geteile
swM.
‘Teilhaber, Mitbesitzer’ (vgl.
geteilede
2):
die rehten sint / sine bruoder unde siniu chint, / mit im ain
gaist unde ain muot, / vlaisch, gebaine unde bluot, / erben unde siptail, / getailen
an dem erbetail BenGeb
40;
wand ez ain getailtz gvet ist van meim brveder vnd allen meinn getailn
UrkCorp (WMU)
3094,42.
1520,39;
wer diser güter verkoufen wil, die in unserm hof gelegen sind, der sols den
geteilen bieten und ze koufen geben WeistGr
1,159
(14. Jh.).
1,165
(14. Jh.).
1,9
(a. 1338);
Gl
1:492,64
(BStK637)
MWB 2 628,55; Bearbeiter: Richter
geteile
stN.
1
‘zugeteiltes Los, Schicksal’
2
‘Anteil, Beteiligung’
1
‘zugeteiltes Los, Schicksal’
Josephus der wise man / Davidin sere lopt daran / das in der
demuͦt gezam / das er diz geteile nam [dieses der drei zur Wahl
stehenden Schicksale, vgl. V. 31160ff.]
RvEWchr
31198
2
‘Anteil, Beteiligung’
dann wurde ich zu der selben stonde / gar muede obe ir uch
myns deiles / undertziehet und uch gedeiles / dar an zu haben vermessen woldet: /
viel lieber ich sterben wolte / wann ich daz von uch lijden solte
Pilgerf
1395
MWB 2 629,1; Bearbeiter: Richter
geteilede
stN.
1
‘Anteil’
2
‘Teilhaber, Mitbesitzer’ (vgl.
geteile
swM.)
1
‘Anteil’
quaedam horum bonorum attinentia, quae vulgo gedeilda dicitur DRW
4,606
(Würdtwein; a. 1236);
daz si beide von dem vorgenanten gvͦte vnd sinem geteilide
[...] svllen jerlich geben ze cinse
[...] achzehen phenninge UrkCorp (WMU)
2359,23;
daz selbe gvͦt vnd dar zvͦ ein gvͦt, daz dez selben
gvͦtez geteilid waz ebd.
2841,11;
UrkZürich
8,339
(a. 1310)
2
‘Teilhaber, Mitbesitzer’ (vgl.
geteile
swM.):
wil oͮch ieman in dem zwing von not wegen sînü guͤter verkôfen,
der sol si sînen güteiliten bieten in dem zwing WeistAarg
24
(a. 1348);
wil denn das geteilit das guͦt haben umb als vil geltes, als es einen
frömden verkovft ist, ân alle geverd, so sol das geteilit das selb guͦt vmb
als vil geltes haben an alle widderred WeistGr
1,9
(a. 1338).
4,392
(14. Jh.);
UrkBaden
1
(a. 1304)
MWB 2 629,11; Bearbeiter: Richter
geteilte, geteilze
stN.
(sw.
PrSchw
2,27
)
subst. Part.-Adj.,
verkürzt aus geteilteʒ spil (vgl.
teilen
).
‘Wahl, Entscheidung’
daz geteilte wese dîn, / daz beste kius al under disen beiden Walth
150,77;
welich frauwe der dinge deheinez tuͦt, daz die man
verbezzern, die habe ein geteiltez, einweider si ruͤm die stat, als die man
tuͦnt, oder si blibe innerhalb irs huses WüP
44,3;
Parz
215,13;
Seuse
119,27.
– in Verbindung mit geben:
ich man dich, das Pilatuͦs gap / ein gedeilze den iuͦden gram, /
obe si wolden Barrabam / oder abir Iesuͦm lasin ParisTagz
767;
einer git geteilter vil, / der ander nimt welhez er wil. / nu bin ich
uͤberein kumen / und han mir ein geteilz genumen KgvOdenw
5,1;
der [Gad] gab im [David]
driu sweriu getailten [II Sm 24,11-13]
PrSchw
2,27;
do gab inen der kunig drü geteilte ClosChr
52,26.
59,25;
ElsLA
64,1;
HeidinIV
1350
MWB 2 629,28; Bearbeiter: Richter
geteilze
stN.
‘Anteil’ (zu geteilede):
[der Weingarten] unser recht eygin ist und ist gedeilze
Hermans von Holtzheym, welch gedeilze beheldit eynen morgen wyngardis
UrkWetzl
1,518
(a. 1335);
[die Hälfte eines Stück Lands] daz ein geteilcze ist von
unserm ebd.
1,635
(a. 1347)
MWB 2 629,46; Bearbeiter: Richter
getelere
stN.
‘(tiefes) Tal’ (zur Übersetzung von lat.
convallis):
du der uz sentes[...] die brunnen in den geteleren
[interl. zu qui emittis fontes in
convallibus
]
PsWindb
103,10;
ih frowe mih unde teile [die Stadt Sichem] unde dei
getelere dere gezelte mizze ih [interl. zu laetabor et partibor
Sicimam et convallem tabernaculorum metibor
]
ebd.
59,8;
daz getelere dere gecelte [interl. zu convallem
tabernaculorum
]
ebd.
107,8
MWB 2 629,52; Bearbeiter: Richter
getelich, götelich
Adj.
‘passend, angemessen’ (zu
gate
):
die alten [Pilger] mit den jungen,
/ ir buozliet si sungen, / diu wâren götelich darzuo Ottok
9442.
– meist in paarigen Ausdrücken:
wan des meneschin sin und sîn gehiugede kranch vnd kurz ist, da von ist
zimelich vnd ist och goͤtlich, swc guͦter dinge bî vnseren zîten
gechicht, der man gedenchen sol, dc man div der schrift bevæle UrkCorp (WMU)
N317,41;
alsez rehte gotlich vnd billich si UrkCorp
680,32;
ez sol auch dehein hantwerkman [...] an keiner
veirnaht niht lenger wurken dann als goͤtlich und reht ist NüP
162
MWB 2 629,61; Bearbeiter: Richter
getelinc
stM.
zu
gate
.
1
‘Verwandter’
2
‘Mitmensch’
3
‘junge männliche Person, Bursche’
1
‘Verwandter’
nimit di muter einen [neuen] man, diselben kindere
beheldet der nehiste getelinc vater halben an iren aller danc StRFreiberg
23,11.
190,29;
wer vor seines gerichtes halben seinen leip vorleuset, sein nehest geteling
nymt sein erbe StRPrag
159;
SSp
82,12.
–
‘Sohn’
daz himelische chint, / daz ist des uater gettelinc; / er ist wol sin
genoz / also michil unde also groz / in gotelichime rechte / nach sime geslechte
/ so ist er dem uater al gelich Glaub
200
2
‘Mitmensch’
wir sullen got minnen obir alle ding, / nach gote unsen
nehesten gedeling, / unse vinde liben durch got Brun
3742
3
‘junge männliche Person, Bursche’
ich hab och des genomen war / daz man an allen dingen / under
allen gaͤtlingen / nach wunsch niendert vinden kan / so jungen wol gemachten
man SHort
6898;
swel kint, es si jungvrowe oder getteling, [...] sin
ding woͤlte endern ze weltlichem oder ze gaistlichem leben StRVill
9;
wil einer da heim verbliben, / schaffen sines huses ding, / das ist ein
verlegener getteling MinneR52
28;
die herren wâren alle komen, / von den ir ê habet vernomen, / die küenen
getelinge Bit
6309
u.ö.;
Rol
5714;
tumber getelinc Neidh
WL 35:6b,2;
WeistGr
1,366
(vor 1341)
MWB 2 630,9; Bearbeiter: Richter
getëlle
Adj., Adv.
‘angenehm, fein’
swele frowe wil han / frúnt in minre celle / die sol vil getelle / zuo minen
antwúrten / sich húbeslichen gúrten / lesen unde prisen MinneR302
160;
nû vârent al getelle [bleibt friedlich] !
HBirne
312;
der knappe was untræge, / [...]. / er tet niht als
manc bote tuot / der durh swache trâgheit / sich dicke an die ruowe leit / die wîle
er hât zerunge. / hie tet der knappe junge / niht alsô getelle
[gemächlich] . / mit manger verte snelle / fuor er hin
Reinfr
23621
MWB 2 630,34; Bearbeiter: Richter
getelle
stN.
‘Talsenke’ (vgl.
telle1
, zu tal):
Merremunt, dat dorf bit den luden inde bit me guͦde, als it gelegin is,
vnde nemeliche bit dem Ruͦsberge inde bit deme gedele vnde bit deme gebirge,
dat dar zuͦ gehorit UrkCorp (WMU)
N282,20
MWB 2 630,44; Bearbeiter: Richter
getelôs
Adj.
auch geit(e)los ( PrOberalt ), gettelos (
SHort ).
‘ungebunden, ungezügelt, zügellos, mutwillig’
petulans: getloser Gl
4:216,63
(BStK926);
der esel ist ein geiteloses und ein unreines vich
PrOberalt
165,18
u.ö.;
er sol fliehen in sîner iugende alle iunge friuntschaft unde
alle getelôse minne, diu in ze dehainer wîs gewirseren mugen TrudHL
61,19;
geteloser sin RvEWchr
21974;
Bîspel(Pf)
10,110;
si was diemüetic unde wîs, / [...] / ir lîp wart
getelôse nie / und huote sich vor sünden ie WvRh
221.
13485.
– subst.:
einen bœsen geist si sanden / in daz paradîse, / der chom geslichen lîse / zuo
der getelôsen Aneg
2833
MWB 2 630,49; Bearbeiterin: Czajkowski
getelôse
stswF.
auch getelse.
‘Zügellosigkeit, Mutwille’
daz ewig lieht daz uns Adames ungehorsam, Eve getlose verlorn
het, daz hat uns got wider geben PrOberalt
55,5;
PrHoff
69,3;
petulantia: getelose SummHeinr
2:424,01.11;
er wolde sich verbosen / mit denheiner getlosen
Wernh
A 302;
mit deheiner getlose ebd.
D 340;
wellents ir getelse niht vermîden, / sich mugen zwêne an mîner weibelruoten
[hier iron. für ‘Schwert’] wol versnîden
Neidh
WL 10:3,10;
Helbl
4,512
MWB 2 630,62; Bearbeiterin: Czajkowski
getelôsicheit
stF.
‘Zügellosigkeit’
gotes uorhte liebeter sere / den vriunden irbot er ere /
getelosicheit er virmeit Albert
149
MWB 2 631,8; Bearbeiterin: Czajkowski
getelôslîche
Adv.
‘ungezügelt, zügellos’
petulanter: getiloslihun Gl
2:605,47
(BStK637)
MWB 2 631,11; Bearbeiterin: Czajkowski
getelse
stF.
→
getelôse
MWB 2 631,13;
getemere
stN.
auch getamere (
Rennew
31266
).
‘durch Klopfen entstehender Lärm, Getöse’ (zu
tamer
,
temeren
):
man hôrte ir slege getemere, / als dô die îsenhemere / vallen
uf die anebôz Kreuzf
4375;
KvWEngelh
2729;
daz getemer was sô groz / von grimmen slegen ûf dem wal, / daz in die stat ze
Troie schal / der swerte griuwelicher klanc KvWTroj
33918;
NvJer
17014;
Loheng
1737
MWB 2 631,14; Bearbeiterin: Czajkowski
getempertheit
stF.
zur Übers. von lat. temperantia
‘Maß, Mäßigung’
nu ist offenbar von disen, [...] daz
man von den gotlichen tugenden geordent wirt zuo gotte, aber von der getempertheit
[...] zuo im selber ThvASu
172,1
MWB 2 631,22; Bearbeiterin: Czajkowski
getengel
stN.
‘das Dengeln, Hämmern, Klopfen’
drunder was vil groz getengel / von vil swerten, diu da
clungen Rennew
8662;
ir harnasch unde ir schilte / dâ liten grôz getengel KvWTroj
34591;
KvWTurn
812;
Reinfr
1801
MWB 2 631,27; Bearbeiterin: Czajkowski
getense
stN.
→
gedense
MWB 2 631,32;
getente
stN.
Koll. zu
tant
, ‘Possen, Geschwätz’
dô wart an gevangen / zwischen in bêden / umb die hîrât ze
reden. / ez wær ein langez getent, / sold ich diu perlament / sunderlichen schrîben,
/ diu man sach dô trîben, / ê diu sach ein ende nam Ottok
88044;
min herschaft hat enpholhen mir, / daz ich die glocken lüt / und ir kunst
betüt / dem kloster und dem cofent. / wiß, ich trib kain getänt! MinneR439
596.
1488;
Suchenw
9,195
MWB 2 631,33; Bearbeiterin: Czajkowski
getenze
stN.
‘Getanze, Fest’, Koll. zu
tanz
:
sich huop grôz getenze, / dô er [
marcgrâf ze
Provenze
] kom gevarn / ze Rôm mit sînen scharn
Ottok
130
MWB 2 631,42; Bearbeiterin: Czajkowski
geter
stN.
→
gater
MWB 2 631,45;
getern
swV.
→
gatern
MWB 2 631,46;
getevele
stN.
‘Täfelung’
díu gespérre únser hûisero. sint cêdrin. díu getáuele. sint
cypressîn Will
25,1;
getævel, suͤle, wende ist holtz gehiure, / ebanus geheizen JTit
6221,3
MWB 2 631,47; Bearbeiterin: Czajkowski
getier
stN.
‘Getier’
das getier ze dem maul [dem Maultier Sgoydamurs]
die ere / dorch siner frauwen willen erzeigt, / das es sich alles neigte /
zuͦ tale uf die knye vorn / und liesz sinen wilden zorn Krone
12766
MWB 2 631,51; Bearbeiterin: Czajkowski |