Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
  Ansicht: Standard Gliederung    |     Zusatzinformationen   Links      |     Portion: Artikel pro Seite

g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
      guotdunkende Adj.
      guotdunklicheit stF.
      guotelach stN.
      guoten swV.
      guotenphâher stM.
      guoten- stM.
      guotgemuot Part.-Adj.
      guotgërn Adj.
      guotgërne stF.
      guotgërnicheit stF.
      guotgewinner stM.
      guotheit stF.
      guothërzic Adj.
      guotîn stF.
      guotlich Adj.,
      guotlîche stF.
      guotlîcheit stF.
      guotlîchen swV.
      guotman stM.
      guotmuotic Adj.
      guotnisse stF.
      guotsælic Adj.
      guotschînende Part.-Adj.
      guotswende swM.
      guotswender stM.
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   guotdunkende - guotswender    


guotdunkende Adj. ‘selbst urteilend, frei ermessend’ das sint die [...] guͦtdunkenden lúte die mit iren ufsetzen stont hert in eigenwillikeit und in ungelossenheit Tauler 226,30

MWB 2 1043,24; Bearbeiter: Bohnert

guotdunklicheit stF. ‘eigenes Belieben, freies Ermessen; Selbstgefälligkeit’ daz der mensche sin selbes nút geitelt [entleert] ist, so wenet der besessene [d.h. dem Geschöpflichen verhaftete] mensche dicke das es alles got si das in ime wúrket: so ist er es alles selber und ist sin eigen werg und sin angenummenheit und guͦtduncklicheit Tauler 307,23. 181,24. dis ist wider die frijen geiste, die [...] wenent die worheit bekant han, und swimment domit uf [erheben sich damit] in ir eigen beheglicheit und in ir guͦtdunklicheit Tauler 250,6; das es [d.h. Gottes Gebote zu erfüllen] der mensche nút entuͦ von einer tumber kuͦnheit oder von einer blinder vermessenheit oder einer guͦtdunklicheit und getoͤrstikeit ebd. 272,8 u.ö.

MWB 2 1043,28; Bearbeiter: Bohnert

guotelach, -lech stN. Koll. zu guot stN. ‘Eigentum, Besitz’ der mensch versmæhe gar di werlt, daz er lazze daz gutelach, daz gelustlach PrBerthKl 5,41; von den werltlichen luten geyl, / di ir ende und ouch ir heil / legen uf werltlich gutelech, / daz in ym selbe hat gebrech / und wirt sust und so gewunnen Hiob 4489

MWB 2 1043,43; Bearbeiter: Bohnert

guoten swV. guot sein: angenehm sein, wohltun, erfreuen’ ein langiu rede von minnen / diu swæret höfschen sinnen: / kurz rede von guoten minnen / diu guotet guoten sinnen Tr 12186

MWB 2 1043,50; Bearbeiter: Bohnert

guotenphâher stM. ‘Empfänger einer Wohltat’ so minnet der guͦttuͤier me von nature sinen guͦt emphaher, denne der guͦt emphaher tuͤie sinen guͦttuͤier BdT 56,6.7.12.17

MWB 2 1043,54; Bearbeiter: Bohnert

guoten-, guotemtac stM. alem. ‘Montag’ (vgl. DWB 4,1,6,1415f.; ZfM 27 [1960], S. 138f.; Wanzeck, Farbwortverbindungen S. 160f.), in Urk.-Datierungen: dirre brief wart geben [...] an dem gvͦtemtage vor sante Martines tage UrkCorp (WMU) 228,10; an dem gvͦten tage in der pfingestvuͦken ebd. 245,5 u.ö.; an dem naͤhsten guͦtemtag vor vͤnsers herren gottes vffert tag UrkHohenz 1,149 (a. 1337) u.ö.; UrkEls 2,180 (a. 1344). – vgl. guoter mântac: die sone, sy do geschach / up eynen gueden maindaich / reicht na paischen veirzein naicht HagenChr (G) 6276 und vgl. guot Adj. 6.3

MWB 2 1043,58; Bearbeiter: Bohnert

guotgemuot Part.-Adj. ‘von guter, rechtschaffener Gesinnung’, subst.: gelücke [...] wonet bi den guten / und den wolgemuten [La. gut gemuten ] Frl 5:52,4

MWB 2 1044,7; Bearbeiter: Bohnert

guotgërn Adj. ‘wohlwollend’, als Übers. von lat. benignus: PsWindb 68,17; benignissime domine: guotgernister [alternative Glossierung: wolewilligister ] herro ebd. 68,Oratio

MWB 2 1044,11; Bearbeiter: Bohnert

guotgërne stF. ‘Wohlwollen’ benignitatem: wolewillicheite, guotgerne [Doppelglossierung] PsWindb 84,13

MWB 2 1044,15; Bearbeiter: Bohnert

guotgërnicheit stF. ‘Wohlwollen’ benignitate: guotgernicheit PsWindb 134,Oratio

MWB 2 1044,18; Bearbeiter: Bohnert

guotgewinner stM. ‘Gewinner von Wertsachen, Geld’, im Sinne von ‘Händler’ (Glossar) oder ‘Gauner, Betrüger’ (DWB 4,1,6,1428): der gesell [...] saste sich ze tisch zuͦ einem wilden gesinde und guͦtgewúnnern, die och zuͦ dem jarmarkt waren komen Seuse 74,24

MWB 2 1044,20; Bearbeiter: Bohnert

guotheit stF. 1 ‘das guot-Sein’ , auf Gott bezogen
2 ‘Rechtschaffenheit, Tugendhaftigkeit; Frömmigkeit’
3 ‘Gutes, Freundliches’
   1 ‘das guot-Sein’, auf Gott bezogen: wan he got ist, so inist he nicht guit, mer he ist di guitheit Parad 33,21; die nature gotis ist die guotheit [ bonitas ] ThvASu 16,7 u.ö.; alles guͦt flu̍sset us der u̍berflu̍ssikait der guͦthait gottes Eckh 1:245,5; nu ist da vor geseit von dem infliessenden und úberfliessenden guͦte, daz got ist in im selb, dez grundlosú úbernatúrlichú guͦtheit zwinget sich selb, daz er daz nút allein wil haben Seuse 178,23. 179,7. 179,32; Eckh 1:234,13. 5: 288,4; Tauler 159,34. die alle wolten schowen / daz raine wib, den werden man, / da gott michel wunder an / hette in sinner gottheitt [l. guottheitt ‘Güte’ ] / baide geformett und geleitt GTroj 12805    2 ‘Rechtschaffenheit, Tugendhaftigkeit; Frömmigkeit’ begerunge ist ein wurzel aller tugende unde guotheit Eckh(Pf) 479,9; daz hœhste dâ der geist zuo komen mac in disem lîbe, daz ist [...] daz er tugende üebe niht von nôt, mêr von einer weslîcher guotheit ZweiWege 245; dise lút [Asketen, die der geschöpflichen Welt verhaftet bleiben] hand vil eigenwilliger vnd gesaͤczter guͦtheit Geistb 3,102. – auf eine einzelne Handlung bezogen: ist si [Folgewirkung einer Handlung] vorbedaht, so ist daz offenbar, daz si zuoleit der guotheit oder zuo der bosheit [ addit ad bonitatem vel malitiam ] der getat ThvASu 160,12 u.ö.    3 ‘Gutes, Freundliches’ was ie wipliches bild [d.h. was auch immer alle Frauen] [...] / lieb und starcke minn / gen iren werden ameys habent verbracht [= vür brâht ] / unnd was sy guͦtthait darwider habent gedacht, / solt ich haben ir aller gewalt, [...] / mein hertz gund úch allain der eren FrSchw 7894; diß zerung wil ich dir geben / umb die guͦthait [Wohltat] die du mir hast getan ebd. 2345

MWB 2 1044,26; Bearbeiter: Bohnert

guothërzic Adj. 1 ‘gutgesinnt, freundlich’
2 ‘rechtschaffen, fromm’
   1 ‘gutgesinnt, freundlich’ do dis [Seuses Krankheit] innen ward ein getrúwer guͦtherziger mensche, der sin do pflag Seuse 87,22; im waz [...] unz an die selben zit sin noturft vil wol zuͦgevallen von guͦtherzigen menschen. [...] dú zugen ir hilf und frúntschaft von im ebd. 124,17. 78,1    2 ‘rechtschaffen, fromm’ daz es [das Buch] fúrbaz wúrdi gemainsamet allen guͦtherzigen menschen Seuse 6,9. 6,14. 97,5; daz es gar gvͦtherzige man sind vnd oͮch ettewas gottes forhte habende sint MerswZM 60,12; wir hant drie erbere guothertzige einfaltige priestere bi vns MerswBrf 286. 292; MerswNF 37,15. 44,14

MWB 2 1044,61; Bearbeiter: Bohnert

guotîn, güeten stF. zur Wortbildung s. Speicher, VRechte S. 81. 1 ‘Freundlichkeit, Wohlwollen, Milde’
2 ‘Wohltat, Gnadenerweis’
   1 ‘Freundlichkeit, Wohlwollen, Milde’ wil er briesterlichen leben, / er sol driu reht haben: / einez ist diu guotin, / daz andir diu diemuotin, / daz dritte ist diu minne VRechte 512. 503; got [...], / des guͤtin niemend ergruͤnden kan SpJesu 498; daz ler mich dur din guͤtin Seuse 258,15; fulica ist ain vogel [...], der hât die art, wenn der adlar seineu kint auz dem nest gewirft, sô speist er si in grôzer güeten und in miltikait mit seinen kinden BdN 189,5; Hochz 202; BdN 122,24    2 ‘Wohltat, Gnadenerweis’ [Christus sagt,] swa zwene zesamene giengen / unde an daz reht viengen, / daz er der dritte wolde sin / (daz ist ein michil guotin), / samt in sitzzen unde stan / unde daz reht began VRechte 354

MWB 2 1045,10; Bearbeiter: Bohnert

guotlich, guonlich Adj., Adv. , guotlîche(n) Adv. auch güet-, güen-; Adv. auch guͤtenlichen PrSchw 2,13; guͦlichen RvEWh 1712 (s.u. 2.4). – In den hier unter 1.5 und 2.7 sowie unter guotlîche stF., -lîchen swV. behandelten Formen mit guol-, guon-, güen- geht das Vorderglied nicht auf guot zurück, sondern auf ahd. guol ‘Pracht’ (in guon-, güen- ist -ll- dissimiliert), s. Etymol.Wb.d.Ahd. 4,692 s.v. guollîh. Vgl. guollîcheit stF. 1 Adj.
1.1 ‘freundlich, wohlgesinnt, liebevoll, sanft’
1.1.1 von Personen
1.1.2 von den Ausdrucksformen der freundlichen, liebenswürdigen Gesinnung
1.1.3 von der Gesinnung selbst
1.2 ‘auf freundschaftliche, einvernehmliche Weise erreicht’ , vom Ergebnis eines Vergleichsverfahrens; in der Verbindung güetlich stên (subst. Inf.) ‘Waffenstillstand’
1.3 ‘bereit, geneigt, entschlossen’ , von der Gesinnung ( muot , wille )
1.4 ‘recht, sich gehörend, angemessen’
1.5 ‘ruhmvoll, herrlich’
2 Adv.
2.1 ‘freundlich, liebenswürdig, liebevoll’
2.1.1 von Handlungen
2.1.2 von der Gesinnung selbst
2.2 ‘freundschaftlich, einvernehmlich’
2.2.1 bezogen auf Vergleichs- oder Schiedsverfahren
2.2.2 bezogen auf eine zwischen zwei Parteien getroffene Vereinbarung;
2.3 ‘friedlich, ohne Kampf/  Streit; einträchtig’
2.4 ‘bereitwillig, gerne; ergeben, geduldig’
2.5 ‘erfreulich, gefällig’
2.5.1 bezogen auf das Aussehen einer Person
2.5.2 bezogen auf Handlungen.
2.6 ‘auf rechte, angemessene Weise; sorgfältig’
2.7 ‘ruhmvoll, herrlich’
   1 Adj.    1.1 ‘freundlich, wohlgesinnt, liebevoll, sanft’    1.1.1 von Personen: mîn sanc wil genâde suochen / an dich, güetlîch wîp MF:Wolfr 6: 3,2; der gvͦtliche schepher DvAStaff 168; he wart [...] ein milde gutlich forste [= vürste ] Köditz 8,20; also vil als wir guͤtlich, minnesam, vridesam sin, also vil glichen wir den engeln Mechth 6: 32,17; daz du mit augen nie gesehen / habst so guͦtlichen man HvNstGZ 3071; PsM H 55,1; Tauler 15,11. 106,29. 234,6. – subst.: in tusint geslehte lone och ich [Gott] / den guͦtlichen [ his qui diligunt me Ex 20,6] mit erbermkeit RvEWchr 11654    1.1.2 von den Ausdrucksformen der freundlichen, liebenswürdigen Gesinnung: ein gutlich antlitze Herb 2962; sin anblic was gutlich Köditz 8,27; friwentlîche blicke und güetlîchez sehen NibB 353,1; ein güetlich lachen SM:Ro 2: 3,5; güetlîch umbevâhen NibB 616,2; güetlîch triuten unde küssen KLD:UvL 57: 7,6; MF:Mor 27: 1,6; Seuse 15,20. er [Gastgeber] tete den stîgen und den wegen / manegen güetlîchen segen, / die mich gewîset heten dar Iw 358; reiner wîbe güetlîch grüezen KLD: UvL 59: 1,9; ir wart uff mich so rehte zorn [...], / daz sie mir [...] / kein gutlich wort nie zu gesprach Minneb 4505; KLD:GvN 49: 3,7; Ottok 38695; Tauler 148,10. mit güetlîchen siten NibB 822,4. 1399,2; mit güetlîchen gebærden RvEBarl 4932; Ägidius 550; MF:Wolfr 6: 4,5; Tr 8792. ir dienest was sô güetlich AHeinr 349; güetlîch helfe KLD:GvN 24: 3,3; güetlîcher trôst: Parz 329,17; hêr Gâwân / danctem verjen unt der tohter sîn [...] / ir güetlîchen spîse ebd. 623,9; AHeinr 310    1.1.3 von der Gesinnung selbst: sô ist verlorn al [d.h. auch das Gute] swaz er [ein gewohnheitsmäßiger Übeltäter] tuot, / wan nieman guotlichen muot / noch zuht an in gelouben kan WolfWiege 1708; UvLFrd 506,14. 564,22; wil si bekennen den güetlîchen willen den ich gein ir hân KLD: HvSw 4,1; dez selben chriges hab wir vns paidentholb gesatzet mit vnser paider gütlichen willen an vier man UrkNAltaich 1,277 (a. 1320)    1.2 ‘auf freundschaftliche, einvernehmliche Weise erreicht’, vom Ergebnis eines Vergleichsverfahrens; in der Verbindung güetlich stên (subst. Inf.) ‘Waffenstillstand’ unde machte einen tag unde ein gutlich sten biz uff sente Mertins tag Köditz 49,10 (vgl. Anm. z.St., DRW 4,1341, weitere frnhd. Belege: UrkErf 2,467. 602. 799 (a. 1370–1398) )    1.3 ‘bereit, geneigt, entschlossen’, von der Gesinnung (muot, wille): [Alexander ermuntert seine Krieger:] habt ir sô guotlîchen muot / daz ir ez willeclîche tuot / und âne zornlîchen site, / so ist iu dester baz dâ mite: / habet irs haz unde nît, / ir habet dester wirser zît RvEAlex 10949. mit güetlîchem willen ‘bereitwillig’ daz er [...] / ir [seiner Tochter] nimmer gæbe dheinen man, / wan dem si gern wær undertân / mit güetlîchem willen EnikFb 287; daz wier mit gvͦetleichem willen vnd gemainem rat vnser aigen [...] hingegeben [...] haben UrkCorp (WMU) 1868,4 u.ö.; Mechth 7: 36,38    1.4 ‘recht, sich gehörend, angemessen’ wande ich [...] allewege wil helfen vnde raden minner swester kinden [...], als iz auch billich ist vnde gutlich ist UrkCorp (WMU) 3451,44; swaz sô ir habet vernomen, / daz behaltet vile wole, / ir selbe unde diu chint. / daz sint guͦetlichiu dinch [ custodi verbum istud legitimum tibi et filiis tuis Ex 12,24] Exod 2604. mit guotlîchen dingen ‘wie es sich gehört, auf angemessene Weise’ [die dänischen Helden wurden] bestatet hêrlîchen. [...] / der [anderen] wart ouch dâ war genomen / mit güetlîchen dingen KlageB 2379; [Dido zu Anna:] daz wîb [die Zauberin] , dar ich dich umbe bat, / die salt dû mir bringen / mit gûtlîchen dingen, / mit listlîchen sachen En 2310. 1574(La.). 10226; Erz III 129,72    1.5 ‘ruhmvoll, herrlich’ frovden wunder / hant siv [die Heiligen im Himmelreich] [...] / an der guonlichen ere Martina 246,77. 274,107; guotlich ere ebd. 274,2; man schowet [im Himmel] iemer ane leit / die guonlichen gotheit ebd. 278,22; daz wort gunlich tiutet so: / den [l. in ] hoher er wesen fro ebd. 274,83; das ist das ewige leben, in dem er vns mit sinen userwelten in guenlicher wise wil tuon behalten PrWack 67,22; RvEBarl 6207; Seuse 539,13    2 Adv.    2.1 ‘freundlich, liebenswürdig, liebevoll’    2.1.1 von Handlungen: sî saz mir güetlichen bî Iw 341; guotlîche giengen si dar Tr 2678; und begunde [...] / in güetlîch umbevâhen UvZLanz 7226; gûtlîch her si kuste En 12952; sîn trûtgemahel stuont dâ bî / die er vil güetlich ane sach AHeinr 1491; si begunde lachen / güetlîche KvWTroj 19977; AvaLJ 138,4; Lucid 152,10; UvLFrd 503,11. zem künge er güetlîchen sprach Parz 7,18; er gruozt in guotlîch LBarl 1783; ich habe mit uwern gnaden waz zu reden: woldit ir daz gutlich vornemen Köditz 22,4; AvaLJ 175,3; Roth 3703; PrSchw 2,13. ~ danken: NibB 245,3; RvEWchr 24973; Ottok 57713. bit in nû güetlîche [im Guten] ; / lâ drôlîche rede sîn! RvEBarl 8582; Parz 264,23; Köditz 50,7. daz [ kint ] kunde gebâren / sô rehte güetlîchen AHeinr 305; gein der mîn herze alsô güetlîchen stât KLD:HvSw 19:3,4. das unse herre der [...] marcgreve Friderich von Misne umb die saczunge [Verpfändung] der stad zcu Vriberg gegen uns gutlichen und genetlichen getan hat [wohlwollend und gnädig verfahren ist] UrkFreiberg 1:50,39 (a. 1317); ez [ tier ] legt sich vür in ûf daz gras / und gnâte [= genâdete ] im sîner künfte dar. / des wart er an im wol gewar, / wand ez vil güetlîche tet [sich verhielt] Wig 4503. jmdm. ~ dienen: Himmelr 8,17; vil güetlîchen ich sîn phlac / mit triuwen RvEBarl 7559; der wart vil güetlichen / enpfangen unde ân allen haz KvWSilv 160; VMos 47,21; NibB 1350,4; WolfdA 560,2. daz er mich ir nie verstiez / und mich sô güetlichen liez / mit der juncvrouwen ezzen Iw 362; swer aber âne koufen ir gâbe ihtes gerte, / si wâren in dem willen, daz man ir manigen güetlîche werte Kudr 325,4; si warnt’ si güetlîche, sô vriunde liebe vriunde tuont NibB 1030,4; NibA 1739,2. – von Handlungen Gottes: wie meht er [der Hl. Geist] guotlîcher getuon? Aneg 780; die phaffen [...] manten unde flêgten / got [...], / daz er sich guotlich / bedæhte gegen den sînen, / die sich tœten und pînen / liezen durch sînen willen Ottok 51086; MarlbRh 133,33; Parad 12,15    2.1.2 von der Gesinnung selbst: das gein im were niht Laban / alse guͤtliche gemuͦt / [...] als ê davor RvEWchr 6420. 7651; UvLFrd 353,12    2.2 ‘freundschaftlich, einvernehmlich’    2.2.1 bezogen auf Vergleichs- oder Schiedsverfahren: daz si sich solden / mit einander verrihten / und guotlichen verslihten Ottok 61440. 27044. 70441; der edele herzoge [...] richte si gutlich unde gruntlich, wanne im getruwelich leit was der krig unde zweitracht di si kein einandir hatten Köditz 35,13. 24,29; mynlichin inde gutlichin UrkDOKobl 1,404 (a. 1345); UrkGlar (St) 1:1,20 (a. 1302)    2.2.2 bezogen auf eine zwischen zwei Parteien getroffene Vereinbarung; eine gestundete Schuld stêt ~ : ouch schullin der von Erfurte gevangin tag habe [wird den Gefangenen der Erfurter die Haft erlassen] von suntage der nu wirt ubir dri wochin, unde swaz si geldis nicht geleist habin, daz schal sten gutlich uf den selbin tag UrkErf 1,392 (a. 1310)    2.3 ‘friedlich, ohne Kampf/  Streit; einträchtig’ unz an den man / der güetlîch die stat gewan Wh 227,30; di stat ward im auff getan / und [er wurde] gutlichen dar ein gelan HvNstAp 20538; âne kriec und guotlich Ottok 23423; Walberan (L) 2167. ~ mit jmdm. leben: ieglich man [...] sol mit sînem wîbe guotlîche leben Gen 304; daz wir vridelichen unde guͦtlihen mit anandir lebin Spec 70,5; eintrechticlich unde gutlich Köditz 46,12.15; WälGa 7833; BdN 237,20    2.4 ‘bereitwillig, gerne; ergeben, geduldig’ lâz [...] / den jâmer nâch dem guote, / daz dû gelâzen hâst durch got. / wis gotlich [La. guͦtlich ] arm durch sîn gebot RvEBarl 15474; daz die eigen liute gern und guͤtlichen dienen, und daz man niht ein twingere si WälGa Vorr. 410; ditz soltes dû virnemen vil geduldeclîchen [...] [Antwort:] ich hân gûtlîchen gehôret PrMd (J) 342,26; wande ich die nôt wolde iemer güetlîch lîden, / het ich von schulden verdient den haz MF:Hausen 2:3,5; daz lamp daz lîdet gutlîchen âne grôz geschreie waz man ime tut HvFritzlHl 53,21; ûf den hals in ieglîcher sluoc. / wie güetlîche er daz vertruoc KvHeimUrst 246; Kudr 1021,1; RvEWh 1712; Ottok 3405. 49024; Tauler 179,31    2.5 ‘erfreulich, gefällig’    2.5.1 bezogen auf das Aussehen einer Person: im behaget wol der bote, / wan er was gutlich getan Vät 28377. 35914; diu güetlich gestalte, züchte rîche SM: Te 2: 2,2    2.5.2 bezogen auf Handlungen. – jmdm. ~ tuon ‘jmdm. etw. Erfreuliches, Angenehmes zufügen, ihn erfreuen’ wie gutlich du in dete, / so waren sie eiterbitter HvNstGZ 2526; ich wil mir selben güetlîch tun und wilz mir selber wol bieten PrNvStr 265,31; unde taten on gutlich an spise Köditz 51,5; der mensche sol [...] minnen den der ime guͤtlich tuͦt mit gabe oder mit lere BdT 55,16; HvFritzlHl 165,34; PrNvStr 261,31; Köditz 46,5. ieglicher begunde jehen, / im wære guotlich geschehen, / daz er den andern het erkant Ottok 43414; daz sanctus Johannes im selber niht sô güetleich lebt nâch dem leib, daz er allzeit flaisch æze [...] in der wüesten BdN 303,20    2.6 ‘auf rechte, angemessene Weise; sorgfältig’ hat indert ein wip ie missetan, / sin munt daz wol gesagen kan: / wo ein wip güetlichen tuot, / des hat er nicht ze sagen muot UvLFrb 1669; Scoph 7,8.4; der uatir sprach er soldez im sagen unde dehein wis niht uerdagen; / daz tet Joseph guͦtlichen GenM 74,7; nu dienet michel guot, / daz ir mînen willen vil güetlîchen tuot NibB 1414,2; diu maget ist ellende. frouwe, ir sult si güetlîchen lêren Kudr 994,4; Himmelr 1,12; [Urkunden] wurden guotlich versigelt Ottok 28418; daz si sich / güetlîchen hêten bedâht KvHeimUrst 1281    2.7 ‘ruhmvoll, herrlich’ [Christus zu der sterbenden Maria:] min liebú muͦter, kum zuͦ mir! [...] / kum, froͤwe dich in dins kindes rich / guͤnlich iemer eweklich [Vorlage: in celesti gloria semper iocunderis ] WernhMl 13796

MWB 2 1045,26; Bearbeiter: Bohnert

guotlîche, guollîche, guonlîche stF. zu guol-, guon- s. bei guotlich. 1 ‘Herrlichkeit, Glanz, strahlende Schönheit’
1.1 auf Gott, Himmlisches bezogen
1.2 auf Menschen, Irdisches bezogen
2 ‘Verherrlichung, Ruhm’
   1 ‘Herrlichkeit, Glanz, strahlende Schönheit’    1.1 auf Gott, Himmlisches bezogen: er gesizzet [...] mit in ze merde [Abendmahl] , / mit michilere guotlîche in deme himilrîche Gen 2904; gotes muͦter, [...] fon der guͦlliki dines luteren antluzes so flihen unde zerfaren alle mine fiende EngelbGeb 99; ez wart [...] / uf dem berge [Sinai] alda bekant / der gotis guͤnliche tougen / [...] als eins grozen fúrs blig RvEWchr 11818; das sy in [Christus] in siner guͤnlichi gesechen hety, und das sy da von nit gesagen kúndi [...] wie úberwunneklich die gesicht was Stagel 68,28; PrHermet 343; BrEng Prolog. 5; Seuse 337,13. 476,18. und der wille gotes smakt in [den Gott ganz hingegebenen Menschen] so wol und hein so vil guͤnlichi dar an [...]. [...] disú menschen sind neiswi reht als in dem himelrich Seuse 95,7    1.2 auf Menschen, Irdisches bezogen: wan uns nehein gewalt, nehein herschaft, nehein richton, nehein gvollichi dir welte mac beschirmin PrWack 13,50. üppige ~ (lat. inanis/  vana gloria) ‘Stolz, Hochmut’ daz ich mich versundet han [...] mit ubermvͦt, mit spôtte, mit uppiger gvͦtelich Spec 4,9; von der hochfart koment die siben houbetsunde [...]. du erste heizet upigiu guenlichu Bihteb 31. 32; TrudHL 11,34; BrEng 49; PrGeorg 33,16    2 ‘Verherrlichung, Ruhm’ uerlihe mir, barmherziger got, das [das, was] dir wol geuallet, [...] volkomenlichen cefolbringen zuo einem lobe vnt guenlichi dines namen PrWack 97,3; gloria: guotlih, ere [Doppelglossierung] PsWindb 56,12. – jmdm. (Gott) (die) ~ geben: wenne du [...] got guenlichi und ere gibest von allem dinem tuon und lassen PrEngelb 200,273; PrWack 20,17

MWB 2 1048,47; Bearbeiter: Bohnert

guotlîcheit, -lîchkeit stF. ‘Freundlichkeit, Liebenswürdigkeit’ das man [...] weder stritig noch kibig si; sunder man sol [...] stille sin und guͤtlich in guͦter guͤtlicheit Tauler 234,6. 52,7. 309,32; di tûbe meinet [...] di gutlichkeit und lûterkeit unses herren Jêsu Kristi; wan di tûbe ist âne gallen HvFritzlHl 53,17

MWB 2 1049,18; Bearbeiter: Bohnert

guotlîchen, guol-, guonlîchen swV. zu guol- ( Will ), guon- s. bei guotlich. 1 ‘jmdn. verherrlichen, rühmen’
2 refl. und intr. (mit Präp. an/  in ), ‘sich (einer Sache) rühmen’
   1 ‘jmdn. verherrlichen, rühmen’ daz wir den vater loben unde den sun êren unde den hailigen gaist guͦtlîchen TrudHL 53,17; ir reinen selen, [...] ruͤment und prisent, lobent und guͤnlichent [...] die hohen kúnegin [Maria] Seuse 263,16; [der auferstandene Jesus] erschein im [...] / gegüenlîchet, am lîbe gesunt WvRh 12591; BrZw 57; KvHelmsd 2796; Stagel 44,7    2 refl. und intr. (mit Präp. an/  in), ‘sich (einer Sache) rühmen’ des [Kreuzestodes Christi] neschament siu [die Gläubigen] sich nieht sunder siu goutelîchent sich dar ane TrudHL 48,25; Will 57,5; der sich guͦenliche, der guͦenliche sich in unsirm herrin [I Cor 1,31] BrEng Prolog. gloriabuntur: guotlichent PsWindb 5,12; BrZw Prolog

MWB 2 1049,25; Bearbeiter: Bohnert

guotman stM. ‘rechtschaffener Mann’ do vant er Zebedeum unde sin zwene sun, / Jacobum unde Johannem, zwen guotmanne AvaLJ 53,3

MWB 2 1049,41; Bearbeiter: Bohnert

guotmuotic Adj. guoten muot habend’ [Sanguiniker] sint gebinde, minnende, frolich [...], geturstic [kühn] unde guotmuotic MNat 1,30

MWB 2 1049,44; Bearbeiter: Bohnert

guotnisse stF. ‘Güte’ [Gott erwies uns Menschen ein groze libe und wurde Mensch:] die guͦtnisse suͦle wir nemmen in vnser herze vnd suln in libe haben PrLpz (L) 38,28

MWB 2 1049,47; Bearbeiter: Bohnert

guotsælic Adj. ‘durch Vermögen beglückt’ er ist ein guotsæliger man. / [...] mit guote lebt er sæliclîch Helbl 1,34

MWB 2 1049,51; Bearbeiter: Bohnert

guotschînende Part.-Adj. ‘rechtschaffen, fromm scheinend’ man vindet zwaierlay wisen under guͦtschinenden menschen: etlichú fuͤrent ein vernúnftig wise und etlichú ein unvernúnftig Seuse 156,17; also ward er jemerlich zertragen in verrú land [weithin ins Gerede gebracht, verleumdet] von derley guͦtschinenden menschen ebd. 125,18 u.ö.; den genuͤget mit iren guͦtschinenden werken Tauler 288,2; mit uswendiger guͦtschinender sinnelicher blinder wise ebd. 288,18. 374,11; Eckh (Pf) 340,30; MerswZM 49,2

MWB 2 1049,54; Bearbeiter: Bohnert

guotswende swM. ‘Verschwender von Vermögen’ [der verlorene Sohn (Lc 15,11ff.) ist] der gutswende, / der in dem ellende / sin erbeteil verwesen hat Litan 1195; ein guotswent ân êre Helbl 2,429

MWB 2 1050,1; Bearbeiter: Bohnert

guotswender stM. ‘Verschwender von Vermögen’ ein itslich rehter spiler / hat vierhande gutswender [nämlich Würfelverleiher, Augenzähler, Pfandner und Wirt] [...]. / waz krefte hat do sin gewin, / die viere zihen wol einen hin Jüngl 364

MWB 2 1050,5; Bearbeiter: Bohnert