geloubendic
Adj.
‘gläubig’, präd.:
Thoma, mich han gesehen dyͤ augen din, / dez schaltuͤ
gloubending sin OsterSpI
1135
MWB 2 366,59; Bearbeiter: Bohnert
gelouber
stM.
‘der glaubt, der Gläubige’
des tiuvels glouber [der an den Teufel glaubt, sein Anhänger
ist]
KvWPart
915;
daz [die Jungfrauengeburt] lat
nieman gut gesin / denn ain slechter [schlichter,
unverbildeter] gelober Teichn
589,85
MWB 2 366,62; Bearbeiter: Bohnert
geloubic
Adj.
1
‘(an den christl. Gott) glaubend, gläubig’
1.1 attr. 1.2 präd. 1.2.1 ohne weitere Erg. 1.2.2 mit Dat. 1.2.3 mit Präp.; 1.3 subst. 2
‘an etw. glaubend’ , im relig. Sinn 2.1 mit Gen. 2.2 mit Präp. an/in 2.3 mit abh. Satz 3
‘(jmdm.) etw. glaubend, etw. für wahr haltend’ , mit Gen.d.S. 4
‘auf etw. vertrauend, etw. zuversichtlich erwartend’ , mit Gen. 5
‘(jmdm.) glaubend, vertrauend, Glauben schenkend’ ; 6
‘glaubwürdig, vertrauenswürdig’ , von Personen 7
‘glaubhaft, glaublich’ ; 8
‘nachgebend, nachgiebig’ (zu
gelouben
swV.
6
)
1
‘(an den christl. Gott) glaubend, gläubig’
1.1
attr.:
der glǒbige man nescol irre lere nieht suchen
JPhys
22,6;
der werde furste rich / wol gloubec unde cristenlich
[...] / ein enlender bilgerin / wolde in godes
namen sin Elis
4674;
dar vmbe so ist der here sunnetage zu eren von allen
geloͮbegen menischen Konr
1,19;
UrkCorp (WMU)
93,5;
BdN
268,8.
431,5;
ClosChr
33,21.
–
swer daz selb hilig bluͦt wirdichlich mit
geluͤbigem hertzen enpfæcht PrOberalt
79,13;
KvWPant
70;
MarlbRh
57,15;
dri besunder messe [...] ze hilfe vnd ze
trost [...] allen gelaubeigen selen, si sint
lebendig oder tot UrkCorp (WMU)
3581,40;
PrGeorg
341,12;
Spec
147,21;
Rol
9090.
–
in unsers herren ere / wuchs die geloubige zahl [die Zahl
der Gläubigen] / zu Ierusalem PassIII
38,2
1.2
präd.
1.2.1
ohne weitere Erg.:
swer geloubic ist und getoufet, / umbe den gab
Christ sinen lip StrKD
112,22;
wolt ich [Konstantin] niht geloubic sîn
[...], / son hæte ich niht
[...] / die boten mîn nâch dir
[Silvester] gesant KvWSilv
1537;
daz die lút gelobig wurdent und sich bekertent PrGeorg
9,25;
Alkuin
26;
Konr
10,69.
13,15.
–
daz bézêichenet di der neuuedir noh ungeloubige noh
rehte geloubige nesint ÄPhys
6,4;
si [
ein riche wip
] waz nicht
wol geloubic, wan si ginc mit dem dufele umbe HlReg
43,19;
Thomaz wol geloubech wart / vnde an die wahrheit bekart / wande er
im [Christus] in die wunden greif
PassI/II
95,7.
–
[Barlaam zu Josaphat:] ich weiz, daz dîn lant
/ von dîner lêre geloubic ist RvEBarl
15435
1.2.2
mit Dat.:
dâ mite er [Christus] ein
vorbilde lie / allen, die im gloubic sint RvEBarl
2731;
daz der patriarche Abraham ime [Gott] also
getruͦwe und also geleubeg was NvLand
12,22;
RvEGer
6273
1.2.3
mit Präp.;
überw. an:
si wâren schiere worden / geloubic an den wæren got KvWSilv
851;
do wart des ludes in dem zil / an Christum geloubich vil
PassI/II
133,36.
80,89;
[die von Jesus in seiner Kindheit gewirkten Wunder sind
vergessen] wan an in gloubec nieman was / und wan er
noch dô nit an in / genomen hâte die junger sîn, / die
[...] haeten si sunder wân / der welte
offen getân WvRh
6697.
8196;
RvEBarl
6935.
14538;
RvEWchr
997;
vereinzelt auch von Maria:
es wurd geschriben alles gar von gottes frúnden, die
in den ziten warend und geloͤbig wurdent an got und an sin
muͦter WernhMl
1,6.
– vereinzelt in:
niht vmb dis alein bit ich. svnder für dise di
dvrch iriv wort gelaübich sint in mich EvAug
263,13
1.3
subst.:
daz ih disi armin giloubigin / irlosi von den heidinin
ÄJud
197;
wildu auer wizzen wer din naheste sîge? daz ist ain igelich geloubigêr
Alkuin
46;
alliv dinch sint müglichen dem gelaübigen [
Mc 9,22
]
EvAug
99,13;
JPhys
22,5;
PrGeorg(Sch)
10,71;
StatDtOrd
23,28;
Eckh
5:61,5.
– mit Gen.:
allen gotes geloubigen [...] den wunschet
bruder Burchart von Swanden [...] heiles in gote
vnsem herren UrkCorp (WMU)
975,9;
UrkDOHess
1,378
(a.1289).
– vereinzelt mit Präp. in:
allen gelouegen in Christum, beide, de nu leuen vnd noch leuedich
werden, ewegen heil an vnsem herren godde UrkCorp (WMU)
1091,40
2
‘an etw. glaubend’, im relig. Sinn
2.1
mit Gen.:
tuo dû, herr, [...] / daz si
gelouben, daz niht enist / dhein ander got wan dû ein, / und daz ouch niht sô
rein / ist, sô dû, herr mîn, / und daz si des geloubic sîn
EnikWchr
8362;
die helle [diese Hölle, d.h. der helle
grunt
] Jhesus nitt zerbrach / noch losst da niemand uss
pin: / des soͤllend wir geloͤbig sin KvHelmsd
2476
2.2
mit Präp. an/in:
sô tuo daz ich dir hân geseit, / und wirt geloubic an den touf
KvWSilv
1531;
da von so wil ich vechten / kein den die hie verechten /
Jhesu cruce und die man / die geloubic sint daran Daniel
1738;
allen den, die in Cristis namen giloͧbig sint UrkCorp (WMU)
173,41
2.3
mit abh. Satz:
swaz si da singen oder sagen kunden / in kristenlicher wise, wart er und
al di sine geloubik funden JTit
472,4
3
‘(jmdm.) etw. glaubend, etw. für wahr haltend’, mit
Gen.d.S.:
[Elisabeth zu Maria:] wan du des engels worte
[oder Dat.Sg.?] / bist geloubec worden nû, / dâ von
gesegnet sô bist dû WvRh
3014;
wie lange wil diz lút nu sin / ungeloubig an dén worten min /
und niht geloubig mir, des ih / in han gesagit? RvEWchr
13660
4
‘auf etw. vertrauend, etw. zuversichtlich erwartend’, mit
Gen.:
‘ir vart sô zorniclîchen’ sprach diu frouwe guot, / ‘und bin
doch des geloubic daz ir mir niht entuot’ WolfdA
300,2;
du solt mir guotes biten, / wan ich dich nie erzurnde: des ich geloubic bin
OrtnAW
75,3
5
‘(jmdm.) glaubend, vertrauend, Glauben schenkend’;
attr.:
Îsôt diu weinde starke. / der geloubege
[leichtgläubige] Marke / ‘schœne’
sprach er ‘saget mir, / waz wirret iu, waz weinet ir?’
Tr
13904.
– präd.:
welt ir mir niht geloubic sîn EnikWchr
7430;
WhvÖst
6951;
und dise menschen sint allen menschen
geloͤibig [gegenüber allen Menschen
vertrauensvoll] und barmherzig Tauler
176,15
6
‘glaubwürdig, vertrauenswürdig’, von Personen:
ist daz iemant eim purger [...] ein maulslack slecht,
[...] der schol sich selb drit unschuldigen glaubiger
man StRBrünn
366;
Pertholt der âmman von Minnebach vnd manger ander gelovbiger man
UrkCorp (WMU)
1104B,10
7
‘glaubhaft, glaublich’;
von Aussagen:
sine [
des fursten
] spruche sunder
var / waren gloubec unde war Elis
3250;
geloubic ist daz worden / daz di drî
verlougnus [des hl. Petrus] / ergîngen alle in
Anne hûs JvFrst
4942.
– von Sachen:
kainer ward nÿ so weyß / der gar volschreiben möcht / daz wunder noch
endöht, / wann ez nit gelaubig ist GrAlex
5693
8
‘nachgebend, nachgiebig’ (zu →
gelouben
swV.
6
):
wir furhten dez libes tot / und sin im gelovbic wol Martina
243,77;
wo die lúte [...] einen bihther findent der in liht
semfte ist und in erloͮbet ire wise und in gloͮbig ist
[...], den kiesent die lúthe us und sprechent er si ein
bidderman MerswNF
28,27
MWB 2 367,3; Bearbeiter: Bohnert
geloubicheit
stF.
‘Gläubigkeit’
credulitatem: globicheit PsWindb
92,Oratio;
das der gelaub on die werck nicht trait / noch die werck an
die gläubikaitt Teichn
701,122
MWB 2 368,58; Bearbeiter: Bohnert
geloubiclîche
Adv.
‘gläubig, gläubigen Sinnes’
wir sulens [des Kreuzes] gelouphafte
[La. geloubichlich
] ’npflegen
Wh(L)
31,30;
wiͤr sullen in [Christus]
sehen mit dem muͤt / gelaubichleich Teichn
9,47;
so begot man den dag [der Kirchweihe] hoch
gelobkliche ElsLA
764,15
MWB 2 368,62; Bearbeiter: Bohnert
geloubiger
stM.
‘Gläubiger, Kreditgeber’
noch dem sol auch der gelaubiger das haus oder erbe dem schuldiger anpieten
[...]; wil oder mag er denne das nicht wider zu im
ledigen, so mag der gelaubiger das haus oder erbe vorkaufen StRPrag
74.
73
MWB 2 369,4; Bearbeiter: Bohnert
gelöubisch
Adj.
‘gläubig’
ob ez daz himelprôt sei, daz got dem gläubischen
[La. geloubigen
] volk sante in der wüesten
BdN
90,26
MWB 2 369,10; Bearbeiter: Bohnert
geloufe, gelöufe
stN.
‘Auflauf, Aufruhr’
[die Kinder] waren erfert von dem gerúff das die lút machten
und von dem geleuff das da was Lanc
59,9;
daz geloufe wart sô grôz sân, / daz si [die herbeigelaufenen
Scharen] muosen stille stân AlexiusF
1459;
swo dehein samenunge wrde oder gelaufe vf der judin schadin, ez si jn der stat
oder vffe dem lande UrkWürzb
40,145
(a. 1337);
WüP
9,10;
UrkMoselQ
169,3
(a. 1338);
StRSchlettst
42;
UrkBasel
4:147,26
(a. 1342);
ClosChr
138,1
MWB 2 369,13; Bearbeiterin: Herbers
geloufte
swM.
‘Anhänger, Mitläufer’
Satanat mit sinen gelouften Himmelr
12,31;
disen sumer habent si mich verdrungen, er und ener sîn geloufte Herebrant
Neidh
WL 25:5,15
MWB 2 369,23; Bearbeiterin: Herbers
geloup
Adj.
‘belaubt, mit Laub versehen’
seht an den walt, wie geloup, wie wolgestalt
KLD:Kzl
12: 2,2;
Aaronis ruͦte er [Moses] vant /
berhaft, geloup RvEWchr
14026;
sesse ein mensche vor eime kelre in eime sumerlichen tage,
schone bedecket mit des geloͮbeten waldes schoͤne wat Seuse
466,5
MWB 2 369,27; Bearbeiterin: Herbers
geloup
stMN.
auch gelop, gelob; vgl. mnd. gelôf (MNDWB 2,55;
Schiller/Lübben 2,46).
1
‘Erlaubnis, Genehmigung’
2
‘Zustimmung, Verpflichtung, Versprechen’
1
‘Erlaubnis, Genehmigung’
dinget eyn man sîme wîbe gût mit sîner sone geloube, die zu iren jâren comen
sîn SSp
192,2;
ein wîb en mag ouch ân ires mannes gelob nicht ires gûtes vergebn
SSp(W)
1:45,2;
âne sînes wîbes gelob ebd.
1:25,4.
1:20,1
u.ö.;
UrkCorp (WMU)
51,37
u.ö.
2
‘Zustimmung, Verpflichtung, Versprechen’
die vier purger di daz gelobt habent, sint genant
[...], vnd ist der rede vnd des geloͮbes
zevͦch, di hie sint genant UrkCorp
1456,2;
s.a.
gelübe
1.2
MWB 2 369,33; Bearbeiter: Bohnert
geloupbrief, geloubebrief
stM.
‘beglaubigte Urkunde, Beglaubigungsschreiben’
daz der vorgnant hertzog Ott den pvrgærn des vorgnanten vnsers herren des
kvͤnigs glavb brief, di er hat, an die pvͦrgær vnd an di jvden
[...], in geantwuͦrtt, im vnd avch in selben ze
behalten UrkCorp (WMU)
2817,20;
alse mirh [l. mich
] de greve van
Guͦliche min herre unde der rayd der stede von Kolne an uch mit yren gelouwe
bryeve [
cum litteris credentiae eorundem
5:399,3] haynt gesant MGHConst
5:397,35
(a. 1318)
MWB 2 369,45; Bearbeiter: Bohnert
gelouphaft, geloubehaft
Adj. , gelouphaften
Adv.
1
‘glaubend, gläubig’
1.1 attr., geloubehafter muot/sin 1.2 präd.; 1.3 Adv. 2
‘glaubwürdig’
1
‘glaubend, gläubig’
1.1
attr., geloubehafter muot/sin:
ist iu kristengloube bî? / habt ir geloubhaften sin, / sô sage ich iu, wer
ich bin Mai
182,9;
daz gap gelouphaften [zu glauben bereiten,
vertrauensvollen] muot / dem herren gegen der vrouwen guot
RvEAlex
1115.
– mit folgendem daʒ-Satz:
trinket hie mîn bluot / und habet geloubhaften muot,
/ daz ez umb iuch vergozzen wirt RvEBarl
6898;
ich hân gelouphaften sin / daz ich dîn genanne bin
[...], / du bist Christ, sô bin ich kristen
Wh
1,25
1.2
präd.;
mit Gen.d.S. oder Präp.-Gruppe:
des sule wir gelouphaft wesen Kröllwitz
3084;
sîn herze in gotes minne bran / und was an Krist geloubhaft
KvWPant
163.
217;
der [Schächer zur Linken
Christi] was niht wol geloubhaft GvJudenb
1955.
– jmdn.
~ tuon
‘jmdn. gläubig machen’
die ungelouben tuo glouphaft WvRh
14271
1.3
Adv.:
wir sulens [des Kreuzes] ouch
gelouphaften pflegen Wh
31,30
2
‘glaubwürdig’
ob ir des niht geloubet, / sô stânt hie zwelf biderbe man
[...] / und sint sô gelouphaft
KvHeimUrst
465;
swie dû sîst geloubhaft RvEBarl
1497;
da sol der vogt hin senden geloubhaffte liuͤte die den
wunden [Verwundeten] sehen StRAugsb
117,13;
SchwSp(W)
337,8
MWB 2 369,56; Bearbeiter: Bohnert
gelouphaftic
Adj.
1
‘glaubend, gläubig’
2
‘glaubwürdig’
1
‘glaubend, gläubig’
die glaubhëfftigen kristen SchlierbAT(LS)
1,83;
ein pawr ich pin / und han gelaubhaftigen sin
Teichn
201,12;
ze hilf vnd ze troͤst meiner sel vnd meiner voͤdern sel vnd
aller gloubhaftigen sel UrkCorp (WMU)
2598,1
2
‘glaubwürdig’
swaz dann der chlager bereden mag selbe dritte gelaubhaftiger leut
UrkCorp (WMU)
847,4;
der Leͮpolt Leͮbel vnd dar zvͦ alle die, die
geloͮbhaftich levt sint ebd.
2358,2
u.ö.
MWB 2 370,18; Bearbeiter: Bohnert
geloupheit
stF.
‘Gläubigkeit’
credulitatis: der globheite PsWindb
44,Oratio
MWB 2 370,27; Bearbeiter: Bohnert
gelouplich
Adj., Adv. , -lîchen
Adv.
auch geloubelich.
1
‘glaubhaft, einleuchtend, überzeugend, unzweifelhaft’
2
‘glaubwürdig, vertrauenswürdig’ , von Aussagen, Darstellungen 3
‘gläubig, fromm’
4 vereinzelt ‘nachgiebig’ (zu
gelouben
swV.
6
), Adv.
1
‘glaubhaft, einleuchtend, überzeugend, unzweifelhaft’
er [der von Noah ( Gn 8,6ff.) ausgesandte
Rabe] ne sagete ime niht widere / dehein gelovblich pilde. / do
sante er uz di tuben. / der wolter gelovben VMos
13,8;
doch habe wir dicke virnumin / vnd sin des vil zende kumin / mit geloublicher
warheit, / daz [...]
ChristhChr
973.
– präd. (mit folgendem Subjektsatz):
daz ist [...] unbegrîfelich und unglouplich. und
dem ist reht; wan wære ez begrîfelich und wære ez glouplich, sô enwære ez niht
reht Eckh
2:94,5;
BdN
373,6
u.ö.;
[Gott kündigte durch die Propheten seine Menschwerdung
an,] daz iz deste gelouplicher ware, / swenne iz darnach
gescahe, daz man in mennisc gesahe AvaLJ
1,4;
so ist daz nút gelouplich daz der mensche in disen grunt
iemer komen múge Tauler
300,29.
160,5;
Eckh
5:116,23;
BdN
271,5;
MarcoPolo
5,17.
– Adv.:
wil er die wârheit selber spehen / und die geloublîchen sehen
ErnstD
3630;
[aus Christi Seitenwunde floß Blut,] daz man
geloublich wêre gewis / daz der Christi lîchnam / wêr verwâr ein menschlich stam
JvFrst
10726
2
‘glaubwürdig, vertrauenswürdig’, von Aussagen,
Darstellungen:
[Christus,] den der wissagen geloͮbliche schrift
gehiezen [interl. zu quem prophetarum fideles pagine
spoponderant
]
PsM
H 42,4;
präd.:
her [Gott] louc nie nicht sam ein
har, / wen sine wor [l. wort
] sint immer war /
und sin eit geloubelich HeslApk
15163;
das si [die Beichte] gelovplich sie vnn getriuwe
Bihteb
16;
PsM
92,5;
vereinzelt von einer Person:
ich [...] sol / gelouben dînen worten
wol: / dû bist geloublich getân RvEBarl
1495
(oder Adv.?).
– Adv.:
aber Plinius der redet vil geläupleicher von der vippern
BdN
286,1.
3
‘gläubig, fromm’
die swester was dar an gereit / in geloublicheme sinne, / daz si der
kuninginne / sagete des apostelen wort PassI/II
256,8;
der [Kaiser Claudius] ouch underwegen liez / den
geloublichen stic [Weg des Glaubens]
PassIII
394,75.
– Adv.:
das solt du geloͮblich, diemuͤteklich und
andehteklich núnstunt úberlesen Mechth
Vorbericht 41;
wir sulens [des Kreuzes] ouch
gelouphaften [La. geloublichen
] pflegen
Wh
31,30
4
vereinzelt ‘nachgiebig’ (zu →
gelouben
swV.
6
), Adv.:
er [König Machorel, der seine Tochter nicht verheiraten
will] sol [...] geloublîchen tuon, / gebe
si einem manne: sô hât er tohter unde suon OrtnAW
20,3
MWB 2 370,29; Bearbeiter: Bohnert
geloupsam
Adj.
‘glaubwürdig, zuverlässig’
der sol sich entslahen an den heiligen mit siben geloͮbsamen mannen
UrkCorp (WMU)
26A,37.
N134,4;
ayn wederreide voir dem richter ind den scheffenen ind andern geloichsemen
luden UrkGerKöln
376
(a. 1344);
vnde andren erberen lv́ten, der warheit gelobsam ist UrkCorp (WMU)
341,20;
des [Wirken der Trinität] der sun
[Christus] üns [...] /
geloubsam urkunde gît WvRh
3783
MWB 2 371,14; Bearbeiter: Bohnert
geloupsame
stF.
alem.; vereinzelt swF. ( UrkTüb ).
1
‘Glaubwürdigkeit; glaubwürdige Aussage’
2
‘Beglaubigung, Bekräftigung’ , in der Publicatio oder Corroboratio von Urkunden
1
‘Glaubwürdigkeit; glaubwürdige Aussage’
wir [...] horten [...] dar
umbe gezu̍ge, und gewnnen die herren ab Zu̍richberg die bessern
geloubsami StBZürich
22;
nach der geloͮpsami gesworren [vereidigter]
gezúgen UrkCorp (WMU)
2214,42;
daz bede taile ir kvntsami vnd ir geloͮbsami fv́r braͤhten
ebd.
2285,33.43;
swa wir der rechnunge nit gelôben woelten, da sol des gotzehuos kelner
[...] vns gelopsaemin tivon [=
tuon
] vf sin gehorsaemen UrkTüb
116
(a. 1304)
2
‘Beglaubigung, Bekräftigung’, in der Publicatio oder
Corroboratio von Urkunden:
wir [...] kúnden allen den dise gegenwrtigon
hantvesti iemer ane gesehent [...], aine geloͮbsami
allir der dinge, so dar ane geschriben stat UrkCorp
2013,24;
vnd ze ainer gewerer vnd oftern gelopsamj dirre scrift, so gaben wir v́nser
stat jnsigel an disen brief UrkCorp (WMU)
2597,36
u.ö.;
UrkGlar
115
(a. 1302);
UrkBern
5,412
(a. 1324)
MWB 2 371,23; Bearbeiter: Bohnert
geloupwirdic
Adj.
‘glaubwürdig, zuverlässig’
vnd andere gnvͦge, die geloͮbe wierdic sint UrkCorp (WMU)
295,4
MWB 2 371,43; Bearbeiter: Bohnert
gelôʒ
stN.
‘Schicksalsbestimmung (durch das Los)’
ir edelen, merket daz geloz, / und schaffet, daz sich iuwer nam nach tode icht
dürfe trinnen [dass sich euer Name nicht zu verstecken
braucht]
Frl
5:55,18
MWB 2 371,46; Bearbeiterin: Herbers
gelôʒen
swV.
‘sich verfügen, nach lôz handeln’
da svl wir loben einen tach, / dar ih mih gelozen mach / vnt wir der rede ein ende
geben FabelCorp
5,24
MWB 2 371,51; Bearbeiterin: Herbers
gëlph-
→
gëlf-
MWB 2 371,55; Bearbeiterin: Herbers
gëlsen
swV.
‘lärmen, heulen, schreien’
[der Hund] gelset und hullet WhvÖst
3737;
ain hunt gelset von slegen BdN
125,28;
ich wird erschriket und ermant, / wenn ich in hohen velsen / hoͤr grimmen
unde gelsen / unchunst mit stimme fraidik / gen mir Suchenw
41,60.
– als Inf. nach bringen:
ja, bœser wiht, wolt’ ich ez tuon, ich bræhte iu dikke gelsen
[ich machte euch oft heulen] /, ir valscher hunt
Rumelant
3,57b.
– subst.:
von tierin wart da schrien groͤz / gehorit in der wuͦste. /
menlich sich forchten muͤste, / der noch hort sulchiz gelsin Baldem
53
MWB 2 371,56; Bearbeiterin: Herbers
gëlsîdîn
Adj.
‘von gelber Seide’
ein slogier [...] / gelsîden unde wol
geworcht HvFreibJoh
135
MWB 2 372,4; Bearbeiterin: Herbers
gëlster
Adj.
vgl.
gëlsen
swV.
‘laut tönend, hell’
sin stimme also gelster erschal Herb
3019.
3254
MWB 2 372,6; Bearbeiterin: Herbers |