Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
      gülle swF.
      güllic Adj.
      gült stN.
      gülte stF.
      gülte swM.
      gülteguot stN.
      gültehaft Adj.
      gültehaftic Adj.
      gültekorn stN.
      gültezins stM.
      gültic Adj.
      gum M.
      gume swM.
      gummi MN.
      gummi arabicum Subst.
      gumpe swM.
      gümpel stM.
      gumpelen swV.
      gumpelman stM.
      gumpelmære stN.
      gumpelmiete stF.
      gumpelspil stN.
      gumpelvolc stN.
      gumpelvuore stF.
      gumpenîe stF.
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   gülle - gumpenîe    


gülle swF. 1 ‘schmutziges Wasser’
2 ‘Lache, Pfütze, Tümpel’
   1 ‘schmutziges Wasser’ wan er viel in einen graben, / daz imz hor [La. gulle ] durch die ringe dranc UvZLanz 2921; die vf erde hant gelebt / [...] vnd die erde liebir haten / [...] / danne die gotis minne / die [...] mvn sich wol erfullin / alda der erde gullin Martina 67,68    2 ‘Lache, Pfütze, Tümpel’ ivch het der lebinde got / uon siner frovde gescheiden / [...]. mit dem tievil verrigelt / in die helle versigelt / die nieman kan erfullin / in der helle gullin Martina 172,40. 151,21; die man sint schüllen [unersättlich im Essen und Trinken] : wer kans erfüllen, / die fûlen güllen KLD:UvW 37:1,4

MWB 2 1011,46; Bearbeiterin: Herbers

güllic Adj. ‘bitter (schmeckend oder riechend)’ man sol ouch dehein gulligez smaltz noch dehein schelmigez [verdorbenes] smaltz smeltzen [...] innerthalb der mower NüP 52; sô daz harn ist vil wunderlîchen gyluch, [...] sô muoz der mensch schiere sterben Barth 130,34

MWB 2 1011,58; Bearbeiterin: Herbers

gült stN. 1 ‘Einkünfte erbringendes Gut’
2 ‘Abgabe’
   1 ‘Einkünfte erbringendes Gut’ der ein chlain gult hat, / der wil visch und wilpraet ezzen Teichn 352,48. 352,24; [der Abt von Zwettl soll] seinem convent da von raichen, als vil daz guͤlt tragen mach StiftStBernh 301 (a. 1350 kopial)    2 ‘Abgabe’ zweinzig viertel gvltes rogken vn̄ haberen UrkCorp (WMU) 251,42; aine march gv́ltes ebd. 530B,7 u.ö.

MWB 2 1012,1; Bearbeiterin: Herbers

gülte stF. auch gilte UrkCorp (WMU) 3260,42. 1 ‘Schulden’
2 ‘Abgabe, Leistung, Zahlung’
2.1 allg.
2.2 als regelmäßige Abgabe ‘Zins, Steuer’
2.3 etw. in ~ und gewer antwürten ‘etw. in Abgabepflicht und Besitz überantworten’ (zu gewer s. 2 HRG 2,347-352)
3 ‘Einnahmen, Einkünfte’
3.1 allg.
3.2 als regelmäßige Einkünfte ‘Zins, Rente’
4 ‘Bezahlung’
5 ‘Besitz’
6 ‘Preis, Wert einer Sache’
   1 ‘Schulden’ das sibinde jar hiez er fúr war / das jar des abblazzis / [...] so solte [...] nieman sinir gúlte gern / an sinin genoz RvEWchr 15423; nû hât mich angest unde leit, / kumber, nôt und arbeit / durch grôze gülte [= zehen tûsent phunt 4869 ] ergriffen RvEBarl 4921; vnser gotzhvs [...] verkv́mbert was mit grozer gv́lte UrkCorp (WMU) 1721,14. 1453A,16 u.ö.; ich Herman [...] von noͤthen miner gulht han verkaft min aigen, daz dorf ze Rinhtsnaiht UrkWürtt 10,196 (a. 1293); UrkEnns 5,15 (a. 1309); UrkBasel 4:107,16 (a. 1338). der einen burger [...] beschadegut hat mit raube, mit brande, mit gulte [durch Nichtbezahlen der Schulden] oder mit swelhen sachen er in geschadeget hat StRAugsb 10,7. – mit best. Verben: Frô Welt, ir sult dem wirte sagen, / daz ich im gar vergolden habe, / min grœste gülte ist abe geslagen [abgetragen] Walth 100,26; er pfligtt auch an sölicher zeit die tzinns zerinngern und mit den kaufleüten tädingenn und in ain tail irr gültt abelon [ abelâʒen ] HvHürnh 12,2; umbe ~ geleite geben, klagen u.ä. : ez suͤllen auch die rihter umbe guͤlte niht gelaite geben kainem selbscholn noch kainem puͤrgen an dez clagers wort NüP 124; unde klaget ein man umbe gülte, dem sol man für gebieten, alse hie vor gesprochen ist SpdtL 184,13. 167,16 u.ö.; SchwSp 53a; vnde ist daz man phendet vmbe gv́lte. daz sol man behalten ahte tage. vnverkovfet. vnde vnversetzet ebd. 53a; WüP 12,3; StRMünch 279,2; UrkCorp (WMU) 2596,43; in/von ~ komen, in ~ vallen: der konvent waz komen in gross gúlte Seuse 145,16; wan ich von min duͤrften in guͤlti geuallen bin, so hat min herre der hertzog [...] mir gelihen viertzich march silbers UrkCorp (WMU) 3509,40; swaz guotes wurd von in gesamt / unde swie si des wielten, / daz si daz flîziclich behielten, / ob er von gulte möhte komen Ottok 11737    2 ‘Abgabe, Leistung, Zahlung’    2.1 allg.: sô muoz ich arbeiten, daz ich mînem herren sîn gülte gebe PrBerth 2:257,14; der herczog Esau von Kambenic het so viel gulte dar gegeben das ein groß convent da was Lanc 348,22; die phleger und maister svlen ainen brvder schafer [Aufseher] machen, der alle ir gvlte inneme an beraitem gvte SpitEich 12,2; UrkCorp (WMU) 53,13. ze ~ geben: daz man von dem lehen sol geben ze gulte zwelf mezzen roggen vn̄ vier mezzen habern UrkCorp (WMU) 899,41. 722,17. 799AB,31. – ‘Ersatz’ wand uns unsir herre der bisscof dez hat erbetten, daz wir dez selben silbers ime und sinen erben [...] schuldic sin ze rechter gulte UrkBasel 2:52,23 (a. 1272)    2.2 als regelmäßige Abgabe ‘Zins, Steuer’ und also schaffe ich und wil, daz miniu kinde und min erben [...] den duͤrftigen in dem spital hie ze Auspurch alliu jar ewiclichen geben suͤlen den zins und die guͤlt UrkAugsb 1,331 (a. 1338); amptluͦte [...], / die zölle und ander gülte nement in Ammenh 16723    2.3 etw. in ~ und gewer antwürten ‘etw. in Abgabepflicht und Besitz überantworten’ (zu gewer s. 2HRG 2,347-352): vn̄ allez mein recht [...] han ich vn̄ alle mein erben den vorgenāten vrowen von Minnbach [...] in gvlt vn̄ gewer geantwort vn̄ gegeben UrkCorp (WMU) N480,31. N496,23    3 ‘Einnahmen, Einkünfte’    3.1 allg.: swaz wir haben in dem selben dorfe an cinse, an gvͤlte, an lehen UrkCorp (WMU) 1509,28; wir [...] sullen in zu rechtem pfande setzen alle unser und des reichs zins und guͤlde UrkFriedb 164 (a. 1348); unz er [Riwalin] zesamene gelas / gülte unde guotes die craft, / daz er sîne ritterschaft / sô starke gemêrte, / [...] daz er vil sînes willen tete Tr 355; wande er hæte gülte gnuoc / und was an êren offenbâr KvWHvK 392; ich lúte han, búrge und lant, / urborn, gúlte, lehen vil RvEWh 3011; da von werdennt die gült und chünigklichen zinns gemeret HvHürnh 12,4; Elis 79; KLD:Kzl 16: 18,2. tausent marck / gütter gulte alle jar HvNstAp 20389; die zal der guͤlt sag ich auch: / der ist drizzec tusent guldin WhvÖst 6212; er ir liez / kûme hundert marc gult Ottok 6552. 33611. ~ kêren an etw.: die gúlte soͤlint wir gar / an golt und silber keren [in Gold und Silber anlegen] RvEWh 2658    3.2 als regelmäßige Einkünfte ‘Zins, Rente’ daz den vorgenanten Johansen den Langenmantel, frawen Katrinen siner wirtin und iren erben alliu jar werden sol ze rehtem zins und ze rehter guͤlt driu pfunt guter und gaͤber Auspurger pfenning geltes von dem drittail dez badhuses UrkAugsb 1,337 (a. 1338); diess ist die gült, die vss Glaruss dem gottshuss Seckhingen jerlichen ist UrkGlar 92 (a. 1302). ewige ~ : Heinrich der Tülbeck [...] vnd Willwirch [...] verkaufen dem kloster Ündesdorf ewiger und jaeriger güllt ayn phfunt müncher phfenning goltz UrkIndersd 70 (a. 1337)    4 ‘Bezahlung’ do si [...] ir korn entladin begunden, / [...] si inir secken fundin / die gúlte RvEWchr 7710. – bildl.: er [Daniel] begunde im [seinem Kampfgegner] solich slege geben / die wol des tôdes knehte / mohten sîn mit rehte, / [...] ouch galt er im die arbeit / mit sô rîcher gülte / daz er in niht enschülte [nichts mehr schuldig wäre] StrDan 4059    5 ‘Besitz’ ouch gebot er sinen schafphæren [Verwaltern] / swa sine gulte wæren / daz sie dar uͦz machent driv teil Albert 1303; ich verpewt in [den Juden] gult und gelt Hawich 2023; des graven gvlt von Dornberc UrbBayÄ 1587; ir gulde was zu mazen breit, / di die bischove heten Pass I/II (HSW) 20330    6 ‘Preis, Wert einer Sache’ Amon [...] brahte riliche / vil presente riche / von silbir und von golde, / [...] und manig túre goltvaz, / daz man gein hohir gúlte maz RvEWchr 29926; in grozer andacht si enphienc / von meister Cunrade / [...] ein hertes unde ein smehes cleit, / [...] an gulde snode [schlecht, gering] gar Elis 6806

MWB 2 1012,9; Bearbeiterin: Herbers

gülte swM. 1 ‘Schuldner’
2 ‘Gläubiger’
   1 ‘Schuldner’ jâ sich, ich lie die vrowen mîn / wol für mîne habe sîn / mîn gülte RvEGer 2843. 2193; vmb daz guͦt, [...] dar vmb dv́ vorgenanten vnser getriwen lieben [...] von Villingen mit vns gvͤlt vnd fúr v́ns burgen sint UrkFürstenb 2,100 (a. 1326); dc Jacob [...] willichelich vn̄ vnbetwungechlich min gv́lte ist worden vmb vúnf phvnd phennige UrkCorp (WMU) 2626,9 u.ö.; StBZürich 14 (a. 1318); StRBamb 74 (a. 1306)    2 ‘Gläubiger’ sterbent abir die búrgen, ê daz dem gúlten werde vergoltin, so sol er es wider han vffin den schuldiner vn̄ sîn erben UrkCorp (WMU) 248AB,27; vnz die sehshundert mark minen rehten gúlten gar verrihtet werdent ebd. 275,14 u.ö.

MWB 2 1013,62; Bearbeiterin: Herbers

gülteguot stN. ‘als gülte entrichtetes Gut, Abgabe’ daz Hug [...] deme probeste vnde deme capitel sol geben vnde entwirten [...] zwei vnde hundert vierteil cornes [...] zwizent den zwein messen, alze man gulteguͦt geben sol UrkCorp (WMU) N106,27

MWB 2 1014,12; Bearbeiterin: Herbers

gültehaft Adj. ‘eine Abgabe schuldig, zahlungspflichtig; verschuldet’ swer das [Schiedsspruch] iemer gebrehe [...], der sol schv́ldeg vn̄ gv́lthaft sin einer marke silbers UrkCorp (WMU) 2583,37; swa oͮch eîn man oder sin wib stirbet vn̄ daz andir lebot, swes das gûlthaft wirt dar nah, [...] daz sun [sollen] dv̂ kint geltin ebd. 248B,13 u.ö.; ir [...] verkoufet dâ heime daz iuwer kinder und iuwer hûsfrouwen etelîchez iemer mêr deste armer müezent sîn oder dû selber iemer mêr nôthaft unde gultehaft PrBerth 1:459,37

MWB 2 1014,17; Bearbeiterin: Herbers

gültehaftic Adj. ‘ersatzpflichtig’ es mæcht ein chnecht seinem herren oder seiner frawen wol gulthæftich werden um alles daz guot, daz er in vergamlôst [beschädigt] mit unbesicht RbRupr 282

MWB 2 1014,28; Bearbeiterin: Herbers

gültekorn stN. ‘Getreideabgabe’ an die selbe messe sant Michahels oͮch dise vorgeschriben guͤtere gewidemet und gemaht sint alle iare umbe ahte vierteil rockengeldes, gv́ltekorn, die sie geben sullent iergelich UrkRhein 427 (a. 1346)

MWB 2 1014,33; Bearbeiterin: Herbers

gültezins stM. ‘Zinsabgabe’ auch wolt ain mensch chauffen äcker, wisen, hawser oder gült zins an ainem güt auf ain genannte zeit RechtssB V39,256

MWB 2 1014,38; Bearbeiterin: Herbers

gültic Adj. ‘wert, Ertrag bringend’ eîn zehent, der ist als gvltich, als div fvnfzich zehent hevser da ze Drvm UrkCorp (WMU) N446,26; daz die erwaern geistleichen vrowen [...] chlagten vns iren gepresten vmb ir zwo pastuben, [...] vnd wurden ze rat mit sampt vns, daz sie die ainen fuder liezzen gen [aufgeben] , so wurd dev ander dester gvldiger UrkKlostern 1,210 (a. 1324)

MWB 2 1014,41; Bearbeiterin: Herbers

gum M. ‘Großmaul’ (vgl. FrlWB s.v.): gum, giemolf, narre, tore, geswig der toten kunst! Frl 5:116G,1

MWB 2 1014,49; Bearbeiterin: Herbers

gume swM. gome

MWB 2 1014,51;

gummi, gumîn MN. aus mlat. gum(m)i. Harz aus dem Saft von verschiedenen Bäumen – als Kostbarkeit: stuchten [La. stacten ‘Myrrhenharz’ ] , das gumin und resin [lat. resina ‘Harz’ ] / sol iuwir kleinoͤde sin RvEWchr 7644. – als Räuchermittel: daz sint al edele gumme, / die vor gote wol riechen HeslApk 12796. – in Rezepten: ein puluer uon agatia vnde uon gummi SalArz 64,40; siede daz in harn vnd alaun misch dar vnder vnde gumi ein tail BairFärb 8,2 u.ö.; – ~ von Arabia ( → gummi arabicum ): der sal darzu mischen mastic vnde bdellium vnde gummi uon Arabia SalArz 91,48 u.ö.

MWB 2 1014,52; Bearbeiterin: Herbers

gummi arabicum Subst. Saft einer afrikanischen Akazie: gip im kuten saf vnde gummi arabicum mit geiz milch SalArz 51,18 u.ö.; gummi arabicum haizt ain arabischer zaher [Pflanzensaft] BdN 369,6 u.ö.

MWB 2 1015,1; Bearbeiterin: Herbers

gumpe swM. ‘Wasserloch, Teich’ dise vorgenanten wege [...]: zuͦ der fluͦhe [Felswand] , [...] zuͦ dem gumppen UrkAargau 1,6:17,8 (a. 1347)

MWB 2 1015,6; Bearbeiterin: Herbers

gümpel stM. gimpel

MWB 2 1015,9;

gumpelen swV. ‘hüpfen, tänzeln’ nu kumen schelten, trullen, triegen, / effen, gumpelen und liegen / mit parat als ein gumpelman, / der niewan laicherie [Täuschung] kan Jüngl 998

MWB 2 1015,10; Bearbeiterin: Herbers

gumpelman stM. Pl. -liute. ‘Spielmann’ (zum Repertoire der Spielleute als Sänger, Musikanten, Akrobaten und Spaßmachern sowie ihrer Rechtlosigkeit als fahrendes Volk s. Bumke, Höf. Kultur, S. 692-700): ein gernder man der triuget, / der ander kan wol zavelspil, / der tritte hoveliuget, / der vierde ist gar ein gumpelman KLD:Kzl 2: 8,9; [wenn man den Knecht] schimpfe ein gumpelman; / da verleuset er sine wirde van Jüngl 643. 142. 999; daz sint die gumpelliute, gîger unde tambûrer PrBerth 1:155,18. 1:25,5; TvKulm 4501. 4602

MWB 2 1015,14; Bearbeiterin: Herbers

gumpelmære stN. ‘lustige Erzählung’ gesell, [...] kum mit den mæren für daz rîch, / er [König] [...] heizet dich hin für gên, / wan dîniu gumpelmære / sint sô ahtbære Helbl 8,758

MWB 2 1015,25; Bearbeiterin: Herbers

gumpelmiete stF. ‘Lohn eines Spielmanns’ welch herre ein sulch gesinde [ohne höfisches Benehmen] hiet, / der solde im geben gumpelmiet Jüngl 858

MWB 2 1015,29; Bearbeiterin: Herbers

gumpelspil stN. auch gompel-. 1 ‘Vortrag von Spielleuten’
2 übertr., in Bezug auf Täuschung
   1 ‘Vortrag von Spielleuten’ wer von got nicht hoͤren wil / und hoͤrt lieber gumpel spil. / da suͤllen wiͤr erchennen pey / daz er gotez vreunt nicht sey Teichn 38,18; manigvalt guppel spil [l. gumpel ] , / der man ze hof dik pfligt SHort 2838    2 übertr., in Bezug auf Täuschung: ich hân lîp unde sêle [...] / gewâget tûsent stunt durch dich [die Welt] , / nû bin ich alt und hâst mit mir dîn gumpelspil Walth 67,14; das sy [die Griechen] ze kampffe nieman / also fräffenlichen mochten han / er wurde der Troyer gumpel spill GTroj 17305; eynes gompelspils sie [die Minne] hie began Segremors 8,119; mir leben unde sin verwirret / unstæte gumpelspil KLD:WvBreis 3:7,4

MWB 2 1015,33; Bearbeiterin: Herbers

gumpelvolc stN. ‘Spielleute’ dû solt ir guot niht andern wîben geben noch verspiln noch vertrinken noch verschallen mit turneien, noch gumpelvolke niht geben, die dâ sint des tiuvels blâsbelge PrBerth 1:319,18

MWB 2 1015,48; Bearbeiterin: Herbers

gumpelvuore stF. ‘ausgelassenes Treiben’, bezogen auf Tanz und Gesang einer Spielfrau: ir gumphel fuͦr si began, / teren [ dæren ‘übermütig sein’ ] , singen aber alse / mit wilden sprúngen sam ain re SHort 3100

MWB 2 1015,53; Bearbeiterin: Herbers

gumpenîe stF. 1 ‘närrisches Getue’
2 ‘Spiel, Spott’
   1 ‘närrisches Getue’ also múte sie der gauch in seiner gumppenay Neidh (S) 1,193 c108:5,10    2 ‘Spiel, Spott’ sye erkanten an ym snelle, / daz er der diernen gumppeney waz SchwMüller 200

MWB 2 1015,58; Bearbeiter: Tao