Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
  Ansicht: Standard Gliederung    |     Zusatzinformationen   Links      |     Portion: Artikel pro Seite

g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   gesamunge - geschechen (?)    


gesamunge stF. ‘Versammlung, Übereinkunft’ conuentiones: gizamunga Gl 1:559,3 (BStK221)

MWB 2 529,32; Bearbeiter: Graën

gesanc stNM. 1 ‘Singen, Gesang’
1.1 von menschl. Stimmen
1.2 von Tieren (überw. Singvögeln)
2 ‘Klang, Melodie’
   1 ‘Singen, Gesang’    1.1 von menschl. Stimmen: der ander meister, den er gewan, / der lêrtin wol mûsicam [...] unt von ime selben heven daz gesanc VAlex 182; zelen, tichten und gesang Mügeln 304,7; der brutegoum cumet mit einer menie siner riter, so er sine brut enphahit vnde si mit gesange fúr leitet Lucid 123,4; nv ist allez frolich gesanc hingeleit Spec 38,8; man schol auch mit gesange uber die greber niht mer gen, denne so man die leich legt NüP 158; SM:UvB 6:3,3; RvEBarl 12417; Lanc 112,27; DvAStaff 198; Eckh 5:38,16. – bestimmter Gesang, Lied: daz froͤlich gesanch ‘gloria in excelsis deo’, daz wir ze weihen nachten vil froͤlich singen PrOberalt 13,27; cantemus domino, gloriose. ditz gesanc vindet man in dem salter BuchdKg 32,14; diz gisanc [ canticum ] vom ewangeli BrZw 12. 17. – ‘Stimme, Intonation’ diu kel hât die kraft, daz si münzet und stellet die stimm und daz gesanch BdN 18,28    1.2 von Tieren (überw. Singvögeln): wol troeste mich der vogel gesanc MF:Reinm 6b: 4,9; MF:Wolfr 6:2,4; Georg 3080; HvNstAp 13166; EnikWchr 5551; diu lerch meldet den tag des morgens fruo [...] mit gar frœleichem gesang BdN 171,20; [der Wiedehopf] hât neur ain gesank und ain stimm, wan er singet neur hoz hoz hoz ebd. 228,7; diu pfärt sänftigt [der Hahn] mit seinem gesang des nahts und macht die kämel ungestüem ebd. 192,17; dar nâch huob er [der Esel] ein gesanc, / daz vil gar der walt erhal WälGa 13266    2 ‘Klang, Melodie’ doch so klag ich den summer nicht so sere, / und solt ich in der stuben sein, / da die jungen tretten [stampfen] wol zu preis / den newen gesang Neidh(S) 1,71 c117:2,4; in den oren harpfen klang / und aller seiten spil gesang HvNstGZ 7727. – terminus technicus der musikal. Mutationslehre (vgl. Anm.z.St.): das leret gar uns musica die frie, / wie in der hant [Guidonische Hand] man fint gesenge drie Mügeln 286,10

MWB 2 529,34; Bearbeiter: Graën

gesant stN. ‘gesandte Gaben’ die boten du cherten, / dar man si lerte, / zu der cristin lande / mit uil herlichime gwande [La. gesande ] Rol 628

MWB 2 530,10; Bearbeiter: Graën

gesasticheit stF. ‘Gesetztheit, Ruhe’ also muͦs der mensche tuͦn, noch dan das er ist in ein gesastekeit kummen an sine viertzig jor Tauler 80,5

MWB 2 530,13; Bearbeiter: Graën

gesaten swV. saten2

MWB 2 530,16;

gesatznissede stF. ‘Verordnung, Bestimmung’ constitutum: gisazinussida Gl 4:48,34 (BStK1020)

MWB 2 530,17; Bearbeiter: Graën

gesatzunge stF. vgl. gesetzunge . ‘Satzung, Gesetz, Festsetzung’ er [...] sol das recht gehabt haben volkomen von gemain rechten [...] vnd mag kain gesaczung da wider stan [ jure communi uel statuto aliquo non obstante ] StatTrient 173

MWB 2 530,19; Bearbeiter: Graën

gesæʒe swM. ‘Eingesessener, Einwohner’ [es ist festgesetzt, dass man] dekeinen man, [...] ze Rapoltzwilr ze einem geseßem oder ze einem pfalburger empfahen sol UrkRapp 219,22 (a. 1313); wa dehein vsser, er sy vssburger oder gast, deheinen burger oder gesessen ze Bern anloͮfft frevenlich vnd den schlachen wil StRBern 1:222,23

MWB 2 530,24; Bearbeiter: Graën

gesæʒe, gesëʒ stN. nicht klar zu unterscheiden, ob Basis stV. oder swV.; s.a. sæʒe stN., bisëʒ stN. 2.3. 1 ‘Sitzgelegenheit’
2 ‘Wohnsitz’
3 ‘(Feld-)Lager, Belagerung’
4 ‘Einfassung’
5 ‘Situation, Lage der Dinge’
6 ‘Sitzung’
7 ‘Gesäß’
   1 ‘Sitzgelegenheit’ daz volc im do machen liez / ein geseze PassIII 657,91; Lanc 264,35; hin zu gesesze er sich geliez EvStPaul 3951. 4887; HeslApk 9687; Hiob 556. – die Gesamtheit der Sitze: mit tiurem pfellel vollen breit / daz gesæze was bereit ErnstD 2410; PfzdHech 231,5; Suchenw 25,125    2 ‘Wohnsitz’ in der burch [...] havitin ir gesez inne / Chaldêi die grimmin Anno 10,23; rîcheit sich in ir gesæze zôch Er 1585; dô sach man sich dî Tartren gar / mit irre menige vil rêze / irhebn ûz irme gesêze / kegn den Sarrazînen NvJer 22123; daz der mensch besæzze / daz himelische gesæzze [das Paradies] LebenChristi 46. – ‘Gebäude, Anwesen, Besitz’ hus vnde palas / vnde swaz da gesezis was, / von blute ez allez vol floz Herb 16217. 18129. – näher bestimmt: daz gesêz [der Gerichtssitz des Pilatus] Lithostrotos / was genant JvFrst 6849; daz gesaͤs ze Weidenholtz [...] vnd was dar zue gehoͤrt UrkCorp (WMU) 288,24. 937,34; das gesez von Loͧppon StRBern 2:30,33; UrkThurgau 7,858 (a. 1330); UrkEichst 2,254 (a. 1336); sin geseze, da he inne wonet, daz da heizet der Romer UrkFrankf 2,158 (a. 1322)    3 ‘(Feld-)Lager, Belagerung’ diu gezelt und ouch die hütten spien man an daz gras / anderthalp des Rînes, dâ daz gesæze was NibA 1455,2; rîchlîche herbergeten dise / ûzerhalbe des gesezzes an die wise Wh 240,6; die Crichen hetten manige list / zv dem gesetze erdacht Herb 14135; nu het der soldân des gedâht, [...] daz er [...] belêge die / cristen in ir gesezzen, sie / mohten sich sîn mit nihte / erwern Kreuzf 6346; ein stat hiez Artânâ. / die besaz der künec sâ. / Crâteren [...] hiez er des gesæzes phlegn RvEAlex 18666. RvEWchr 25026. 30561; [es ist vereinbart, dass die geislichen luͥte ] die burg Usponnen bedachtlich nit suͥllent angriffen mit brant, noch mit gesessuͥ StRBern 3:141,20; KvWTroj 38898; UvZLanz 7129. 6791; Wig 10772; Kudr 726,1    4 ‘Einfassung’ [ein Mann] legete [die Reliquien] reine / in silberin geveze: al umme daz geseze / von holze was gemachet wol PassIII 414,56    5 ‘Situation, Lage der Dinge’ do marcte daz geseze / der iunge ritter PassIII 489,68    6 ‘Sitzung’ sprach er vor uns im andern gesäß, daß ihm an vorgemeldtem hofe [...] zugehöre alle gerechtigkeit UrkRapp 111,3 (a. 1277)    7 ‘Gesäß’ salbe daz gesæz vaste mit der salben Barth 153,13

MWB 2 530,31; Bearbeiter: Graën

gesâʒelîchen Adv. ‘besonnen, gemessen’ [wenn jmdm.Unrecht geschehen ist] so solte der mensche mit minneklicher senftmuͤtikeit guͤtlichen und gesasselichen recht ilen wie er eime einen minneklichen dienst getete Tauler 381,16

MWB 2 531,17; Bearbeiter: Graën

geschæchet Part.-Adj. ‘geschacht’, heraldisch die Bezeichnung für die Rasterung einer Fläche in mehrere gleichgroße quadratische Plätze (Schachbrettmuster), vgl. underschackieren und geschâchzabelet : des helm, schilt, decke und wâpenroc / was geschæchet blâ unde golt UvLFrd 277,23

MWB 2 531,22; Bearbeiter: Graën

geschâchzabelet Part.-Adj. ‘im Schachbrettmuster’ niden was der esterich / von marmelsteine gemaht. / diu mûre was der selben slaht. / geschâzavelt genôte, / wîz unde rôte, / wârn die steine gevieret UvZLanz 4107; diu mûr ist marmelsteine / geschachzabelt kleine / rôt, grüen, wîz und gel PleierGar 2732; HeidinII 216; geschâchzabelt stuont daz gemiure [...] von liehtem mermelsteine ErnstD 2026; JTit 6226,4. – heraldisch ‘geschacht’ (s.a. geschæchet ): ein geschâchzabelten arn / von rôter und von wîzer varbe / sach man [...] wæjen von dem winde Ottok 7265

MWB 2 531,28; Bearbeiter: Graën

geschaf stN. auch gescheffe, geschepf, geschöpf. 1 ‘Geschöpf, Schöpfung’
2 ‘Werk, Tätigkeit’
3 ‘Gestalt’
   1 ‘Geschöpf, Schöpfung’ sich huop ein niuwer jâmer sider, / dâ von ir ougen gâben saf. / daz süeze minneclîch geschaf, / ir antlütze begozzen wart Wh 251,8; ein gewaldiger got, der da je was / ubir alle di gesceffe di da sint Litan 175; der selb war got der hat geschaffen mit sinem goͤtlichem gewalt himel und erd und alle geschepf PrOberalt 54,38. 114,2; das geschöpf [...] / das er [Gott] in der ersten wochen / hat beschaffen Teichn 693,52; Parz 319,15; SHort 1410    2 ‘Werk, Tätigkeit’ von einem appele er gesouc / dur des tubelis gescaf / daz vil bittere saf Glaub 811; so daden sunder wan / de zwey hundert wael gedaen / de mit Karll woulden usser lande. / ere eickelich do hem rande / ind bereiten vaste alle ire geschaff KarlGalie 1766. – hierher oder ‘Auftrag’ (vgl. geschaft stN. 3 und gescheffede 4): daz chome von der fleischacker rat oder von irm geschephe DRW 4,453 (Tomaschek, Wien; a. 1340)    3 ‘Gestalt’ vrouwe Alma, / din gescheffe [ statura Ct 7,7 ] glichet sich dem palma / und den wintrubeln dine breste Brun 11804

MWB 2 531,40; Bearbeiter: Richter

geschaffen Part.-Adj. zu schaffen stV. 1 ‘erschaffen’
2 ‘beschaffen, gestaltet’
   1 ‘erschaffen’ ez ist ein ungeschaffin geist, daz ist got, und ein geschaffin geist der da fluzit fon deme ungeschaffinen geiste, daz ist der engil und di sele Parad 65,29; geschaffene geist versincken und versmeltzen in dem ungeschaffenen geiste gottes [im innigsten Gebet] Tauler 68,7; als verre als si geschaffen und creaturen sint ebd. 278,14; Eckh 5:13,2; der geist der ist von gote komen [...] und nam in gote sin gesprinc / boben alle geschaffene dinc HeslApk 19920. 6425. – ‘von den Umständen bestimmt’ ez was in sô geschaffen Er 6630; waz si geschaffen [vom Schicksal bestimmt] , daz muez’ geschehen MinneR30a 24    2 ‘beschaffen, gestaltet’ wie was er geschaffen? Lanc 551,2; Seuse 201,17; nu han ich dir geseit, wie disu welt geschafin ist vnde wie sie geteilet ist Lucid 39,6; ir lîp was sô minnesam / geschaffen wol und schône Eracl 2015; EnikWchr 12475; ein lützel grande was si da, / smal geschaffen anderswa Tannh 3,46; daz ist übel geschaffen Ottok 14958. – mit Vergleich: trut herzeliche vrouwe, / din hals ist geschaffen an schouwe / alsam der turm Davidis Brun 248; WernhMl 9608; geschaffen als ein leitestap RvEAlex 4173; RvEWchr 2981; iz ist um di schrift also geschaffen, / als um ein elich wip Brun 953

MWB 2 531,63; Bearbeiter: Graën

geschaffenheit stF. ‘Kreatürlichkeit, Wesenhaftigkeit’ der gereht [...] ist ein gerehter mensch, genomen nah siner geschafenheit Seuse 157,15; da ist er [der Mensch] iez in siner gebresthaftigen geschafenheit, da er wol bedarf ellú schedlichú mitel ze miden ebd. 158,1. 162,28. 174,8; also als der mensche was eweklichen in gotte got in siner ungeschaffenheit, also sol er mit siner geschaffenheit sich al zemole wider in tragen Tauler 262,33. 69,19 u.ö.; allez, daz geschaffen oder geschepflich ist, daz ist niht, und disem ist verre und vremde alliu geschaffenheit und alliu schepflichkeit Eckh 2:88,9; sô sol dîn herze beslozzen sîn vor aller geschaffenheit und solt got nemen, als er in im selber ist ebd. 1:275,2. 1:94,3. 1:95,1

MWB 2 532,26; Bearbeiter: Graën

geschaffenwësen stN. ‘Geschaffen-Sein’ ouch enhæte got die werlt nie geschaffen, ob geschaffen-wesen niht enwære geschaffen [ auch hätte Gott die Welt nie geschaffen, wenn Geschaffen-Sein nicht mit Erschaffen eins wäre] Eckh 5: 44,3

MWB 2 532,41; Bearbeiter: Graën

geschaft stF. 1 ‘Schöpfung, Geschöpf’
2 ‘Gestalt, Beschaffenheit’
3 ‘Geschlechtsorgan’ (s.a. geschaft stN. 4 und gescheffede 3 )
   1 ‘Schöpfung, Geschöpf’ oberestiu magenchraft, / vater aller diner geschaft, / scouwe an dine christenheit! BenGeb 2; schepfære über alle geschaft Wh 1,3; sus sol der welte geschaft / ougen [zeigen] dir die gotes kraft RvEBarl 6163 u.ö.; die gescaft [...]. die got zuͦ sin selbes pilide gescaffen hete JPhys 23,11; KLD:Kzl 16:9,11; Lucid 149,10. – ein einzelnes Geschaffenes, ‘Erfindung’ ouh gedahter [er, Salomo, dachte sich aus] ein geschaft, / ein insigil, mit dem er twang / die tievele RvEWchr 32436    2 ‘Gestalt, Beschaffenheit’ Dauid was uil lutzeler gescaft Rol 8847; ir [tausender Menschen] lîbes bilde ist an geschaft / in mange wîs gesundert KvWLd 25,87; waz wirde und hôher êre got hât geleit an reiniu wîp! / ir nam der ist sô hêre / daz keiner crêatiure geschaft / mac wesen ir gelîch KLD:Kzl 2: 12,4; Flore(S) 470; RvEWchr 32667    3 ‘Geschlechtsorgan’ (s.a. geschaft stN. 4 und gescheffede 3): do sâtzte im got êine ê, daz er sich hiezze besnîdin an siner geschaft unde die gewonheit liezze sînen âftirchomin Spec 15,31; wirt daz wîp sô siech, daz si des dunchet, daz ir der lîp aller sî ersworn, unde [...] geswillet ir diu geschaft. des siechtuomes mahtû schiere helfen Barth 133,4. 133,11

MWB 2 532,46; Bearbeiter: Richter

geschaft stN. 1 ‘Geschäft, Tätigkeit, Schaffen’
2 ‘(Rechts-)Geschäft, Abmachung’
3 ‘Auftrag’
4 ‘Geschlechtsorgan’ (s.a. geschaft stF. 3 und gescheffede 3 )
   1 ‘Geschäft, Tätigkeit, Schaffen’ sîn [Josaphats] leben und al sîn geschaft / was über menslîche kraft LBarl 15796    2 ‘(Rechts-)Geschäft, Abmachung’ diser ordinunge vnde gischaftis sint gezuͤge vnd burgen [...] UrkCorp (WMU) 1235,34. 790,43. – ‘Auflage, Bedingung’ vnd haben daz vorgenant guet auf gegeben dem erberen prelat abt Chunrad [...] mit allen gschaft, also beschaidenleich, daz Wernhart vnd sein erben alleu jar dienen ein halbez phunt wachses UrkCorp 864,19    3 ‘Auftrag’ tuostû daz geschaft mîn, / ich wil dir holt mit triuwen sîn EnikWchr A II,1043; ez sol auch nieman richten uber dhein widem [Schenkung] an unser geschaͤfft UrkSalzb 4,380 (a. 1328); swer auch die sind, er sei arm oder reich, der wider unser geschæft [...] icht unbillichen redente StRVilsh 89    4 ‘Geschlechtsorgan’ (s.a. geschaft stF. 3 und gescheffede 3): sô dem manne sîn geschaft wê tuo, daz der zagel heizet, sô der vaste geswillet, sô nim phepher unde ingeber [...] unde bint daz umbe die geswulst Barth 138,22

MWB 2 533,7; Bearbeiter: Richter

geschaftlîche Adv. ‘schicksalhaft’ fatale: cascaftliho Gl 2:282,50 (BStK665)

MWB 2 533,29; Bearbeiter: Richter

geschal stMN. ‘lautes Rufen, Lärm’ si sont sich ziehen von allem geschalle und sont losen irs herren stimme PrGeorg 73,17; dô Moyses alsô sêre / die götlîchen êre / bat und die juden alle / mit gebet und mit geschalle, / des erhôrt er ir aller bet EnikWchr 8376; sy heden mit swerten soulch geschall / alda innen gemachet KarlGalie 1415. 13452; MorantGalie 2940; ReinFu S2,980. – unklar, vgl. ze schalle wërden ‘ins Gerede kommen’ (ausführlich zur Stelle K. Stackmann: Mhd. geschal in der Teichner-Rede 576. ZfdA 141 (2012), S. 472-477): wen der ber wirt ain geschal / daz er ain mensch hat verderbt Teichn 576,174

MWB 2 533,31; Bearbeiter: Richter

geschamic Adj. ‘beschämend, Schande bringend’ pudenda: schamiges [La. geschemiges ] gelide VocClos Pu13

MWB 2 533,44; Bearbeiter: Richter

gescharen swV. schërnen

MWB 2 533,47;

geschaz stM. ‘Abgabe, Steuer’ von der sazunge di da gischach schuoschen [zwischen] bischof Heinriche syme stifde vnde dir stat vnde din buͦrgeren von Wormezen: gischaz oder vngelt [Ungeld, Verbrauchssteuer] zusezene, alsi di briue sagent di dar vber giscriben sint UrkCorp 604,38

MWB 2 533,48; Bearbeiter: Richter

gësche (?) F. ‘klaffende Öffnung’, vgl. Anm.z.St.: den trachen he an dem schilde trûg, / dâr dorch he selhe gescen slûg / daz ez den voit gar vordrôt Demantin 6750; wî dâr di gesce wart getragin / ûf den gezîredin schilt! ebd. 7962

MWB 2 533,54; Bearbeiter: Richter

geschechen (?) V. unklar, vielleicht ‘etw. beschädigen’ die trunkenheit [...] machet einen also kuͦn, / daz er allein hundert bestuͦn, / der vor ein stoch nit torst geschechen, / der will dann alls sin leit rechen / und limet als ein wilder per TrunkenhG 7; vgl. der vor eyn bock nit dorfft stechen TrunkenhK 7

MWB 2 533,59; Bearbeiter: Richter