gezouwevas
stN.
wohl mhd.-lat. tautologische Wortbildung.
‘Hausgerät’
und dorumme so ist es besser zu sin ein konig, der do bewisit
sine tuchtikeit, adir ein geczoyvas in dem huyse zu nutze [vas in domo
utile] , des sich berumit der, des is is Cranc
Bar 6,58
MWB 2 774,24; Bearbeiterin: Baumgarte
gezuc
stM.
‘Aufschub, Verzug’
wir mvzzen lip vnd leben / lazzen ane gezucke
Herb
5713
MWB 2 774,30; Bearbeiterin: Baumgarte
gezügen
swV.
→
geziugen
MWB 2 774,32;
gezühte
stN.
Koll. zu
zuht
, etw., das aufgezogen wird oder wurde ‘Brut,
Gezücht’
sîn schelclîch gezühte [zwei Dracheneier, die der Bote durch eine
List ins feindliche Land gebracht hat] er in den berc getruoc
OrtnAW
513,3;
diu si [das Vogelweibchen] lebt dar
umb kürzer wan der er, daz si gekrenkt wirt unz in den tôt von irn gezüchiden
[
per feturam avium
]
BdN
165,19
MWB 2 774,33; Bearbeiterin: Baumgarte
gezühticlîche
Adv.
‘wohlerzogen, der Etikette entsprechend, höflich’
do sprach gezúhtecliche / das kint von Francriche, /
des edeln Vilippen barn RvEWh
6959;
her intfinc gezuhtenclîche / den milden koninc rîche Crane
4296
MWB 2 774,41; Bearbeiterin: Baumgarte
gezunft
stF.
‘Zunft’ (in Urkunden aus Speyer):
wer auch vurbaz me deheine [...] gezunft gewinnet hie
zu Spire, der sol sweren [...] zu haltenne alles daz, daz
dirre brief besaget, demme gezunfmeistere UrkSpeyer
297,15
(a. 1327);
dem rate, den gezuͤnften vnde den burgern allen geminlich zu Spire
UrkRhStädteb
123
(a. 1330).
124
(a. 1330)
MWB 2 774,46; Bearbeiterin: Baumgarte
gezunfte
stN.
‘Gefolge’
die herren kunege alle drî / von Sâbâ, Tars und Arabî / und allez ir gezunfte
/ wâren an ir kunfte / nâch dem sterren gâhende Erlös
3439.
3657;
nu hiez der werde bischof [...] furen, di furstinne,
/ ir megde unde ir juncfrouwen, / [...] / uf eine burg iesa
zu hant, / [...] / unde alles ir gezunfte, / waz an der
frouwen kunfte / mit ir zu wegeverte schein Elis
5513.
1273
MWB 2 774,53; Bearbeiterin: Baumgarte
gezünge
stN.
Koll. zu
zunge
.
1
‘Sprache, Sprachgemeinschaft’
2
‘die Zungen an der Waage, Waage’
1
‘Sprache, Sprachgemeinschaft’
mit sulchir kuschmezikeit [l. kiuschmæʒecheit;
dadurch, dass der Feldherr Scipio Africanus ihm seine Verlobte unberührt
zurückgegeben hat] / der meide vridil was beweit [d.i.
beweget
] / daz he di herrin der heidinschaft /
sinis gezcungis und ire kraft / vugete zcu den Romern PfzdHech
189,34;
do vil alle daz volk, geslechte, gezunge
[
omnes populi et tribus et
linguae
] nydir und betten an daz bilde, daz kunig Nabuchodonosor
hatte gesaczt Cranc
Dan 3,7.
Zach 8,23;
MarcoPolo
68,14
2
‘die Zungen an der Waage, Waage’
turtinnula [l. trutinula
] : gezunge
Gl
3:639,21
(BStK926)
MWB 2 774,61; Bearbeiterin: Baumgarte
gezw-
s.a. getw-
MWB 2 775,10;
gezwei
Adj.
‘paarweise, je zwei und zwei’
alsuz by gezwaiger schar / samnent sy sich dar / sechs aͤcht oder me
Barfüsser
115
MWB 2 775,11; Bearbeiterin: Baumgarte
gezweien
swV.
→
zweien
; →
1zwîgen
, zwîen
MWB 2 775,14;
gezweiet
Part.-Adj.
1
‘paarweise’ ; ‘geteilt, getrennt’ , ‘uneinig, zwiespältig’ u.ä.
zweien
2
‘halbbürtig, aus verschiedenen Ehen’
1
‘paarweise’; ‘geteilt, getrennt’, ‘uneinig, zwiespältig’ u.ä. →
zweien
2
‘halbbürtig, aus verschiedenen Ehen’
bruoder unde swester nement ungezweieter bruoder unde swester
erbe vor den brüedern unde vor den swestern diu gezweiet sint von vater unde von
muoter SSpAug
206,5
=
SpdtL
206,5;
SSpAug
206,8
=
SpdtL
206,8
MWB 2 775,15; Bearbeiterin: Baumgarte
gezwîdic
Adj.
übers. lat. habilis
‘folgsam, bereitwillig’
wann ain sulich kint ist nit so gezwidig vnd so gebruching
[tauglich] zu wirken nach der frien willenkuͤr
[
puer enim non est habilis ad actus
voluntarios
]
Gnadenl
3:A2,349
MWB 2 775,23; Bearbeiterin: Baumgarte
gezwîdunge, gezwîdigunge
stF.
‘Erhörung, Gewährung’
got ist in des menschen sele ein senftu ruwe dem wegemunden und ist ein suzzer
smak den gerugten und ein creftigu spise den herwelten und ein schappel den gezirten
und ein volkuͦmen gezwiduͦng [La. gezwidigunge,
zwidiguͦnge, zweydunge
] der gerunge
BdVollk
28,14
MWB 2 775,28; Bearbeiterin: Baumgarte
gezwîen
swV.
→
1zwîgen
, zwîen; →
zwîden
MWB 2 775,35;
gezwîge
stN.
Koll. zu
zwîc
. ‘Zweigwerk’ hier in einer Rechtsformel zur
Übergabe von Grundbesitz statt üblicherem zwîc (vgl. DWB
4,1,4,7244):
die burg halbiu vnd dieselbe stat halbiu, mit luͦten vnd mit
guͦten, [...], an welden, an velde, ane wasen, an
gezwige, vnd mit aller zuͦ gehoͤrde UrkHohenb
348
(a. 1339)
MWB 2 775,36; Bearbeiterin: Baumgarte
gezwîgen
swV.
→
zwîdigen
MWB 2 775,43;
gezwinglîchen
Adv.
→
getwinclîchen
MWB 2 775,44;
gezwinlîn
stN.
‘Zwilling’ (vgl.
zwinelinc
):
dîne zwô bruste die sint gelîch zuain chitzin der rêchgaize
diu gezwinlîne sint TrudHL
50,25
MWB 2 775,45; Bearbeiterin: Baumgarte
gezwint
stF.
Bed. unklar (Glr.z.St.: instrumentum):
die sele hat von nature die gezwinnt vnd die maht, got zu bekennen vnd zu
minnen [
Anima namque habet facilitatem vel facultatem et
instrumentum cognoscendi et diligendi deum ex natura
]
Gnadenl
3:A2,116
MWB 2 775,48; Bearbeiterin: Baumgarte
gezwitter
stN.
‘zwiefacher Widerhall’ (Anm.z.St.):
dô wart in der selbin naht / [...] / ein sô grûwlich
gedummere / vornumin [...] / und ein dunre slûge / mit
grôzim ungewittere, / daz von des luites [l.
lûtes
] gezwittere / quam al daz her in
enggiste [
quia venti in modum tonitrui tam horribiliter
mugiebant, quod preter timorem, qui per hoc hominibus fuit
incussus...
]
NvJer
24787
MWB 2 775,54; Bearbeiterin: Baumgarte
geʒʒechîn
stN.
Dimin. zu
gaʒʒe
‘Gässchen’
of dem orte [am Ende] dez gessechens, daz
nít dorch get [eine Sackgasse ist]
UrkMainz
2,175
(a. 1347)
u.ö.
MWB 2 775,62; Bearbeiterin: Baumgarte
geʒʒelîn
stN.
Dimin. zu
gaʒʒe
‘Gässchen’
doch brant daz selbe geßelin wider daz waßer wol halber abe ClosChr
95,23. 22;
UrkCorp (WMU)
2323,35
u.ö.;
viculus: doͤrffelin oder geßelin VocClos
Vi26
MWB 2 776,1; Bearbeiterin: Baumgarte
gëʒʒen
stV.
d.i. ge-ëʒʒen
→
ëʒʒen
MWB 2 776,6;
gheheel
Adj.
→
geheil
MWB 2 776,7; |