g – gâchlîchen gâchmuot – gagen gagen – galander galanderisch – 1galle 2galle – galter galtnüsse – gamerot gamîe – gancheil ganclîche – ganteren ganz – gärmic garn – gartenhuon gartenhûs – 3garwe garwwurz – gastmeisterin gastnusse – gaʒʒenspringer ge- – gebæric gëbærin – gëbendic gebenedîunge – gebietære gebietærin – gebiurischlich gebiurlich – geböume gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten gebrëstelîn – gebrûchic gebrûchlich – gebunt gebunt – geburst geburt – gedâht gedâht – gedense gederbe – gedinge gedinge – gedrange gedrâte – gedünste gedurchtriben – gegate gegatrom – gegenkouf gegenlëder – gegensetzunge gegensidele – gegenwertes gegenwertic – gegihte gegiric – gehaʒʒic gêhe – gehëlfe gehëlfelîche – gehilfe gehilfic – gehœric gehœrlich – gehügenisse gehugesam – geifer geifervrâʒ – geiselrieme geiselruote – geisticlich geistîn – geiʒhorn geiʒhût – gejeitschuoch gejeitvogele – gekünne gël – gelegede gelegelich – gelende 1gelende – gêlîche gelîcheit – gelîchmëʒʒunge gelîchnisgëbende – gelide gelidemâʒe – gêlingen gelîp – gëlm gëlmen – geloup geloup – gëlte gëltel – gelückede gelückederat – gelüstelîn gelustic – gemahel gemahelbettelîn – gemæʒicheit gemæʒiclich – 2gemeine 1gemeinen – gemeinsin gemeinunge – gemerrede gemêrsal – 2gemüete, gemuote gemüetic – gemutzet gemʒe – genâdenschüʒʒel genâdensol – genæmicheit genamʒôn – genemede genende – genëserinne genetzen – genieʒen genieʒlich (?) – genôʒen genôʒgeselle – gensîn gensischen – genuhtlîchen genuhtrîch – genuʒ genuʒt – gephrange gephünde – 1gerat 2gerat – gerëhen gerëht – gereisic gereitære – gerieme geriemen – gerihticlîche gerihtinsigel – geriune 1geriusche – gerouche geröufe – gerte gerte – gerûmiclich gerummel, gerumpel – gêrvalke gerwære – gesaten gesatznissede – gescheftbrief geschefte – geschepfnisse geschepfunge – geschiuwede geschoc – geschrihte geschrîp – gesëhen gesëhenheit – geselliclîcheit geselligen – gesihtic gesihticlich – gesite gesiten – geslihte geslinge – gesnæren gesnarren – gespenstnisse gesper (?) – gespræchelich gespræchetac – gespunst gespür – gestelle gestellet – gestifte gestille – gestrenglîche gestrenze – ge|stunge gestungede – gesuoch gesuochære – geswerme geswërte – gesworn gesworne – getelle getelôs – getougen getougen – getreigeret getrenke – getrüese (?) getrügede – getwædicheit getwædigen – gëtzen getzsal – gevalte gevanclich – gevëderen, gevëdern gevêhe – geverte|lehe gevertinne (?) – gevlester gevlitter – gevrier gevrist – gevülle gevuoc – gewahsenheit gewahst – gewaltroubunge gewaltsame – gewar gewar – gewe gewëbe – gewellen geweltigen – gewërben gewërbic – gewern gewërn – gewiere gewieret – gewinnen gewinnic – gewist gewiste – gewonunge geworden – gewzen (?) gezagel – gezëmelich gezemen – gezît gezîte – gezoc gezogen – gezwîen gezwîge – giefen giege – gifticheit gifticlich – giht gihtboum – gimbîʒen gimme – gippengappen gippentuoch – giric giricheit – gischen gîse – gîtigære gîtige – 1glan 2glan – glas(e)väʒʒelîn glas(e)vënster – gleimel gleimelîn – gleten glêtphenninc – glipfen glise – glocke glockehûs – glôriôs glôriôslich – gluothaven gluothert – goder goedertieren – golf gollen – goltgesmîde goltgesteine – goltreit goltrîch – golttropfe goltvar – gos (?) got – gotesarm gotesbeckære – gotesmordærinne gotesphenninc – gotgeformet gotgelâʒen – gotmeinunge gotmensche – gouch gouch – goukelære goukelbilde – goukelspil goukelsprütze – göumütte, -mutte göu|phâwe – grabe grabe – grâf- graft – gramerʒîe gramerʒîen – gransprunge gransprunge – gras(e)phenninc gras(e)spier – grâvenrëht grâveschaft – grebinc grebnisse – gremiclich grempære – griekech grien – griffel griffelære – grimmetât grimmic – grisegrammen grîseleht – griuslich griuwe – groppe gros – grôʒmüetic grôʒmuoticheit – grüenheit grüenlich – grunderëbe gründic – gruntübele gruntvestære – gruon- gruon- – grütschîn grutte – 1gücken 2gücken – güfticheit güfticlich – gûlen gülle – gumpenîe gunderam – guotdunken guotdunkende – guotswender guottât – gürtelgewant gürtellîn – gymnosophiste
|
glanzen
swV.
→
glenzen
MWB 2 814,48;
glanzenrîch
Adj.
‘strahlend, leuchtend, reich an Glanz’
er tet núwen ein steren in den glanzenrichen
widerglast Seuse
10,22;
swenn nu der geist in diser verklerten glanzenrichen
dúnsterheit na sin selbs unwússentheit eigenlichen hie wonhaft wirt
ebd.
187,17
MWB 2 814,49; Bearbeiter: Helmich
glanzgevar
Adj.
‘schimmernd, glänzend, leuchtend’
wîplîche güete / ûz reinem herzen blüete / alsam ein niuwe
rôse clâr / und als ein lilje glanzgevar, / die gein der lichten sunnen schîn / alsô
wîz und alsô fîn HvFreibTr
3266
MWB 2 814,55; Bearbeiter: Helmich
glanzheit
stF.
‘Schönheit’
do ich dez werden adelarn / glantzheit sach so hoch uff varen
/ in eren und in wunnen Minneb
5292.
5284
MWB 2 814,60; Bearbeiter: Helmich
glas
stN.
Pl. glas, auch glasse ( Helbl ),
gleser ( EnikWchr , BdN ).
(zur Sache vgl. LexMA 4,1477ff.)
1
‘Glas’ , das Material als solches 2 als bearbeitetes Material ‘Kristall’ , auch ‘Glasfluss, Emaille’ u.ä. 3
‘Glasscheibe’
3.1
‘Fensterglas’ (vgl.
glasvënster
) 3.2
‘Spiegelglas’ , allg. auch für ‘Spiegel’ (vgl.
spiegelglas
; s.a. I. Krueger, Glasspiegel im
Mittelalter, in: Bonner Jahrbücher 190 (1990), S. 233-313 ) 3.3
‘Glasplatte’
4
‘Glasgefäß’ (vgl.
glasvaʒ
) 4.1 allg. 4.2 ein mit Brennstoff zu füllendes ‘Lampengefäß’ (vgl.
lampenglas
,
glaslieht
) 4.3
‘Trinkglas’ (vgl.
trincglas
) 5 in Vergleichen 5.1 in Bezug auf Klarheit, Reinheit, Transparenz 5.1.1
als/ sam diu sunne durch daʒ ~
5.1.2 wie beim Blicken durch ein (gefärbtes) Glas etw./jmdn. in anderem Licht, unscharf, verzerrt sehen 5.1.3 in Verbindung mit ouge 5.2 in Bezug auf Glattheit ( hæle/ eben/ glat als ein ~
u.ä.) 5.3 in Bezug auf Härte und Zerbrechlichkeit 5.4 in Bezug auf weitere Eigenschaften
1
‘Glas’, das Material als solches:
Sardonix haizet der v. stain. / varwe hat er doch tri
[...] er ist untene swarz so daz glas /
[...] mitten wiz so der sne, / rot ist er obene
HimmlJer
263;
berillen und cristallen wart vur glas gesetzet JTit
355,1;
uß aschen macht ein klares glas / der meister in der glut mit
witze Mügeln
42,11;
diu air habent die kraft, wenne si in der pruot sint, ob man
ain holz dâ mit begeuzet, daz print niht und sint sô zæher fäuht, daz man der gleser
stuck dâ mit zesamen leimt BdN
195,20.
452,11;
Parz
794,22.
–
swer den vlecken hat im dem ougin zwei iar oder dru. der
neme luter glas. vnde ribe daz zu puluere. [...] vnde
tu daz in di ougin dri tage SalArz
36,40;
Ipocr
265
2
als bearbeitetes Material ‘Kristall’, auch ‘Glasfluss, Emaille’
u.ä.:
ein edel stein und ein glas / gelîchent ein ander dicke
Eracl
2104;
des sales estrich ist mit vehen steinen gestrowet, /
[...] / da zuo negebristet glases noch saphiris
Himmelr
4,11.
– sprichw. (vgl. TPMA 5,18):
der koufman dran verliuset, / der glas für rubîn kiuset Freid
126,2.
–
kriechisch/ rœmisch
~ :
swer edele steine nie gewan, / den diuhte lîhte guot, / fünd er ein
kriechesch glas KLD:Namenlos
h,20,6;
er sach dâ manec rœmisch glas. / ouch lac dâ manec
edel stein Eracl
970
3
‘Glasscheibe’
3.1
‘Fensterglas’ (vgl.
glasvënster
):
der kemenâten want / vil venster hete, dâ vor glas
Parz
553,5;
swaz al die meister garwe da uf die glas entwurfen, / und swelher leie
varwe si mit dem pensel wolten dar bedurfen JTit
357,1;
von den blicken, / die der tac tet durch diu glas
MF:Wolfr
2: 5,2;
diu frou ir zühte nie vergaz, / ze kirchen noch ze gazzen. / luogen durch
diu glasse, / rûnen umb üppikeit, / daz was ie der frouwen leit Helbl
1,1355
3.2
‘Spiegelglas’, allg. auch für ‘Spiegel’ (vgl.
spiegelglas
; s.a. I. Krueger, Glasspiegel im
Mittelalter, in: Bonner Jahrbücher 190 (1990), S. 233-313):
mir ist geschehen als einem kindelîne, / daz sîn schoenez
bilde in einem glase gesach / unde greif dar nâch sîn selbes schîne MF:
Mor
32: 1,2
3.3
‘Glasplatte’
wilt aber dû gemainleich weizzen, welher frawen milch
pezzer sei, sô nim ain glas oder ain glate tafeln von holz und lâ des gespüns
tropfen dar auf BdN
25,14.
41,9
4
‘Glasgefäß’ (vgl.
glasvaʒ
)
4.1
allg.:
hât daz harn ein dicken chreiz al umbe in dem glase, sô ist
daz houbet tapher unde swære siech Barth
128,26;
ein ritter hete bockes bluot / genomen in ein langez
glas: / daz sluoger ûf den adamas Parz
105,19;
dô liez er oben in daz glas spinnen und rauten
BdN
264,35;
daz urinâl brâht man im dar
[...] der meister zorniclîchen sprach: / ‘in
dem glas ich nindert sach / des küniges leben ze dheiner vrist; / swie künste
rîch mîn lîp ist, / ich sach niht lebens, wan sînen tôt.’
EnikWchr
15028;
OvBaierl
33,1;
SalArz
110,51.
–
dô sprach der tiufel ûz dem glas, / der dar inne
verslozzen was: / ‘Virgilius, lâz uns varn.
[...] in disem glas ist grôz nôt. / zwên und
sibenzic ist unser schar [...] ’
EnikWchr
23725.
– spez. in der Alexanderdichtung auch als ‘Tauchglocke’
in eimo glase / liezer [Alexander] sich in
den sê Anno
14,11
[Alexander] hiez bereiten ein glas / vil michel
und vil wît [...] mit îsen was ez wol beslagen. /
daz hiez er an daz mer tragen. / dar în sô gie ein türlîn,
[...] ein keten lanc unde guot / gienc an des
meres fluot. / dar an sô hie daz starc glas, / daz dâ sô schôn behüetet was
EnikWchr
19314.
19425.
19367
4.2
ein mit Brennstoff zu füllendes ‘Lampengefäß’ (vgl.
lampenglas
,
glaslieht
):
zwei glas gesetzet wâren dar în / zir vüezen und zir
houbet, [...] diu wârn gefult mit balsamô; / den zunde
man Wig
8234.
11229;
die nâmen öle in ir glas. /
[...], / die tumben hâten niht genomen / öle, des
muoste ir liehtes schîn / erloschen und verdorben sîn RvEBarl
3547;
Parz
236,3.
–
‘Licht(quelle)’ übertr. als Quelle der Einsicht, der Belehrung:
der kunsten glas / erluͤchtet hat dinen sin so
zart Minneb
2188;
daruß der narre tribet scharz, / der in das glas der
künste selden blicket Mügeln
51,12;
den offenbarte gotes glas / waz nutzlich iren salden
was Hiob
9451
4.3
‘Trinkglas’ (vgl.
trincglas
):
diz glas mit disem tranke nim Tr
11452.
12487;
swer auch die trinkvaz bricht in den winhoͤfen, ez
sin glas, becher oder krusen WüP
55,2;
man sal ouch an bire rechten kouf geben unde maz als die burgere setzen,
zwei virteil bires umme eine phenninc unde als vil bechere als sie setzen oder
glas UrkDresd
18
(a. 1308);
RvEBarl
5557;
Pelzb
134,23
5
in Vergleichen
5.1
in Bezug auf Klarheit, Reinheit, Transparenz:
–
durchsihtic als ein ~
u.ä.:
specularis haizt spiegelstain. der ist durchsihtich
sam ain glas BdN
464,6;
des mônen kugel dicke ist und vinster und mag der
sunnen lieht niht genemen durch sich, als ain glas oder ain ander
durchscheinendez dinch ebd.
65,12;
wan er durch sach ez [
daz
herze
] als ein glas Vät
6124.
3162;
Minneb
588;
Pilgerf
5997.
–
lûter als ein ~
u.ä.:
der estrich was als ein glas / lûter, grüene,
spiegelvar Wig
8315;
daz ist min her Prophilias, / der ist luttirre dan ein
glas Athis
F 120;
daz man sich gode glich mache an luterkeit, alse daz glais oder
durchschinige dinc sint der sonnen Parad
106,10
5.1.1
als/ sam diu sunne durch daʒ ~
:
sî [die Minnedame] kan durch
diu herzen brechen / sam diu sunne dur daz glas MF:Mor
31: 2,2;
nû ensûmte sich der engel niht, / Gabriêl dem si
[Maria] enpfolhen was; / als diu sunne durch
daz glas / quam er dar in daz nie enwart / diu tür entslozzen noch enspart
KvHeimHinv
214;
SM:EvS
1: 14,8.
– im Kontext der Marienverehrung (Bild für die Jungfrauengeburt,
vgl. Salzer, Sinnbilder, S. 71 mit weiteren Belegen):
als diu sunne schînet durch ganz gewürhtez glas, / alsô gebar diu
reine Crist, diu magt und muoter was Walth
4,11;
du [Maria] bis daz alinge
glas, da der durg quam / daz liet, daz vinesternisse der werlde benam. /
van dir schein daz godes liet MarldA
17
5.1.2
wie beim Blicken durch ein (gefärbtes) Glas etw./jmdn. in anderem
Licht, unscharf, verzerrt sehen:
sanctus Paulus sprichit, daz wir unsirn herren nu niht mugen gesehin
wan alse dur ainen nebil alde dur ain glaz PrGeorg (Sch)
21,24;
[der Verächter der Edelsteine] sprichet durch sîn
bôsheit daz, / daz ein geverwet glas / sî alsô nütze und alsô guot
Volmar
6;
Tauler
21,14
5.1.3
in Verbindung mit ouge:
der ougen spiegel, hœre ich jehen, / daz man
sich drinne mohte ersehen / alsam in eime werden glase
KvWTroj
19935;
GrRud
Db 13.
– vgl.
erglasen
swV.:
Nerô dem kinde gebôt, / ez sæch in des beckes
schîn. / des muost ez dâ blint sîn, / wan im diu ougen wurden glas
EnikWchr
23037
5.2
in Bezug auf Glattheit (hæle/ eben/ glat als ein ~
u.ä.):
ir estrîches schîn / lûter, hæle, als ein glas
Parz
566,13;
der sal was schœne unde wît, / lûter, eben als ein
glas. / vil grôzer tanz darûffe was Wig
9781;
diu stæte sol ze rehte / ingrüene sîn reht alse gras, /
glat unde lûter alse glas Tr
16976;
sô gehalt die erzenîe: swâ dû si hine strîchest, dâ wirt
diu hout blôz als ein glas Barth
143,36;
Pilgerf
8206
5.3
in Bezug auf Härte und Zerbrechlichkeit:
wolten wir di berge / zebrechen alse daz glas
AvaJG
30,9;
einen helm herter danne ein glas, / der ouch des selben
stâles was Wig
7380;
Saulis kúnigriche: / das brast alsam das herte
glas RvEWchr
22785;
HimmlJer
185;
Herb
1821;
MF:BvS
3:1
5.4
in Bezug auf weitere Eigenschaften:
als der pfeil auff in [Kolkan, das
Ungeheuer] schrait, / so schnellet er wider hinder sich: / sein
haut klang ainem glase glich HvNstAp
4446.
7531;
und daz ir ere sam heißes glas / in brennender
gluͦt feur wil Minneb
4486
MWB 2 814,63; Bearbeiter: Helmich
glasambet
stN.
‘Amt des Glas(er)meisters’
wir [...] veriechen [...],
daz Eberhard der glasmaister von Newnburch die zwen weingarten,
[...] die zv dem glasampt der chapelle ze Newnburch
gehoͤrent, aufgegeben hat Alharten seinen svn UrkKlostern
1,240
(a. 1331)
MWB 2 817,24; Bearbeiter: Helmich
glasære
stM.
‘Glaser’, Glasbläser, Glasmacher, dem Glaserhandwerk Zugehöriger (vgl. LexMA
4,1477; Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 650):
glaser und mûrære / muosten grîfen dô zehant / gleser, mermel
wol bekant EnikWchr
12852;
unrihtic, unbesachet / bist dû nâch mînem wænen, / diu ougen hât gemachet /
der glaser dir, diu lâ dir gar verklænen Hadam
420,4;
er hies im suechen und erfarn / die pesten glaser die da warn. / er hies die
machen im ain vas / von dem aller pesten glas Seifrit
6494;
UrkCorp (WMU)
2159,15;
Ottok
65688
MWB 2 817,30; Bearbeiter: Helmich
glasarzât
stM.
Bed. unklar; Arzt oder Naturgelehrter:
phisicus: glas artzot VocClos
Ph36
MWB 2 817,42; Bearbeiter: Helmich
glas(e)kopf
stM.
‘Trinkglas’
fiala glasekopf a greco, hyalin est vitrum SummHeinr
2:92,136;
glaskof ebd.
1:342,406.
2:298,86
MWB 2 817,44; Bearbeiter: Helmich
glas(e)lieht
stN.
‘gläserne Lampe’ (vgl.
glas
4.2):
er oder swer nach im daz lehen hat der schol die chapel belvͤchten mit
einem glaslieht StiftZwettl
289
=
UrkCorp (WMU)
1412A,23
MWB 2 817,47; Bearbeiter: Helmich
glas(e)meister
stM.
ein für die Erhaltung der Glasfenster Zuständiger, ‘Glas(er)meister’
wir [...] veriechen [...],
daz Eberhard der glasmaister von Newnburch die zwen weingarten,
[...] die zv dem glasampt der chapelle ze Newnburch
gehoͤrent, aufgegeben hat Alharten seinen svn UrkKlostern
1,240
(a. 1331)
MWB 2 817,51; Bearbeiter: Helmich
glasenære
stM.
‘Glaser’
– in einer Aufzählung von Berufsspottnamen:
von manigerlay hant werchern [...]
ckramer: mach es glancz, / glasner: selden gancz Teichn
600,34
MWB 2 817,58; Bearbeiter: Helmich
glas(e)var
Adj.
‘aussehend wie Glas’
sô tuot im [dem König] grôzer frost
sô wê, / sîn fleisch wirt kelter denne der snê. [...] den
frost ez [der Speer] ûzem lîbe treit, / al umbez sper glas
var als îs Parz
490,17;
ein fleuma daz is glasuar daz wirt von der grozen kelde di da
an dem libe ist SalArz
3,43
u.ö.;
des trachen flaisch ist glasvar und erküelt
BdN
269,35;
zignites ist ain stain, der ist glasvar und haizt auch evas
[...] und helt man in zuo aim prinnenden tôht, sô
verlescht er die flammen ebd.
466,7
MWB 2 817,62; Bearbeiter: Helmich
glas(e)vaʒ
stN.
‘Glasgefäß’
daz er die rede beguzze / in swelher mâze er wolde: / von silber unt von golde
/ chöphe, mez unt glasvaz KvFuss
2387;
gêt und gewinnet glasvaz, / alsô liep ist mir daz, / köpf,
becher, schüzzel vil EnikWchr
12163;
das herze ist kranc alse das gelasevas: der dar in
gúzzet fv́rin trank DvAStaff
272.
– ein mit Brennstoff zu füllendes Lampengefäß:
wir sont ús sament prisen! / úser glas vas
erloschen sint. / gebt ús des oles, liebú kint SHort
825.
820;
si hatte vier shoni liehter in ir glazvas wol bereit Cäc
33;
KvWPant
1204.
– spez. in Alexanderdichtung auch als ‘Tauchglocke’
in einem glasevazze / liez er sich in daz mer fram
Kchr
543
MWB 2 818,9; Bearbeiter: Helmich
glas(e)väʒʒelîn
stN.
Dimin. zu
glasvaʒ
‘kleines Glasgefäß’
die wîle sô betihtete / Îsôt diu wîse künigîn / in ein
glasevezzelîn / einen tranc von minnen Tr
11434
MWB 2 818,23; Bearbeiter: Helmich
glas(e)vënster
stN.
‘Glasfenster’
alse di sunne durh daz glase uenster / irluchtit den tunkelen
sal Litan
258;
czwei venster [La. glase finster
] gabent
im das liecht SalMor
174,5;
da sah er [
der herczog von
Clarencz
] durch ein glaßfenster vier groß drachen mit vier
starcken ketten gebunden Lanc
569,24.
235,9;
zulle wyr [...] buwin und bessyrn unse kyrche, den
kor, den turm, dy glokkin myt strengin und glasevenstyr UrkSchles (B)
135,30
(a. 1333);
JTit
354,1.
– (vgl.
glas
6.1.1):
van dir [Maria] schein daz godes liet
in alle die lant [...] iz vant dich, iz liz dich bit alle
luter, / alse du sunne deit daz glasevinster MarldA
29
MWB 2 818,27; Bearbeiter: Helmich
glasner
stM.
→
glasenære
MWB 2 818,40;
glasouge
swN.
ein glasiges Auge:
hie nach kam ein grosse túfel fúrig,
bluͦtig, swartze, mit takken und mit hornen und mit glasoͮgen
Mechth
4: 17,10
MWB 2 818,41; Bearbeiter: Helmich
glasöuge
Adj.
hier glase-.
‘fehlsichtig’, von jmdm. mit krankhaft glasigen Augen:
dem menschen etewenne diu ôren vervallent, daz er ungehœrnde wirt, oder
für die gesiht, daz er erblindet oder sus bœsiu ougen gewinnet, sûröuge oder
glaseöuge oder starblint PrBerth
1:433,15
MWB 2 818,44; Bearbeiter: Helmich
glasoven
stM.
Ofen zur Herstellung von Glas(-fritte) (vgl. LexMA 4,1477):
daz man furbaz dheinen colen dor auf [
den grozzen gepresten,
der an unserm und des reichs vorst
] brennen sulle noch
dheinen scharrer noch dheynen pecher noch glasoffen dor auf sein sullen
MGHConst
8:350,7
(a. 1347).
8:350,17
(a. 1347)
MWB 2 818,50; Bearbeiter: Helmich
glast
stM.
(stF.
HeslApk
1648
)
auch gelast (z.B. GTroj ), s.a.
glanst
stM. (vgl. auch
gleste
stF.,
glenste
stF.); oft mit Gen.d.S.; häufig im Reim auf
gast.
‘Glanz, Schein, Schimmer, Leuchten’
der glast, der von der sunnen gat, der erstecket den manen
Lucid
55,6;
RvEBarl
9358;
Hiob
14279;
durch wolken dringet / tagender glast MF:Wolfr
5: 2,14;
Parz
167,18;
huote dich ein jâr vor dem rouche unde vor dem starchen glaste
unde iz die erzenîe alle tage Barth
145,24;
KvHeimUrst
1434;
KLD:Kzl
15: 2,5;
HvNstGZ
557.
– von glänzenden Materialien, leuchtender Farbe u.ä.:
rubîn und manic edel stein, / der glast dâ wider ein ander
schein Wig
7377;
im das sehen geprast: / also krefftig was der glaßt / der im
in di augen schain. / manig kostreicher stain / stund in der kemnatten
HvNstAp
8248;
sus wirt an im virgelwet / der roten rosen liehter glast
Vät
21875;
er [
sîn wâpenroc
] schein
als ob hie brünne / bî der naht ein queckez fiwer [...] /
sîn glast die blicke niht vermeit: / ein bœsez oug sich dran versneit
Parz
71,15;
dâ der sterne mit sîme glaste / so rîlîchen vaste / ûz des
marhcrâven vanen schein Wh
369,13;
KvWLd
19,34;
von sînem helme gienc ein glast, / der vermeldet ir den gast
Tr
9375;
RvEBarl
12410;
KvWTurn
729.
667;
ieweders blic en widerstrît / hât sô kostebæren glast
Wh
129,3;
Minneb
3229;
SM:Gl
3: 9,9.
– himmlischer, überirdischer Glanz:
kan ich nicht den suzen gast / gesen in synes
[Gottes] schines glast Hiob
3228;
und dir [sündiger Mann] der gnaden
schin / mit dem rehten glaste sin / virslozen und irloschen ist Vät
26608;
der êrst und der obrist
[Himmel] stêt still und welzt niht. der haizt ze latein
empireum, daz ist der feurein himel, dar umb, daz er glestent und scheint mit
wunderleichem grôzem glast. dar inne ruowet got mit seinen
auzlieben [Auserwählten]
BdN
55,14;
RvEBarl
6123.
– übertr. auf strahlende Schönheit, Vollkommenheit:
ir mynnenclicher sußer glast / mich in dem hertzen kitzelt
Minneb
2314;
ey frawe zart, min brehender glast, / merk daz du hie gehoret
hast ebd.
2473;
ir glast vnde ir kleit / was allez in lobe Herb
514;
ey, wie liebe mir daz tet / an diner tugende glaste
Vät
33013;
eyn teil den worten dy du hast / gesait von des gerichtes
glast Hiob
7902;
KvWWelt
81;
Mügeln
258,12.
– in Verbindung mit kupfer im Kontext von täuschendem
Blendwerk:
dein got [l. golt
]
verplaichet vaste, / es hinked [lahmt, ist ungenügend] an
dem gelaste. / dein silber das wirt kupfer HvNstAp
874;
phuch dich, du mordes last / und du falscher kuphers glast
Minneb
4002.
Lit.: Haubrichs, Glanz und Glast.
MWB 2 818,57; Bearbeiter: Helmich
glasten
swV.
vgl.
glesten
.
‘glänzen, strahlen, leuchten’
du muost noch hiut vasten, / biz dir dîn ougen glasten BAdelh
20;
vil manig margariten / dar innen [in dem
schapel
] sin verkastet, / der schiͤn doch
bleichvar glastet / gein dem schilde Minneb
2470
MWB 2 819,46; Bearbeiter: Helmich
glat
Adj., Adv.
‘glatt’ (fließender Übergang von im Ahd. prominenten Gebrauch in 1
zu mhd. überw. 2)
1 optische Wirkung der Oberflächenbeschaffenheit ‘glänzend’
1.1 allg. ‘blank, spiegelnd’
1.2 spez. auf Haut (auch Lippen) bezogen 2 haptischer Eindruck einer Oberfläche ohne Rauigkeiten und Unebenheiten 2.1 allg. 2.1.1
‘ebenmäßig, poliert’
2.1.2
‘rutschig, glitschig’
2.2 bezogen auf Haut ohne Falten, Haare o.ä. ‘rein, faltenlos’
3 übertr.
1
optische Wirkung der Oberflächenbeschaffenheit ‘glänzend’
1.1
allg. ‘blank, spiegelnd’
diu stæte sol ze rehte / ingrüene sîn reht alse gras, /
glat unde lûter alse glas Tr
16976.
16714;
gezieret was diu selbe stat. / sô lûterbære und alsô glat
/ was ir gazzen esterich, / daz man ersach dar inne sich KvWTroj
17408.
7320
1.2
spez. auf Haut (auch Lippen) bezogen:
ein bruder [...] brachte im [dem hl.
Bernhard] olei vor andern tranc, /
[...] / ez were im bliben unkunt, / wand daz die
andern sinen munt / sahen also rechte glat Pass III
401,73.
– in Verbindung mit wîʒ:
schone hende, finger lanc, / glander negel, slecht
hut glat, / rein wiz als ein liligen blat Herb
2497;
dô wart er bî den stunden / vil schiere dâ gebunden / mit starken
riemen ûf daz rat. / sîn reiner lîp wîz unde glat / genzlichen wart
enblecket / und alsô blôz gestrecket KvWPant
1604.
– auch zu 2:
glat als ein altez helfenbein / und wîzer denne ein
krîdenmel / was ir daz neckel unde ir kel KvWTroj
19988
2
haptischer Eindruck einer Oberfläche ohne Rauigkeiten und Unebenheiten
2.1
allg.
2.1.1
‘ebenmäßig, poliert’
sîn vil ûz erwelter schilt / geworht ûz helfenbeine
was, [...] der slange mohte nie / mit allen sînen
kreften / die clâwen dâ geheften / ûf dem vil herten beine. / ez was glat
unde reine KvWTroj
9874;
wilt aber dû gemainleich weizzen, welher frawen milch
pezzer sei, sô nim ain glas oder ain glate tafeln von holz und lâ des
gespüns tropfen dar auf BdN
25,14;
aber do ein glat tenne ist, do endarf man nút
denne das man mit einem vederwúsche hie úber var
Tauler
145,12;
so was die brucke [über den
Höllenfluss] sere smal / und gab von ir wol snellen val /
ieglichem, der dar uf trat. / abheldec unde glat / was si zu beiden siten
Pass III
239,34.
– in Verbindung mit hæle (vgl. auch
1.1):
vnd was von der güsse erfleut / der berch, daz er so glat was /
als ein vil wol hælez glas / vnd scharf sam ein scharsach Krone
6794;
soͤlher helm
[...] was mit kunsten vesten / uz ainem
stain gedrat [...] kain wafen in verkretzet, /
so hæl ist er und so glat WhvÖst
13867;
dez edeln schildez [allegorisch für
das Gesicht der Geliebten] glantzes vel / und ist dar
zu so rechte hel, / daz ez kund werden niht gleter Minneb
2423;
BdN
321,15.
– übertr.:
wan wær der mag sleht und glat, sô slüff daz ezzen
ê der zeit ze tal und belib ungekocht BdN
32,12
2.1.2
‘rutschig, glitschig’
wenn diu slang daz tier siht slâfen mit offem mund
auf dem gestat pei dem selben wazzer, daz dâ haizt cocodrillus
[...] sô welzt si sich in ainem glaten laim,
daz si dester paz durch des selben tiers maul geslupfen müg
BdN
273,6.
– in Verbindung mit îs/ îsic:
ein wek an glatem eise, / dar an man leiht vellet Krone
1740;
ir berc was îsec unde glat, / man mochte dar an nicht bestên /
noch ûf daz wal zû in gên: / ez wart versûchet wol genûc LivlChr
11056;
sine bleter [...] waren
gleter / vor yse dann ein spiegel glas Minneb
4302.
–
die ellenden gotes knehte / hant vil kvmbers hie erlitten /
[...] / mengen glaten winter mit froste
Martina
253,33
2.2
bezogen auf Haut ohne Falten, Haare o.ä. ‘rein, faltenlos’
wart sîn runzelehtez vel / gestrecket unde schône glat
KvWTroj
10793;
weich unde glat was ir daz vel / an vleische und an
gebeine ebd.
19998.
–
‘kahlköpfig, eine Glatze habend’
ist er kayl und ane har, / man sprichet, er sii ein glazzer
[La. glatter, glazzet; MinneR 52
K : glaczachter
] schalk
MinneR 52
65
3
übertr.:
ez was ein unsenfter tac. / dâ wart niht vil geklaffet, / ez wart allez mit
slegen geschaffet / und mit kurzen [La.
glatten
] worten StrDan
5529.
– subst.:
der tiefel und dú wip / mit dem gemachen, bliden
lip: / die múesigen, die glatten / beginnen tuͦt er watten / mit
haimlichem getúsche / in daz muͦr der unkúsche
SHort
4795
MWB 2 819,52; Bearbeiter: Helmich
glatter
M.
Bed. unklar, möglicherw. zu
gleten
swV.,
glat
Adj. oder zu schweizer Orts- bzw. Flussnamen
Glatt (?), (vgl. Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 358; DWB
4,1,4,7751f.):
Heinrich der glatter UrkCorp
925,4
MWB 2 821,1; Bearbeiter: Helmich
glatzeht
Adj.
‘eine Glatze habend, kahlköpfig’
zwei und zwenzig kinde, / die rieffen in spotlichen an: /
‘gang uf her, glatzehter man!’ RvEWchr
35842;
ist eyner kale vnd ane har, / der heist ein glaczachter [La.
MinneR 52
glazzer, glazzet, glatter
] schalk MinneR 52 K
61
MWB 2 821,6; Bearbeiter: Helmich |