe izzet maniges mannes brôt, / der güldîniu wort hât in dem munde / und valschen hort in herzen grunde Renner 4431    3.2 ‘reich an Besitz’ der von Bêheim wart gekrônt / [...] in sînem rîche guldîn Ottok 73563. guldein armut, daz sint [bezieht sich auf] alle di, di da siczen in irm gut und in ir eigenschaft und gen doch ledich auz und in [weil der Verlust des Goldes sie nicht schrecken würde] Eckh (J) 29,18. 29,14    3.3 ‘schön, vollkommen’; bezogen auf sprachliche Äußerungen: do sprach der iunger: dine guldine zunge [Rede] hat mich erhabin hóher denne dehein berc si Lucid 145,13; von Strazburc meister Gotfrit [...] als ein wæher houbetsmit / guldin getihte worhte KvWGS 99; ich zwîvele dar an, / ob ich indert vinden kan / in mînes sinnes gehüge / rede, die wol stênde tüge / bî disen sprüchen guldîn HvFreibTr 29. – bezogen auf die himmlische Sphäre: in himelrîch ein hûs stât, / ein guldîn wec dar in gât MF:Her 4:3,2; die reinen guldinen strazen HeslApk 22220; daz waissin korn [d.h. Christus] dar us daz [eucharistische] brot gemachet wart, daz kam von hymelriche, von der guldinen schúre [Scheune] PrGeorg 28,19. guldîne ketene (catena aurea): ein guldine ketine ginc fon der gotheit in di crefte der sele und durchginc di nidirstin crefte Parad 118,14; diu guldîn ketene [Hierarchie der Geschöpfe] ist diu lûter blôze natûre, diu gehœhet ist in got Eckh 1:211,10 (s. Anm.z.St.)    4 als Bestandteil von Namen: Vlrich der Gvldin UrkCorp (WMU) 2836,43; Reynolt zvm gulden widere ebd. 1729,40; domus dicta zur guldenin wagen UrkHess (B) 2,882 (a. 1323)

MWB 2 1008,44; Bearbeiterin: Herbers

guldîn stM. goldine PfzdHech . Substantivierung des Adj. → guldîn ; Gulden kommen erst im 13. Jh. auf, daher noch keine Belege in UrkCorp; zum Goldgulden s.a. Schrötter, Münzk., S. 228-230. ‘Goldmünze, Gulden’ sie hetten verkaufft alle ire recht [...], alle besitzunge und alle vorderunge [...] vmb xx. gulden UrkHess (B) 1,299 (a. 1300); sehzic tûsent guldîn sie versliezen hiez Loheng 3852; die zal der guͤlt sag ich auch: / der ist drizzec tusent guldin WhvÖst 6213; herr Rudolph Schiffer uns [...] hat geben 5. gulden gelds UrkEnns 5,425 (a. 1325); den sant der fuͤrst [...] guldein choͤph und silbrein schal, / dar in vil guldein Suchenw 4,500; StBZürich 99 (a. 1335); HvNstAp 16253. – spezifiziert durch ein attr. Adj. zur Bezeichnung des Münztyps: ain deck diu was wol wert / fuͤmf tusent grozzer guldin WhvÖst 6447; viherhundert gute rynsche gulden UrkBürgel 187 (a. 1333). 161 (a. 1318); dri vnd verzich kleiner gulden UrkEberb 2,842 (a. 1327); UrkFriedb 164 (a. 1348)

MWB 2 1011,20; Bearbeiterin: Herbers

guldînknopf stM. ‘Goldknopf’, als Bestandteil von Personennamen: Hûg Guldinknoph UrkCorp (WMU) N344,40

MWB 2 1011,40; Bearbeiterin: Herbers

gûlen swV. ‘schlimm zurichten’ alzuhant man Cristum bant / zu einer grozen sulen. / mit ruten sie en gulen / wurden Daniel 4226

MWB 2 1011,43; Bearbeiterin: Herbers