gesouge
Subst.
‘jmd., der von der gleichen Frau gesäugt wurde’
collactaneus: gesouga Gl
4:48,6
(BStK558)
MWB 2 581,14; Bearbeiter: Richter
gesoume
Subst.
‘Bündel, Gepäck’
sarcina vel sarcinula in qua portantur cibi: gisovmi SummHeinr
2:468,207
MWB 2 581,17; Bearbeiter: Richter
gesoumel
Subst.
Dimin. zu
gesoume
.
‘kleines Bündel, Gepäck’
sarcinula: gysovmil Gl
3:287,49
(BStK4)
MWB 2 581,20; Bearbeiter: Richter
gespan
stM.
‘Gefährte’
naturlich got nie zit noch keine stat gewan, / biß das er mit
der meide herzen wart gespan, / die schephte da den dritten uß der drie
Mügeln
31,5
MWB 2 581,23; Bearbeiter: Richter
gespan
stMN.
‘Verlockung’
swer gesiget dem vleische ane, / dar zu dem ubelen gespane /
des ungetruwen trachen / mit tugentlichen sachen HeslApk
6214
MWB 2 581,27; Bearbeiter: Richter
gespan
stSubst.
1 in der Verbindung ringes ~
(Pl.) ‘Ringpanzer,
Kettenrüstung’
2 unklar, hier wohl bergbautechnisch
1
in der Verbindung ringes ~
(Pl.) ‘Ringpanzer,
Kettenrüstung’
dô sluoc der herre Irnfrit den küenen spileman, / daz im
muosen bresten diu ringes gespan NibB
2072,2;
dô kom aber dar nâch gevarn / manec gewæffenter man, / die
fuorten ringes gespan, / helme mit den schilten UvZLanz
1408
2
unklar, hier wohl bergbautechnisch:
pfele, stenpfel und gespan, / leiter und mancher slachte, / allez daz er vor
getrachte, / ez wer gelogen oder war, / daz must wir allez koufen gar ErzIII
56,324
MWB 2 581,31; Bearbeiter: Richter
gespanst
stF.
→
gespenste
MWB 2 581,42;
gesparret
Part.-Adj.
→
sparren
MWB 2 581,43;
gespehte
stN.
‘Geschwätz’ (Koll. zu
spaht
):
und [ich] wil der red geswigen, / wan diseu
heiligeu gnod / kain menschlich rede hot, / denne daz die red ist dozu gut, / daz
guteu leut in iren mut / nemen ab disem gespehte / tifer und edelers getrehte
[Gedanken]
MvHeilGr
2047
MWB 2 581,44; Bearbeiter: Richter
1gespenge
stN.
1
‘Spange, (schmückende) Gewandnadel’
2
‘Metallbeschlag’
1
‘Spange, (schmückende) Gewandnadel’
ein gerigenez [s. rîhen stV.] hemde
sîdîn, / [...], / ir kel verspart mit eime gespenge, / daz
ir diu brüstel gar verbarc HeidinI
1208;
ez ensol auch weder frawe noch man niht mer tragen dheinerley gespenge noch
ring noch knoppflein an dheinem ermel dann biz an den elnbogen NüP
217;
krone, tassel, ander rich gespenge, / gurtel, bouge, næpfe JTit
4461,3;
TürlArabel
*A 77,4.
*A 306,29;
HeidinIII
3889.
–
zwen saum an vrawn gewanden / daz ist gar ein
gaͤmleich hab. / man sol daz uͤbrig sneyden ab / und hefts an ir
man gespeng / den ir chlaider sind so eng Teichn
192,39
2
‘Metallbeschlag’
smide hiez man gâhen bewurken einen sarc / [...] /
man hiez in vaste binden mit gespenge guot NibC
1050,3.
– meist der Beschlag des Schildes, als pars pro toto auch der Schild
selbst (vgl.
schiltgespenge
, -spange):
über des schildes rant / dræte [wirbelte,
flog davon] daz gespenge von Volkêres hant NibB
2041,2.
490,4;
sîn gespenge ist sô lobelîch / daz in ein edel keiser rîch / mit grôzen
êren möhte tragen Bit
2809.
898;
Kudr
647,3.
–
der slac dem schilte und helme gespenge lôste Loheng
2153
MWB 2 581,50; Bearbeiter: Richter
2gespenge
stN.
Randfelder des Schachbretts (zu
spange
i.S. der erhöhten Spielfeldeinfassung):
di aldin [Läufer] uf dem gespenge / han alsulche
genge: / der eine ist wiz geverbit, / der andir swarcz gegerbit PfzdHech
364,3;
du salt ouch daz behaldin / von dem gen der aldin / daz iclichir uzschrit /
und get alum des bretis wit / [...] / und kumt uf daz
gespenge / do he vor was gesat, / do he zcum erstin uztrat ebd.
366,2;
komen si [die schwarzen Bauern] mit gewalde / an
daz hoe gespenge [die gegnerische Grundlinie] , / so habin
si di genge / der swarzcin kunginne ebd.
372,16
MWB 2 582,10; Bearbeiter: Richter
gespenste
stFN.
1
‘Eingebung, Einwirkung, Anreiz’
2
‘Verlockung, Trug’
3
‘geisterhafte Erscheinung’ , meist als Begleitung des Teufels
1
‘Eingebung, Einwirkung, Anreiz’
der uater [...] gab uns sine hulde / durh des sunis
[Christi] enste
[Zuneigung] . / di genade was des gespenste
Glaub
682;
gloubich vnde getruwe / machet er [der Hl. Geist]
den menschen / mit sinen gespensten ebd.
1669;
vil manigen si [Kleriker] bekerten / mit guten
gespensten / zo der gotis ensten [Hingabe] , / den gaben
si bilede / allir gvten tvginde ebd.
2934
2
‘Verlockung, Trug’
swer sige gevichtet / an des vleisches gespenste, / deme gebe
ich [Gott] durch enste [Gnade] ,
/ daz her min nicht muge vorgezzen HeslApk
2439;
guͦt wille ist also daz din wille gefuͤget si von allen den
dingen dú dich got unhainlich machent, daz ist dú welt und aͤllú ir gezierde
und ir gespenste PrGeorg
140,14;
SummHeinr
2:335,107;
BdN
182,5.
– vom Teufel ausgehend:
daz er [Gott] ivch bewâre uor
deme leidigem viande unde uor allir siner gespenste Spec
83,7;
diu [
diser werlde wolenste
‘Gunst’] ist des tiuvels gespenste / und ein
reizel gegen der helle LvRegSyon
226;
MerswBgR
150
3
‘geisterhafte Erscheinung’, meist als Begleitung des
Teufels:
der tufel sathanas, / sin gespenste vnde sin
getwas [Gespenst] , / vz eime bilde sprach
Herb
3500;
ein heiliger vater gesach in sinen kintlichen tagen wi der tuvel in einer
sinagogen saz und hilt capitel mit sime gespenste HlReg
3,31;
die mit des tiuvels gespenste umbe gênt, die dâ lüppe unde zouber trîbent
PrBerth
1:363,24.
1:530,8;
PassI/II
99,15;
Schrätel
93
MWB 2 582,22; Bearbeiter: Richter
gespenstic
Adj.
‘verführerisch’
dîn [der unbeständigen Minne]
gespenstigiu trügeheit, / diu in sô valscher süeze swebet, / diu triuget allez, daz
der lebet Tr
1410;
dô si den lîm erkande / der gespenstegen minne ebd.
11793.
17838
MWB 2 582,52; Bearbeiter: Richter
gespensticheit
stF.
‘Verführung’
der minnen übergulde, / diu guldîn unschulde, / diu zôch im
[Marke] ougen unde sin / mit ir gespenstikeite hin
Tr
17554
MWB 2 582,57; Bearbeiter: Richter
gespenstnisse
stN.
‘Verlockung, Trugbild’
wen sy daz lemmechin Cristum vorstozin habin, so beytin sy
eynis stinkindin bockis, des Anticristis, der ire erge widir Cristum uf daz hoste
reckin widir [l wirt?] in tuevelischin
gespenstenisse, und wirt getot, so werdin sy sich irkennin und werdin zu Cristo
kerin Cranc
Uzl 256,28
MWB 2 582,61; Bearbeiter: Richter
gesper (?)
Adj.
unklar, Ansatz fraglich, vgl. Anm.z.St.:
der siben heilikait ein spere, hesper [Hss.
gesper(e)
]
FrlSuppl
8:201,A1,15
MWB 2 583,4; Bearbeiter: Richter
gesperge
stN.
→
gesperre
,
gespirc
MWB 2 583,7;
1gesperre
stN.
Koll. zu
sparre
.
‘Gebälk, Balkenwerk’
díu gespérre únser hûisero. sint cêdrin. díu getáuele. sint
cypressîn [
tigna domorum nostrarum cedrina
Ct 1,17
]
Will
25,1;
Brun
8395;
nû spricht dar ûf Bernhardus / iz habe gestigen Jesus / an
des krûzes hôch gesperre, / daz man in erblickte verre JvFrst
10143;
dirre tempel was so wit one sulle gebuwen daz man kein gesperre moͤhte
so wit gehaben do man daz gewilbe uf seczen moͤhte ElsLA
704,15;
SummHeinr
2:232,350.
2:517,01.34.
– übertr. für die gegenseitige Bedingtheit von Allgemeinbegriffen:
geslozzen sint die wort ‘knecht’ und ‘herre’, /
‘sin’ unde ‘selde’ recht als ein gesperre Frl
10:4,2;
vgl. Stackmann, ZfdA 112 (1983), S. 45.
– hierher von Ehrismann sowie Pyritz auch gesperge gestellt, bildl.
für etwas Festes, Stabiles, umschreibend zur Gewinnung eines ausgefallenen
Reims:
nu wil ich aber kumen wider / mit mines synnes
gesperge [Gedankengerüst?] / uff dez buches rechte
materge Minneb
461;
e ich daz gesperge / rure der rechten materge ebd.
1631
MWB 2 583,8; Bearbeiter: Richter
2gesperre
stN.
‘Spange, (schmückende) Gewandnadel’, vgl.
gesperrel
:
die fraw ein angel trait / und der man ein mantel
raid [gedreht, gekräuselt] , / daz e waz der frawen
klaid / mit gesperr und offen vor Teichn
540,25
MWB 2 583,29; Bearbeiter: Richter
gesperrel
stN.
‘Spange, (schmückende) Gewandnadel’
sô der [Mantel] angezogen ist, /
mit eime gesperl ûf dem rist / wirt er zûgezogen JvFrst
7188
MWB 2 583,34; Bearbeiter: Richter
gespil(e)
swMF.
auch st. (
GTroj
7540;
Flore(S)
2635
).
‘vertraute Person’
1
‘Spielkamerad(in), Freund(in)’
2
‘Liebhaber’ bzw. ‘Geliebte’
1
‘Spielkamerad(in), Freund(in)’
die mîne gespiln wâren, die sint træge unde alt Walth
124,9;
ich han dir nach dem willen din / ainen gespiln funden, /
[...]. / er ist ain kint als du / und du ain kint als
er ist. / ir mugent noch aͤn argen list / sin gespiln noch mengen tac
RvEWh
3755;
min gespille raine /
wurgtte [erwürgte] der ungetrüwe man
GTroj
7540;
Iw
5216;
MF:Rugge
Leich 10b,2;
Seuse
137,7.
– übertr. auf Abstrakta:
dise [Demut und Sanftmut] sint
zwo gespilen, zwo geswesteren die alwegen bi einander wonent und loͮffent
Tauler
347,34;
Gerechtikeit sprach zu der frist: / ‘Wisheit,
gespil, waz redestu?’ Minneb
3129;
Renner
21383;
HvBurg
1245;
Physiogn
17
2
‘Liebhaber’ bzw. ‘Geliebte’
swaz ir gespil [Marke] mit ir
[Brangäne] getreip, / si leiste unde werte, / swes er
hin zir gegerte Tr
12600.
16440;
der helt [...] gerte sâ / urloubes,
er und sîn gespil: / si hêten ze tuonne vil / dâ heime in ir lande
Wig
11481;
dü vil trutt gespille min GTroj
21113;
der morder und sin gespile giengen fúr Seuse
80,28;
KLD:BvH
7:2,2;
Mechth
3:3,12
MWB 2 583,38; Bearbeiter: Richter
gespilede
Subst.
‘Freundin’
di tochter vur den vater trat / und gar en inneclichen bat, / daz er si lize
beweinen / mit iren gespilden reinen / iren magetum virzeg tage HistAE
1652
MWB 2 583,61; Bearbeiter: Richter
gespilelîn
stN.
Dimin.
‘Freundin, Gefährtin’
hie lassen wir mit fröden sin / Helenna und ir
gespillelin [
die megtte
] / und hörend
von dem kaisser GTroj
23516
MWB 2 584,1; Bearbeiter: Richter
gespilinne
stF.
‘Freundin, Mitschwester’
nu hiez sie ir gespilen heimlich kumen zu ir und danket ir EbnerChrist
18,23;
da het sie gar ein heilige gespiln, die dint ir gar minneclich ebd.
39,6.
18,6.
20,35
MWB 2 584,5; Bearbeiter: Richter
gespilschaft
stF.
‘Freundschaft, Umgang wie unter Spielkameraden’
ein geselschaft old ein gespilschaft mv̍ge sin vnder got vnd der sel
RvBib
40,12;
innewendig frevel gespilschaft, ussewendig schedlich
frúntschaft sond ir zertrennen mit kraft Seuse
463,25;
ander lúte [...] suͦchent ere
an allen dingen: an kleidern, kleinoͤten, und ir genuͤgde an
frúntschaft, an geselschaft, an mogschaft, an gespilschaft und der gelich
Tauler
208,26.
52,14.
270,6;
und har umbe solt du fliechen geselleschaft gespilschaft kleider kleinœder
PrEngelb
198,177.
–
‘Gruppe von Freundinnen, Mitschwestern’
gib ein kuntlichs urlob aller der gespilschaft,
[...] die noch die wise fuͤrent, die du wilt und
muͦst lan, wan ane alle glose sind sú dir ein gift Seuse
372,8
MWB 2 584,9; Bearbeiter: Richter |