Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   glasambet - glaz    


glasambet stN. ‘Amt des Glas(er)meisters’ wir [...] veriechen [...], daz Eberhard der glasmaister von Newnburch die zwen weingarten, [...] die zv dem glasampt der chapelle ze Newnburch gehoͤrent, aufgegeben hat Alharten seinen svn UrkKlostern 1,240 (a. 1331)

MWB 2 817,24; Bearbeiter: Helmich

glasære stM. ‘Glaser’, Glasbläser, Glasmacher, dem Glaserhandwerk Zugehöriger (vgl. LexMA 4,1477; Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 650): glaser und mûrære / muosten grîfen dô zehant / gleser, mermel wol bekant EnikWchr 12852; unrihtic, unbesachet / bist dû nâch mînem wænen, / diu ougen hât gemachet / der glaser dir, diu lâ dir gar verklænen Hadam 420,4; er hies im suechen und erfarn / die pesten glaser die da warn. / er hies die machen im ain vas / von dem aller pesten glas Seifrit 6494; UrkCorp (WMU) 2159,15; Ottok 65688

MWB 2 817,30; Bearbeiter: Helmich

glasarzât stM. Bed. unklar; Arzt oder Naturgelehrter: phisicus: glas artzot VocClos Ph36

MWB 2 817,42; Bearbeiter: Helmich

glas(e)kopf stM. ‘Trinkglas’ fiala glasekopf a greco, hyalin est vitrum SummHeinr 2:92,136; glaskof ebd. 1:342,406. 2:298,86

MWB 2 817,44; Bearbeiter: Helmich

glas(e)lieht stN. ‘gläserne Lampe’ (vgl. glas 4.2): er oder swer nach im daz lehen hat der schol die chapel belvͤchten mit einem glaslieht StiftZwettl 289 = UrkCorp (WMU) 1412A,23

MWB 2 817,47; Bearbeiter: Helmich

glas(e)meister stM. ein für die Erhaltung der Glasfenster Zuständiger, ‘Glas(er)meister’ wir [...] veriechen [...], daz Eberhard der glasmaister von Newnburch die zwen weingarten, [...] die zv dem glasampt der chapelle ze Newnburch gehoͤrent, aufgegeben hat Alharten seinen svn UrkKlostern 1,240 (a. 1331)

MWB 2 817,51; Bearbeiter: Helmich

glasenære stM. ‘Glaser’ – in einer Aufzählung von Berufsspottnamen: von manigerlay hant werchern [...] ckramer: mach es glancz, / glasner: selden gancz Teichn 600,34

MWB 2 817,58; Bearbeiter: Helmich

glas(e)var Adj. ‘aussehend wie Glas’ sô tuot im [dem König] grôzer frost sô wê, / sîn fleisch wirt kelter denne der snê. [...] den frost ez [der Speer] ûzem lîbe treit, / al umbez sper glas var als îs Parz 490,17; ein fleuma daz is glasuar daz wirt von der grozen kelde di da an dem libe ist SalArz 3,43 u.ö.; des trachen flaisch ist glasvar und erküelt BdN 269,35; zignites ist ain stain, der ist glasvar und haizt auch evas [...] und helt man in zuo aim prinnenden tôht, sô verlescht er die flammen ebd. 466,7

MWB 2 817,62; Bearbeiter: Helmich

glas(e)vaʒ stN. ‘Glasgefäß’ daz er die rede beguzze / in swelher mâze er wolde: / von silber unt von golde / chöphe, mez unt glasvaz KvFuss 2387; gêt und gewinnet glasvaz, / alsô liep ist mir daz, / köpf, becher, schüzzel vil EnikWchr 12163; das herze ist kranc alse das gelasevas: der dar in gúzzet fv́rin trank DvAStaff 272. – ein mit Brennstoff zu füllendes Lampengefäß: wir sont ús sament prisen! / úser glas vas erloschen sint. / gebt ús des oles, liebú kint SHort 825. 820; si hatte vier shoni liehter in ir glazvas wol bereit Cäc 33; KvWPant 1204. – spez. in Alexanderdichtung auch als ‘Tauchglocke’ in einem glasevazze / liez er sich in daz mer fram Kchr 543

MWB 2 818,9; Bearbeiter: Helmich

glas(e)väʒʒelîn stN. Dimin. zu glasvaʒ ‘kleines Glasgefäß’ die wîle sô betihtete / Îsôt diu wîse künigîn / in ein glasevezzelîn / einen tranc von minnen Tr 11434

MWB 2 818,23; Bearbeiter: Helmich

glas(e)vënster stN. ‘Glasfenster’ alse di sunne durh daz glase uenster / irluchtit den tunkelen sal Litan 258; czwei venster [La. glase finster ] gabent im das liecht SalMor 174,5; da sah er [ der herczog von Clarencz ] durch ein glaßfenster vier groß drachen mit vier starcken ketten gebunden Lanc 569,24. 235,9; zulle wyr [...] buwin und bessyrn unse kyrche, den kor, den turm, dy glokkin myt strengin und glasevenstyr UrkSchles (B) 135,30 (a. 1333); JTit 354,1. – (vgl. glas 6.1.1): van dir [Maria] schein daz godes liet in alle die lant [...] iz vant dich, iz liz dich bit alle luter, / alse du sunne deit daz glasevinster MarldA 29

MWB 2 818,27; Bearbeiter: Helmich

glasner stM. glasenære

MWB 2 818,40;

glasouge swN. ein glasiges Auge: hie nach kam ein grosse túfel fúrig, bluͦtig, swartze, mit takken und mit hornen und mit glasoͮgen Mechth 4: 17,10

MWB 2 818,41; Bearbeiter: Helmich

glasöuge Adj. hier glase-. ‘fehlsichtig’, von jmdm. mit krankhaft glasigen Augen: dem menschen etewenne diu ôren vervallent, daz er ungehœrnde wirt, oder für die gesiht, daz er erblindet oder sus bœsiu ougen gewinnet, sûröuge oder glaseöuge oder starblint PrBerth 1:433,15

MWB 2 818,44; Bearbeiter: Helmich

glasoven stM. Ofen zur Herstellung von Glas(-fritte) (vgl. LexMA 4,1477): daz man furbaz dheinen colen dor auf [ den grozzen gepresten, der an unserm und des reichs vorst ] brennen sulle noch dheinen scharrer noch dheynen pecher noch glasoffen dor auf sein sullen MGHConst 8:350,7 (a. 1347). 8:350,17 (a. 1347)

MWB 2 818,50; Bearbeiter: Helmich

glast stM. (stF. HeslApk 1648 ) auch gelast (z.B. GTroj ), s.a. glanst stM. (vgl. auch gleste stF., glenste stF.); oft mit Gen.d.S.; häufig im Reim auf gast. ‘Glanz, Schein, Schimmer, Leuchten’ der glast, der von der sunnen gat, der erstecket den manen Lucid 55,6; RvEBarl 9358; Hiob 14279; durch wolken dringet / tagender glast MF:Wolfr 5: 2,14; Parz 167,18; huote dich ein jâr vor dem rouche unde vor dem starchen glaste unde iz die erzenîe alle tage Barth 145,24; KvHeimUrst 1434; KLD:Kzl 15: 2,5; HvNstGZ 557. – von glänzenden Materialien, leuchtender Farbe u.ä.: rubîn und manic edel stein, / der glast dâ wider ein ander schein Wig 7377; im das sehen geprast: / also krefftig was der glaßt / der im in di augen schain. / manig kostreicher stain / stund in der kemnatten HvNstAp 8248; sus wirt an im virgelwet / der roten rosen liehter glast Vät 21875; er [ sîn wâpenroc ] schein als ob hie brünne / bî der naht ein queckez fiwer [...] / sîn glast die blicke niht vermeit: / ein bœsez oug sich dran versneit Parz 71,15; dâ der sterne mit sîme glaste / so rîlîchen vaste / ûz des marhcrâven vanen schein Wh 369,13; KvWLd 19,34; von sînem helme gienc ein glast, / der vermeldet ir den gast Tr 9375; RvEBarl 12410; KvWTurn 729. 667; ieweders blic en widerstrît / hât sô kostebæren glast Wh 129,3; Minneb 3229; SM:Gl 3: 9,9. – himmlischer, überirdischer Glanz: kan ich nicht den suzen gast / gesen in synes [Gottes] schines glast Hiob 3228; und dir [sündiger Mann] der gnaden schin / mit dem rehten glaste sin / virslozen und irloschen ist Vät 26608; der êrst und der obrist [Himmel] stêt still und welzt niht. der haizt ze latein empireum, daz ist der feurein himel, dar umb, daz er glestent und scheint mit wunderleichem grôzem glast. dar inne ruowet got mit seinen auzlieben [Auserwählten] BdN 55,14; RvEBarl 6123. – übertr. auf strahlende Schönheit, Vollkommenheit: ir mynnenclicher sußer glast / mich in dem hertzen kitzelt Minneb 2314; ey frawe zart, min brehender glast, / merk daz du hie gehoret hast ebd. 2473; ir glast vnde ir kleit / was allez in lobe Herb 514; ey, wie liebe mir daz tet / an diner tugende glaste Vät 33013; eyn teil den worten dy du hast / gesait von des gerichtes glast Hiob 7902; KvWWelt 81; Mügeln 258,12. – in Verbindung mit kupfer im Kontext von täuschendem Blendwerk: dein got [l. golt ] verplaichet vaste, / es hinked [lahmt, ist ungenügend] an dem gelaste. / dein silber das wirt kupfer HvNstAp 874; phuch dich, du mordes last / und du falscher kuphers glast Minneb 4002. Lit.: Haubrichs, Glanz und Glast.

MWB 2 818,57; Bearbeiter: Helmich

glasten swV. vgl. glesten . ‘glänzen, strahlen, leuchten’ du muost noch hiut vasten, / biz dir dîn ougen glasten BAdelh 20; vil manig margariten / dar innen [in dem schapel ] sin verkastet, / der schiͤn doch bleichvar glastet / gein dem schilde Minneb 2470

MWB 2 819,46; Bearbeiter: Helmich

glat Adj., Adv. ‘glatt’ (fließender Übergang von im Ahd. prominenten Gebrauch in 1 zu mhd. überw. 2) 1 optische Wirkung der Oberflächenbeschaffenheit ‘glänzend’
1.1 allg. ‘blank, spiegelnd’
1.2 spez. auf Haut (auch Lippen) bezogen
2 haptischer Eindruck einer Oberfläche ohne Rauigkeiten und Unebenheiten
2.1 allg.
2.1.1 ‘ebenmäßig, poliert’
2.1.2 ‘rutschig, glitschig’
2.2 bezogen auf Haut ohne Falten, Haare o.ä. ‘rein, faltenlos’
3 übertr.
   1 optische Wirkung der Oberflächenbeschaffenheit ‘glänzend’    1.1 allg. ‘blank, spiegelnd’ diu stæte sol ze rehte / ingrüene sîn reht alse gras, / glat unde lûter alse glas Tr 16976. 16714; gezieret was diu selbe stat. / sô lûterbære und alsô glat / was ir gazzen esterich, / daz man ersach dar inne sich KvWTroj 17408. 7320    1.2 spez. auf Haut (auch Lippen) bezogen: ein bruder [...] brachte im [dem hl. Bernhard] olei vor andern tranc, / [...] / ez were im bliben unkunt, / wand daz die andern sinen munt / sahen also rechte glat Pass III 401,73. – in Verbindung mit wîʒ: schone hende, finger lanc, / glander negel, slecht hut glat, / rein wiz als ein liligen blat Herb 2497; dô wart er bî den stunden / vil schiere dâ gebunden / mit starken riemen ûf daz rat. / sîn reiner lîp wîz unde glat / genzlichen wart enblecket / und alsô blôz gestrecket KvWPant 1604. – auch zu 2: glat als ein altez helfenbein / und wîzer denne ein krîdenmel / was ir daz neckel unde ir kel KvWTroj 19988    2 haptischer Eindruck einer Oberfläche ohne Rauigkeiten und Unebenheiten    2.1 allg.    2.1.1 ‘ebenmäßig, poliert’ sîn vil ûz erwelter schilt / geworht ûz helfenbeine was, [...] der slange mohte nie / mit allen sînen kreften / die clâwen dâ geheften / ûf dem vil herten beine. / ez was glat unde reine KvWTroj 9874; wilt aber dû gemainleich weizzen, welher frawen milch pezzer sei, sô nim ain glas oder ain glate tafeln von holz und lâ des gespüns tropfen dar auf BdN 25,14; aber do ein glat tenne ist, do endarf man nút denne das man mit einem vederwúsche hie úber var Tauler 145,12; so was die brucke [über den Höllenfluss] sere smal / und gab von ir wol snellen val / ieglichem, der dar uf trat. / abheldec unde glat / was si zu beiden siten Pass III 239,34. – in Verbindung mit hæle (vgl. auch 1.1): vnd was von der güsse erfleut / der berch, daz er so glat was / als ein vil wol hælez glas / vnd scharf sam ein scharsach Krone 6794; soͤlher helm [...] was mit kunsten vesten / uz ainem stain gedrat [...] kain wafen in verkretzet, / so hæl ist er und so glat WhvÖst 13867; dez edeln schildez [allegorisch für das Gesicht der Geliebten] glantzes vel / und ist dar zu so rechte hel, / daz ez kund werden niht gleter Minneb 2423; BdN 321,15. – übertr.: wan wær der mag sleht und glat, sô slüff daz ezzen ê der zeit ze tal und belib ungekocht BdN 32,12    2.1.2 ‘rutschig, glitschig’ wenn diu slang daz tier siht slâfen mit offem mund auf dem gestat pei dem selben wazzer, daz dâ haizt cocodrillus [...] sô welzt si sich in ainem glaten laim, daz si dester paz durch des selben tiers maul geslupfen müg BdN 273,6. – in Verbindung mit îs/ îsic: ein wek an glatem eise, / dar an man leiht vellet Krone 1740; ir berc was îsec unde glat, / man mochte dar an nicht bestên / noch ûf daz wal zû in gên: / ez wart versûchet wol genûc LivlChr 11056; sine bleter [...] waren gleter / vor yse dann ein spiegel glas Minneb 4302. die ellenden gotes knehte / hant vil kvmbers hie erlitten / [...] / mengen glaten winter mit froste Martina 253,33    2.2 bezogen auf Haut ohne Falten, Haare o.ä. ‘rein, faltenlos’ wart sîn runzelehtez vel / gestrecket unde schône glat KvWTroj 10793; weich unde glat was ir daz vel / an vleische und an gebeine ebd. 19998. – ‘kahlköpfig, eine Glatze habend’ ist er kayl und ane har, / man sprichet, er sii ein glazzer [La. glatter, glazzet; MinneR 52 K : glaczachter ] schalk MinneR 52 65    3 übertr.: ez was ein unsenfter tac. / dâ wart niht vil geklaffet, / ez wart allez mit slegen geschaffet / und mit kurzen [La. glatten ] worten StrDan 5529. – subst.: der tiefel und dú wip / mit dem gemachen, bliden lip: / die múesigen, die glatten / beginnen tuͦt er watten / mit haimlichem getúsche / in daz muͦr der unkúsche SHort 4795

MWB 2 819,52; Bearbeiter: Helmich

glatter M. Bed. unklar, möglicherw. zu gleten swV., glat Adj. oder zu schweizer Orts- bzw. Flussnamen Glatt (?), (vgl. Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 358; DWB 4,1,4,7751f.): Heinrich der glatter UrkCorp 925,4

MWB 2 821,1; Bearbeiter: Helmich

glatzeht Adj. ‘eine Glatze habend, kahlköpfig’ zwei und zwenzig kinde, / die rieffen in spotlichen an: / ‘gang uf her, glatzehter man!’ RvEWchr 35842; ist eyner kale vnd ane har, / der heist ein glaczachter [La. MinneR 52 glazzer, glazzet, glatter ] schalk MinneR 52 K 61

MWB 2 821,6; Bearbeiter: Helmich

glatzehten swV. ‘mit einer Glatze versehen, kahl machen’ ja werdin alle houbt gegleczecht und alle berte werdin geschorin Cranc Jer 48,37

MWB 2 821,12; Bearbeiter: Helmich

glavîn stF. auch glâve, glêve, glâvie, gleffe, glevîne, glevene, glevenie, glavenie (vgl. afrz. glaive, glave ‘Lanze’, Suolahti 1,98; DWB 4,1,4,7928ff.); kontrahiert auch → glene stswF. ‘Wurfspieß, Speer’ (zur Sache vgl. LexMA 4,1494): du salt ouch haben in dime her / harte manegerleie wer, / swert, grellen, glavenien Secret 2815; dô sazter die glævîn / vorn ûf des satels vilzelîn Parz 537,5; sin scharfe glevie im quam / mitten an den schenkel Herb 14708. 18375; in den velssen, daz gar zerbrach / dü lange glevye GTroj 11735; manic haidnisch glavie / was da uf gestecket: / diu banier dran zerflecket WhvÖst 6064. 579; die glevenie er nider sluc / nach ritterlicher saze / und stach in voller maze / durch den wurm al inmitten Pass III 256,94; ein glauye nam hei in de hant Karlmeinet 62,51; rottecht sie riten die vrien / ufgeriht ir glavenien Macc 8336; Wig 5094; Krone 10531; ClosChr 83,18; Pass I/II (HSW) 7226. – wohl auch eingeschränkt ‘Lanzenspitze, Speerspitze’ (vgl. DWB 4,1,4,7932): eine scharpfe glævîn, / dar inne al niwe was der schaft Parz 443,24; da kam von den gesten / ein swartzer reck geritten her, / der fuͦrt ein vngewones sper, / das was ein claui breit, / die zü beiden sijten wol sneit Krone 18965; er vuͦrt ouch eine lanzen groz roͤrine. / goltvarwer stahel uz India di glevje was, gezieret mit rubine JTit 1284. – metonymisch für den Träger der Waffe ‘Lanzenreiter’ der stark / grave wert von Clefen / mit maniger starken glefen WhvÖst 16902 (vgl. DRW 4,937 für jüngere Belege)

MWB 2 821,15; Bearbeiter: Helmich

glavîn|îsen, glef|îsen stN. (vgl. glenîsen ; s.a. spërîsen ). ‘eiserne Spitze an Lanze, Hellebarde oder Wurfspeer’ manich helt tet als der strauz, / der eysen chan verslinden: / des manger must enphinden, / der pheyl- und glaͤfen-eysen slant, / daz er mit sterben uͤberwant Suchenw 18,269; die glefisin giengent durch den schranz ParzRapp 212,42

MWB 2 821,46; Bearbeiter: Helmich

glaz Adj. ‘kahlköpfig, eine Glatze habend’ ist er kayl und ane har, / man sprichet, er sii ein glazzer [La. glatter, glazzet; MinneR 52 K : glaczachter ] schalk MinneR 52 65

MWB 2 821,53; Bearbeiter: Helmich

glaz, glatz stM. zu glat Adj., s.a. 3glitze . 1 ‘Schädel’
2 meist auf den ganzen (kahlen) Kopf bezogen ‘Kahlkopf’ ; auch haarlose Stelle des Kopfes, ‘Glatze’
   1 ‘Schädel’ calvaria: glaz Gl 3:694,42 (BStK444)    2 meist auf den ganzen (kahlen) Kopf bezogen ‘Kahlkopf’; auch haarlose Stelle des Kopfes, ‘Glatze’ ir [der Venezianer] herzog ist ein mehtic kürsenære, / unt wart ie kürsenære crônebære / mit sînem igelvarwen glatze, / sô mac ouch er wol crône tragen RvZw 145,9; si begunden harte kratzen / einander ûf den glatzen, / sô enphienc eins iesliches glaz / manegen ungefüegen kraz, / daz ie nâch dem kratze / gienc daz bluot uz dem glatze HundesNot 210; Ruopreht warf imz [das Ei] an den glatz Neidh (HW) 39,18; wo crusb har waz, do wirt sin ein glatz Cranc Jes 3,24. Jer 47,5; UvEtzAlex 19183

MWB 2 821,57; Bearbeiter: Helmich