Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   gewîht - gewinnunge    


gewîht stF. ‘Priesterwürde’ vnde er [der neu geweihte Priester] nv̂t sol, vmb dir gwiht willin [ occasione sacerdotii ] , virgescin dir gehorsami vnde der regillichvn zvhte BrEng 62

MWB 2 724,33; Bearbeiter: Richter

gewihte stN. (stF. s. WMU 1,725) vgl. gewige und 2gewæge , zur rechtsspr. Differenzierung s. DRW 4,761-766 1 ‘Gewicht, Masse’
1.1 ohne nähere Bestimmung
1.2 nicht näher benanntes Gewichtsmaß
1.3 durch beigegebene Gewichtsmaße (auch in Gestalt von Münzgewichten) näher bestimmt
2 geeichtes Münzgewicht
2.1 mit Angabe des Geltungsbereichs ‘Münzsorte, Währung’
2.2 als dt. Entsprechung für lat. Münzbezeichnungen
3 ‘das Abgewogene, Zugemessene, Maß’
4 Vergleichskörper beim Wägen, ‘Gewichtsstück’ (nicht immer von Münzen zu trennen)
   1 ‘Gewicht, Masse’    1.1 ohne nähere Bestimmung: [Gott] die werlt geschuf von nichte, / diz tapfere [schwere] gewichte, / die erden, uf daz wazzer hienc / und vort daz wazzer umme vienc / mit sines himles dache HeslApk 18136; das gemuͤte [...] wirt genant ein mosse, wan es misset das ander alles. es git im sine forme, sine swere, sin gewicht Tauler 350,3; swer ovch ein ander munze machte oder sluͦge, denne von dem riche von altir her komen ist, swie gewere oder gut die were, ez si an gewihte, gemelde [Münzbild] oder suere, den sol man fur einen valscher haben UrkCorp (WMU) 879W,14. – übertr. eine von mehreren Massen: [der bekehrte Theodorus] karte mit sînen tûsinden zu den nûntûsinden mertelern gotis. und sich, dô wart funden daz zehende gewichte [der zehnte Teil] daz verlorn was, und dô wart irfullit di heilige zehinde zale der zehentûsint gemarterten ritteren HvFritzlHl 140,8    1.2 nicht näher benanntes Gewichtsmaß: sechz hundert / und sechz und sechzic gewichte / goldes HeslApk 19485; unde Maria nam eyn gewichte tuwirre salbyn unde salbete Jhesus vuze EvBerl 52,27; bathenie [Betonie, eine Heilpflanze] ein gewichte unde wasser drithalp teil also vil unde daz zusamne getempert Macer 38,20. 38,22    1.3 durch beigegebene Gewichtsmaße (auch in Gestalt von Münzgewichten) näher bestimmt: vmbe zwenzig phvnt wachsis Constinzer gewihtis UrkCorp (WMU) 1820,16; ein phunt gewichtez boumoleyez unde ein halben vierdunc roter rosen bleter Macer 15,14; vier unze batenien unde win in dem selben gewichte ebd. 38,19. margaritarum eyn half quentyn [Viertel Lot] , desunes [laut Glr. Schreibfehler, l. pismes Bisam] eyn half heller gewychte OvBaierl 110,15; der same mit wibez milche, vuͦnzen pfennic gewichte, genutzet hilfet sere wider di ruͦre Macer 94,5 u.ö. ein bônen ~ (vgl. bône als Ausdruck für etwas Geringes): batenie pulver ein bonen gewichte [eine Prise] mit honege gessen dez abendez noch essene, hilfet den magen Macer 38,29    2 geeichtes Münzgewicht: vierhundert march guͦtes silbers vnd rehter gewiht UrkCorp (WMU) 3517,30; also gebieten wir allen den [...], die mit dem silbergewicht umbgent [...], daz die daran kauffen und verkauffen süllen nach der marck und silbergewicht der stat zu Regenspurg, daz nu furbaz unserr stat zu Münichen gewicht gehaizzen ist StRMünch 566,3. – hierher oder als gewit zu mnd. witte ‘Weißpfennig’ (vgl. Schiller/  Lübben 5,572): des guͦtis ist ain lb. grozer bort sidun [...] vnd viunf lot goldes vnd ain schillinch gewit vnd siben vierdunge silbers vnd sehs march alter Wiener vnd ain golt stainli UrkCorp (WMU) 866,11    2.1 mit Angabe des Geltungsbereichs ‘Münzsorte, Währung’ drúhundert mark guͦtes silbers Zúrich gewicht UrkEidgen 198 (a. 1313); wir sun oͮch der vorgnanden tusint march funfhundert march weren mit loͤtigem silber Ertfurter gwicht UrkCorp (WMU) 1372,13; vmbe sibenzehen marke silbers Schafuser gewihtez ebd. 1252,35    2.2 als dt. Entsprechung für lat. Münzbezeichnungen: den [zehn Knechten] gab her czen gewychte silbirs [ dedit illis decem minas Lc 19,13] EvBerl 138,9; uwir meister der ingebit nicht czwey gewichte guldyner pfennynge [ non solvit didragma Mt 17,23] ebd. 131,14; so vyndistu eyn gewichte [ invenies staterem Mt 17,26] ebd. 131,21    3 ‘das Abgewogene, Zugemessene, Maß’ in disin tagin [des Fastens] svl wir ettewaz zv irbitin zv unsirme gewonlichin gewichte vnsirs dinistis [ pensu servitutis ] BrHoh 49. 50. – hierher (?): sy werden ewigklichen gehalten in dem selben saͤligen gewichte [ in aeternum conservabuntur Ps 36,28] PsMb 30(Glossar) u.ö.; aller werlt ende gewicht [ omnes fines terrae Ps 94,4] ebd. 30(Glossar)    4 Vergleichskörper beim Wägen, ‘Gewichtsstück’ (nicht immer von Münzen zu trennen): von allen gewihten [Überschrift] ez sin auch alle gewihte nuͦwe gemaht und gezeichent mit eime trutenfuͦzze und sullen auch ewiclichen also beliben on die fronwoge bestet [...]. wer aber mit anderm gewihte uzmezze sin kaufmanschaft, [...], der sol iar und tag die stat rumen WüP 79,1. (un)reht ~ : die ratman haben die gewalt, daz sie richten uber allerhande wanemaze vnd vnrechte wage vnd vnrechte schephele [Scheffel, Getreidemaß] vnd uber vnrecht gewichte UrkCorp (WMU) 51,28; den lûden sagede er [Johannes der Täufer] rehtez leben, / wie die kouflûde geben / sulden reht gewihte, / die herren reht gerihte Erlös 4159; Hiob 5091 (vgl. TvKulm 689 ). – übertr. und bildl.: owe, gut und ere, / richeit, gewant, gesteine, golt, daz wirt ein krank gewichte, / wider dem schatze, der an allez ende wert JMeissn A1:20,6; guot vriunt verwigt den zentenære [wiegt einen Zentner auf] , / der valsche ein quinti [Quentchen, Viertel Lot] niht enwigt; / dâ [beim falschen Freund] wort, niht werc ze wâge ligt, / phuch, der gewiht [Gen.Pl. ‘etwas von diesem (geringen) Gewicht’ ] ist ganzem vriunt unmære AMeissn (R) 250,12; den [ dez tievils burgere ] was ir lebin swere / wan siv erkanden gotis niht / ir lot was valsch vnd ir gewiht Martina 26,12; sus wil ich [Christus] selbe an lîbe / wesen daz gewihte, / daz die wâgen rihte / ûz der dûfen [Tiefe] in die luft, / in den himel ûz der kruft Erlös 1017

MWB 2 724,37; Bearbeiter: Richter

gewihtephenninc stM. eine Münze: den [geangelten Fisch] nim und tuͦ ime ûf sinen munt, sô vindestu ein gewichtepfennig [ invenies staterem ] EvBeh Mt 17,26

MWB 2 726,18; Bearbeiter: Richter

gewilde stN. 1 ‘Wildnis’
2 ‘Wildheit’
   1 ‘Wildnis’ dô was der junge vürste komen / durch ein gewilde in einen tan Bussard 547. 766; es sol ouch in den selben zilen nieman kein horn erschellen noch dekein gewilde vellen, dz ban haben sol, noch ouch dehein hus buwen UrkAargau 2,3:152,27 (bald nach 1324); jn daz lanth [India] ist muͦlich ze cuͦmene, [...], vnde ist so michel gewilde, daz nieman in vier iaren da durch comen mac Lucid 20,10; WhvÖst 4896; Goldemar 8,8    2 ‘Wildheit’ nûst der blüenden heide voget / mit gewalte ûf uns gezoget. / [...] / er tuo uns den grüenen plân / rôsen unde bluomen ân; / sô scharpf ist sîn gewilde KLD:GvE 2:1,8

MWB 2 726,22; Bearbeiter: Richter

gewilden swV. wilden

MWB 2 726,35;

gewîlet Part.-Adj. 1wîlen swV.

MWB 2 726,36;

gewille stN. Koll. zu wëlle ‘Gewoge, Wellen’ daz mer [...], / daz gestât niemêre stille, / in einem gewille / willet ez sich zaller zît RvEAlex 16952. 9114; des meres pflak / ein wint mit starkem gewille HeroLeander 109; Seuse 289,18. 430,2. daz süntlich gewille / wirfet vns nv her nv hin Martina 292,44 u.ö.;

MWB 2 726,37; Bearbeiter: Richter

gewillen swV. 1willen

MWB 2 726,44;

gewillet Part.-Adj. 1willen swV.

MWB 2 726,45;

gewillic Adj. ‘bereitwillig’ jrme lieben frvinde hern Ripeline, dem meister von Strasburc, enbietent die gebrvͦdere von Landesberc irn gewilligen dienest UrkCorp (WMU) N28,13; daz gehœret allen gewilligen armen zuo, die sich habent gesenket in daz tal der dêmüetikeit Inslac 393,26; Übervart 503,13; Eckh 1:287,5; AlexiusF 1216; UrkEnns 5,197 (a. 1317)

MWB 2 726,46; Bearbeiter: Richter

gewillîche Adv. ‘bereitwillig, gerne’ dise maget [...] hat sich gewilleklich [La. gewillich ] geophert in die martel ElsLA 201,18; alles das der mensche mit lust ie besas willeklich [La. gewilliche ] in geist oder in nature Tauler 332,7

MWB 2 726,54; Bearbeiter: Richter

gewilliclîche Adv. ‘bereitwillig, gerne’ die tohter tet es darzuo gewillikliche und gerne MerswKn 87; gewillecliche vnd mit vorbedahtem muͦte UrkCorp (WMU) N369,12; das si dar in willeklich sint bereit ze [La. das sú sich gewillikliche kerent zuͦ ] gonde in gotz willen Tauler 345,17; AlexiusF 554; Virg 698,8; Auge 273

MWB 2 726,59; Bearbeiter: Richter

gewilt stN. ‘Wild, Wildtiere’ vnd sol nieman in disen zilen hornschellen noch gewilt vellen WeistGr 1,4 (Mitte 14. Jh.); zuo dem brunnen liefen lewen, bern, wiltswîn: / mitten under dem gewilde saz daz kindelîn WolfdA 99,4; Jagdallegorie 53

MWB 2 727,1; Bearbeiter: Richter

gewiltnisse stN. ‘Wildnis’ da schieden die dry gesellen von dannen und kamen in das wüst gewiltniß Lanc III 321,10

MWB 2 727,6; Bearbeiter: Richter

gewin stM. (auch swM. MinneR 410 418 ), unter nd. Einfluss auch stN. ( Reinolt 2:2,16; KarlGalie S. 44) 1 ‘Sieg, Erfolg’
2 ‘Gewinn’
2.1 ‘Erwerb, Ertrag’
2.2 ‘Broterwerb, Arbeit’
2.3 ‘Vorteil, Nutzen’ (teils semantisch abgeschwächt)
3 phras. zu 1 und 2 (vgl. TPMA 4,470-491)
3.1 häufig verlust gegenübergestellt
3.2 speziell in der Wendung ze gewinne unde/ oder ze verluste (und umgekehrt)
   1 ‘Sieg, Erfolg’ wederm geviele der gewin [welchem (der Kontrahenten) der Sieg zufiele] , / des was zwîvel under in Er 928; man jehe dem gewinnes, den man siht gewunnen hân NibA 914,4; ich hete ein spil sô guot, daz ich gewinnes mich versach WernhSpr 65,1; UvZLanz 1155; ein polensch rittir hatte e / [...] / im gelobt an sine hant, / er wolde di stat gewisse / im mit vorrêtnisse / antwortin zu gewinne [Eroberung] NvJer 14919. 25005. diu sigerîche Minne / diu windet sich ûz wîbes ougen / durch des mannes ougen tougen nâch gewinne: / Minne unt ein minniclîchez wîp sint sinneroubærinne RvZw 270,11    2 ‘Gewinn’    2.1 ‘Erwerb, Ertrag’ ir gewin und ir bejac / den sanden si [Tristan und Kaedin] ze Karke Tr 18924; dar [in ein reiches Land] wurden sie gesant / nach spise vnde nach gwinne. / des was da vil inne Herb 3901. 17049; dvrch gewin ReinFu K,415; die da werfent nach vnrehtem gewinne / si phrengent [bringen in Bedrängnis] die armen VMos 40,9; der engel gewin waz da groz, / swa blvͦt von den kristen vloz TürlArabel *A 45,30; da wart nvͥt kranc der botten gewin [Lohn] ebd. *A 196,14; er [der Hl. Laurentius] oppherote gote des besten gewinnes [Guts, Besitzes] , den er hete, sin selbes lîb Spec 91,18; WessobrGlB I 145,37; StRMünch 408,17; Wig 5495; Ammenh 17978. – Zinsgewinn: du soldes minen schazt gegeben habn zu gewinne [ nummulariis ] , swanne ich were komen, daz ich min gute hette wider genumen mit wuchere [ usura Mt 25,27] , daz ist mit gewinne PrLpz 14,32. – übertr.: frou Herzeloyd diu künegin, / ir site an lobe vant gewin, / ir kiusche was für prîs erkant Parz 103,4; er minnet sîn wîp und si in, / sie dûhte ein vreuderîch gewin, / daz sie einander solten hân RvEBarl 5988. – auch von etw. Negativem: sô gebt ir jâmers mir gewin Parz 612,25; diu herzogin / an ungemache im gap gewin ebd. 628,10    2.2 ‘Broterwerb, Arbeit’ ich bin ein armman / vnde han anders dehein gewin, / wen daz ich ein ieger bin Herb 18070; von unserme gewinne / sô sint sî worden rîche, / und leben wir jæmerlîche Iw 6404; daz sie ouch unerloubeten gewin unde gescheffede niht urboren StatDtOrd 52,31    2.3 ‘Vorteil, Nutzen’ (teils semantisch abgeschwächt): ouch ist mir mære geseit / daz hie ein âventiure bî / mit starkem gewinne [ruhmreich, verdienstvoll] sî / von einem guoten knehte Er 8385; ist dîn herze steinîn gar / und dornic, ob ich sæje dar / guotes sâmen gewin: / [...] / sô bin ich sô niht ûz gesant, / daz ich in nâch unwerde / werf in unberhafte erde RvEBarl 1633; min kint [Willehalm] nah gewinne dich [Arabel] hat gekvst TürlArabel *A 265,27; durch miner [einer erblindeten Frau] ougen gewin [Heilung] / und durch got vuͦre mich so hin / zuͦ dem [...] seligen Johanne! Vät 3673; Wig 181. – vor allem bei Wolfram: ~ ane etw.: diu rîche wîse heidenin / het an künste den gewin / daz si wol redete franzeis Parz 329,12; daz gît an freuden mir gewin ebd. 369,8; got gebe an helfe mir gewin Wh 122,30; ein gewin / an willekeit der liute ebd. 234,14 u.ö.    3 phras. zu 1 und 2 (vgl. TPMA 4,470-491): ûf minne und ûf gewinne / stânt al der werlde sinne; / noch süezer sint gewinne / dan dehein werltlich minne Freid 55,19 u.ö.; Renner 5087; gewin hât mit gewinne pfliht, / ein kummer ist âne den andern niht ebd. 13403 u.ö.; nu strebt ein ieglîch man sêre / dar nâch wie er gewinne mêre WälGa 6616; Krone 17929    3.1 häufig verlust gegenübergestellt: waz tâ geschehe, wiez dort ergê, / gewin und flust, wie daz gestê, / desn weiz frou Herzeloyde nieht Parz 102,24. 597,7; dâ huop sich vlust und gewin Wig 11015; mit grôzem vlîze er [Gregorius, der zum Kampf vor die Stadt will] in [seinen Gastgeber] des bat / [...] / daz er in lieze wider in, / er bræhte vlust oder gewin Greg 2090; gewin den wolten si bejagen / oder kiesen die verlust KvWPart 20490; ez si gewin, ez si verlust Frl 14:31,10; Tr 367; Himmelr 11,11; TürlArabel *A 250,12    3.2 speziell in der Wendung ze gewinne unde/ oder ze verluste (und umgekehrt): daz die fuͤmfe [Schiedspersonen] nah beider taile fuͤrlegen [Darlegungen der beiden Parteien] ovf ir ait daz reht drvmbe sprechen solten ze fluͤste vnd ze gewinne UrkCorp (WMU) 1270,33; zuͦ gewinne oder zuͦ verluste ebd. 1007,45 u.ö.; swer umb sein geschaeft von der stat arbait oder auf dem gotzweg ist [...], der mag sein chlag ze gewin und ze flust aufgeben vor dem rechten StRMünch 318,5; des sol mîn herze pflihte hân / ze flüste odr ze gewinne Parz 432,1; StRFreiberg 205,24; Herb 6864. 11005

MWB 2 727,9; Bearbeiter: Richter

gewinde stN. zu wint stM. ‘Wind, Sturm’ iz wewit ein gewinde, / daz ist gar vͦberswinde / vnde da bi eislich gnvͦg gevar, / dvͦrch alle die werlit her vnde dar PrHess 50,33; wanne in sin [des festverwurzelten Baumes] este / auch kvmme daz gewinde / gar starg vnde vͦberswinde, / daz in daz gewinde sa / it vmme moge werfen da ebd. 53,191 u.ö.

MWB 2 728,39; Bearbeiter: Richter

gewinhaft Adj. 1 ‘ertragbringend’
2 ‘teilhabend am Gewinn’
   1 ‘ertragbringend’ [wir] biten got daz er uns sende / uf einen so gewinhaften berk / daz wir willen und werk / an sinen dinst also keren Erz III 56,507; wer da hat gewinnehafte teil inme lande, der sal bi namen sine berckost [Geld zum Betrieb des Bergwerks] von denselben teilen nemen StRFreiberg 74,21. daz andere dar ane groze lit der minne, daz ist daz si gewinhaft ist. minne gewinnit alliz daz si gewinnin wil Parad 89,6    2 ‘teilhabend am Gewinn’ dar umb bedäutt er [der Stein jachant ] der hailigen bescheidenhait, dâ mit si sich zuoschihten allen läuten nâch got, dar umb, daz si all menschen gwinhaft machten und si got gewunnen in daz êwig leben BdN 450,2

MWB 2 728,46; Bearbeiter: Richter

gewinlich Adj. ‘nach Gewinn, Beute trachtend’ als zwên gewinlich valken / ûf einander warten, / seht, alsô gebârten / von Meinz, von Koln die bêde Ottok 59146

MWB 2 728,60; Bearbeiter: Richter

gewinnære stM. 1 ‘Sieger, Gewinner’
2 ‘jmd., der Erfolg hat, der etw. einnimmt’
3 unklar; ein Dienstverhältnis beschreibend (vgl. DWB 4,1,3,6072f.) oder als gevener ‘Fähnrich’ zu venre (vgl. Anm.z.St.)
4 als Bestandteil von Personennamen
   1 ‘Sieger, Gewinner’ der gewinner [der sich nicht zu einem weiteren Spiel überreden lassen will] sprach: ‘nein ich, / ich wil ê mit gewinne hein’ HvBer 9151    2 ‘jmd., der Erfolg hat, der etw. einnimmt’ der êrste sterne, Saturnus, ist ein fürber [jmd., der reinigt] ; [...] der sehste, Mercurius, ist ein gewinner Eckh (Pf) 212,38; dar nâch wirt Mercurius der gewinner, sô diu sêle alliu dinc gît umbe got, unde bringet ze lône daz guot der gotheit ebd. 213,23. – übertr.: sô der briester wirt gewiet, / sô ist er gote uil lieb, / sô wil er zwâre / in haben zeimme gewinnâre, / sînen uil hêren amman Messgebr 158    3 unklar; ein Dienstverhältnis beschreibend (vgl. DWB 4,1,3,6072f.) oder als gevener ‘Fähnrich’ zu venre (vgl. Anm.z.St.): ietweder schar mit listen / stalten ir geselleschaft / dar nach als si heten kraft: / swelhe den hufen halten / scholten, auch si walten / die gewinner solten sin WhvÖst 14433    4 als Bestandteil von Personennamen: Jtun, des gewînners tochter vsser Lintal, Heinrichs wirtinnun von Gerolzwile UrkCorp (WMU) 1840,11

MWB 2 729,1; Bearbeiter: Richter

gewinnen stV. (IIIa) 1 intr. (oft verliesen gegenübergestellt)
1.1 ‘siegen, den Sieg erringen’ ( ane jmdm. ‘über jmdn.’ )
1.2 ‘(an Besitz) zunehmen, erfolgreich sein’
2 tr. (mit fakultativem Dat. denjenigen bezeichnend, dem ein Gewinn zugute kommt; mit fakultativem Präp.-Obj. ane mit Dat. denjenigen bezeichnend, dem etwas abgewonnen wird)
2.1 mit Akk.d.S.
2.1.1 ‘besiegen, überwinden, (Festungen, Länder usw.) erobern’
2.1.2 in Verbindung mit sige/ spil ‘gewinnen, den Sieg in einer Auseinandersetzung erringen’
2.1.3 ‘etw. erwerben, erlangen (durch eigene Anstrengungen)’ im fließenden Übergang zu ‘etw. erhalten, bekommen (ohne eigenes Zutun)’
2.1.3.1 allg.
2.1.3.2 im Sprichw. (vgl. TPMA 4, 473ff.)
2.1.3.3 in Wendungen
2.1.4 ‘etw. holen, bringen, besorgen, herbeischaffen’
2.1.5 ‘erfahren, erleben’ , oft von Negativem ‘erleiden’
2.1.6 häufig auch von Gemütszuständen oder Gedanken, Überzeugungen ‘verspüren, haben, empfinden’ (mit inchoativem Aspekt)
2.1.7 (Land) ‘bewirtschaften, bebauen’
2.1.8 wort/ rede ~ ‘das Wort ergreifen’
2.1.9 hove ~ ‘einen Hoftag/ eine Versammlung zusammenbringen, veranstalten’
2.2 mit Akk.d.P.
2.2.1 ‘jmdn. besiegen, überwinden’
2.2.2 ‘jmdn. bekommen, erhalten’
2.2.2.1 mit Präp. ze ‘jmdn. als/  zu etw. bekommen, erhalten’ (s.a. 2.2.3 )
2.2.2.2 semantisch abgeschwächt in Nähe zu ‘haben’
2.2.3 ‘jmdn. (zur Ehe oder Partnerschaft) bekommen’
2.2.4 kint ( sun, erbe u.a.) ‘ein Kind (einen Sohn usw.) bekommen’
2.2.5 ‘jmdn. (aus Gefangenschaft) befreien’
2.2.6 ‘jmdn. holen (lassen)’
2.2.7 ‘jmdn. für sich einnehmen, (als Anhänger, Diener o.ä.) gewinnen, anwerben’
2.2.8 ‘zu einem bestimmten Verhalten überreden’
2.2.9 in der Wendung liep ‘lieb gewinnen’
2.3 mit Gen. part. ‘erhalten, erwerben’
3 mit Inf. ( schaffen/ tuon ) mit ze ‘zu schaffen haben/ zu tun bekommen (mit jmdm.)’
4 mit Gen.
4.1 ‘erreichen, treffen’
4.2 unklar, vielleicht ‘zur Welt bringen’
4.3 ‘erhalten, erlangen’ (oder ist der Gen. durch Kasusattraktion zu begründen?, vgl. 2 5 Mhd. Gr. § S 167)
   1 intr. (oft verliesen gegenübergestellt):    1.1 ‘siegen, den Sieg erringen’ (ane jmdm. ‘über jmdn.’): diu spil, diu ich [Brunhild] im teile, getar er diu bestân, / behabt er des die meisterschaft, sô wird’ ich sîn wîp, / unt ist, daz ich gewinne, ez gêt iu allen an den lîp NibB 423,4. 973,4; der da [vor Gericht] gewunnen hat UrkCorp (WMU) 2369,30; mich hilft duͥ vorgabe [Vorteil] min, / ich [Dietrich] wil an dir [Ecke] gewinnen EckenlE2 131,10; des dritten tages was myn herre Gawan fru offgestanden und was in die kirchen gegangen. des wart die frau [für die er kämpfen soll] gewar und [...] da wart ir ußermaßen wol zu mute, und ducht sie wie sie gar gewunnen hett Lanc 326,32; dirre flôs, jener gewan Parz 77,29; Wh 446,1; verliesen unde gewinnen / daz treit die criege hinnen Tr 369; UrkCorp (WMU) 565,11; Herb 7537. – jmdm. mit urteil gewunnen gëben ‘jmdm. den Sieg (vor Gericht) zusprechen, recht geben’ (zur frühnhd. Entfaltung der Wendung s. DWB 4,1,4,6729-33): das der, dem der rihter ze Cume gewunnen hat gegeben mit vrteil, gewunnen sol han vnd der ander fuͤrlorn UrkCorp (WMU) 2369,29. 2369,23    1.2 ‘(an Besitz) zunehmen, erfolgreich sein’ buwen sie da [in der Fremde] begunden. / da gwunnen sie inne / an habe vnde an gwinne, / daz sie in kvrzen iaren / wol gerichet waren Herb 17048; ez ist maneges herren site, / dêr entuot noch enlât / durch deheines mannes rât, / wan durch sîn selbes sinne, / er verliese ode gewinne. / dâ gêt dicke schade nâ Eracl 2704. – subst. ‘Erfolg, Nutzen’ swa ich [ein Teufel] die beschlafen ungewandelt vinde [wo ich diese (Sünde) finde, ohne dass sie über Nacht bereut wurde] , da ist es min gewinnen, wan dis ist ein fundament langer bosheit und verlust aller helikeit Mechth 4: 2,94    2 tr. (mit fakultativem Dat. denjenigen bezeichnend, dem ein Gewinn zugute kommt; mit fakultativem Präp.-Obj. ane mit Dat. denjenigen bezeichnend, dem etwas abgewonnen wird)    2.1 mit Akk.d.S.    2.1.1 ‘besiegen, überwinden, (Festungen, Länder usw.) erobern’ Alexander was ein listich man, / vil manige rîche er gewan SAlex 8; sime bruder gwan er sin lant / da zv Troygen riche / harte menliche Herb 18199; Jericho wart mit herehornen gewunnen, daz die burcmure von ir selber nider uiel Lucid 85,12; von dir [Mutter Gottes] wart irhoret / in der helle mandunge [Freude] , / mit dir wart gewunnen / an deme diuvele sin veste SüklV 256; Rol 878; Tr 17007; Lanc 2,26. 151,9. – in der Wendung über houbet ~ ‘vollständig/ auf einen Schlag besiegen, erobern’ (s. houbet stN. zu adv. über houbet): er zocte dan / vor eine burc genant Heimsôt / und sturmte dî sô lange ôt, / daz er sî ubirhoubt gewan NvJer 14949; der herzoge Gêrold von Swâben [...] gewan Rôme über houbet mit der swâbe helfe SchwSp (W) 31,6; Ottok 31219. 8544. mit viure ~ ‘zerstören, verbrennen’ dabi sint zwene berge, die heizent Armenii. da uffe stat Noez archa. daz holz enmac nieman mit deheineme fúre gewinnen Lucid 31,11    2.1.2 in Verbindung mit sige/ spil ‘gewinnen, den Sieg in einer Auseinandersetzung erringen’ dô er den sige dâ gewan, / dô bôt in der wirt an / sîne tohter und sîn lant Iw 6799; vil sælig wîb, gar unverschulde lîde ich dînen zorn. / sol der an mir gewinnen wernden sik, / daz tuot mîn leben alsô verswachen, / daz ich vil lieber wolte sîn noch ungeborn SM:Te 3: 1,8; Lucid 54,11; MarlbRh 127,26; Tristan daz spil gewan Tr 2319. gewunnen spil als Ausdruck für einen erreichten Wunschzustand oder eine Errungenschaft: ‘welt ir umb rinder und umb schâf’, / sprach der margrâf Iuslâf, / ‘gewunnen spil wâgen? [den sicheren Sieg riskieren] ’ Helbl 4,347; wâ sæhe du [Ortnit] ûz henden ie geben gewunnez spil? / mir [Alberich] ist der stein sô nutze, daz ich dirz niht geben wil OrtnAW 145,3; ich bit dich, schepper gnaden rich, / [...] / geruͦche mir da [beim Jüngsten Gericht] geben / gewonnen spil, daz beste deil, / ein ewic drost, ein ewic heil ParisTagz 2676; RvZw 206,5; Tr 11057. 11357    2.1.3 ‘etw. erwerben, erlangen (durch eigene Anstrengungen)’ im fließenden Übergang zu ‘etw. erhalten, bekommen (ohne eigenes Zutun)’    2.1.3.1 allg.: swer ie durch hövischeit gestreit, / der gewinne in [den Gürtel] mit manheit / an mir: des hât er êre Wig 434; swenner [...] die hêrscaft giwinnit dâ er nâch ringit Gen 2859; so muͦz uns balde ruwe, / daz ie diehein kristen man / der touphe an sich gwan, / ie gerit den mort Rol 2380; MF:Reinm 15: 3,7; VAlex 353; VMos 10,10; in ir armuote / ir hende muose sie sich begân, / als manec wîp hât getân. / dô ir des guotes zeran, / sie næte unde span / und gewan dâ mit ir spîse Eracl 651; umb zwei hundert pfening enmoͤht man niht gewinnen brotes, daz ir ieglichem ein weniges wuͤrde PrOberalt 68,9; StatDtOrd 53,3; Mechth 5: 23,151. – mit Ersparung des Obj.: wir selbe sîn wâ unde wâ / von lande ze lande / koufende aller hande / und gewinnen, daz wir uns betragen Tr 8809. – mit sächl. Subj., teils semantisch verblasst: ir blüendiu zuht, ir wîplich güete grôz lob ir gewinnet KLD:BvH 5: 3,7; diu maget tugentrîche / begund in allenthalben / meisterlîche salben / mit einer salben alsô guot, / daz im daz verch und daz bluot / eine sölhe hitze gewan, / daz den kampfmüeden man / des lebennes geluste UvZLanz 2205. 4775; dar nâch über wênig tag wirt ain würmel auz dem aschen und gewint dar nâch flügel. dar nâch wirt dar auz ain vollkomener fenix BdN 186,34. 478,29; daz schœneste gras / daz diu werlt ie gewan Iw 335; Tr 17181; da [in Ägypten] gewinnet ez [das Wasser des Nils] siben abrunse [Abflüsse] vnz hin ze Alexandria Lucid 19,21; Lanc 485,27. – hier mit Präp. abe/ûʒ oder Adv. danne ‘etw. herausziehen’ von herzeleide geschach im daz / daz erz verdulte und versaz / daz sîz [ vingerlîn ] im ab der hant gewan Iw 3199; alsô gewinnt man pfeil auz den wunden BdN 160,7; Lanc 364,20; nu ersach diu sinnerîche, / diu wîse küniginne / die scharten dar inne [in der Wunde] . / si besante ein cleinez zengelîn; / dâ mite sô reichte si dar în / unde gewan die scharten dan Tr 7189. – ‘erzeugen, herstellen’ he was ein wise man der den win uon erstin uz den winstocken gewan SalArz 34,14. – von Pflanzen, Säften etc. ‘ernten, pflücken’ dû solt in dem mânôde julio centauriam daz chrout gewinnen unde samen sîn vil, daz dû sîn genuoch habest allez daz jâr Barth 133,21; swer der nezzel samen in der ernne gewinnet, der ist guͦt zu manichen dinge Macer 4,22. 33,9    2.1.3.2 im Sprichw. (vgl. TPMA 4, 473ff.): swe uil der man gewinnit / wie schire ime zerinnit Roth 5154; reht als daz sprichwort dâ kiut: ‘mit unreht gewunnen ist schiere zerrunnen’ PrBerth 1:334,4    2.1.3.3 in Wendungen: ende gewinnen ‘aufhören; (er-)sterben’ dâ von der starke Volkêr dô den ende dâ gewan NibB 2287,4; nu gewan daz krachen ende Parz 568,15. 28,2; Wh 254,30; gewinne ich iemer des [der Trauer] ein ende, ich wil mich wol gehaben MF:Reinm 36a: 4,6; Mechth 7: 45,19; Spec 17,6. gewalt ~ ‘Verfügungsgewalt bekommen’ (Angabe der betroffenen Person oder Sache im Gen. oder als präp. Erg.): ôwî ôwî hêr Tristan, / daz ich iuwer ie gewalt gewan Tr 10346; daz diu Minne nie gewan / grœzern gewalt an deheinem man Iw 1607; Lanc 20,11. 107,23. – etw. in sîne gewalt ~ ‘etw. in seine Gewalt bekommen’ dô er daz hundelîn / gewan in die gewalt sîn Tr 16264; mîne sinne [Akk.] / eins andern wîbes minne / in ir gewalt gewunnen hât Iw 6805; da Claudas gewann alles das lant inn synen gewalt Lanc 17,4; Rol 3751. künde ~ ‘Kenntnis erhalten, erfahren’ ditz ist der aller schœnste man / des ich künde ie gewan! Wig 5444; hei, gewunne ich noch die künde / daz ich sie erwerben künde KLD:GvN 18: 5,8; MarlbRh 115,27; RvEBarl 1010. oberhant ~ u.ä.: du muost ê gewinnen oberhant [Übermacht] / an dem besten ritter der ie wart UvZLanz 328; die von Troyge vz der stat / gwunen die vbern hant Herb 11781; Wig 11152. state ‘Gelegenheit’ ~ : [Lanzelet hoffte,] daz er mit entrunne / swenn er des state gewunne UvZLanz 5668; dô si [Blanscheflur] vereinete / und si ze clagene state gewan, / dô gie si sich mit handen an Tr 1173; Lanc 55,9. vrist/ vride ~ ‘erreichen, erwirken’ (s.a. DRW 4,788f.): nu giwin uns eini vrist, biscof Bebilin: / ob iz uwiri gnadi megin sin, / ir giwinnit uns eini vrist ÄJud 135; gewinnestu uns aine frist, / ich wirde hi zestete din man Rol 8944; von mir gewinnent ir nymer friede noch gnade Lanc 104,22. 97,33; StRMünch 45,28    2.1.4 ‘etw. holen, bringen, besorgen, herbeischaffen’ ‘wilich ros sal ich u bringen?’ / ‘mochtes tu mir gewinnen / Bontharden, den woldich riten. / [...]’ GrRud I 5; sô dir daz houbet wê tuo, sô heiz dir gewinnen ebboum [Efeu] Barth 134,1. 128,20; ein boum stet in Indian, / groz, den wil si von mir han. / [...] / seht, ob ich irz allez her gewinne Tannh 9,44; frouwe, mîne sinne, / die mir wârn entrunnen, / die habt ir gewunnen / wider in mîn herze Parz 580,10; Herb 6619; Eracl 1151; VAlex 300. – mit Ersparung des Obj.: si liezen zesamene strîchen / alsô krefteclîchen / sô si meiste von ir sinnen / ûz den rossen mohten gewinnen [die Tjostierenden ließen die Pferde mit solcher Wucht aufeinander zustürmen, wie sie nach ihrem bestem Vermögen aus ihnen herausholen konnten] Er 815    2.1.5 ‘erfahren, erleben’, oft von Negativem ‘erleiden’ do hugede iegelich man / wider heim in sin lant / vande si in der heruerde / manige zit harde / hetten gewnnin Roth 4803; mir ist eteswenne wol gewesen: / gewinne aber ich nu niemer guoten tac? MF:Reinm 14: 2,9; Iw 37; ich vürhte laster ode den tôt / von iu gewinnen morgen ebd. 7453; Wh 85,2; hie stêt iur beider dienstman / in der grœsten nôt dier ie gewan Parz 740,22; sô gewinnet er [der Patient] daz fieber Barth 130,6. 157,7; SalArz 66,21 u.ö.;    2.1.6 häufig auch von Gemütszuständen oder Gedanken, Überzeugungen ‘verspüren, haben, empfinden’ (mit inchoativem Aspekt): gewinne ich kumber dâ von, / sô bin ich kumbers wol gewon Iw 7797; Jesî gewan ein bœsen muot: / er nam von Naaman sîn guot [IV Rg 5 ] SpdtL 79,4; swer ûf minne ie muot gewan UvZLanz 8954; dehein christen mensch der schol nimmer gedenchen noch willen gewinnen, daz er iemant welle erslachen PrOberalt 133,33; Rol 8929; Wig 622. des menschen haupt und sein hirn verwandelnt sich auch vast nâch des mônen lauf, als wir sehen an den, die ir unsinne gewinnent und verliesent nâch des mônen lauf BdN 66,21    2.1.7 (Land) ‘bewirtschaften, bebauen’ mit allem dem, daz dar zv gehoret in dorfe, an velde, an ackern, an wisen, in awen, in holtze, an wegen, gewunnen vnd vngewunnen, gesvchet, vngesvchet UrkCorp (WMU) 2665,14. 1508,2; dy heide bis an dy große straße dy mogin dy gebur gewinnen bis an das gemerke DRW 4,781 (NeuzelleUB.; a. 1345); WeistGr 6,764(Anm. zu 2,354) (a. 1315 kopial)    2.1.8 wort/ rede ~ ‘das Wort ergreifen’ Adam eruorht im harte do er got erhorte; / troͮrichlichen er daz wͦrt gewan, er sprach [...] GenM 15,24; ein herzog dô hervür trat, / dem man der rede gunde, / [...]. / sîn rede er alsô gewan Wigam (B) 4214    2.1.9 hove ~ ‘einen Hoftag/ eine Versammlung zusammenbringen, veranstalten’ nu, waz sol der künic [Artus] tuon, / der durch êre und durch ruon / hât manegen hof gewunnen? UvZLanz 7759; einen grôzen hof er gewan: / diu lantmenege zuo im sluoc ebd. 8382; TristMönch 39    2.2 mit Akk.d.P.    2.2.1 ‘jmdn. besiegen, überwinden’ wiest gewunnen / mîn hêrre in sîme harnas, / sô wol gewâpent sô er was? Parz 105,8; dû giwinnist manigen vîant, die ginikchit [unterwirft] dîn mahtich hant Gen 2744; Roth 1344; Rol 4089; Lanc 183,27. – im Rechtsstreit: bekennen si [ di boten ] des, daz he gesworn habe, als recht ist, so ist der dip gewunnen StRFreiberg 125,8; giwinnit he [der Herr] dan den man [den fortgelaufenen Eigenmann] also, alsi hi biscribin is, so sal un umi di richteri antwerti [so soll der Richter den Eigenmann seinem Herrn übergeben] unde sal un un lazi vuri [soll ihn (den Herrn) ihn (den Eigenmann) führen lassen] suar he wil Mühlh 162,10    2.2.2 ‘jmdn. bekommen, erhalten’ wirn gewinnen niemer mêre / deheinen herren alsô guot AHeinr 496; enheten [= enhete in (Keie)] sîn zunge niht verworht, / son gewan der hof nie tiurern helt Iw 2569. 6976; ir was ouch wol sô liep ir man, / ob ie kein frouwe mêr gewan / sô werden friunt, waz war ir daz? Parz 103,12; der liebste man, / den magt inz herze ie gewan [ins Herz schloss] ebd. 710,12; BdN 450,3; des helfe uns got mit sîner tugent, / daz wir in hie sô geminnen / daz wir in dort gar gewinnen [Gott (i.S.v. Gottes Gegenwart) erlangen] LvRegSyon 4307. – (vgl. unter 2.1.3.3): do in der tiufel in sein gewalt gewan PrOberalt 3,15; Spec 113,26. – hier ‘erwerben, kaufen’ west ir rehte, waz ich [Eraclius] kan, / ir dûhtet iuch ein sælec man, / möhtet ir mich [als Sklaven] gewinnen Eracl 799. sieche ~ (subst. siech i.S.v. ‘Verwundeter’) ‘Verluste erleiden’ wir müezen mangen siechen / vor der stat gewinnen Wig 9900    2.2.2.1 mit Präp. ze ‘jmdn. als/  zu etw. bekommen, erhalten’ (s.a. 2.2.3): daz ich in ze knehte dir / gewinne nâch den hulden dîn RvEBarl 13995. 14896; daz ir die gewinnet ze gesellen, die ivch dvrch got erent Spec 24,33; hey waz er [Volker] im [refl. ‘sich’ ] ze vîende der küenen Hiunen gewan! NibB 1966,4; KvHeimHinv 173; UrkCorp (WMU) 2070,11. – oft ze vriunde ~ : ich hân verlorn den tiursten man / den wîp ze vriunde ie gewan Wig 1395; gewinnen [Imp.] got ze friunde enzît: / der tôt vor uns verborgen lît SM: JvR 1: 8,11; MF:Mor 5: 1,3; RvEBarl 14402    2.2.2.2 semantisch abgeschwächt in Nähe zu ‘haben’ wan man sô fröiderîchen al diu werelt nie gewan [i.S.v. einen so glücklichen Menschen hat die Welt noch nicht gesehen] , / alse ich denne wære, swanne ich ir vil minneclîchez jâ / vernæme von ir munde sâ KLD:UvL 14: 5,5; der eine mensche [Adam] was ein man, / der vater noch muoter nie gewan Freid 19,10; we gueden vader ye gewan HagenChr (G) 2537    2.2.3 ‘jmdn. (zur Ehe oder Partnerschaft) bekommen’ min bruͦder Laban / der hat zv̂o tohter di sint wole getan / der gewin du dir eine VMos 24,11; sô hâstû brâht ein houbet dan: / daz bræhte ouch lîhte ein ander man, / ich meine, ob er Îsolde / dâ mite verdienen solde. / sin [d.i. si ne ] wirt aber gewunnen niht / mit alsô cleiner geschiht Tr 9851; ‘weiß got’, sprach sie, ‘nuͦ wil ich númmer man gewinnen, sither das ich sin nit haben mag.’ Lanc 392,19; Gen 1684; UvZLanz 8627; UrkCorp (WMU) 1695,16. ze (einem) wîbe/ einer vrouwen ~ (s.a. 2.2.2.1): daz er sineme sune gewunne / ein wip uon deme ebreisken chunne / ze einer frowen unde zeiner gebetten VMos 19,27; der chunich do daz maere / siner tohtir selbe sagete, / daz der truhsatze habete / si gewunnen ze wibe / mit sin selbes lîbe / vil harte maenliche Eilh R,1741; NibB 2189,4. 755,2. ze liebe ~ : wand sî muose tôten sehen / einen den liebesten man / den wîp ze liebe ie gewan Iw 1316. – euphem. ‘mit jmdm. Geschlechtsverkehr haben’ den einen wirfet er [Teufel] ane glust, des huores âchust, / daz er aller brinnet unz er daz wîb gewinnet Gen 422; daz si deheinen man / nie wan ir wirt gewan Volmar 608    2.2.4 kint (sun, erbe u.a.) ~ ‘ein Kind (einen Sohn usw.) bekommen’ Iblis und Lanzelet / gewunnen lussamiu kint UvZLanz 9369; sîn sun, der guote Îsââc, / einen reinen sun gewan, / Jâcoben, den guoten man RvEBarl 2167; sie hatten nymant miteinander gewuͦnnen dann ein junges knebelin kleyn Lanc 1,6; bey dem jarstag sol stæt mein næhster erb sein, den ich gwinne UrkCorp (WMU) 3204,16; Mühlh 145,8; Walth 23,15; ein vogel heizt pellicânus: / swenne der fruht [Nachwuchs] gewinnet, / alze sêre er die minnet Parz 482,13. iz gehite [vermählte sich] also werde / der himel zu der erde. / die gewunnen ensamet ein kint, / des alliu disiu lant sint, / einen vil heiligen sun: / der lost uns von der helle Wahrh 31. – mit präp. Erg.: hetet ir [Eneas] doch ein kindelîn / an mir [Dido] gewunnen! En 2193; [den Gral erhielt] Amfortas, / des swester Herzeloyde was, / bî der Gahmuret ein kint / gewan Parz 455,22. – ‘gebären’ so daz wip chint gewinnen schol, so ist si unfro; so si dann chint gewinnet, so vergisset si des laides daz si da von erliten hat durch die fræud daz daz chint geborn ist PrOberalt 94,26; satureia ist schedelichen den wiben gerochen, di kint tragen, wen si di kint dar abe zu unzit gewinnen Macer 18,7; Barth 132,25; PrMd (J) 344,12; AvaJo 11,1    2.2.5 ‘jmdn. (aus Gefangenschaft) befreien’ der magidi sun wolti sinin ginannin / voni des viantis giwalti giwinnin SuTheol 132; ‘er [Gawan] ist in die burg gefangen’, sprach er, ‘und dri der besten ritter mit im [...], der ich einen nit erkenne dann einen der mich ußer gefengniß erloßt und gewan mich mit den wapen.’ Lanc 465,10. 144,25 u.ö.    2.2.6 ‘jmdn. holen (lassen)’ do hiez er [Herodes] ilen gengen die chunige gewinnen. / er bat si sagen mære, obe Crist geborn wære AvaLJ 22,1; arzte gewan her Gâwein, / im selben unde in zwein, / ze heilenne ir wunden Iw 7773; wa ist der man, / [...] ? / man muoz mirn her gewinnen Eracl 4268; Greg 2881; RvEBarl 11936    2.2.7 ‘jmdn. für sich einnehmen, (als Anhänger, Diener o.ä.) gewinnen, anwerben’ sanctus Egidius hete / manigen muͦnich guͦten / in sin munstir gewunnen Ägidius 910. 832; an der gelübde ich wol vernime / daz wir alle ûf erden / von Kriste muosten werden / behalten und gewunnen gote KvWSilv 4047; SuTheol 308; SM:UvS 35: 1,4; die richen herren gewinnet er [der Antichrist] ze ime [refl.] mit schazze Lucid 134,11; RvEBarl 12047; Spec 144,15; her wil noch manigeren dienistman gwinnen TrSilv 517; Tr 8589; Gen 1907; WüP 71,4    2.2.8 ‘zu einem bestimmten Verhalten überreden’ Gîselher der junge in von der reise gar gewan [brachte ihn davon ab] NibB 320,4    2.2.9 in der Wendung liep ~ ‘lieb gewinnen’ ich wart an ir nie valsches inne, / sît ich sî sô liep gewan MF:Hausen 11:2,6; daz si bi einander zwêne man / in ir herzen liep gewan KvWEngelh 1004. 1058; swer got ie úber sich selben liep gewan Mechth 1: 3,23; Lanc 95,7 u.ö.    2.3 mit Gen. part. ‘erhalten, erwerben’ ob mir gelunge / daz ich im [für ihn] des öles gewünne / des ûz dem stamme rünne, / dâ von würde er gesunt KvHeimUrst 1899; si wolten des beginnen / des wazzeres gewinnen, / daz getrunche ire vehe Exod 350; Roth 2082    3 mit Inf. (schaffen/ tuon) mit ze ‘zu schaffen haben/ zu tun bekommen (mit jmdm.)’ wer mit keyme [irgendeinem] irme hinderseszen [...] ze schaffende gewûnnet [in Streit gerät] [...], vor den selben rihtern sû beclagen [...] sol UrkCorp (WMU) 1047,43; wizzet daz ich nie gewan / ze tuonne mit deheinem man / den ich sô gerne erkande Iw 7425; swâ reht genâde nie niht gewan ze tuonne, wer mac si dâ vinden? Tit 60,4    4 mit Gen.    4.1 ‘erreichen, treffen’ disen helm scoltu [Genelun] tragen. / dune darft nehaine angest han, / swa du in des kaiseres scâr / unter disem helme ritest gâr, / daz din dehein wafen gewinne Rol 2551    4.2 unklar, vielleicht ‘zur Welt bringen’ Adam hinder sich sah / zu deme wibe er sprah [Gn 3,20] / ęua sol si heizen / dev werlt sol uon ir ulîzen [voll werden (?)] / uone chunne zechunne / du solt sin gewinnen / dev geburt wirt din unde min / der lebentigen muter solt du sin VMos 9,12    4.3 ‘erhalten, erlangen’ (oder ist der Gen. durch Kasusattraktion zu begründen?, vgl. 2 5Mhd. Gr. § S 167): daz wir [...] der stift vnd alles des gvetes, des si hevt hat vnd nach gewinnen mach, schermer, vogt vnd herre svllen sein UrkCorp (WMU) 1861,14; vnd verzihen vns alles des rethes, des wir an dem gvͦte han oder moͮhten gewinnen ebd. N429,37. N791,18

MWB 2 729,23; Bearbeiter: Richter

gewinnic Adj. 1 ‘nach Gewinn trachtend’
2 ‘erworben’ (während der Ehe)
   1 ‘nach Gewinn trachtend’ ich [die personif. Manheit ] bin wol halb unsinnig, / min gir ist so gewinnig / daz ich besorgen lip noch leben MinneR 444 270    2 ‘erworben’ (während der Ehe): swel vrouwe irn elichen wirt erben wil, so er irstirbet, an gewinnigem guͦte oder an varendem, die sol gelten den dritten teil siner schvlde UrkCorp (WMU) 1671,46

MWB 2 735,39; Bearbeiter: Richter

gewinnige Subst. ‘Erwerb’ ich nihabo réhte biháltin daz ambat nóh den líb dar ích zuo ginámit bín, noh réht êra, nóh rein herza, gihéllesami [Einträchtigkeit] , úntárehafti [Schlichtheit?] , réht giwînnigi, réht háben, réht téilan BambGlB 147,36

MWB 2 735,47; Bearbeiter: Richter

gewinnisse stF. hier gewing-. ‘Gewinn, Nutzen’ das [die Untaten der Menschen] geschiecht / von der geitichait pesunder, / das sy gewingnuss habent darunder / das man die menschen verderben tuet Teichn 602,60

MWB 2 735,52; Bearbeiter: Richter

gewinnot Adj. WMU 1,730 wird erwogen, das Lemma als Part. Prät. zu einem sonst nicht belegten gewinnôn swV. in der Bedeutung von gewinnic 2 aufzufassen. ‘(durch widem = Morgengabe oder durch Schenkung) übertragen, erworben’ der vorgenanten vron Jtvn ir ê recht an dem aker alse am andren gewinnottem guͦte sol behalten sin UrkCorp (WMU) 2141,14; das dú eptischen vnd der samnug von Blazheim der vorgenanten sechs mentagen [Grundstücke] ein, der gewinnot guͦt was [...], kouft hant vmb zwenzig phunt phenige ebd. 1330,12

MWB 2 735,57; Bearbeiter: Richter

gewinnunge stF. 1 ‘Gewinn, Erwerb’
2 ‘Erlangung’
   1 ‘Gewinn, Erwerb’ swem gewinnunge lieb ist, / der mac vertragen zaller vrist / verlust wirser danne ein man / der guot samnen niht enkan WälGa 3991; die genade scult ir [Kaufleute] niht uerliesen mit unrehter gewinnunge Spec 142,1; vermeidung geüdunge und geitigkait [ declinatio prodigalitatis et avaritie ] und gewinnunge milltigkait [ adquisitio largitatis ] ain ere ist der chünigk HvHürnh 5,2; UrkCorp (WMU) N265,3; Loheng 5904; Tauler 150,17. – ‘Gewerbe’ ob auch die auzzern die weil gewinnuͦng in der stat hieten, da von sullen si gen der stat tuͦn, daz ander geste tuͦnd MGHConst 6,2:441,11 (a. 1335). – übertr.: mich duncket wol wie ich nit als gut gewinnung [keinen so großen Nutzen] an uch hab als ich wonde Lanc 353,26. – ‘Einkünfte, Besitz’ manige gewinnunge / die ich âne barmunge / nam von witwen unt von wäisen, / die lâzzent mih nicht ûz den fräisen Erinn 771; daz dritte gebot ist, daz wir ez [Almosen] geben sculen uon rehter gewinnunge, [...] swer daz almoͮsen gît, daz in unrehte an ist chomen mit diuue oder mit roͮbe oder uon sinen uorderen unreht ist gewnnen, daz opfer ist gote [...] widerzæme Spec 91,12    2 ‘Erlangung’ dô liez er got durch got, und dô bleip im got, dâ got istic ist sîn selbes, niht nâch einer enpfâhunge sîn selbes noch nâch einer gewinnunge sîn selbes, mêr: denne in einer isticheit, daz got in im selber ist Eckh 1:197:4

MWB 2 736,5; Bearbeiter: Richter