gesunt
stM.
‘Gesundheit, Unversehrtheit, Leben’ (vgl.
gesunde
stF. und
gesuntheit
stF.):
in ir [der Kinder] bluote muoz ich
dich paden, / sô solt dû dînen gesunt wider haben Kchr
7825
u.ö.;
SalArz
24,30;
Wig
4457;
ob in diu klage an ir lîp oder an ir gesunt gât, oder daz man
den man von sîner kristenheit welle sagen SpdtL
167,4;
wand er muos im [dem Tod] ze suone
geben / sînen gesunt und sîn leben Iw
5632;
Himmelr
5,19;
Gen
476;
Mügeln
294,7.
– phras. bî jmds. ~
:
bî des chuniges gesunte, ir nechomet ûz deme lante
Gen
2167.
1112.
2173;
ähnl.:
sam mir mîn gesunt, / dû trinchest ez ûz unz an den grunt
Kchr
7510.
– auch im weiteren Sinne ‘Wohlergehen, Wohlstand’
Jacob sprach [...] /
ime [Laban] wâre wole chunt er hête ime verdienôt den
gesunt, / [...] / er [L.] wâre
ein arm man dô er [J.] zuo ime chom Gen
1377
MWB 2 613,13; Bearbeiterin: Baumgarte
gesuntheit
stF.
‘Gesundheit’ (vgl.
gesunde
stF. und
gesunt
stM.):
gesuntheit gît Asclêpîus, / [...] /
nâch siechtuome gesuntheit, / nâch unkreften kreftic leben / kan er helflîche geben
RvEBarl
9730;
nû was dar vil liute komen, / den ir gesuntheit was benomen:
/ dâ was vil touber tumben, / vil blinden unde krumben, / und tiuvelhafter diet
genuoc, / diu leit von dem tiuvel truoc ebd.
16002
u.ö.;
Lanc
13,18
u.ö.;
Marcianus spricht, daz der
stern [Jupiter] zuo allen dingen hailsam sei und
tœtleichen dingen gesunthait pring BdN
57,20
u.ö.;
alse die guͦten mit micheler gesuntheite sint
gekreftiget, also sint die úbelin mit micheler vncrefte gebródiget
Lucid
159,22.
152,13
u.ö.;
aber die nach iren staten [Möglichkeiten,
Gegebenheiten] / [...] daz volk doch
bekeren, / die sin gesuntheit der diet, / wen sie die sundere niet / lazen hie
vorsiechen HeslApk
22687;
ditz brot gib vns hivt, [...] daz in
vns wurchen sol ditz gotlich werch vnd leben, die himlischen gesvntheit, als wir
taglichen hie bedvrfen, biz wir ez bi dir ewichlichen werden niezzen
DvAPatern
184.
– im Sprichwort (TPMA 4,446, vgl.
gesunt
1.8):
maͤssig spîse dem menschen birt / gesuntheit und vertrîbet siechtagen
Ammenh
15771
MWB 2 613,30; Bearbeiterin: Baumgarte
gesüntlich
Adj.
‘Gesundheit bringend’
o Alexannder, dich sol nimmer verdriessen zenemenn an dem
margenn [Morgen] ainenn geessichten siropel mit vastendem
magen unnd auch nach dem essenn, wann die feüchte gestarckent und genuegsament und
der schleim herschet, wann das ist gar gesuntlich HvHürnh
52,13
MWB 2 613,55; Bearbeiterin: Baumgarte
gesuntmachunge
stF.
‘Gesundmachung, Heilung’
welchü gesuntmachunge dez ersten geschiht in disem
gegenwertigen leben nach dem ... [Text defekt; Quae quidem sanatio
primo fit in praesenti vita secundum mentem
]
ThvASu
202,24
MWB 2 613,62; Bearbeiterin: Baumgarte
gesuoch
stM.
Verwendungsschwerpunkt ist der Gewinn (vgl. 1), inbes. durch Verleihen
von Geld (nur in dieser Verwendung durchgehend belegt vom 9.-17. Jh., alle anderen
überw. im Mhd., vgl. DWB 4,1,2,4272.4277).
1
‘Gewinn’
1.1 Gewinn aus dem Verleihen von Geld ‘Zins’ (oft synonym mit
wuocher ) 1.2
‘Lohn, Gewinn’ (insbes. der Lohn des ewigen Lebens) 2
‘Suchen, Aufsuchen’
2.1 Recht zum Aufsuchen von Orten mit bes. Nutzen und diese Orte selbst 2.1.1
‘Zugangs-, Nutzungsrecht’ (überw. für Weidenutzung belegt, daneben Forst und Brunnen vgl. DRW 4,594 und DWB 4,1,2,4273) 2.1.2 übertr. auf den Ort, der aufgesucht werden darf ‘Wiese,
Weideland’
2.2
‘Auf-, Heimsuchen’ (hier: mit einem Heer anrücken) 2.3
‘Aufspüren des Wildes’
2.4
‘Suchen, Forschen’
3
‘Streben, Verlangen’
1
‘Gewinn’
1.1
Gewinn aus dem Verleihen von Geld ‘Zins’ (oft synonym mit
wuocher):
gelob ich einem man gesvͦch zegebenne von sinem gvͦte, daz
er mir lihet, er hat phant von mir oder niht, sin hovbet gvͦt sol ich im
geben vnd den gesvͦch niht, ich hab im dann dar vmbe gesworn
SchwSp
75b;
der mensch solt den gesuͦch vnd wucher geben vnd halten den ayd
RechtssB
V41,13.
V26,145;
jst aver daz, daz si dem juden niht engilt die selben phenning an dem
oberhalb genanten sant Merteinstage, so schol fvrbaz alle wochen gen ovf iglich
phvnt vier phenning ze gesvch UrkCorp (WMU)
2111,20;
StRAugsb
56,12
u.ö.;
der wuͦcher ist ein slac der selen, wen da mite
roͮbet der mensche sinen eben cristen sinez guͦtes, vnde waz der
gesuͦch lange verboten uor Cristez gebúrte Lucid
74,9
u.ö.;
Helbl
8,995;
ErzIII
90,71.
– übertr.:
so hat got so milten sin, / er leicht uns allez daz
wir han / und nympt chain gesuech da von Teichn
67,56;
daz [durch den Kreuztod ihres
Kindes] ir vraude jamers lon / prachte mit gesûche wider
GvJudenb
2085;
wan mîniu pfender [
sinne, hertz
und muot V 8:2,3] / ich tumber, ellender / an
gesuoche noch muoz lenger wizzen, / daz ich einez nit darab erlœsen mag
SM:Ro
8: 1,6
1.2
‘Lohn, Gewinn’ (insbes. der Lohn des ewigen Lebens):
swelche da [beim Jüngsten
Gericht] werden vunden / beschriben in dem buche / des lebens
zu gesuche / himelischer selikeit [
Dn 12,1f.
]
Daniel
7290;
rich gesuch [
lucrum, Phil
1,21] ist mir der tot, / got min leben ane not ebd.
1733
u.ö.;
TvKulm
3884;
hete er [Domenicus] icht, des was er vro, /
wand er ez [...] den armen teilte / durch den ewigen
gesuch PassIII
355,45;
[der sterbende hl. Martin verweigert ein weiches
Bett:] ‘swer ein cristenmensche wil sin, / dem vuget wol
ein herin tuch / an dem ende durch gesuch / obe der erden nicht me, / dar uffe
er neme des todes we / und si der erden gutes vri.’ ebd.
610,62;
swenne ich dich lan in trostlosem lidenne, in hertikeit
erdarben und ertorren ane alle suͤzikeit, als mich min himelscher vatter
lie, so solt du enkein gesuͦch vroͤmdes trostes
[Gewinn in Form von Trost (oder zu
3)] haben Seuse
274,2
2
‘Suchen, Aufsuchen’
2.1
Recht zum Aufsuchen von Orten mit bes. Nutzen und diese Orte selbst
2.1.1
‘Zugangs-, Nutzungsrecht’ (überw. für Weidenutzung
belegt, daneben Forst und Brunnen vgl. DRW 4,594 und DWB 4,1,2,4273):
daz ich [...] han geben zwo wisen vnde den
gesuͤch, der da zv gehoret, [...] Hovge
meinem veteren UrkCorp (WMU)
2060,26;
daz wir purger von Trostperch, und die purger von Altenmarkht den
gesuch an derselben awe miteinander getailt haben UrkBaumb
233
(a. 1342);
datz si dem obgenanten gotshaus ze Ranshoven seiner recht
[...] swie ez di hat
[...] an seinen læuten und guten, an gerichten,
an vischwaiden und an allem gesuch ze holtze und ze velde
[...] staͤt behalten UrkEnns
6,61
(a. 1332)
2.1.2
übertr. auf den Ort, der aufgesucht werden darf ‘Wiese,
Weideland’
vmb den gesvͤch in der Raures [...]
vnd umb den gesvͤch in der Ovͤmaiz
[...] sprech wir also: man nem baidenthalben
gemaine levte, vnd gen di auf di gesvͤche vnd sagen di, ob si ze reht
in sein gevangen [eingezäunt sind] oder niht
UrkCorp (WMU)
3598,15
2.2
‘Auf-, Heimsuchen’ (hier: mit einem Heer anrücken):
dî dritte sache, daz man leit / dem vleische an dî wâpincleit / ist durch
offinlîchin strît, / den uns ouch der vîende nît / zûtrîbit mit
gesûche [
est propter hostium apertam
impugnacionem Duis. 2,9]
NvJer
3164;
hierher wohl auch:
die rîchen lebent mit schalle, / die armen mit gesuoche
Erinn
421
(vgl. die vorher beschriebenen territorialen Bestrebungen; oder zu
2
‘Abgabe für ein Nutzungsrecht’; vgl. Anm.z.St.)
2.3
‘Aufspüren des Wildes’
mir was vff den gesuch gach / min hunt zoch man mir nach / ich zoch hin
haid vnd gevilde / vnd fur vff aines waldes wilde MinneR505
13;
als einen jungen bracken, / der nie gesach wilt und doch suochet geren. /
fürbaz ûf den gedingen / an den gesuoch ich kêrte / durch fröude widerbringen, /
swâ ich si mit gedanken het gerêrte Hadam
25,2.
30,2
2.4
‘Suchen, Forschen’
er [Petrus] indas grab do
gieng, / und sprach ze dem gesellen sin [Johannes] /
das er zuͦ im kæm dar in / umb gesechen und umb gesuͦch. / allain
fundent sú dú tuͦch / dar in er [Jesus] toter
was vermacht WernhMl
11961;
biwilen las er [Hieronymus] iudesch hie / und
drinne der propheten wort, / so las er latinesch dort; / biwilen criesch durch
gesuch PassIII
505,39;
do Augustinus drin gie, / do truc er sante Pauls buch, / wand er ie durch
gesuch / die buch hete manigerhant ebd.
422,46
3
‘Streben, Verlangen’
dâ er achzên jâr sô was, / daz er pflegelîchin las / und offinbâr der kunste
bûch / den pfaffin durch lêre gesûch NvJer
15458;
wie das der leide gesuͦch der naturen in
allen [Menschen] verborgenlich wúrket und oͮch
an gotte [auch in Bezug auf Gott] , so wellent si
[...] iemer etwas haben und wellent gerne himelrich
haben Tauler
361,13.
315,9;
kinder, huͤtent úch vor disem behenden
gesuͦche der naturen, das man geistlich guͦt uͤbunge
tuͦt umbe keine lipliche zitlich ding ebd.
361,22
MWB 2 614,3; Bearbeiterin: Baumgarte
gesuochære
stM.
auch geschuchere.
‘Wucherer’
dû weist vil wol, lihest dû im [dem armen Menschen]
niht, daz er dir nihtes niht bræhte. dâ von solt dû sîn sus ouch niht nemen
[weder Zinsen noch die allerkleinsten Geschenke (ein Ei) für das
Leihen nehmen] , oder dû bist ein rehter gesuocher PrBerth
1:281,26;
jch [einer der Teufel] pflig der wucherer / vnd der
geschucherer / die haben vngefuges gelt / [...] / sie
wollen sich vber die armen / nymmer nicht erbarmen. / daz kan ich in wol gelten
Luzifer
5,42;
PassSpW
198;
Helbl
8,980;
nach x jaren mag der gesuch nit geuordert berden, vnd der gesuchrer verleust
sein recht, vnd der schuldiger oder gelter des gesuchs wirt ledig gesagt
StatTrient
143
MWB 2 615,48; Bearbeiterin: Baumgarte
gesuochede
stN. oder stF.
‘Suchen, Streben’
waz ist daz, daz den menschen jaget arg wisen zu
suͦchen [den Menschen antreibt, schlechte Gewohnheiten
anzunehmen] ? daz ist gesuͦchd einer gnuͤgde; die
vindet man allain in dem lassene, nút in den argen wisen Seuse
166,9
MWB 2 615,63; Bearbeiterin: Baumgarte
gesuome
stN.
→
gesiume
MWB 2 616,5;
geswachlich
Adj. , geswächlîche
Adv.
‘gering, schwach’
swelich wip rehte bekort [fühlt] / geswachlicher
minnen hort / die muos durch not gewinnen / froeide MinneR302
237
Müller [BMZ 2,2,766a] ändert in geswaslicher
‘heimlich’, das sonst nicht adj. belegt ist →
geswâslîche
; vgl. aber adv.:
sô vil, sôs ie kunden / [...] /
geschaden der vînde lande / geswâslîch [La.
geswechlich
] und verstolne Tr
18779
MWB 2 616,6; Bearbeiterin: Baumgarte
geswægerlich
Adj.
‘durch Verschwägerung verbunden’ (vgl.
swâger
):
habet ir nû dise drîer hande sippe vermiten, fleischlîche sippe unde
geswægerlîche sippe unde die geistlîchen sippe [Paten, bzw.
Patenkinder] , dannoch muost dû zweier hande liute vermîden
[bei der Ehe ausschließen]
PrBerth
1:315,23.
1:312,31
MWB 2 616,15; Bearbeiterin: Baumgarte
geswanze
stN.
→
geswenze
MWB 2 616,22;
geswarme
stN.
→
geswerme
MWB 2 616,23;
geswæse
Adj. , geswâse
Adv.
‘in einem nicht öffentlichen
Bereich’
1 adj. ‘allein’
2 i.d.R. adv. ‘in aller/der Stille, vertraulich, heimlich’
1
adj. ‘allein’
bi so michilir menige gebaret er gelich einem helide, / so er indir was
geswæse [wenn er irgendwo allein war] so het er mit got
sin gechose, / so bevalch er sele unde sin an unsiren trohtin GenM
77,36;
mit unbezeichnetem Umlaut:
sô er was geswâse sô hête er mit gote sîn gechôse
Gen
1869
2
i.d.R. adv. ‘in aller/der Stille, vertraulich, heimlich’
Adam unt Eva si burgen sich geswâse / fone gotes gesihte, des
dwanc si diu forhte ebd.
375.
2721;
van der herschafft de he all / da sach in dem pallase / offenbaer neit gedwase
[l. geswâse, vgl. Anm. zu 27,56] , / dat
waer zo lanck zo saen KarlGalie
7059;
also Galya Karll van Vranckriche / do hoerde wandelen heymeliche / da nedene
vur erem palase, / so sprach sy stille ind gedwase / zo Floretten ebd.
4624.
11428;
er [Judas] saget in vil geswase: / ‘swen ich
kusse, der ist Crist.’ HeslNic
602;
HeslApk
11265;
indes wart ir
[Elisabeth]
[...]ein hus
gemaht / von holze unde ouch von erden: / hi vone ir solde werden / eine otmudec
case [Hütte] , / da inne si geswase / mit ir ingesinde
bleib Elis
6668;
sa nu di frouwe lobesam / zu huse von der kirchen quam / wider in ir kase, /
di reine vil geswase / nuzte ein lutzel spise ebd.
5206
MWB 2 616,24; Bearbeiterin: Baumgarte
geswæse
stN.
‘Stilles Örtchen, Abtritt’ (vgl. ge-swæse Adj.,
geswâsheit
stF. 2,
swâs
, swâshûs, -kamer):
das du mure zwischen den huͥsern bi dem geswêse beiden huͥsern
gemeine si UrkZürich
7,317
(a. 1303);
secessus [Abgeschiedenheit, Abtritt] : gesuese vel
ganc GlHerrad:Komm
80
secessus: gisuasi / gesuasheit vel ganc SummHeinr
1:264,210.
2:82,105;
cloace: gisuasi / gesuasgenge ebd.
1:257,86
(vgl.
geswâsganc
und
ganc
11)
MWB 2 616,50; Bearbeiterin: Baumgarte
geswaseht
Adj.
→
geswechseht
MWB 2 616,59;
geswâsganc
stM.
‘Abort, stilles Örtchen’
(vgl.
geswâse
,
geswæse
und
ganc
11):
cloace: gesuasgenge SummHeinr
1:257,86;
Gl
3:124,34
(BStK461)
MWB 2 616,60; Bearbeiterin: Baumgarte
geswâsheit
stF.
1
‘Geheimes, Vertrauliches’
2
‘Stilles Örtchen, Abtritt’ (
geswæse
,
geswâsganc
)
1
‘Geheimes, Vertrauliches’
an di list han si [die falschen
Ratgeber] sich geflizen: / di geswasheit wollen si wiczen. / da mit
beginnent si dich twingen, / so mustu all ir liet singen Elmend
A 136.
A 876.
A 568.
–
wel dir der aller besten maistere zwêne, / die nû sîn in
allem rîche, / und nim den ainen tougenlîche / in dîne geswâshait
[zieh ihn ins Vertrauen (später dann den anderen, um die
Ergebnisse zu vergleichen)]
Kchr
3787
2
‘Stilles Örtchen, Abtritt’ (
geswæse
,
geswâsganc
):
secessus: gisuasi / gesuasheit vel ganc SummHeinr
1:264,210;
dâ rach got sîne cristenhait: / tôt saz er
[Arius] in ainer geswâshait, / daz gewaide was von im
gevallen Kchr
13476
MWB 2 616,63; Bearbeiterin: Baumgarte
geswâslich
Adj.
→
geswachlich
MWB 2 617,13;
geswâslîche, geswæslîche
Adv.
auch -lîchen; adj. Gebrauch nur vermutet (vgl.
geswachlich
); vgl. auch
geswellîche
.
‘heimlich, vertraulich’
swaz der man wil began, / da sol er reht zuo han; / swie
geswæslichen er ez tuot, / da ist daz reht vil guot. / wand ez ist got wol chunt, /
e wir geruoren den munt VRechte
452;
TrudHL
74,16;
geswâslîche er abe nam / den brief derm an dem zeine
[Pfeilschaft] quam En
10931.
6590;
mit roube und mit brande / geschaden der vînde lande /
geswâslîch und verstolne Tr
18779.
10697;
ir houbet begreif sie sân / und sprach ir geswâslîchen zuo
Eracl
3695;
der tovgenliche svndot vnde tovgenliche zebihte chvmet dvrch gotes forhte, der
wirt ovch tovgenliche lebinde. der ist geswasliche erstorbin, der ist geswasliche
irstandin PrWack
7,64.
7,57.
–
‘allein, für sich’, auch ‘nicht in der Öffentlichkeit,
in vertrautem Kreise’
di tabele, dâ si zô saz, / sô si geswêslîchen az, / di was
von elfenbeine, / gezîret mit gesteine SAlex
5900;
dô wart her Wâlwein / mit den drîn des enein, / daz si
niemannes biten / und geswæslîchen riten / gegen der âventiure
UvZLanz
6246.
1367;
wise alt herrin [...] di in gesvesliche
trostin [
secrete consolentur
]
BrHoh
27
u.ö.
MWB 2 617,14; Bearbeiterin: Baumgarte
geswâstuom
Subst.
‘Abgeschiedenheit, abgeschiedener einsamer Ort’
secretum a circumstantibus petiit kesuastuom Gl
2:264,32
(BStK637);
Gl
2:264,33
(BStK665)
MWB 2 617,38; Bearbeiterin: Baumgarte
geswechseht (?)
Adj.
Bed. und Form unklar. FWB 6,1385 setzt
geswaseht
‘umzäunt, eingezäunt’(zu
geswâse
) an; auch eine Anbindung an
swechern
in Sinne von ‘im Ertrag
herabgesetzt’ oder ‘bei den Abgaben zurückgestuft’
o.ä. (von Grundstücken) wäre denkbar (vgl. SchweizId 9,1744):
in disen hof hortent siben huobe, der ist eine halbe geschwehseht
WeistGr
5,429
(um 1300)
MWB 2 617,42; Bearbeiterin: Baumgarte
geswelle
stN.
‘Schwelle’ (Koll. zu
swelle
):
do sie [die Seele] trat uber das geswel / und da
was eingegangen, / mit lautem schrei in der hel / wart sie greulich enpfangen
SeeleLeichn
577
MWB 2 617,50; Bearbeiterin: Baumgarte
geswellîche, geswelliclîche
Adv.
‘zornig’ (stehen in der En -Hs. H für wohl
richtiges (ge)swâslîche [vgl. Hs. B und En (FSch)WB S.
159]):
geswâslîche [Laa. geswelliche, geswasliche,
beswigenliche
] und stille / vernam her ir willen
En
2667;
swâslîchen [La. geswellecliche
] her
geriet / mit den sînen holden ebd.
1972;
geswâslîche [Laa. geswelliche,
wisliche
] sie dô sprach / zû ir swester Annen ebd.
1450
MWB 2 617,54; Bearbeiterin: Baumgarte
geswende
stN.
‘Schwende, gerodetes Land’
daz lehen uͦf dem obern geswent, daz gilt dreu phunt vnd ein halben
frishinch, daz lehen uͦf dem nidern geswent gilt vier phunt vnd ein halben
frishinch, daz oͤde lehen uͦf dem nidern geswent gilt sehs phunt
UrkCorp (WMU)
2856,43.
– als Ortsname:
locum ipsum [...] cum omnibus pertinentiis suis,
[...] possessiones in Minkendorf,
[...] in Geswente UrkHeil
1,42
(a. 1210)
MWB 2 617,63; Bearbeiter: Richter
geswenke
Adj.
‘wendig’
[ich kann] daz ors [...] gein
poynders hurte twingen. / würd ich ze vuoze ûf erden brâht sô ist mir der lîp
geswenke Loheng
517
MWB 2 618,8; Bearbeiter: Richter |