gevogele
stN.
→
gevügele
MWB 2 671,47;
gevogelze
stN.
Koll. zu
vogel
. ‘Vögel’
div gevogelze gevideret [interl. zu volatilia
pennata
]
PsTr
77,31;
ich [...] beneime Heintze oder Kuntzen
[...] in landrechte vnd teylen das wypp eyn wittwe und
kynde weysen und syn gudt den rechten erben [...], den hals
dem lande, den lyp dem gefogeltz [ich entziehe ihm sein
lantreht und mache aus seiner Frau eine Witwe und aus seinen
Kindern Waisen, gebe seine Habe den rechtmäßigen Erben
[...] seinen Hals dem Land (er wird erhängt) und
seinen Körper den (Aas)Vögeln (zum Fraß)]
WeistGr
4,575
(a. 1324)
MWB 2 671,48; Bearbeiter: Graën
gevoich
M.
→
gevuoc
MWB 2 671,59;
gevolcnisse
stFN.
‘Zustimmung’
aen die regt geeruen [ohne die rehtmäßigen Erben]
ind ir geuolkenisse UrkNiederrh
3,132
(a. 1317)
MWB 2 671,60; Bearbeiter: Graën
gevolcsam
Adj.
‘zustimmend, folgsam’
consentaneus: gefolcsamer SummHeinr
2:243,01.77
MWB 2 671,63; Bearbeiter: Graën
gevolgede
stF.
‘Gehorsam, Folgeleistung’
ích hábe leidir virbrôchen ioh firsûmit alliu diniu
gibót ioh dîna êwa in sunthafton wíllôn, gilústen,
gigiridôn, giwizzidôn, givolgidôn, givrumidôn, [...],
gidánchen, wôrten ioh wêrchan BambGlB
142,22
MWB 2 672,1; Bearbeiter: Graën
gevolgelîche
Adv.
‘folgerichtig’
so heltet sich die
almehtikeit [Christi] gevolglichen
[
consequenter se habet
] zuo der
gotlichen wesunge ThvASu
84,32
MWB 2 672,6; Bearbeiter: Graën
gevolgic
Adj.
‘folgsam, gehorsam, ergeben’
so man dich guͦte sitten leret, so soltu gevolgig sin
Mechth
6: 12,9;
do er [Gott] denne vindet eine
guͦte gevolgige nature, darnoch richtet er sin werg Tauler
309,16;
Herb
7980;
EvBerl
132,31.
– mit Gen.:
Joab uf der selben vart / gevolgig des geteilten wart / das
im geteilt was alda RvEWchr
27130;
RvEAlex
1420;
des sol man bedesite gevolgig sin UrkCorp (WMU)
225,4;
WvRh
1867.
– mit Dat.:
dô rieten si ime alle, / daz er wêre dem gote / gevolgich ze
sînem gebote SAlex
3019;
und swie du niht gevolgec bist / ünserm râte an dirre frist, / sô wizzest, daz
der fluoch dich slât, / der in der ê geschriben stât WvRh
2009;
Tr
6954;
Widersp
14
MWB 2 672,10; Bearbeiter: Graën
gevolgunge
stF.
‘Zustimmung’
die entliche sentencie von den wirklichen dingen, daz ist die
gevolgunge [
consensus
] in die getat
ThvASu
148,30
u.ö.;
mit dem willen und mit der gevolgunge unsirs conventen UrkCorp
N268,18.
N776,31
MWB 2 672,25; Bearbeiter: Graën
gevöllic
Adj.
‘vollständig’
in wúrklicher gefoͤlliger an
schoͮwelicher wise Tauler
277,11;
in einer gevoͤllicher minne ebd.
166,10.
116,8
MWB 2 672,30; Bearbeiter: Graën
gevöllîchen
Adv.
‘vollständig’
wie guͦt und wie guͦt es iemer mag sin oder
schinen, das si bildelos, formenlos, wiselos, es si vernúnftig oder
gevoͤllichen gebruchlich [teilhabend] : alles do der
mensche uf rastet mit lust und das besitzt, das wirt alles wurmstichig
Tauler
203,30
MWB 2 672,33; Bearbeiter: Graën
gevölliclich
Adj.
‘vollständig’
das ist wol múgelich daz ein edel luter verklert
mensche, daz in die súnden me ansehent sú bas bekennet und sich in
ime erbildent in gevoͤllicher [La.
gevoͤlleclicher
] und bewegenlicher wisen
Tauler
116,8
MWB 2 672,39; Bearbeiter: Graën
gevorht
Part.-Adj.
‘ehrfürchtig’ (hier adv. gebraucht):
iz wellen die reht, daz in [Gott]
sol / gevorht der mensche êren, / wil er hie sîn sâlde mêren Kreuzf
1131
MWB 2 672,44; Bearbeiter: Graën
gevorhûs
stN.
‘Gerichtshaus, Prätorium’
vz ging er [Pilatus] zu der iuden schar / fur daz
gefurhuse aber dar EvStPaul
14237
MWB 2 672,48; Bearbeiter: Graën
gevorstet
Part.-Adj.
‘unter Forstrecht stehend’
daz min herre hat sibenzehen gevorste holzer vmme daz huͤs zv Masbach
ligende unde stende UrkCorp (WMU)
3318,5
MWB 2 672,51; Bearbeiter: Graën
gevræʒe
stN.
Koll. zu
vrâʒ
.
1
‘Fressen, Völlerei’
2
‘Fraßopfer’
1
‘Fressen, Völlerei’
[Gottes Widersacher] vlizint sich deste mere / ir vrowede
mit gefræze LAntichr
591;
geslende [Schlemmerei] vnt gevræzze, / huͦr
vnt vnræiniv wort / sint aller iwer tugende hort Warnung
282;
der tempel was vol geleit / gevrezes unde unkuscheit Macc
8590.
– übertr. ‘Gier’
so ist din lieb zer gangen / nu werdestü erhangen / du güdel
[maßloser Verschwender] das du din gefräsz / gen
wibes minn ne gemäsz MinneR 418
147
2
‘Fraßopfer’
myne schof [Schafe] sin zustroyt
deshalbin, das keyn hyrte was, und sy wurdin zu gevreze allin tyrin des gevildis
[
oves meae [...] sunt in
devorationem omnium bestiarum agri
]
Cranc
Ez 34,5
MWB 2 672,55; Bearbeiter: Graën
gevreiden
swV.
‘prahlen, angeben’
[des Lügners] swert nie vînt versneit / unt doch mit rede
vor liuten vil gevreidet RvZw
155,12
MWB 2 673,5; Bearbeiter: Graën
gevrenne
stN.
‘Gebüsch, Dickicht’
sî muosen durchz gevrenne sît / houwen eine gazze wît Virg
860,1;
ich barc mich hindrein gevrenne grôz ebd.
834,12.
859,4
MWB 2 673,8; Bearbeiter: Graën
gevrîen
swV.
→
1vrîen
‘
vrî machen’;
→
2vrîen
‘freien’
MWB 2 673,12;
gevrier
stN.
→
gevrüere
MWB 2 673,13;
gevrist
stM.
‘Aufschub’
des gefristes half ir got Flore (S)
1730
MWB 2 673,14; Bearbeiter: Graën
gevriunde
stM. (Pl.)
Übergang zum adj. Gebrauch; nicht immer klar abzutrennen von
gevriunt
Adj.
‘Freunde’
daz vil leide scheiden / von ir gevriunden beiden / daz gieng
ir [...] alsô gar ze herzen Tr
16666;
SM:Go
2a: 6,5;
alda solt ir zwen gefrúnde werden
Lanc
455,7;
und an dem selben tage Pylatus und Herodes wurden gefriunde, wan da vor waren
si alles gevint gen ein ander EvPass
237,3;
EvStPaul
10358;
HagenChr (G)
6286;
Kudr
1620,2
MWB 2 673,16; Bearbeiter: Graën
gevriunden
swV.
‘(sich) in Freundschaft verbinden’
alse eteswenne mir der lîp / durch sîne boese unstaete râtet,
daz ich var / und mir gevriunde ein ander wîp, / sô wil iedoch daz herze niender wan
dar MF:Reinm
10: 2,3;
mohte ich mich mit rede zuo ir gevründen MF:
Mor
11a: 1,7.
11b: 1,7;
vruntlich wibes minne / gefrundent mannes sinne / wiplicher
minne RvEWh
3966;
du [Priester] marner
[übertr.: Seemann] des gelouben
[...] got vater uns gefründe Mügeln
321,11.
173,10;
[Gabriel] dem menschen vorkundete / daz sich got zu im
gevrundete HeslApk
13022
u.ö.;
Seuse
409,20
MWB 2 673,26; Bearbeiter: Graën
gevriunt
Adj.
1
‘jmdm. freundlich (gesinnt)’
2
‘Freunde (und Verwandte) habend, angesehen’ , oft mit wol
1
‘jmdm. freundlich (gesinnt)’
Esau und Jacob der riche wrden geuriunt GenM
72,17;
des küneges [...] oberster truhsæze
[...] was geheizen Marjodô: / der selbe was Tristande
dô / gevriunt unde geminne Tr
13467;
vnder ein ander sie ez triben, / daz sie gefrunt alle bliben
Herb
18117;
Iw
7057;
Lanc
339,29.
422,29;
des selbyn tages wurden sy gefrunt Herodes unde Pylatus, wen
vor waren sy vynde undir eyn andir EvBerl
63,26;
SHort
9380;
Krone
10312;
Ottok
56317.
63070;
EnikWchr
A II,1500
2
‘Freunde (und Verwandte) habend, angesehen’, oft mit wol:
ich bin gevriunt unde geman [mit Freunden und
Männern versehen] , / sô wert und sô genæme Tr
9190;
Greg
1310;
gefriunde lute StRAugsb
81,26;
er ist ein wol gefriunder man, [...] der under
zwênzic mâgen einen guoten friunt getriuwen hât Walth
38,10;
KLD:RdF
3:3,1;
SM:Go
1: 3,2;
ein wîser man, / wol gefriunt, rîch und edel
Ottok
59065;
Lanc
520,19.
520,20;
Häslein
326;
zwo gar schœne edele wol gefrúnde jungfrowen MerswKn
80;
du bist da in dem vatterlande als wol gefrúnt, daz
der vroͤmdest der unmezigen zal minnet dich minneklicher und
getrúwlicher, denne kein vater oder kein muͦter ir einiges herzklichs
kint ie gemint Seuse
241,13
MWB 2 673,38; Bearbeiter: Graën
gevrœnede
stF.
‘Beschlagnahme’
vnd ist, daz er [
der schultheize
] nût
envindet jme hus, daz hûs sol er vroͤnin, vnd sol sehs wochîn in
gevroͤnde ligin UrkCorp (WMU)
248B,24;
UrkFreiburg (Sch)
174
(a. 1303).
175
(a. 1303)
MWB 2 673,63; Bearbeiter: Graën |