1geville
stN.
Koll. zu
vël
.
‘Fell’
was du mir tuͦst fúr legen, / so wil ich nichtz geben, / die
wil er mir nit me dienen wil, / denn ain wildes gefill: / das ist ain hirß uff dem
wald, / der hat geloffen [...] vil jar FrSchw
4154.
–
‘Futter’
[Enites] roc was bevangen, / mit einem mantel behangen /
der im ze mâze mohte sîn, / daz geville hermîn, / daz dach ein rîcher sigelât
[Seidenstoff]
Er
1569.
1958.
1988
MWB 2 670,47; Bearbeiter: Graën
2geville
stN.
zu
villen
swV., hier nur gevelle.
‘Züchtigung’
war um aber daz geschach / daz er
[Judas] selbe sich erhînc / mit dem strange? ditz
ergînc / von gotes recht verhencnus; / zû verstên: daz er alsus / wêr der tîvel
zûgeselle / di in den luften ir gevelle / haben [
socius demonum,
qui in aere torquentur 79,26f.] und der
wîze [Strafe] pîn JvFrst
5666
MWB 2 670,55; Bearbeiter: Graën
geviln
swV.
unpersönl., jmdn. gevilt etw. (Gen.) ‘jmdm. ist etw. zuviel’ (vgl.
beviln
):
dem edlen kunig Palmer / ward geporen ain kind her: / er ward
gehaissen Almasor, / und ward der selbe allen kunigen vor / mit frumkait und mit
milte, / das in der nie gevilte HvNstAp
13508
MWB 2 670,63; Bearbeiter: Graën
gevilze
stN.
Koll. zu
vilz
. ‘grobes Tuch’
cento: geviltz uf der schribschindel VocOpt
23.042
(vgl.
cento est pannus pilosus ex duris pilis animalium contextus
23.041 )
MWB 2 671,5; Bearbeiter: Graën
gevinger
stN.
‘Ring’
daz gifingir er [der Pharao] nam
abe sîner hant wolgitân. / inen [Josef] er iz ane legite
Gen
2078
MWB 2 671,9; Bearbeiter: Graën
gevingerde
stN.
Koll., vgl.
vingerîde
.
‘Ringe’
do hiez jm der vater bringen sin bestez gewant. unde hiez jn ane leken; unde
gap im sin gevingerde an PrMill
523
MWB 2 671,12; Bearbeiter: Graën
gevingeren
swV.
refl. ‘Finger haben’
sam vil der jar, als sich ein hand gevingert / nach menschlichem rehte
JTit
2917,3
MWB 2 671,16; Bearbeiter: Graën
gevirne
Adj., Adv.
‘klug, geübt, gewandt’
ouch sal he sin gevirne / zcu sehn an dem gestirne PfzdHech
310,11;
do was [...] ein dirne / an bosheit gar gevirne
ebd.
296,30;
Alexander, der gevirne, / wart dem bischofe suze HistAE
5042.
– Adv.:
‘wannen kumistû, dirne?’ / sî antwurt im gevirne / mit wortin sus
vormezzin NvJer
9384
MWB 2 671,19; Bearbeiter: Graën
gevlëhtunge
stF.
‘Geflecht’
plecta: geflehtvnga SummHeinr
2:424,01.16
MWB 2 671,26; Bearbeiter: Graën
gevlester
→
gephlester
MWB 2 671,28;
gevlitter
stN.
‘unterdrücktes Gelächter, Gekicher’
nû wold er [der Ritter Swantepolk] zu vroidin / ein
getûsche machin, / des man mochte lachin. [...] nû wart dâ
ein gevlittir / von den herrin unde ein pfnust [Prusten]
NvJer
7884
MWB 2 671,29; Bearbeiter: Graën
gevlîʒ
Adj.
‘eifrig, fleißig’
sollicitus: geflisse, vnmuͤssig EvAlem
67(L 10,41)
MWB 2 671,34; Bearbeiter: Graën
gevlügele
stN.
Koll. zu
vlügel
.
‘Vogel’
her Frouwenlop, ir füert ein stolz geflügel mite, / sô hân ich einen habech,
der weiz ir aller site, / in wîter luft, ûf wâge, in heide er sie versnite
Kolm (B)
62,1
(^1Regb/1/513)
MWB 2 671,36; Bearbeiter: Graën
gevlühtic
Adj.
‘flüchtig’
meyne feyndt hast du mir gefluͤhtig gemacht czu rucke
[
inimicos meos dedisti mihi dorsum Ps
17,41]
PsMb
30(Glossar)
MWB 2 671,41; Bearbeiter: Graën
gevluote
stN.
Koll. zu
vluot
. ‘Flut’, hier übertr. ‘Schar’
ir slangen! der natern geflude! / wer wenent ir, daz uch behude
EvStPaul
1133
MWB 2 671,44; Bearbeiter: Graën
gevogele
stN.
→
gevügele
MWB 2 671,47;
gevogelze
stN.
Koll. zu
vogel
. ‘Vögel’
div gevogelze gevideret [interl. zu volatilia
pennata
]
PsTr
77,31;
ich [...] beneime Heintze oder Kuntzen
[...] in landrechte vnd teylen das wypp eyn wittwe und
kynde weysen und syn gudt den rechten erben [...], den hals
dem lande, den lyp dem gefogeltz [ich entziehe ihm sein
lantreht und mache aus seiner Frau eine Witwe und aus seinen
Kindern Waisen, gebe seine Habe den rechtmäßigen Erben
[...] seinen Hals dem Land (er wird erhängt) und
seinen Körper den (Aas)Vögeln (zum Fraß)]
WeistGr
4,575
(a. 1324)
MWB 2 671,48; Bearbeiter: Graën
gevoich
M.
→
gevuoc
MWB 2 671,59;
gevolcnisse
stFN.
‘Zustimmung’
aen die regt geeruen [ohne die rehtmäßigen Erben]
ind ir geuolkenisse UrkNiederrh
3,132
(a. 1317)
MWB 2 671,60; Bearbeiter: Graën
gevolcsam
Adj.
‘zustimmend, folgsam’
consentaneus: gefolcsamer SummHeinr
2:243,01.77
MWB 2 671,63; Bearbeiter: Graën
gevolgede
stF.
‘Gehorsam, Folgeleistung’
ích hábe leidir virbrôchen ioh firsûmit alliu diniu
gibót ioh dîna êwa in sunthafton wíllôn, gilústen,
gigiridôn, giwizzidôn, givolgidôn, givrumidôn, [...],
gidánchen, wôrten ioh wêrchan BambGlB
142,22
MWB 2 672,1; Bearbeiter: Graën
gevolgelîche
Adv.
‘folgerichtig’
so heltet sich die
almehtikeit [Christi] gevolglichen
[
consequenter se habet
] zuo der
gotlichen wesunge ThvASu
84,32
MWB 2 672,6; Bearbeiter: Graën
gevolgic
Adj.
‘folgsam, gehorsam, ergeben’
so man dich guͦte sitten leret, so soltu gevolgig sin
Mechth
6: 12,9;
do er [Gott] denne vindet eine
guͦte gevolgige nature, darnoch richtet er sin werg Tauler
309,16;
Herb
7980;
EvBerl
132,31.
– mit Gen.:
Joab uf der selben vart / gevolgig des geteilten wart / das
im geteilt was alda RvEWchr
27130;
RvEAlex
1420;
des sol man bedesite gevolgig sin UrkCorp (WMU)
225,4;
WvRh
1867.
– mit Dat.:
dô rieten si ime alle, / daz er wêre dem gote / gevolgich ze
sînem gebote SAlex
3019;
und swie du niht gevolgec bist / ünserm râte an dirre frist, / sô wizzest, daz
der fluoch dich slât, / der in der ê geschriben stât WvRh
2009;
Tr
6954;
Widersp
14
MWB 2 672,10; Bearbeiter: Graën
gevolgunge
stF.
‘Zustimmung’
die entliche sentencie von den wirklichen dingen, daz ist die
gevolgunge [
consensus
] in die getat
ThvASu
148,30
u.ö.;
mit dem willen und mit der gevolgunge unsirs conventen UrkCorp
N268,18.
N776,31
MWB 2 672,25; Bearbeiter: Graën
gevöllic
Adj.
‘vollständig’
in wúrklicher gefoͤlliger an
schoͮwelicher wise Tauler
277,11;
in einer gevoͤllicher minne ebd.
166,10.
116,8
MWB 2 672,30; Bearbeiter: Graën |