genendic
Adj., Adv.
nur vereinzelt adv. ( UvEtzWh ).
‘mutig, kühn, entschlossen’
Turnûs [...], / der genendige wîgant En
7313;
diz hûs heizet Brandigân, / und ist vil manec ritter guot / durch sînen
genendigen muot / ûf âventiure her komen Er
7961;
niemen sô genendec was, / dêr in getorste beswæren / mit
deheinen bœsen mæren Eracl
4614;
sîn herze was genendic Wh
387,11
u.ö.;
HeslApk
10009;
Greg
1251;
Kreuzf
1185.
–
mit genendigin zorne Athis
E 163;
Kalîs daz lant genendic Ottok
79269.
– adv.:
doch willic siez allez tâten / und genendic âne widerkîf UvEtzWh
5093.
– subst.:
Artûs der prîss genendec [der nach Ruhm
Strebende]
Parz
784,8;
des genendegen sun Tit(BH)
G 76,2;
der genendigisten einer Ottok
1311;
der hoch genenndich / sein lob behaust in eren sarkch Suchenw
17,32.
18,510;
Cranc
Jes 15,4.
– mit präp. Erg. ‘ausgerichtet auf, entschlossen zu
etw.’
swachiu fuͦr was dir ie widerstendik, / leben werdicliche, da gen so
was din herz ie wol genendik JTit
4333,4;
vornünftic und genendic / ûf manheit und ûf alle tugent
HvFreibTr
1658;
des sul wir sîn genendic / ze kamphe sunder allen spot KvWPart
4110;
bis dar an genendic, / daz dû mit triuwen uns gestêst KvWTroj
46134;
diu reise [...], / dar ûf Pârîs genendic / mit herzen
und mit lîbe wart ebd.
19200
MWB 2 454,23; Bearbeiter: Runow
genendicheit
stF.
‘Kühnheit, Mut’
nû diuhte mich diu genendekeit / lobelîch unde grôz, / daz er âne wâfen blôz /
und gesellelôs ze velde kam Er
2503;
swâ kint genendekeit erspehent, daz sol helfen, ob se imer gemannen
Tit(BH)
G 35,4;
[der allegorisch zu verstehende Ritter] kuͦnheit,
der ist gekleidet mit genendekeit und gekroͤnet mit aller selekeit
Mechth
1: 46,19;
in helledes [
heldes
]
genendikeit HeslApk
17736;
Wh
457,5
MWB 2 454,50; Bearbeiter: Runow
genendiclîche
Adv.
auch -lîchen.
‘mutig, kühn, entschlossen, bestimmt’
irn solt niht fliehen / und gnendeclîche ziehen / diu wol snîdenden swert
En
7490;
wir suln mit schilde und mit spere / dînen willen irwerben /
oder genendiclîchen sterben SAlex
6666;
küene liute solten Keien nôt / klagen: sîn manheit im gebôt /
genendeclîche an manegen strît Parz
296,15;
Wh
78,24.
460,19
u.ö.;
Iw
3760.
–
ich wil genendenclîche / beidiu liep und leit [...]
durch iuwern willen lîden Flore
5436;
genendeclîch / er [
mîn
muot
] zuo zir [der
Geliebten] herzen bôzet / vil mangen stôz KLD:BvH
18: 2,6;
der meister [...] sol in der hant die
gerten unde den stab tragen [...], dâmit er
[...] den tôtlichen slâf [...]
von den trêgen enslâhe
genendeclîche [
vigilanter
] unde ouch alle
ungehôrsame zuhtige mit dem vlîze der gerehtekeite StatDtOrd
54,19;
ErnstD
2073;
Kreuzf
249
MWB 2 454,59; Bearbeiter: Runow
genendige
stF.
‘Anmaßung’
in din chlostirn [...] sol gwert
werdin ellv baldv gnendigi [
vitetur... omnis praesumptionis
occasio
]
BrEng
70
MWB 2 455,13; Bearbeiter: Runow
genenne
Adj.
‘berühmt, bekannt’
ouch sagete von Tristande / beidiu liut unde lant: / er was
genenne unde erkant Tr
13094;
ein stat die hiez Tungeren: / über die gie der gotes zorn. / si hat nu vaste
abe geborn: / doch was si etewenne / in den reichen gar genenne Serv
72
MWB 2 455,16; Bearbeiter: Runow
genenne
stN.
vgl.
genennede
.
‘Benennung’, bezogen auf die drilicheit der namen
(v. 643) innerhalb der trinitarischen Gottheit:
der sun [...] ist minner, der vater
merer. / so vil der vater ist herer / dan der sun an dem genenne
HeslApk
657
MWB 2 455,22; Bearbeiter: Runow
genenne
swM.
→
genanne
MWB 2 455,27;
genennede, genemmede
stFN.
auch genende (z.B. Frl ) und genennende (
HeslApk ).
‘Benennung’ (vgl. nennen, nemmen
swV.)
1 allg. 2 zur Übers. von lat. persona , meist im Pl. auf die drei Personen der
Trinität bezogen (s.a.
genanne
)
1
allg.:
vocabulum: genennede SummHeinr
2:547,01.22;
meit, wip und vrouwe, ganzer vröuden tempel / gezirkelt hat sich uf die dri
genende Frl
3:21,6.
– in der Verbindung jëhen ûf daʒ ~
zur Übers. von lat.
loqui de hac re (vgl. Glr.z.St.) ‘diesbezüglich
sagen’
Augustinus ûf daz gnende / gicht: Christ an dem sechsten
tage / wolde lîden JvFrst
7870
2
zur Übers. von lat. persona, meist im Pl. auf die drei Personen der
Trinität bezogen (s.a.
genanne
):
persona: ginemmidi Gl
2:468,54
(BStK389);
die genende alle dri, / der vater, der sun, der here geist
Rennew
10892;
daz die genennende der dri / personen ein einic got si, / des
waz zu geloubene stark HeslApk
11143.
12396;
wir sun gelouben, daz ein got drie genemide sint vnde daz die
drie genemede ein war gotheit ist Lucid
3,2.
70,9;
SuTheol
15;
Wig
2975;
ein gotheit / drilich genende treit HeslApk
8926.
– hierher, wenn genende und personen als Synonyme
aufgefassen werden:
got in der einikeit / drie genende personen treit, / die
doch ein got sin HeslApk
19458
MWB 2 455,28; Bearbeiter: Runow
genennel
stM.
Dimin. zu
genanne
‘Namensvetter’, hier als Bestandteil von Personennamen:
Gebhart der Genænel UrkCorp (WMU)
1760,15
MWB 2 455,52; Bearbeiter: Runow
genennic
Adj.
‘berühmt, bekannt’
ich waz halt so genennig worten, / dw nur von mir sagen
horten, / dw begerten mich zu schawen Teichn
397,53
MWB 2 455,55; Bearbeiter: Runow
gëner
Pron.
→
jëner
MWB 2 455,58;
general
stM.
‘Haupt eines Mönchsordens’ (vgl. Suolahti
1,94):
ez sî prôbest oder abt, / prîor oder gardîân, / custer oder dêkân, / minister
oder general BuchdRügen
403
MWB 2 455,59; Bearbeiter: Runow
generærinne
stF.
‘Ernährerin, Amme’
konige werden dine pfleger und koniginne dine genererinne
[
nutrices
]
Cranc
Jes 49,23
MWB 2 455,63; Bearbeiter: Runow
generede
stF.
‘das Überleben’
zuletst joch zu generde / mûstin dî selbin lûte / ezzin der pferde hûte
NvJer
11284;
ich sach ouch sî [...] zu des lîbis generde / gras
ezzin sam dî pferde ebd.
9879
MWB 2 456,1; Bearbeiter: Runow
genës
Subst.
‘Heil, Rettung’
waz nôt, waz angest sold di stat / jerusalem noch dulden
[...] / mit vancnis und ouch mit besez, / mit tôdes
mort âne genes JvFrst
8152
MWB 2 456,5; Bearbeiter: Runow
genesche
stN.
→
genasche
MWB 2 456,9;
geneschelîn
stN.
Dimin. zu
genasche
‘Begierde’
die armen liute habent ouch ûzsetzikeit an irn hiusern. daz sint die dâ
unfuore trîbent, die umb ein genäschelîn zwei in eine kamer stôzent PrBerth
1:121,33
MWB 2 456,10; Bearbeiter: Runow
genëselich
Adj.
→
genislich
MWB 2 456,15;
genësen
stV. (V)
Prät. mit gramm. Wechsel genâren (z.B.
AvaLJ
130,6;
Gen
1502;
Rol
5188;
LvRegFr
3160
); Part. Prät. auch genern (
Gen
159.
1544
).
1 intr. ‘am Leben bleiben, gesund werden, gerettet werden, unversehrt
bleiben’ ; die Bed.-Positionen 1.1 bis 1.4 sind
nicht immer scharf voneinander zu trennen 1.1
‘am Leben bleiben, überleben’
1.1.1 mit Gen. ‘etw. überleben’
1.1.2 mit präp. Erg. ‘etw. überstehen, gegen jmdn.
bestehen’
1.1.3 mit präp. Erg. von
‘von etw. am Leben gehalten werden’ (?) 1.2
‘gesund werden, wieder zu Kräften kommen’
1.2.1 mit Gen. ‘sich von etw. erholen, von etw. geheilt
werden’
1.2.2 mit präp. Erg. 1.3
‘gerettet/erlöst werden, Heil finden’
1.3.1 mit Gen. 1.3.2 mit präp. Erg. 1.4 allgemeiner auf Unversehrtheit oder Wohlbefinden bezogen ‘schadlos,
sicher sein’
1.4.1 mit Gen. 1.4.2 mit präp. Erg. 1.5
‘ein Kind zur Welt bringen’
1.5.1 ohne Zusatz 1.5.2 mit Gen. 2 subst. ‘Überleben, Heil’
3 vereinzelt tr. (wohl unter nd. Einfluss, vgl. Schiller/Lübben 2,58 )
‘jmdn./etw. retten’
1
intr. ‘am Leben bleiben, gesund werden, gerettet werden, unversehrt
bleiben’; die Bed.-Positionen 1.1 bis 1.4 sind
nicht immer scharf voneinander zu trennen
1.1
‘am Leben bleiben, überleben’
nu sol ich liden den tot. / maht iz iemer sus sin, daz
genaren diu chint min! AvaLJ
130,6;
einer genas, der ander starp Eracl
2743;
ist der tot, den er wundete, ez gat im an das hoͮbet. genist er,
dv́ hant hat er verlorn UrkCorp (WMU)
1797A,28;
Roth
1665;
GrRud
Gb 34;
Mügeln
13,16.
–
gebt mir sînen [Christi]
lîchnamen [Hostie] her, / des mennischeit von des
blinden [Longinus’] sper / starp, dâ diu
gotheit genas Wh
68,25.
224,16;
der durch uns starp und doch genas
RvEBarl
170.
– in der Wendung kûme ~
‘nur knapp überleben’
daz in kûme genas / der lîp der in doch nâch gesweich
Iw
6210;
in Armenie ich was. / wie kume ich da genas!
Tannh
5,18;
wer an den tagen siech wart, der starb oder genas kume
MNat
17,31;
Herb
1468.
3092
u.ö.;
Wig
911
1.1.1
mit Gen. ‘etw. überleben’
swie er der marter dort genas, / er was doch marterære
genôz RvEBarl
416.
– mit adv. Gen. in instr. Funktion (vgl.
2
5Mhd. Gr. § S 76) ‘durch etw./jmdn.
überleben’
dû [Vater] scolt unser
phlegen, dîn [durch dich] sculen wir genesen
Gen
1430;
daz nieman so sich [l.
siech
] me enwart, / er genese
miner [Medeas] lere Herb
821.
– mit Gen. der Relation (2
5Mhd. Gr. § S
75):
si wârn vil frô, daz si des lîbes genâsen
[mit dem Leben davonkamen]
VAlex
505
1.1.2
mit präp. Erg. ‘etw. überstehen, gegen jmdn.
bestehen’
welt ir mir helfen genesen / gegen dem fürsten
Fridrîch, / zwâr daz stêt iu ritterlîch EnikFb
3578.
–
sus was genesen der küene man / von dirre
crêatiure Wig
6539.
–
niht ist der vor hant miner [Gottes]
muge genesen [interl. zu eruere
]
PsM
C 6,39;
der herre nemach uor Rother nicht genesen
Roth
949;
ir muget vor iuwern fînden harte wol genesen
NibB
1467,2;
Tr
8338
1.1.3
mit präp. Erg. von
‘von etw. am Leben gehalten werden’ (?):
von dem höuwe [auf dem der hl. Franziscus gelegen
hatte] ouch genâren / vil frouwen, sô si kint gebâren, /
ob siez under sich leiten LvRegFr
3160
1.2
‘gesund werden, wieder zu Kräften kommen’
sî pflac sîn daz er wol genas Iw
1782;
dâ lac sie, unz sie wol genas Eracl
4096;
PrGeorg
6,33.
–
nu was ouch Tristan genesen / ganz unde geheilet
garwe Tr
8142;
‘wie stêtz, sît ir genesen? / durch got,
frouwe, sagt uns daz.’ / ‘mir ist’ sprach sie ‘ein
lützel baz.’ Eracl
4086;
stand uf, liep kint min, du bist genesen!
Mechth
5: 8,15
1.2.1
mit Gen. ‘sich von etw. erholen, von etw. geheilt
werden’
der wunden er niuht genas VAlex
549;
SAlex
1874;
also er do des siechtuͦmes genas
Konr
9,47;
nu was ouch Keye genesn / bî dem Plimizœl der tjoste
Parz
675,4.
–
‘etw. heil überstehen’
her [der
jaspis
] ist den wiben gut umme gegort, / di
genesen suln kindes gebort Brun
1685
(vgl. 1.4)
1.2.2
mit präp. Erg.:
so sag ich im [...] das er
an dem beyn genesen ist, wann es im bestrichen wirt mit des ritters blut
Lanc
356,29;
bildl.
ob ich an freuden sol genesen [wieder
glücklich werden]
Parz
327,8;
so maht du an der kúscheit genesen
Mechth
4: 1,5.
–
daz Hector was von sime slage / genesen vnde von
siner wunden Herb
9408
1.3
‘gerettet/erlöst werden, Heil finden’
dâ mit ist Anfortas genesen Parz
484,7;
ich wæne, ich bin noch ungenesen; / doch wânde ich hie
genesen wesen Tr
8838.
8842.
– bezogen auf das Seelenheil:
swer uzerhalb dez gelauben ist, der enmach niht
genesen Konr
23,27;
sus sulen sie al genesen, / die
sine [Gottes] kint willent wesen
TrSilv
255;
swelh sæliger den [
êlicher
hîrât
] ze rehte hât, / der ist hie und dort
genesen KvHeimHinv
997;
PrOberalt
16,26.
– subst. Part.-Adj.:
diu guoten ze der zesewen [der Rechten
Gottes] , daz sint die genesenen AvaJG
25,2
1.3.1
mit Gen.:
nû solt dû wîsen mich daran, / wie ich der übelen nôt
genese [entkomme] / und in der guoten vreude
wese RvEBarl
3817.
9123.
–
duo er
[Christus] drizzich jar alt was, / des disiu
werlt al genas, / duo chom er zuo Jordane, / getoufet wart er dare
VEzzo
200;
des ist mîn sêle genern in êwe Gen
1544;
sich begunde starke mêren / der geloube, des wir
suln genesen Eracl
147
1.3.2
mit präp. Erg.:
ein wîp, diu ê von senender nôt genas
MF:Reinm
37: 1,4;
[wer] umwizende einin man / sluͦg und danne
dar [zu der Freistatt] entran, / der solte denne
sichir wesen, / von jenis vrúndin sin genesen RvEWchr
15309.
–
daz ich vur svnden sy genesen TannhBu
7;
[Noah] vor der sintfluot wol genas
LvRegSyon
2238.
– in der Wendung an/ze der sêle ~
:
in dem namen [Jesus
Christus] wir alle genesin schulin an der sêle
Spec
16,22;
lat sie [...] ebtessinne
wesen, / so sit ir an der sele genesen ReinFu
K,2124;
dô Friderich ûz Œsterrîch alsô gewarp, / daz er an der sêle
genas und im der lîp erstarp Walth
19,30;
die [...] zur sele sint
genesen HeslApk
10188.
–
[Nebukadnezar wurde] von gotes gebote schiere
/ verwandelt zeinem tiere. / siben mânôde er daz was. / in rou sîn
sünde: dô genas / er wider in die menscheit RvEBarl
2366
1.4
allgemeiner auf Unversehrtheit oder Wohlbefinden bezogen ‘schadlos,
sicher sein’
ich genis [interl. zu protegar
]
unter dem schaten vetchen diner PsM
60,5;
ir ieglicher wol genas, / und quamen zu Rome gesunt PassIII
15,60;
gip har vünf phenning [als Wegezoll]
[...], wilt du genesen Boner
76,37;
StrKD
161,204.
–
‘es sich gut gehen lassen, zufrieden sein’
selch vreude niemer werden mac / der man ze den zîten
[zu Lebzeiten König Artus’] pflac. /
doch müezen wir ouch nû genesen Iw
53;
[der Wucherer] wil mit wucher wol genesen
StrKD
7,128;
Hiob
4710
1.4.1
mit Gen.:
des amtes moht er [Pitipas]
wol genesen [vgl. Glr.z.St.: Vorteil von etw.
haben] , / wan er [Willehalm]
fuͦgte im mit richait / guͦt, saͤld, er und werdekait
RvEWh
15482;
hierher oder zu 1.1.1 (dann: ‘von etw.
leben’):
die besten frawen bruͤst,
[...] / der mugent die kint do baz genesen
Physiogn
338
1.4.2
mit präp. Erg.:
wer möhte ouch noch vor ir genesen [sicher
sein] / diu sô schœne wære? Wig
736.
–
ich [betrügerischer Kompagnon] muz
choufen vleisch und brot, / dar zu knobelouch und kese, / bi dem ich wol
genese [womit ich auskäme] , / west ich wie
ich den andern [Begleitern] tet ErzIII
56,104
1.5
‘ein Kind zur Welt bringen’
1.5.1
ohne Zusatz:
swelch wip mit einem kinde arbeitet, sudet si den
bibos mit wine oder mit bire unde nutzet das: si geniset an der stunt
Macer
1,10;
genesen ist [interl. zu enixa
est
] chinttragerinne PsM
H 37,5;
des tages was sîn zwei jâr / daz sîn wîp was genesen
Wig
1219.
1085;
sy [Maria] pelaib maget do
sy genas HvBurg
542;
Mügeln
188,8
1.5.2
mit Gen.:
er [der iaspis
]
ist gut den wiben, di des chindes genesen sol PrüllS
1,6;
sîn [Alexanders] mûter frow
Olimpias / ze den stunden dô siu sîn genas, / dô wart ir ein vil michel
nôtfal VAlex
106;
diu frouwe an rehter zît genas / eins suns
Parz
57,15;
zwayr kinder sy genaß, / das aine was ain
dochterlein, / das ander ain sun HvNstAp
14278;
RvEBarl
10819;
HeslApk
17716.
– hierher bzw. zu 1.4.1 (dann: ‘von etw.
unversehrt bleiben’):
din
[Marias] magtduͦm
sin [Jesu] genas MarlbRh
21,12.
40,24
2
subst. ‘Überleben, Heil’
an dem ainem muͦste wesen / ir verderben, ir genesen
RvEWh
12922;
uf ein êwigez genesen / strîtet hûte frôlîche / um ûr erbe daz
himelrîche Kreuzf
1888.
3214;
StrAmis
2218;
EnikWchr
11920.
–
‘Entbindung’
du solt, here, pey mir wesen, / untz das du sichst mein
genesen / oder ob ich soll sterben / und des kindes verderben
HvNstAp
2334
3
vereinzelt tr. (wohl unter nd. Einfluss, vgl. Schiller/Lübben 2,58)
‘jmdn./etw. retten’
dô bat hê sînen arzet gên, / ob he sê iht kunde genesen /
[...] von einem dranc
[Trank] wil ich ir geben, / daz si genesen sal ir
leben Crane
431
MWB 2 456,16; Bearbeiter: Runow
genëserinne
stF.
hier -în.
‘Hebamme’
dô Joseph ersach, daz / Marîen stunde komen was, / er îlete vil balde hin /
rüefen zwein geneserîn WvRh
3289;
[Engel] dienden dem mägetîn / an der stat der geneserîn
ebd.
3297.
13815
MWB 2 458,49; Bearbeiter: Runow
genetzen
swV.
→
netzen, →
genecketzen
MWB 2 458,54;
ge|nëven
swM. (Pl.)
‘Neffen, Verwandte’
si wâren beide geneven / Helenôr unde Lîke [Lycus]
/ zwêne ritter hêrlîke En
6974;
si [Bysan und Arbazan, die Mörder des
Darius] wâren zwêne geneben SAlex
3925
MWB 2 458,55; Bearbeiter: Runow
geneʒ
stN. (?)
‘Arbeits- und Wohnraum der Frauen’ (vgl. gr.
gynaeceum):
geneceum, genicium: genez, geneztunc SummHeinr
2:320,149.7
MWB 2 458,60; Bearbeiter: Runow
geneʒtunc
stMF.
‘Arbeits- und Wohnraum der Frauen’ (vgl. gr.
gynaeceum; vgl.
tunc
):
geneceum, genicium: geneztunc SummHeinr
2:320,149.7
MWB 2 458,63; Bearbeiter: Runow
geneʒwîp
stN.
‘Frau im Frauengemach’
si [die Königin] enbôt Êtîô, / si
newurde niemer frô, / er nekôme in ir phiesel [beheizbares
Frauengemach] , / daz er die wolle
ziese [zupfe] / under andern
jenezwîben [La. ghenizwiben
]
Kchr
13953
MWB 2 459,1; Bearbeiter: Runow |